Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Die Signifikanz des Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Xi Jinping in Saudi Arabien kann kaum überbetont werden. Sie ist das Startzeichen zu einer neuen Ordnugn des gesamten Vorderen Orients gewesen, in dem sich Saudi Arabien seit hundert Jahren und erstmals von Amerika ab- und dem Osten, China zuwendet.
Nicht weniger als 38 Milliarden Dollar, der größte Einzelvertrag der Geschichte, soll der Wert der Handelsverträge zwischen China und Arabien betragen, und das alles wird in Renminbi (der chinesischen Verrechnugswährung) und Arabien abgewickelt. War es bisher so, daß die Suaids zwangshläfug im Westen eingekauft haben, weil sie den Fortschritt nur dort kaufen konnte, so hat sich das binnen fünf Jharen - seit dem letzten freundlichen Besuch es nciht ganz nach außen so übertriebenenen "American Superiority-"Narren Donald Trump 2017 - vollkommen gedreht.
Heute liefert China ALLES; was der Westen dereinst lieern mußte, weil nur er es konnte, ja China liefert mehr. Und es bleibt ohne kolonialistische Forderungen, und vier Fünftel der Welt glaubt mittlerweile - der Ukrainekrieg hat dazu sein bedeutendes Gewicht beigetragen - daß China auch die militärische Macht auf seiner Seite hat, die einen friedvollen Handel garantieren kann.
Eine wirklich letzte Warnung - Die in Peking erscheinende GLOBAL TIMES, ein halboffizielles Organ, veröffentlichte am 1. August sogar die Schlagzeile "Sagt nachher nicht, daß wir Euch nicht gewarnt hätten!" und im dazugehörigen Artikel wird ein Satz verwendet, der legendär ist: "Wenn wir das tolerieren, was sollten wir einmal nicht tolerieren?"
Keineswegs will Peking die Salamitaktik es Westens akzeptieren, in der jeweils scheibchenweise eine Schwächung der strategischen Position des Gegners herbeigeführt wird, die jede für sich aber "zu klein" sein sollen, um dafür eine Gesamteskalation zu riskieren. Weder Rußland noch China - beide die "Opfer" dieses bisherigen Vorgehens des Westens - akzeptieren das weiterhin. Udn beide Staaten haben auch deutlich und umißverständlich davor gewarnt.
Wenn man nun die innertaiwanesischen Veränderungen (s.o.) berücksichtigt, so sind die aktuellen Vorkommnisse in Taiwan ein Schritt zur Konstituierung eines völkerrechtlichen Subjekts. Bislang ist ja Taiwan als Staat offiziell von so gut wie keinem Staat der Welt anerkannt, nicht einmal von den USA. Das ist der Preis für eine diplomatische Vollbeziehung zum mächtigen Peking, und das soll für China auch so bleiben.
Bis 2020 hatten sich sowohl Taiwan als auch die Volksrepublik China als jeweils legitime Erben der Xing-Revolution unter Sun Yat Sen von 1911 bezeichnet. Damals hatte Sun Yat Sen die Revolution angeführt, die dann die Monarchie abgeschafft hat. Aus den Jahren des anschließenden Chaos, das bekanntermaßen die Japaner für sich zu nutzen suchten, hat sich dann ein Bürgerkrieg entwickelt. Nachdem nämlich der Nachfolger Sun Yat Sens innerhalb der Kuomintag, Tschiang Kai Schek, die chinesische Kommunistische Partei unter Mao Dse Dong ausgeschlossen und zum Feind erklärt hatte.
Den daraufhin ausbrechenden Krieg gewann Mao Dse Dong. Über die Gründe daffür wird bis heute spekuliert. Vermutlich war es eine Absprache mit Stalin. Denn nachdem anfänglich die USA Tschiang unterstützt hatte, un dieser bereits als Sieger aussah, zog sie diese Untersützung nach dem 2. Weltkrieg wieder zurück. Tschiang Kai Schek unterlag daraufhin den kommunistischen Soldaten, und floh mit seiner geschlagenen Restarmee auf die Insel Formosa, also Taiwan, und erklärte die Insel als die einzig legitime "Republik China". Gleichzeitig wurde in Peking ebenfalls die "Republik China" ausgerufen.
Beide Staaten haben sich offiziell als das EINE "China" erklärt.
Die Zeiten haben sich rasant verändert, und der einzige, der das nicht mitzukriegen scheint, ist die derzeitige US-Administration. Als 1997 Vizepräsident Newt Gingridge als Sprecher des Repräsentantenhauses in Washington die Republik Taiwan offiziell besuchte, "sicherten" US-Flugzeugträger das Geshehen, indem sie in der STraße von Taiwan auffuhren.
Aber diese Zeiten sind vorbei. Denn als nun Nancy Pelosy, ebenfalls Sprecher des US-Repräsentantenhauses, eine Asienreise ankündigte, ließ sie bald "offen", ob sie auch Taiwan besuchen würde. Was natürlich ein klares politisches Statement ist. Denn wenn nun Joe Biden in einem öffentlich gemachten einstündigen Telephongespräch mit Chinas Xi Jinping diese Reise zur "Privatreise" abwiegelt, so lügt er. Und jeder weiß das. Niemand Geringerer als Xi Jinpin hat das auch offen gesagt: Bidens Worte und die Taten der USA stehen in Widerspruch. Und in einem in Schärfe wie Länge außergewöhnlichen Statement auch die Weltöffentlichkeit wissen lassen: "Die USA spielen mit dem Feuer!"
Diese Form hat er in China. Mit Konnotationen, die staunen machen könnten, wüßten wir nicht, daß es gar nicht anders sein kann. Wo sich im chinesischen System des "social credit" ein "graduelles Menschsein" ausdrückt, in dem die Würde des Menschen nicht absolut besteht, also im Menschsein an sich, und zwar von der Empfängnis an, sondern von der Aktualisierung bestimmter ERWÜNSCHTER Eigenschaften abhängt. Wer etwa in China ein Verbrechen begeht, hat kein Recht auf Menschenwürde, der hat sie verspielt.
Deshalb ist unsere Empörung, wenn zum Tode Verurteilten die Organe entnommen werden (was heißt, daß sie noch VOR dem Tode ausgeschlachtet werden), völlig sinnlos. Unsere Wertesysteme kollidieren nicht mit den chinesischen, sagt Englert, sondern sie sind wie zwei Züge, die auf verschiedenen Geleisen fahren, sich also gar nicht begegnen. Der westliche Begriff von Menschenrechten ist deshalb in China irrelevant. China kennt nur das System des graduellen Menschseins. Und diese Auffassung wird nicht nur vom Materialismus von Denksystemen wie dem Evolutionismus-Darwinismus gestützt, ja mit Theorie unterfüttert, sondern er hat längst auch uns, den Westen, zutiefst durchwuchert.
Längst ist auch bei uns die Menschenwürde graduell verstanden, hängst also von der Aktualisierung bestimmter Eigenschaften ab, die erwünscht sind. Wie in China, nicht anders.
Sehr aufschlußreich zeigt Englert, wie Xi Jinping von persönlichem Ehrgeiz getragen ist. Der sich nicht zufällig mit dem vulkanartigen Verlangen der Chinesen deckt, sich aus jahrhundertelanger Demütigung durch den Westen zu befreien. Und den Westen nicht nur zu erreichen oder zu übertreffen, sondern auch zu beherrschen. Und das deckt sich wiederum mit dem Ziel des Kommunismus, das Weltherrschaft heißt.
Alle Fäden, machen wir es einfach, laufen in der KPCh zusammen. Sie definiert, was "gut" ist, was Mensch und was nicht Mensch, was gut und was nicht gut als vermeintlich China dienlich ist. Der Staat, der in seiner Verwaltung letztlich nur der verlängerte Arm der Partei ist, samt einer "freien Wirtschaft", die von Großbetrieben bestimmt ist, die wiederum vom Staat gelenkt werden, sagt, was erlaubt ist.
Und er verbietet, und zwar mit rigoroser Kontrolle und Unterdrückung, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln - und sei es die unglaubliche Internierung von Millionen Uiguren in Umerziehungslagern, sei es direkt von einzelnen unbotmäßigen, im social credit-System erkennbaren (Un- oder Nicht-)Menschen, Vereinigungen, NGOs oder Religionen (als Variante von NGOs), was nicht der "wissenschaftlichen, also unwiderlegbar wahren, richtigen Sichtweise" der KPCh entspricht. Die KPCh aber wiederum vertritt, was ... Xi Jinping sagt. Über der Partei und über den Ministerpräsidenten, der die Partei bestimmt, gibt es keine Instanz.
Sie leiten sich von Gott her. Wie die früheren chinesischen Kaiser. Was also hat sich in China tatsächlich geändert?
Oh wir dummen Westler. Wir reden tatsächlich in jener Dummsprache Gehirngewaschener, die einer uns völlig fremden Scheinlogik der Ideologien entspricht, wir glauben, daß politische Systeme die Menschen ändern und fügsam machen können. Nein, das haben sie nie gekonnt. Das waren seit je nur Verlegenheitsreden, mit denen persönlicher Ehrgeiz verschleiert werden sollte, mit dem manche ganz nach oben kommen wollten.
In Wahrheit hat jedes Volk, jede Gesellschaft das politische System, also das institutionalisierte System, das wirklich funktioniert. Erhält also jedes Volk das, was sich wirklich wirklich abspielt, das seiner inneren, geistigen, mentalitätsmäßigen, den Tugenden entsprechenden Neigungen und Wollensrichtungen entspricht.
Tugend ist deshalb in China auch nicht eine positive Haltung des Menschen. Sie ist jene Haltung, zu der der Mensch gebracht werden kann, wenn er durch Zwang dazu gebracht wird. Herrschaften, glauben unsere "politischen Führer" - siehe Corona-Krise, siehe Klimakrise, etc. etc.! - etwas anderes? Machen wir doch endlich die Augen auf.
Nicht um Revolutionen abzuführen oder "auf die Straße zu gehen." Die sind selbst wieder Lüge in sich, und Schleier, den manche um ihren Ehrgeiz IM SYSTEM (das sie angeblich als schlecht oder mangelhaft bekämpfen) werfen. Sondern einfach um zur Kenntnis zu nehmen, WAS IST. Wie in der Logotherapie also, die nur fragt, ob wie das, was wir so daherreden, AUCH WIRKLICH GLAUBEN, für Realität (als emanierte Wirklichkeit) und (noch einmal tiefer, der Wirksamkeit entsprechender gegraben) für Wirklichkeit (als geistige Tatsache) halten.
Endlich ein Einblick ins Reich der Mitte, weil man dem Vermittler glaubt. Professor Dr. Siegfried Englert ist nicht nur studierter Sinologe, sondern war auch viele Jahre in verantwortlicher Position in China tätig. Er kennt nicht nur die aktuellen Vorgänge, er kennt auch die Werdegänge, er kennt die Geschichte dieses riesigen Landes. Und man merkt auf bei dem was er sagt, weil es großartig erhellt.
Wir wollen nur einige der Punkte herausgreifen, die Englert in diesem Vortrag an der Uni Koblenz erzählt. Und dabei prüfen, wie sie sich ins Gesamtbild fügen, das sich bei uns zu bilden beginnt. Nachdem wir von den ersten Hollywood-Erzählungen über Glanz und Glorie eines kommunistischen Landes, das angeblich den freien Markt des kapitalistischen Westens (welch ein Euphemismus - freier Markt oder gar Freiheit und Kapitalismus!) entdeckt hat, erholt sind. Die uns den Blick so schwer getrübt haben, daß wir Schwierigkeiten haben, ein konsistentes Bild von China zu formen.
Bei Englert dürfen wir endlich aufatmen. Denn in seinen Ausführungen finden wir jene Linie, die das Phänomen zusammenhält - China. Diesem Land, das von sieben Personen (sic!) gesteuert wird, die nicht nur auf einem Sockel von zweihundertfünfzig Abgeordneten und noch einmal neunzig Millionen Parteimitgliedern der KPCh stehen, sondern die selbst wiederum an einem Punkt zusammenlaufen, dem Kern.
Und dieser Kern ist eine Person. Xi Jinping.
Der einen Zentralismus, einen Despotismus bedeutet, wie er seit je den Osten des eurasischen Riesenkontinents bestimmt hat. Sämtliche Völker und Länder des Ostens, ob nah oder fern - ob das was wir heute als muslimischen Raum bezeichnen, ob Südostasien, Ostasien, Mittelasien ... - haben seit je eine Tradition der gottgleichen Stellung eines Alleinherrschers.
Die so attraktiv und "praktisch" ist, daß sie immer schon europäischen Herrschern eines ähnlich ehrgeizigen Zuschnitts wie den des Stauferkaisers Friedrich II. oder in der Erscheinung des Absolutismus (sämtlich von Friedrich II. übrigens vorbereitet, das eine hätte es ohne das andere nicht gegeben, Machiavelli war dazu nur die passende Kommentarfunktion), auch für diesen Kontinent des Abendlandes eine große Versuchung bedeutet hat.
Dieser Alleinherrscher ist heute Xi Jinping. Und was er im kommunistischen System, das in seiner Machtpraxis einem Zirkelschluß gleicht, aufgebaut hat, ist selbst wiederum das Destillat russischer Zustände.
In beiden, in nucleo kommunistischen, aber kapitalistisch verbrämten Ländern hat sich der momentane Herrscher gewissermaßen "verewigt", also das System so angepaßt, daß nicht nur aktuell alle Fäden bei ihnen zusammenlaufen, sondern das auch so lange bleiben, bis sie tot sind.
Denn selbst, wenn wir (und so ließe sich selbst ein Scholl-Latour mißverstehen) die geopolitische Lage Rußlands (und Chinas) aus dem Selbstbehauptungsinteresse der Länder "verstehen", dann vertreten wir nichts als jenen Total-Relativismus, der sich auch in China manifestiert. Und warum? Weil er keine absolute Ideenbasis kennt, sondern alles Sein aus der Geschichte gezeugt wird. Die als Emanation des absoluten Geistes gesehen wird.
Und das, werte Leser, steht hinter den bei uns von manchen ("rechten") Kreisen propagierten Vordenkern wie Alexander Dugin oder Martin Heidegger (auf den sich Dugin selbst bezieht) ihr "Identitäts- als Selbstbestands-Recht" aller Völker ist nicht nur nichts als Relativismus, sondern es ist der Materialismus des Hegelschen Systems.
Es ist absurd, und zwar im wahrsten Wortsinn, wenn WIR mit den Augen DES ANDEREN denken. Und das hat sich bei uns längst eingeschlichen und etabliert. Bei den "Putin-Verstehern" oder den "China-Verstehern." Womit wir uns schwer tun ist dies als das zu begreifen, was solche Denkweise von Anfang an war: Strategisch etablierte Denkweise aus dem Kommunismus heraus.
Dabei spielt das Unverständnis, das der abendländische Mensch für die Mentalität dieser (östlichen) Völker und Menschen hat, eine bedeutende Rolle. Denn uns ist nicht nachvollziehbar, was diese Länder und Menschen im Innersten charakterisiert.
Die nicht kommunistisch "wurden", sondern die aus sich heraus jene Strukturen und Gerichtetheiten aufweisen, die sich unter dem Deckmantel des Kommunismus am besten zur Gestalt bringen. Aus dem sie ihrer wesenhaft eigenen Ausrichtung auf die Beherrschung der Welt - was meint der Leser, woher der von den Chinesen selbst geprägte Begriff "Reich der Mitte" kommt?! - den "wissenschaftlichen Unterbau" hinzufügen konnten.
Und dieser, in der Aufklärung längst auch unserer gewordene Wissenschaftsbegriff in seiner gesellschaftlichen, politischen Stellung und Anspruchskraft ist ein Zwangssystem. Das den Menschen mit der Behauptung aufoktroyiert wird, daß er das "alte, überholte" System der Wahrheit der Kirche weil tauglicher ersetzt und ersetzen muß. Daß der Rationalismus sich nicht nur nicht aus sich selbst begründen kann, sondern daß er genau deshalb auf einem Glauben aufruht, wurde gefließentlich übersehen (wenngleich tatsächlich "wissenschaftlich" bewiesen!). Er ist eben Zwang. Und Diktatur.
Dieser eine Punkt ließ den VdZ aufhorchen. Er hat Erhellungspotential, der Leser möge es selbst prüfen. Da heißt es in einer Glosse auf Tichys Einblicke, in der Angela Merkel mit dem Chinesenführer Xi Jinping verglichen wird:
»„Beim Umgang mit der Krise stehen sowohl das Ansehen als auch die
Legitimität der Partei auf dem Spiel“, heißt es im akademischen
Fach-Newsletter „China Neican“: „Letzten Endes werden die Chinesen die
Partei – trotz all der Kontrolle der öffentlichen Meinung – sehr
kritisch beurteilen.“«
Diese Aussagen lassen sich nämlich auf einen Punkt verdichten: Den, in welchem einer Partei (und deren Funktionäre, die an dieser Parteimacht teilhaben) oder einer Person selbst göttliche Kraft zugeschrieben werden. Jene Kraft, die "alles" regeln und lenken kann.
In diesem Denken wird zugleich der Glaube an diese Lenkungskraft, der Glaube daß aus dieser Partei (oder dieser Person) alles Gute erfließt, zum zentralen Punkt. Somit ist dieser Punkt auch die logische Entwicklung der Parteiendemokratie!
Diesem Glauben ist jede Form von Zweifel tödlich, er bedroht die Existenz der Partei bzw. die Stellung als Stand, also jenen Ort im Netz der Beziehungsgeflechte (die man Gesellschaftsordnung nennt), von dem alles Wohl ausgeht. Das gilt natürlich auch bei Personen. Womit der Schritt zum Kult (als Aberglaube, als Götzenglaube) gar nicht mehr zu setzen ist, der ist bereits implizit gegangen.
So ist die Notwendigkeit einer Zensur erklärbar. Die aber nicht bei Medien aufhört, dort beginnt sie eher. Sie muß vielmehr die Gehirne der Einzelnen umfassen. Die Parteiendemokratie hat also den Zug zum Totalitären als Wesensbestandteil.
Wie Xi Jinping es sagt: Die Chinesen werden die Partei "sehr kritisch beurteilen". Sie werden von ihr alles erwarten, weil sie gottgleich gesetzt ist. Wenn das nicht eintritt, wenn der Glaube daran einbricht, werden aber die Kaiser geopfert. Das hat nicht nur in China Tradition. Umso mehr muß der Kaiser darauf achten, daß niemand Zweifel an ihm äußert und damit sät. Es geht um sein Leben. Er braucht die Gottgleichheit - samt dessen Sphäre des Sakrosankten - lebensnotwendig.
Diese Stellung wird nunmehr zur gedachten Stellung. Sie erwächst aus einer Vorstellung des Gesamtgebildes "Gesellschaft" (wie groß oder klein, wie spezifisch auch immer, also vom Vogelzüchterverein bis zum Staat), und überwuchert die Wirklichkeit des Dings (hier: der Partei; oder bestimmten Repräsentanten.)
Der Wert des Nimbus übertrifft somit ihre Aufgabe, er wird absolut gesetzt. Eine Folge der Verdinglichung des Geistigen.
Aber lassen wir das einmal beiseite.
Nicht zufällig kennen wir diese Tendenz auch von der Kirche, wo sie die Vitalität und Wirklichkeit ihres Tuns und Handelns unter die Notwendigkeit stellt, daß ihre Stellung nicht angekratzt werden darf (obwohl sie das in der Meinung der Menschen eben WEGEN dieses Handelns längst ist). Und wie in der Kirche, so ist auch bei den Parteien ein schleichender Wirklichkeitsverlust die Folge. Der schließlich zum Ausgrenzen der Vernunft führt, weil die Vernunft - an sich eine Anbindung an die Wirklichkeit (die hinter allem steht! also mit Realität, mit Faktischem nicht zu verwechseln ist) - zum Feind des Nimbus, der gedachten Stellung wird.