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Dienstag, 1. Februar 2022

Von der Vernünftigkeit der Verschwörungen

Aus rein marketingtechnischer Perspektive - Marketing hier als ausschließlich kapitalistisch (Siehe Anmerkung*) verstandenes Konzept verwendet - sind die allermeisten der sogenannten "Verschwörungstheorien" völlig logische Ergebnisse ökonomischer Überlegungen. Denn der feuchte Traum jedes Unternehmensgründers, der sein Utnernehmen sehr bald den faktischen Marktgesetzen folgend zum Kriegsinstrument umbaut. 

Denn er erkennt sehr bald, daß die Überlebensstrategie alles andere zu dominieren beginnt. Daß Unternehmerschaft immer ausschließlicher zur Kriegsherrenschaft wird, also die puren Überlebensgesetze alle übrigen Ziele und Eigenschaften eines Unternehmens verdrängen, weil alles erfordern und alles gestatten müssen. Und es zeigt sich im Konkurrenzkampf, der nicht das Gemeinwohl im Auge behalten kann, sondern das Überleben.

Der Traum jedes Unternehmensmarketings ist also immer ausschließlicher und aus mehr als verständlichen Gründen, den Raum, in dem er sich bewegt, zu beherrschen. 

Für den Mittelstand bedeuten diese Überlegungen zuerst, "am Markt" (und daß es einen solchen faktisch gibt, daß der Unternehmer auf einem "Markt" agiert, muß unbedingt geglaubt werden!) so zu agieren, daß man die Konkurrenz übertrifft. Daß man Bedingungen, Eigenschaften (auch am Produkt) schafft und hervorhebt, die DIE Eigenschaften eines Marktes und eines Produkts sein SOLLEN, und zwar ausschließlich. Sodaß der Kunde dann sein Bedürfnis am besten und sogar ausschließlich beim eigenen Unternehmen befriedigt bekommt. 
Das Agieren auf einem kapitalistischen Markt hat also an sich die Tendenz zur absoluten Macht. Diese Erkenntnis sollten wir für das Folgende nicht vergessen.

In einem nächsten Schritt bedeutet das nämlich, daß die Werbung (und Umsatz und Werbung stehen in einem prinzipiell funktionierenden Unternehmen in einem mathematisch erstaunlich berechenbaren Verhältnis, ohne jetzt aber über Verursachungszusammenhänge zu sprechen) nicht einfach die Vorzüge und Eigenschaften eines Produkts hervorhebt. Sondern in der Phase der Entstehung eines Bedarf eingreift. Sei es, daß Bedarf "geweckt" wird, sei es in der Weiterentwicklung dieser Gedanken auf den Punkt hin, daß Bedarf überhaupt erst "geschaffen" wird. Und das erreicht man, indem man das Bewußtsein der möglichen Kunden verändert, also ihre ganze Weltrezeption manipuliert.

Anfang der 1980er Jahre begann sich im Marketing deshalb ein weiterer Schritt zu etablieren, und zwar überall und generell. Marketing begann in dem einzusetzen, was sich "public interest" nannte. Das heißt man bot nicht einfach Holzhäuser an, eil sie gut, schön, angenehme und was weiß ich noch sind, sondern weil DIE UMWELT damit gerettet würde, DIE GESUNDHEIT damit gehoben oder sogar hergestellt würde. Während die Konkurrenzu diese Qualitäten sogar beschädigt. 

Die Großindustrie in globalem Maßstab freilich hat diese Gesetze schon hundertzwanzig Jahre früher entdeckt. Für sie ist die Globalisierung das notwendige Gegenüber für Unternehmen in jener Dimension, die in dieser Zeit entstanden sind. Und die sich den politischen Raum dazu geschaffen haben - im Imperialismus ihrer Länder bzw. jener Länder, die sie beeiflussen konnten. Und sei es aus purer Größe und damit Kapitalmacht, sei es aber auch aus purer Staats- und Militärmacht (siehe China und der sogenannte "Opiumkrieg") mit denen man Völker und Gesellschaften "aufgeknackt" hat. 

Das ist seit dem englischen Imperial-Kapitalismus, also seit dem 18. und 19. Jahrhundert ganz klar zu beobachten. Und hat auch in globalem Maßstab zu einem Konzentrationsprozeß geführt, der sich am Beispiel von Rockefeller bzw. Standard Oil hervorragend studieren läßt. (Wir haben auch darüber schon berichtet.) 

In nächsten und logischen Schritten haben diese Großbetriebe (für die die Form der Aktiengesellschaften keineswegs, wie die frommen Lehrbücher berichten, Formen "demokratisierter Beteiligung" sind, sondern andere Formen der Ausbeutung des Mittelstandes, wir werden diesese spannende Thema in der Zukunft noch einmal aufgreifen, ich habe es übrigens aber in meinem Roman "Helena" ein einem Seitenstrang der Haupterzählung schon skizziert) dann auf die Meinungsbildungsprozesse ausgegriffen. 

Zum einen in der Form der Medien, die sie nach und nach aufgekauft haben (es gibt heute kein Medium von Relevanz mehr, das NICHT einem Großkonzern gehört; selbst Staatsmedien sind hier nur noch sehr bedingt ausgenommen, weil auch die Staaten bereits von den Konzernen beherrscht werden, s. Anm. unten) und zum anderen durch Einflußnahme auf die höchsten Bildungsanstalten, die Universitäten. Auch dort ist der Maßstab des "Wissens" bereits von den Interessen des Kapitals vorgegeben. 

Ein Maßstab, den man hier wie überhaupt mit einem einzigen Satz bezeichnen kann, ich habe es bereits erwähnt: AUFKNACKEN. Auflösen, diffundieren von kultureller Substanz und vor allem der Identität sind hier die ersten Marketingziele. Denn so wird der Einzelne für den je stärkeren Einfluß aufbereitet. Und damit wird der Einzelne zum perfekten Konsumenten gemacht. Dessen Bedarf ebenso gesteuert wird wie dessen Befriedigung.

Überträgt man diese Aussagen auf sämtliche übrigen Bereiche, so kann man die gesellschaftspolitischen und kulturellen Entwicklujngen der letzten 100 bis 120 Jahre bereits hervorragend verstehen. Nicht die Verbreitung und Macht dieser Ziele ist aber dabei das Bemerkenswerteste. Sondern es ist der Umstand, daß sich das Wesen des Menschen nach wie vor nicht "knacken" ließ! Sondern immer noch wirkt und treibt, auch wenn das Intrumentarium - das Denken, das Sprechen - um es in Vernunft überzuleiten, bereits schwerstens beschädigt ist, ja in der Allgemeinheit bereits FEHLT. 

Das heißt, daß die Kritik zwar oft gut und berechtigt ist, ja sich oft sogar recht punktgenau in den Phänomenen und Peinigungsursachen beschrieben findet, aber die Lösungsansätze für Wege zurück oder hinaus in der Regel bereits völlig falsch liegen, ja sogar das Gegenteil bewirken weil dem vermeintlichen Übel noch zuarbeiten. 

Damit haben wir es mit gesellschaftspolitischen Situation zu tun, in der so gut wie alle angeblich "politischen" oder "weltanschaulichen" oder "moralischen" Themen, die unseren Alltag beherrschen - bis hin zu "Notlagen", "Umweltkatastrophen"(Siehe Anmerkung**) und "Pandemien" - zu Fragen des Marketing gemacht wurden. Als jenes Instrument, das unter Benützung der Humanwissenschaften (Psychologie, Soziologie, Medizin, sogar Philosophie (Siehe Anmerkung***) die Herrschaft über den Menschen etabliert und zementiert, wenn man diese Wissenschaften selbst beherrscht.

Nun, werter Leser, sieht man diese Angelgenheit, die hier im Abriß überflogen wurde, sollte es doch nachvollziehbar sein, wenn der eine oder andere hier das "fundamentum in re" der grundsätzlichsten Verschwörungstheorien der Gegenwart erkennt. Denn er hat damit ziemlich Recht. Der einzige Unterschied zwischen Verschwörungstheorien und tatsächlichen Vernetzungen des Weltgeschehens liegt dann in einer atmosphärischen Stimmung. 

Die nicht zuletzt von den Medien geschaffen werden (denn DAS können Medien, das KANN ein Sprachraum, denn es ist die Sprache, das allgemeine Sprechen damit, die den Beleuchtungsrahmen für Dinge - ja damit sogar in gewisser Hinsicht die Dinge selbst - schafft) um die Vernunft nicht wirklich zu Luft kommen zu lassen. 

Indem man ihr das raubt, was für ihren Selbststand in der Welt so bedeutend ist: Die autoritative Quelle, den Anker im Absoluten, und damit die unbedingt notwendige personale Bindung an die Quelle der Wahrheit. Auf der dann das Menschsein, das ein Menschsein IN IDENTITÄT ist, aufsetzen könnte. Einen Menschen, der aber keinen Boden unter den Füßen hat, kann man leicht beherrschen.

In den allermeisten Fällen ist deshalb die qualifizieren sollende Bezeichnung "Verschwörungstheorie" eine Verleumdung. So gemeint, uns so aufgeführt. Sie soll die Wahrheit zerstören. Und damit den ersten Schritt zur totalen Macht über die Welt vollziehen: 

Erst braucht es die Zerstörung, die dann die Konkurrenz ausschaltet. Dazu gehört vor allem die Aushöhlung und schließlich das Einstürzen bestehender Autoritäten und hierarchischen Strukturen. 
Dann folgt der Neuaufbau, von den Menschen immer brennender herbeigesehnt. 
Aber er geschieht diesmal unter kontrollierten Bedingungen. Und zwar durch Autoritäten, die im Chaos neu geschaffen und aufgebaut wurden. 
Wobei es nahezu gleichgültig ist, was diese Bedingungen sind. Prakitsch alles kann integriert, benützt oder ausgegliedert werden. Wichtig ist nur, daß die Bedingungen für das Neue unabdingbar, unverzichtbar, also in höchstem Maß moralisch verpflichtend sind Dann sind sie brauchbare Instrumente.  
Sie sind es dann, denen die Menschen folgen, und über sie wird dann der Markt beherrscht, weil er einem regelrecht gehört.


*310122*