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Dienstag, 1. Februar 2022

Von der Vernünftigkeit der Verschwörungen

Aus rein marketingtechnischer Perspektive - Marketing hier als ausschließlich kapitalistisch (Siehe Anmerkung*) verstandenes Konzept verwendet - sind die allermeisten der sogenannten "Verschwörungstheorien" völlig logische Ergebnisse ökonomischer Überlegungen. Denn der feuchte Traum jedes Unternehmensgründers, der sein Utnernehmen sehr bald den faktischen Marktgesetzen folgend zum Kriegsinstrument umbaut. 

Denn er erkennt sehr bald, daß die Überlebensstrategie alles andere zu dominieren beginnt. Daß Unternehmerschaft immer ausschließlicher zur Kriegsherrenschaft wird, also die puren Überlebensgesetze alle übrigen Ziele und Eigenschaften eines Unternehmens verdrängen, weil alles erfordern und alles gestatten müssen. Und es zeigt sich im Konkurrenzkampf, der nicht das Gemeinwohl im Auge behalten kann, sondern das Überleben.

Der Traum jedes Unternehmensmarketings ist also immer ausschließlicher und aus mehr als verständlichen Gründen, den Raum, in dem er sich bewegt, zu beherrschen. 

Montag, 24. August 2020

Rationalität und Archetyp

Bei der US-Firma Betty Crocker Foods stand man in den frühen 1950er Jahren vor einem Rätsel. Sämtliche Markterhebungen und -umfragen hatten ergeben, daß Instant-Lebensmittel, die viel Arbeit der Zubereitung ersparten, genau im Trend der Zeit lagen. Die amerikanische Hausfrau, an der Schwelle zur Beschafferin des Zusatzeinkommens, das die Konsumbereitschaft durch höheres Familieneinkommen entscheidend erhöhte, wollte solche Produkte, die Zeit sparten. 

Aber die Produkte hatten Absatzschwierigkeiten. Am schlimmsten war es beim Betty Crocker Fertigkuchen. Dabei wurde laut Umfragen die Idee eines Fertigkuchens, den man nur noch ins Rohr zu schieben hatte, am begeistertsten begrüßt. Warum aber kauften die Hausfrauen (die die Einkäufe in den Supermärkten erledigten, also DAS Zielpublikum für Werbung war) ihn dann nicht?

Die Lösung entdeckte ein Marketing-Psychologe. Sie hieß ... Schuldgefühle. Und zwar unbewußte Schuldgefühle. Die Hausfrauen fühlten sich unbewußt schuldig, wenn sie sich durch Produkte von ihren Pflichten entlastet wußten. Niemals aber hätten sie das zugegeben!

Deshalb wiesen das die Umfragen nicht aus. Aber es waren sehr wahrscheinlich die geheimen Schuldgefühle, den Kuchen nicht selbst gemacht zu haben, also die Pflichten als Hausfrau verletzt zu haben. Das war die entscheidende Barriere, das Produkt zu kaufen, wie sich bald herausstellte. 

Denn man schrieb hinkünftig groß auf die Packung, daß man zum Fertigmachen des Kuchens noch ein Ei dazufügen müsse. Das wurde sogar groß beworben. Dabei wurde sogar so getan, als käme es auf dieses eine Ei und die Art, es beizufügen, an.

Mit einem Schlag wurde der Betty Crocker-Kuchen zum Verkaufsrenner. Nun hatte die amerikanische Frau keine Schuldgefühle mehr, weil sie den Kuchen "doch noch selbst gemacht" hatte.  

Das Produkt wurde zum Lehrbeispiel für die Konsumindustrie. Kaum ein Betrieb wollte noch ohne einen Psychologen auskommen, der feststellte, wo bei den Konsumenten allfällige Barrieren bestanden, und was ihre heimlichsten Wünsche waren, die es dann zu erfüllen galt. Plötzlich gab es nicht mehr Produkte, die einen Bedarf durch ihre Funktion erfüllten, sondern nun gab es den Tiger im Tank. Oder die in der Werbung fast unanständig sichtbar befriedigte Frau, nachdem ihr der Mann die Schlüssel zum neuen Wagen übergeben hatte. Rauchen wurde zum Sein eines Cowboys (Marlboro), oder zum Ausdruck der emanzipierten Befreiung. Usw.

Den Schritt zur eigentlichen Erklärung fand die Freudsche Psychologie freilich nie. Daß sich der Mensch nämlich immer an archetypischen Orten und damit Bezügen und damit Kräftediagrammen befindet, deren Ausdruck jenen Komplexitätsgrad annimmt, den die Zivilisation hat, verschließt der relativistische Evolutionismus des freudschen Menschenbildes. Der immer im Faktischen hängenbleibt, ohne eine definitive Begründung zu finden.

Das ist der Grund dafür, daß Freud in der "Sexualität" hängenblieb, als dem scheinbar stärksten Antrieb des Menschen. Nur - das stimmt gar nicht. Nicht in der expliziten Form, in der Freud es ansetzte.

Das wirkliche Geschehen in der Welt ist immer gleich, denn es folgt defacto immer gleichen geistigen Konstellationen, also der Grammatik der Worte "hinter allen Worten". Es ist lediglich historisch relativ, und muß damit immer neu kommunikativ entschlüsselt werden. So werden Produkte zu einem Schlüssel, einem gewollten Beziehungsort - also einem vollkommenen, "runden" Sein, das aber in seinem Wesensgrund immer gleich ist - beizutreten. Dort befindet man sich jeweils so lange, als dieser Besitzzustand (als Teil der Fülle der Existenz) aktualisiert wird.

Für den Freudianismus aber, der die heutigen Köpfe so fatal beherrscht, sind diese tiefsten Antriebe des Wirklichen irrational. Dabei sind sie das genaue Gegenteil: Höchste Form der Rationalität, nämlich ... die Wahrheit. Für die Psychoanalyse sind hingegen Schuld und Leiden Elemente der Psyche, die in jedem Fall falsch und ungerechtfertigt sind, weil es keinen absoluten, objektiven Bezug des Menschen gibt. Damit wird menschliches (seelisches) Leiden auf jeden Fall unberechtigt, und das Leiden selbst ist das Ziel, das es vom Antlitz der Erde auszulöschen gilt. Es geht um die Herstellung von Wohlbefinden, egal wie, egal wodurch.

Das aber ist Ideologie, das ist Weltanschauung, keine Wissenschaft.

Somit sind auch Empfindungen von Schuld keine relativen Empfindungen ohne absoluten Wert, sondern die Spitzen der tiefsten Grundverfassung der Welt, die gewissermaßen "in den Menschen hineinragt" und trägt. Schuldgefühle sind damit Anzeige eines echten Verstoßes gegen die Wahrheit. Die Psychologie arbeitet somit bestenfalls mit Tricks, diese echte Verfaßtheit zu umgehen, und auf Ersatzziele - auf Sündenböcke, also Stellvertreter - zu lenken.

Es muß aber darum gehen, das historische Kleid der Schuld zu dechiffrieren, um so die wirkliche Sünde - als Seins- und damit Selbstverfehlung - zu entdecken. Denn es geht um echte Schuld, immer. Diese ontologische Tatsache zu verneinen und auf lediglich relative, in sich also substanzlose Schuldkonstrukte umzulenken ("zu schieben"), stattdessen das Sein (und seine Vertreter) selbst als "schuldig" zu identifizieren (den Bezug auf das Sein also als "Machtmittel" zu verleumden), ist das Wesen von Manipulation.



*020820*

Mittwoch, 10. Juni 2020

Gegen "Fakten" immunisieren

Ein sicherer Grund für die Panik der letzten Monate liegt in der Naivität der Bevölkerung im Umgang mit Autoritäten und deren "Zahlen", also den Statistiken. Wo es Usus geworden ist, mit "richtigen Zahlen", also "Fakten", elegant ... zu lügen. Wie kann man mit Wahrheit lügen? 
Der richtige Lügner lügt mit Wahrheiten. Einer Teilwahrheit, die besser "Richtigkeit" genannt werden sollte. Das täuscht fast perfekt.
Und es passiert, wenn man nicht fest in wirklichen, realen Hintergründen, in der Grammatik der wirklichen Wirklichkeit verankert ist, und um die Möglichkeiten von Zahlen und Tatsachen weiß. Wahrheit, und nur darum darf es dem Menschen gehen, kann sich nie einfach auf Richtigkeiten berufen, sie ist viel weiter, tiefer, und stammt aus der allgemeinen Wirklichkeitserfahrung. Gerade das Spezialistentum hat somit die Wege für die Lüge auf ungeheure Weise aufbereitet.

Man kann deshalb jedem in all der Corona-Panik nur raten, Augen und Ohren vor den "Fakten", die uns tagtäglich in Medien präsentiert werden, zu verschließen. Das klingt hart, entspricht aber Notwendigkeiten der geistigen Hygiene. Gerade sogar solche, die mit Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnungen, deren Methodiken und Einsatzmöglichkeiten und -gepflogenheiten, tun deshalb genau das.

Als kleinen Immunisierungsschub empfiehlt der VdZ zumindest Filmchen wie dieses anzusehen. Sie sind eine erste Einführung in die Problematik, und der Leser - sofern er ohnehin nicht schon damit vertraut ist - erfährt erste Vorsichten, die angesichts der verbreiteten "Fakten" in den Medien und Regierungsschriften die von diesen Täuschungsmöglichkeiten am meisten Gebrauch machen, oft leider aber nicht einmal selber um die Brüchigkeiten von Statistiken wissen, mehr als angebracht sind. 
Die Corona-Panik, die wir gerade durchlebt haben und durchleben, ist nämlich ein Beweis, wie wir mit Richtigkeiten und Fakten auf völlig falsche, wirklichkeitsferne Pfade geführt werden können. Sodaß wir meinen, Notwendiges zu tun oder still zu erleiden, ohne daß dies geboten weil der Wirklichkeit entsprechend ist.
In der Medizin hat man dabei ein ideales Opfer der Manipulation. Denn auch in dieser Videodokumentation des SWR wird bestätigt: Gerade Ärzte haben oft gravierende Bildungsmängel, wie Statistiken richtig zu lesen sind. Deshalb war diese Corona-Krise, deshalb ist ein Weltbedrohungsbild, das sich auf die Gesundheit bezieht, das perfekte Mittel der Täuschung der Menschheit. 
Es ist deshalb keineswegs eine Groteske, daß gerade in Gesundheitsfragen der Glaube der Bevölkerungen an die Allmacht der Medizin so groß ist - es ist logisch. Denn nirgendwo läßt sich solch eine Scheinsicherheit besser implementieren, als wo viele Wahrscheinlichkeitsberechnungen und abstrahierte Möglichkeiten im Spiel sind. 
Der Fanatismus wurzelt immer in der Furcht vor Möglichkeiten. Also in einer Unfähigkeit, die Wirklichkeit realistisch und als Ganzes zu ordnen. In dieser Gesamtheit der Ordnung aber liegt das Geheimnis des gerechten, also realistischen Umgangs mit der Welt. 
Wo aber die Quelle des Wirklichen nicht als persönliche Dynamik - Gott, das Sein selbst - erkannt wird, die mit dem Menschen kommuniziert, ja auf diesen ausgerichtet ist, wächst die Angst vor der Wirklichkeit. Man nimmt die Welt Gott aus der Hand, und versucht sie selbst zu konstruieren, weil man nicht begreift, daß das Ganze - jedes Ganze! - NICHT in der Hand und damit Verantwortung des Menschen liegt. Denn Verantwortung hat mit Macht zu tun. Fanatismus stammt deshalb immer aus einer maßlosen Überschätzung der menschlichen Kräfte.
Genau darauf zielt die Lüge mit Fakten ab. Die Welt NACH Corona ist deshalb einer Welt gefährlich näher gerückt, in der Möglichkeiten zur größten Bedrohung werden. Einer Welt, die sich deshalb immer energischer auf die Unterdrückung und Ausschaltung von Möglichkeiten konzentrieren wird. Worin deshalb der Verdacht eine fatale Rolle spielt.





*020520*

Donnerstag, 7. Mai 2020

Humor müßte man haben

Na diese Werbung sollte einmal bei uns - und nicht in China - laufen. Der Shitstorm ist kaum ausdenkbar. Dabei ist sie gut und witzig. Und daß der Nationalismus nicht nur in China eine Schwester des Kommunismus ist, ist ja bekannt. Aber Humor ist eben heute Mangelware.





*170420*

Dienstag, 5. Mai 2020

Was ist ist, weil es etwas sein will (2)

Teil 2)


Und DAMIT ist man auf die Schnauze gefallen. Damit, etwas in seinem faktischen Sosein auch als Gesolltes zu zeigen. Niemand, kein Mensch, kein Tier, kein Ding ist damit zufrieden, ob es nun dieses Unzufriedensein, dieses aus Liebe hinstreben zum Ideal, zur Idee von sich, die sich in dem Moment zeigt, in dem sie angestrebt wird, die also nicht starr und festgebunden gesehen werden kann, die aber durch alles Seiende (damit natürlich auch durch alles Faktische) durchschimmert. DAS sehen wird! Und nur das. Sehen ist eine Frage der Erkenntnis, die sich der physischen Sehorgane bedient. Die somit Organe der Teilhabe an einer Idee sind.
Darin zeigt sich auch das Übel von statistischen Methoden und Massenumfragen: Sie zeigen nicht das Unsichtbare. Das aber gibt die Regeln vor. Was ein Mann ist, ist nämlich so wie alles, das ist nicht zuerst eine Frage dessen, was faktisch vorhanden ist, sondern eine Frage, wonach sich das Ding - und erst recht der Mensch - ausstreckt. 
DAS kommt seit langem nicht mehr zu Wort, und das wagt auch niemand mehr als Kriterium anzugeben, nach dem er sich ausstreckt. Aber es zieht ihn in Wirklichkeit, und oft genug verbirgt man es. 

Und dieses Bild des Mannes ist ein im ewigen Spiel der Ideen liegendes Unsichtbares, das den Mann auf eine für unsere heutigen Ohren höchst seltsam klingende Weise an Eigenschaften bindet, die den Mann als Gestalter, als Weltmacher, als Handelnden, als Identitätsgebenden, als Starken und der Welt des Geistigen Verbundenen definieren. Das ist das Männliche, es ist ein bestimmendes, Festes, Forderndes, es ist der Verweis auf das, wonach sich alles Faktische ausstrecken muß. Denn nur in diesem Ausstrecken, in der Überschreitung des Faktischen, also des einfachhin Vorhandenen, IST überhaupt ein Ding, und ist überhaupt ein Mann. 

Videospiele, Filme zeigen das. Wo es von harten Typen nur wo wimmeln muß, will man einen kassenklingelnden Blockbuster in die Welt setzen.




Verkauf ist das Beitreten zu einem Ort, also zu einem Wesensvollzug, den ein zum Erwerb angebotenes Ding vervollkommnet. 

Deshalb muß der Anbietende auf eine Weise besser wissen als es oft aussieht, ja als Kaufgewohnheiten anzeigen, was ein Käufer wirklich will. Er muß die Welt der Ideen kennen, er muß also metaphysisch denken. Das tut die heutige Psychologie nicht mehr, und wenn sie es tut, irrt sie meist, weil sie diese Geisteswelt nicht kennt, sondern den Menschen als rein biologische Materialmaschine sieht. Die man bestenfalls manipulieren kann. Was zwar auch geht, aber nie auf Dauer, wenn das vorgespiegelte Bild nicht dem ewigen, metaphysischen Bild entspricht, also eine Abweichung von jenem Wesen bedeutet, an dem der jeweilige Mensch - Mann, Frau - teilhat, weil er daran teilhaben will.  

Daran wird also das gesamte woke capital scheitern, das ist so ausrechenbar wie das Amen im Gebet. Selbst wenn es sich eine Zeit lang halten wird, aber nur so lange, als herrschende Mächte diese zur Ideologie gewordene Idee vorschreiben und diktieren, oder/und durch Umleitung allgemeiner (Steuer-)Gelder subventionieren, also durch Enteignung finanzieren.

Wird fortgesetzt



*050819*

Montag, 4. Mai 2020

Was ist ist, weil es etwas sein will (1)

Natürlich verdienen die Nachrichten einen hämischen Kommentar, wenn es da heißt, daß Gillette mit seiner neuen Werbekampagne einen Bauchfleck gelandet hat. Plötzlich wurde umgestellt, und aus dem männlichen Mann, der seine Gesichtsabenteuer nur mit dem neuen dreischneidigen Gillette Super Superior bekämpft, wurde ein Männleinmuscherl, das seinem Sohn erklärt, daß er mit Milde, Güte und Weichheit eine bessere Welt macht. Die sich also gegen "toxic masculinity" (traditionelle Männlichkeit ist vergiftend, ja todbringend) richtet, wie es in der offiziellen Beschreibung der Werbelinie heißt.



Diese Werbung zeigt die Tatsache, daß sie auf einem fatalen Irrtum aufruht, in den Reaktionen, die sie ausgelöst hat. Und zwar in den wirklichen Reaktionen, nicht in dem Unsinn, der bei Umfragen usw. erhoben wird, wo die meisten so antworten wie sie meinen, daß erwartet wird. Die Reaktionen zeigten etwas anderes.

Was solche Werbelinie mit Gillette zu tun haben sollte, war niemandem klar. Am wenigsten den Kunden, die zu anderen Marken griffen. Kauf ist nämlich Identifikationssache, ein Zutritt an einen Ort, von dem man sich bestimmen läßt bzw. der etwas in den eigenen Ort integriert - der also harmonisch in die Seinsgestalt paßt.

Erleichtert wurde das durch die Tatsache, daß fast sämtliche Konkurrenzprodukte immer schon billiger waren, aber nicht das Image des großen Tonangebers hatten. Gillette hat sie nun elegant vom Haken gelassen. Die Weltverbesserungsideologie - das woke capital - schiebt eben genau so wie eine abstrakt techniklastige weil damit weltverbessernde Funktionsphantasiererei in ihren vorgeblichen Zielen auf eine so neutrale, identitätslose Ebene, daß eine Identifikation mit einem Produkt nicht mehr gegeben ist. 

Gillette mußte jedenfalls acht Milliarden Dollar abschreiben, was immer das heißt, ob Verlust oder einfach Aktivierung eines bereits vorhandenen Verlusts ist aufgrund der amerikanischen Bilanzierungsregeln, die Deckungsbeitrag und Cash Flow für Gewinn ausgeben, für uns nicht ganz nachvollziehbar. Miese sind es auf jeden Fall. Und Gillette selbst bestätigt es. Man habe die Millenials verloren, heißt es, und ist nun dabei, auch deren Väter zu verlieren, sagen wir dazu. 

Aber es soll uns um etwas anderes gehen. Denn davon können wir ausgehen, daß Gillette (als Teilgesellschaft von Procter & Gamble) den Markt genau untersucht hat. Und was werden die Klugen gefunden haben? Sie werden einen realen Trend gefunden haben. Sie werden real vorhandene weiche Männer - neue Männer, wie es hier seit Jahrzehnten heißt und angepriesen wird, Kuschelmuschel statt harte Krieger - gefunden haben, jede Menge, und darauf hat man reagiert. 

Man hat also das Faktische zum Maß für das Gewollte genommen. Aber das Faktische, der faktische Zustand, in dem man jedes Ding sieht, ist nur ein Zwischenstand. Es ist ein Einblick in einen Kampf ums Dasein, in dem alles was ist ständig steht, und in dem es versucht, seine Idee, die es aus Liebe und Sehnsucht als Gesolltes empfindet, weil es so sein will, weil es sich danach ausstreckt, in diese Zeit hinein auszudrücken. 

Morgen Teil 2)




Samstag, 18. April 2020

Eine Werbeeinschaltung

Gerne übernimmt der VdZ die Werbeeinschaltung für das aktuellste Buch von Dr. E. Michael Jones "Logos Rising - Der aufsteigende Logos", das vor zwei Wochen "aufgestiegen" - also in die Buchläden gekommen - ist. Schon aus den ersten Ein- und Vorausblicken ist der VdZ sicher, daß Jones die Geschichte des logos, der alles durchdringende, alles formierende, alles ins Seiend-Sein treibende, durch Sinn, durch die Liebe des personalen logos selbst ... von einer ganz neuen und originären Seite betrachten und vorstellen wird. Sodaß eine Kauf- und Leseempfehlung mit Gewißheit angebracht ist. Eine Bestellung direkt bei Fidelity Press in Indiana/USA wird empfohlen. 

Wer die ambrosius.konnotationen kennt wird wissen, daß der VdZ schon jahrzehntelang die Diskussion in Europa für in einer Sackgasse gelandet und erstarrt hält. Nun meldet sich Amerika, dieser ehemalige Nachfahre, Epigone und Abklatsch des Abendlandes. 
Dieses eine genuine Kulturbildung vor hundert Jahren durch Sabotage verfehlt habende, riesenbabyartige Land, das sich inmitten der apokalyptischen Ruinen mit einigen wesentlichen Intellektuellen ins Weltnarrativ zurückbindet, dieses Amerika hat bereits schmerzhaft erlebt, daß die europäischen Ideen der französischen Revolution nicht funktionieren. An die Europa aber immer noch glaubt, weil es zu sehr von den steinernen Zeugen seiner Vergangenheit gestützt wird - scheinberuhigt, getäuscht, und pharisäerhaft Wirklichkeit simulierend.
Mit dieser der Verwüstung, einem verlorenen Kulturkrieg entstammenden, protestantischen Grammatik in den Genen, einer deshalb oft form- und schamlosen, auf jeden Fall konventionsloseren, manchmal zwar naiveren, genau deshalb aber auch umso mutigeren, in gewisser Weise also freimütigeren Denkungsart, kann es den europäischen Granit vielleicht neu bewässern. Denn wenn, dann kann eine kulturelle Gesundung und Reform der Welt nur von Europa, seinen Vätern und seinen Enkeln ausgehen, und sich darauf beziehen. Eine "neue" Kultur wird aus Amerika nicht mehr kommen. Aber es hat hörenswerte Wanderprediger, die seine Wüsten durchziehen, und zusammen mit seinen hispanischen Resten die bei weitem relevantere, spannendere Literatur verfassen.

Amerika, der anglo-amerikanische und der amerigo-hispanische Raum liefert derzeit das Intellektuelle, die Zeitgestalt des abendländischen Denkens, und mahnt in einer Vatersehnsucht die Gestalt seiner Vorfahren an, die den ehemaligen Kolonien nun so fehlt, die aber das aktuelle Europa nicht mehr liefern kann und will. 
Denn Europa will und kann der Welt nicht mehr geben, was diese so dringend bräuchte - und von Europa erwartet. Deshalb kommen die Söhne der ganzen Welt dorthin, um zu suchen, mit der Absicht zu holen, was doch nur dort sein kann.
Die Welt erhofft Führung von Europa. Doch dieses, zur Narrenbude verkommen, liefert Dilettanten, Charaktermüll und weibische Kinder. 
Nun also der Werbetext, der selbst schon ein kurzer Abriß der Geschichte des logos und des logos der Geschichte ist, und den Wunsch nach mehr weckt.

Es gab nie eine Zeit, in der es nichts gab, denn wenn es jemals nichts gab, konnte es nie etwas geben. Es gab nie eine Zeit, in der es nur Chaos gab. Ordnung kann nicht aus dem Chaos kommen, weil das, was ist, nicht aus dem kommen kann, was nicht ist.
Es gab nie eine Zeit, in der sich der Mensch einer endgültigen Realität nicht bewusst war, von der er existentiell abhing.
Der Name, den der Mensch dieser ultimativen Realität gab, war Gott. In jeder Sprache und Kultur war Gott ein Vater, der am Himmel lebte. Aber wenn Gott ein Vater war, hatte er einen Bart? Wenn Gott ein Vater war, hatte er eine Frau? Die ersten Versuche, die Eigenschaften Gottes aus der Welt abzuleiten, endeten in einer Sackgasse, die als Mythologie bekannt ist und deren bester Ausdruck Homers Ilias war.
Etwa zur gleichen Zeit, als Homers Epos von mündlicher zu schriftlicher Form überging, gab eine Gruppe von Griechen in Ionien an der kleinasiatischen Küste die Mythologie auf und begann, nach einer Substanz in der Natur als Grundlage für die endgültige Realität zu suchen. Thales von Milet sagte, es sei Wasser. Anaximenes sagte, es sei Luft, und Heraklit meinte, es sei Feuer. Aber Feuer sei Ausdruck von etwas Grundlegenderem, und er behauptete, daß das grundlegendste Prinzip von allen Logos sei.
Fünfhundert Jahre später schloss der heilige Johannes der Evangelist diesen Kreis, als er verkündete, dass es am Anfang Logos gab, und daß dieser Logos Gott war. Es stellte sich heraus, dass Gott ein Vater war, aber er hatte weder einen Bart noch eine Frau. Gott war Logos. Logos waren nicht einfach ein abstraktes Prinzip wie Geometrie oder Physik, obwohl es sicherlich beides war. Logos war eine Person, die die Macht hatte, seine Ordnung, die Plan ist, im Laufe der Menschheitsgeschichte in Erfüllung zu bringen.
Die Zeit war nicht mehr nur die Anzahl der Bewegungen, wie Aristoteles behauptete. Die Zeit war ein Drama mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende. Es war wie in den griechischen Stücken, die Aristoteles in seiner Poetik beschrieben hat. Und weil wir Kreaturen des Logos waren, konnten wir diesen Plan jetzt genauso verstehen, wie die Griechen von Athen Ödipus Rex verstanden haben. Die Geschichte des Logos fand ihren Höhepunkt im Logos der Geschichte.
Der Logos ist dabei, aufzusteigen.
Aufsteigender Logos: Eine Geschichte der ultimativen Realität beschreibt den tragischen und doch letztendlich triumphalen Fortschritt des Logos in der Geschichte der Menschheit. Vom Beginn von allem über die Entstehung des Konzepts bis zur demokratischen Vorwahl von 2020.





*040420*

Dienstag, 31. März 2020

Klassische Werbung

Jaja, diese Amis ... Werbung als Opernaufführung. Charming, isn't it?



Aber das gibt's in zahlreichen weiteren Stilrichtungen. Hier eine Auswahl.







Und zum Schluß noch eine Boyband




Samstag, 29. Februar 2020

Die Seinsschwäche ist schon lange erkennbar

Der Wert der Mercedes Aktie ist seit 2018 um 40 Prozent gefallen. So steht es in einem kürzlich erschienenen Artikel auf Eike, der sich wiederum auf Wirtschaftsmagazine beruft. Und ein ebenfalls junger Bericht auf Tichys Einblicke erzählt dasselbe. So nebenbei erfährt man noch, daß 2020 bis zu 15.000 Arbeitsplätze verloren gehen werden.

Bei letzterer Schrift geht man aber speziell der Frage nach, wer verantworten soll, daß der Wertverlust dieses einstigen Paradeunternehmens deutscher Industriepotenz und Ingenieurskunst voll auf Kosten der Aktieninhaber und der Mitarbeiter geht und mit der ideologischen Ausrichtung des Unternehmens zu tun hat. Die es blind für den Markt gemacht hat. Da kann es sich der VdZ nicht verkneifen, auf Artikel in diesem Blog zu verweisen, in welchen er aufgrund bestimmter Phänomene darauf schloß, daß Mercedes am absteigenden Ast ist. 

Woraus das erkennbar war? An der Werbung, der Spitze des Unternehmens also. An dem Ort, der das Sein wie das Sein-Wollen als Richtung am deutlichsten zeigt. Es hat schon vor Jahren eine Seinsschwäche erkennen lassen, die sich nun in allen Bereichen als Rückgang, Verlust, Deformation und nicht zuletzt in der Vielfalt der Ratlosigkeit zeigt, die einem Identitätsverlust gleichkommt. In dem Mercedes-Produkte nicht einmal mehr (außerhalb der angebrachten Etiketten) erkennbar wurden.

Es war also die Werbung, die schon vor etlichen Jahren Hauptgründe für einen Abstieg gezeigt hat. Hauptgrund Nummer eins, der vieles Weitere bereits in sich trägt, ist (immer, also auch hier) das Abgehen vom vitalen Wesen des Produkts. Stattdessen haben bei Mercedes offensichtlich die Controller die Unternehmensleitung übernommen. Das Schöpferische hat dann keinen Platz mehr. Wer heute Mercedes auf den Straßen ortet wird mit Staunen feststellen, daß es Autos "für alles und jedes - also für nichts" sind. Die nur noch durch den Stern am Kühler erkennbar sind. Eine Produktlinie, die als Mercedes identifizierbar ist, gibt es nicht mehr. Oder fristet ein Nischendasein.

Der zweite Grund wird auch bei Tichy richtig geortet. Dieser Verlust an Selbst, dieser Verlust an Eigenwert drückt sich natürlich nicht nur in der nicht mehr identifizierbaren Produktvielfalt aus, sondern in einer würdelosen Haltung auch den eigenen Mitarbeitern gegenüber. Die nur noch Kostenfaktoren sind. Das geht aber speziell bei einem Produkt mit so hohem Anspruch wie Mercedes schon einmal gar nicht. 

Der dritte Grund für den Selbstverlust ist die Rolle, die Ideologie und Politiknähe bei Mercedes spielt. Das bringt eine Abhängigkeit von der Politik mit sich. Wovon etwas aber abhängt (und wir haben es hier mit dem innersten Kern von Religion zu tun), das ist auch das, was es korrigiert. Diese Korrekturfaktoren müssen für ein Unternehmen vor allem das Produkt und seine Positionierung im Beziehungsmosaik der Gesellschaftsordnung, also der Menschen in ihren vielfältigen Beziehungen sein. Denn ein Produkt bezieht sich selbst auf jenes Beziehungsfeld, in dem es eine Aufgabe übernimmt, die über technische Funktion bis vor allem aber zur Selbstrepräsentation geht. In welcher dann dieses Produkt eine Rolle für das Selbstsein des "Kunden" spielt. 

Wer sich aber nicht mehr von diesem Feld - man könnte es durchaus als "freier Markt" bezeichnen - bestimmen läßt, sondern von Faktoren, die im Wesen aber gar keine Rolle spielen - wir nennen hier Ideologie als Wirkhebel, der das Sein eines Beziehungsfeldes verändern, bestimmen, erstarren lassen um es zu beherrschen und ihm damit das Wesentliche nehmen: das Leben, also die Offenheit für das Schöpferische des Transzendenten, das jedes Beziehungsfeld allein (weil damit verankert im Vorsehungsplan Gottes, des Seins selbst) erst bestehen läßt - erzeugt ein Monster.

Er erzeugt etwas, das mit dem Produkt als seiner Lebensquelle, aus der ein Unternehmen lebt (oder eben nicht), gar nichts mehr zu tun hat, sondern einem dämonischen Kretin gleichkommt, das in keinem natürlichen Spiel der Wesen (und das sind immer Dinge, als welthafte Beziehungsknoten) mehr bestehen kann. Solcherart kann so ein Unternehmen nur noch von der Politik leben. Mitarbeiter, Kunden und Aktienbesitzer sind dabei die Leidtragenden. Wer bleibt dann noch, der profitiert? Eben - niemand! Außer der Funktionärskaste, der "Manager", denen der existentielle Abhängigkeitsbezug zum Produkt fehlt. Die morgen auch in einem anderen Unternehmen arbeiten können, und in einer anderen Branche. Die austauschbar sind, und diese Prekarität mit einer "catch as catch can"-Mentalität wettmachen wollen, in der sie kurzfristiges Zahlenspiel mit "Erfolg" verwechseln. Wie sie es eben in den Universitäten gelernt haben.*

So, hier also nun einige der Artikel aus diesem Blog, wie oben besprochen. Die meisten stammen aus dem Jahre 2017.




Aber Mercedes begann bereits 2011 zu schwächeln
https://eberhardwagner.blogspot.com/2011/03/schwachlich.html

Auch wenn Mercedes noch besser als Audi war, denn dort zeigte sich der Einbruch (2018/2019) programmatisch, er ist dort also langfristig angelegt
https://eberhardwagner.blogspot.com/2011/01/setzen-der-neuen-zeit.html
und
https://eberhardwagner.blogspot.com/2017/09/wer-sich-mit-wanderheuschrecken-anlegt.html

Nur VW war 2017 noch "am Produkt". Leider ist das mittlerweile auch nicht mehr der Fall, auch VW ist der Ideologisierungsmeute beigetreten.
https://eberhardwagner.blogspot.com/2017/09/sie-bleiben-am-produkt.html

Diese Schwäche hat jedoch bereits die gesamte Volkswirtschaft Deutschlands befallen - durch Ideologisierung! (2018)
https://eberhardwagner.blogspot.com/2018/01/wie-man-eine-volkswirtschaft-zum_12.html

Ein neuer Geschäftszweig: Subventionen als Erwerbsquelle (März 2017)
https://eberhardwagner.blogspot.com/2017/03/menetekel-eines-magischen-weltbildes-1.html

Der Unterschied überzeugt von der Argumentation: Hier eine Werbung aus 2016. In der sich in der Werbung noch eine substanzhaltige Linie "am Produkt" feststellen läßt. Vielleicht hat man der Marketingabteilung noch nicht gesagt, was man vorhatte, so daß diese "naiverweise" noch am Wesen des Unternehmens als Produkt = Bestands-Knoten klebte?




*Spielt bei allen diesen Tatsachen eine Rolle, was wir so nebenbei hören? Daß nämlich ein chinesischer Konzern, der bereits Volvo gekauft hat (über die schrecklichen Auswirkungen auf das Produkt haben wir hier bereits 2016 gehandelt), angeblich die Aufstockung seiner Unternehmensbeteiligung am "sinkenden Stern Mercedes" (Die Welt, Februar 2020) auf zehn Prozent des Aktienvolumens plant?




Sonntag, 3. November 2019

Bravo, einfach nur Bravo!

Wir haben doch darüber berichtet, daß Gillette mit seinem Schwenk auf den supersoften, politisch korrekten, windelweichen moralischen Mann, den Mann, der nur Liebe, Grießschmarrn, Völkerverständigung und Kuschelwuschel will und seine Söhne zu Windeldauerträgern macht, einen kapitalen Bock geschossen hat. Die Verkaufs- und Gewinnzahlen des Unternehmens (das zu Procter & Gamble gehört) brachen zusammen, Gillette mußte 2018 schon acht (mittlerweile hört man, es seien sogar zwölf) Milliarden Dollar abschreiben.

Wenn es aber etwas Gutes, etwas Phantastisches an der (freien) Wirtschaft gibt, dann, daß sie nicht Moralpropheten spielen kann, sondern genug Gewinne machen muß, um zu überleben, alle Mitarbeiter zu zahlen, und nicht ohne Strom und Mittagskantine dazusitzen. Unternehmen - RICHTIGE Unternehmen - sind an die Wirklichkeit angepreßt. Und nur die Stände, nur die Menschengruppen, nur die Völker sind überhaupt fähig, Gott zu erkennen, die an die Wirklichkeit angepreßt sind. Echte Arbeiter. Echte Unternehmer. Echte Bauern. Das Satanische zielt deshalb ja genau danach: Die Wirklichkeitsanbindung zu kappen. Durch Subventionswirtschaft (Etatismus), durch Sozialstaat, und so weiter.

Aber alle diese "echten" Gruppen, alle diese echten Männer (und damit - damit! - Frauen, und umgekehrt) sind auch die einzige sinnvolle Zielgruppe für das Katholische, das die einzige Wirklichkeitsrezeption ist, die in alle Ebenen trägt und überall durchhält. Garantiert ideologiefrei. All die Sesselbreitfurzer, all die Sozialabsahner mit ihren mürbgesessenen Arschbacken, all die doppelt und dreifach Gesicherten, all die Mitschwimmer - scheißt auf die. Die sind für den Abtritt. Die tragen keine Wirtschaft, die sind nur für Sonderanstalten geeignet. Was die Kirche braucht, was die Welt braucht, was das Paradies will, was wirkliches Terrain fürs wirklich Wirkliche ist, ist der realistische Mensch, ist der Wirklichkeitsgestählte, der Seemann im Mast, ist der Held auf dem Pferd mit dem Schwert in der Hand.

All die Mieselsüchtigen der Weltrettung kann man buchstäblich vergessen, und sie werden auch vergessen werden, drum sind sie ja so laut. Und penetrant wie Fliegen am Abtritt. Die Frauen gehören den Kämpfern gegen die Feinde, den Feuerwehrmännern, die sich täglich den Arsch versengen. Und dazu, jawohl, dazu erst braucht es ein Kinn das so glatt ist, wie es nur ein Gillette Fünffachschälkopf mit Highdrive-Nachputzer zu glätten vermag. Auch noch nach fünf Uhr Nachmittag, weil in der Nacht des Todeskampfes mit dem Inferno. Und das, das gibt es nicht für zweineunundneunzig. Jeder Mann weiß das. Und seine Frau, die das Zeug im Supermarkt kauft, sowieso. Auch sie will einen Helden, dem es Kränze zu flechten gilt.

Das hat auch endlich Gillette (hier Gillette Australien) wiedererkannt, weil erkennen müssen. Erkannt, daß sie schleunigst umschwenken müssen, wenn sie nicht ab übermorgen Sozialmarken kleben wollen. Denn wenn Gillette plötzlich nicht mehr für Männlichkeit steht, wofür steht es dann? Dann kann jeder auch zu einem viel billigeren Ersatzprodukt greifen. Seien wir Männer uns doch ehrlich, ob man mit Gillette Superpower, Set mit fünf rasch verschlissenen Ersatz-Hightech-Klingen um 35,90 Euro, rasiert oder mit Bic-Billigklinge, zehn Stück um 2,99 Euro, ist (fast, nicht ganz) egal. Mein Gott, den kleinen Unterschied ertragen wir mannhaft. Glatt rasiert ist irgendwie immer glatt rasiert.

Aber jetzt gibt es wieder Männlichkeit. Und der VdZ hat regelrecht aufgejauchzt, als er die neuesten Werbespots sah. Ja! Und mit ihm heben sich die Auditoriumsgäste zum begeisterten Applaus, ja, genau so ist es! Der Mann als der Held, der Kämpfer, der Kraftlackel, den die Tochter bewundert und anhimmelt. Und Gott (und wir alle) wissen, wie bedeutend das für die geistige Gesundheit auch dieses Mädchen sein wird. Köstlich, herrlich, wie diese Szene in Bild gesetzt ist! Wer mit Kindern gedreht hat (wie der VdZ häufig) weiß ja, wie schwierig das ist. Denn natürlich kann ein Kind nicht "produzieren", nicht "spielen", es muß in seinem Spiel einfach im richtigen Moment erwischt, abgefilmt werden. Dazu sind oft ganz schöne Tricks erforderlich ;-)

Bravo, einfach bravo! Schon lange nicht mehr so entspannt und amüsiert eine Werbung gesehen. Die ohne Ideologie auskommt, sondern einfach die Wahrheit und Wirklichkeit erwischt, selbst wenn das nur intuitiv geschehen sein mag. Denn Philosophie- und Metaphysikseminare werden die Herren von den Werbeagenturen ja nicht gerade besucht haben. Das hätte früher bestenfalls Pitralon hinbekommen, das eine ganze Generation von Männern gelehrt hat, daß der Mann sich sogar ranziges Getriebeöl ins Gesicht schmieren kann, und trotzdem Frauen anzieht wie Motten das Licht.

Genießen Sie, werter Leser, genießen Sie! Gillette. Der Rasierer für Helden, für Väter, für Töchter. Man muß so froh sein, wenn heute wenigstens irgendwas irgendwo noch normal ist. Hätte der VdZ nicht einen Bart, als Wahrzeichen gewissermaßen, er würde sich sofort wieder nur mit Gillette rasieren. Aber, werte Damen, wie wäre es mit einem Damenbart, der ohne schlechtes Gewissen zu entfernen ist, auf daß wenigstens ein Gillette ihre Backen streichelt, während der Held weg ist, weil er gerade wieder irgendwo ein Leben retten muß?








Mittwoch, 13. Februar 2019

Woke Capital (433)

Wie kommt ein Unternehmen dazu, sich "moralisch" nicht nur zu positionieren, sondern erwünschte Moral zu "formen"?

Halt, Moment. Der VdZ kann sich noch sehr gut an Gespräche erinnern, die er etwa im Jahre 1988 mit einer Wiener PR-Agentur führte. Die nicht nur von den konservativsten Strömungen bewegt war (ihre Eigentümer waren Aktivisten der Monarchie-Bewegung), sondern ein neues, zukunftsweisendes Werbekonzept vorstellten. Das sich "Public Interest" nannte. Darin wurde vorgeschlagen, von rein produktbezogenen Aussagen abzugehen, und das Unternehmensansehen zu verändern. Indem sich die Unternehmen in öffentliche Agenden einmischten, Statements abgaben etc., die scheinbar mit dem Unternehmenszweck gar nichts zu tun haben.

Wenn heute Red Bull alle möglichen Sportvereine und -arten durch viel Geld fördert, hat das genau denselben Hintergrund.  Die Erkenntnis, daß der Kauf eines Produkts immer (zumindest auch) eine Identitätsentscheidung ist. Andere Kriterien, Qualität, Eigenschaften des Produkts direkt, sind zweitrangig. Sie illustrieren nur die Richtigkeit der ganz anders gefallenen Kaufentscheidung, die, wie Verkaufsfachleute wissen, bereits im ersten Moment (zumindest als dringende Geneigtheit) fällt, in dem Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen.

Das Perverse liegt also gar nicht in dem, was die "Woke Capital"-Bewegung untersucht hat. Nicht prinzipiell! Es liegt tatsächlich in den Inhalten. Die Struktur selbst war inhaltlich flexibel, sie ist nicht wirklich definierbar. Wenn ein Unternehmen auf einem faktischen, also "einfach da seienden" Markt trifft. Es wird dann so gut wie immer die oberflächlichen, kurzfristig realisierbaren, nutzbaren Strömungen bevorzugen, wenn es rein kapitalgetrieben ist. Also nicht wie bei mittelständischen Unternehmen aus der Ethik eines persönlich vorhandenen Unternehmers - der immer ein persönliches Ziel hat. Sonst gründet man nämlich gar kein Unternehmen, sonst führt man es nicht über alle Widerstände und Schwierigkeiten hinweg - hervorgeht.

Ganz anders agiert ein Unternehmen, das keine persönliche Quelle mehr hat. Sondern von Managern, Ablaufoptimierern gelenkt, von renditehungrigen Kapitalgebern befeuert wird. Sie sind praktisch immer Huren des Zeitgeists, was gleichbedeutend ist mit a-moralisch. Und so für jeden Zweck mißbrauchbar. Vor allem sind sie leicht zu lenkende Objekte von Ideologien und Politik. Denn sie sind von Teillogik durchdrungen, nicht von Vernunft, die nur in Personen einen Anker haben kann.*

Staatsbetriebe oder ehemalige Staatsbetriebe ("privatisiert") oder sehr staatsnahe Kapitalunternehmen (die z. B. von öffentlichen Aufträgen leben) zeigen diesen Charakter am ausgeprägtesten. Sie werden nur noch übertroffen von Unternehmen, die ausschließlich über "Bewußtseinszustände" funktionieren, die also bestimmte Bewußtheiten brauchen, um überhaupt Geschäfte machen zu können. Wie es im Öko-Bereich der Fall ist, oder bei Unternehmen, die Waren für Feministen, für weiche Väter und harte Frauen, oder dezidiert für ein bestimmtes Klientel anbieten, das eine Ideologie oder Weltanschauung vertritt.

Zu letzteren gehören übrigens auch Unternehmen, die auf den ersten Blick ganz anders orientiert scheinen, technisch vielleicht, wie Apple, Google, Facebook, mit Einschränkungen sogar Microsoft. Denn um diese Produkte (und deren Nutzen) zu benötigen, braucht es zuerst (!) eine bestimmte Weltanschauung, eine bestimmte Haltung zur Welt. Und die muß dann am Laufen gehalten werden. 






*Volker Pispers nimmt das einmal recht zutreffend aufs Korn. Wo er in einem seiner Programme sagt, daß die, die vernunftunfähig sind (Pispers formuliert es natürlich härter, mehr mit Inspirationen aus der Obstwirtschaft, denn da kommt irgendwas mit "Birne" vor), Jura studieren. Und wenn selbst dazu die Intelligenz nicht reicht, dann studiert derjenige eben BWL (Betriebswirtschaftslehre). Das sind dann die Leute, die solche Unternehmen leiten. Was Pispers nicht ausführt ist, daß sich diese Studien perfekt für eine Haltung eignen, die Wissen und Wissenschaft mit bloßer Ablaufoptimierung gleichsetzen. Gerade solche Studien als rein technische Prozesse gesehen werden, die zu nutzen ein Studium als "Ausbildung" vermittelt. Mit akademischer Würde hat solch eine Haltung aber nichts mehr zu tun.





*211218*

Sonntag, 4. November 2018

Rücktrittserklärung

Allen hochgeschätzten Anhängern muß der VdZ hiermit erklären, daß er aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend nicht mehr in der Lage ist, den Anforderungen, die der Schauspielberuf in der seit 2011 ausgefüllten Rolle des "Bauchi", wie sie vor allem Zusehern im (österreichischen) Fernsehen bekannt ist, bringt, weiterhin ausreichend genügen zu können. 

Deshalb erklärt er seinen (praktisch natürlich bereits realisierten) Rücktritt aus dieser Rolle. Seinem bisherigen Auftraggeber wünscht er weiterhin alles Gute.

Vor allem aber sendet er Grüße und beste Wünsche an die vielen so liebenswerten, freundlichen Fans, die sich mit dieser Darbietung, dieser Rolle und Gestalt identifizieren konnten. Es waren immer "die Guten", die Handfesten, die Vernünftigen, die Hausverständigen, die sich auf entsprechende Weise artikuliert haben. Dank Ihnen allen!

Dank vor allem aber an den lieben Gott für das viele Gute, das dem VdZ in dieser Zeit widerfahren ist.

Nach Wiederherstellung der körperlichen Gesundheit wird der VdZ aber wieder bereit sein, sich neuen Aufgaben in diesem Beruf zu stellen.

Herzlichst Euer

Bauchi. 

Vulgo Ambrosius. Aka Eberhard Johannes Wagner.

***

Eine kleine Auswahl dieser Arbeit der letzten acht Jahre sei dem Leser dieser Seiten hier noch geboten. Mehr gibt es im Netz.

















*111018*

Samstag, 2. Juni 2018

Ein skurriler Abschluß dieser Woche

Der VdZ hat lange gesucht (und es wird immer länger), um zum Abschluß der diesmaligen Werbefilm-Linie eine aktuelle Werbung (weltweit) zu finden, die einfach "gut" ist. Endlich fand er diese. So skurril, daß man es kaum glauben kann, daß sie wirklich irgendwo lief. Denn das kostet ja nicht wenig Geld. Wer bitte verkauft ernsthaft Salatteller, die durch Aufdruck Salat vortäuschen, damit  man so ganz offen Hot Dogs oder fette Käsekrainer ohne Imageverlust verdrücken kann?









*150518*

Freitag, 1. Juni 2018

Der Übergang ist sichtbar

In diesem Werbefilmchen wird erkennbar, was sich bei Volkswagen abgespielt hat. Hier wandelt sich in den letzten Kampagnen die Motivation für den Autokauf vom Produkt auf Moral. "Fahre verantwortungsbewußt," heißt es dann. Und der nächste Schritt: Fahre klimabewußt. Rette die Welt durchs Autofahren.

Wenn der Staat aber einmal die Wirtschaft - weil den Freien Markt - ruiniert hat, wird er es furchtbar büßen.








*150518*

Donnerstag, 31. Mai 2018

Oder hier

Auch eine ältere VW-Werbung. Nur das Auto. fährt siebenhundert irgendwas Meilen, Zeit genug, um eine ganze Sprache zu lernen. Das hat noch Schraube, das hat noch Sinn, das hat noch das Produkt.

Aber was interessiert das Aktieninhaber. Da hat ja noch mein Bleistift mehr Geist. Schon gar, wenn der Staat selbst Aktien von Unternehmen hält, die bald nur noch von Steuergeldern leben.










*150518*

Mittwoch, 30. Mai 2018

Warum es das war?

Na bitte! Vergleichen Sie, geneiger Leser, doch einmal eine alte VW-Werbung - beliebig! - mit dem Müll, der Ihnen nun vorgesetzt wird. Da geht es einfach ums Auto. Seine Fähigkeiten. Seine Qualitäten. Basta. Keine Ideologie. Einfach Auto. Der Rest lebt nur noch vom Staat. Also von Ihren Steuergeldern, werter Leser. Dann lieber gleich: Auto für alle, für Null Geld! Wofür zahlt man denn Steuern?!










*150518*

Dienstag, 29. Mai 2018

Das war's

Es kam, wie es kommen mußte. Kesseltreiben wegen der Dieselmotoren. Milliarden von der deutschen Anstalt für Satanismus - vulgo Klimaschutz - und schon bricht VW zusammen. Das ist das Ende der Freiheit, das ist das Ende der schöpferischen Kraft. Aktientip? Mittelfristig abstoßen, weil abwarten bis zu dem Moment, zu dem die Klimaidioten noch bereit sind, ihrer Geistesverprägung auch ihr Geld  hinterherzuwerfen.

Enttäuschend, einfach nur noch enttäuschend. Jetzt wird VW als letzter deutscher Autokonzern auch zum Propagandisten der Trottelideologie Nummer 1. Geschmiert von Steuergeldern. Freier Markt? Schmarotzer. Gierschlünde. Feige Bettnässer. Allesamt. Mürbegekocht zu werden ist noch kein Argument, auch mürbe zu werden.  

Freien Markt gibt es nicht mehr. Nur noch von Politverbrechern staatlich garantierte Abzocke.








*150218*

Freitag, 27. Oktober 2017

Was den Wert immer behält

Wenn über Währung, Gold und Geld gesprochen wird, dann wird gerne eines vergessen: Sie alle haben mit Wert zu tun. Und damit mit Wertschätzung. Der VdZ hat immer die Meinung vertreten, daß wenn jemand wirklich Werte sicher haben will, so muß er sich an den realen, immer gleichen, vor allem aber unverzichtbaren Dingen orientieren. Geld, Gold behalten ihren Wert nur in einem Umfeld, das entsprechend hohen Standard hat, weil diese Dinge noch eine Rolle spielen. 

Besser als Gold "für Krisenzeiten" zu kaufen ist es deshalb an Dinge zu denken, auf die niemand zu keiner Zeit verzichten möchte. Die auch wenn alles zusammenbricht gebraucht und vor allem nachgefragt werden. Reich wurden deshalb immer die, die das wußten, die Zeit nach 1945 hat es eindrücklich bewiesen. Jene wurden reich, die sammelten, horteten, worauf niemand geachtet hatte, weil es zu selbstverständlich gewesen war. Und das war nicht Gold. Und die, die die Illusion der meisten ausnützen konnten. Aber genau diese wußten auch erstaunlich gut, worauf Wert beruht. 








*081817*

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Wenn das Geld den Sinn bestimmt

Was der VdZ in den 1970er Jahren beobachtete war der Beginn eines sinnlosen Verhaltens: Plötzlich begann der Preis im Kaufverhalten der Menschen überhandzunehmen. Preis, dieses seltsame ökonomische Kalkül, begann den Sinn zu verdrängen, Geld nahm in der Überlegung der Menschen eine immer dominierendere Rolle ein.  Es begann das Zeitalter des Mülls, der unwürdigen, unwerten Ware, die uns um des Geldes willen die Lebensqualität aufgeben ließ. Indem wir den Sinn aus dem Leben kickten.

In der Konfrontation dieser beiden Typen wird es sichtbar. Übrigens: gut gespielt von beiden. Von dem Bartträger, gerade in der Ambivalenz des Charakters, die erst seine wahre Geschichte erzählt ebenso wie in der Leere des anderen. Der eine aber entfloh einer dramatischen Situation, die ihn in die Tiefen des Lebens getragen hatte. Unschuldig eingekerkert, hat er den Sinn des Lebens erfahren, sich an der Schönheit der Welt festgehalten, sonst wäre er zerbrochen. Der andere? Er ist hier, weil es "gerade im Sonderangebot war". Die Frage nach dem Sinn wird hier deutlich - das, was den Sinn dominiert, ist ja auch die Richtung, in die der Mensch sein Leben trägt. Es sind nicht primär die "technischen Inhalte". Inhalt ergibt sich immer nur aus Sinn. Er ist das, was wir am Jüngsten Tag in der Hand halten werden. Der Schlüssel, der zu der einen - oder zu der anderen Türe paßt.








*081017*

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Technik stößt ins Nichts

Die Technik versetzt uns in die Lage, von Welt und ihren Eigenarten unabhängig zu werden. Sie begrenzt das Begegnende (mehr und mehr) auf das Gewünschte, warum auch immer wie das Wünschen. Wir vergessen dabei aber nicht nur gerne, daß das Gewollte, das Gewünschte nur Sinn hat, wenn es im Absoluten, dem logos gründet, also wirklich aus einer allseitigen Vernunft heraus entschieden ist, sondern auch, daß es uns vereinsamt, auf uns (und die eingesetzte Maschine samt ihren Effekten) zurückwirft. Deshalb darf Technik nur höchst bedacht einerseits entwickelt, anderseits eingesetzt werden. 

Wer die heutige Computer-Technik betrachtet, samt den Techniken, die Programme darstellen,  sollte deshalb nie vergessen, daß sie letztlich vereinsamt und uns somit und sehr wahrscheinlich auf einem höchst beschränkten Stand des Selbst zurückläßt, uns darauf wie mit Mauern umgibt.

Die Verführung der Technik arbeitet ja genau damit: Sie gaukelt uns Einzelvorteile vor, die aber im Ganzen gesehen einer Verarmung gleichkommen. Nur, weil wir einen Moment des "Unangenehmen", des Schmerzes vermeiden wollen, schließen wir die Weite der Welt aus. Die Verführung gewichtet ein kleines Teilerleben, ein winziges Vielfältiges so stark, daß es uns leicht aus der Verankerung des Ganzen reißt. Und wir um eines kleinen Vorteiles willen tausendfältigen anderen Gewinn ausklammern. 

Sie müssen sich diesen Carl nicht mehr antun. Sie brauchen ihn nicht mehr. Sie können ihn mit der Technik umgehen. Eine Welt voller Technik ist eine Welt der Nicht-Gebrauchtheit von Menschen. Was aber ist die schlimmste Häresie, die schlimmste Foltermethode, die schlimmste Unmenschlichkeit? Daß der Mensch nicht gebraucht wird. Das reißt ihn aus dem, was ihn überhaupt erst zum Menschen macht: Er steht praktisch auf keinem Beziehungsfeld mehr. Nur so aber, nur in der Selbstüberschreitung auf Beziehung hin, könnte er Mensch sein. Er gehört keinem Sachverhalt mehr an. Er ist damit aus dem Wissen Gottes, aus der Vorsehung, ausgeschlossen und ins Nichts gestoßen.








*081017*