Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Freitag, 8. Oktober 2021
Ein nächstes Pferd vor Troja (5)
Donnerstag, 7. Oktober 2021
Ein nächstes Pferd vor Troja (4)
Mittwoch, 6. Oktober 2021
Ein nächstes Pferd vor Troja (3)
Dienstag, 5. Oktober 2021
Ein nächstes Pferd vor Troja (2)
Montag, 4. Oktober 2021
Ein nächstes Pferd vor Troja (1)
Samstag, 4. September 2021
Hält Przemysl? (4)
Der Ausbruch, der ein Zusammenbruch war. Przemysl war der Korken in der Flasche, deren Geist Osteuropa zu einem "bloodland" machen sollte. - Die simpelste Erklärung dafür, daß die Russen alles, einfach alles zu wissen schienen, was in der Festung vor sich ging und was an Verteidigungsmaßnahmen geplant war, lag ... im Radiosender. Dessen Code war von russischen Ingenieuren geknackt worden, und jede Meldung von oder an die Festung wurde somit vom Feind mitgelesen. Jede Verlegung von Truppen wurde sofort vom Feind beantwortet, jede geplante Aktion unterbunden, und die russische Artillerie - ohnehin der österreichischen an Feuerkraft, Geschützqualität und Munition weit überlegen - schlug pünktlich und präzise los, sobald sich etwas zu treffen bot.
Die russische Artillerie war ohnehin das Fallbeil für die österreichischen Armeen in diesem ersten halben Jahr des Krieges gewesen, wo sie von Niederlage zu Niederlage getrieben wurden und nur durch den Mut der Verzweiflung wenigstens halbwegs zurückgehalten werden konnten. Sodaß das Ziel, über die Karpaten Budapest zu erobern, nicht erreicht wurde. Sie konnten anders als die Habsburger Truppen mit den neuen Arten des Kampfes umgehen. Die die Österreicher nicht kannten, und deshalb vorsorglich für untauglich erklärt hatten; leider. Sie mußten nachvollziehen, was die Russen selber im Krieg mit den Japanern 1905 blutig lernen hatten müssen.
Das Zauberwort hieß "kombinierte Waffengattungen", und bedeutete etwa, daß die Artillerie jeweils das Terrain vor der eigenen vorrückenden Truppe beackerte. Der Beschuß rückte dann jeweils mit weiter, die russischen Geschütze hatten anders als die österreichischen dazu auch die Reichweite. Unter solchen Bedingungen war oft an eine Gegenwahr durch die Österreicher kaum zu denken, man konnte nur fliehen.
Aber da waren dann die russischen Scharfschützen mit ihren hervorragend geeigneten Gewehren.
Donnerstag, 2. September 2021
Hält Przemysl? (3)
Für den 18. März 1915 hatte der Festungskommandant von Przemysl, Generalleutnant Hermann Kusmanek von Burgneustädten, schließlich einen ultimativen Ausbruchsversuch angesetzt: Kämpfen muß das Ungarnheer, Siegen oder sterben, heißt es in der Operette - Es ging nur noch um die Ehre.
Die Lage in der seit Oktober belagerten österreichisch-ungarischen Festung war völlig verzweifelt. Jede Hoffnung, daß Generalfeldmarschall Conrad von Hötzendorf von den südlich gelegenen Karpaten her eine Ersatzarmee schicken könnte, mußte endgültig aufgegeben werden. Der Winter war zu hart, und an ein Durchkommen im Schnee gegen die drei russischen Armeen, die Przemysl in weitem Umfeld umschlossen hielten, war nicht zu denken. Denn wie immer hatte Conrad Divisionen "befehligt", die es gar nicht gab.
Donnerstag, 14. November 2019
Afrika wehrt sich (3)
Mittwoch, 13. November 2019
Afrika wehrt sich (2)
Die Dunkelziffer an "medizinischen Komplikationen" sogenannter "sicherer Abtreibungen" dürfte in Afrika noch weit höher liegen als in England, wo etwa das Marie Stopes Institut,* das sich in Afrika breitgemacht hat, in den letzten Jahren in die Schlagzeilen geraten ist. Dort macht man gar kein Hehl daraus, daß man sich um lokale Gesetze nichts schert, um "Frauen zu helfen". Oft genug erklärt man die Tätigkeit dann als "medizinische Hilfe nach illegaler Abtreibung". Und erhöht so den ideologischen Druck aus der Falschaussage heraus, es gäbe so viele illegale Abtreibungen, daß eine legislative Freigabe wenigstens aus medizinischen Gründen notwendig wäre.**
So ganz nebenbei ist Abtreibung auch ein Milliarden-Geschäft. Alleine Marie Stopes Institute, eine der führenden NGOs, neben Planned Parenthood etc., führt in England jährlich 70.000, weltweit 3,66 Millionen in 37 Ländern "sichere" Abtreibungen durch. Es gibt einen regelrechten Marketing- und Verkaufsapparat, der Abtreibungen propagiert, um Fördergelder zu lukrieren. Sie treten in all diesen Ländern meist als normale "Kliniken" auf - und sind in Wahrheit Abtreibungsstätten, und haben das auch als Ziel. Woher kommt das Geld? Von Regierungen. In Dänemark, Niederlande, Schweden, Finnland, Deutschland. Und von Einrichtungen wie der Bill and Melinda Gates Stiftung, die mehr Geld geben als die erwähnten Regierungen zusammen. Und alle rechtfertigen sich, indem sie behaupten, es gehe ihnen ums Wohl der Frauen. Was für eine Lüge!
Auch, wenn es nicht um Abtreibung geht. Die Verhütungsmittel, die in Massen verteilt, sehr oft dabei über Langzeitdepots wie Norplant (und teilweise ohne Zustimmung der Frau) subkutan injiziert, haben schwere physische, psychische und soziale Nebenwirkungen. Weshalb es sich im Westen nie durchsetzen konnte. Aber für afrikanische Frauen ist es in den Augen der Wohltäter der Menschheit (und westlicher Staaten, die diese Verbrechen mit vielen Millionen jährlich finanzieren) wohl noch gut genug.
Diese Programme sind ein Verbrechen, gegen Afrika insgesamt, und gegen die afrikanischen Frauen, mit verheerenden Folgen. Dessen Nemesis unausbleiblich ist, und dem Westen Schlimmstes bescheren wird. Die Zornesschale Gottes ist bereits gefüllt.
Der Trailer dazu.
Dienstag, 12. November 2019
Afrika wehrt sich (1)
Aber Afrika wehrt sich allmählich, daß ihm unter dem verlogenen Titel "Hilfe" ein Krieg gegen das Leben und die kulturelle Ausprägung aufgedrängt wird. Und die Ablehnung der Abtreibung in Afrika erreicht in den meisten Ländern bis zu neunzig Prozent. Trotzdem werden massive Programme der "reproduktiven Gesundheit" implementiert, in denen den Frauen schwere Verbrechen zugefügt werden. Von denen aber niemand spricht.
Das herkömmliche Narrativ ist, daß man Afrikas Frauen helfen müsse, deshalb müsse die Abtreibung legalisiert und "medizinisch sicher" gemacht werden. Deshalb müsse Verhütung etabliert, Aufklärung gestartet werden. Aber die Frauen Afrikas haben ganz andere Wünsche, ganz andere Träume.
Ein aktueller Film dazu, "Strings Attached", ist nun unter der Original-Filmseite abrufbar. Er ist die sieben Euro allemal wert. Seine Aussage? Afrika liebt das Leben! Aber es erlebt mit Milliarden Dollar gestützte "Hilfsmaßnahmen", oft genug den Staaten aufgepreßt im Gegenzug gegen Kredite, in denen Verhütung und Abtreibung von geistigem Dünnschiß, Produkt von Jahrzehnten westlicher, versiffter Bildungsmisere, der sich nun "Elite" und "Establishment" nennt, den Afrikanern aufgezwungen werden.Nennen wir es aber beim Wort: Es ist ein Genozid, der sich unter unseren Augen vollzieht, als Teil einer schon recht alten, lange geplanten, verabscheuenswürdigen, satanischen Strategie der Weltbeherrschungsphantasie. Und der sich zwar in erster Linie an "farbigen" Völkern vollzieht, aber nur scheinbar.
Es ist ein totaler Krieg gegen die Schöpfung selbst, die ihren Sinn als Lobpreis Gottes in sich eingeschrieben trägt. Wo immer sie danach drängt, wird sie bekämpft.Es ist darüber hinaus eine neue, eine ideologische Kolonisierung, die ein endgültig verrückt und pervers gewordener Westen hier betreibt. Und das sich den heuchlerischen Mantel der "humanitären Hilfe" umhängt. Leider durch den schweren Fehler der Kirche möglich gemacht, die in den 1960er Jahren ihre Missionsprogramme einstellte, und auf "neutrale Entwicklungshilfe" umstieg. Damit in den verheerenden säkularen Chor einstimmte.
Abgesehen aber von allen grundsätzlichen Einwänden. Die reale Praxis, die vorwiegend in Händen von NGOs liegt, die reich mit Geldern ausgestattet zum größten Teil illegal und gegen die Gesetzeslage in den meisten afrikanischen Staaten - nur zwanzig Prozent aller Staaten haben Abtreibung legalisiert - ihre dreckige Praxis ausüben, ist auch die Rede von "medizinischen Gründen" - wenn schon, dann wenigstens "ordentlich" gewissermaßen - allzu offensichtlich gelogen. Die Fälle von schweren gesundheitlichen Komplikationen sind keineswegs vernachlässigbare Kollateralschäden, sondern in Zahlen ganz beträchtlich.
Mittwoch, 12. Dezember 2018
Das geschieht real, es ist keine Theorie
Nur mit einem haben sie alle nicht gerechnet. Daß es nämlich eine Wahrheit gibt, die jeden Menschen niemals völlig unberührt läßt. Sie ist der Anker, der ihn davor bewahrt, sich wirklich GANZ zu verlieren. Denn was uns andererseits beruhigen kann ist, daß der Mensch nicht so ist, wie alle jene glauben. Sondern, daß er als Ebenbild Gottes auch mit Gaben bedacht ist, die ihn zwar unterdrückbar und bedrückbar und seine Sinne benebelbar machen. Doch kann man ihn nicht auf Dauer belügen und täuschen.
Dienstag, 18. September 2018
Noch einmal Südafrika (2)
Es gibt keine Multi-Kulti-Gesellschaften. Es gibt nur Frieden, wenn man Parallelgesellschaften zuläßt, die für sich gesehen nach ihren Wert- und Lebensvorstellungen prosperieren können, je nachdem, wie sie es zu leisten vermögen. Diese Parallelgesellschaften müssen durch eine starke staatliche Hand geschützt sein, so daß sie sich in Ruhe und Rechtsfrieden begegnen können. Dann kann ein Staat diese Gesellschaften in ein Insgesamt integrieren. Löst man diese Teile aber auf, wirft man sie in einen Topf, ist das der Beginn einer Hölle des Kampfes aller gegen alle.
Montag, 17. September 2018
Noch einmal Südafrika (1)
Die Währung (der Rand) ist auf Ramschniveau gefallen. Die Arbeitslosigkeit beträgt 50 Prozent, offiziell 36 Prozent. 16 Millionen Sozialhilfeempfänger stehen drei Millionen Einkommenssteuerzahlern gegenüber. Dem gegenüber die Augen zu öffnen aber würde so manches Weltbild hinterfragen, so manche Glaubwürdigkeit demontieren. In der Disziplin Realismus waren die Linken aber noch nie gut.
Sehe der Leser nun selbst. Und mache er sich auf manche Erschütterung gefaßt.
Dienstag, 12. Dezember 2017
Knietief in Schuld watendes England (2)
In jedem Fall bleibt die durch offizielle Statistiken gesicherte Zahl von über 1,6 Millionen Iren, um die das Land 1850 verglichen mit 1845 weniger Einwohner hatte (was die Opferzahl auf ca. 2,5 Millionen schraubt, denn es wurden ja auch Menschen geboren. Und Katholiken gebären immer viele Kinder.) Das Londoner Parlament hat auch tatsächlich Gesetze verhindert, die bei ähnlichen Fällen (wie den Mißernten von 1780) die Häfen Irlands zu sperren erlaubten, um Lebensmittelexporte zu unterbinden und das irische Volk zuerst zu versorgen. Das Eigentum war seit dem 16. Jahrhundert absolut gesetzt, um die Raubzüge am Kirchengut (die man dann "Reformation" nannte) zu rechtfertigen und zu sichern, die das England Heinrich VIII. auf den Kopf stellten, und die Rechte der Landlords - nicht das Gemeinwohl, das soll sich ja laut Liberalismus von selbst einstellen - gingen auch 1840 bevor. Bis heute beharren die Briten aber darauf, daß die Geschichtsschreibung die Vorgänge damals als "Tragödie aufgrund einer Kartoffelkrankheit" verzeichnet.
Hunger als Politik? England hat diese Politik traditionell, möchte man sagen, und über die Jahrhunderte verfolgbar skrupellos angewandt. Sie hat die Bevölkerungen besetzter oder bekämpfter Länder immer wieder ausgehungert. Man tat in Irland (aus einem Katholikenhaß, der sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen läßt) also vermutlich nichts anderes, als man in Amerika oder in Indien (wo man von 7 bis 10 Millionen Hungertoten in den Aufständen der Inder um die Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhundert spricht) anwandte. Burma oder Südafrika (Buren) schlagen in dieselbe Kerbe, auch sie waren Auslöschungsaktionen gegen ganze Bevölkerungen. Denn kraft der höheren Sendung war man zu allem berechtigt. Wie heute. Noch die Hungerblockade gegen Deutschland 1914/18 (die in Wahrheit bis 1920 andauerte) hat mindestens einer Million deutscher Zivilisten das Leben gekostet und den Boden für die Widerstandsunfähigkeit gegen die Spanische Grippe bereitet, die bis 1919 noch einmal Millionen Deutsche hinwegraffte.*
In Wahrheit war es aber wohl ein Genozid. Wer das so nennt, wird freilich bis heute medial verfolgt (wir werden darüber noch berichten). Selbst (auch vom VdZ) hoch zu schätzende Schriftsteller schrieben damals in der Londoner Times, daß es ohnehin an der Zeit sei, diese irischen - weil katholischen - Bastarde auszurotten.
Hier von "Opfern der Kartoffelknappheit" zu sprechen, wie es die Briten in ihrer Geschichtsschreibung bis heute tun, ist aber wohl so, als würde man von den Toten in KZ-Vergasungskammern als von "Opfern von Sauerstoffknappheit" sprechen. Und der Kampf gegen die Iren - mit den Polen das wohl katholischste Land Europas - ging ja auch auf anderen Wegen weiter. So wurden immer wieder per Regierungserlaß irische Katholiken von öffentlichen Ämtern ferngehalten. Während die zugelassenen irischen Verantwortlichen regelmäßig Protestanten waren.
Hier greift leider auch ein keineswegs rühmliches Kapitel in der Geschichte der Katholischen Kirche. Denn die meisten Bischöfe (bis auf zwei) hatten sich auf die Seite der Engländer gestellt, die ihnen dafür hohe Ehren zukommen ließen. Sie hatten sich also über Ehren und Anerkennung kaufen lassen. England hatte sie einfach seit 1829 rechtlich hoch und damit ruhig gestellt. Die Bevölkerung war schon damals fast allen Bischöfen gleichgültig.**
**"Damals schon" ist eine Reminiszenz auf die unglaublichen Mißbrauchsskandale durch kirchliche Institutionen in Irland, wie sie bekannt wurden, die eine Menschenverachtung, eine Verachtung der Iren zeigen, die sprachlos macht.
Montag, 11. Dezember 2017
Knietief in Schuld watendes England (1)
Dienstag, 19. Mai 2015
Unbequeme Tatsachen
Die Motive kann man in drei Ebenen teilen: Die türkische Führungsschichte hatte ideologische Gründe. Dem Mittelstand ging es schlicht um Eigentums- und Konkurrenzvorteile. Die Motive der unteren Schichten, des "gemeinen Volkes" einzuschätzen, sei aber dem Leser überlassen.
Nicht zuletzt wurden offiziell-inoffiziell Flüchtlinge aus dem Balkan bedacht (von wo nach dem verlorenen Krieg 1912 als Ergebnis der "Entislamisierung" der Balkangebiete hunderttausende Muslime in die Türkei geflüchtet waren.)
Dem ein weit größerer Anteil unterer Schichten von Türken folgte, der sich armenisches Vermögen schlicht durch Plünderung aneignete. Dorf für Dorf, Ort für Ort wurde systematisch durchgekämmt, und zwar auch durch offizielle Polizei. Eine von Ungors Thesen ist deshalb, daß besonders die Osttürkei einen Schub an aggressivem Nationalismus erlebte, der zu besonders brutalen Ausschreitungen führte. Aus den Zusammenhängen mit den Enteignungen kann man also davon ausgehen, so der VdZ, daß eine Aufarbeitung von Schuld durch Sperren des Schuldbewußtseins behindert wird, weil sie die gegenwärtige Lage in Frage stellen.
Ungors Fazit: Ein beträchtlicher Teil der späteren und heutigen türkischen Eliten verdankte seinen Aufstieg dem Genozid, der zu einem der größten Vermögenstransfers der jüngeren Geschichte wurde. Vorzeigeindustrien der heutigen Türkei - etwa Baumwolle und Textilien, oder Haselnüsse, Tomaten, überhaupt landwirtschaftliche Produkte - gehen zu einem nicht unerheblichen Teil auf konfisziertes armenisches Vermögen zurück.
Freitag, 15. Mai 2015
Der erste Genozid des 20. Jahrhunderts
Systematisch wurde also auch dieses Land plattgewalzt. Man forderte systematisch die Bevölkerung Insel für Insel auf, sich in dafür vorgesehene Camps (!) zu sammeln, und erklärte jeden, der das nicht tat, zum Feind. Dann ging man daran, Felder, Ernten, Wälder, Dörfer, einfach alles niederzubrennen, und jeden zu massakrieren, der sich noch auf freiem Fuß zeigte. Man schätzt, daß etwa 1.000.000 Philippinen, fast ausschließlich Zivilisten jeden Geschlechts und jeden Alters, ein Fünftel der damaligen Gesamtbevölkerung, Opfer dieser Massaker wurden. Die sogar in den USA wegen der Brutalität, mit der sie durchgeführt wurden, gewisses Unwohlsein in den Mägen der Heiligen in Gottes besonderer Sendung hervorrief, als Nachrichten darüber die Morgenzeitungen verunzierten. Auch die Folter, das Waterboarding hat den Traditionssinn der Amerikaner weiter gefestigt.
Schließlich haben die USA auch dieses Ziel erreicht. Die ausgebluteten Philippinen kapitulierten stillschweigend, wenn es auch vereinzelt noch zehn Jahre lang Widerstand gab. (Wie ist uns das doch alles bekannt!) In einem Krieg, der nie ein solcher war - ach, ganz was Neues! - und der deshalb auch nicht in einem Friedensschluß "endete", sondern einfach in vollendeten Tatsachen auslief. Die USA erklärten den nie erklärten Krieg 1902 für beendet, die Philippinen zum Teil ihres Reiches.
Ein Friedensvolk führt keine Kriege. Kriege sind inhuman. Es erfüllt göttliche Missionen. Die sind human.
Mittwoch, 6. August 2014
Das Bild rundet sich allmählich
Ob das noch mit "ungeschickte Ausdrucksweise" zu rechtfertigen ist? Wird da nicht vielmehr ein Sinngebäude erkennbar, dem gemäß sich hier nicht "ein Staat verteidigt", sondern eine bestimmte Gruppe sehr überlegt eine sehr gezielte Politik verfolgt, die ein Drittel der Bevölkerung als Störenfriede betrachtet, die entfernt zu werden haben? Sind am Ende die Separatisten gar keine oder nur folgeweise "Separatisten", denen die Nähe zu Rußland letzter Ausweg ist?
Insgesamt zeichnet sich aber das Bild einer typischen "Revolution" ab. Wie alle Revolutionen, getragen von einer kleinen Schichte Intellektueller und bisheriger Eliten, die die Seiten gewechselt haben, vor allem aber massiv gestützt von wirtschaftlichen Interessen (es sein an das erhellende Buch von J. Ellul erinnert, es wurde hier eingehend vorgestellt) seitens von Geschäftsleuten, will das Volk etwas ganz anderes - ein ganz normales, bisheriges Leben, an das es sich mit der Zeit, die die Wirren andauern, wieder einnert. Erst hat es sich von den Parolen noch mitreißen lassen, doch bald verlieren diese ihre Kraft. Und so findet sich das Volk auf seiten der ursprünglichen Gegner der Revolution, ist bald mit allem einverstanden, will nur eines: Ordnung.
Das wird auch durch verschiedene weitere Berichte gestützt. In einem ORF-Beitrag zum Ö1-Mittagsjournal berichtet der Korrespondent aus Lugansk, das seit Wochen von der ukrainischen Armee belagert wird. Ohne militärischen Erfolg! Aber dafür sind gut und gerne 250.000 der ursprünglich 450.000 Einwohner geflohen, der Rest (Pensionisten, Kinder, Menschen die nicht fliehen konnten) hält sich etwa in Kellern verborgen. Jede zivile Versorgung, jedes Transportsystem, die Kommunikationsmittel sind zusammengebrochen. Lugansk ist eine Geisterstadt - die von den "Separatisten" aber felsenfest gehalten wird. Zwar wird die Stadt permanent durch die ukrainischen Streitkräfte beschossen, aber ohne jeden erkennbaren militärischen Sinn, berichtet der ORF-Korrespondent.
Dasselbe Bild einer chaotischen Führung durch die Ukraine vermittelt auch, so der ORF aus Lugansk, die Tatsache des Überlaufens eines ukrainischen Bataillons auf russisches Gebiet, von dem zu hören und über TV-Berichte zu sehen war. Der ukrainische Major berichte, daß seit einer Woche nicht einmal mehr Befehle eingelangt seien, von Versorgung gar nicht zu sprechen.
Mittlerweile ist die ukrainische Armee, die nicht nur vom Staat, sondern auch von Oligarchen finanziert wird (lt. Aussage von ORF-Berichterstatter Christian Wehrschütz), im Vormarsch auf Donzek, einer Stadt mit 1 Mio Einwohnern. Aber der Vormarsch dürfte drastisch an Schwung verloren haben. Offenbar sinkt bei den Ukrainern selbst nicht nur die Begeisterung, sich zur Armee zu melden, sondern auch die Unterstützung der Bevölkerung für die Politik der eigenen Regierung dürfte rasant abnehmen. Die ohnehin am Boden liegende ukrainische Wirtschaft muß sich aber auf einen womöglich noch Monate dauernden militärischen Konflikt einstellen.
Gleichzeitig wird in der EU überlegt, schreibt die Welt (?), die ukrainischen Gastanks mit russischem Gas, das in diese Lager "zürückgepumpt" wird, das von der EU bezahlt wird, zu befüllen. Und man muß rasch handeln, weil anders die Gasversorgung der EU (und gewiß auch der Ukraine) für den Winter nicht gesichert werden wird können. Man muß im Sommer Vorräte anlegen, weil die Leitungen für die Verbrauchsmengen im Winter zu wenig Kapazität haben.