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Freitag, 20. Oktober 2023

Filmempfehlung

Man bezeichnet den vielfach prämierten Film "Dead Man Walking" (1995) mit hervorragenden Darstellungsleistungen durch Susan Sarandon und Sean Penn - stets und wie sich zeigt fälschlich als "Plädoyer gegen die Todesstrafe". Als ich ihn gestern sah habe ich ihn nachgerade als das Gegenteil gesehen. "Dead Man Walking" ist eine in jeder Hinsicht überzeugende Argumentation FÜR die Todesstrafe. Während sich die Haltugn dagegen als das identifiziert, was sie auch ist: Als rein sentimentaler, aber sachwidriger, zeitgeistiger, aber irrationaler Impuls.

Natürlich wird einem das erst klar, wenn man enige Grundfragen des Rechts und der Strafe durchdenkt. Und - wenn wir das seriös  bedenken, was der Sinn des Lebens zu nennen wäre. Den wir in den ersten Sätzen des älteren Lesern unter uns noch bekannten "Pichler-"-Katehchimsus und Schullehrbuches in den schlichten, trockenen Sätzen so definiert sehen: Der Sinn unseres Lebens ist, Gott zu erkennen, ihn zu lieben, und seinen Willen zu erfüllen. Von einem möglichst langen Leben, von einem möglichst "guten" Leben, von einer Welt, die möglichst ideal und wunderbar ist, steht "erstaunlicherweise" in dem ganzen Buch nicht ein Wort. 

Worum geht es in dem Film, der sich auf wahre Begegenheiten beruft? 

Sonntag, 13. Februar 2022

Ein schweres Unrecht

Den haben sie ja ordendlich gehirngewaschen. Vermutlich hat er schon jahrelanges "Gewalt-Deprogramming" durch die Selige Psychologenschar hinter sich. Die ihm ein neues Rationalitätskonstrukt eingezogen haben, und hatten leichtees Spiel, weil er zuvor sicher zu wenig reflektiert war. Ah, und grad hör ich's: Er war beim Psychologen ... da kommt dann sowas raus. Motto: Völlige Depersonalisierung, um ihn dann zum "funktionierenden Mitglied der Gesellschaft" zu machen. Besser seelisch tot, nicht wahr? Warum das alles? Weil das Strafrecht keine adäquate gesellschaftliche Vorgehensweise mehr abbildet.
QR Interview mit einem Mörder
Wir lesen hier die Reaktion eines Zusehers (wer war das nur ...?) eines Videos auf Youtube, in der ein mehrfacher Mörder über die "Erfahrung des Mordens" spricht. Das Ekeligsten an diesem Film ist dabei aber der Zugang der Filmemacher. Am zweiten Rang ist es erst der Mörder selbst. Dem die Verlogenheit so deutlich aufs Gesicht und in die gesamte Gestalt geschrieben steht, daß es schon weh tut zu sehen, daß das niemand zu merken scheint. Am wenigsten wohl die Verantwortlichen bei den Behörden. Aber er wurde in diese Situation gebracht, ja förmlichst eingeladen. Denn sie bildet ab, was sich im Strafvollzug heute abspielt.

Sonntag, 25. Oktober 2020

Das Wirken des Heiligen Geistes (3b)

  Teil 3b) Die notorisch mäandernden Anmerkungen


Auch ein nächstes Argument zählt nicht, wiewohl FRATELLI TUTTI es sogar explizit erwähnt. Nämlich jenes, daß es in einem weltweiten Verbot der Todesstrafe um das Verhindern einer in der Praxis tatsächlich (und gar nicht selten, ja zumeist sogar) mißbräuchlich verwendeten Todesstrafe geht. Weil die Todesstrafe natürlich, das muß man zugeben, weit häufiger zur Beseitigung unliebsamer Opposition eingesetzt wird denn als gerechtfertigtes, ja notwendiges (!) Mittel eines Staates, der das Wesen der Strafe einerseits, ihre Funktion im Leben eines Volkes (und Staates) anderseits erfüllen würde. 

Denn das Mittel wird auch in diesem Fall nicht durch den Zweck geheiligt. Und man kann kein Gut (in diesem Fall: Abstellen der Mißbräuche) bewirken, wenn man in sich falsche Mittel (generelles Verbot der Todesstrafe) einsetzt. 

Wobei der Papst bereits hinlänglich gezeigt hat, daß er dieses "in sich" nicht versteht, ja glatt ablehnt, wenn seinen Absichten etwas im Weg steht. Denn er weiß es schon, wenn es ihm paßt. Wenn er etwa sagt, daß die Todesstrafe "in jedem Fall" abzulehnen sei. Da gibt es also doch ein "in sich" Schlechtes? 

Was, um es mit den Worten von Sepp Breitschniedling zu sagen, "einmal schon gar nicht geht."  

Wenn es aber darum geht, ein Unrecht zu verhindern (in einer mißbräuchlich verwendeten Todesstrafe) gilt sinngemäß dasselbe Argument wie oben: Das der Sühne. Denn in der Sühne hat auch das Unrecht seinen Sinn! Für die Menschheit zum einen (in der stellvertretenden Sühne, die dem gesamten Menschheitskörper sozusagen zugute kommt), für das Individuum, das in der Seele fortbesteht und beim Endgericht wieder zum ganzen Menschen (= Seele UND - neu geschaffener - Leib) wird. Und der Sinn ist jene Dimension, um die es im Leben überhaupt geht! Denn nur im Sinn existiert die Übereinstimmung mit dem logos, dem Sinn, dem "auf-zu" der Schöpfung.

Um nicht zuletzt auf den bei Franziskus ebenfalls oft genug geschundenen Begriff der "Würde" des Menschen einzugehen. Denn es ENTSPRICHT GENAU der Würde des Menschen, ihn ernst zu nehmen, auch in seiner Tat gegen eine Gemeinschaft, und ihn damit der Sühne für fähig und damit für adäquat zur Tat straffähig - auch in der Todesstrafe - zu sehen. 

Die Ablehnung der Todesstrafe (als gerechtes Strafmittel einer Gemeinschaft) hat also keine sachliche Begründung. Sie gründet vielmehr in jener (jawohl, wir nennen es beim Namen: in der Widerlichen!) Sentimentalität, in der subjektives und völlig relatives, wesentlich irrationales "Fühlen" zum Maßstab der Ethik gemacht wird. Das fällt ebenfalls aber unter die Kategorie Sepp Breitschniedling. 

Es wird Zeit endlich mit dem substanzlosen Hollywood-Blödsinn aufzuhören, daß sentimentale Menschen auch gute Menschen seien. Sie sind nachgerade das Gegenteil.

**Was notwendig ist, will man der Schizoidität nicht zum Opfer fallen, will man sich also nicht "gaslighten" lassen. Weil der Schizoide ständig über die Wahrheit der Gestalt, des sinnlich Erfaßbaren an der Welt, hinwegzutäuschen versucht. Der Schizoide (Vorsicht, Schizophrenie ist nicht Schizoidität! Sondern noch einmal etwas anderes, wenn auch wesensverwandt) macht einem also "ein X für ein U vor", salopp formuliert, er "erklärt ein Gesehenes zu einem anderen", und kann und tut dies kraft seiner Autorität (der spezifischen durch eine formale hierarchische Linie, sowie der allgemeinen, die dem Gebot der Herzensöffnung entspringt und damit dem Begegnenden "Autorität" quasi "schenkt").

Dieser Autoritätsbezug ist das Besondere an der Schizoidität. Womit diese seinem Gegenüber die allererste anthropologische Anbindung an die Wahrheit selbst - die Sinne - aus der Hand zu schlagen versucht, um sie für die eigene Deutung (die eine Lüge ist) aufzusprengen.

***Auch die schöne Tradition, daß als Urheber eines Werkes nicht der gilt, der etwas ausführt, sondern der, der es in Auftrag gibt - sodaß also Papst Franziskus Fratelli tutti GESCHRIEBEN hat, auch wenn er selber vermutlich die Tastatur einer Schreibmaschine nicht einmal angerührt haben wird - hat hier einmal eine tiefere Aussage. 

Die wir uns vor Augen führen wollen indem wir zum einen beachten, daß es immer "der Geist" ist, der etwas bewegt, daß das Wirkliche also immer das Unsichtbare, das Geistige ist, und zum anderen sehen, daß dieses Wissen, das die Grammatik einer Haltung war (so wie immer das wirklich Gewußte die Grammatik von Haltungen ist), unserer Kultur noch bis ins 12. Jahrhundert immanent war. 

Erst im 13. Jahrhundert begann sich der Ausführende aus dem Insgesamt herauszulösen, was wir als eines der ersten und ernstzunehmenden Symptome des Zerfalls des Abendlandes begreifen können. Erst DAMIT, erst indem der Mensch sein Wirken seinem "Können", also einer immer mehr für sich stehenden und zu behandelnden Funktionalität zuschreibt, löst sich eine Gemeinschaft auf. Weil sie ihren Gehorsam verliert, und der Einzelne mehr und mehr autonom wird. Was sich dann in der Geschichte auch genauso zeigt. 

Und sei es, daß der solcherart "autonom gewordene Mensch" auch jeden Schutz der Gemeinschaft verliert (Gemeinschaft wird dann durch Gesellschaft und vor allem "Staat" und "'Verrechtung/Recht" ersetzt) und somit unsere Gesellschaften zu leichten Opfern von Interessen werden konnten, die nicht dem Gemeinwohl, sondern der Partikularität entsprungen sind bzw. dienen.   


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Samstag, 24. Oktober 2020

Das Wirken des Heiligen Geistes (3a)

 Teil 3a) Die notorisch mäandernden Anmerkungen


*Wir wollen zuerst einmal den Unsinn aufgreifen, der in Fratelli tutti über Migration steht. Der beim völligen Unverständnis von Bezogenheit auf Land ansetzt. Keineswegs steht JEDEM ALLES LAND zur Verfügung! Vielmehr kann man Menschsein nicht denken ohne konkrete Verehelichung an ein BESTIMMTES Land, an einen bestimmten Ort. Nur so kommt der Mensch "vor". Und diesem Land gegenüber hat er insofern Verantwortung, als er nicht nur diesen, ihm überantworteten Raum als Ort, in dem der konkrete Mensch einen Platz hat, der in einem konkreten Beziehungsgeflecht (Kultur bzw. Sozialität) steht, verpflichtet ist, sondern diese Verpflichtung heißt auch, daß er diesem Raum ("Boden") seine Erhaltungsfähigkeit bewahren muß. 

Denn Boden (hier stimmen die Aussagen der Enzyklika) bzw. Eigentum ist nur insofern eine Größe, als es uns von Gott "geliehen", zur Nutznießung übergeben ist. Uns! Nicht als absolutes Eigentum, gewiß. Aber wir haben damit auch die Aufgabe - wie auch das Recht! - ihn zu nutzen. Insofern haben wir ihn als Geschenk (im Rang einer Leihgabe). Aber hier haben wir ihn auch zu schützen! Um nicht zuerst dem Bestand "der Menschheit" zu gewährleisten, solche universalen Kategorien entziehen sich unserem menschlichen Denken überhaupt, ja DÜRFEN nicht einmal angetastet werden! 

Das Allgemeine geht dem Einzelnen voraus, ja, wir haben es hier auch schon oft geschrieben. Aber das Einzelnsein ist immer ein Spezifischsein. Und insofern hat der Einzelne, in Pflicht wie Recht, auch einen Bezug zu Dingen (Boden etc.), die wir als "Eigentum" bezeichnen. Denn das ist ebenfalls Teil der Ähnlichkeit mit Gott: Dem die gesamte Schöpfung als Eigentum (zu seiner rückhaltlosen Verwendung) gehört. Wenn aber Gott Eigentum HAT, dann auch seinem Ebenbild. Bei Gott ist Eigentum absolut, beim Menschen nur in abgeleiteter Form, weil es einen absoluten Eigentümer gibt, nicht zwei geben kann. Dem Menschen ist also alles Leihe. Dieses Eigentum (in diesem nicht absoluten Rang) muß ein Staat aber ebenfalls schützen. Und deshalb hat auch ein Volk eine Eigentumsbeziehung zu einem bestimmten Boden (Raum).

Es ist Gott gegenüber sogar verpflichtet, diesen Raum zu verteidigen, nötigenfalls mit Gewalt. Keinesfalls hat deshalb (wie in Fratelli tutti allen Ernstes behauptet, jeder Mensch das Recht, sich egal wo niederzulassen! Das hängt von der Bereitschaft jener Gemeinschaft ab, die einen bestimmten Raum bewohnt und in ihre Gesamtkultur integriert, davon durchdrungen hat. 

Im übrigen trifft diese Situation nur jene Menschen, die bereits entwurzelt SIND, oder die gar keine Wurzeln (also verantwortliche Anbindung an den Boden WEIL an eine Gemeinschaft, die immer eine Kulturgemeinschaft ist) WOLLEN. Die also Boden wirklich nur NÜTZEN wollen, ohne ihn, weil einer Gemeinschaft wie einer Generationenfolge moralisch weil durch Verbindlichkeitsempfindungen als rechtlichen Grundrahmen verpflichtet sind. Und das heißt ebenfalls: Eigentum. 

Ethnologisch - man beachte etwa die umfänglichsten Studien, die P. W. Schmidt angestellt hat, um speziell diese Frage zu untersuchen - kommt es deshalb in KEINER Kultur der Erde vor, daß die Menschen OHNE EIGENTUM leben! Und zwar auch Eigentum am Boden! Daß das so ist, ist zwar nicht immer so ganz leicht zu sehen, aber es ist so. Und es ist so - man höre und staune! - wo sich die Menschen aus der Hand Gottes geschaffen sehen. 

Sämtliche sozialistischen Utopien entstammen einer romantischen, realitätsfernen Fehlinterpretation. Die der Aufklärung entstammt, und einen Neuentwurf "des Menschen" vornahm. In dem man einen "Idealzustand im noch völlig kulturlosen Urmenschen" ("edler Wilder") annahm. Was nicht nur theoretisch nicht stimmt, sondern auch praktisch nirgendwo "bei den Wilden" vorkommt.

Was hingegen dabei herauskommt, wenn Menschen KEINE Verwurzelung mit dem Boden haben, auf dem sie "leben", wo sie also nur "wohnen" (letztlich wie Nomaden, denn morgen wollen sie vielleicht weiterziehen, weil es irgendwo "besser" ist), erleben wir nicht nur jeden Tag, sondern es IST DIE EIGENTLICHE URSACHE FÜR DIE UMWELTPROBLEME, die Laudato Si und Fratelli Tutti angeblich so ernst nimmt. 

Die Lösung von Mensch und Boden durch Eigentumsverbot ist sogar der Grund, warum gerade sozialistische wie kapitalistische Gesellschaften die schwersten Umweltzerstörungen verursacht haben. Dem, der in keiner verbindlichen Beziehung zum Land steht, auf dem er lebt, ist ununterscheidbar, wo die Grenze zwischen "Kultur" und "Müll" (als der Ordnung ausgegliederte, dem Chaos zurückgegebene Materie) ist.

Und dann wollen wir (nur einmal) den Irrtum bezüglich der Todesstrafe herausgreifen, einer der Irrtümer in der Enzyklika. Von dem Papst Franziskus wohl meint, daß er mit seiner wiederholten Behauptung (und nun sogar in einer Veränderung des erst 1993 herausgegebenen Römisch-Lehramtlichen Katechismus) doch irgendwann als katholisch festnageln zu können. Was nicht geht. Denn nicht nur würde damit eine Lawine ausgelöst werden, die letztlich das gesamte Lehrgebäude einstürzen lassen würde. 

Was zwar nicht die Wahrheit selbst, sondern deren lediglich Inkarnation verdunkeln würde, aber alles andere als vertrauensbildende Maßnahme ist. Freilich, Papier ist geduldig. Und auch wenn Franziskus es noch tausendmal wiederholt - es wird nicht wahrer. Deshalb wird diese Sichtweise, die nicht ins Gefüge der katholischen Wahrheit und Lehre paßt, in der Welt keinen Bestand haben. 

Sprich: Es wird zu Situationen kommen, in der sich die Kirche (bzw. Glieder von ihr) mit realen Forderungen (nach Todesstrafe) konfrontiert sieht. In der jedoch die Wahrheit und Richtigkeit der Todesstrafe evident wird! Plötzlich gerät aber die offizielle Lehre mit dieser Wirklichkeit und Wahrheit in offensichtlichen Konflikt. So nebenbei reißt eine solche Unwahrheit - wie bei einem Dammbruch - ein immer größeres Loch. Auch das wird evident werden. Dieses Loch wird aber ein Schisma hervorrufen. Scheinbar aus "ganz anderen" Gründen. Aber in Wahrheit aus einem einzigen Grund.

Uns geht es hier also darum darauf zu verweisen, daß in diesem Unverständnis der Todesstrafe, das sich hier offenbart, ein weit tieferer und schwerer, ein grundsätzlicher Irrtum verborgen ist. Nämlich der, was denn das Wesen von Strafe (und damit von Erlösung!) überhaupt sei. Und das beginnt NICHT bei praktischen Aspekten wie dem "Selbstschutz des Staates". Sondern das beginnt bei der Sühne und deren Erlösungswirkung. 

Man muß jede Strafe nämlich zuallererst als sühnende Wiedergutmachung gegenüber jener Gemeinschaft verstehen, gegen die man durch die Tat verstoßen hat. Und hier gilt das Prinzip der Adäquatheit, sprich: Die Sühne muß der Tat entsprechen! Die Strafe ist also ein Element der Gerechtigkeit. 

Nur durch ein dem Vergehen entsprechendes, ja dieses eventuell sogar leicht übersteigendes Leiden (siehe das Leiden Christi, das in derselben Wesenserfüllung der Gerechtigkeit seinen Sinn hat!) wird ein Wiedereinstieg in diese Gemeinschaft (aus der man sich mit einem Vergehen nämlich selber ausschließt) wieder möglich. Und das kann in manchen Fällen eben bedeuten, daß der Wiedereinstieg nur mit dem Tod möglich ist. 

Ein Widerspruch ist das nur für diejenigen, die dieses irdische Leben absolut setzen. Und nicht sehen, daß diese Welt zur Gefallenheit und zum Vergehen verdammt ist (durch die Ur- bzw. damit Erbsünde des ersten Menschenpaares), wir also auf das Kommen einer zukünftigen und dann aber endgültigen Welt warten (die in der Kirche bereits ihre Inkarnation hat, in der dieses Zukünftige ins Gegenwärtige hineinragt), daß also diese heutige, irdische Welt der Menschen in einer gewaltigen Kontinuität steht. 

Die mit dem irdischen Tod nicht unterbrochen wird! Weil die Zeit (und in der Erbsünde sind wir zu dieser Zeit verurteilt, was mit dem Bruch in der Erkenntnis zusammenhängt, die von einem Schauen zu einem - möglichen - Verstehen durch den Verstand wurde) in dieser Ewigkeit nicht mehr existiert. Somit ist der Delinquent, der durch eine Todesstrafe entleibt wird, noch immer "existent", wenn auch nur noch in seiner Geist-Seele. 

Aber auf die kommt es ja an, bei der Neuschöpfung am Jüngsten Tag, wenn Gott uns aus unseren Gräbern hervorruft! Somit ist die Sühne des Delinquenten der entscheidende Moment, in dem auch seine Seele in den Himmel gehoben wird, sodaß er am Jüngsten Tag als Erlöster, als Geretteter seinen Platz in der Neuen Schöpfung erhalten wird. Wäre seine Sühne nicht ausreichend, würde er an dieser Gerettetheit (soweit wir Menschen es sagen können) gar nicht mehr teilnehmen. Und DAS begründet die Todesstrafe bzw. überhaupt das Strafwesen einer Gesellschaft.

 
  Teil 3b) Die notorisch mäandernden Anmerkungen



Freitag, 23. Oktober 2020

Das Wirken des Heiligen Geistes (2)

Teil 2) Vorwärts zum Guten zurück! 


Denn es ist praktisch vollständig vergessen! Auch wenn wir noch unzählige Relikte, sogar in unserem Alltag, sogar in den alltäglichsten Lebensgewohnheiten und Vollzügen, finden, die direkt daraus entstammen und bewahrt wurden. Wir können also sogar davon sprechen, daß im Wesen der Kirche diese Vision einer wahrhaft menschlichen Kultur mitten unter uns ist! Und wir nur danach greifen müssen, wollen wir diese wahrhaft humane - und damit göttliche, weil von Gott durchdrungene - Kultur in die Realität umsetzen. 

Denn wir haben das bereits einmal geschafft, die Geschichte beweist es. Freilich immer im Rahmen einer realistischen Welthaltung, die diese Utopie niemals zu Ideologie und Zwangsimperativ werden lassen kann. Weil genau diese Realistik, die darum weiß, daß der Mensch zur Sünde neigt und Tag für Tag in Sünde fällt, aber auch Tag für Tag daraus aufstehen muß, zu ihrem unabdingbaren Wesensbestandteil gehört.

Warum das so ist, von welcher realistischen Utopie (eine nur scheinbare contradictio in adjectio!) Fratelli tutti handelt ohne es zu wissen, und warum wir deshalb diese neue Enzyklika mit Staunen und Freude aufnehmen, werden wir in den folgenden Ausführungen begründen. Soweit kann man bereits ankündigen, daß wir durchaus mit dem Papst auch darin übereinstimmen, wenn diese Visionen dem Kapitalismus der Gegenwart ein Ende ankündigen. 

Und zwar genau deshalb, weil wir die Freiheit des Menschen als unabdingbaren Bestandteil einer Kultur überhaupt betrachten. Was zugleich dem Wesen des Katholischen entspricht, die eine Anthropologie vertritt, in der der Mensch als Ebenbild Gottes zur Freiheit (der Söhne) Gottes berufen ist. Nur dann wird er ein geglücktes Leben führen können, nur dann kann eine Kultur des Gemeinwohls entstehen. Deren Tor und Tür einen konkreten Namen hat: Bedingungsloses Schenken. Sterben. Kreuz. 

Jede Kultur der Kreuzvermeidung muß also notwendig scheitern. Und wenn man den sozialistischen Utopien, die auch die aktuellste Enzyklika aus der Schreibstube*** von Papst Franziskus Fratelli tutti sogar explizit vertritt (man lese etwa die Ausführungen zu Eigentum!). Man frage sich doch nur, warum ausgerechnet die Freimaurer, deren Ziele praktisch identisch mit denen des realen Kommunismus sind, ja die hinter dem Kommunismus stehen und standen, diese Enzyklika fast euphorisch begrüßen. 

Aber wir schließen hier keineswegs an Schreckensbotschaften an, die in den Freimaurern das verkörperte, institutionalisierte Werkzeug Satans IN DER GEGENWART sehen möchten. Weil wir meinen, daß die Freimaurerei historisch-praktisch überlebt ist. Sie ist längst durch andere, der Zeit gemäßere, somit weit effektivere Machtkonstellationen ersetzt. 

Die Reaktion der (oder: Vieler) Freimaurer auf Fratelli tutti zeigt also etwas ganz anderes an. Etwas über Papst Franziskus. In dieser Reaktion zeigt sich nämlich folgerichtig, wie wenig diese Enzyklika expressis verbis die Gegenwart aufschlüsselt. Daß sie manche Übel wörtlich anführt ist lediglich dem üblichen Vorgehen des Liberalen gleichzusetzen, der zwar nicht weiß, warum etwas nicht funktioniert, der aber oft genau und besser als viele weiß, was NICHT funktioniert. 

Erzbischof Viganò hat also zum einen Recht, wenn er diese Koinzidenz von Fratelli tutti mit freimaurerischen Anschauungen anprangert. Zum anderen ist aber der Grund, warum Viganò das tut, nicht ganz korrekt. Der derzeitige Pontifex Maximus beweist damit nämlich nur, wie wenig er diese Zeit verstanden hat. Das ist eine Tragödie, gewiß, das ist enttäuschend, ja, aber das ist nicht überraschend. Und DAS ist auch schon fast alles, was man dazu sagen kann.

Aber wenn wir uns dem DURCH Fratelli tutti aufgerissenen Acker anschauen, dann finden wir plötzlich etwas, das jenen, die mit dem Pflug enteilt sind, entgangen ist. Wir finden die Problematik dieser Kultur, die mit dem realen Leben zusammenhängt. Und dieses ist, weil wir es hier mit einem Grundproblem DER MORAL zu tun haben (richtig, der Moral, und NICHT der Wirtschafts- oder der Sozialwissenschaften), mit ein- und derselben Fliegenklappe zu erledigen.

 Morgen Teil 3a) Die notorisch mäandernden Anmerkungen


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Donnerstag, 22. Oktober 2020

Das Wirken des Heiligen Geistes (1)

Selbst wenn man die Enzyklika FRATELLI TUTTI als nächste Unsäglichkeit dieses Papstes einstufen muß, die von Irrtümern*, Fehleinschätzungen, Widersprüchen, Wirrnissen und sogar buchstäblichen Ausflügen in den Sozialismus nur so strotzt, würde man ihre Worte 1:1 nehmen. 

Weshalb dem Verfasser jener Zeilen, die als Enzyklika hohen Stellenwert haben weil sie Denkimperative aufstellen, das heißt, man muß sie ins eigene Denken einfließen lassen, ob man will oder nicht, denn es ist immer noch der Gehorsam, der den Blutkreislauf der Gnade aufrecht hält, nicht "richtig oder falsch". Was aber nicht heißt, daß man Falsches auch so übernehmen muß. Und Falsches findet sich in Fratelli Tutti in einem derartigen Ausmaß, daß es unmöglich scheint, das alles ausreichend zu besprechen. 

Und - es lohnt auch gar nicht. Dafür sorgt schon die höchst ambivalente Sprache und Geformtheit des Dokuments, das wie eine Gummiwand alles und nichts und jedes anspricht, ohne es zu bändigen und zu ordnen. Als wollte der Verfasser gar nicht, daß man sich ernsthaft mit dem Text auseinandersetzt. Wollte er aber stattdessen, wie es der Unvernunft, aber auch der diktatorischen Gewalt gemäß ist, daß der Text einfach widerspruchslos übernommen, angenommen und "befolgt" wird? Das wollen wir mal nicht annehmen, auch wenn es naheläge, so zu denken. 

Ah ja, heißt es ja deshalb gleich zu Beginn: Es werde ja nur "geträumt". Und darum wohl auch die Sprache, in der die Enzyklika veröffentlicht wurde. Italienisch. Nicht das Latein der Kirche. Aber gut, Franziskus war ja schon bisher Meister der Verwirrung, was die Gestalt (weil Ort, Bestimmung, Rang etc.) von Dokumenten anbelangt. Und das scheint wohl seine Aufgabe zu sein: Es ist ein Aufruf selbst aufzustehen.

Also muß man viel zwischen den Zeilen suchen, um den Heiligen Geist aufzuspüren, der dann auch der wahre Geist des Gehorsams ist, in dem Fratelli tutti betrachtet werden muß. Der sich in der Tradition der Kirche scheinbar gar nicht finden läßt!

Sogar dem Papst blieb nichts anderes übrig, als pausenlos auf von ihm selbst verfaßte Schriften und von ihm selbst getätigte Aussagen Bezug zu nehmen. Wie es eben bei unkatholischen, ja antikatholischen Aussagen ist. Die nämlich nicht mit dem zweitausendjährigen Lehramt in Übereinklang zu bringen sind, weil sich zu viele Aussagen nicht weiterbauen, was "nirgendwo gesagt wurde". 
Wie soll man also dazu stehen, daß selbst Papst Franziskus "Belege" dafür nicht finden konnte, daß er mit seinen diesmaligen Aussagen (die in Laudato Si bereits angebahnt sind) im Strom der Tradition schwimmt? Wenn, dann ist es also eine Tradition, die er selbst erst begründet hat. Was natürlich eine contradictio in adjectio ist.

Aber irgendwo muß er doch sein, dieser Strom, es ist doch der Papst? Irgendwo muß doch auch bei diesem Papst das Katholische zu finden sein, wie auch Kardinal Müller meint, der es offenbar auch einfach satt hat, ständig mit unkatholischen Papstaussagen konfrontiert zu sein? 

Und sei es und sei es eben ... in der Dialektik. Zum ersten Beispiel. Was nichts anderes heißt als daß der Heilige. Geist im Widerspruch, den etliche der päpstlichen Aussagen erregen MÜSSEN, weil sie unkatholisch sind. Und das Katholische ja nicht einfach ein willkürliches dogmatisches Gebäude ist, so wie die Spielanleitung von Backgammon, sondern weil das Katholischsein seinem Wesen nach in der allgemeinen menschlichen Vernunft lebendig ist. Sodaß nicht-katholisch-sein immer auch heißt: Unvernünftig sein! 

ABER der Widerspruch hat noch eine ganz andere Eigenschaft, und auf die kommt es uns an dieser Stelle an. Im Widerspruch ist der Widersprechende GEZWUNGEN, das Wahre, das Richtige DARZUSTELLEN. Zu sagen, zu leben, zu zeigen, welche Daseinsebene auch immer. 
Was nichts anderes heißt als daß der Apologet insofern "mehr" Mensch wird, weil es (historisch, also in der Zeit) kein statisches Menschen-Dasein gibt, sondern weil Menschsein immer ein actu ist! Das heißt, daß nur der Mensch lebt (und in der Wahrheit sein kann), weil und soweit er sich selbst (!) bewegt. Sagen wir es simpel: Nie ist der Mensch so lebendig als dort, wo er widerspricht.
Das bedeutet, daß wir unter diesem Papst - und hier ist tatsächlich der Ort, wo wir vor ehrfürchtigem Staunen vor der Größe und Weisheit Gottes in Lobpreis ausbrechen müssen! - zu einem Christkatholischsein aufgerufen sind, in dem wir das Katholische pausenlos selbst suchen (und hoffentlich finden) müssen, um es dann lebendig wie noch nie in die Welt hinein zu stellen. Und das ist keineswegs zynisch (oder sarkastisch) gemeint!

Werden wir jetzt aber wieder konkret, und kommen wir zu FRATELLI TUTTI, die Papst Franziskus am Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi am 4. Oktober 2020 promulgiert (also auf die Menschheit losgelassenen) hat. Seiner somit zweieinhalbten Enzyklika. Bei der ersten, LUMEN FIDEI, herausgegeben 2013, hat noch Benedict XVI. mitgeschrieben. Offiziell zählt sie aber für diesen Papst, der 2015 noch LAUDATO SI herausgab. 

Und benützen wir dieses vom Umfang her einem Buch entsprechende Dokument genau so, wie es schon in den ersten Absätzen angeraten wird: Als Traumlandschaft und als Steinbruch. Letzteres heißt nicht mehr und nicht weniger als daß wir hergehen, und Bestandteile, Sätze, Worte, Aussagen ohne jede Rücksicht auf einen Gesamtsinn herausnehmen. Denn einen solchen Sinn hat diese Enzyklika nicht. 

Alles, was als "seine Aussage" (also "sein Sinn") bezeichnet wird, sind posthoc hinein- oder drübergeschobene Sinnkonstrukte mehr oder weniger Gutmeinender. Die hartnäckig davon ausgehen, daß es doch in einem päpstlichen Lehrschreiben doch so eine durchgängige, einzige Aussage geben muß. Der VdZ sagt es frei heraus, und das gilt für dieses gesamte Pontifikat, daß man bei diesem Papst den Sinn (logos) ganz woanders suchen muß als in seinen expliziten Aussagen und Lehrschreiben. Diesen Papst kann nur noch jemand begreifen, der bereits katholisch IST, und der bereit ist, Franziskus nur auf der Ebene dessen DASEINS als Autorität in sein Herz aufzunehmen bzw. dessen Tore zu öffnen.

Und in diesem Punkt hat der VdZ eine Überraschung für jene bereit, die meinen, der VdZ, der anfänglich Papst Franziskus schärfstens und fast verzweifelt kritisiert hat, und sogar so scharf analysiert und als hochgradig schizoid erkannt hat. Schizoidität aber bedeutet, daß ihr nur mit Wesensbezogenheit begegnet werden kann.** Und diese Überraschung hat zum einen mit dem Wesen der Schizoidität zu tun. Denn der Schizoide verwendet formal (und formell) die Wahrheit. Er setzt sie nur für seine Lüge ein. Somit ist das, was wir in dieser Enzyklika finden, nichts anderes als Folgendes, und das ist nicht nur gut, das ist er, der Heilige Geist:

In Fratelli tutti öffnet der Papst das Denken auf einen Horizont hin, der das menschliche Leben und Wirtschaften, ja das Menschsein überhaupt, wieder in einen kulturellen Kontext einordnet, der so "revolutionär" ist, weil er ein radikales RESTAURIEREN des Abendlandes bedeutet. Das nicht weniger ist als ein Zurücksteigen ins Hohe Mittelalter. 
In Fratelli tutti gelingt es dem Papst zwar NICHT, eine Vision zu entwerfen, wie er es verspricht, wenn er gleich zu Anfang von "Träumen" spricht - auch das entspricht dem Wesen des Schizoiden, daß er seine expliziten Ziele nicht nur verfehlt, sondern zum Gegenteil geraten läßt - aber wir erkennen tatsächlich dieses "Träumen". 
Und wenden uns jenen Träumen zu, die unserer (bzw. einer) Kultur nicht nur einzig sinnvolles Ziel sein können, sondern die darin an das Wesen unserer eigenen abendländischen Kultur anknüpfen weil entbergen. 
Teil 2) Vorwärts zum Guten zurück! 
 
 

Technischer Hinweis: Die mäandernden, in diesen Mäandern aber jeweils eigene Seen bildenden, also durchaus für sich stehen könnenden Anmerkungen stehen nach dem zweiten in den dritten und letzten Teilen, in zwei Tagen, zu lesen. 


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Dienstag, 4. August 2020

Geschlagen von Gottes Strafen

Wir müssen auf nichts mehr warten. Die Strafe Gottes ist längst am Wirken. Sie besteht darin, daß er uns auf unseren Gedanken "sitzen" ließ. So drehen wir uns im Kreis, und alles, was derzeit in der offiziellen Sprech- und Denkblase über unseren Köpfen schwirrt und auf unseren Zungen liegt 

auch alles, das die Medien somit kolportieren

und unsere Herzen, die eigentlichen Küchen des Denkens und Sprechens, gar nicht mehr erreicht, 

alles das liegt im Grab

alles, was also offiziell und mit von unseren Autorisierungsstellen autorisiert ist, ist irrelevant. Es trifft die Wirklichkeit nicht mehr. 


So spricht der Herr: Ebenso verderbe ich die stolze Pracht Judas und Jerusalems, wie groß sie auch sei. Dieses böse Volk weigert sich, auf meine Worte zu hören, es folgt dem Trieb seines Herzens und läuft anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; 
es soll daher wie dieser Gürtel werden, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist. 
Denn wie sich der Gürtel den Hüften des Mannes anschmiegt, so wollte ich, daß sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte - Spruch des Herrn -, damit es mein Volk und mein Ruhm, mein Preis und mein Schmuck wäre. Sie aber haben nicht gehorcht. (Jer 13,6-11)
Dabei straft uns Gott aber gar nicht dadurch, daß er uns sein Licht vorenthält, sondern darin, daß er unsere Wünsche erfüllt. Denn die Wünsche des Gottlosen richten sich ins Leere, ins Dunkel, in die Hölle. 

Das wird ganz konkret deutlich. Indem wir zum Beispiel die Corona-Rettungspakete hernehmen. Da wird als "Erfolg" gefeiert, daß die Vergabe von Geldern, die uns und unsere Kinder und deren Kinder wie ein Mühlstein um den Hals beschweren,

was die Politiker gar nicht mehr mitbekommen, weil diesen, die bereits im Wahn des Sozialstaats aufgewachsen sind, die wirklichen Dimensionen der Welt und somit ihres Handelns gar nicht mehr erfassen,

dazu reicht nämlich das explizite "Denken" nicht aus, weil dem Sprechen die Wirklichkeitsschwere fehlt, die Sprache ohne Sprache der Sprache bleibt,

daß also diese Gelder an "ökologische Maßnahmen" gekoppelt sind. Darunter wird zum Beispiel der Ausbau der "alternativen Energieformen" verstanden. 
So spricht der Herr: Setzt Eure Zukunft auf Eure eigenen Gedanken. Setzt Eure Zukunft damit auf die Sinnlosigkeit. Denn ich bin es, spricht der Herr, der Anfang und Ende, der logos und Sinn ist, der alle Schöpfung durchdringt und der Weg, Wahrheit und Leben ist.
Wer diese Graphik auf den Seiten des Namensvettern des VdZ - Eberhard Wagner, seines Zeichens arrivierter Elektroingenieur - ansieht und sehen will begreift, was das heißt. Es heißt, daß diese "Investitionen" völlig sinnlos sind! Daß sie wie in einem Traumland ablaufen, und nicht nur nichts bringen, sondern auch durch die Dinge, die sie "schafft", die also dann "herumstehen", nur Beschwerungen der Zukunft sein werden. 

Die sogenannten alternativen Energieformen Wind und Solar sind zu gut 50 Prozent der Zeit, in der sie herumstehen, VÖLLIG EFFEKTLOS.
Die sogenannte "erneuerbare Energie" als "Lösung" ist vollkommen sinnlos. Sie ist wie in einem Akt der Selbstbestrafung Sühne. Sühne also auch hier! Corona, alles ... Sühne! Blut! Opfer vor Gott! der Schritt zum Menschenopfer ist deshalb nur noch sehr klein!
Es ist ein Schritt um Jahrhunderte zurück, und ein Entschluß wider alle Logik. In der Energiefrage wird ein wesentlicher, ja der wesentlichste Ziegel aus dem Gebäude der Gesellschaften herausgezogen. Die Folge wird ein Totalzusammenbruch der Lebensweise sein. 
Weil die als Kulturleistung erreichte hohe Energiedichte und Verarbeitungshöhe zugunsten einer absurd niedrigen Energiedichte aufgegeben wird. Das entspricht einem verheerenden Zivilisationsrückschritt, der sich in ungeheurem Tempo mit progressivem Verlauf vollziehen wird.
Sie mußten, um zur Solar- und Windenergie zurückzukehren, um den bisherigen lächerlich geringen, aber sehr sehr teuren (im übrigen aber selbst nach den vorgeblichen "Klimarettungsabsichten" und im Gesamtsinn des Ökologischen absurden weil kontraproduktiven) Effekt zu erzielen, eine Kapazität aufbauen, die bereits derzeit das Dreifache des Bedarfs ausmacht. 

Die Corona-Wirtschaftsrettungsmaßnahmen - wieder: Rettung, überall: Rettung der Welt! - werden diese Sinnlosigkeit - wieder: Sinnlosigkeit! Überall: Sinnlosigkeit! Corona, Klima, Energie, Wirtschaft ... sinnlos! - noch weiter vertiefen. Und damit hunderte Milliarden und schließlich Billionen Euro nutzlos verbrennen.

Geld ist nur sinnvoll in seinem Bezug zu Wert. Wert aber ergibt sich aus zwei Dimensionen: Der Arbeit einerseits, als Vollzugskonkretion, als Moment des Kultes (der immer auf Schönheit Wahrheit Gutheit ausgerichtet ist, selbst wo er scheinbar nur "zwischenmenschlich" wie im Schmuck ist, der nichts anderes ist als das Eintauchen des Geschmückten in die Sphäre des Ewigen, des an sich Schönen, Wahren, Guten) anderseits. 
Die "erneuerbare Energie" ist in ihrem Wesen als ökonomische wie ökologische Maßnahme nicht nur nutzlos, sie ist sinnlos. Könnte also nur Wert aus Kult beziehen.  
Damit wird definitiv klar, womit wir es zu tun haben. So, wie die Weltrettung aller dieser Arten, ist auch die "erneuerbare Energie" in sich sinnlos. Denn nutzlos ist nur ein Aspekt, der aber wie im Kult, zu dem die Kunst gehört, nicht sinnlos sein muß. 
Also kann sie nur durch religiöse Überhöhung "sinnvoll" werden. Weil dies aber kein Sinn aus und auf Gott zu ist, also nicht logos, sondern Willkür und Positivismus, wird der Kult der Weltrettung, ermächtigt durch globale Umfassendheit und technische Machbarkeit, die menschlichen Kulturen wie ein Tornado bis auf den nackten Boden auslöschen.

Alle Rechte bei DI Eberhard Wagner


*250720*

Dienstag, 10. März 2020

Interessant, aber nicht bewiesen

Es gibt so manche gewichtige Gründe, andere Formen der Strafe - etwa körperliche Züchtigungen, Schmähstrafen ... Grimms "Rechtsaltertümer" (und viele mittelalterliche Städte) sind voll mit einer reichen diesbezüglichen Tradition der germanischen Völker; zack, hier die Strafe, dort ist dann alles erledigt, man kann wieder von vorne anfangen - wieder zu stärken als die Gefängnisstrafe. Sieht man von Geldstrafen ab, und von den wenigen Ländern, wo es die Todesstrafe noch gibt, beschränkt sich das westliche öffentliche Strafrechtssystem mittlerweile ja fast völlig auf Gefängnisstrafen. 

Dieses Fordern wird durch eine US-Studie bestärkt. Die ein weiteres gewichtiges Argumentefeld bringt, das meist etwas vergessen wird: Nämlich die Folgen einer Strafe für die Gesellschaft, nicht nur für den Pönitenten. Dazu gehören etwa die enormen Kosten (ein Gefangener in den USA kostet jährlich zwischen 25.000 und 50.000 Dollar), und dann ist da noch der keineswegs zu gewährleistende, völlige Schutz der Gesellschaft vor einem Täter. Sieht man davon ab, daß der Strafgedanke kaum noch verstanden wird, und nur noch die "Re-Integration" als Ziel einer Haft gesehen wird. Aber das Gefängnis soll nicht "resozialisieren" oder gar "pädagogisch therapieren", sondern strafen, um der Gesellschaft zu ermöglichen, nach deren Ableistung (sic!) eine Wiederaufnahme in die Gesellschaft durch geleistete Sühne zu gewähren.

Die Studie aus Michigan hat nun eine weitere Folge ins Treffen geführt, der wir erst einmal mit gewisser Sympathie begegnen. Da wird nämlich die Neugier angestachelt: Da könnte etwas sein, das wir noch nicht kennen. Sie hat dabei als Indikator für ein gutes Leben alleine einmal die Lebensdauer untersucht. Und ist zu dem Schluß gekommen, daß Gegenden mit hohen Inkarcerationsraten eine signifikant niedrigere Lebenserwartung haben. Sozietäten also, aus deren Mitte viele Häftlinge stammen, weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein niedrigeres Lebensalter auf. Und das ist denn doch überraschend.

Oder doch nicht, meint William M. Briggs in einer Glosse? Denn wenn man das Papier zu Ende liest wird erst eine Tatsache klar, auf die man zu Anfang nicht hingewiesen wurde: Die Studie ist von einer NGO angefertigt worden, die sich darum bemüht, die Benachteiligung und Unterdrückung schwarzer Bevölkerungsgruppen durch "privilegierte Weiße" aufzuzeigen und zu bekämpfen. Und hat als wegen des Lebensalters untersuchte Gruppe nur schwarze Gemeinden vorzuweisen. 

Ob hier Ursache und Wirkung, ob hier Zusammenhänge also immer richtig gesehen wurden, darf man also mit Fug und Recht in Zweifel stellen. Denn wie wir ja längst wissen: Ereignisse selbst haben keine Aussage über Wahrscheinlichkeiten, wenn nicht die Zusammenhänge zuvor völlig geklärt sind. Aus reinen Ereignissen lassen sich keinerlei Aussagen über kausale Zusammenhänge treffen. 

Deshalb sagt auch diese Studie nichts aus. Ihre Aussage ist reine subjektive Vermutung, deren Voraussetzungen aber fragwürdig sind, weil wohl auf einem ganzen Bündel von offensichtlichen Vorurteilen beruhen.




Sonntag, 2. Februar 2020

Warum fühlen sich aber die Schweden unter Schock? (2)

Teil 2)


Denn der Protestantismus* hat die natürlichen, gewachsenen, quasi "stummen", selbstverständlichen Strukturen, die der vormalige Katholizismus schuf, bereits so ausgewaschen, daß es nur einen Windhauch brauchte, um sie zu kippen. Warum das so ist? Weil der Protestantismus per se auf die Einheit der Menschen verzichtet, ja diese zu zerbrechen sogar sein Grundkonzept gewesen ist. Nur so entkamen seine Gründerväter wie Luther (samt Konsorten, vor allem aber: samt den Anhängern, die genau wie er eben diese "Befreiung" von der Wahrheit - die ein soziales "Konstrukt" ist, man könnte es so sehen! wenn auch kein willkürliches Konstrukt, sondern die Erfüllung der ontologischen Gegebenheiten des Menschen: als "Du" Gottes, das aber ohne Wir, ohne Volk, ohne Gemeinschaft gar nicht sein kann - suchten) der Verbindlichkeit, die fortan zum Hauptansatz des "neuen Glaubens" wurde: Dem Subjektivismus, der jeden Menschen in den unnatürlichen Zustand der Vereinzelung wirft.

Doch dem stehen nun noch "unprotestantisierte", natürlich geprägte Menschen gegenüber. Die als "unterentwickelt" (oder, mit dem Achselzucken des Bedauerns "haben keine Aufklärung durchgemacht") zu bezeichnen nur jenen gelingt, die den Charakter des Rationalismus (aus Aufklärung und nominalistischem Protestantismus) als Symptom des Niedergangs nicht begreifen. Die deshalb nicht begreifen, daß zu Schwedens (und Europas) "Entwicklung" zuzustimmen die Zustimmung zur Selbstverstümmelung wäre. Gegen die sich die Zuwanderer sogar mit Recht wehren. Weil sie noch begreifen, daß sie damit um ihr wesentliches Menschsein gebracht werden. Weil sie von sozialen Verbindlichkeitsgefügen nicht lassen wollen.

Weil solche sozialen Gefüge natürlich auch eine Form von Recht, Strafe und Ordnung brauchen und wollen, ja bedeuten, organisiert sich überall auch eine Form von obrigkeitlicher Gewalt. Und diese Form ist gewissermaßen "archaisch", und folgt jenem Recht, das der Stärkere formt. Also ist die Bewaffnung der Zuwanderer auf eine Weise fortgeschritten, die die nächste Eskalationsstufe bereits ahnen läßt. Schußwaffengebrauch, Schußwechsel, ja offene Bandenkriege sind schon an der Tagesordnung. Man muß das verstehen, denn hier ringt eine noch unorganisierte Anhäufung sozialer Gebilde um eine große Form von Gesellschaft.

Wie es zur Gründungszeit des Islam auch war, übrigens. Sie wird in einem Staat enden, das kann man mit Sicherheit schon jetzt sagen. Schon gar, weil diesem Staat gar niemand vertraut.** Und weil Schweden selbst sich nie durch Segregation abgegrenzt hat, heißt das: Ein neues Schweden, das nur den Besitzer wechselt.

Überall erlebt man eines, nicht nur in Schweden, in ganz Europa: Das Scheitern der Integration, wie sie sich Schreibtischhengste ausgedacht haben. Und die Bildung von Segregation als nächstem Schritt. Weil aber nie jemand den Schritt gewagt hat, diese Segregation in die Hand zu nehmen, wird und wurde sie zu einem Wettkampf dieser Parallelgesellschaften. Die sogar noch als "zu bekämpfen" dargestellt wird! Dabei ist sie unser unausweichliches Schicksal. Weil wir uns weigern (und das tun beileibe nicht nur die Medien), die Wirklichkeit zu erkennen, was uns alleine in die Lage versetzt hätte, sie zu gestalten.

In dem die skrupelloseren - und das sind die der perspektivlosen Zuwanderer, ob als Clans, ob als Gangs - die Oberhand gewinnen. Denn das schwedische (wie auch das unsrige) Polizeisystem war nie auf eine Verdunstung selbstverständlicher, nur durch (zuerst und nur dann relevant: religiös zu gründende) soziale Einheit mögliche Solidarität und Einheit eines Volkes.

Aber besteht Hoffnung, daß sich das ändert, daß Schweden die per Stampede entkommene Herde wieder in den Stall kriegt? Nein. Denn wenn man die Selbstkritik liest, die in Schweden geübt wird, dann liest man nur von "Fehlern in der Integrationspolitik", aber nie davon, daß diese Integration von Anfang an eine Illusion war, und mit keinen Mitteln der Welt herbeizuführen ist. 

Genau das ist der Grund, warum schwedische Verhältnisse auch bei uns kommen werden. Das kann gar nicht anders sein. Und es ist auch bereits weitreichend so. Daß wir diesbezüglich ein falsches Bild davon haben, wie weit wir in dieser Richtung bereits vorgerutscht sind, hängt vor allem damit zusammen, daß sich die Medien schon lange mit der Politik ins Bett gelegt haben und heftigst kopulieren. Wobei man nicht mehr sagen könnte, wer da wen fickt.***

Aber es hat auch damit zu tun, daß die indigenen, also die angestammten Schweden so "brav" leben, daß die Statistik, die übers Land gerechnet wird, im internationalen Vergleich scheinbar immer noch "gut, zumindest durchschnittlich aussieht". Aber sie erfaßt nicht, daß sich diese neuen sozialen Strukturen in extremer Unterschiedlichkeit bei einem Umbrechen auf regionale Räume bereits deutlich ablesen lassen. Ja, am Land wird in Schweden immer noch wenig, ja weniger denn je gemordet. 

Doch dorthin will gar kein Zuwanderer. In den Städten sieht die Sache schon völlig anders aus. Dort sind die Mordraten dreimal so hoch, dort betragen die Verbrechensraten speziell bei Delikten bei Gewalt und gegen Eigentumsrechte ein Vielfaches vom Rest des Landes. Geht man nach Stadtbezirken, wird das Bild noch drastischer.



*Die Rede ist vom Protestantismus als menschliche Idee und Ideologie. Er ist von der praktischen Realität zu unterscheiden. Die Idee steht in einem Spannungsverhältnis zum Dasein bzw. in der Existenz. Die dort, wo sie vom natürlichen Wesen des Menschen abweicht, wo sie also nicht katholisch ist, irrt, und in seinen Urteilen gegen die göttliche Vorsehung steht und damit in die Irre führt.

**Und das, bitteschön, ist doch keine Eigenschaft, die nur die Migranten haben! Das ist bereits allgemeines Daseinsgefühl, wie erst jüngst eine Allensbach-Studie ergab. Diesmal waren aber nicht die Schweden, diesmal waren WIR geschockt ... Wir? Naja, sagen wir so.

***Der Leser möge dieses ordinäre Wort, diesen Ausflug in die Gossensprache verzeihen. Aber er entspricht leider der Wirklichkeit: Die ist ordinär, und keineswegs so nobel, weil die Ideen, die hinter dem heutigen Meinen und Welt-auffassen stehen, einfach ordinär sind.




Samstag, 1. Februar 2020

Warum fühlen sich aber die Schweden unter Schock? (1)

All die Aporien, die das heutige Menschenbild ergibt, zeigen sich in Schweden mittlerweile so deutlich, daß man nur staunen kann. Auch wenn alles erwartbar und vorhersehbar war, und vorhergesagt wurde. Es wird auch uns treffen, nicht anders als in Schweden, und auf dieselbe Weise. Denn die Massenzuwanderung in ihren speziellen Bedingungen, wie wir sie schon Jahrzehnte, in den letzten Jahren aber überbordend erleben müssen - noch dazu von der Politik dem zu erziehenden, umzubildenden, nach neuen Maßstäben zu verbessernden Volk aufoktroyiert - zeitigt das Gegenteil von dem, was sie bewirken sollte.

Gerade Schweden! Das schon seit den 1970ern, den glorreichen Tagen eines Olof Palme, in die Umgestaltung der Welt nach sozialistischem Vorbild eingriff, weltweit, daß man nur staunen könnte. Und dabei die Politik der "Entselbstung als Friedenskonzept" (Motto: Wo nichts ist, kann nichts streiten) zugunsten eines pluralistischen, postfaktisch "neu organisierten" Bevölkerungsbegriffs handelt.

Kein Land der Welt hat den Kultikulturalismus so konzentriert implementiert, schreibt die NZZ. Kein Land war so "tolerant", in keinem (europäischen) Land die "Freiheit" durch sexuelle Befreiung, der erste und entscheidende Faktor der Verdunstung aller Formen natürlicher sozialer Struktur und Verbindlichkeit*, beginnend bei der Familie. Daraus folgt die Auflösung aller traditionellen Bindungsformen zugunsten neuer, täglich neu zu schaffenden Kuschelecken des Wohlgefühls. Kein Land der Welt hat für diesen ausgemachten Schwachsinn, der wie alle heutigen Schwachsinnigkeiten unter dem Glitzermantel der ultimativen Autorität der "Wissenschaft" daherkommt, so viel Geld dafür ausgegeben.

Nun platzt der Ballon der Illusionen. Die Gewalt in Schweden eskaliert, und die Polizei stößt an allen Ecken und Enden an Grenzen, die aber bei weitem nicht ausreichen, um der Situation Herr zu werden. Die Auflösung der traditionellen, gewachsenen Strukturen, die die Massenzuwanderung vorfand - so daß sich die Frage alleine schon ergibt: Wo hinein könnte sich ein Zuwanderer überhaupt integrieren, selbst, wenn er es wollte? - hat die unausweichliche Folge, daß der natürliche Hang des Menschen, sich Halt und Identität in der Familie zu suchen, zu ausgewachsenen Clan-Strukturen führte. Die den schwedischen sozialen Organisationsformen immer überlegender werden, und die Gesellschaft zu dominieren beginnen. Daß daneben Schweden die höchste Vergewaltigungsrate WELTWEIT hat, dürfte ohnehin schon bekannt sein.

Auch das Konzept eines in den 1970ern überall in Europa reformierten Strafrechts bricht zusammen. Das wird schon aus den Begrifflichkeiten erkennbar. Denn der neue Begriff von Schuld, der eben Schuld in soziale und psychische, "neutrale" Determiniertheit auflöst, also keinen absoluten Rahmen mehr kennt, nicht mehr weiß, was normal, was deshalb nicht hinnehmbar, was ein Verstoß ist", und warum man einen Verstoß ahnden und den Täter bestrafen muß, bewirkt nicht einmal nur, daß die Zuwanderer (speziell die jüngeren davon) keine Rechtsnorm mehr fürchten, sondern gar keine Rechtsnorm mehr erkennen, die als verbindlich (weil "absolut") anzusehen wäre. 

Wenn also nun das seit den 1970ern neue Ziel der Strafe "Resozialisierung" heißt, weil es den Aspekt der Bestrafung als notwendige, unverzichtbare Sühne - als erfahrbares Maß der Gerechtigkeit - für eine Wiederaufnahme in die Gesellschaft nicht mehr kennt, ja aggressiv ablehnt, dann stellt sich auch hier die Frage: Re-? Also "wieder" oder "zurück"? Wo hinein? In jene Gesellschaft, in die die Neulinge gar nie integriert waren? Oder hinein, ja noch mehr hinein in die natürlichen Familien- und Clanstrukturen (als größere, umfassendere Organisation von Familie)? 

Und wo es die Familie nicht ist, ist es dann die Bande, die "Gang". Nicht nur also lachen die Zuwanderer (die bei Gott andere Strafrechte gewöhnt sind) über das, was hier "Strafe" genannt wird, sondern sie re-sozialisieren sich nach der milden Strafe in soziale Gefüge, die sich sowieso als "gegen den angestammten Staat gerichtet" begreifen.

Und die Eskalation beginnt längst, sich auch auf Dänemark auszuweiten. Das die Sozialpolitik und das Menschenbild Schwedens sehr weitgehend nachgebildet hat, aber schon seit längerem dabei ist, zumindest einiges davon wieder rückgängig zu machen. Und sei es aus Pragmatismus. Aber auch dort ist der Alltag in den Städten bereits gekennzeichnet von brennenden Autos, Schießereien und in Banden organisierter Kriminalität. Gerade, so die NZZ, sei Schweden dabei, die Generation der "Secundos", also der bereits zweiten in Schweden lebenden Zuwanderergeneration, wieder zu verlieren. 

Die bereits, aber sogar noch weniger drastisch wie heute, mit allem konfrontiert waren, mit dem die neuen Zuwanderer noch drängender konfrontiert sind: Sie werden nicht gebraucht, sie haben die Voraussetzungen nicht, um sich in der Mehrheitsgesellschaft zu etablieren, ja "nach oben" zu gelangen, sie haben damit - keinen Ort. Sie haben keine - überhaupt im Vergleich mit angestammten Schweden! - zufriedenstellende, die Erwartungen erfüllende Identität. Nur durch Gewalt können sie diese Zukunft erreichen. Und sie haben aus ihrer Warte darin nicht einmal Unrecht. Aber sie verschieben damit den gesamten Wertehorizont der Zukunft Schwedens. Der viel fragiler war, als den Schweden je bewußt war.

Morgen Teil 2)


*Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten, und sind bei den heutigen jungen Schweden deutlich erkennbar. Kaum ein Land der Welt hat eine so hohe Rate von Eßstörungen und insgesamt von Krankheiten bzw. Symptomen (Allergien, sogar ADHS, usw. usf.), die im weitesten Sinn als "Identitätsstörungen", als Folgen eines gestörten Verhältnisses zu sich selbst zu bezeichnen sind. Dieses gestörte Verhältnis zu sich selbst wiederum entspringt der Auflösung und dem Brechen der Integrität der sozialen Großformen, denn Identität ist immer eine Ortsbestimmung INNERHALB einer Gemeinschaft, und muß dazu von dieser bestimmbar sein - und vom Einzelnen außerdem "im unhinterfragten, selbstverständlichen Gehorsam" angenommen werden. 

Auffallend ist übrigens, das auch kein Land der Welt so scharfe Gesetze wegen "sexueller Belästigung" hat wie Schweden. Was in merkwürdigem Widerspruch zur Tatsache steht, daß doch die Schweden so "befreit von sexuellen Zwängen" sein müßten ... Kann es da also sein, daß die Entstaltung des Zueinander von Mann und Frau bzw. von Menschen überhaupt niemanden mehr wissen läßt, wie er sich verhalten soll? Man stelle sich alleine diesen Streß im Alltäglichsten vor! Außerdem hat Schweden als frühestes Land (heute haben auch wir dieses Verbrechen von Staats wegen zu ertragen) eine verpflichtende Frühsexualerziehung, sprich: Entschränkung weil "Befreiung" von sozialen Tabus und Verhaltenscodices, eingeführt. Und "Kinderrechte", gegen die Eltern. (Auch in dieser Absurdität wollen wir ja nachziehen, durch die Einführung von "Kinderrechten".) Wo soll sich also da noch Identität und Persönlichkeit - im weitesten Sinn die Voraussetzungen für Gesundheit - bilden?




Mittwoch, 19. Juni 2019

Aber wen interessiert das?

Der Harvard-Mediziner Dylan Griswold weist auf eines der zahllosen Lügengespinste hin, das sich um die Abtreibung rankt. Einer der folgenschwersten davon ist die, daß Abtreibung eine Vorbeugebehandlung gegen die Sterblichkeit von Müttern/Frauen ist. Deshalb (und das hört man oft) sei eine "sichere, hygienische, medizinisch fachmännisch" durchgeführte Abtreibung ein probates Mittel. Immerhin war die angeblich so hohe Dunkelziffer der früher elegant "Engelmacher" genannten, nur unter der Hand gehandelten Abtreibungsspezialisten eines der Hauptargumente für die Straffreistellung der Abtreibung. Die offiziell ja in unseren Ländern nach wie vor als "Mord" eingestuft, aber eben von allen strafrechtlichen Folgen freigestellt wird.

Griswold weist darauf hin, daß auch hier (wie praktisch immer) die Statistik als Argumentationsgrundlage völlig versagt. Weil Statistik aus sich heraus nie etwas beweisen kann. Sie kann bestenfalls belegen, stützen, nicht Ursachen- und Wirkungszusammenhänge beweisen. 

Deshalb ist der Ansatz, den Griswold hernimmt, auch zielführend. Er kritisiert, daß die offiziellen Statistiken der USA, die diese "medizinisch gebotene Prävention" (Sarkasmus not off) legitimieren, völlig irre sind. Sie vergleichen nämlich den Prozentsatz von Müttern, die bei der Geburt ihrer Kinder sterben (derzeit 1,6 Prozent) - ohne den Zusammenhang mit den lebenden Kindern herzustellen - mit dem Prozentsatz von Frauen, die bei der Abtreibung sterben (0,6 Prozent), wo es im übrigen ja immer einen Toten gibt. Das ist aber buchstäblich der Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Eine konkrete chirurgische Maßnahme, die behauptet, daß sie "sicher" und "besser" sei, wird mit einem natürlichen Vorgang verglichen.

Ach ja. Das hatte der Leser wie der VdZ wohl auch nicht im Visier, daß überhaupt Frauen bei der Abtreibung sterben? Von den schweren psychischen Folgen für die Frau in fast allen dieser Fälle wollen wir dabei noch gar nicht reden. Er wird dann aber noch weiter überrascht sein, daß diese Zahl bei weitem untertrieben ist. Warum? Weil Frauen mit Post-Abtreibungs-Tod so gut wie gar nicht in den offiziellen Abtreibungsstatistiken aufscheinen. Denn die meisten sind bei Komplikationen (Sepsis, Verbluten, Embolien etc.) bereits zu Hause, und treten Schwierigkeiten auf, werden sie in Notaufnahmen und Ambulanzen von Spitälern eingeliefert. Und dort wird dieser Zusammenhang gar nicht hergestellt oder statistisch erfaßt. Oder die Frauen verschweigen ihn, oder sehen ihn möglicherweise nicht einmal. Nur 26 US-Staaten (von 51) versuchen wenigstens, solche Zusammenhänge statistisch zu erfassen, aber die Daten sind auch dort mangelhaft.

Wie aber eine Langzeituntersuchung in Chile, wo man zwei lange Perioden zum Vergleich hat - 1957 bis 1988 (legalisiert) und 1989 bis 2007 (unter Strafe gestellt) - ergab, wirkt sich die Freigabe der Abtreibung aber überhaupt nicht auf eine niedrigere Frauen- bzw. (man würgt bei dem Wort in diesem Zusammenhang) Müttersterblichkeit aus. In Chile hat man beide Perioden verglichen, und wirklich gründlich untersucht, welche Frau in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt wie und warum starb. Das Ergebnis? Es gibt keinen Unterschied. Ob die Abtreibung legalisiert ist oder nicht - die Sterblichkeit ist gleich hoch. 

Die Freigabe der Abtreibung aber hat auch die Müttersterblichkeit um rein gar nichts gesenkt. Der einzige Unterschied ist ganz anderer Art: Ob es medizinisch und durch sachgerechte Information der Mütter eine gute Versorgung gibt, um damit Komplikationen bei Schwangerschaften zu begegnen. Nur so sinkt die Müttersterblichkeit. Die Freigabe und Organisierung der Abtreibung (bei der die Todesrate für einen der beteiligten Menschen 100 Prozent beträgt) hat damit nichts zu tun.

Nur - wen interessiert das? Es geht und ging bei der Abtreibung doch immer um etwas ganz Anderes. Und schon gar nicht um Tatsachen. Sondern um ins Diabolische abgeglittene, psychologisch gegründete, und lediglich mit einem dünnen Schleier umgarnte Bösartigkeit, die in der Annihilierung des Menschen ihr Ziel haben. Abtreibung ist ein ideologisches Symbol, sonst nichts. Und dafür wurde und wird gelogen, daß sich die Balken biegen. 

Und die Höllenöfen anheizen.

Übrigens: Die nunmehr von Trump (sic!) befeuerten, vom angeblich katholischen Oberstrichter Kavanaugh mit initiierten Abtreibungsgesetz der USA machen nicht nur die immerhin noch bestehenden Abtreibungsverbote in einzelnen US-Staaten obsolet, sondern sie öffnen die Tür für eine Groteske: Sie öffnen die Tür für ... "private", also nicht einmal medizinisch fachgerecht ausgebildete Engelmacher. Nicht, daß die schlechter oder besser wären. Sie zeigen nur, wie dämonisch die Abtreibungsbefürworter in ihrem Wesen sind. Für Abtreibungsärzte aber kann es nur die Todesstrafe als schuldausgleichendes, reintegrierendes und mit dem logos versöhnendes Sühnemaß der Gerechtigkeit geben.





Samstag, 16. März 2019

Zu jüngst besprochenen Pollmer'schen Anlässen

Der VdZ geht sogar so weit, daß er meint sagen zu können, daß die Moralisierung so vieler fundamentaler, ganz fundamentaler Lebenswirklichkeiten - Essen, Wetter, Luft ... - mit den daraus folgenden Verhaltensforderungen in nicht immer einfach zu erkennender, aber prinzipiell immer zutreffender Weise mit der Unfähigkeit des modernen Menschen zusammenhängt, Schuld zu verarbeiten und zu bewältigen. Speziell die jungen Menschen heute erhalten keine Vergebung mehr. 

Das in einer Situation, wo sie ein Leben führen, das der inneren Natur widerspricht. Die stumm bleibt, einerseits, und andererseits in der öffentlichen Wertelandschaft sogar der gegenteiligen Behauptung gegenübersteht: Daß das so gut sei. Das betrifft Sexualität nicht weniger, aber noch hinter dem Tatbestand gereiht, daß die Kinder eine Familiensituation erleben, die der ontologischen Realität nicht mehr entspricht bzw. die sie nicht mehr erfüllt. Es geht um die Stellung von Mann und Frau, die wiederum in der Stellung von Ehemann zu Ehefrau ihr Urbild hat. 

Im Klartext: Heute (bzw. mittlerweile ja schon seit über einer Generation) aufwachsende Kinder leben auf eine Art, die dem innersten (aber noch amorphen) Wissen widerspricht. Gleichzeitig müssen sie so leben, weil sie nur dann den öffentlichen Forderungen und vor allem Gedankengebäuden entsprechen. Das, was sie fühlen ist nicht mehr denkbar, damit nicht mehr bewältigbar. 

Daraus entstehen enorme Ersatzbewegungen. Und sie richten sich nach einer (richtigerweise) als notwendig empfundenen, sehr persönlich zu leistenden Sühne. Die muß am Körper ansetzen, so wie jede Strafe am Körper ansetzt, soll sie der Erfahrung von Vergebung dienen.

Somit werden die immer häufigeren Eßstörungen (Vegetarismus, Veganismus, Gesundheitswahn, Reinigungswahn ...) und Verhaltenszwänge (Gutmenschentum, Antifa, Klimaalarmistik ...), gestützt bzw. in die Vollständigkeit hinein konstruiert durch Vergegenständlichungen des Bösen ("Gifte", "Katastrophen" ...) - das ja fehlt! mehr noch: das gar nicht benennbar ist! - als bloße Schuldbefreiungskulte verstehbar. In einer Welt, die keine Vergebungsriten dem Objektiven gegenüber mehr kennt, weil sie das Objektive an sich (und damit Gott, das Sein) ablehnt. 

Wir haben es in allen diesen Dingen mit Formen der Selbst- und Fremdbestrafung zu tun. Und das geht bis zur Todesstrafe bzw. dem Selbstmord in der Hoffnung, dadurch diese höchstpersönlich aufgeladene Schuld - als die man es erlebt hat, weil man es "tat" - zu sühnen.

***

In der erkennbaren Bewegung vieler Ideologien (Umwelt, Ökologie, Klimaschutz etc., aber auch "soziale Gerechtigkeit" und Sozialstaat) liegt der anderen auferlegte Zwang. Ihm liegt ein Erleben eines machtlosen Vaters zugrunde, der von der Mutter - Gesellschaft, das Allgemeine - dominiert blieb. Daraus aber folgt immer ein fehlender Mut des Kindes zu sich selbst, denn dieser Mut ist wesensgleich mit dem Mut des Vaters. So ein Kind hat kein gesundes, organisches Identitätsgefühl. Dieses bleibt immer konstruiert, behauptet, positivistisch. Weil der Vater geistiger Natur ist. Immer. 

Also sucht das Kind Umwege. Es sucht den Umweg über eine "objektive Wahrheit" ("Wissenschaftlichkeit" als pure Behauptung weil in Wirklichkeit Nutzinstrument, Wahn) als Werkzeug, um die Welt zu zwingen. Ihr damit jene Handlungsmacht aufzuzwingen, zu der einem sonst der Mut fehlt.

Dem steht aber noch ein Impuls zur Seite, nämlich der, der auf jeden Fall verborgen bleiben müssenden Rache an der Mutter (=Gesellschaft). Man will sie bestrafen, will sie leiden lassen, will sie unterwerfen. Indem man das beherrscht, was sie unterwirft - die Idee der überlegenen "guten" Moral, die alles sonst übertrifft und damit zwingt.





*150119*

Sonntag, 26. August 2018

Voodoo im Vatikan

Was für Angst muß dieser Papst bereits haben - eine ganz tiefsitzende, geistige, metaphysische Angst - daß er in einem nächsten Schritt, zu dem er sich nach und nach durch die Verbreitung von Verwirrung und Dunkelheit emporgearbeitet hat, nun die kirchliche Lehre auch hinsichtlich der Todesstrafe ändern möchte. 

Besser müßte man ja sagen: Ändern möchte. Denn ändern kann er sie ja gar nicht. Die Wahrheit kann nur verdunkelt werden, aber nicht geändert. Sie ist mächtiger als jeder Papst, geht ihm voraus. Es ist also auf eine Weise irrelevant, wenn Papst Franziskus vorerst einmal verkündet, daß die Todesstrafe in jedem Fall unzulässig sei. Was falsch ist und jeder bisherigen Aussage der Kirche widerspricht. Also gar nicht geändert werden kann. Keine "Entwicklung" kann widersprechen, will man nicht die gesamte Lehre (die ja die innere Matrix der Kirche als Reich Gottes ist, insofern also direkt dem göttlichen Geist entstammt) zusammenfallen lassen wie einen leeren Luftballon. 

Es ist der nächste Schritt, der die Konsequenz der Sünde als Seinsbestand (agere sequitur esse, das Handeln folgt dem Sein) in einem Kampf gegen die Kirche auszuräumen versucht. Ein Akt, der sich nur im Wortgewühle der Zweitwirklichkeit abspielt, der gar nicht ernsthaft in die göttliche Vorsehung einzugreifen vermag, höchstens indirekt. Der aber faktisch gravierende Auswirkungen hat. Denn es geht hier nicht um ein peripheres Thema, das nicht wichtig wäre - es geht um ein Gesamtverständnis.

Der VdZ meint deshalb nicht zu weit zu greifen, wenn er als nächsten Schritt auch die Verkündigung der Abschaffung der Hölle erwartet. (Faktisch ist das im Alltagsleben der Pfarreien etc. längst geschehen.) Als Endpunkt einer Entwicklung, die sich schon lange abzeichnet, die in Papst Franziskus nun nur die Spitze einer langen Entwicklung erreicht, und das Verständnis von Sünde und Sühne und damit Strafe weil reintegrative Versöhnung (die auf das Heilsschicksal des Menschen abzielt, nicht auf seinen faktisch-historischen Wohllebens-Lebenszustand auf Erden), aber damit die gesamte Kosmologie und Anthropologie des Abendlandes bzw. der Kirche als deren inneres Gerüst zu zertrümmern betreibt. Damit versucht, die Zeit mit ihren Menschen und vor allem dieser Papst (und viele mit ihm, sehr viele), die Konsequenz aus seinem Sein, für dessen Gestalt im Leib er selbst verantwortlich ist, zu bannen. 

Die nunmehr verkündete Unwahrheit über die Todesstrafe muß deshalb als Vexierbild verstanden werden, als Voodoo. Ein Vorgang, mit dem auf der bewußten Ebene versucht wird, verzweifelt versucht wird, metaphysische tiefste Wahrheiten durch Magie zu bannen. Und wir wissen, daß Magie der Versuch ist, willkürliche reale Wirklichkeiten zu schaffen, weil die realisierte Seinsinkarnation des eigenen Lebens vor dem Hintergrund der göttlichen Vorsehung für das Heil nicht ausreicht. Weshalb man dieser Vorsehung (und damit Gott) ins Handwerk pfuschen möchte.

Auch diese gewissenlose Verwirrungstat ist also nur ein nächstes Aufleuchten eines Kampfes gegen Gott. Der Papst weiß, in welche Kategorie der Strafe er gehört, er sieht sein Schicksal auf sich zukommen. Aber er verkennt, wie man es bewältigt. Im Grunde kann er einem nur noch leid tun. Ginge es nicht um so viele, so viele, die durch ihn mit ins Verderben gerissen werden, bliebe nur dieses Mitleid. Denn wie an dieser Stelle schon mehrmals gesagt: Es muß ein ganz fundamentales Sündengeheimnis rund um diesen Papst geben. Nur so läßt sich verstehen, was hier vorfällt. Und als verzweifeltes Umsichschlagen läßt sich die angebliche "Bannung der Todesstrafe" durch den Vatikan tatsächlich begreifen.



Zusatz: Der VdZ hat sich vor Jahren mit den Prinzipien befaßt, die in der Todesstrafe impliziert, die überhaupt mit "Strafe" verbunden sind. Und damals zu zeigen versucht, daß sie keineswegs ein Problem reiner Praxis ist, sondern geistig tiefe Wurzeln im Insgesamt katholischer Betrachtung besitzt. Es geht hier ums Gesamtverständnis von Sühne zum einen, um eine Ablehnung des Nominalismus aber zum anderen. 

Denn der Mensch ist nur verständlich, wenn man ihn eingebettet in eine soziale Umgebung, ja generell als "Teil innerhalb eines Ganzen" sieht. Gegen das er mit einer falschen, bösen Tag verstößt, aus dem er sich desintegriert. Erst so wird das Wesen der Strafe begreifbar. Kurz: Die Strafe (und damit die Todesstrafe) IST Teil der Re-Integration eines Täters. Sie schließt nicht, wie völlig verdreht argumentiert wird, von der Rehabilitation aus. Sie IST deshalb, und zwar genau als Strafe, auch als Todesstrafe, Teil der Zuerkenntnis von Würde, weil sie die Schwere, die geistige Wirklichkeit einer Tat respektiert, und nimmt sie nicht. Das zu behaupten ist zeitgeistverschwurbelter Unsinn.

Leider hat sich die Kirche aus Vorsicht zu lange auch auf den Begriff "Notwehr einer Gesellschaft" beschränkt. Und neben dem reduziert-umgedeuteten Wort von der "Re-Integration" den Aspekt der Tatwiederholung zu sehr betont. Vermutlich, um dem Zeitgeist nicht zu sehr zu widersprechen. Das trifft aber das Problem nicht, und es macht auch das Wesen von Strafe nicht klar. (Wie unklar das ist, zeigt auch die "Pastoral", die diesen Aspekt seit langem fast vollständig ausklammert, ja verheimlicht, als würde man sich dafür zu schämen haben.) Die Todesstrafe hängt alleine von der Tat (z. B. Mord - Strafe und Tat müssen in einem oft recht direkten Verhältnis stehen, WEIL die Strafe eben es ist, die re-integriert) ab, und sie ist auch dann gerecht, wenn diese Tat einmalig war.

Strafe - auch Todesstrafe - ist somit kein peripheres Problem, das sich mit der Zeit ändern könnte. (Das wäre höchstens z.B. die Technik der Hinrichtung. Oder wenn sie zum Unrecht mißbraucht wird.) Das hat die Kirche deshalb nie anders gesehen. Wer deshalb diesen Ziegel aus dem Gesamtgebäude zieht, bringt - wie immer im Katholischen - das ganze Gebäude zum Einsturz. Sentimentalität hat hier nichts verloren. Der Leser möge Überlegungen dazu in den beiden Teilen - EINS - ZWEI aus 2016 nachlesen. 






*030818*

Sonntag, 14. August 2016

Aber die EU HAT DOCH Todesstrafe!

An dieser Stelle wurde bereits vor Jahren ein Video von Dr. Schatzschneider präsentiert, der darauf hinweist, daß die EU-Vertäge von Lissabon für die gesamte EU DIE TODESSTRAFE einführt. Das geht ganz klar aus der Lektüre des Vertragswerkes hervor. Vielleicht sollte man daran aus gegebenem Anlaß erinnern, wir bringen den Verfassungsrechtler hier noch einmal, der hier darauf verweist, daß es kein Rechtsmittel in den Staaten gibt, die diese Todesstrafe verhindert. Nur, weil in den Verträgen steht, daß es natürlich nur in absolut notwendigen Fällen greift, wird es nicht besser. (Siehe dazu aber die hier bereits ausführliche Diskussion über die Todessstrafe, denn der VdZ ist NICHT prizipiell gegen die Todesstrafe. Heuchelei wie die EU hat er nicht notwendig.)






Denn warum die EU-Häupter ein so fadenscheiniges Argument gegen die Türkei ins Treffen führt, daß die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei nicht mit den EU-Werten etc. vereinbar wäre, muß absolut schleierhaft bleiben. Am wahrscheinlichsten aber ist: Sie wissen gar nicht, was sie da unterschrieben haben. Denn daß die EU-Staatsoberhäupter und so gut wie alle Politiker Europas (die Bürger sowieso) tatsächlich nicht wissen, was überhaupt da so an Verträgen rechtsverbindlich und gültig ist, hat sich ja 2015 in reichstem Maße bestätigt.

Im Lissabon-Vertrag, den sämtliche EU-Staaten ratifiziert haben, steht explizit:

a) Artikel 2 Absatz 2 EMRK:
„Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um
a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;
b) jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;
„Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden; diese Strafe darf nur in den Fällen, die im Recht vorgesehen sind, und in Übereinstimmung mit dessen Bestimmungen angewendet werden ...“.





*120816*

Freitag, 12. August 2016

Bresche ins Verwirrungsdickicht (2)

 Teil 2) Täter wollen, ja fordern der Tat angemessene Strafe! 
Wer sie verweigert, verweigert ihre Reintegration.





Und Täter FORDERN Strafe, ja sie fordern ANGEMESSENE Strafe! Sie WOLLEN Sühne. Wer keine Sühne will, will ja auch gar keine Re-Integration! So ein Mensch KANN deshalb gar nicht "resozialisiert" werden. (Die katastrophalen Irrtümer, die dem heutigen "Resozialisierungswahn" zugrunde liegen sind ja kaum zu zählen.) Das ist eine uralte Weisheit der Menschenkenntnis. Und jeder Mensch mit Verantwortung - wie Eltern - wird das aus der Kindererziehung bestätigen. Einem Kind (bzw. einem Menschen) angemessene Strafe vorzuenthalten ist sogar ein hinterhältiger Akt der Unbarmherzigkeit. Und Strafe braucht auch jene Öffentlichkeit, die sie durch die Tat betrifft! Deshalb waren ja bis in die Neuzeit Bestrafungsakte ÖFFENTLICH. So hat das Volk nämlich auch gelernt, Sühne des Täters in Vergebung zu wandeln. Wer einmal am Pranger stand, war am nächsten Tag wieder mehr oder weniger normales Mitglied der Gesellschaft. Und bei dem Bäcker, der heute "geschupft" wurde (also etwa bis an die Grenze des Ertrinkens in den Fluß getaucht), kaufte man morgen ohne Bedenken wieder die Semmeln, mit denen er betrogen hatte.

Erst so begreift auch ein Kind (in seinem Hineinreifen in den Selbstbesitz im Willen) allmählich, wo der Unterschied zwischen einem Mißgeschick und einer bösen Tat liegt, ehe das zu einer Haltung wird. Das zu unterscheiden ist manchmal nicht leicht, aber Eltern müssen das tun. Und man muß ihnen über Strafe und Umkehr (Reue, Wille zur Gutmachung, Wille zur Reintegration, zur Wiedereinsetzung in den alten Stand) Wege dazu zeigen. Zeigen, daß es die Strafe ist, die das Tor zum "alles ist wieder gut" bedeutet. Das müssen gerade Kinder real erfahren.

Gibt man Tätern (bei Kindern ist das besonders eingehend zu beobachten) diese Sühne nicht oder nicht in ausreichendem Maß, gehen sie immer weiter UM eine gerechte Reaktion zu erzwingen. "Straflosigkeit bringt Keckheit. Keckheit aber Ausschweifung."


Ebenfalls bedeutend ist das Tragen der Sühne (die eine Strafe ist) für die Opfer bzw. derjenigen, die an einer bösen Tat zu leiden hatten. Denn nur wenn der Täter auch sühnen - also: wieder zurück - WILL, kann ihm jene Vergebung gewährt werden, in der er wieder Teil der Gemeinschaft wird. Man kann sich nicht selbst entschulden (das Wort von "Ich entschuldige mich!" ist deshalb höchst problematisch, weil nominell falsch und kein Akt der Vergebung), sondern er muß von jenen "entschuldet" werden, deren Gemeinschaft er mit seiner Tat verlassen hat. Bereitschaft, eine Strafe anzunehmen ist deshalb der grundlegende Akt für Umkehr. Und diese endet eben nicht mit dem physischen Leben, im Gegenteil.

Auch ist etwa eine lebenslängliche Gefängnisaufbewahrung keineswegs in allen Fällen eine Alternative. Zum einen ist diese Strafe alles andere als "hochbarmherzig", denn dem Pönitenten wird jede Lebensentfaltung entzogen, die Gefängnisstrafe kann also durchaus das Maß gerechter Strafe überschreiten. Das muß individuell betrachtet werden und hängt vom Täter ab, ob er beim Fortleben im Gefängnis zu einer Umkehr gelangen kann - oder nicht. Und wer den Alltag in vielen Gefängnissen kennt muß wissen, daß das oft sehr fraglich ist. Es gibt ja den Spruch: Wer eine Straftat begangen hat aber noch kein Verbrecher war, wird das Gefängnis als Verbrecher verlassen.

Man kann gleichermaßen einer Gesellschaft nicht immer zumuten, über Generationen Maßnahmen (wie Gefängnisunterhaltung) mit Hochsicherheitsvorkehrungen zu betreiben, die enormen Aufwand brauchen, ohne daß deren Ausgang absehbar ist. (In diesem Sinn argumentiert Robert Spaemann einmal über die Endlagerung von Atomkraftwerks-Rückständen: Es ist sehr oft nicht zulässig, folgende Generationen mit Maßnahmen zu binden, die sie schwer belasten werden.) Eine verantwortliche menschliche Entscheidung muß sich immer im Gleichklang mit einer überschaubaren, halbwegs berechenbaren Zukunft befinden. Darüber hinaus gehende Entscheidungen zu treffen ist NICHT ETHISCH ZULÄSSIG weil es sich nicht in der Verantwortung der Entscheider befindet.

Aber aus dem Gesagten ergibt sich auch, daß Schwerverbrecher, denen die Todesstrafe VORENTHALTEN wird, aus KATHOLISCHER ANTHROPOLOGIE (und Weisheit der Pädagogik) HERAUS dazu drängen werden, nächste und gar noch schwerere Straftaten zu vollbringen. Denkt man in den Kreisen derjenigen, die die absolute Bannung der Todesstrafe fordern (und sie gar noch als unchristlich darstellen) denn nicht mehr nach?

Daß die Todesstrafe von "bösen" Regimes mißbraucht werden kann, ist ein ganz anderes Problem. Denn mißbrauchen läßt sich so gut wie alles, das bringt die Freiheit mit sich. Aber die Kirche hat das Ertragen von Ungerechtigkeit ebenfalls nie als ULTIMATIVE Katastrophe angesehen, sondern immer dazu aufgerufen, sie als Martyrium für die Menschheit selbst fruchtbar zu machen. Und so nebenbei: Erwachsenheit heißt immer und in erster Linie auch damit leben zu lernen, daß die Welt der Menschen fast pausenlos ungerecht ist. So wenig das natürlich anzustreben ist.

"Es gibt zwei Menschen auf der Erde, die jedes Wort sorgfältig abwägen müssen, das sie sagen. Einmal ist es der Präsident der USA, denn was er sagt kann schwere Konsequenzen in Krieg und Frieden haben. Und dann ist es der Papst."








*Wie hier schon mehrmals dargelegt, ist das Problem der Ehe heute (kulturkreisabhängig) ein Problem staatlicher ehefeindlicher Gesetze und gesellschaftspolitischer ideologisch motivierter Maßnahmen, die schon im natürlichen Bereich das Zustandekommen einer Ehe verhindern sollen. Leider wird dieser Bereich von der Kirche "großzügig" übergangen, bestenfalls mal nebenbei erwähnt, anstatt zu sehen, daß die Ehe in der Natur des Menschen ansetzt und anthropologisch als Kulturgeschehen verankert ist und sein muß. Gerade oft gutmeinende" Bischöfe und Seelsorger tun aber so, als wäre in solchen Bedingungen eine gewissermaßen "sopranaturalistische geistige" Ehe möglich zu führen. Anstatt daß sie die Finger auf die gesellschaftspolitischen Wunder legen. Denn dort begänne wirkliche Auseinandersetzung. Aber die scheuen sie alle. Alle. Der Papst eingeschlossen, der auch nur dem Zeitgeist hinterherhechelt.




*050716*

Donnerstag, 11. August 2016

Bresche ins Verwirrungsdickicht (1)

Was der Papst mit seinen Aussagen zur Gültigkeit von Ehen (und einer quasi "eingeschlichenen, durch Faktizität von selbst entstandenen" Ehe durch einfaches Zusammenleben "von Glaubenden") an Verwirrung angerichtet hat ist gar nicht zu ermessen. Diese Meinung vertreten auch diese katholischen Stimmen (ein Kirchenrechtler und ein Laie) in einer amerikanischen Fernsehsendung. (Video folgt im morgigen 2. Teil). 

Die die sachlichen Gegebenheiten der Ehe und ihrer Gründungsbedingungen ganz ausgezeichnet darlegen. Keineswegs nämlich muß ein Paar "reif genug" sein, um alle Konsequenzen der Ehe zu wissen. Die kennt nicht nur niemand, sondern es wäre fatal, weil man mit heutigen Augen fernes Zukünftiges auch völlig falsch bewertet. (Ein Fehler, der so oft gemacht wird, und er hängt mit einer vermeintlich konkret vorhersehbaren oder gar nötig vorherzusehenden (fernen) Zukunft zusammen, die man ohne sie bewerten zu KÖNNEN aber aus dem Heute bewertet.) Es reicht, bei einer Ehe nur "wollen, was die Ehe will". Die Ehe selbst ist ja dann das Instrument, das beide Ehepartner reifen läßt.* Und die Eheschließung ist der Initialpunkt dazu!

Das Gespräch im Video zeigt leider erschütternd, daß der Papst ganz einfach eine falsche Sichtweise der Ehe verbreitet, die fatale Folgen hat und noch mehr haben wird. (Beitrag ab 27 min.) Der wie so oft schon einen Widerspruch zwischen Lehre (Sichtweise) und Pastoral herbeikonstruiert.  Und der schon zum wiederholten Male sogar explizit den Priestern in den Rücken fällt. Und natürlich auch den Eltern. Denn das hat ganz konkrete und verheerende Auswirkungen auf die Sicht- und Lebensweise der (vor allem jungen) Menschen, die auch der VdZ beobachtet. Die in einer heilsverfehlenden Situation leben, aber nun noch vom Papst selbst den Rücken gestärkt erfahren, darin zu verharren. Der Moderator der Sendung erzählt aus seiner eigenen Erfahrung mit Bekannten, die nun nach Priestern suchen, die ihr außereheliches Zusammenleben gewissermaßen in Sakramentsstatus segnen, denn der Papst habe ja gesagt: Sie wären ja eigentlich sakramental verheiratet. Er meint, daß man sogar den Eindruck haben müsse, daß der Papst vor Menschen wie ihm warne, die doch nur ganz normale Katholiken sein wollen.

Im übrigen widerspricht sich der Papst am laufenden Band selbst. So, als er 2016 davor "warnte", die Christenverfolgung im Nahen Osten als "Genozid" zu bezeichnen - was er im Jahre 2015 sogar explizit "forderte". 

Auch wird die unhaltbare (und wiederholt getroffene) Aussage des Papstes zur 

TODESSTRAFE 

diskutiert, die ebenfalls nicht der Tradition und Sichtweise der Kirche entspricht. Der Wert des Lebens, sagte der Papst dazu, sei nämlich absolut. Das ist in dieser Weise angewandt falsch, der Papst vermischt da unzulässig (und das tut er so oft, daß man es als eine seiner Hauptsünden bezeichnen muß, denn das ist der perfideste Weg den die LÜGE geht, nicht nur häufige Folge von Unverstand und Irrtum) die Ebenen dieser Aussage. Und jeder Märtyrer belegt es. Es setzt sich fort für Soldaten, für die es im Krieg offensichtlich nicht zutrifft. Es ist nämlich nicht jeder Soldat, der einen Feind im Kampf erschießt, ein Verbrecher! 

Und es geht bis zur Todesstrafe. Sie ist einmal eine ultimative Form der Notwehr. Wenn alle anderen Strafen nicht ausreichen, um die Gesellschaft zu schützen, muß man zu dieser Form greifen, will man nicht andere leichtsinnig gefährden. Sie ist freilich keine Form der Rache! Wenn man aber gewahr wird, daß jemand jemanden töten will, so muß die verantwortliche Instanz einschreiten (und ihn unter Umständen töten)! Und der Staat hat ja die Aufgabe, das Leben seiner Bürger zu schützen. Wer sich aber außerhalb dieses Staates stellt - und das tut jemand, der etwas verbricht - hat in gewisser Hinsicht auch seine Bürgerrechte verwirkt. (Deshalb hat man bis vor kurzem auch Strafgefangene von der aktiven wie passiven Wahl in einer Demokratie ausgeschlossen.) Durch die Strafe werden diese erst wieder hergestellt. Er wird durch die Strafe (!) re-sozialisiert - re-integriert.

Das wird heute aber immer weniger verstanden und durch sentimentales Irgendwiegeschwafel ersetzt, mit dem man Gefühle vortäuscht. Denn ganz dramatisch wird es, wenn man sieht, wie Ideologien und verworrene Sentimentalitäten (die eine Form des unsachlichen Egoismus ist, kein Gefühl) bereits das Verständnis von Strafe überhaupt ausgewaschen haben. Denn es wird bei Strafe heute überhaupt nicht mehr gesehen, daß sie ja die Form der notwendigen Sühne nach einer Tat ist! 

Auch Gott straft - oder wozu soll der so großzügig und in vielerlei Formen und Weisen gewährte Ablaß gerade im Jahr der Barmherzigkeit gut sein? Auch die Heilige Schrift ist voll von belegenden Beispielen, sowohl im Alten Testament wie auch im Neuen. Jesus wandte sich nicht einmal gegen die Steinigung (der Ehebrecherin) selbst. (Zu den Bedingungen der Barmherzigkeit in diesem speziellen Fall siehe unten.)

Jede Sünde, jede Straftat hat ja mehrere Ebenen der Leidtragenden, und fordert aber auf jeder dieser Stufe Sühne zur Reintegration, zur Wiederherstellung. Da sind einmal die direkten Opfer, dann etwa Hinterbliebene, dann ist da die Gesellschaft, und dann ist auch jede böse Tat ein VERGEHEN GEGEN DAS SEIN SELBST, also GEGEN GOTT, den reinen Geist. Ohne Sühne gibt es keine Versöhnung mit Gott! Darin liegt ja das ganze Geheimnis unserer Erlösung. (Wobei der VdZ ohnehin in den letzten Jahren den Eindruck gewinnt, daß sich gerade in sogenannten katholischen Kreisen eine absurde Erlösungstheologie breitmacht, die gar kein Kreuz mehr "braucht", es bestenfalls als reduziertes Singulärereignis einzelner "Schicksalsschläge" und ähnliches - nicht aber als Grundhaltung - sehen kann. Und das ist tatsächlich unkatholisch.)

Eine Reintegration der Täter in eine Gesellschaft, in eine Gemeinschaft (in der er zuvor ja einen Beziehungsstatus hatte, einen logos, und sei es als Gast) verlangt einen "Schmerz", der dem Maß seines Heraustretens aus dieser Gemeinschaft entspricht. Das Tor zu dieser Reintegration IST DIE STRAFE. Auch die Todesstrafe. 

Das Schicksal eines Menschen hört ja doch nicht mit seinem Tode auf! Eine Reintegration in die Gemeinschaft der "Heiligen" (Kirche als societas perfecta) ist ja doch auf die Gemeinschaft ALLER Seelen bezogen. Also auch derer im Jenseits. Die Todesstrafe für alle Fälle für ungerecht zu erklären , ist deshalb einfach nicht richtig, so sorgfältig man sie auch behandeln sollte. Man übersieht sträflich, daß es ohne Sühne auch keine "Resozialisation" geben KANN. Auf Strafe zu verzichten ist kein Akt menschlicher Barmherzigkeit (auf Seiten der Opfer oder des Staates), sondern ein Akt der notwendigen Gerechtigkeit IM INTERESSE (auch, ja zuerst) DES TÄTERS. Auch wenn man im Einzelfall (wenn die Umkehr auch so glaubhaft ist) Strafe in einem Akt der Barmherzigkeit ERLASSEN kann. 

Es gibt übrigens in der Rechtsgeschichte sehr interessante institutionalisierte, ja kultivierte Formen solcher Barmherzigkeit, meist aber verbunden mit Sühne ALS FOLGE - etwa, wenn Delinquenten noch unmittelbar vor dem Galgen das Leben geschenkt wurde, wenn sie eine Hure zur Frau nahmen. Hier wurde die einmalige Sühne durch eine dauerhafte, in gewisser Hinsicht schwerere ersetzt, die so eine Ehe dann bedeutet. Wenn man solche Barmherzigkeitsakte ansieht, so haben sie aber immer mit Umkehr und Reintegration beim Täter zu tun. Aber dazu muß eine Strafe erst einmal verhängt sein. Und in diese Kategorie (der Folge der dauerhaften Umkehr VOR der Strafe) fällt auch die Barmherzigkeit, die Jesus für die Ehebrecherin erwirkte. (Übrigens: Erwirkte! Er hat das menschliche Gerichtswesen akzeptiert. "Haben SIE dich nicht verurteilt? Dann will ich es auch nicht tun. Geh hin und sündige nicht mehr.")



 Morgen Teil 2) Täter wollen, ja fordern der Tat angemessene Strafe! 
Wer sie verweigert, verweigert ihre Reintegration.






*050716*