Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 10. Oktober 2017

Beobachtungen über Handeln und Moral

Was nicht übersehen werden darf ist der Charakter des Klimaalarmismus als revolutionäre Erscheinung. Was kennzeichnet eine solche? Sie wendet sich gegen das Sein, das immer vorgefunden wird. Und setzt die Wahrheit des Seins außer Kraft, indem sie ihr eine neue Moral überstülpt und vorzieht. Sämtliche revolutionäre Bewegungen haben deshalb auch eine neue Moral auf ihre Fahnen geheftet, die der alten, vorherrschenden Moral "überlegen" sein will.

Wer genau hinsieht wird dabei immer etwas entdecken: Daß die vorgeblichen neuen Thesen immer und seltsamerweise eine Handlung oder Haltung (als Handlungsdisposition) dessen rechtfertigen, der sie vertritt. Das kann durchaus banal sein! 

Rousseau etwa "mußte" eine Pädagogik verkünden, in der sich jeder Mensch "aus sich selbst" - kraft einer immer indefekten, perfekten Natur, in der jeder Mensch geboren wird, der Mensch ist also immer beginnhaft "gut", "perfekt" - zu einem glücklichen Menschen entwickeln kann. Wenn man ihn nur läßt. Diese These verkündete ein Mann, der sämtliche seiner Kinder in Erziehungsanstalten abgab, weil er sich nicht um sie sorgen wollte (natürlich, in seiner Diktion: "konnte"), und er mußte dies zum völlig richtigen, ja guten Handeln erklären. 

Dies soll nur als Beispiel für das Gesagte dienen, daß Revolutionäre IMMER ihre neue Moral in einem persönlichen Schuldproblem gegründet haben. Denn diese Zusammenhänge sind nicht immer leicht zu entdecken. Sie können sich in ganz anderen Feldern offenbaren, gewissermaßen kompensieren. So vertritt also etwa jemand Thesen, die die ganze Welt per Diktat umkrempeln sollen, um ein Defizit in den hierarchischen Strukturen in einer Ehe zu kompensieren. 

Dieses Beispiel ist nicht zufällig gewählt, weil es heute extrem häufig ist. Totalitäre, gewaltsame Ansichten (so verschleiert sie auch sein mögen) sind äußerst häufig, wenn nicht immer, im Erleben von Machtlosigkeit fundiert. Im speziellen übrigens bei hoher Mutteridentifikation durch Männer, die so den  mangelnden Mut zum Mannsein kompensieren und deren Erlebensbasis (aus der kindlichen Identifikation heraus) von der erlebten, fehlenden Macht der Mutter (sie "fühlen" also die Gefühle der Mutter, und diese lähmen ihr eigentliches Fühlen) genährt wird, der sich zu stellen - was ein Kampf gegen den Vater, also andere Männer wäre - sie aber nicht wagen. Deshalb die Tendenz haben, die Welt "zu vermütterlichen", zu verweiblichen, um dann besser bestehen zu können.*

Immer wieder überrascht denn aber doch die Offensichtlichkeit, mit der moralische Dispositionen - und es sind immer Handlungen, Charakterhaltungen, die ihre Thesen hervortreiben - ihre Zusammenhänge mit revolutionären Bestrebungen offenbaren. So hat der VdZ erst jüngst eine Stellungnahme der Ehefrau eines als "shooting star der Klimawissenschaft" (der nun sogar für Geo-Engineering eintritt, um "die Erdtemperatur zu stabilisieren") gehypten Mitarbeiters einer NGO (mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium) gelesen, in der diese offen darstellt, daß sie Abtreibungen vornehme, und warum. Denn natürlich tut sie es nur im Namen einer übergeordneten Moral, nämlich um Frauen "zu helfen". Selbstverständlich sei dies nur eine Notmaßnahme, so die Ärztin, der sie dadurch beizukommen suche, daß sie Verhütungsmethoden (darunter nennt sie sogar die Spirale, die eine direkte Form der Abtreibung und keine Verhütungsmethode ist) propagiere. 

Hier zeigt sich sogar ein Teilschema, auch dieses häufig und typisch: Personen, die solche gravierenden, schwerwiegenden Verstöße gegen das Naturrecht begehen (was ihrem tiefsten Gewissen natürlich nie verborgen bleiben kann, und das ist ja der eigentliche Treibsatz ihrer öffentlichen Behauptung, übermoralisch zu sein) tun dies praktisch immer mit einem Grundton des Bedauerns, in dem sie sich (sic!) zum Opfer der eigentlichen Moral erklären, die aber im Einzelfall nicht ausreiche, sondern korrigiert werden "muß". 

Sie erklären nämlich jene, die dieser Moral treu sind, zu eigentlichen Tätern, erklären also, daß es Geglücktheit (manchmal) nur geben könne, wenn man gegen die Natur handele.** Natürlich vergessen sie nicht zu erklären, daß sie diese Verstöße nur notgedrungen begehen, setzen sich also in die Position eines eigentlichen Märtyrers. Ja, eigentlich sind sie die Leidenden, die in menschlicher Größe auch etwas Unmoralisches tun, weil aus moralischen Erwägungen heraus "müssen"!






*Der geneigte Leser möge einfach einmal beobachten, wie sich bestimmte Haltungen, ja Weltanschauungen mit bestimmten Lebenserscheinungen decken. Ein weites Feld, in dem es viel zu entdecken gibt. So verwundert es nicht, wenn auffallend viele (männliche) "Klima-Apokalyptiker" nicht verheiratet sind, oder eine Partnerin mit Doppelnamen (sie hatten also nicht die Kraft, an sich zu binden, zu bestimmen) oder auffallend wenige oder gar keine Kinder haben (die sie dafür vergötzen), weil ihnen die Frau mehr Kinder verweigert. Eine Konstellation, die heute enorm häufig ist! Die Zunahme von fanatischen Weltsichten heute (vom Klimaapokalyptiker bis zum Veganer, hinter deren Veganismus oft sogar ein Verschwindenswunsch, ein "Verdünnisierungswunsch" steht, weil sie nicht die Stärke haben, einer Situation handelnd zu entkommen) steht - der VdZ ist sicher - in direktem Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der natürlichen Zueinanderordnung der Geschlechter.

**Um auch diesen Kreis zu schließen: Das ist genau der Knackpunkt, der Amoris Laetitia zu einem häretischen und darüber hinaus gefährlichen Dokument macht. Wer das, was aus diesem Dokument herausgelesen werden kann und wird (und daß das der Fall ist, beweisen weltweite Stellungnahmen von Bischöfen, was soll also die Behauptung, daß das NICHT herausgelesen werden könne? WENN ES DOCH SO IST! - es bedeutet genau diese These: es gibt ein Gut, das durch eine schlechte Handlung zu erreichen ist) übernimmt, revolutioniert ein gesamtes Feld der Moraltheologie. Ja, er zerstört die Grundmauern der gesamten Ethik. Nicht nur der Katholischen Kirche. Denn hier geht es um Überlegungen zum Naturrecht, das alle Menschen betrifft. 

Das Argument gegen diese Situationsethik ist philosophischer, nicht einfach theologischer Natur. Die praktische Wirkung aber ist katastrophal, und zwar insgesamt, nicht nur auf die in AL spezifisch behandelte Ehe- und Sexualmoral: Denn diese Form der subjektivistischen Situationsethik zerstört die Basis JEDER Handlung, weil er sie aus dem eigentlichen Gewissen reißt. Das Beispiel der oben genannten Ärztin belegt es.




*041017*