Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Samstag, 30. März 2024
Über die Naturerfahrung des Menschseins
Sonntag, 14. August 2022
Sein wie Gott
Montag, 30. Mai 2022
Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (6b)
Sonntag, 29. Mai 2022
Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (6a)
Dienstag, 22. Februar 2022
Von Schriftprache und Diebstahl (2)
Montag, 21. Februar 2022
Von Schriftprache und Diebstahl (1)
Mittwoch, 8. September 2021
Durchtränkt vom Weibelichen
Aber jede Frau formt sich - ganz und immer und der Grammatik folgend Mutter in ihrem Verhältnis zur umgebenden Welt - ihre Kinder. Ihre Bindung ist leiblicher, geformter, angenommener wie übergebener Natur, in der sie die Welt nun halten, wenn kein Mann mehr das Schwert in die Hand nimmt und den trennenden Schlag vollführt.
Aber wo wollte der Held sein Haupt betten, wenn nicht am Bette der Gewöhnung und Sitte? Diese Macht aber, die gehört wieder ihr, sie ist die Herrin der Macht der Gewohnheit, ohne die die Welt nicht existieren kann. Weil sie sonst wie der Komet, der nicht zum Sternsein fand, verglüht. Noch jeder Samson fand seine Delilah, noch jeder Prinz wurde in einen Frosch zurückverwandelt.
Dienstag, 20. April 2021
Warum der Subjektivist immer lügt (2)
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| QR DDr. M. Spitzer |
Der Mensch hat in sich ein Bild eingegossen, in dem er sich als Ebenbild Gottes weiß. In dem deshalb auch ein Weltbild besteht, das aus seiner inneren Grammatik auf jene Wahrheit ausgerichtet ist, die in Selbstüberschreitung der einzige Weg ist, um Gemeinschaft herzustellen, also den Solipsismus, dieses furchtbare Gefängnis der Abgeschlossenheit, der Gefangenheit in sich, zu überwinden.
Über eine Teilhabe an einem Ort, den auch andere betreten haben. Sodaß Leben überhaupt nur heißt, einen Ort betreten zu haben, an dem sich Wahrheit konstituiert. Dieses elementare Wissen trägt jeder untrüglich in sich. So untrüglich, daß es immense Anstrengungen braucht, um dieses innere Gefühl so zum Verstummen zu bringen, daß es nicht mehr "gehört" wird. Weil die übergelagerten, habituellen Strukturen dieser inneren Struktur widersprechen.
Im Fall der Sommer-/Winterzeit ist es das Wesen des Kulturellen, das mit der verordneten Ordnung der Willkür in Konflikt gerät. Es ist nun nicht so, daß es ein so prinzipielles Problem wäre, daß es nicht nach einigen Wochen (jeweils!) zu den Übergangszeiten behebbar wäre. Weil sich der Habitus (mit einigem Aufwand) wieder verändert hat. Und Menschen, die nach dem Sonnenlauf leben können, um dann ihren inneren Ablauf mit dem äußeren kaum koordinieren zu können, gibt es (leider) nur noch wenige. Das gilt auch für Landwirte.
Im Fall anderer Themen aber gilt es nicht. Das gilt für den gesamten Bereich der Sexualität, es gilt für Haltungen gegenüber Alten, es gilt für Erziehungsfragen, für Bildungsfragen, für Fragen des Wirtschaftens, es gilt einfach für sämtliche Bereiche unserer Lebenswelt. In diesen wäre das Subjektive, wenn es richtig verstanden ist, sehr wohl Maßstab wie Lieferant von Rückmeldungen auf Übereinstimmung mit dem Wahren, Guten, Schönen. Sodaß man davon ausgehen muß (und in Vorzeiten sehr wohl davon ausgegangen ist!) daß der Mensch in seinem Innersten die Wahrheit kennt, fühlt, und deshalb auch fühlt, wenn ein Außen, ein Lebensvollzug, eine Aussage damit übereinstimmt, oder nicht. So, wie jedes Tier, jede Pflanze nie etwas tut, das außerhalb ihrer natürlichen Ordnung steht.
Wohl ist der Mensch ein Geist-Leib-Wesen. Aber das Prinzip ist dasselbe, auch wenn die Wahrheit erst erarbeitet werden muß Aber die Grundwahrheiten über die Welt sind bei allen Menschen gleich, also das, was man "Synderesis" nennt: Widerspruchslosigkeit, daß ein Ding nicht ein anderes sein kann, und so weiter. Also die ersten und wichtigsten Fundamente sämtlicher weiterer Strukturen im Menschen.
Wenn aber jemand daherkommt - und das tun heute fast alle, sozusagen! was die Sache noch dramatischer macht - und behauptet, er würde Revolution fordern, WEIL er innerlich deren Richtigkeit spürt, er würde den Verstoß gegen diese allgemeinen Ordnungsprinzipien verlangen, WEIL er eine andere Ordnungsstruktur subjektiv sehe oder fühle, dann wisse, werter Leser, daß er mit Sicherheit lügt.
Denn nur der, der sich auf die Wahrheit hin ausrichtet, nur der fühlt auch "richtig", nur der weiß überhaupt noch, was seine Natur ist. Und dieser Sicherheit, werter Leser, darf auch er gewiß sein. Umso mehr freilich muß er damit rechnen, daß die Reaktion des anderen, des Lügners, umso heftiger ausfallen kann, als er immer und jederzeit um seine Lüge weiß. In der er sich, werter Leser, Ihnen gegenüber ins Unrecht der Ortlosigkeit stellt, die ihn ins Nichts wirft, dem die Unsicherheit und Gewillkürtheit des Verhaltens folgt.
*Erkenntnishindernisse? Der Leser stelle sich ein Weltbild vor, das bestimmte Dinge und Erscheinungen als schlecht definiert, andere als gesollt und wünschenswert und damit als gestattet. Damit hat diese Anschauung ein Wertegerüst inhärent, das entweder der Natur entspricht (wie das Katholische), oder ihr widerspricht. Wie mehr oder weniger alle (!) anderen, nicht-katholischen (=allumfassenden) Weltanschauungen und Religionen, und vor allem wie ausnahmslos alle Ideologien.
Die in sich Ordnungsveränderungsaufträge sind. Diese Veränderungsaufträge, dieses Gesollte und Nicht-Gesollte, das in den Bereichen des Lasters (als Haltung aus dem Ordnungsverstoß heraus) blockieren auch das Aufsteigen von Gedanken, die mit dem sinnlich Eindringenden übereinstimmen. Die diese Sinnesbewegungen "beruhigen", zur Ruhe mit dem innersten Wesenskern bringen, der aus sich heraus (!) auf Wahrheit ausgerichtet ist. Amorph in seinem Beginn, aber in seinen Inhalten nach Wahrheit ausgerichtet. Jedes sündliche Verhalten ist also ein Verstoß gegen diese innere Ordnung, die in einem selbst vorhanden ist, aber unbeantwortet, also ungeformt bleibt.
**Untersucht wurde das freilich nie. Wie die meisten der vorgeblichen Einsparmaßnahmen nie auf ihre ursprüngliche Zielsetzung untersucht werden, man denke an die Zentralisierungsbestrebungen von Behörden. Wo sie im Ganzen gesehen untersucht werden (wie bei den Gemeindezusammenlegungen in der Steiermark) hat sich ein gegenteiliger, hier: ein kosten- und energieverbrauchs-steigernder Effekt bewiesen.
Montag, 19. April 2021
Warum der Subjektivist immer lügt (1)
Von Jahr zu Jahr mehr, hat der VdZ Schwierigkeiten mit der aufoktroyierten Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit (und umgekehrt.) Diesmal ist es die seit dem 28. März tägliche frühere Stunde. Als eine Stunde früher, als man durch seinen Lebensrhythmus gewöhnt war. Der VdZ fühlt sich pausenlos gehetzt, ist mit allem "später" dran, muß deshalb die gesamten Tages- und Wochenabläufe nach Prioritäten neu ordnen. Denn sämtliche eingewöhnte Abläufe, die so schön immanentisiert waren, daß man kaum nachdenken (also neue Energie darauf verwenden) mußte, die institutionalisiert waren (und das ist das, was wir mit Kultur bezeichnen), scheitern krachend.
Der offizielle Tagesrhythmus, nach dem sich nun das meiste richtet, von den Öffnungszeiten der Geschäfte bis zu den Meßzeiten, oder seien es manche Ereignisse im Internet, stimmt also nicht mehr mit dem habituellen Rhythmus überein. Sodaß jeder umlernen muß. Warum? Weil irgendjemand vor fünfzig Jahren die Idee hatte, aus seinen Statistiken herausgefunden zu haben, daß sich zwei Prozent der in unseren Volkswirtschaften verwendeten Energie damit einsparen ließen.
Was für eine Zumutung. Die natürlich der Klasse der Voluntaristen eingefallen ist, den Lebensunfähigen und -hassern, die irgendwo in einem Kopfland wohnen, wo ihnen die "Ratio" irgendwelche neuen Gut- und Schlechtwerte vorgibt.
Zur Einführung der Sommer-/Winterzeit war es das Energiesparen, damals durch den Ölschock ausgelöst. Der aus politischen Gründen verursacht wurde - Stichwort Israel - und sich als künstliche Verknappung durch die Saudischen Produktionsländer erwies. Als sich diese Situation entspannte, hat man diese Maßnahmen nicht mehr geändert. Neben den "Energiesparwochen" (wie in Österreich) war es eben diese Zeitumstellung. Es würde abends länger zur Aktivitätszeit hell sein, also bräuchte man weniger Strom für künstliche Beleuchtung.
Was sich, wie man heute weiß, als Unsinn herausgestellt hat. Es wird gar nix am Verbrauch gespart, zumal allgemein die Verwendung künstlicher Beleuchtung gewaltig gestiegen ist. Und wo an Verbrauch gespart wird (wie bei Energiesparlampen), steigt der Energieverbrauch für die Produktion. Und der VdZ meint aus der Erfahrung, was Rationalismus anstellt, auch hier mit sicherer Stimme sagen zu können: Die bloßen Kosten sind gestiegen, und werden durch die Zeitumstellung alles andere als positiv beeinflußt.**
Dabei steht uns ein nächster Zwang erst bevor. Mit den Corona-Maßnahmen hat es sich ja bereits angekündigt, mit welcher Frechheit und Respektlosigkeit die Klasse der "Elite" sich anmaßt, in das intimste Leben der Bevölkerung einzugreifen. Ja darin liegt sogar (ein Verdacht, aber der Leser soll selbst prüfen, ob er zutreffend ist) das eigentliche Moment ihres Selbstgefühls, als Macht das Leben zu bewegen.
Für diese Klasse der Emporkömmlinge gilt es allemal. Die ihre Position nicht dem eigentlichen Leben, sondern der Cleverness verdanken, innerhalb der "normalen", humanen Hierarchien nach oben zu kommen, also die Auf- und Abstiegsmechanismen zu beherrschen (als das einzige, was sie noch studieren).
Mit derselben Chuzpe werden deshalb in sehr absehbarer Zeit die Welt- und Klimaretter über die Elektrizität das Leben der Menschen regulieren. Es fehlt überall an dem Grundrespekt vor den Menschen, dem Leben, der Ordnung, die MAN VORFINDET. Stattdessen sieht sich jeder ermächtigt, der Welt eine neue Ordnung aufzudrücken. Auch der Natur.
Weshalb der Subjektivismus als Erklärung nicht ganz stimmt, oder einer Korrektur bedarf. Denn der VdZ hat immer mehr festgestellt, daß die Menschen, die ihren Leidenschaften folgen - darum geht es ja heute, und vor allem bei den Generationen seit der sexuellen Revolution der 68er - genau dieses Hören auf ihre innere Stimme der Natur NICHT funktioniert. Sie hören NICHT mehr, was sie nicht hören wollen, was ihrem Gesollten widerspricht. So wie bei der Empfängnisverhütung etwa. Dazu muß man vielmehr schon sehr denaturiert sein.
Revolution im Namen des Natürlicheren, wie es Rousseau verkündet hat, und wie es sich zweihundert Jahre später exemplarisch umgesetzt hat, ist ein Widerspruch in sich. Es ist NICHT natürlich, zu rebellieren, es ist nicht natürlich, eine Revolution zu wollen. Und es ist auch historisch nachweisbar, daß keine einzige namhafte Revolution (sofern sie nicht ein kurzfristiges Rebellieren gegen einen ganz bestimmten und bestimmbaren Mißstand war; ein Gewerkschaftsstreik kann also ein sehr berechtigtes Vorgehen sein).
Deshalb glaubt der VdZ niemandem mehr das, was zu glauben überall verlangt wird: Daß der, der seine Rebellion gegen die überkommene Ordnung in einem "Gefühl", in einem "Fühlen" als Verweis auf seine "Natur", auf ein "so bin ich eben!" beruft, nicht schwer lügt. Oder so seiner selbst entfremdet ist, daß er das sogar "glaubt", was hier heißt: Sich so verwirrt weil so viele Erkenntnishindernisse* übernommen und internalisiert hat, daß er gar kein wirkliches Gefühl für natürliches Gut-/Schlechtempfinden mehr hat.
Das natürlichste Ordnungsstreben ist deshalb der Traditionalismus. Und nur Menschen mit Respekt vor Ordnungen kann man auch vertrauen, daß sie überhaupt die Wahrheit sprechen. Allen aber die behaupten, sie würden etwas so und so "spüren", das aber leider leider der natürlichen Ordnung widerspricht, also eine eigene, neue Natürlichkeit zu sein vorgibt, darf man nur eine Haltung entgegenbringen: Die des Mißtrauens.
Dienstag, 24. September 2019
Der historische Bogen von Medjugorje als Betrugsfall (1)
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Sonntag, 31. März 2019
Da haben wir, was wir wollten (2)
Und es ist eine Lawine, die in den Abgrund reißt. Heute hat die Kirche den ersten Papst, der tatsächlich glaubt, es käme auf seine Subjektivität an, ja mehr noch: den ersten Papst, der glaubt, er wäre tatsächlich persönliches "Vorbild". Geht es noch absurder? Denn Subjektivismus ist absurd. Die Früchte zeigen sich real. Die Zahl der Menschen, die sich für Heilige halten, wächst, der "Gutmensch" hält sich wirklich für gut. Etwas, das selbst Jesus zurückgewiesen hat. Mit den wirklichen Vorgängen in der Kirche, die eine objektive Struktur ist, ist dieser Papst damit noch mehr überfordert - er wirkt ultimativ - als alle seine Vorgänger.
Die realen Kräfte (denn es gibt keine "allgemeine Bewegung", es steht hinter allem eine Person, oder Personen) hinter dieser Selbstzerstörung sind hier schon oft genug konkret genannt worden. Heute können sich diese Kräfte und Gruppen zurücklehnen und zusehen, wie die Kirche an sich und den Realitäten selbst erstickt. Die Manie der Heiligsprechungen aller Päpste der letzten 150 Jahre, die dieses Desaster aber mehr und mehr inszeniert (weil zumindest zugelassen) haben, ist blanker Zynismus.
Das gesagt, damit auch diese journalistisch akribische Arbeit des hier vorgestellten Films "Secrets of the Vatican" den Sinn erfüllt, den sie in den Augen des VdZ hat - daß sie die Realität vor Augen stellt, auf daß sich das heutige Kirchenbild ebenso von so vielem reinigen möge, das sie seit langen Zeiten verdunkelt und mit falschen Glorienscheinen und Schlacken vollgeladen hat, wie es die Fastenzeit und die göttliche Katharsis der Vorsehung bei Ihnen, werter Leser, selber tun sollte.
Die uns unsere - das betrifft jeden von uns - eigene Niedrigkeit und Erlösungsbedürftigkeit bewußt macht. Auf daß Sie so, werter Leser, zum Wesentlichen der Kirche wieder stoßen mögen - als unsere Heimat bei Gott, der in seiner Versammlung der Getauften = Kirche ganz real mitten unter uns wandelt. Denn es kommt nicht in erster Linie an, wie wir uns verhalten. Wir sind alle Sünder, täglich sieben mal siebzig mal. Wer immer glaubt, er könne sich weltlich so verhalten, daß er gerettet würde, irrt. Es kommt darauf an, was wir SIND.** Und darin können wir nur auf die Gnade hoffen, die hinreicht, uns in den Himmel zu tragen. In Jesus Christus. Nur auf ihn kommt es an.
**Und das Handeln, das Verhalten folgt dem Sein! Dem Sein! Und das ist beim Menschen das Sein als Vernunftwesen. Es ist erst die Wahrheit, die wir ergreifen müssen. Und diese Wahrheit hat in Jesus Christus Gestalt. Weltlich greifbare, reale, historische Gestalt. Sie ist das Fundament all unserer - darauf folgenden - Handlungen.
Samstag, 30. März 2019
Da haben wir, was wir wollten (1)
Wir haben damit bekommen, was wir wollten. Wir wollten den faktischen Menschen in den Vordergrund schieben? Bitte, da habt ihr ihn. Was sehen wir aber nun? Er ist ein Kretin. Ausnahmslos. Er ist wie ein Tier (also muß er auch in den Darwinismus abgestuft werden). Er ist ein Mißbraucher und Sexschwein und Mörder. Also müssen wir uns alles Heiligen entledigen und uns zum reinen Begierdenbündel entwürdigen. Er ist ein Wesen voll Neid und Gier? Also müssen wir ihn kontrollieren und reduzieren und einsperren.
Das Heilige, das angeblich mit ihnen einherging, war für den nunmehr abgelenkten, auf falsche Objekte der Betrachtung gebundenen Blick gar nicht vorhanden, und wo noch vorhanden, löste es sich in Luft auf. Denn diesen schwachen, oft niedrigen, verachtenswerten Charakteren, in nichts besser als man selber, konnte man wirklich nicht mehr abkaufen, daß sie einen zum Heil führen, daß sie die Mittel und Wege dazu in ihren Händen halten. Denn das Sakrament kann man nicht sehen, schon gar nicht mehr bei der aufgelösten Liturgie. Solch eine subjektivistische Wende muß fast zwangsläufig den Glauben an die Wirklichkeit und Objektivität der Sakramente zerstören.
Es würde, klar, gewiß, vieles erklären, auf vieles ein Licht werfen. Aber es gehört auch zur menschlichen Würde, manches gar nicht so genau wissen zu wollen, nein, zu sollen. Um die Gewichtungen nicht irregulär zu verschieben, denn Menschsein ist ein furchtbar komplexes Insgesamt ...
Dienstag, 10. Oktober 2017
Beobachtungen über Handeln und Moral
Freitag, 13. Mai 2016
Morgenröte einer Kirchenspaltung
²Die Mutter des VdZ - in einfachsten Verhältnissen tief katholisch aufgewachsen - hat damals mehrfach betont, daß sie sich nicht mehr auskenne. Alles sei heute anders als sie es von früher kannte. Bis sie mit den Jahrzehnten unter dem Druck der Umgebungspraxis "umlernte", "modern" wurde, zumal sie Konflikte sowieso scheute und eine Opposition gegen die Zeit schon intellektuell niemals durchgestanden wäre. Noch in den späten 1990er Jahren drang man manchmal mit klaren Argumenten, mit Vernunft zu ihr durch, was Geduld brauchte. Und da war dann noch etwas wie ein geistiges Aufwachen festzustellen. Aber 2009 starb sie in tiefer Verwirrtheit, nachdem sie das Denken, die Vernunft endgültig aufgegeben hatte. Für diese einfache Frau waren die praktischen Anforderungen nicht mehr mit dem Denken in Übereinstimmung zu bringen.
Sonntag, 8. Februar 2015
Wahrheit ist absolut
Dienstag, 25. März 2014
Beweis des Gegenteils
Sonntag, 1. Dezember 2013
Zerreißkraft der Eitelkeit
Sonntag, 6. Oktober 2013
Freiheit als Maß der Objektivität
[...] Es ist das Wesen des Kreuzes [als Struktur der Erkenntnis, Knotenpunkt des Met'empirischen mit dem Empirischen; Anm.] nichts auszuschließen, aber auch, indem es einbezieht, nichts zu vergewaltigen, sondern alles zur eigenen Wirklichkeit zu befreien. Je wirklicher die Seele, desto wirklicher auch die Außenwelt, desto wirksamer deren reale Einwirkung auf den weiteren Fortschritt, so daß dessen Wesen eben in der fortschreitenden Integration und Durchdringung von Innen und Außen besteht. Je größer die Durchseeltheit des Außen, desto größer die objektive Wirklichkeit des Innen.
Montag, 24. Dezember 2012
Als sich das Tempo verlor
Erst gegen Abend des 24. Dezember 1914 hatte es überraschend gefroren, und nach langen Monaten des Dauerregens war der überall schlammige Boden nun hart und begehbar. Sogar ein Hauch von Schnee war gefallen, und Nebel fiel ein. Das Land sah in der Dämmerung aus wie verzaubert, berichten Briefe.
Begonnen haben fast immer die Deutschen. Die z. B. Weihnachtsbäumchen (gegen strenge Verbote) mit brennenden Kerzen - ein den Franzosen völlig unbekannter Brauch - aus ihnen Schützengräben emporhoben. Oder "Stille Nacht" oder "Oh Tannenbaum" anstimmten. Erst waren die Engländer und Franzosen vorsichtig, denn die Deutschen waren angeblich seelenlose Barbaren, und man rechnete mit einer Finte, wenn sie "Don't shoot!" riefen, während sie die Bäumchen nach oben reckten. Man hätte nicht erwartet, daß sie Weihnachten überhaupt feierten.
Allmählich verlor sich aber das Mißtrauen, und die Soldaten riefen einander an, kamen erst vorsichtig, dann immer vertrauensvoller aus ihren Gräben, trafen sich im Niemandsland, und schüttelten sich die Hände. Kompaniekapellen stimmten Nationalhymen beider Seiten an. Spontane Chöre aus Soldaten sangen einander ihre Weihnachtslieder vor. Besonders bekannt ist der Fall des Opernsängers Kirchhoff, der in der Argonne, im Frontabschnitt der 130. Württemberger, "Stille Nacht" zu singen begann, und die Franzosen zu Begeisterungsstürmen hinriß, die immer neue Dacapos verlangten. An anderen Frontabschnitten hielten beide Seiten miteinander Gefallenen-Gedenkfeiern ab. Auch Banaleres fand sich: ein deutscher Zauberkünstler bezauberte englische Einheiten. Oder manche Offiziere sahen es als günstige Gelegenheit, die gegnerischen Stellungen auszuspionieren.
Oder da, wo englische Soldaten an einem Frontabschnitt entdeckt hatten, daß im gegenüberliegenden Schützengraben ein deutscher Friseur saß, der vor dem Krieg in England gearbeitet hatte. Nun standen sie Schlange, um sich von ihm die Haare schneiden und rasieren zu lassen.
Die Inhalte der erhaltenen Weihnachtspäckchen waren "Währung", reger Tausch setzte überall ein: deutsches Bier gegen die begehrten englischen Rindfleischkonserven, Tabak und Zigaretten (die Währung für jeden und alles) gegen Kuchen, Wein gegen Whisky. "Autogramme" waren begehrt, stolz schickten englische Soldaten Postkarten nach Hause, mit Unterschriften deutscher Soldaten. Ja, sogar Waffen wurden ausgetauscht, wie im Abschnitt der 4. englischen Division.
Daß Fußball (zumindest mit einem richtigen Ball) gespielt wurde, konnte nie wirklich belegt werden - eher ist dieses Gerücht Ausdruck zahlreicher Sehnsüchte und Träume der Soldaten selbst, vor allem der Briten, die in den meisten Versionen gewannen: 3:2 gegen die Sachsen.
Fallweise dauerte dieser Weihnachtsfriede bis Neujahr, ja in wenigen Fällen bis in die zweite Jännerwoche. Und überall war der Jänner bemerkenswert ruhig. Ein britischer Offizier schreibt an seine Lieben: "Der Jänner war äußerst ruhig, und wir hatten viel zu tun hatten angesichts der deutschen Abneigung, uns anzugreifen."
Die französische Armeeleitung beschloß, solche Vorkommnisse in ihren offiziellen Berichten nicht zu erwähnen, man findet nur "Waffenruhe" vermerkt. Weshalb es heute aussieht, als wären vor allem jene Abschnitte betroffen gewesen, wo sich englische und deutsche Truppen gegenüberlagen. Deutsche, vor allem bayrische Berichte aber zeigen, daß die weihnachtliche Verbrüderung der Feinde auch dort häufig, und sogar sehr intensiv war.
