Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Marshall (Bruce) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marshall (Bruce) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 15. Mai 2015

Endlich hat er etwas Wahres gesagt

Nein nein, wir wollen hier nicht nur kritisieren. Wir wollen durchaus das Gute würdigen. Selbst an diesem argentinischen Mate-Trinker, der derzeit den Stuhl Petri warmhält, bis sich wieder ein Geeigneter findet, was leider schon an ein Wunder grenzt. Aber wer glaubt, glaubt ZUERST an Wunder. Dann an Dogmen. 

Denn wenn der Herr Bergoglio, vulgo Papst Franziskus der Erste, nun sagt, daß er, der Papst, unordentlich und undiszpliniert sei, daß der Papst sowieso nur in seltensten Fällen "unfehlbar" sei, so erzählt er nut Frommtöpflingen etwas Neues. Die für jeden Zentimeter "Denken" eine Freigabe brauchen, sonst könnte sie die Wirklichkeit kalt erwischen, auf daß es ums Arscherl ziehe.

Und er bestätigt WORT FÜR WORT, was an dieser Stelle schon 2013, vor allem in der Grundanalyse wenige Wochen nach dem Beginn seines Pontifikats, bereits zu lesen war.  

Wenn dieser Papst einen Sinn hat, stand hier, wenn er das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche und damit ihre letzthinnige Unfehlbarkeit ("et porta inferno non ) bestätigt, dann als dialektische Lektion, in der Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte, ja Jahrhunderte korrigiert werden. 

Weil er alle jene ratlos dastehen lassen wird, die sich an einen Dauertropf "Papst" schon so lane, und noch vor diesem Argentinier, gewöhnen zu können meinten, der jede eigene Vernunftregung unnötig macht und noch intensiver als zuvor durch Scheinwirklichkeit - mit allen deren "Freuungen" - ersetzt.

Und noch mehr werden jene düpiert werden, die - wie man manchmal liest; aber es sind natürlich die üblichen Verschwörungstheorien, also seien sie in den Weiten des Internetozeans versenkt, basta - als erhebliche Einflußgruppe am Grabe des "prophetischen" Kardinal Carlo Maria Martini (Gott hab ihn selig, trotzdem, für Gott ist ja auch das Unmögliche möglich) im Jahre 2012 eine "neue Kirche" zu schaffen schworen. (Manche - gewiß, Narren, wie sonst? heute haben wir ja Narren vom Papst bis in die finsterste Eckenpfarre; es gibt Schlimmeres! Man kann das Irre lieben lernen! - sprechen vom "Mailänder Konzil 2012") 

Ihr Wunsch wird erfüllt, meine Herren! So, wie jedes Gebet erhört wird, man täusche sich da nicht. Man erkennt es nämlich meist nur nicht, weil das Wort dem Geist vorausgeeilt ist. Aber jedes, wirlich jedes Wort ist schicksalhaft verbindlich.

Nicht nur durch beweist das die erfüllte Prophezeiung Martinis, Ratzinger, vulgo Benedict XVI., würde innerhalb eines Jahres "sterben" (er trat allerdings nur zurück; wir lassen das gelten). Sondern durch die verkündete Erneuerung. Nur - sie war etwas anderer Art. Dialektisch gewissermaßen, wie heir geschrieben. So, wie die Geisteswurzel dieser Herren im Kardinalspurpur beschaffen ist (oder war), hegelianisch. Damit wird aber auch mehr umbrechen, als Ihnen lieb war.  Der Hl. Geist nimmt Gebete, Worte wörtlich, weil er es sozusagen nicht anders gewöhnt ist.

Dialektisch, weil dieser bewußt gewählte, am Rande des Pathologischen spazierende Papst mangels Geist derartige Verwirrung stiftet, daß nichts anderes übrig bleibt, als sich so seine eigenen Gedanken zu machen. Dafür, ja, dafür sei Gott gedankt! Und deshalb ist diese Äußerung des Papstes seine bislang wahrste. Wenn er sich, der alles aufs Höchstpersönliche zurückgeschrumpft hat, nun feststellt, daß er persönlich dem Amt gar nicht gewachsen ist, was niemand bestreitet, und deshalb darauf hinweist, daß der Papst ja gar nicht immer und überall "unfehlbar" ist. Sondern nur in Ausnahmefällen. Richtig. Unsinn wird nicht besser, wenn man ihn als Papstsimulant anstellt.

Die Papstjubilanten hingegen, die jeden, der auch nur zu kritisieren wagte, weil er noch einen Restfunken von Verstand hatte, regelrecht exkommunizierten (manche sogar wörtlich), gehören schon aufgrund dieser aktuellen Papst-Aussage in Grund und Boden gestampft: Sämtlicher technizistischer Ämterokkupationen (und Gehälter) befreit, und mit einer in die Hand gedrückten Schaufel wenigstens noch zu ein wenig Sinnerfüllung ihres Lebens gerettet, samt Einordnung ins normale Seelsorgsleben in den verwüsteten Pfarren, mit durchschnittener Internetleitung und konfisziertem Twitter-Handy.

Umso mehr gilt gar nicht die Aufforderung: Jagt den Papst endlich weg, jagt den Herrn Bergoglio! Nein. Sondern: Jagt die Kardinäle und Bischöfe und Titelträger weg, die solche Inkompetenz zum Papst erklärten, stützten, sogar verherrlichten oder ... zur Verherrlichung vorschreiben wollten. Und zwar, definitiv: Jagt sie wie räudige Hunde vom Hof, den sie bis Oberkante Deckel zugeschissen haben.

Und dann, dann könnte der argentinische Dampfplauderer noch als Erweis der Heiterkeit des Heiligen Geistes durchaus durchgehen. Ja, dann wollen wir höchstpersönlich nach Rom fahren, und mit ihm eine Cervisia in einer der vielen großartigen Trattorias Roms saufen. Oder auch drei. Dann darf er sich, in Pension, die einem Rücktritt folgt, mit dem er sich noch einmal so richtig wichtig machen darf, versprochen, auch noch als 90jähriger in der Kantine des Vatikan den Bauch vollschlagen, Interviews geben, und private Telephonate führen, so lange und so viel er will. 

Dann sollen uns die notorischen Heiligsprecher, die es ja jetzt schon kaum noch erwarten können, ihren Lichtkranz anzubringen, damit auch sie (weil ihr Urteil,. in dem sie daran Anteil haben) heilig werden, auch nicht mehr stören. Dann können wir ihn endlich einfach sympathisch finden (wird schon gehen, wir versuchen es zumindest), und Bruce Marshall kann (aus dem Jenseits) endlich seinen neuen augenzwinkernden Roman einer empfänglichen Seele diktieren: So sind sie eben, die argentinischen Dorfpfarrer. Titel? "Der verteilte Narrenhut" vielleicht?



***

Donnerstag, 29. Mai 2008

Bodensatz der Verdrängungen

Vielleicht vergißt man manchmal, daß das sechste Gebot nur das sechste ist - nicht das erste. Marshall schreibt in "alle Herrlichkeit ist innerlich" sehr treffend, daß das Christentum nicht auf den Bodensatz unterdrückter Verdrängungen reduziert wird.

Dazu läßt er die Figur des Pater Smith - eine seiner zahlreichen wunderschön gezeichneten Priesterfiguren (Bruce Marshall wollte lange Zeit selbst Priester werden ...) - beklagen, daß es eine der verdammenswertesten Verheerungen des Protestantismus sei, die Welt glauben zu machen, daß der Glaube mit dem Verhalten zu tun, daß ein Sünder plötzlich kein Anrecht auf Religion mehr habe.

Wo doch die sakramentale Struktur des Katholizismus die Hoffnung genau auf das Gegenteil ausdrücke und sei: auf die Gnade TROTZ der Sünde, inmitten ihr, als Medizin, die zur Gesundung beitrage - nicht die Gesundung abwarte. Oder flüchtig sei wie das eigene Innenleben.



*290508*

Sonntag, 11. Mai 2008

Alles anders als früher

Feiertagskuchen; Pfingsten 2008
Marshall zeigt (in "Der Bischof") sehr schön Figuren, u. a. Priesterfiguren, die manche "Lehre" des Vatikanums II. falsch verstanden oder vermittelt bekommen hatten - und nun an der Kirche zweifelten, die sich nämlich ... widersprach, verglichen mit vorigen Aussagen. (So zum Thema Ökumene.)

Da erinnerte ich mich an jemanden, der im Laufe der zwei Jahrzehnte nach dem Vatikanum regelrecht "verrückt" geworden war. Eine einfache Frau, die oft und oft den Kopf geschüttelt hatte: "Das ist heute ja alles anders als früher - was früher Sünde war, ist es jetzt plötzlich nicht mehr ..." Als ihr geliebter Sohn sich "wiederverheiratete" und ein Priester ihm eine "Segnung" - einer Hochzeitsfeier ähnlich - angedeihen ließ, schlug sie sich auf seine Seite.

Diese Frau ist tatsächlich heute ... verrückt. Sie hat kein Urteilsvermögen mehr, das ihr nämlich "subjektiviert" wurde (zwangsläufig wurde sie in ihrer Ethik auf sich zurückgeworfen!) und folglich auch keine Basis der Persönlichkeit, lebt ihre letzten Jahre in einem erschütternden Zustand.

Wunderbar übrigens, wie schön Marshall zeigt, daß eine Verkündigung und Pastoral nichts taugt, wenn sie nicht auf den "simplen Durchschnitt" der Menschen - handfest, widerspruchsfrei, einfach und praktikabel - angelegt ist. Und zwar nicht nur wegen der Gläubigen. Daß somit eine Moraltheologie, die am möglichen Spezialfall ihr Maß nimmt, also die Unsicherheit jeder positiven Aussage für den Einzelfall betont, ihre praktische Tauglichkeit schlicht verliert. Auch wenn jeder Einzelfall subtil zu beurteilen ist.





*110508*