Der Mensch, der seinem Sinn lebt, ist niemals der, der "gesund lebt". Punkt. Er ist der, der sich seinem Sinn unterstellt, und dafür seinen Leib ins Opferfeuer wirft. - Damit ist auch jenes (vorsichtig agierende) Konzept zu verwerfen, in dem Wege gescucht werden, einen Zustand zu erreichen, der "erst einmal in Ordnung und heil ist", um von dort aus dann die logos-Dimension anzugehen, also die herantretende Lebensaufgabe "zu erfüllen". Heißt, nicht erst eine Art "psychischer Gesundheit" herzustellen, um dann auch in die Lage zu kommen, allenfalls noch herantretendes Leid zu "bewältigen". Es heißt auch nicht, "erst gesund" zu werden (von Corona etwa), um dann die Menschen über Sinn und Lebensfülle zu belehren.
Sondern es heißt das bedingungslose Ja zum Wirklichen, in welcher Form immer es herantritt, um dann an und in dieser Aufgabe sein Leben zu bewältigen, so gut es geht. Das kann auch heißtn, daß das eigene Leben seltsam "scheitert", daß alles daneben geht, und es kann vor allem heißen, daß man erkrankt, woran auch immer. Dann eine Art "subjektive Persönlichkeit" herauszuarbeiten, die es dann zu gesunden gilt, auf daß von dort aus dann auch der Leib gesunde, ist bereits die Fragmentierung des Ganzen in für sich gar nicht bestehen bleiben könnende Teile. Heißt also genau diese Auseinanderreißung, die Schubert in gewisser Hinsicht sogar als "falsch" zu erkennen meint.
