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Dienstag, 9. Oktober 2018

Sehen wir noch das Relevante und Wirkliche - das Wetter?

Der VdZ hat den dringenden Verdacht, daß vor lauter Starren auf "das Klima" die Bauern (und wir alle) vergessen haben, auf "das Wetter" zu schauen, und uns nach dem ausrichten, was uns seit je bestimmt hat.

Entsprechend weltfremd scheint die gesamte Diskussion geworden zu sein. Man spricht über etwas Abstraktes, das aber noch nie jemand real gesehen hat. Weil es das nicht als reales Ding gibt: Klima. 

Schon 1860 warnt Rosmini davor, daß der schwerste Schaden aus der Situation seit Descartes ist, daß wir geistige Dinge als reale, sinnlich wahrnehmbare (und damit der Praxis unterliegende) Dinge nehmen.  Klima ist ein völlig abstrakter, mathematisch zu definierende Begriff. Das es real, praktisch, im Alltag und im lokalen Leben aber nicht gibt.

Wenn wir uns danach ausrichten, werden wir mit Sicherheit das zu Tuende versäumen. Weil wir die Wirklichkeit nicht sehen. Noch gefährlich dadurch, daß wir es durch "Versicherungen" absichern, uns also vor allen Defekten der Wirklichkeitsrezeption "schützen", so daß die Wirklichkeit irrelevant wird. 

Was aber könnte zu mehr Fehlverhalten führen?




*Der VdZ hat Satellitenbilder über angebliche "Schäden der Klimaerwärmung in Deutschland" gesehen, die nichts anderes sind als Bilder von abgeernteten Feldern. Die natürlich "gelb und trocken" und verwüstet wirken. Schon gar ... bei der absurden, verbrecherischen, politikbefeuerten Bepflanzung durch stark wasserziehende "Energiepflanzen". Wie Mais. Wie Raps. 

Der VdZ hat noch die Bilder aus den Fahrten durch Mecklenburg-Vorpommern im August 2008 vor Augen, in denen soweit der Auge reichte die von holländischen Bauern gepachteten, riesigen, wirklich riesigen Flächen der ehemaligen Landwirtschaftskombinate im Oderbruch (die nach Rückgabe/Reprivatisierung fast immer in die Hände von Leuten fielen, die nichts damit anfangen wollten oder konnten, also allem zustimmen, was "Geld bringt") nach der Ernte des hier fast ausschließlich angebauten Mais (der extrem wasserziehend ist) abgeerntet waren, und im August schon bleich und trocken vor ihm lagen. Wenn man DAS von oben photographiert, gibt es natürlich ein "von Trockenheit verwüstetes Gebiet". 

Mittlerweile sind ein Fünftel - 20 Prozent - der landwirtschaftlichen Flächen in unseren Ländern sogenannten "nachhaltigen Ölsaaten" gewidmet. Glaubt wirklich jemand, daß das ohne Auswirkung bleibt? Diese totale Sinnlosigkeit, die sich darum rankt - es gibt keine Wirklichkeitsanforderung dafür, alles ist reiner Wahn, nachweisbar, und durch seine Unlogik nur als ontologisches Verbrechen belegt - wirkt sich doch ganz real im Kleinklima aus, was sonst? (Und Kleinklima ist das Einzige, was uns am "Klima" betrifft.)

Ist diese Abstraktion ins "Klima" aber wirklich die dräuende Wirklichkeit in Deutschland? Der VdZ glaubt es eben nicht. Er glaubt viel mehr, daß die Wahrnehmung so schwer geschädigt ist, daß wir gar nicht mehr wissen, was wie überhaupt "ist", und was uns betrifft. Wir leben wie mit einer Blindenbrille, schwarz, undurchsichtig, nach Einblasungen im Ohr. Und wundern uns, wenn nichts zusammenstimmt. Wir können uns nicht einmal mehr vorsorgen. (Wozu auch? Es gibt ja Versicherungen, die alles ersetzen, was wir nicht einmal mehr bedenken.)

Hat das deshalb alles noch für jemanden Relevanz? Ist nicht das auch - und nicht zufällig - das Merkmal der gegenwärtigen Politik? Nicht mehr sehen, "was ist". Bei Migrantenkriminalität im Alltag unserer Innenstädte sehen wir es nur deutlicher. Ansonsten beschäftigen wir uns nur noch mit Scheinbildern, was sein könnte - in einer irgendwie irgendwo irgend-irrealen Welt.






*010918*

Dienstag, 9. Juni 2015

Von Sinn, Autorität, Hörigkeit und Gehorsam

Werden die Dinge nur auf sich selbst reduziert betrachtet, so bleibt nur der Bereich des Zwecks. Aber diese vermag etwas nicht im Bestand zu halten, und im Bestand halten heißt, über es hinauszugreifen - in den Sinn. Im Sinn wird ein Ding von einem Höheren um- und einbegriffen, sodaß alles Geschöpfliche der Welt nur ist, weil es in ein je Höheres einbegriffen IST. Reißt sich etwas aus dem Sinn los, fällt es ins Nichts, es zerfällt, auch physisch/physikalisch (1. thermodynamisches Grundgesez der Entropie). 

Das gilt von den Wesensstufen der Welt - Anorganisches, Pflanze, Tier, Mensch - genauso in ihrem kategorialen Übergängen (also: Anorganisches erfüllt sich zu dem ihm selbst Mglichen, also als Erfüllung angelegten, in der Höhe des Pflanzlichen), also auch innerhalb dieser Seinsstufen, durch die Hierarchien. Denn es gibt nichts, das nicht in einen Ort innerhalb einer Hierarchie eingefügt ist. 

Das betrifft natürlich genau auch den Menschen, der immer in einem Verhältnis zu einer Autorität steht - immer! - und deshalb von dem belebt wird, woran er durch diese Autorität in einem Übergreifenden teilnimmt, beim Menschen: nicht ohne die Zustimmung (die sich im Gehorsam quasi fleischlicht*). Das je Niedere befindet sich also dem Sinn, dem Höheren in einer Position der zu befruchtenden Materia, und empfängt (im Eros) die Befähigung zur Wiederspiegelung des Bildes des Höheren. Autoritätsverhältnisse sind sui generis Zeugungsverhältnisse! In denen sich sogar die unfruchtbare Natur (des Anorganischen) in die Befruchtung zum Höchsten hin (erst über die Pflanze etc.) hineinhebt. Im letzten - im Bild der Sonne, als das alles ab ovo belebende Prinzip. (Christus - das Licht, das vom Vater ausgeht, und in der Leiblichkeit in ihn zurückgeht!)

Und damit ist es das Leben selbst, das in solchem Autoritätsverhältnis einströmt. Der Tod korreliert direkt mit der Unfähigkeit, sich durch ein Oberes (Lebens-/Seinsvermittelndes)*** beleben zu lassen (Entropie!) Oder - wenn alles Entfaltbare entfaltet ist, die mögliche Vollkommenheit (deren Grenzen die materia vorgibt) erschöpft ist.

Leben hat also etwas mit der Fähigkeit "zur Infektion" zu tun. Der Vernunftprozeß des Menschen als Selbstbesitz ist deshalb kein Abschotten gegen Infektion - dann wäre er das, was man etwa mit "Kleinbürgerlichkeit" und Rationalismus bezeichnen könnte. Sondern er ist das genaue Gegenteil: Er ist die sichere (gattliche) Wahl des Befruchtenden als Willensbeschluß, der durch die Treue (im Beschluß) zum Wesen wird.****

Aber diese Wahl ist eine Wahl zu sterben, eine Wahl des Todes (siehe: Intitiationsriten!). Das neue Leben tritt erst ein, wenn das vorangegangene gestorben ist. Das jeweils "Untere" ist das, was des Todes ist - das, was der Schlangenzertreter zertritt, weil es sonst kein neues, und das ist nur höheres Leben gibt.

Mehr noch: Es ist das von oben Kommende, das (in diesen Sinn hinein - aus diesem heraus) organisiert. Schon bei der Sonne in allem Anorganischen und Pflanzlichen am deutlichsten sichtbar. (Alles was es gibt "ist" in gewisser Weise, physikalisch, Licht. Es muß also das einströmende, belebende Prinzip als Eigensein wiederspiegeln, je nach seinem Vermögen, dann IST es.) Deshalb wird es im Menschen personifizierend - das Wort, die Geiststufe des Lichts, ruft zur Person. Darin liegt auch die wahre Bedeutung der Taufe - als definitive Einbindung in die Übernatur, erst so zur Vollgestalt des Menschen. Das KANN nur von Gott kommen - und muß REAL (Ritus!) sein weil das Fleisch real prägen.***** Keine "gute Meinung" kann das mangels Dimension ersetzen.



*Rosmini definiert den Gehorsam als die freiwillige Einstimmung in eine Führerschaft durch einen anderen, auch wenn dessen Entscheidungen falsch sein sollten - im Verzicht, das zu prüfen; sonst wäre es ja kein Gehorsam, sondern man würde immer nur sich selbst folgen. Ohne Gehorsam gibt es aber keine Höherführung, ja, nicht einmal die Erhaltung des eigenen Bestandes, ja diese schon gar nicht. Das Wesen aber, an dem ich teilhabe, in dem ich gehorsam bin, ist nicht in die faktische Daseinsqualität hineingebunden, sondern ergibt sich aus dem SINN dieser Beziehung. Im Gehorsam stimme ich also dem Sinn zu, nicht der faktischen Person, die immer auswechselbar ist. Und dessen Schwächen und Fehler im Untergebenen jene Läuterung bewirken, sie ihn von sich noch freier zum Sinn hin macht. Die Welt ist ein Sinngefüge - logos! - und nur daraus lebt und besteht sie. Den faktischen Träger dieser Autorität muß ich aber deshalb lieben (wenn auch nicht: mögen), weil sich NUR IN IHM und DURCH IHN (in seiner realen Faktizität) dieser Sinn zugängig macht, das ist nicht zu trennen.

Gehorsam ist deshalb auch etwas völlig anderes als Hörigkeit. Denn in der Hörigkeit belade ich das Faktische des anderen mit einer vermeintlichen Verantwortlichkeit (die eine Selbstentschlagung von Eigenverantworgung ist), die sich nicht auf den Sinn des Autoritätsverhältnisses bezieht, ja sogar diesen in seinen Besitz bringen will, weil der andere bewegt werden soll, davon zu lassen. Hörigkeit ist deshalb auch keine "überzogene Form des Gehorsams", sondern das genaue Gegenteil: sie stammt aus Ungehorsam. Wer reale Erfahrung mit Hörigkeit hat wird deshalb bestätigen, daß Hörige die nur scheinbar widersprüchliche Seltsamkeit zeigen, "im Namen der Autorität" (die ihnen gar nicht zubehört!) als diese nicht nur ersetzend, sondern deren faktischen Träger (!) verdrängend (nihilierend) zu sprechen, und zwar in einer durchaus "eigenen" Interpretation. 

Vom Hörigen hört man also nie, was die Autorität (der Sinn) eigentlich sagt. Sondern eine ganz eigene Variante und Interpretation. Deshalb bleibt die Fruchtbarkeit des Sinns (der sich dem Gehorsamen erschlösse) dem Hörigen immer vorenthalten, er zerfällt. Und fühlt sich aber dem Träger, "dem er hörig ist", überlegen, weil er diesem Gehorsam vortäuscht - um ihn aber aus dem Sattel zu stoßen, nur auf unmerkliche Art. Die Grundhaltung der Hörigkeit ist also - Hochmut, Überlegenheitsgefühl, weshalb der Hörige immer die Schwäche des "Gehörten" fördert um ihn in Sicherheit zu wiegen.

Wer etwa quasi als prototypisch bekannte Hörigkeitsverhältnisse hernimmt - man denke an die Verhältnisse am "Friedrichshof" der Kommune des Otto Mühl - und ehemalige Betroffene kennt wird deshalb feststellen, daß diese sich HEUTE NOCH als ... "Otto Mühl" verstehen, und zumindest heimlich, aber prinzipiell gutheißen, was da passiert ist, den Kern der Anschauungen, die zu diesem perversen Experiment geführt haben, noch heute vertreten. (Da lasse man sich von symbolischen Abstandserklärungen über sexuellen Mißbrauch, Gewalt etc. an jenem Friedrichshof nicht täuschen; die liefern hier sogar bequeme Distanzierungsrituale.) Das war auch der Kitt, warum dieses absurde "Experiment" so lange "funktionierte", und es funktionierte nicht zufällig vor allem über die Frauen.

**Nicht wenige Naturwissenschaftler haben auf die verblüffenden Parallelen zwischen Zeugungs- und Infektionsprozessen hingewiesen.

***Darin gründen die verwirrenden - weil falschen - Denkfolgen des mechanistischen Atomismus, der in Zersetzungs- wie Auferbauungsprozessen lineare Entwicklungen ansetzt. Solche Prozesse haben aber immer progressiven und sogar sprungprogressiven Verlauf. Das macht heute übliche "Zeitangaben" über kosmische Gegebenheiten weitgehend irrelevant, weil Zeitläufte prinzipiell niemals absehbar sein KÖNNEN - sie sind im Einzelnen immer chaotische Verhältnisse, weil wir es bei der Welt immer mit unsteuerbaren komplexen Systemen zu tun haben. Die ernstzunehmende Kritik an Einsteins "'Relativitätsgesetzen" setzt genau übrigens dort an - sie "stimmen" in gewissen Beobachtungsbereichen, aber dann nicht mehr. Darüber half man sich dann mathematisch mit der Einführung von immer mehr "Dimensionen" hinweg, die kategoriale Seinssprünge simulieren und berechenbar machen sollen.

****Irrtum ist immer ein persönliches Defektgeschehen. Und er ist die Empfängnis durch einen "falschen" Zeugenden. Das ist das Problem der heutigen Erziehungs- und Bildungskatastrophe, die eine Katastrophe der Autorität (und Identität) ist.

*****Wie tief diese Wahrheit im Menschen (d. h. in jedem Menschen, konstitutiv weil ontologisch) verankert ist zeigt das Bedürfnis der heutigen Generation, die Taufe (an die zu glauben es fehlt) wenigstens durch die immer häufiger werdenden "Begrüßungsfeiern" zu simulieren. Auch dem VdZ begegnen sie immer häufiger. Aber das Höhere, der Name, kann nur in und damit von Gott dem "ganz anderen" (und damit nicht menschenverfügbaren) in den Geist heben. Gnade bricht immer herein, sie kann nie weltimmanent sein. Die Proponenten solcher Feiern erheben sich also selbst buchstäblich zu Göttern/Gott, und sie müssen sich so sehen, sonst würden sie sich diese Handlungsvollmacht (an deren Ausreichendheit sie ja glauben müssen) gar nicht zugestehen. Das macht die Blasphemie solcher Feiern aus.


(dat. Christi Himmelfahrt 2015)





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Sonntag, 17. Mai 2015

Warum Hilfe die Unzufriedenheit der Flüchtlinge erhöht

Die Großartigkeit des Mittelalters, schreibt Rosmini einmal, bestand in der ungeheuren Ansammlung von Dingwissen. Man tut dieser Zeit schwer unrecht, wenn man verlangt, daß sich auch das abstrakte Wissen gehabt haben sollte. Denn das kann nur dem Dingwissen folgen, als Abstrahierung der Erfahrungen aus dem bloßen Ding selbst. Aus welchem heraus nämlich die richtige Verwendung gar nicht bestimmbar ist.* 

Somit dient Dingwissen, das aus der zunehmenden Vielfalt der begegnenden Dinge entsteht, somit dient auch pure Anhäufung oder Vermehrung von Dingen, nicht (oder nur zufällig) der Erreichung von Zufriedenheit, wenn sie nicht durch Abstraktion richtig eingeordnet und im besten Sinn maßvoll werden. Die Wunschenergien bleiben sonst ungesättigt, ja werden noch stärker frustriert, bauen sich also weiter auf, und werden damit ziel- und vor allem morallos, ja böse.

Damit ist auch einer politischen und zum Ziel verabsolutierten Umverteilung eine Absage erteilt. Diese wird NICHT beitragen, Zufriedenheit und bessere Lebensführung bei den begünstigen Menschengruppen hervorzurufen, weil die Verwendung des Zugeteilen nicht dem wirklichen Ziel, das nur die abstrakte Vernunft definieren kann, dient. Dingwollen darf das abstrakte Wissen und Wollen nicht überschreiten, bzw. muß von diesem "in-formiert", eingeordnet, gelenkt werden.

Elend (und nur das ist ja ein Übel für eine Gesellschaft, weil es deren Entwicklung erschwert oder gar unmöglich macht) läßt sich also in keinem Fall durch Zuteilung von Gütern beheben. Denn Güter dienen nur dann der Erhöhung der Zufriedenheit und damit der Erreichung von Lebenszielen, wenn diese Lebensziele angemessen und geordnet angestrebt werden können. Sonst wird nur weitere Unzufriedenheit geschürt, wobei die Betroffenen nunmehr außenliegende Gründe für das Nichterreichen der Zufriedenheit, die sie erhofft hatten, suchen. Eine Gesellschaft wird also destabilisiert.

Eine politische Maßnahme der Dingvermehrung - zur Bekämpfung von Armut etwa - kann nur dann Sinn haben, wenn sie der Erreichung individueller Ziele deshalb dienen kann, weil das vernünftige Wollen der Individuen mehr Dinghaftigkeit braucht, damit sich der Mensch entfalten, im Rahmen der Gesamtgesellschaft entwickeln kann. 

(Anm/.) Rosminis Aussagen lassen sich also direkt in die Gegenwart übertragen. Denn was heute Bildung heißt, ist zu einem immer überwiegenderen Teil lediglich Vermehrung von Dingwissen. Damit werden sogar noch weiter ungemäße Willensziele gefördert, die niemanden befriedigen, und damit eine Destabilisierung der gesellschaftlichen Gefügeharmonie gefördert. Desgleichen muß das "Internet für alle" in genau diese Kategorie eingeordnet werden: Es erhöht Dingwissen, dem aber die Abstraktionsfähigkeit der Menschen gar nicht entspricht. Die kein simpler Rationalismus ist, wie ein Computerprogramm also funktioniert, das selbst ja nur Dingwissen verarbeiten kann, sondern von der Sittlichkeit gelenkt und genährt wird. (./Anm.)

Die Entwicklung Europas wie jeder Kultur sieht der italienische Philosoph also in einer je aufeinanderfolgenden Phase begründet, in der Dingwissen von abstraktem Wissen abgelöst wird, zu weiteren Dingen führt, und damit wieder in Dingwissen überwechselt, etc.

Das große Übel des Technizismus erwuchs Europa daraus, daß das abstrakte Wissen selbst überbewertet, verabsolutiert und selbst zu einem Ding wurde. Wenn das passiert, steuert eine Gesellschaft unweigerlich in eine immer weiter wachsende Unzufriedenheit und Instabilität, also Entwicklungshemmung oder gar Rückentwicklung. Das tritt dann ein, wenn also zum Beispiel als ethisch (weil der Freiheit der Menschen förderlich) erwünscht eingeschätzte Zustände zum Ding, zum Ziel an sich werden. Indem man etwa Strukturen selbst errichten, verbessern will, und damit vergißt, daß diese die Folge einer jeweiligen Höherentwicklung der solche Strukturen real bildenden Individuen sind. 

Solche abstrakten Werte entziehen sich aber prinzipiell der Erreichbarkeit, weil sich "Ewiges" niemals verdinglichen läßt. Trotz also verstärkter (direkter) politischer Maßnahmen, wird die Unzufriedenheit der Menschen, die ihre "ewigen", aber verdinglichten Lebensziele sogar noch weniger erreichen, weil sie hinter ihren nunmehr hochgeschraubten Zielen zwangsläufig zurückbleiben, erhöht. Damit fallen auch die Bereiche der Zielverwirklichung der Menschen Stufe um Stufe in jene Ebenen zurück, in denen sie unmoralisch und zufällig, willkürlich handeln, um nämlich ihre Wunschenergien (vereinfacht) abzuführen.**

Worin aber soll der Sinn der Zuwanderung, insbesonders aber der Aufnahme von Flüchtlingen (noch vor aller übrigen Diskussion nämlich) liegen, als darin, auch diese Menschen zu einer sinnvollen Zielwelt - als weitergehendere Erfüllungsmöglichkeit ihres Lebenspotentials - zu führen? Genau deshalb stehen sie ja an der Küste Libyens und steigen unter halsbrecherischen Bedingungen in Schrottkisten und Gummischläuche.

Sie werden aber in der derzeitigen (und widerlich gefühlsduseligen) Form der Problembehandlung nicht zu mehr Lebenszufriedenheit geleitet werden, sondern im Gegenteil landen. Und die Gründe dafür liegen nicht in der "Herzenshärte" der Europäer. Denn die Bevölkerung Europas hat noch immer mehr Hausverstand und Sachorientierung, als man meint, und das sind die Grundlagen von Liebe. Die Gründe liegen aber in der Ahnungslosigkeit über ontologische Vorgänge, im Nichtwissen darüber, was sie überhaupt tun, die unsere Eliten in Kirche und Politik befallen hat. In der diese meinen, sie täten A, während sie B tun. In der sie die Bürger auffordern, A zu tun, während damit B getan wird.



*Aus einer Fachwissenschaft heraus kann sich damit niemals der Sinn und die im Sinne einer Erhöhung individueller Freiheit und Lebenserfüllung - als eigentlicher menschlicher Lebenssinn - ergebende Richtigkeit einer Anwendung ergeben. Diese muß auf die philosphische Abstraktion zurückgreifen. Diese sagt dann, wie etwas verwendbar ist, und fügt das Ding in einen Zusammenhang der Vernunft und damit der Erhöhung der individuellen Freiheit.

**Daraus folgt eine weitere ganz reale Konsequenz, die eine sehr aktuelle Diskussion berührt: Flüchtlinge, Zuwanderer, noch dazu in hoher Anzahl, in eine Gesellschaft einzulassen, die dem Entwicklungsstand der Einwanderungsgesellschaft hinterherhinken, und sie zugleich zu "Gleichen" dieser Gesellschaft zu erklären, schürt ein Potential der Unzufriedenheit und ungesättigten Wunschenergie, die eine Gesellschaft unweigerlich sprengt. Selbst, ja gerade dann, wenn man diese Zuwanderer mit Gütern überschüttet, die einen dinglich gesehen "gleichen Dingstand" bewirken. Denn nun gleichen sie ihre Ziele - als Dinge, verdinglicht - der Allgemeinheit an. Weil sie aber gar nicht in der Lage sind, aus verschiedensten Gründen, die abstrakten Bedingungen der Güterverwendung zu befriedigenden Zielen zu erfüllen, wird ihre Unzufriedenheit maßlos, und richtet sich auf die Umgebung. 

(Eine hohe Zuwanderung aus gesellschaftlich weniger hohen Gesellschaften dient also ganz sicher, direkt und ausschließlich der Linken (die als deren radikale Form, soziologisch im Grunde oben mit erklärt, gerade "durch" ihre überdurchschnittliche "Bildung", meist mit den Grünen in eins fällt) - oder den stark Rechten. Aber nicht, weil sichZuwandere mehr Zuwendungen versprechen, sondern aufgrund der Koinzidenz in der willkürlichen Unzufriedenheit, die bei den Grünen als Handlungsrichtung ja auf eine Zerstörung der Dingwelt hinausläuft.

Weshalb im Sinne einer gesellschaftlichen Harmonie die hier bereits angedeuteten Überlegungen des VdZ  der Errichtung von Parallelgesellschaften weiter gestützt werden. Proaktiv, gewissermaßen, muß ein neues Mehr-Kastensystem eingeführt, der Stier bei den Hörnern gepackt werden, sonst kann der gesellschaftliche Friede, eine allseits und damit insgesamt harmonische Entwicklung nicht erreicht werden. Rosminis Grundsatzanalysen bestätigen, daß jedes derzeitige Integrationsgerede kontraproduktives (!) Geschwafel ist, und das Gegenteil bewirkt. Aber aus ganz anderen, viel tieferliegenderen Gründen, als bislang in der Debatte eine Rolle spielen.)


Zur weiteren Illustration: Der VdZ erinnert sich - hat er die Geschichte schon erzählt? vermutlich - an die Zeit um 1989/90. Damals kamen in Massen vor allem rumänische Zuwanderer ins Land. Diese wurden augenblicklich und durch zahlreiche Maßnahmen quasi zu "Gleichen" mit den Österreichern aufgewertet. Schlagartig stiegen aber deren Eigentumsdelikte, von denen auch der VdZ (bzw. sein damaliges Unternehmen) in erheblichem Maß getroffen wurde. Im Gespräch mit Arbeitern, denen eine Chance zu geben er versucht hatte, deren Arbeitsleistung aber so niedrig war, daß sie einen Lohn kaum rechtfertigte, weil ihre (im betriebswirtschaftlichen terminus technicus:) Transferzeiten sogar mehr kosteten als erwirtschafteten, kam der Grund zutage: Sie sahen sich in denselben Anspruchsrechten wie die Österreicher. Doch fehlte es ihnen an den (abstrakten) Instrumenten, diese zu erfüllen. Also sahen sie sich - wörtlich - sogar alle Rechte, sich die Dingmenge der Österreicher auf anderem Weg zu beschaffen. Die sie (weil frustriert) als ihnen vorenthalten betrachteten. Das gilt sinngemäß aber nicht weniger für bestimmte Schichten inländischer Arbeiter, nicht zufällig in erster Linie nur als Hilfsarbeiter einsetzbar. Die sich aber als sozial bzw. im Stand "gleich" mit allen anderen Mitarbeitern (und dem Unternehmer selbst) eingestuft erlebten. Ihre Grundstimmung war praktisch immer hohe Frustration. Die Diebstahlsquote (nicht zuletzt durch Stundenbetrug in der Lohnabrechnung) war entsprechend.




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Donnerstag, 14. Mai 2015

Woraus Unzufriedenheit entsteht

Es stimmt wirklich, was man sagt - daß der Italiener Antonio Rosmini (1797-1855) in seiner Gesellschaftsphilosophie einen ganz eigenen anthropologischen und gesellschaftsanalytischen Ansatz vefolgt, der sich mit keinem politischen Denker vergleichen läßt. Wir werden darüber sicher an dieser Stelle noch handeln. Immerhin gibt es Stimmen, die von einer bevorstehenden Renaissance dieses ursprünglich regelrecht verfolgten, aber so weitblickenden Denkers, dessen Schriften gar einmal am römischen Index standen, ehe er rehabilitiert, und 2006 von Papst Bendedict XVI. sogar seliggesprochen wurde. Ivo Höllhuber, dessen Bücher selber jede Lektüre wert sind, nennt ihn in seiner Geschichte der Italienischen Philosophie sogar einen der größten Denker Italiens.

Vorerst sei nur ein einzelner Gedanke aus seiner Philosophie der Politik herausgegriffen (an dem sich ohnehin gleich ein ganzer Wurzelstock mit herauszieht, der sich ob seiner Verflochtenheit gar nicht separieren läßt). Wo Rosmini über die Wünsche und deren Energie als Triebkräfte einer Gesellschaft spricht. Beim Thema "Ungleichheit", die ja viel Wünsche aus der Unzufriedenheit entstehen läßt, weist er nämlich auf eine fundamentale Realität hin. 

Daß nämlich keineswegs entscheidend sei, ob es zwischen Klassen Unterschiede gebe, und wie groß die seien. Vielmehr ist es so, daß sich Menschen immer mit ihresgleichen vergleichen. Das heißt, daß es zu Unzufriedenheitsenergien als politisches, eine Gesellschaftsentwicklung treibendes Feld nur aus Unterschieden innerhalb ein und derselben Gesellschaftsklasse kommt. Das Empfinden von Gerechtigkeit ist nämlich bedingt. Und als "jedem das seine" verstanden, erklärt sich auch dieser Umstand.

Deshalb muß eine weise Regierung dafür sorgen, daß die Trennung zwischen den Klassen möglichst klar aufrecht bleibt. Zwar wird damit die Gesamtentwicklung einer Gesellschaft verlangsamt, aber es bleibt die Sicherheit und die Zufriedenheit gewahrt, die Bedingung einer Entwicklung. So lange dafür gesorgt wird, daß die Unterschiede innerhalb einer Klasse möglichst gering bleiben. So ist auch erklärbar, daß die Kasten im Orient über so lange Zeit aufrecht blieben - sie waren wesentlicher Faktor im Bestand dieser Gesellschaften.

Das berührt auch das Sklavenproblem, und der geneigte Leser möge den Atem anhalten: Denn aus moralischen Gründen ist nach Rosmini die Sklaverei* zwar abzulehnen. Aber er sagt größte Schwierigkeiten in den USA voraus, wenn man (wie vor seinem Tod noch gar nicht passiert) alle Sklaven der Südstaaten plötzlich freiläßt.

Solange sie Sklaven sind, begehren sie nicht die Güter der Freien. In dem Moment aber, wo sie frei sind, werden sie die Güter der Freien begehren, und ihr Elend, ihre relative (große) Armut wird ihnen in einem ungeheuren Ausmaß bewußt.

Je allgemeiner der Wettbewerb um alle gesellschaftlichen Klassen und Ämter wird, desto stärker wachsen die Wünsche. Können diese Wünsche** aber nicht befriedigt werden, und das können sie auch in diesem Fall nicht, baut sich eine Energie auf, die eine Gesellschaft aus dem Gleichgewicht bringen wird.




*Der italienische Philosoph und Ordensgründer weist auf die Geschichte als Beleg hin, daß es bei der Sklaverei zuerst darum geht, ihre unmenschlichen, unmoralischen Seiten abzuschaffen, und die Personswürde zu schützen. Der Sklave muß als Schutzbefohlener (unter Arbeitspflicht) aufgefaßt werden, mit unbehindertem Zugang zum Rechtsstaat. Darauf aufbauend, muß dann die Sittlichkeit der Sklaven selbst gehoben werden. So hat sich auch in der Spätantike unter dem Einfluß des Christentums nach und nach die Sklaverei in Europa wie von selbst aufgelöst (und blieb nur noch eine Erscheinung bei den Heiden). DANN kann man den Begriff aus der Gesellschaft und dem Recht entfernen, weil er leer geworden ist. Macht man es umgekehrt, folgt Elend, Unzufriedenheit und Destabilisierung der gesamten Gesellschaft.

**Die Rosmini in mehrere anthropologisch fundamentierte Kategorien einteilt; diese Wünsche fallen in eine für eine Gesellschaft schädliche Kategorie, weil sie zum einen auf Dinge abzielen, die herbeizuschaffen nicht in der Macht des Wünschenden liegt, zum anderen auf abstrakte Dinge aus sind, die prinzipiell niemals auf Erfüllung hoffen können, weil abstrakte, ewige Ziele in der Dingwelt, in der ihre Erfüllung begehrt wird, gar nicht erfüllbar sind. Damit macht sich aber entsittlichende und jede Entwicklung verhindernde Hoffnungslosigkeit breit. Und sieh da: Nur kurze Zeit nach der Sklavenbefreiung im Süden, entstanden in den Städten des Nordens (!) der USA die Slums.




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Sonntag, 3. Mai 2015

Armutsgeschwätz

In einem seiner Theaterstücke hat es der VdZ einer Figur so in den Mund gelegt: Daß mit der Umverteilungspolitik das Einkommen mit dem Umgehenkönnen nicht mehr Schritt gehalten hat. (Darauf alleine sind der größte Teil aller derzeitigen volkswirtschaftlichen Schwierigkeiten zurückzuführen.)

Und damit sind wir erneut bei Wesen und Stellung von Eigentum. Denn Eigentum muß mit der Vernunfteinsicht einhergehen. Vernunfteinsicht heißt, daß das Wesen eines Dinges - also seine Beziehungen, in jeder Hinsicht - erkannt wird. Deshalb ist das Maß des "gerechten Eigentums" nicht, ob jemand viel oder wenig besitzt, und schon gar nicht, ob jemand mehr als der andere besitzt. Unterschiedlichkeiten ergeben keinerlei Aussage zur Gerechtigkeit von Eigentum selbst, und seien sie noch so groß!

Das Maß des Eigentums kann nur sein, wo jemand kraft seiner Vernunft und seines Selbstbesitzes, in dem er vernunftgemäß handeln kann, in der Lage ist, ein Gut, eine Sache in allen ihren Beziehungen in ihre Bestimmung zu versetzen, also: sie zu nützen. 

Und zwar sie so zu nützen, daß das Wesen einer Sache auch erfüllt wird.  Dazu also muß der Eigentümer sie erkennen bzw. erkannt haben. Nur dann kann man von Gottgefälligkeit nämlich sprechen: Wenn alle Dinge in der Erfüllung ihres Wesens zum Lobe Gottes beitragen, indem sie "singen".

Jemandem Güter zur Verfügung zu stellen, deren Ansprüche er - sittlich - nicht erfüllen kann, ist deshalb pure (humanistustische) Bosheit, und das Gerde von Armut und deren Bekämpfung meist leeres und dummes Geschwätz.






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Freitag, 1. Mai 2015

Ausrichtung aller Politik

Die Mittel, die eine Regierung anwendet, schreibt Antonio Rosmini einmal, müssen über eine gesetzlich berechtigte Lenkung zum Endzweck der Gesellschaft hinaus auch noch von Natur aus wirksam sein. Was ist nun der Grund für ihre Wirksamkeit? Welche ist die allen so sehr gemeinsame Eigenschaft, durch die sie die Wirkung erzielen können, nach der sie im gesellschaftlichen Zusammenleben streben? Gibt es überhaupt diese allen gemeinsame Eigenschaft?

Ja, es gibt sie, schreibt er weiter. Und sie besteht in der Wirkung, die diese Mittel auf die Gemüter der Menschen ausüben. Wie viele Seiten die Politik auch haben mag, so ist sie schließlich nur ein leerer Name, oder sie wird sich auf die Kunst, den Geist der Regierten auf den Zweck der Gesellschaft hinzuleiten, zurückführen lassen.

Denn vom Geist geht alle menschliche Tätigkeit aus, und zum Geist kehrt sie wieder zurück. Die Künste, die Wissenschaften, die Unternehmungen aller Art sind Produkte des menschlichen Tätigkeitsdranges, und dieser hat seinen geheimen Ursprung und gewissermaßen seinen Brennpunkt im Geist der Menschen: ebendorthin weist er mit seinen Wirkungen zurück.

Denn wohin zielen alle Errungenschaften der menschlichen Tätigkeit, wenn nicht zur Befriedigung der menschlichen Sehnsucht? Daher wird es in jedem System immer wahr sein, daß alle äußeren Dinge nur Mittel sein können, mit denen die Sehnsucht des Geistes befriedigt wird, und darum wären diese Mittel nichts wert, wenn sie nicht bis zum Geist vordringen könnten, und nicht dazu beitrügen, ihm die ersehnte Befriedigung zu gewähren. 

Dieser gute Einfluß auf die Gemüter muß sonach der Charakter, die gemeinsame Eigenschaft und der letzte Grund aller politischen Mittel sein, auf daß sie als wahrhaftig wirksam gelten können. So zeichnet sich hier das Wesen und die Natur des philosophischen Teiles der Politik klar ab.

Diese sucht und findet in der Natur des Menschen selbst den Zweck der bürgerlichen Gesellschaft und schreibt vor, daß dieses Ziel kein anderes als das wahre menschliche Wohl sein kann. In dieser Natur liegt auch die Wirksamkeit aller politischen Mittel begründet, und sie legt fest, daß diese Wirksamkeit einzig und allein in dem guten Einfluß besteht, den sie geltend machen, um die Sehnsucht eben dieser menschlichen Natur zu befriedigen.

Hinter allen Fragen der Tagespolitik steht also in Wahrheit nur eine einzige Frage: die nach der Natur des Menschen. Nur in der Hinordnung auf deren Ziele kann einzelpolitische Maßnahme ihr "gut" oder "schlecht" definieren. Geht die Politik von einem falschen Menschenbild aus, ist keine ihrer Maßnahmen zielführend, bestenfalls ist sie das zufällig. Eine Gesellschaft, ein Staat zerbricht nämlich nicht an Einzelmaßnahmen. Er zerbricht am Mangel an Konsens über die Zwecke der Politik, er zerbricht an der divergierenden Auffassung über die Natur und das Ziel des Menschen.
 




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