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Dienstag, 14. Juni 2022

Der Weise, der schon 1998 alles kommen sah (2)

Kurz und gut: Alexander Solschenizyns 1998 veröffentlichtes Buch "Rußland im Absturz" wirkt wie eine Brücke zur unmittelbaren Gegenwart. Gerade WEIL der Autor Vladimir Putin noch nicht kannte, und dieser noch nicht einmal am Radarschirm der Öffentlichkeit aufschien. 

Denn alle die Konzepte, die der vom Sowjetsystem so schwer bedrängte, schließlich ausgebürgerte Russe, alles das was zu fehlen schien, dürfte zu einem hohen Prozentsatz auf wunderbare Weise doch noch ihren Vertreter gefunden worden sein. 

Nicht, daß wir damit Putin verherrlichen wollen. Aber war ich bei aller persönlicher Sympathie für den Typ doch noch recht zurückhaltend, ja aus Verstandesgründen gar ablehnend ihm gegenüber geblieben, so könnte sich meine Haltung zu ihn korrigiert haben.

Montag, 13. Juni 2022

Der Weise, der schon 1998 alles kommen sah (1)

Lange schon lag das Buch auf meinem (dritten) Stapel, irgendwann wollte ich Alexander Solschenizyns "Rußland im Absturz", das ich 1999 erworben und ungefähr zu dem Zeitpunkt auch gelesen hatte, wieder überfliegen umzu sehen, was ich alles nicht bemerkt und übersehen hatte. Kurz - ich habe es vollständig noch einmnal gelesen, und zwar unter so neuem Licht, daß es mir ein ganz neues Buch wurde.

Ein Buch von dem ich sage, daß man es gelesen haben MUSZ, will man über Rußland überhaupt etwas sagen. Denn Solschenziyn hat dieses mehr als besorgte Fazit aus vier Jahren Reisetätigkeit, tausenden Gespräche, hunderten und aberhunderten Korrespondenzen und an die siebenhundert Besuchen vor Ort nicht nur geschrieben ,um den Fingr auf offene Wunden zu legen und zu erklären, was sich in Rußland nach der Gortbatschowschen Wende 1990 abgespielt hat. Um so den irrwitzigen Zustand des Landes zu erklären, das in den Augen vieler unrettbar zerrüttet war.

Schon 1998 (sic!) hat Solschenizyn aber auch die Wurzeln zuklünftiger Konflikte benannt weil erkannt. So auch den heutigen Krieg in der Ukraine, der bereits 1922 von Lenin angelegt worden ist. Der in typisch marxistischem Größenwahn willkürliche Landesgrenzen gezogen hat, die im vormaligen Zarenreich keinerlei historische und ethnische und damit kulturelle Grenzen berücksichtigt haben.  

Freitag, 6. Mai 2022

Auf der Suche nach einer Ordnung (2)

Warum? Weil es den Atomkrieg riskiert? Nein. Vor einem Atomkrieg sollten wir weit weniger Angst haben, als uns eingeredet wird, weil das manchem sehr nützlich ist. Sondern weil es sich in einen Gestus hineinreißen hat lassen, in dem es das Anderssein Rußlands, auch sein Komplementärsein nicht mehr dulden will. 

Wo es daherfaselt, es wolle "unabhängig" sein. 'Als gäbe es eine soziale Beziehung OHNE Abhängigkeit, als wäre nicht diese selbst das, was wir als Beziehung bezeichnen; eine Bziehung zu gestalten, wozu es immer die Form braucht, also einen offiziellen Ritus, der darstellt, was diese Beziehung ist. Wo es also alles auslöschen möchte, was Europas östlichen Teil ALS Europa akzeptiert, respektiert, und sein Eigensein betreiben läßt, das heißt auch: Seine Beziehungen im kleineren, mehr lokalen Rahmen gestalten läßt, und sei es durch einen lokalen Krieg. 

Donnerstag, 25. Juli 2019

Der Ort definiert das Leben (2)

 Teil 2) Die Anmerkung als notwendiger Exkurs über Gestalt




*Dieser Satz, diese Wahrheit wird leider heute völlig miß- beziehungsweise überhaupt nicht mehr verstanden. Er wird nämlich dahingehend interpretiert, daß wir uns immer erst um das "große Ganze" kümmern müssen, nicht um das kleine Lokale. Also - erst Globalisierung, dann wird auch das Regionale gut. Das ist genau das Gegenteil von richtig, es ist völlig falsch! Denn das ein Regionales, Proprietäres übersteigende Insgesamt, das jeweils alles Regionale in ein nächstes Überregionales, größeres Ganzes integriert, ist GAR NICHT im Erfahrungs- und Gedankenhorizont des je von ihm Eingeschlossenen. Es übersteigt dieses immer unendlich. Unendlich? Ja, weil es als Ganzes nicht in Teile auflösbar ist, und somit unserer Gestaltungsvollmacht gar nicht unterliegt. Vielmehr können wir immer nur in unserem ureigensten lokalen, regionalen, individuellen (etc.) Rahmen denken und handeln. 

Man kann allem Übersteigenden, allem Ganzen nur als "Gestalt" begegnen, der einzigen Rezeptionsform, die ein "Ganzes" erfassen kann. Aber jedes Ganze hat eben seine nächsten, eigenen Kategorien! Damit bleibt nur die "Ehrfurcht" als erkenntnisgemäße Haltung. (Das Erkennen ist immer ein Kommunizieren, ein personaler Akt, also ein wesensgemäßes Zueinander von Gestalten.) Das Ganze kann deshalb nur bestaunt, nie aber "gemacht" werden. (Weshalb Ehrfurcht vor allem Geschöpflichen, Dinglichen, Persönlichen die einzige wirklich menschengemäße Haltung ist.)

Ein Beispiel: Der Junge, der Schüler (etc.) kann nie die geistige Welt des Erwachsenen (Lehrers) zur Gänze in Gedankenkategorien auflösen, das heißt verstehen.* Das ist bestenfalls in abgegrenzten Teilen möglich. Das Ganze aber kann er als Gestalt aufnehmen und erinnern. (Man beachte die Rolle der Sympathie - siehe Max Scheler! - im Erkenntnisprozeß.) Allmählich und mit dem Grad der Reifung wird sich deren innere Grammatik (wie sie die Gestalt enthält beziehungsweise diese trägt) aus der Erinnerung heraus aneignen können, wenn auch nie ganz (weil alles Personsein heißt, Individuum zu sein: So etwas wie "seine eigene Art". So, wie jeder Ort schon das Individuelle bewirkt. Und nichts ist am selben Ort wie ein anderes.

Wer meint, das größere oder große Ganze machen zu können, ist wie ein Kind, das seinen Legobaukasten hat und nun meint, die Welt exakt so bauen zu können, daß sie wie die Welt "ist".

Die Katastrophe rund um den Aralsee ist das exakt illustrierende Beispiel: Hier wurde "im Großen" gedacht und gehandelt, und dabei alles Kleine zerstört, und damit erst recht das Große. Die Austrocknung des Aralsees hat bewirkt, daß sein zurückbleibendes, nun vom Wind verblasenes Salz (Wasservertrocknung) sogar die umgebende Landwirtschaft zerstört hat. Der Mensch kann nur im Kleinen (technisch) denken. Das Große wird sich ihm IMMER entziehen, es ist unendlich komplex.

Das, was unserer Gestalt direkt entspricht also. NUR indem wir somit in diesem kleinen, uns eigenen Horizont handeln, also im Rahmen unserer unmittelbaren Verwurzelung, gliedern wir uns in ein größeres Ganzes ein. Schon gar nicht also können wir in einem Rahmen denken und urteilen und handeln, der "das Weltganze" betrifft. Dieses ist von uns überhaupt nicht direkt adressierbar! Sondern nur, indem wir von den allerkleinsten Stufen unseres Daseins ausgehen und dieses erfüllen. Nur so berühren wir das nächste Umfassende. Hierein wiederum befinden sich alle Orte, alle Wesen in einer klaren Hierarchie, weil einem Zueinander, das nie "gleich" sein kann. (Denn "hier" ist nicht "dort", und sei es nur einen Millimeter daneben. Es gibt kein Ding, kein Wesen ohne nur ihm zubehörigen Raum.)

Zur Illustration: Nur wenn wir den Bohnenstrauch in unserem Garten wohl hüten und pflegen, ja in diesem Rahmen als unserem ersten Verantwortungs- und Aufgabenbereich denken, uns diesem kleinsten Rahmen verantwortlich sehen, wird die globale Flora berührt. Nur, wenn wir uns um unseren Vorplatz vor dem Haus, den Bäumen in unserer Straße widmen, wird das Kleinklima, das uns umgibt, angepaßt und verändert. Dort endet auch unsere Verantwortung, nur darum haben wir uns zu kümmern. Was das im größeren Ganzen, im Stadtklima, oder etwa gar im "Weltklima" ausmacht, werden wir überhaupt nie wissen, schon gar nicht beeinflussen können. 

Das Reden, daß wir das Weltklima nur global lösen und retten können und müssen, nicht durch individuelles Handeln und individuelle, direkte Verantwortung, ist also das hundertprozentige Gegenteil von der Wahrheit - es ist ein Irrtum, wenn nicht eine Lüge. Das "Weltklima retten" zu wollen wird also nicht nur mit absoluter Sicherheit völlig unberechenbare Wirkungen haben, sondern es wird sich vor allem an einem Punkt auswirken: Es wird LOKAL Störungen und Probleme verursachen.

Der jeweils größere Rahmen bestimmt zwar die Beziehungen der ihm zugewiesenen Teile, also der seiner Ordnung zubestimmten Orte und Teilorte, aber im Sinne einer Festlegung, nicht im Sinne eines "Tuns". Handeln, tun kann somit einerseits nur der ureigenste kleine Ort, anderseits kann er es nur im Rahmen einer Bestimmung vom größeren Ganzen her, der IHM sein Wesen gibt. Also - in der individuellen, "kleinsten" Wesenserfüllung beginnend. 




*Heimito von Doderer bezeichnet deshalb die (nachfreudianische) Psychologie, die genau das zu können von sich behauptet, als Geisteskrankheit.




Mittwoch, 24. Juli 2019

Der Ort definiert das Leben (1)

Auch die Austrocknung eines noch vor zwanzig Jahren viergrößten Süßwassersees der Welt, des Aralsees zwischen Usbekistan und Kasachstan, hat mit Klima nichts zu tun. Sieht man davon ab, daß er das regionale Klima prägt. Sie war die Folge eines absurden, typisch größenwahnsinnigen Projekts der Kommunistenschädel, die da meinten, durch Wasserentnahme aus den beiden Hauptzuflüssen die kasachische Steppe durch Getreide- und vor allem Baumwollfelder (die noch dazu enorm viel Wasser ziehen) wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Effekt ließ nicht lange auf sich warten. Der früher fischreiche, kristallklare See, der einen ganzen geographischen Großraum ernährte und wirtschaftlich prägte, trocknete bis auf einen kleinen Rest aus. 

Aber es gibt Hoffnung, und der Aralsee wird wieder größer, seine Wasser steigen wieder. Durch ein von der Weltbank finanziertes, großes Dammprojekt, das vor einigen Jahren realisiert wurde. Schon wenige Jahre später ist sichtbar, daß die Seefläche wieder zunimmt, wie dieser Bericht aus dem Jahre 2017 zeigt. Und zur großen Freude der noch verbliebenen Bewohner, die in der Zwischenzeit auf Kamelnutzung umgestiegen sind, kommen auch die Fische wieder. Und zwar bei weitem nicht nur durch künstlichen Besatz. Zumindest für den Nordteil wächst die Hoffnung, daß der Aralsee wieder aufersteht.

Wenn auch die Anwohner sich nicht vorstellen können, daß er jemals wieder zur alten Größe und Pracht zurückgelangt, regt sich Hoffnung und mancher trifft bereits Vorbereitungen auf die nähere Zukunft. Indem er etwa beginnt, alte Boote wieder flott zu machen, indem er versucht, sich an die Fischfangtechniken der Väter zu erinnern. Mancher Junge plant sogar bereits wieder, sein Leben wie die Vorfahren als Fischer am See zu verbringen. Schon gibt es auch in Aralsk, dem Hauptort und früheren Haupthafen der Region, der heute dreißig Kilometer vom See entfernt liegt, in den Läden wieder frischen Fisch aus dem See.

Wie rasch die Erholung von ausgetrockneten ehemaligen Wasserflächen aus ganz natürlichen Gründen gehen kann, zeigt auch eine Studie aus Oregon in den USA. Wo man nach einigen Dürrejahren untersucht hat, wie sich die Population von Forellen und Salamandern in den ehedem fast ausgetrockneten Gewässern und den angrenzenden Flächen entwickelt. Und siehe da: Es dauert nur ganz wenige Jahre, bis die Dichte an Tieren frühere Ausmaße wieder erreicht.

Schon Richard Woltereck zeigt in seinen Untersuchungen im 20. Jahrhundert, daß Tierbevölkerungen ungemein elastisch auf Gegebenheiten in biologischen Räumen reagieren. Und sich in ihrem Freß- wie Fortpflanzungsverhalten ganz rasch auf wechselnde Bedingungen einstellen. Die Tiere haben offenbar ebenfalls eine Entsprechung zu dem, was den Menschen sogar als direkter Schöpfungsauftrag gegeben ist: Seid fruchtbar und mehret euch, und macht euch die Erde untertan! Nur auf anderer, instinktiver, direkter Ebene, die nie hinterfragt, die immer zu erfüllen getrachtet wird.

Am verblüffendsten fand der Biologe, daß Lebewesen ihren "Fraßfeinden" keineswegs in einer bloßen Abwehrsituation gegenüberzustehen scheinen, sondern sogar die Zahl ihres Nachwuchses nach den Freßfeinden orientieren. Also diesen sättigen, um dann ihren bestandserhaltenden Nachwuchs zu gebären. Umgekehrt, nehmen die Fraßfeinde "Rücksicht", und schränken ihre Jagd und ihr Fortpflanzungsverhalten ab einem gewissen Zahlenverhältnis Esser: Nahrung ein. Das sich grosso modo somit äußerst stabil hält. 

Desaströs wirkt nur eines: Wenn Ortsfremde in ein bestehendes Biotop gelangen. Denen fehlt jeder Bezug zum Ganzen, und ein Lebensraum verändert sich dramatisch, ja kann überlebensfeindlich werden. Übrigens vor allem für die Zuzüglinge. Sie gehen von einem Insgesamt aus, das dem, in dem sie sich jetzt befinden, nicht entspricht.

Alle Lebewesen leben offenbar in einem "Feld", einem Lebensraum, einem abgrenzbaren Ort beziehungsweise Ineinander von Orten, meint Woltereck. Die bestimmte ideelle (ontologische) Beziehungsknoten enthalten müssen, sonst ist das Verhalten ganzer Populationsgefüge, die sich zu einem Ganzen verhalten, das mit der Umgebung nahtlos ineinanderfließt, nicht erklärbar. Ganzheiten, Felder, die dann auf das individuelle Verhalten einwirken und mit diesem korrespondieren. Der Ort definiert das Wesen, ja ist in gewisser Weise das Wesen der Dinge und alles Lebendigen.*





Morgen Teil 2) Die Anmerkung als notwendiger Exkurs über Gestalt




Mittwoch, 12. Dezember 2012

Böse Wirtschaftskrise

Diese Geschichte kann man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da kauft die Bank Austria, österreichische Tochter der Girocredit Italia, "Head" der Ostgeschäfte der Italiener, im Jahre 2007 um 2,1 Milliarden Dollar die ATF-Bank in Kasachstan von dem kasachischen Oligarchen (da schnalzt man mit der Zunge!) Bulat Utemuratov. Und rechnet sich enorme Expansion aus, weil Kasachstan - zwischen Rußland und China gelegen, und auf einem der Spitzenplätze der korruptesten Staaten der Welt - ja strategisch enorm wichtig ist. Groß wird es verkündet, der Sekt fließt in Strömen, die Prämien rauschen über die Kontenlandschaft, Luxusjuweliere grüßen doppelt freundlich, Edelbars reservieren abgeschottete Logen: die Bank wird noch globalerer player, Wien wird noch wichtiger!*

Aber gleich darauf beginnen sie schon, die Probleme. Hedgefonds wollten klagen. Die Bank hätte die Rechte von Minderheitsaktionären wie sie verletzt. Das bewältigt die Bank, indem sie gleich mal 150 Mio. Abstandszahlung nach Almaty schickt. Per Bahnexpreß.

Aber im äußerst ölreichen Lande Präsident Nasarbajew's geht es rund. Die Bank mit ihren 103 Niederlassungen zwischen Almaty und Rülpskoje an der Bely macht Verluste, ein Jahr nach dem anderen. Das konnte man ja nicht ahnen. Und auch nicht das: bald sind 42 % aller Kredite notleidend! Um nicht Konkurs anmelden zu müssen, schickt die Bank Austria weitere 680 Millionen Euro nach Kasachstan. Per Flugpost, diesmal.

In weiser Voraussicht hat die Bank Austria ihr kasachisches Prunkstück still und heimlich aber schon gleich nach dem Kauf stückchenweise abzuschreiben begonnen. Dank der staatlichen Hilfen - böse Wirtschaftskrise! - war das ja leicht bewältigbar. Bis auf letzte 440 Mio., mit der das Werkel noch in den Büchern steht. Und um die soll die Bank nun so rasch es geht abgestoßen werden, sonst bleibt nicht mal das, bei jährlichen Verlusten von zuletzt 105 Mio. Euro. 

Es gibt auch schon Angebote. Darunter eine Investorengruppe, der gerüchteweise der Bürgermeister von Almaty angehört. Gerüchteweise, alles nur Gerüchte, natürlich.

Aber nun kommt's. Wer, geneigter Leser, ist zweiter Anbieter, und dürfte die Bank nun kaufen, vorausgesetzt, es geht noch was mit dem Preis? Richtig getippt. Jener Bulat Utemuratov, der noch 2007 für dieselbe Bank 1,6 Mrd. Euro KASSIERT hatte. Nun kauft er sie, um diese 440 Mio Euro. Hoffentlich. Denn dann beträgt der Verlust nur 1,8 Mrd. Euro. In fünf Jahren eingefahren. Und die Bank Austria sagt sogar noch: Danke! Es hätte schlimmer kommen können.

Das ist eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Mit dicker, fetter Tinte.

Da wird der Sekt fließen! Nur diesmal nicht in Wien. Die waren schon dran. Die Weiber freilich, die sind die selben.





*Immerhin wußte ja die Stadt, was sie tat, als sie für die Bank beim Verkauf an die Italiener für 10 Milliarden die Haftung übernahm. Zwar wurde im Fall des Milliardendesasters der Hypo Alpe Adria, die den ganzen Balkan eroberte, ehe sie mit Donner und Brausen ins Milliardendebakel rutschte, die 16 Mrd. Landeshaftung durch das tiefblaue Kärnten dem Land beinahe zum Verhängnis, wäre nicht der Bund eingesprungen, aber die Donau ist ja nicht der Wörthersee. Hier weiß man, wie's geht.




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Dienstag, 9. November 2010

Ein Pack

Aral-See - jetzt und einst (ahnbar)
Man schüttelt nur noch den Kopf, und es geht einem der Sprachschatz aus, will man nicht des Tourette-Syndroms bezichtigt werden. Die einzigen seriösen Wissenschaftler, die sich zu dem Thema Klimawandel bislang geäußert haben waren jene die meinten, es könne doch um Gottes Willen keine Aussage dieser Größenordnung, mit Katastrophenwarnung erster Güte etc., getätigt werden, dafür wüßte man vom Klima einfach viel, sehr viel zu wenig, man wüßte eigentlich gar nichts.

Kaum eine Woche, in der nicht Meldungen wie die in der Presse auftauchen, weil man nun doch, da und dort (und zum Höheren Ruhme Österreichs sei es gesagt: Innsbruck tut sich da noch wohltuend hervor: die prüfen wenigstens ab und zu mal etwas nach!) rechnet man zur Abwechslung wirklich, und überlegt einmal längst getroffene Feststellungen genauer, um dann zu etwas, sagen wir: abwiegelnderen, Inhalten zu kommen.

Diesmal des Inhalts, daß man also doch, vielleicht, eventuell, das Abschmelzen der Gletscher in seinen Auswirkungen etwas überschätzt hätte. Natürlich, nicht generell, in ein paar hundert Jahren sind die weg, zweifelsfrei, und wie die weg sind, da wird uns noch Hören und Sehen vergehen. Aber jetzt, also so mit Hochwasser in Bangladesh und so, mit dramatischen folgen für 40 bis 50 % der Weltbevölkerung im Jahre 2035 und so, vielleicht doch nicht. Denn wenn man sich's so recht überlegt, es gibt ja auch den Monsun, und wenn dann noch Land zwischen Monsun und Schmelzwasser ...

Quelle: Wikipedia
Aber natürlich, wenn dann , in ein paar hundert Jahren, wirklich kein Schmelzwasser mehr käme, dann sähe es nördlich des Himalaya schon schlecht aus. Der Aralsee würde austrocknen, und wenn der austrocknete, dann wären ja ... also ... ein paar hunderttausend Leute jedenfalls, nicht?  Das wäre echt eine Katastrophe. Nur durchs Schmelzwasser, das dann fehlt!

Der Aralsee?! Aber der ist schon zu 90 % ausgetrocknet! Weil sein Wasser in der Sowjetunion ohne jede Rücksicht zum Baumwollanbau in Kasachstan und Usbekistan benutzt wurde. Noch in den 1970er Jahren haben wir im Russischunterricht die Bilder von den glücklichen Baumwollkollektiven als Zeugen sowjetischen Pioniergeists und wissenschaftlicher Leistung gesehen. Damals war er noch in der Größe der Schweiz. Heute? Liechtenstein. Kommt hin.

Man nannte so etwas immer: Pack. Bleiben wir dabei.

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