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Samstag, 30. März 2024

Über die Naturerfahrung des Menschseins


(Aus einer Korrespondenz diin disen Tagen), in manchjem auch eine Entschuildigung an den Leser für so manche Zumutung rein textlich-materialer Natur)

[...] Es wird immer eindeutiger . ISIS -K ist eine direkte Schöpfung der USA, und mehrere seiner Chefs waren z. B. Vizepräsidenten für das US-Puppenregieme in Afghanistan usw. Mittlerweile haben sich sogar die Taliban in Kabul ganz explizit gegen diesen Terroranschlag gewandt, und selbst gesagt, daß sie seit vielen Jahren gegen ISIS-K kämpfen. Außerdem ist nun klar, daß die Attentäter versucht haben, in die Ukr zu fliehen, und die entsprechenden Kontakte hatten, daß die Grenze für sie aufgeht.

Ich frage mich aber jetzt mehr denn je, ob es noch Sinn hat, wenn Ru so tut, als wäre die USA NICHT ihr direkter Feind, als hätten sich die USA NICHT wie in einem Krieg verhalten. Wpo es doch so war, und jeder, der nicht ganz ang'rennt ist, das auch weiß.

Wenn DAS die Frucht der Diskretion ist, dann kann man doch auch darafu verzichten, was soll das noch bringen=? Dann kann Moskau gleich die Handschuhe ausziehen und in den Ring werfen.

Sonntag, 14. August 2022

Sein wie Gott

Das Problem des Subjektivismus als der Heranziehung des persönlichen "Fühlens" als Grundlage der persönlichen Entscheidungen ist kaum nochzu übersehen und sowieso nichtzu unterschätzen. Fast alles, was wir heute vor Augen haben, ist darauf zurückzuführen. 

Es erkennt nicht, daß die persönliche Entscheidungsgrundlage aus dem Zusammefließen aller möglichen Elemente und Strebungen im Menschen entsteht, die ihren jeweiligen Vorrang aus quasi zufälligem Vorrang der einen oder anderen Strebung bezieht.

Montag, 30. Mai 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (6b)

Reinigung. Der Grund, warum es die allermeisten nicht einmal schaffen, anzufangen. Sodaß ihr gesamtes weiteres "spirituelles Leben" zu einem unausgesetzten Maneuvre der Täuschung wird.Unter dem vorhin Gesagten wird das nun vielleicht wieder ein Stück begreifbarer, warum es keinen Mystiker gibt, der vom Weg zu Gott spricht, und dessen Lehre letzten Endes nicht nur einen anderen Zugang zu dieser Grundgrammatik des Menschen darstellt. 

In der es NICHT um irgendeinen okkulten oder gar esoterischen Weg zur "Mystik" geht, als wäre das ein ähnliches Erleuchtungsprogramm, wie es irgendeine Yoga- oder Zen-Methode darstellen will, und der somit jedem offenstünde, der "mehr erleben" will. Sondern die radikale Ernsthaftigkeit meint, die für jeden Christen gleichermaßen gelten muß, nimmt er die Worte Christi ernst. 

Sonntag, 29. Mai 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (6a)

Warum der allererste Schritt meist bereits unüberwindbare Hürde ist - Wenn wir uns nun den eigentlichen Lehren des Hl. Johannes vom Kreuz zuwenden, so steht an deren Kopf un Anfang als das Tor selbst die Einwilligung in die ontologische Disposition des Menschen. Das heißt um die Frage, was ist der Mensch überhaupt, was selbstverstndlich die Aussage enthalten muß: Was ist er vor Gott. Und hier sind seine Schriften, wiewohl fünfhundert Jahre alt, wie frischeste Fruchtcreme, die für den heutigen Morgen geschrieben ist. 

Direkt wird die Art angegriffen und zurückgewiesen, wie der Mensch des Jahres 2022 sich sieht, und wie es insbersonders den Jungen seit Generationen zu deren Verderben (1) eingetrichtert worden ist. Die dazu (so müßte man es korrekter sagen) verführt wurde, indem ihr als Band des Wegs zum Glück (wir haben vor ein paar Tagen aus einer anderen Richtung kommend darüber geschrieben) das eigene Wohlbefinden ans Herz gebunden, eigentlichmüßte man sagen: auf den Rücken, als tonnenschwere Last, geschnallt wurde.

Dienstag, 22. Februar 2022

Von Schriftprache und Diebstahl (2)

Warum heute nicht Holland die Welt bestimmt? Es war Raub und Diebstahl, Neid und Gier. Es war das, was angeblich hinter einer Schrift steht, die Gott gestohlen wurde.Nur zwei Faktoren war es zuzuschreiben, daß die Niederlande nicht zu einem Weltreich geworden sind, sondern wurden, was sie auch heute noch sind - ein europäischer Mittelstaat. Beide Faktoren haben mit dem zu tun, was man als Gier und Ehrgeiz bezeichnen muß. Sie HATTEN, deshalb rechneten sie nicht mit Neid. Sowohl finanziell, als auch geistig. Und beide Faktoren lassen uns wieder bei der Sprache ankommen, in der sich dieser Kampf zwischen Begabung und starrem Regelzwang als Kriterium am Beispiel Luthers und der Lutherischen zeigt.

Dabei kann man sogar sagen, daß - natürlich neben der Tüchtigkeit der Niederländer selbst - die niederländischen Hafenstädte geistiges und kommerzielles Zentrum West- und Mitteleuropas geworden waren, weil sich alle Ingredienzien zusammenfanden, die allesamt aus Ausstoßungsprozessen in Europa stammen, die nun die Rheinmündung als Ferment durchwirkten. 

Montag, 21. Februar 2022

Von Schriftprache und Diebstahl (1)

Ich hatte ganz vergessen - dabei ist es mehr als logisch - wie sehr Konrad Burdach gegen die Mär gekämpft hat, daß Martin Luther die neuhochdeutsche Sprache "erfunden" habe. Nicht nur ist das unwahr, sondern Luthers Schriften sind durch die Bank dem Stand der Zeit HINTERHER gewesen. Und es läßt sich nachweisen, wie viel an seiner "Sprache" die Buchdrucker und -setzer noch geändert, dem aktuellen Gebrauch angepaßt und modernisiert haben. Erst ab etwa 1530 hat Luther sich den neueren Stand der Schreibweise des Deutschen angeeignet, und seine Schriften angepaßt.

Die Verbreitung des Neuhochdeutschen ging vielmehr ohnehin von Thüringen aus. Das zur damaligen Zeit und Epoche das geistige und sprachliche Zentrum Deutschlands war. Der enorme Einfluß Luthers auf die deutsche Sprache, den natürlich niemand abstreiten kann, ist vielmehr indirekter Effekt gewesen. Er stammt aus der Übersetzung der Heiligen Schrift generell, die zu einer Aneignung der Heiligen Texte durch das Volk geführt hat.

Mittwoch, 8. September 2021

Durchtränkt vom Weibelichen

Heute feiert die Kirche das Fest Mariä Geburt - Eine der Folgen der Feminisierung (das Wort Matriarchat möchte ich nicht für die Gegenwart verwenden, es erscheint mir unzulänglich und oberflächlich) der Kultur ist, daß sie einen Mutterkuchen herausbildet, dessen Logik nicht die Logik ist, sondern die Ästhetik. Die selbst wiederum - ganz Frau - in der Befindlichkeit gründet, die in der gleichfalls schwimmenden Zeit treibt.
Aber jede Frau formt sich - ganz und immer und der Grammatik folgend Mutter in ihrem Verhältnis zur umgebenden Welt - ihre Kinder. Ihre Bindung ist leiblicher, geformter, angenommener wie übergebener Natur, in der sie die Welt nun halten, wenn kein Mann mehr das Schwert in die Hand nimmt und den trennenden Schlag vollführt. 
Aber wo wollte der Held sein Haupt betten, wenn nicht am Bette der Gewöhnung und Sitte? Diese Macht aber, die gehört wieder ihr, sie ist die Herrin der Macht der Gewohnheit, ohne die die Welt nicht existieren kann. Weil sie sonst wie der Komet, der nicht zum Sternsein fand, verglüht. Noch jeder Samson fand seine Delilah, noch jeder Prinz wurde in einen Frosch zurückverwandelt.
Und so formt sich die Gegenwart, die Generation der Frauen-, nein, der Mutter-Gefälligen*, die zugleich die Rolle der "Philosophen" spielen:

Dienstag, 20. April 2021

Warum der Subjektivist immer lügt (2)

2) Nur in Gemeinschaft Ausbruch aus der Kerkerhaft -
Gemeinschaft aber nur in der Wahrheit

QR DDr. M. Spitzer

Es gibt so mache Theorien, warum beobachtbar das intersubjektive Vertrauen heute so sinkt. Warum die Menschen einander nicht mehr vertrauen, zumindest nicht, wenn sie einander nicht gut kennen. Warum das Verlangen der Menschen nach von außen garantierter Sicherheit (!) so groß ist, weil die Menschen der Ordnung rundherum nicht vertrauen. Warum das Verlangen nach einer starken (als jederzeit interventionsbereit) Ordnungsmacht in Zeiten einer Auflösung des Gemeinschaftlichen so wächst. (Wie virulent das Problem der Vereinzelung, des Verlusts des Sozialen heute ist, zeigen u. a. durchaus interessanten Auslassungen des Neurologen und Psychiaters DDr. Manfred Spitzer. Zahlreiche Studien belegen den für jeden mit Hausverstand beobachtbaren Verlust der Empathiefähigkeit des westlichen Menschen.)

Der Mensch hat in sich ein Bild eingegossen, in dem er sich als Ebenbild Gottes weiß. In dem deshalb auch ein Weltbild besteht, das aus seiner inneren Grammatik auf jene Wahrheit ausgerichtet ist, die in Selbstüberschreitung der einzige Weg ist, um Gemeinschaft herzustellen, also den Solipsismus, dieses furchtbare Gefängnis der Abgeschlossenheit, der Gefangenheit in sich, zu überwinden. 

Über eine Teilhabe an einem Ort, den auch andere betreten haben. Sodaß Leben überhaupt nur heißt, einen Ort betreten zu haben, an dem sich Wahrheit konstituiert. Dieses elementare Wissen trägt jeder untrüglich in sich. So untrüglich, daß es immense Anstrengungen braucht, um dieses innere Gefühl so zum Verstummen zu bringen, daß es nicht mehr "gehört" wird. Weil die übergelagerten, habituellen Strukturen dieser inneren Struktur widersprechen. 

Im Fall der Sommer-/Winterzeit ist es das Wesen des Kulturellen, das mit der verordneten Ordnung der Willkür in Konflikt gerät. Es ist nun nicht so, daß es ein so prinzipielles Problem wäre, daß es nicht nach einigen Wochen (jeweils!) zu den Übergangszeiten behebbar wäre. Weil sich der Habitus (mit einigem Aufwand) wieder verändert hat. Und Menschen, die nach dem Sonnenlauf leben können, um dann ihren inneren Ablauf mit dem äußeren kaum koordinieren zu können, gibt es (leider) nur noch wenige. Das gilt auch für Landwirte. 

Im Fall anderer Themen aber gilt es nicht. Das gilt für den gesamten Bereich der Sexualität, es gilt für Haltungen gegenüber Alten, es gilt für Erziehungsfragen, für Bildungsfragen, für Fragen des Wirtschaftens, es gilt einfach für sämtliche Bereiche unserer Lebenswelt. In diesen wäre das Subjektive, wenn es richtig verstanden ist, sehr wohl Maßstab wie Lieferant von Rückmeldungen auf Übereinstimmung mit dem Wahren, Guten, Schönen. Sodaß man davon ausgehen muß (und in Vorzeiten sehr wohl davon ausgegangen ist!) daß der Mensch in seinem Innersten die Wahrheit kennt, fühlt, und deshalb auch fühlt, wenn ein Außen, ein Lebensvollzug, eine Aussage damit übereinstimmt, oder nicht. So, wie jedes Tier, jede Pflanze nie etwas tut, das außerhalb ihrer natürlichen Ordnung steht. 

Wohl ist der Mensch ein Geist-Leib-Wesen. Aber das Prinzip ist dasselbe, auch wenn die Wahrheit erst erarbeitet werden muß Aber die Grundwahrheiten über die Welt sind bei allen Menschen gleich, also das, was man "Synderesis" nennt: Widerspruchslosigkeit, daß ein Ding nicht ein anderes sein kann, und so weiter. Also die ersten und wichtigsten Fundamente sämtlicher weiterer Strukturen im Menschen. 

Wenn aber jemand daherkommt - und das tun heute fast alle, sozusagen! was die Sache noch dramatischer macht - und behauptet, er würde Revolution fordern, WEIL er innerlich deren Richtigkeit spürt, er würde den Verstoß gegen diese allgemeinen Ordnungsprinzipien verlangen, WEIL er eine andere Ordnungsstruktur subjektiv sehe oder fühle, dann wisse, werter Leser, daß er mit Sicherheit lügt.

Denn nur der, der sich auf die Wahrheit hin ausrichtet, nur der fühlt auch "richtig", nur der weiß überhaupt noch, was seine Natur ist. Und dieser Sicherheit, werter Leser, darf auch er gewiß sein. Umso mehr freilich muß er damit rechnen, daß die Reaktion des anderen, des Lügners, umso heftiger ausfallen kann, als er immer und jederzeit um seine Lüge weiß. In der er sich, werter Leser, Ihnen gegenüber ins Unrecht der Ortlosigkeit stellt, die ihn ins Nichts wirft, dem die Unsicherheit und Gewillkürtheit des Verhaltens folgt.


*Erkenntnishindernisse? Der Leser stelle sich ein Weltbild vor, das bestimmte Dinge und Erscheinungen als schlecht definiert, andere als gesollt und wünschenswert und damit als gestattet. Damit hat diese Anschauung ein Wertegerüst inhärent, das entweder der Natur entspricht (wie das Katholische), oder ihr widerspricht. Wie mehr oder weniger alle (!) anderen, nicht-katholischen (=allumfassenden) Weltanschauungen und Religionen, und vor allem wie ausnahmslos alle Ideologien. 

Die in sich Ordnungsveränderungsaufträge sind. Diese Veränderungsaufträge, dieses Gesollte und Nicht-Gesollte, das in den Bereichen des Lasters (als Haltung aus dem Ordnungsverstoß heraus) blockieren auch das Aufsteigen von Gedanken, die mit dem sinnlich Eindringenden übereinstimmen. Die diese Sinnesbewegungen "beruhigen", zur Ruhe mit dem innersten Wesenskern bringen, der aus sich heraus (!) auf Wahrheit ausgerichtet ist. Amorph in seinem Beginn, aber in seinen Inhalten nach Wahrheit ausgerichtet. Jedes sündliche Verhalten ist also ein Verstoß gegen diese innere Ordnung, die in einem selbst vorhanden ist, aber unbeantwortet, also ungeformt bleibt.

**Untersucht wurde das freilich nie. Wie die meisten der vorgeblichen Einsparmaßnahmen nie auf ihre ursprüngliche Zielsetzung untersucht werden, man denke an die Zentralisierungsbestrebungen von Behörden. Wo sie im Ganzen gesehen untersucht werden (wie bei den Gemeindezusammenlegungen in der Steiermark) hat sich ein gegenteiliger, hier: ein kosten- und energieverbrauchs-steigernder Effekt bewiesen.


*310321*

Montag, 19. April 2021

Warum der Subjektivist immer lügt (1)

Von Jahr zu Jahr mehr, hat der VdZ Schwierigkeiten mit der aufoktroyierten Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit (und umgekehrt.) Diesmal ist es die seit dem 28. März tägliche frühere Stunde. Als eine Stunde früher, als man durch seinen Lebensrhythmus gewöhnt war. Der VdZ fühlt sich pausenlos gehetzt, ist mit allem "später" dran, muß deshalb die gesamten Tages- und Wochenabläufe nach Prioritäten neu ordnen. Denn sämtliche eingewöhnte Abläufe, die so schön immanentisiert waren, daß man kaum nachdenken (also neue Energie darauf verwenden) mußte, die institutionalisiert waren (und das ist das, was wir mit Kultur bezeichnen), scheitern krachend. 

Der offizielle Tagesrhythmus, nach dem sich nun das meiste richtet, von den Öffnungszeiten der Geschäfte bis zu den Meßzeiten, oder seien es manche Ereignisse im Internet, stimmt also nicht mehr mit dem habituellen Rhythmus überein. Sodaß jeder umlernen muß. Warum? Weil irgendjemand vor fünfzig Jahren die Idee hatte, aus seinen Statistiken herausgefunden zu haben, daß sich zwei Prozent der in unseren Volkswirtschaften verwendeten Energie damit einsparen ließen.

Was für eine Zumutung. Die natürlich der Klasse der Voluntaristen eingefallen ist, den Lebensunfähigen und -hassern, die irgendwo in einem Kopfland wohnen, wo ihnen die "Ratio" irgendwelche neuen Gut- und Schlechtwerte vorgibt. 

Zur Einführung der Sommer-/Winterzeit war es das Energiesparen, damals durch den Ölschock ausgelöst. Der aus politischen Gründen verursacht wurde - Stichwort Israel - und sich als künstliche Verknappung durch die Saudischen Produktionsländer erwies. Als sich diese Situation entspannte, hat man diese Maßnahmen nicht mehr geändert. Neben den "Energiesparwochen" (wie in Österreich) war es eben diese Zeitumstellung. Es würde abends länger zur Aktivitätszeit hell sein, also bräuchte man weniger Strom für künstliche Beleuchtung. 

Was sich, wie man heute weiß, als Unsinn herausgestellt hat. Es wird gar nix am Verbrauch gespart, zumal allgemein die Verwendung künstlicher Beleuchtung gewaltig gestiegen ist. Und wo an Verbrauch gespart wird (wie bei Energiesparlampen), steigt der Energieverbrauch für die Produktion. Und der VdZ meint aus der Erfahrung, was Rationalismus anstellt, auch hier mit sicherer Stimme sagen zu können: Die bloßen Kosten sind gestiegen, und werden durch die Zeitumstellung alles andere als positiv beeinflußt.**

Dabei steht uns ein nächster Zwang erst bevor. Mit den Corona-Maßnahmen hat es sich ja bereits angekündigt, mit welcher Frechheit und Respektlosigkeit die Klasse der "Elite" sich anmaßt, in das intimste Leben der Bevölkerung einzugreifen. Ja darin liegt sogar (ein Verdacht, aber der Leser soll selbst prüfen, ob er zutreffend ist) das eigentliche Moment ihres Selbstgefühls, als Macht das Leben zu bewegen. 

Für diese Klasse der Emporkömmlinge gilt es allemal. Die ihre Position nicht dem eigentlichen Leben, sondern der Cleverness verdanken, innerhalb der "normalen", humanen Hierarchien nach oben zu kommen, also die Auf- und Abstiegsmechanismen zu beherrschen (als das einzige, was sie noch studieren).

Mit derselben Chuzpe werden deshalb in sehr absehbarer Zeit die Welt- und Klimaretter über die Elektrizität das Leben der Menschen regulieren. Es fehlt überall an dem Grundrespekt vor den Menschen, dem Leben, der Ordnung, die MAN VORFINDET. Stattdessen sieht sich jeder ermächtigt, der Welt eine neue Ordnung aufzudrücken. Auch der Natur.

Weshalb der Subjektivismus als Erklärung nicht ganz stimmt, oder einer Korrektur bedarf. Denn der VdZ hat immer mehr festgestellt, daß die Menschen, die ihren Leidenschaften folgen - darum geht es ja heute, und vor allem bei den Generationen seit der sexuellen Revolution der 68er - genau dieses Hören auf ihre innere Stimme der Natur NICHT funktioniert. Sie hören NICHT mehr, was sie nicht hören wollen, was ihrem Gesollten widerspricht. So wie bei der Empfängnisverhütung etwa. Dazu muß man vielmehr schon sehr denaturiert sein. 

Revolution im Namen des Natürlicheren, wie es Rousseau verkündet hat, und wie es sich zweihundert Jahre später exemplarisch umgesetzt hat, ist ein Widerspruch in sich. Es ist NICHT natürlich, zu rebellieren, es ist nicht natürlich, eine Revolution zu wollen. Und es ist auch historisch nachweisbar, daß keine einzige namhafte Revolution (sofern sie nicht ein kurzfristiges Rebellieren gegen einen ganz bestimmten und bestimmbaren Mißstand war; ein Gewerkschaftsstreik kann also ein sehr berechtigtes Vorgehen sein).

Deshalb glaubt der VdZ niemandem mehr das, was zu glauben überall verlangt wird: Daß der, der seine Rebellion gegen die überkommene Ordnung in einem "Gefühl", in einem "Fühlen" als Verweis auf seine "Natur", auf ein "so bin ich eben!" beruft, nicht schwer lügt. Oder so seiner selbst entfremdet ist, daß er das sogar "glaubt", was hier heißt: Sich so verwirrt weil so viele Erkenntnishindernisse* übernommen und internalisiert hat, daß er gar kein wirkliches Gefühl für natürliches Gut-/Schlechtempfinden mehr hat. 

Das natürlichste Ordnungsstreben ist deshalb der Traditionalismus. Und nur Menschen mit Respekt vor Ordnungen kann man auch vertrauen, daß sie überhaupt die Wahrheit sprechen. Allen aber die behaupten, sie würden etwas so und so "spüren", das aber leider leider der natürlichen Ordnung widerspricht, also eine eigene, neue Natürlichkeit zu sein vorgibt, darf man nur eine Haltung entgegenbringen: Die des Mißtrauens.

Morgen Teil 2) Nur in Gemeinschaft Ausbruch aus der Kerkerhaft -
Gemeinschaft aber nur in der Wahrheit


*310321*

Dienstag, 24. September 2019

Der historische Bogen von Medjugorje als Betrugsfall (1)

Diese Aufzeichnung eines Vortrages von E. Michael Jones ist zwar schon zwanzig Jahre alt, aber sie ist jede Minute wert. Denn kaum wo ist das Phänomen Medjugorje derartig systematisch aufgearbeitet. Nicht nur in seinen nach wie vor aktuellen Linien, sondern in seiner Entstehung und in seinen Zusammenhängen mit Entwicklungen, die ab den mittleren 1960er Jahren ihren definitiven Lauf nahmen. Es lohnt, jeden Satz, den Jones da sehr konzentriert sagt, zu überlegen. Zwar haben wir alle diese Dinge hier längst einmal besprochen und analysiert, aber wir nehmen die Gelegenheit wahr, um noch einmal kompendiumartig den Fall des wohl größten Betrugsfalles in der Kirchengeschichte vor Augen zu führen. 

Denn das ist Medjugorje, und von "geistigen Früchten" zu reden ist nahezu lächerlich. Wir werden darstellen, warum. Zumal es das Thema der Schizoidität betrifft, dem immer noch weit unterschätzten Generalproblem der Gegenwart, gerade in Zeiten der Wortlawinen und des Internet, das aus seinem Wesen heraus schizoide Wege fördert und fast erzwingt, dazu später mehr.

Um zu verstehen, was sich in diesem montenegrinischen Dorf seit dem Jahre 1981 abspielte, muß man weit ausholen. Und Jones ist der Sache mit wissenschaftlicher Akribie nachgegangen, die Fülle seiner Aspekte und Argumente kann hier nur zusammenfassend wiedergegeben werden. Man muß aber zurückgehen bis in die Entwicklung der Charismatischen Erneuerungsbewegungen in den späten 1960er Jahren. Die in direktem Zusammenhang mit der Vorgeschichte zu Humanae Vitae stehen. Schlüsseljahr war 1965. In diesem Jahr verlor die Kirche in den USA definitiv die Kontrolle über sich selbst und katapultierte sich als vormaliger Eckstein aus der gesellschaftlichen Relevanz. 

Und man muß es so sagen: Aus Versagen der konservativen, also der eigentlichen katholischen Kräfte in der Kirche selbst. 1965 begann die heftige Debatte um die Empfängnisverhütung. Nie zuvor war das ein wirkliches Thema gewesen. Aber nun wurde es hochgespielt und erstmals wurde medial konzentriert aufbereitet die Frage virulent, daß es doch auch eine Sexualität gebe, die mit Empfängnis nichts zu tun hätte. Jeder könne doch erleben, wie "bereichernd" es sei, miteinander zu schlafen. Unter dem massiven Einfluß des CIA und privater Stiftungen wie der Rockefellers oder Carnegies wurde die vorrangigste katholische Universität und mit ihr die gesamte Intellektuellenschichte der Kirche von Geldern abhängig, die keineswegs der Entfaltung des katholischen Wirkbereichs dienen sollten, sondern die Veränderung der Inhalte zum Ziel hatte. Gezielt wurde von diesen Stiftungen Einfluß ausgeübt, während im Time Magazin neue geistig-leitende Köpfe aufgebaut wurden. 

Plötzlich traten führende katholische Intellektuelle und Theologen auf, die die immer gültige, immer geltende Lehre der Kirche (weil sie eine fundamentale, anthropologische Wahrheit verkündet) in Frage stellten. Längst gab es Gerüchte, daß der Papst eine Enzyklika vorbereitete, die die Empfängnisverhütung als das feststellte, was sie war - eine "in sich schlechte Tat", weil sie gegen die Natur des Menschen und darin gegen Gottes Gebot verstößt. Um diese Gerüchte einzudämmen erging von Rom eine Order, jede öffentliche Diskussion darüber einzustellen. Freilich hielten sich an diese Order nur die ohnehin orthodoxen, gehorsamen Priester und Theologen. Wer sich nicht daran hielt waren Priester, die im Dissens zur Kirche standen. Ihnen überließ man nun die Bühne und anstatt, daß eine öffentliche Debatte geführt wurde, konnten sie ihre Sichtweisen propagandistisch unterstützt ungehindert unters Volk bringen.

Das sich plötzlich mit einer seltsamen Wahl konfrontiert sah, die man angeblich hatte. Denn diese weitreichende Thematik wurde nun dem Belieben ("dem Gewissen") der Menschen selbst überlassen. Ein Gewissen, das die Notwendigkeit der Rückbindung an seine Bildung durch eine Autorität nicht mehr sehen will, sondern sich einfach der faktischen, subjektiven Augenblickslage ausliefert. Die Folgen dieses Schrittes waren katastrophal. Denn damit wurde die Kirche als Autorität in der Gewissensbildung ausgeschaltet.

Wird fortgesetzt) 


Sonntag, 31. März 2019

Da haben wir, was wir wollten (2)


Teil 2) Hier haben wir, was wir wollten




Und die Päpste? Sie waren dieser Wende schon lange nicht nur nicht gewachsen, sondern sie haben sie in aufsteigender, sich immer rascher beschleunigender Linie mitvollzogen und damit zur autoritativen Geste gemacht. Heute erleben wir, wie der Subjektivismus in Papst Franziskus einen wohl kaum noch überbietbaren Höhepunkt erreicht hat. In ihm haben wir, sozusagen, was wir immer wollten. Worauf diese Kultur seit 500, 600, 700, 900 Jahren direkt abgezielt hat. Erst hat sie noch mehr oder weniger widerstanden, schließlich hat sie die Lawine überrollt.

Und es ist eine Lawine, die in den Abgrund reißt. Heute hat die Kirche den ersten Papst, der tatsächlich glaubt, es käme auf seine Subjektivität an, ja mehr noch: den ersten Papst, der glaubt, er wäre tatsächlich persönliches "Vorbild". Geht es noch absurder? Denn Subjektivismus ist absurd. Die Früchte zeigen sich real. Die Zahl der Menschen, die sich für Heilige halten, wächst, der "Gutmensch" hält sich wirklich für gut. Etwas, das selbst Jesus zurückgewiesen hat. Mit den wirklichen Vorgängen in der Kirche, die eine objektive Struktur ist, ist dieser Papst damit noch mehr überfordert - er wirkt ultimativ - als alle seine Vorgänger.

Sein einziger Vorteil: Es ist ihm egal. Er sieht sich ohnehin nur noch als faktischer Mensch, kennt Selbsttranszendenz im Ort, im Amt, kennt das in Sakrament und Kult garantierte "Tor, Fenster sein" nicht. Ideologie, Zeitgeistgefügigkeit als Persönlichkeitsfundament ist die unausbleibliche (hegelianische) Konsequenz für die dem bloßen Subjektiven fehlende Transzendenz. Hinter dieser Person noch "die Kirche" zu sehen, ist defacto unmöglich. Ein Glaubensabfall in Massen, in wirklichen Massen ist unausbleibliche Folge. (Dem zu sehen dieser Papst logischerweise vorbeugt, indem er einfach den Unglauben zum Heilsgeschehen erklärt. Zuletzt sogar wörtlich, wo er Atheismus als besser als "falsch zu glauben" erklärte). Man muß angesichts der heutigen Rolle der Medien sogar definitiv wegsehen, um noch katholisch zu bleiben und am Subjektiven nicht zu verzweifeln. Denn aus dem "Reich Gottes" (=Kirche) wurde faktisch ein "Reich des Menschen". Es gibt nichts, das die Hoffnung mehr rauben könnte.

Die realen Kräfte (denn es gibt keine "allgemeine Bewegung", es steht hinter allem eine Person, oder Personen) hinter dieser Selbstzerstörung sind hier schon oft genug konkret genannt worden. Heute können sich diese Kräfte und Gruppen zurücklehnen und zusehen, wie die Kirche an sich und den Realitäten selbst erstickt. Die Manie der Heiligsprechungen aller Päpste der letzten 150 Jahre, die dieses Desaster aber mehr und mehr inszeniert (weil zumindest zugelassen) haben, ist blanker Zynismus.

Das gesagt, damit auch diese journalistisch akribische Arbeit des hier vorgestellten Films "Secrets of the Vatican" den Sinn erfüllt, den sie in den Augen des VdZ hat - daß sie die Realität vor Augen stellt, auf daß sich das heutige Kirchenbild ebenso von so vielem reinigen möge, das sie seit langen Zeiten verdunkelt und mit falschen Glorienscheinen und Schlacken vollgeladen hat, wie es die Fastenzeit und die göttliche Katharsis der Vorsehung bei Ihnen, werter Leser, selber tun sollte.

Die uns unsere - das betrifft jeden von uns - eigene Niedrigkeit und Erlösungsbedürftigkeit bewußt macht. Auf daß Sie so, werter Leser, zum Wesentlichen der Kirche wieder stoßen mögen - als unsere Heimat bei Gott, der in seiner Versammlung der Getauften = Kirche ganz real mitten unter uns wandelt. Denn es kommt nicht in erster Linie an, wie wir uns verhalten. Wir sind alle Sünder, täglich sieben mal siebzig mal. Wer immer glaubt, er könne sich weltlich so verhalten, daß er gerettet würde, irrt. Es kommt darauf an, was wir SIND.** Und darin können wir nur auf die Gnade hoffen, die hinreicht, uns in den Himmel zu tragen. In Jesus Christus. Nur auf ihn kommt es an.




Sollte der Film auf dieser Seite nicht abspielbar sind - hier das Link zu der Webseite seiner Macher.



*Umso mehr und erneut betont beharrt der VdZ auf seiner Einschätzung, daß die Verkündigung des Dogmas der Unfehlbarkeit des Papstes durch pp. +Pius IX. diese Entwicklung gewissermaßen entfesselt hat. Nicht, weil diese Unfehlbarkeit in sich falsch wäre, sie muß da sein. Und selbst die Orthodoxie kennt eine Unfehlbarkeit, nur ist sie dort nicht in einer einzelnen Person festgemacht. Aber weil die Verkündigung des Dogmas in Wahrheit und vor dem Hintergrund der geschichtlichen Situation eben diesen Subjektivismus mitten in die Kirche, in ihren Kopf gewissermaßen, eingepflanzt hat.

**Und das Handeln, das Verhalten folgt dem Sein! Dem Sein! Und das ist beim Menschen das Sein als Vernunftwesen. Es ist erst die Wahrheit, die wir ergreifen müssen. Und diese Wahrheit hat in Jesus Christus Gestalt. Weltlich greifbare, reale, historische Gestalt. Sie ist das Fundament all unserer - darauf folgenden - Handlungen.





*100119*

Samstag, 30. März 2019

Da haben wir, was wir wollten (1)

Die subjektivistische Wende, die das Abendland von Descartes an über Luther (als Aspekt der Renaissance), die Aufklärung bis zur Gegenwartsphilosophie eines Foucault als Vordenker, als Seismographen ebenso wie als Gestalter, gemacht hat, hat sich auch in die Kirche getragen. Und ist im Zweiten Vatikanum bzw. dessen Folgen in die gesamte Kirche und damit Welt vorgedrungen, weil gewissermaßen "getauft", mit höchster, absoluter Autorität verankert worden. Die Folgen sind evident.

Denn nun gerieten nicht nur in der Liturgie, sondern überhaupt die Kleriker in den Fokus der Menschen. War früher die Kirche als absolute, abstrakte, von Gott geschaffene "perfekte Gesellschaft" mehr Idee als Menschenfleisch, war ihr eigentliches Fleisch in der Liturgie und in den Sakramenten in der Welt, rückten nun die subjektiven Eigenschaften der Zelebranten und Verwalter des Heils in den Vordergrund. Und das war in Wirklichkeit ein Schock.

Wir haben damit bekommen, was wir wollten. Wir wollten den faktischen Menschen in den Vordergrund schieben? Bitte, da habt ihr ihn. Was sehen wir aber nun? Er ist ein Kretin. Ausnahmslos. Er ist wie ein Tier (also muß er auch in den Darwinismus abgestuft werden). Er ist ein Mißbraucher und Sexschwein und Mörder. Also müssen wir uns alles Heiligen entledigen und uns zum reinen Begierdenbündel entwürdigen. Er ist ein Wesen voll Neid und Gier? Also müssen wir ihn kontrollieren und reduzieren und einsperren.

Die vermeintliche Verbesserung brachte nun zu Tage - auf der Grundlage einer ohnehin bereits vorbereiteten Gottgleichheit des Menschen, da muß man gar nicht erst Hegel bemühen, auf welcher der Größenwahn das Bewußtsein um die eigene Fehlbarkeit und Sünde ersetzte - daß die Priester und Ordensleute und Bischöfe und Päpste und Kirchenvertreter egal welcher Art eben doch bloß ... Menschen waren.*

Das Heilige, das angeblich mit ihnen einherging, war für den nunmehr abgelenkten, auf falsche Objekte der Betrachtung gebundenen Blick gar nicht vorhanden, und wo noch vorhanden, löste es sich in Luft auf. Denn diesen schwachen, oft niedrigen, verachtenswerten Charakteren, in nichts besser als man selber, konnte man wirklich nicht mehr abkaufen, daß sie einen zum Heil führen, daß sie die Mittel und Wege dazu in ihren Händen halten. Denn das Sakrament kann man nicht sehen, schon gar nicht mehr bei der aufgelösten Liturgie. Solch eine subjektivistische Wende muß fast zwangsläufig den Glauben an die Wirklichkeit und Objektivität der Sakramente zerstören.

Was ist aber die noch dramatischere Folge? Man sieht nun genau und genauer hin. Und was man da sieht, ist einfach nur noch schockierend. Plötzlich sieht man ein Übel, das die Welt in dieser Weise nur selten zu sehen bekommt, bestenfalls in Räubergeschichten und Verbrechensalmanachen. Plötzlich sieht man das Heilige der Kirche nicht mehr, sondern nur noch das totale Versagen der Hierarchen und Hierarchien, die sich in Personen, in Einzelfiguren auflösen, deren Sünden zum Himmel stinken.

Das alles sollte der Leser bedenken, durchdenken, wenn er diese angeblich beste Dokumentation über die Zustände im Vatikan sieht. Die der VdZ bewußt nicht übersetzt oder inhaltlich näher bespricht. Und während Sie Dinge sehen und hören, die Ihnen vielleicht den Atem verschlagen, betet der VdZ für Sie, daß sie nicht den Glauben verlieren. Und der Leser sei gewarnt. So manches in diesem Film ist tief erschütternd, tief erschütternd.

Und die Dimension könnte noch weit furchtbarer sein. Steve Skojac deutet es an, wenn er auf das Buch "Windswept House" von Fr. Malachi Martin hinweist. In dem nicht nur die homosexuellen Netzwerke (samt deren Folgen) fast prophetisch gesehen werden, die heute aufplatzen wie Eiterbeulen, sondern der Vatikan als Ort dargestellt wird, in dem direkte, konkrete satanische Kulte zum Alltag gehören. Ob das so ist, weiß der VdZ nicht, aber er stimmt dem Gründer von OnePeterFive zu. Auch wenn dieser einen exakt das beschreibenden von vor Jahren ergangem Hinweis meinte, in der üblichen "Übberlegenheit" abweisen zu müssen. Heute schreibt Steve Skojec gneau das ... Ignoranz als Selbstschutz, sozusagen.n Natürlcih wutße es Skojek damals "besser", natürlich meinte er, mit den Nasenstauiben gegne die Mißsetände und diesen Papst vorgehen zu "müssen".

Es würde, klar, gewiß, vieles erklären, auf vieles ein Licht werfen. Aber es gehört auch zur menschlichen Würde, manches gar nicht so genau wissen zu wollen, nein, zu sollen. Um die Gewichtungen nicht irregulär zu verschieben, denn Menschsein ist ein furchtbar komplexes Insgesamt ...

Es wird offenbar werden, diesbezüglich hat der VdZ keinen Zweifel. Seien wir also bestmöglich gefaßt. Denn es ist alles andere als verwunderlich, ja vorhersehbar. Vor dem Hintergrund des Subjektivismus, der die Kirche so unglaublich leidvoll erfaßt hat, wird sein Wirken umso leichter und umso effektiver. Denn wo immer der Mensch die Schöpfung Gott aus der Hand reißt (und nur er kann das) - das passiert im Subjektivismus - ist sie Satan regelrecht zu Füßen gelegt. Und sein Hauptfeind, nein, sein einziger Feind heißt: Kirche.

In der sich seit Jahrzehnten eine Kultur aufgebaut hat, die endlich auch Realität wurde: Daß das Katholische zum Feind der Personen in den realen Strukturen wurde. Die unfaßbar genialen Strukturen sind also in dieser subjektivistischen Wende, in denen der gefallene, immer sündige, furchtbare Mensch zum Träger eines und umso effektiveren Werkzeug des Bösen geworden ist. Das noch zu unterschieden ist auch dem VdZ eine ganz ganz schwere Aufgabe, an der er zuweilen meint, zu scheitern.

Denn auch ihm hat man sehr übel mitgespielt, darüber wird er demnächst mehr berichten, das sei versprochen. Denn er hat in den Jahren, in denen er als Diözesansekretär für diese Kirche tätig war, nicht nur einen Schock erlebt. Er hat tiefere Einblicke gewonnen, als ihm angenehm und anderen lieb war. Er hat Einblicke gewonnen, das darf gesagt werden, die dem durchschnittlichen Leser wohl möglich sind, Gott hat es so gefügt. Darüber - im quasi zum Subjektivismus drängenden Druck - trotz vieler vieler Kämpfe den Glauben nicht verloren zu haben (hoffentlich) ist ihm so rein persönlich der vielleicht größte Erweis der Übernatürlichkeit der Göttlichen (also nicht menschengemachten, von Menschen zu machenden) Tugend "Glauben".

 Morgen Teil 2) Hier haben wir, was wir wollten





*200119*

Dienstag, 10. Oktober 2017

Beobachtungen über Handeln und Moral

Was nicht übersehen werden darf ist der Charakter des Klimaalarmismus als revolutionäre Erscheinung. Was kennzeichnet eine solche? Sie wendet sich gegen das Sein, das immer vorgefunden wird. Und setzt die Wahrheit des Seins außer Kraft, indem sie ihr eine neue Moral überstülpt und vorzieht. Sämtliche revolutionäre Bewegungen haben deshalb auch eine neue Moral auf ihre Fahnen geheftet, die der alten, vorherrschenden Moral "überlegen" sein will.

Wer genau hinsieht wird dabei immer etwas entdecken: Daß die vorgeblichen neuen Thesen immer und seltsamerweise eine Handlung oder Haltung (als Handlungsdisposition) dessen rechtfertigen, der sie vertritt. Das kann durchaus banal sein! 

Rousseau etwa "mußte" eine Pädagogik verkünden, in der sich jeder Mensch "aus sich selbst" - kraft einer immer indefekten, perfekten Natur, in der jeder Mensch geboren wird, der Mensch ist also immer beginnhaft "gut", "perfekt" - zu einem glücklichen Menschen entwickeln kann. Wenn man ihn nur läßt. Diese These verkündete ein Mann, der sämtliche seiner Kinder in Erziehungsanstalten abgab, weil er sich nicht um sie sorgen wollte (natürlich, in seiner Diktion: "konnte"), und er mußte dies zum völlig richtigen, ja guten Handeln erklären. 

Dies soll nur als Beispiel für das Gesagte dienen, daß Revolutionäre IMMER ihre neue Moral in einem persönlichen Schuldproblem gegründet haben. Denn diese Zusammenhänge sind nicht immer leicht zu entdecken. Sie können sich in ganz anderen Feldern offenbaren, gewissermaßen kompensieren. So vertritt also etwa jemand Thesen, die die ganze Welt per Diktat umkrempeln sollen, um ein Defizit in den hierarchischen Strukturen in einer Ehe zu kompensieren. 

Dieses Beispiel ist nicht zufällig gewählt, weil es heute extrem häufig ist. Totalitäre, gewaltsame Ansichten (so verschleiert sie auch sein mögen) sind äußerst häufig, wenn nicht immer, im Erleben von Machtlosigkeit fundiert. Im speziellen übrigens bei hoher Mutteridentifikation durch Männer, die so den  mangelnden Mut zum Mannsein kompensieren und deren Erlebensbasis (aus der kindlichen Identifikation heraus) von der erlebten, fehlenden Macht der Mutter (sie "fühlen" also die Gefühle der Mutter, und diese lähmen ihr eigentliches Fühlen) genährt wird, der sich zu stellen - was ein Kampf gegen den Vater, also andere Männer wäre - sie aber nicht wagen. Deshalb die Tendenz haben, die Welt "zu vermütterlichen", zu verweiblichen, um dann besser bestehen zu können.*

Immer wieder überrascht denn aber doch die Offensichtlichkeit, mit der moralische Dispositionen - und es sind immer Handlungen, Charakterhaltungen, die ihre Thesen hervortreiben - ihre Zusammenhänge mit revolutionären Bestrebungen offenbaren. So hat der VdZ erst jüngst eine Stellungnahme der Ehefrau eines als "shooting star der Klimawissenschaft" (der nun sogar für Geo-Engineering eintritt, um "die Erdtemperatur zu stabilisieren") gehypten Mitarbeiters einer NGO (mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium) gelesen, in der diese offen darstellt, daß sie Abtreibungen vornehme, und warum. Denn natürlich tut sie es nur im Namen einer übergeordneten Moral, nämlich um Frauen "zu helfen". Selbstverständlich sei dies nur eine Notmaßnahme, so die Ärztin, der sie dadurch beizukommen suche, daß sie Verhütungsmethoden (darunter nennt sie sogar die Spirale, die eine direkte Form der Abtreibung und keine Verhütungsmethode ist) propagiere. 

Hier zeigt sich sogar ein Teilschema, auch dieses häufig und typisch: Personen, die solche gravierenden, schwerwiegenden Verstöße gegen das Naturrecht begehen (was ihrem tiefsten Gewissen natürlich nie verborgen bleiben kann, und das ist ja der eigentliche Treibsatz ihrer öffentlichen Behauptung, übermoralisch zu sein) tun dies praktisch immer mit einem Grundton des Bedauerns, in dem sie sich (sic!) zum Opfer der eigentlichen Moral erklären, die aber im Einzelfall nicht ausreiche, sondern korrigiert werden "muß". 

Sie erklären nämlich jene, die dieser Moral treu sind, zu eigentlichen Tätern, erklären also, daß es Geglücktheit (manchmal) nur geben könne, wenn man gegen die Natur handele.** Natürlich vergessen sie nicht zu erklären, daß sie diese Verstöße nur notgedrungen begehen, setzen sich also in die Position eines eigentlichen Märtyrers. Ja, eigentlich sind sie die Leidenden, die in menschlicher Größe auch etwas Unmoralisches tun, weil aus moralischen Erwägungen heraus "müssen"!






*Der geneigte Leser möge einfach einmal beobachten, wie sich bestimmte Haltungen, ja Weltanschauungen mit bestimmten Lebenserscheinungen decken. Ein weites Feld, in dem es viel zu entdecken gibt. So verwundert es nicht, wenn auffallend viele (männliche) "Klima-Apokalyptiker" nicht verheiratet sind, oder eine Partnerin mit Doppelnamen (sie hatten also nicht die Kraft, an sich zu binden, zu bestimmen) oder auffallend wenige oder gar keine Kinder haben (die sie dafür vergötzen), weil ihnen die Frau mehr Kinder verweigert. Eine Konstellation, die heute enorm häufig ist! Die Zunahme von fanatischen Weltsichten heute (vom Klimaapokalyptiker bis zum Veganer, hinter deren Veganismus oft sogar ein Verschwindenswunsch, ein "Verdünnisierungswunsch" steht, weil sie nicht die Stärke haben, einer Situation handelnd zu entkommen) steht - der VdZ ist sicher - in direktem Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der natürlichen Zueinanderordnung der Geschlechter.

**Um auch diesen Kreis zu schließen: Das ist genau der Knackpunkt, der Amoris Laetitia zu einem häretischen und darüber hinaus gefährlichen Dokument macht. Wer das, was aus diesem Dokument herausgelesen werden kann und wird (und daß das der Fall ist, beweisen weltweite Stellungnahmen von Bischöfen, was soll also die Behauptung, daß das NICHT herausgelesen werden könne? WENN ES DOCH SO IST! - es bedeutet genau diese These: es gibt ein Gut, das durch eine schlechte Handlung zu erreichen ist) übernimmt, revolutioniert ein gesamtes Feld der Moraltheologie. Ja, er zerstört die Grundmauern der gesamten Ethik. Nicht nur der Katholischen Kirche. Denn hier geht es um Überlegungen zum Naturrecht, das alle Menschen betrifft. 

Das Argument gegen diese Situationsethik ist philosophischer, nicht einfach theologischer Natur. Die praktische Wirkung aber ist katastrophal, und zwar insgesamt, nicht nur auf die in AL spezifisch behandelte Ehe- und Sexualmoral: Denn diese Form der subjektivistischen Situationsethik zerstört die Basis JEDER Handlung, weil er sie aus dem eigentlichen Gewissen reißt. Das Beispiel der oben genannten Ärztin belegt es.




*041017*

Freitag, 13. Mai 2016

Morgenröte einer Kirchenspaltung

Eigentlich war die Fragestellung, zu der die von Jesuiten geführte Fordham University in New York fünf führende Intellektuelle aus dem Raum der Kirche eingeladen hatte, ob denn "dieser Papst überhaupt katholisch sei." Wie schon mehrmals festgestellt - Disput wird in den USA deutlich offener geführt als in Europa. 

Aber die Frage spitzte sich rasch zu. Und es offenbarte sich ein dieser Frage zugrundeliegender Konflikt, der offenbar dabei ist, seine Schärfe zu gewinnen, die es seit vielen Jahrhunderten nicht gab. Denn klar gab es in Teilfragen immer Disput und Meinungsdifferenzen, aber der Kern blieb unangetastet. Aber nun wird die Frage sehr virulent, was denn ÜBERHAUPT der Katholizismus sei. 

Wer sich regelmäßig im kirchlichen Bereich bewegt wird zustimmen, daß diese Frage seit vielen Jahren virulent ist, und daß es niemanden mehr gibt, daß niemandes Autorität noch ausreicht, um sie zu entscheiden. Zu sehr haben sich Praktiken festgesetzt, die defacto bereits von verschiedenen Kirchen sprechen lassen müssen und die oft nur noch ein letzter Rest nomineller Dogmatik zusammenhielt, den alle Lager gerade noch zu respektieren suchten. Auch wenn viele Fragen auf tief doktrinelle Konflikte zuliefen, scheute man doch diese anzutasten. Das hat sich mittlerweile geändert.

Denn auch dieser ist argumentativ bereits bis ins Mark aufgeweicht. Was wesentlich mit einer verschiedenen Methodik zu tun hat, mit der man an ihn herangeht, und der sich grob als "Praxis vs. Dogmatik" beschreiben läßt. Und man erlebt etwas ganz Seltsames: Vielfach ist man in der Wahrheitsfindung mehr oder weniger schon ganz auf sich allein gestellt, weil mittlerweile auch die höchste Autorität praktische Vorgaben macht, die dogmatische Konsequenzen haben, und die deshalb manche als gegen ihren Glaubenssinn stehend empfinden und als dogmatischen Konflikt sehen. 

Die einen erkennen jenes depositum fidei nicht an, auf das sich aber die anderen stützen. Und berufen sich auf eine oft bereits tief verankerte Orthopraxie, die in der Gewohnheit bereits anderen Glaubenssinn hervorgebracht hat, als ihn die anderen haben, suchen oder praktisch pflegen, und berufen sich auf genau diese Rückverweisung auf subjektiven Glaubenssinn als eigentliche Errungenschaft, zu der sie sich von offizieller Seite her sogar noch bestätigt fühlen.* Und die ihre Orthopraxie durchaus aggressiv durchzusetzen trachten.** Eine Kontinuität wird zwar behauptet, aber eben nur noch behauptet, und durch ausgewählte Zitationen "fundiert". Sie bleibt aber nominell. Unvereinbarkeiten zeigen sich aber spätestens in der Praxis. Und genau die wird von der anderen Seite - nennen wir sie "traditionell" - vielfach "aufgegeben" oder aufgeweicht, solange die Worte noch übereinstimmen.

Wovor viele Kritiker seit Jahrzehnten gewarnt haben, hebt sich aber nun zu voller Gestalt. Die liturgischen Veränderungen, die Veränderungen in der Seelsorge seit den frühen 1970er-Jahren haben einen anderen Glauben hervorgebracht.² So gut wie alles, was sich heute als Sichtweisen jener findet, die man als "modern" bezeichnen könnte, liegt nachweislich im Geist jener Liturgie und Seelsorgspraxis angelegt, die gepflogen wird.***

Wenn manche von drohender Kirchenspaltung sprachen, so ist dies vor diesem Hintergrund tatsächlich zu begreifen. Denn hier hat sich über Jahrzehnte eine latente, nun immer distinkter und damit größer werdende Kluft in der Interpretation des Katholizismus aufgetan, die unter diesem Pontifikat Unvereinbarkeiten ans Tageslicht gebracht hat, die tatsächlich auf eine Kirchenspaltung hinauslaufen müssen, wenn sie nicht aufgehellt werden können. Und daran glaubt eigentlich keiner mehr. Daran scheiterte auch das erwähnte Gespräch. Man kam schon prinzipiell zu keiner Einigung, weil man sich in den Kriterien nicht einigen konnte, was überhaupt Katholizismus sei. Und das zeigt ein außerordentlich ernstes institutionelles Problem an.





*Man täusche sich dabei nicht: Der Subjektivismus bringt in keinem Fall eine Stärkung der Autorität als Garanten der Einheit einer Gemeinschaft, sondern diese Autorität wird nur benutzt, um die eigene und persönliche Position im Konflikt zu stärken, ist ansonsten aber belanglos. Der Subjektivist sucht sich seine Autoritäten deshalb nicht selber, sondern er instrumentalisiert sie nur für Eigenzwecke. Autorität gibt es für ihn nicht mehr, jener bleibt also nur noch Autoritarismus.

**Lex orandi - lex credendi! Die Orthopraxie formt auch das Gesetz des Glaubens.

²Die Mutter des VdZ - in einfachsten Verhältnissen tief katholisch aufgewachsen - hat damals mehrfach betont, daß sie sich nicht mehr auskenne. Alles sei heute anders als sie es von früher kannte. Bis sie mit den Jahrzehnten unter dem Druck der Umgebungspraxis "umlernte", "modern" wurde, zumal sie Konflikte sowieso scheute und eine Opposition gegen die Zeit schon intellektuell niemals durchgestanden wäre. Noch in den späten 1990er Jahren drang man manchmal mit klaren Argumenten, mit Vernunft zu ihr durch, was Geduld brauchte. Und da war dann noch etwas wie ein geistiges Aufwachen festzustellen. Aber 2009 starb sie in tiefer Verwirrtheit, nachdem sie das Denken, die Vernunft endgültig aufgegeben hatte. Für diese einfache Frau waren die praktischen Anforderungen nicht mehr mit dem Denken in Übereinstimmung zu bringen.

***Der VdZ hat bereits mehrfach erzählt, daß er auf seinen zahlreichen Pfarrbesuchen Mitte der 1990er Jahre beobachtet hat, daß sich aus der Architektur der Pfarrkirche bereits feststellen ließ, welcher Glaubenssinn in den Männerrunden (die seine Aufgabe waren) anzutreffen war. Zwar nicht nur davon bestimmt - die Lebens- und Erwerbsweise etwa prägte ebenfalls den Glaubensstil -, aber es bestanden eindeutig Korelationen.





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Sonntag, 8. Februar 2015

Wahrheit ist absolut

Nicht die Wahrheit ist relativ, nicht subjektiv und deshalb in ihrem absoluten Gehalt nicht bestimmbar. Sondern der Zugang zu ihr, die Durchlässigkeit auf sie hin. Deshalb kann nur der Ganz-Heilige - Gott - die Wahrheit selbst nicht nur darstellen, sondern auch sein. Hier ist also Denken und Vollzug in einem, hier ist sie Sakrament. So, wie der Eid daran rührt, in dem sich der Mensch zum höchsten ihm Möglichen ausstreckt, ohne es aber zu berühren.*

Eben nicht aber im Menschen. Denn der Zugang zu ihr, der ist subjektiv. Und nur im Sittlichen kann sie überhaupt jene Gestalt annehmen, die ihn auch wahrhaftig handeln - nicht zufällig richtig treffen -  läßt. 



*Im alten Rechtsgut der Germanen, aber eigentlich: aller Völker, war der Eid vor Gericht deshalb die Überwälzung der Beweispflicht und damit Gerechtigkeit auf eine Person - den Eidleistenden. Dieser stellte sich im Eid direkt Gott gegenüber, und zog damit auch alle Folgen auf sich, wenn das Urteil ungerecht war, und damit Gott beleidigte. Im Eid mußte das Gericht (der Richtende) deshalb nicht mehr subjektiv für wahr halten, urteilen.



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Dienstag, 25. März 2014

Beweis des Gegenteils

Es regt zum Schmunzeln an, wenn man da belegt bekommt, daß es keine Wahrheit "für alle" gebe, was man am Beispiel demonstriert erhalte: daß fünf Menschen, die vor den unterschiedlichen Teilen des Elefanten stünden, dieser in lauter unterschiedliche Aussagen zerfalle - er sei ein Rüssel, ein strammes Bein, ein lebendiger Schweif, ein gewaltiger Bauch ... 

Denn was dabei gefließentlich übersehen wird ist, daß diese Feststellung der Unzutreffendheit der Einzelurteile stillschweigend von einem Generalurteil ausgeht, was denn ein Elefant überhaupt sei! Anders wäre "Unzutreffendheit" gar nicht festzustellen. Und damit den Gegenbeweis in sich bereits trägt. Wer Unzutreffendheit feststellt muß wissen, was zutrifft!

Festzustellen, daß es keine allgemein Wahrheit gebe, setzt also voraus, daß man genau diese allgemeine Wahrheit DOCH definiert, doch kennt. Sodaß es über die subjektiven Bezüglichkeiten als Grundlage des Urteils doch eine Möglichkeit geben muß, den Ort dieses Bezugs - und damit seine Unzutreffendheit für das Ganze - zu bestimmen, und das Subjektive aufs Ganze hin zu übersteigen.



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Sonntag, 1. Dezember 2013

Zerreißkraft der Eitelkeit

Die Eitelkeit wurzelt im Verzicht auf das innere Sein. Sie gründet sich niemals auf das, was man ist, sondern sie setzt das Spiegelbild des Seins, den Reflex des Seins in der Äußerlichkeit als das Sein. Sie gründet sich auf den schmeichelhaften Schein. Sie ist die Mutter aller Lüge, die Ursünde und der Grund alle speziellen Formen des Bösen, schreibt Oscar Ewald. In ihr läßt sich alles subsummieren, was als antimoralischer Gegenwille aufgefaßt werden kann.

Sie verzichtet auf das innere Sein, indem es das Innere in das Äußere verlegt. Damit wird der eitle Mensch zum subjektivsten Mensch - nicht aber zur Persönlichkeit, weil es ihm an objektiver Urteilskraft fehlt. Weil es ihm an jenem Zentrum fehlt, von dem aus der die Welt beurteilen und sich diesem Urteil gemäß entgegenhalten könnte. Der Eitle bezieht alles auf sich und verfälscht das Objekt.

Je persönlicher hingegen ein Mensch ist desto mehr befreit er sich von seinem subjektiven Standpunkt und ordnet desto stärker und häufiger seine Handlungen und Urteile dem objektiven Wert unter.

Der Eitle hat keinen objektiven und erst recht keinen einheitlichen Wertmaßstab. Er bleibt deshalb im unzurückgeführten Vielfältigen hängen, in Teilmengen, die ihn je nach ihrer Art hierhin und dorthin ziehen. Ihm fehlt ein wirkliches Persönlichkeitszentrum: Er richtet das Objekt nach seiner Subjektivität, und seine Subjektivität nach dem Objekt ... er bleibt subjektiv, ohne Subjekt zu sein, er macht sich zum Objekt, ohne objektiv zu sein. Damit ist auch klar, daß der Abstand von Gott der Eitelkeit zu verdanken ist, denn die Endlichkeit verdankt sich der Eitelkeit.

Der Eitle muß sich den anderen unterwerfen, denn er muß sich durch den anderen - ob Mensch oder Objekt - erhalten, ist von ihm abhängig. Denn in ihm spiegelt er sich selbst, und sonst würde er sich verlieren: denn den Blick nach innen, der ist es ja, dem der Eitle ausweicht. Jener Blick, in dem er seine Schatten und seine Leere sehen würde.*

So lange steht der Mensch in der Eitelkeit, so lange Ichheit und Objektivität in seinem Bewußtsein noch getrennt bleiben. Erst dort, wo und soweit sie in eins verschmelzen, steht der Mensch außerhalb der Eitelkeit. Nur der ganz Einsame, die absolute Persönlichkeit kann also nicht eitel sein. Weshalb nur Gott völlige Freiheit von Eitelkeit möglich ist, schreibt Ewald.**


*Es liegt in derselben Folgerungslinie, die Zugeordnetheit des Menschen zur Welt in ihrem allgemeinen Typus zu begreifen, wie er sich im Mann-Frau-Verhältnis am reinsten darstellt. Damit wird nämlich deutlich, daß der Eitle - der Narziß - nicht nur "den anderen benutzt", sondern Seelenraub an ihm begeht.

**Worin der Verfasser dieser Zeilen ihm übrigens NICHT zustimmt. Ewald begreift den Menschen nicht als Analogie weil Geschöpf, sondern tendiert zum Schelling-Hegelianischen Pantheismus, der ontologischen Gleichsetzung Mensch-Gott, wo der Mensch der selben Substanz zugehört weil im Hervorgang entstammt wie Gott als Geist bzw. Vernunft.







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Sonntag, 6. Oktober 2013

Freiheit als Maß der Objektivität

Der geistige Keim ist also in dem Innenraum verborgen, der von der Ichgrenze umschlossen ist. In dem was außerhalb der Ichgrenze liegt, ist er nicht. Auf daß die Außenwelt objektiv erkannt werde, ist es notwendig, sie von ihrer Abhängigkeit von der Subjektivität zu befreien. 

Aber diese Befreiung geschieht nicht dadurch, daß die Subjektivität gewissermaßen "abgeschafft" wird, sondern nur dadurch, daß sie im Subjekt im bergenden Schutz der Ichgrenze reift, daß die sich verwirklichende Freiheit der Seele mehr und mehr Subjektivität - d. h. Identifikation von Bewußtsein und Gegenwart - in Objektivität - d. h. Erkenntnis des Gegenwärtigen als eine Anderen, aber dem Bewußtsein Zugeordneten und lebendig mit ihm Verbundenen - verwandelt. 

Ist die Potenz zur Verwirklichung der Freiheit dergestalt nur im Innen, so ist doch die Freiheit, insofern und in dem Maß, als sie verwirklicht ist, ebenso wie die objektive Wirklichkeit dieselbe für Innen und Außen.

[...] Es ist das Wesen des Kreuzes [als Struktur der Erkenntnis, Knotenpunkt des Met'empirischen mit dem Empirischen; Anm.] nichts auszuschließen, aber auch, indem es einbezieht, nichts zu vergewaltigen, sondern alles zur eigenen Wirklichkeit zu befreien. Je wirklicher die Seele, desto wirklicher auch die Außenwelt, desto wirksamer deren reale Einwirkung auf den weiteren Fortschritt, so daß dessen Wesen eben in der fortschreitenden Integration und Durchdringung von Innen und Außen besteht. Je größer die Durchseeltheit des Außen, desto größer die objektive Wirklichkeit des Innen.

Matthias Vereno, in '"Vom Mythos zum Christos"




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Montag, 24. Dezember 2012

Als sich das Tempo verlor

Schon bald nach Kriegsbeginn im August 1914 hatte sich die Vorstellung der Generalitäten - der Alliierten wie der Mittelmächte - daß ein moderner Krieg eine Bewegungskrieg sein würde, in Luft aufgelöst. Binnen weniger Monate hatte sich die hektische Bewegung beider Seiten in die Katatonie unbeweglicher Frontlinien festgefahren.

Dazu hatte es unüblich viel geregnet, die Soldaten versanken in Schlamm und Wasser. Besonders die englischen Gewehre waren dafür anfällig, bei Sturmangriffen vermeldeten die deutschen Berichte auffallend viele Bajonettverwundungen.

Die Ausfälle durch Krankheiten und Fieber erreichten in manchen Truppenteilen 70, 80 Prozent, interessanterweise wenige Lungenentzündungen dabei.

Auf diesen Verlust an Bewegung (die einen enormen Blutzoll mit rund 2 Millionen Toten und Verwundeten auf beiden Seiten gekostet  hatte) folgte ein Effekt, mit dem niemand gerechnet hatte: die Bedingungen, unter denen beide Armeen zu leiden hatten, gewannen die Oberhand, wurden zur beiden Seiten gleichen Hauptplage. Und daraus entwickelte sich im Spätherbst 1914 mehr und mehr eine Empathie der Soldaten untereinander - von Feind zu Feind. 

Ausrüstungsgegenstände wurden getauscht - zwischen den Fronten! - hier ein Helmgurt, dafür eine Konservenbüchse Fleisch. Patrouillen im Niemandsland zwischen den Linien entwickelten einen Ehrencodex, demgemäß sie sich unter 30, 40 Meter nicht bekämpften, sondern "aneinander vorbeigingen". Scherze zwischen den Schützengrabenlinien waren an der Tagesordnung. Grabenvorstöße wurden mehr und mehr zu Ausrüstungsbeutezügen, teilweise waren die Soldaten an ihren Uniformen kaum noch auseinanderzuhalten: Deutsche wurden mit Kilt gesichtet, besonders beliebt waren englische Schafwolljacken und Stiefel, während deutsche Gummigaloschen gesucht waren. Kriegsmüdigkeit machte sich überall breit. Man begann, aufeinander Rücksicht zu nehmen: hielt sich jeder daran, hatten beide ihre Ruhe. Beschießungen zur Essenszeit waren verpönt. 

Man sang einander Ständchen, unterhielt sich. Bekannt war u. a. ein Bayer, der die Engländer regelmäßig mit seinen Jodelkonzerten beeindruckte. Sachsen setzten die deutsche Fahne auf Halbmast und hielten Tafeln in die Höhe, auf denen die Engländer gebeten wurden, abzuziehen, man wolle doch endlich Frieden. Beide Seiten schimpften jeweils auf ihre unfähigen Generalitäten, die immer noch von Entscheidungsschlachten und Offensivgeist träumten und die Soldaten von einem sinnlosen, enorm verlustreichen Angriff in den nächsten hetzten, mit fünfzig Metern Geländegewinn, die bei der nächsten Gegenattacke wieder verloren gingen. Fälle wurden bekannt, wo Soldaten ihren Offizier erschossen, der nicht bereit war, eine aussichtslose Position aufzugeben, um sich zu ergeben.

Man fühlte jeweils mit dem anderen.

Und so war das Geschehen auf allen Frontabschnitten stimmungsmäßig vorbereitet, das sich - während fast an der gesamten Frontlinie gespenstische Ruhe ausbreitete, nur selten wurde gekämpft - am Weihnachtsabend 1914 in einer nie gesehenen Fraternisation  abspielte. Speziell in Belgien und Nordfrankreich waren geschätzt drei Viertel der Frontabschnitte darin involviert: alliierte und deutsche Truppen ... feierten Weihnachten miteinander: redeten, machten einander Geschenke, teilten ihr Essen, sangen, oder beteten.

Erst gegen Abend des 24. Dezember 1914 hatte es  überraschend gefroren, und nach langen Monaten des Dauerregens war der überall schlammige Boden nun hart und begehbar. Sogar ein Hauch von Schnee war gefallen, und Nebel fiel ein. Das Land sah in der Dämmerung aus wie verzaubert, berichten Briefe.

Begonnen haben fast immer die Deutschen. Die z. B. Weihnachtsbäumchen (gegen strenge Verbote) mit brennenden Kerzen - ein den Franzosen völlig unbekannter Brauch - aus ihnen Schützengräben emporhoben. Oder "Stille Nacht" oder "Oh Tannenbaum" anstimmten. Erst waren die Engländer und Franzosen vorsichtig, denn die Deutschen waren angeblich seelenlose Barbaren, und man rechnete mit einer Finte, wenn sie "Don't shoot!" riefen, während sie die Bäumchen nach oben reckten. Man hätte nicht erwartet, daß sie Weihnachten überhaupt feierten.

Allmählich verlor sich aber das Mißtrauen, und die Soldaten riefen einander an, kamen erst vorsichtig, dann immer vertrauensvoller aus ihren Gräben, trafen sich im Niemandsland, und schüttelten sich die Hände. Kompaniekapellen stimmten Nationalhymen beider Seiten an. Spontane Chöre aus Soldaten sangen einander ihre Weihnachtslieder vor. Besonders bekannt ist der Fall des Opernsängers Kirchhoff, der in der Argonne, im Frontabschnitt der 130. Württemberger, "Stille Nacht" zu singen begann, und die Franzosen zu Begeisterungsstürmen hinriß, die immer neue Dacapos verlangten. An anderen Frontabschnitten hielten beide Seiten miteinander Gefallenen-Gedenkfeiern ab. Auch Banaleres fand sich: ein deutscher Zauberkünstler bezauberte englische Einheiten. Oder manche Offiziere sahen es als günstige Gelegenheit, die gegnerischen Stellungen auszuspionieren.
Oder da, wo englische Soldaten an einem Frontabschnitt entdeckt hatten, daß im gegenüberliegenden Schützengraben ein deutscher Friseur saß, der vor dem Krieg in England gearbeitet hatte. Nun standen sie Schlange, um sich von ihm die Haare schneiden und rasieren zu lassen.
Die Inhalte der erhaltenen Weihnachtspäckchen waren "Währung", reger Tausch setzte überall ein: deutsches Bier gegen die begehrten englischen Rindfleischkonserven, Tabak und Zigaretten (die Währung für jeden und alles) gegen Kuchen, Wein gegen Whisky. "Autogramme" waren begehrt, stolz schickten englische Soldaten Postkarten nach Hause, mit Unterschriften deutscher Soldaten. Ja, sogar Waffen wurden ausgetauscht, wie im Abschnitt der 4. englischen Division.

Daß Fußball (zumindest mit einem richtigen Ball) gespielt wurde, konnte nie wirklich belegt werden - eher ist dieses Gerücht Ausdruck zahlreicher Sehnsüchte und Träume der Soldaten selbst, vor allem der Briten, die in den meisten Versionen gewannen: 3:2 gegen die Sachsen.

Fallweise dauerte dieser Weihnachtsfriede bis Neujahr, ja in wenigen Fällen bis in die zweite Jännerwoche. Und überall war der Jänner bemerkenswert ruhig. Ein britischer Offizier schreibt an seine Lieben: "Der Jänner war äußerst ruhig, und wir hatten viel zu tun hatten angesichts der deutschen Abneigung, uns anzugreifen."

Die französische Armeeleitung beschloß, solche Vorkommnisse in ihren offiziellen Berichten nicht zu erwähnen, man findet nur "Waffenruhe" vermerkt. Weshalb es heute aussieht, als wären vor allem jene Abschnitte betroffen gewesen, wo sich englische und deutsche Truppen gegenüberlagen. Deutsche, vor allem bayrische Berichte aber zeigen, daß die weihnachtliche Verbrüderung der Feinde auch dort häufig, und sogar sehr intensiv war.

Als das Tempo verloren ging, begann die menschliche Vernunft wieder einzukehren. Die Parolen und Propagandasätze, der Wahn der Vorkriegszeit mit ihrem Ruf nach Veränderung, nach einer neuen Zeit, verschwand aus den Köpfen, und die Menschen sahen wieder, was sie sahen, und urteilten aus ihrem eigenen Verstand heraus, den der Krieg noch nicht genug verwüstet hatte, der mit der Langsamkeit, dem Bewußtwerden des Bodens, wiederkehrte. Zum letzten mal.



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Donnerstag, 8. November 2012

Wo mein Geist drin ist

Es ist nicht alles Gold, was an seinen Wortästen hängt, aber der Grundethos ist hörenswert, und der Grundethos des Wirtschaftens überhaupt: Josef Zotter (Schokoladeproduzent) zur Frage: Warum man Unternehmer wird? Nur subjektiver, individueller Lebensvollzug gibt jene Kraft, jene Produkte "mit Gesicht", die der Konsument (langfristig) gerne verwendet. Produkte, die aus dem Herzen des Unternehmers kommen. Kein abstraktes Wirtschaften, das nur Kosten und Gewinne betrachtet, bringt Erfüllung, es bringt satte, unzufriedene Konsumenten, oberflächliche Produkte, und leere Mitarbeiter.







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