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Dienstag, 14. November 2017

Weil man die Ursprünge vergessen hat

Der VdZ kennt aus naheliegenden Gründen viele, die sich traditionell den Sozialdemokraten zuzählen. Und er hatte immer dafür eine gewisse Wertschätzung, denn er hat die "typischen Sozialdemokraten" - sofern er sie als BASIS wahrnimmt, also als das eigentliche Material, aus dem sich die soziale Idee, die sie beflügelt, also die SPÖ rekrutierte, die Sozialistische Partei Österreichs also* - immer als oft hart arbeitende Menschen mit einem recht ausgeprägten Hausverstand kennengelernt. Mit einer in Fragen des Alltags bemerkenswert weitreichenden Übereinstimmung der Sichtweisen. Insofern fühlte er sich vielen verbunden, wenn er auch ideologische, weiterführende Diskussionen vermied. Aber was er immer auch bei diesen "ideologischen Gegnern" feststellte war eine sehr grundgesunde Sicht der Alltäglichkeiten. Die zu seiner Ansicht führte, daß die Basis der Sozialdemokraten oft konservativer ist als die es sind, denen man Konservativismus oder gar "Rechte" zu sein vorwirft.

Sie alle heiraten oft noch ganz selbstverständlich, bekommen Kinder, fahren auf Urlaub, gehen ins Stadion und zittern für ihren Verein, feiern Sylvester und Weihnachten. Manche gehen sogar dann und wann zur Kirche. Die alltägliche Lebensweise beider weltanschaulich klar geschiedener Gruppen unterscheidet sich deshalb oft kaum, und sie eint unter anderem eine Fremdheit gegenüber linken Grünen. Mit ihnen etwa über "Gender" zu diskutieren mündet regelmäßig in völliger Einheit, in der sich linke wie rechte ununterscheidbar an die Stirn fassen. Und Feminismus ist in diesen Kreisen ein ebensolches Schreckenswort wie bei Tarockabenden alter Hofräte und beide Gruppen gehen dann nach Hause, wenn ihnen die Liesi am heimeligen Herd ihr Gulasch fürs Abendessen hergerichtet hat. Und beide lassen sich angeblich scheiden, wenn die das nicht mehr tut. 

Diese alltägliche Lebensweise ist es auch, die ein Volk eint, ja ausmacht. Die nach ideologischen Auseinandersetzungen immer wieder auf den Boden holt und nach fünf Bieren beim Ferdl-Beisel um die Ecke niemandem das Gefühl gibt, in seinem Heimatland alleine, nicht zu Hause zu sein. Genau das aber wurde verändert, und das verstehen beide Gruppen nicht, damit wollen sich beide Gruppen nicht abfinden.

Zugleich hat der VdZ aber den Eindruck, daß sich in der Sozialdemokratie eine zweite Schichte herangebildet hat, oder dabei ist, die Führung endgültig zu übernehmen, auf Bundesebene zumindest. Denn in den Bezirken, wo gar noch der Parteikassier einmal jährlich alle Mitglieder persönlich besucht, um den Mitgliedsbeitrag zu kassieren (und sich dort anhören muß, daß man über den neuen Kurs böse schimpft, der VdZ kennt auch so einen), der aber nicht reicht, denn die SPÖ in Österreich hat sich, wie man nun liest, in den letzten Jahren hoch verschuldet

Was gar nicht verwundert. Weil die große Spitze zu ihrer eigenen Basis in einem ähnlichen Widerspruch steht wie zum VdZ. Weil hier eine Ideologie eine Rolle spielt, die den Eindruck erwecken muß, daß sie mit der Realität und ihrer eigenen Basis nichts mehr am Hut hat. Die muß diesen Leuten sogar lästig sein, Objekt, das es zu verändern gilt. Wie überall: man schafft sich halt das Volk um. Frage der Leser doch einmal Schwerarbeiter aus Simmering (das als ehedem tiefroter Bezirk heute und aus genau dem Grund mehrheitlich FPÖ wählt), was sie von der "refugees welcome"-Politik des Bürgermeisters hält. Oder von der "Ehe für alle". Etcetera.

Diesen Eindruck verstärkt der vormalige Kanzler Kern. Der doch nach der jüngsten Niederlage der Sozialdemokratie - die nur durch einen Trick auf dem Papier als "immerhin gleichauf mit der nicht mehr so jüngsten Niederlage vor vier Jahren" endete - eine völlige Umkrempelung der SPÖ ankündigte. Diese soll progressiver werden, und das soll wohl so aussehen, daß er Positionen der Grünen (die sich unter Peter Pilz zu einem ganz seltsamen Gewässer gespalten haben, aber Pilz ist in der Wolle linksgrün, was schon sein Rücktritt wegen Genderverstößen beweist) ebenso zu übernehmen gedenkt - vielleicht wollen sie nun als Aufdecker jenes Skandals auftreten, den sie selbst wesentlich so unerträglich gemacht haben, jener Ungereimtheiten, die sich rund um die Anschaffung der Euro-Fighter aufgetan haben? - wie die lila-pinken Ansichten der Liberalen unter Strolz, der mit seinen genderfreundlichen Sichtweisen (er war der einzige Politiker, der in den Interviews nach der Wahl vom 15. Oktober in Inclusivsprache zu sprechen bemüht war, was besonders amüsant wirkte) ohnehin auf einem abgehobenen Minderheitenniveau stand wie weiterhin steht. 

Als Vorgeschmack haben ja diese beiden Fraktionen im Parlament - SPÖ und pink-Liberale - sofort nach der Wahl einen Gesetzesantrag gestellt, der progressiven Charakter beweisen sein soll. Und etwa die Einführung eines "dritten Geschlechts" fordert. Dies soll auch der neue Geist der SPÖ sein - sie soll sich als progressive Partei neu präsentieren, geht es nach Christian Kern. Denn die ÖVP sei wie die Wahl beweise, eindeutig zu einer rechts-populistischen Partei verkommen.

Wer aber bitte aus den Reihen der Sozialdemokraten Österreichs ist der Ansicht, daß die Einführung eines "dritten Geschlechts" oder einer "Ehe für alle" wichtig oder auch nur wünschenswert sei? Hat einer der Parteigranden schon einmal mit seinen Wählern ein Bier im Stelzenhaus im Prater geteilt?  

Der VdZ stellt sich also die Frage, was für ein Bild von der alten Sozialdemokratie dieser ehemalige ÖBB-Anführer - der vor allem dadurch auffiel, daß er vor etlichen Jahren die Staatsbahnen schon deshalb sanierte, weil er Milliarden von Altlasten auf den Bund überwälzte, Zehntausende entließ und schlicht dem Fett der Sozialtöpfe überantwortete -  denn wohl haben möge. Denn wenn der VdZ mit Sozialdemokraten spricht, hat er alles andere als den Eindruck, daß diese mit solchen Fragen etwas anfangen können. Im Gegenteil. Und was mit "rechtspopulistisch" gemeint ist, kann der VdZ ebenfalls nicht nachvollziehen. 

Denn dem Kanzler dürfte unbekannt sein, daß in Bestätigung dessen, was der VdZ hier erzählt, schon seit vielen Jahren - und LANGE vor der AfD - in den Reihen der Sozialdemokraten Meinungen (und vor allem an der Basis, aber das erfährt man nur, wenn man in Beisel geht und am Fließband steht und die Papptelleranrichtungen in den Werkskantinen teilt) gab und immer gab, die sich haargenau mit denen dieser sogenannten Rechtspopulisten decken. Die dort aber der ganz einfache, gesunde Hausverstand entstehen ließ. Aus Erfahrung, aus Beobachtung, vor allem aus Bereitschaft zum Realismus. Denn der arbeitende Mensch hat wenig Interesse an Sichtweisen, die er in seinen täglichen Erfahrungen gar nicht wiederfindet, ja die diesen widersprechen. Oder glaubt wirklich jemand, daß der gschupfte Ferdl, der seine Mizzi beim Arbeiterfest übers Parkett schleift und anschließend vernascht ernsthaft an "Genderfragen" interessiert ist? Daran glaubt, daß Frauen eben nicht Frauen sind? Ernsthaft an ein "drittes Geschlecht " glaubt?

Diese Basis aber, diese Menschen, denen die SPÖ alles verdankt, was sie bis heute an Macht und Einfluß aufbauen konnte, fühlen sich selbst in ihrer Partei nicht mehr zu hause. Das hat der VdZ immer wieder zu Gehör bekommen. Ja, er erinnert sich an ein Gespräch mit einer Sozialdemokratin allertiefsten Wassers, in dem beide förmlich Verbrüderung feierten, weil sie sich in einem Punkt völlig eins waren: Sowohl die Sozialisten als auch die Christdemokraten der Volkspartei erleben mit fassungsloser Traurigkeit, daß sie in ihrer eigenen Partei, der sie viele Jahrzehnte die Treue hielten, die ihre weltanschauliche und menschliche Heimat war, Fremde geworden sind. Die Erfolge der SPÖ verdankt sie aber einer Eigenschaft, die sich in den neuen Generationen, die der nunmehr abgewählte Kanzler in den Schichten, die er nun ansprechen möchte, gar nicht mehr findet! Treue, unbedingte Parteitreue, auch wenn es mal schlecht geht, auch wenn die Spitzen mal einen Anfall von Verstiegenheit bekommen.

Diesen Eindruck bestätigt dieses Gespräch mit einem Sozialdemokraten ebenso tiefsten Wassers, aber aus Deutschland. Der da mit Staunen feststellt, daß Position der AfD doch seit je auch Positionen der SPD gewesen sind, ja VOR diesen vertreten - aber nie gehört worden waren. Was der deutsche SPD-Regionalpolitiker Richard Schröder hier darlegt ist nämlich nichts anderes als das, wovon oben die Rede ist: Die Basis, die hart arbeitenden Menschen, haben auch viel viel Hausverstand. Was heute als rechtspopulistische Forderungen sogenannter rechter oder "rechtsradikaler" Parteien denunziert wird, ist nämlich nichts anderes als simple Alltagswahrnehmung. Wie sie aber nur jene haben, die um die Härten der Existenz wissen.

Der Grund, warum den etablierten Parteien vor allem in Deutschland (in Österreich hat die ÖVP, quasi die österreichische CDU/CSU) die Wähler davonlaufen liegt darin, daß die Menschen den Auszug der Vernunft aus der Politik nicht mehr länger mitmachen wollen.  Und der Grund, warum die etablierten Parteien immer noch relevante Größen in der Parlamentsauswahl sind, liegt in einer Treue, die sie aber nicht einmal als Zukunft begreifen, weil sie nach ganz anderen "Wählerschichten" gieren. Jenen winzigen Minderheiten, die genau das repräsentieren, was von ihrer eigenen Basis als verqueres, wirklichkeitsfremdes und brutales "Establishment" abgelehnt wird.

Wobei die sogenannten rechtspopulistischen Parteien - in Deutschland die AfD, in Österreich die FPÖ und neuerdings auch ÖVP, wie Ex-Kanzler Kern (und einige Rabauken, die sich in Wien bereits anschicken, heftig Randale zu machen) - eigentlich nur aus diesem Grund entstanden sind! Aus Menschen, die in den gängigen politischen Parteien keine Vernunft mehr fanden. Die aber scheinen den etablierten Parteien (oder besser gesagt: deren basisfernen Kadern) gar keinen Versuch wert, zurückgeholt zu werden. Viel interessanter ist es offenbar, sich in gemeinsamer Anstrengung um eine Minderheit zu kümmern, die bald wohl als "Großpartei der vereinten Vernunftlosen" in die Geschichte eingehen wird. Denen es trotz enormem Aufwandes nicht gelungen ist, ihre ehemaligen Wählerschichten endgültig von der Wirklichkeit weg umzuerziehen.










*Der VdZ weiß, daß sich die SPÖ heute "sozialdemokratische Partei" nennt. Doch nicht nur kennt er sie als "sozialistische Partei", sondern diese Namensänderung fand er immer lächerlich. Sie wurde vorgenommen, als nach 1989 der kommunistische Block zusammenbrach und es nicht mehr opportun schien, sich weiterhin nach einem niedergegangenen System zu nennen. Ab hier übrigens ging es mit der SPÖ definitiv bergab.






*131117*

Sonntag, 31. Juli 2016

Wo bleiben aber die Entschuldigungen?

Jaaaa, wenn es darum geht sich für die Taten anderer zu entschuldigen, wenn es darum geht Ereignisse von vor 50, 80 oder 100 oder 1000 Jahren plötzlich "richtig" und damit das Vergangene und Andere als falsch zu bewerten ist man auch gleich bei der Hand mit der zur Reue schlagenden Hand auf der Brust. Wenn es aber um das Nächstliegende geht, um eine Korrektur eigenen Verhaltens, dann wird die Sache freilich anders.

Denn wenn jetzt so gut wie alle Staatslenker Europas, selbst manche Kardinäle und Bischöfe zur Ansicht kommen, daß die Migrationsfrage "doch etwas differenzierter" anzugehen sei, als man zuerst dachte (wie Kardinal Schönborn), dann ist das ja bei weitem nicht einmal die erste Hälfte, der zumindest noch die Taten fehlen. Aber was zu dieser Tag dazugehört ist noch etwas, und das begegnet einem heute so gut wie überhaupt nicht:

Denn wo bleibt die Entschuldigung bei den vielen vielen, die vom ersten Moment an etwa im aberwitzigen Zuwanderungs-Dammbruch des Jahres 2015 gesehen haben, was sich nun bewahrheitet, die man aber kollektiv und in einer regelrechten medialen Hetze, in der jedem Klarsichtigen das Wort im Mund umgedreht wurde, als rechtsradikal, geistig wie moralisch minderbemittelt und sowieso als Auswurf und Mob hingestellt hat? Wo bleibt die Korrektur des Keils, den das Establishment selbst in Freundeskreise und gar Familien getrieben hat, wo so manche von neuer Moraldoktrine verwirrten Kinder plötzlich mit öffentlicher Autorität gestärkt die Erfahrung, Vernunft und Klugheit der Eltern als Ausweis von deren Irrelevanz bespuckt haben?

Die Kanzler Ungarns und Österreichs im Juli 2016
Wo bleibt etwa seitens der SPÖ die Entschuldigung beim Österreicher, nachdem der jetzige Bundeskanzler endlich wieder Verstand genug hat, das Verhältnis mit den Ungarn, die man ja überhaupt als die Nazis der Welt brandmarkte, auf "normal und vernunftbereit" zu schalten? 

Wo Kern sogar tatsächlich die Äußerung tätigt, daß man Ungarn die vorläufige Beruhigung in der Migrationswelle verdanke, weshalb man es als selbstverständlich sehe, nun mit österreichischer Grenzexekutive an dessen Außengrenze zu helfen. Bei jenen Maßnahmen, deretwegen Ungarn noch vor einem halben Jahr als Aufdämmerung des Faschismus verleumdete.

Wo bleibt auch die Entschuldigung bei jenen, die vor der Unberechenbarkeit und Bauernschläue der Türkei und schon gar unter Erdogan gewarnt haben? Wo die, die sofort bei Auftreten der Griechenland-Krise genau das vorhergesagt haben, was nun eingetreten ist - ein Faß ohne Boden, das mit jeder Milliarde mehr, die man sinnlos hinterherschiebt, nur noch schwieriger zu lösen wird? Alleine in den letzten zehn Jahren haben sich die großen und gravierenden Fehlentscheidungen ins Dutzendfache gehäuft, und eine Blase nach der anderen platzt auf.

Oder wird das Unrecht und Leid, das man so vielen zugefügt hat, das Opfer der anderen, auf die altbekannte Art der Pharisäer zum "Korban" erklärt, zur Gottesgabe, verfügt von anderen, damit man selber keine Gutmachung zu leisten hat? Gleich einem heute so weit verbreiteten Verhalten, wo die Gabe des anderen weil "ohnehin seine (moralische) Pflicht" keinen Dank verdient, im Gegenteil, der Diebstahl gar zur unausweichlichen Notwendigkeit erklärt wird, provoziert vom güterbesitzenden Bestohlenen, das Opfer gar zum Täter wird, nach dem Motto "Ha, hättet ihr euch nicht möglicherweise bösen Bildern gemäß verhalten, hätten wir euch kein Unrecht zugefügt"?

Nein. Solange sie alle nicht in der Lage sind, sich auch zu entschuldigen, und das heißt: Um Entschuldigung zu bitten (denn "sich" kann man nicht entschuldigen, dazu braucht es beide Seiten), können sie den Menschen doch einfach nur gestohlen bleiben, sind sie raus aus dem Spiel, und nur lästiges, vernunftloses Übel, das es möglichst bald abzuschütteln gilt. Denn nichts stellt sicher, daß nicht demnächst wieder alles andrees als das Vernünftige gemacht und gesagt wird. Ein Wiedereintritt in eine Vertrauensposition, einer Zugehörigkeit ist nur auf der Grundlage der Sühne möglich. Barmherzigkeit und Vergebung ist kein Recht. 

Auch und gerade nicht eines des Establishments gegenüber hunderttausend-, ja millionenfach Verleumdeten. Die nur einen Fehler begangen hatten: Klarer zu sehen. Und einen nach dem anderen muß man da zitieren, diese Schuldfront geht quer durch unsere Völker. Es war ein Kollektivversagen des gesamten Establishments unserer Gesellschaften, bis hin zu den Medien, dem nur noch ein letztes Aufbäumen des Volkes wenigstens die Furcht in die Knochen getrieben hat, es könnte seine Pfründe verlieren. 

Weil seine Gedanken nicht nur nicht die der Menschen waren (und sind, machen wir uns doch nichts vor), die klarer sehen und auch noch alles auszubaden haben, sondern sogar die Realität völlig verkennen, ja - und das ist ja das schwerste Verbrechen, das 2015 wie im Kollektivrausch begangen wurde - völlig jede Vernunft ignorierten. Sogar die Vernunftlosigkeit als Maßstab des Guten und Wahren anpriesen, voll und direkt und bösartig willens, die Menschen in die Verwirrung zu führen, nur um die eigene Stellung zu sichern, ja die Autorität zu mißbrauchen, um sich darin durch Freiheitsverlust der Menschen zu sichern und weiter sein eigenes Süppchen zu kochen.*

Welch tiefe Gräben wurden da gegraben. Und alles sieht  danach aus, als würde man schlicht zur Tagesordnung zurückgehen, um nur ja nicht eingestehen zu müssen, daß man Unrecht tat, daß man so vielen Unrecht getan hat, die man sogar im Stich lassen wollte, hätte die Wirklichkeit nicht doch noch so klar durchgeschlagen.

Das wäre aber dann auch Kultur und eines christlichen Abendlandes würdig. So aber ist es brutal durchgesessene Unverfrorenheit, selbst wenn sie nun alles tun, um die Fehleinschätzungen möglichst zu korrigieren. So wirkt es nur als fahnenwenderische Notwendigkeit, um doch noch am Sessel bleiben zu können, auf dem man sich in der eigenen Furzschiete eingesuhlt hat.

Selbst, wenn Europa nun wirklich aufwacht, weil die Einschläge auch beim Establishment immer näher rücken - das ist noch lange nicht jener Neuanfang, der Europa so not täte. Er kann nur mit einer Entschuldigung beginnen. Als erstem Schritt, wieder Einheit und Vertrauensleihe einzuleiten.

Denn man irrt auch hier. Nichts hat mehr soziale Sprengkraft als ... die Schuld des Schuldigen. Man muß also Angst um jene haben, die sich NICHT ENTSCHULDIGEN. Denn sie sind es, die von dieser Schuld weil von der Selbstrechtfertigung getrieben werden. SIE sind es, die auch zukünftig die Vernunft als sittliche Offenheit zur Wahrheit ignorieren, ja aggressiv ignorieren werden.**




*Wie beim "Kampf gegen Rechts", der überhaupt bereits zum Sammelbecken und Fuchtelstab aller Hirnlosen wurde. Der VdZ hat jüngst (vom Blog Michael Klonowskys ausgehend) eine gedanklich recht klare Replik auf die Statistiken über "Gewalt von Äusländern und Rechtsradikalen" gelesen. Es war ja nicht anders zu erwarten ... geht man nämlich den Zahlen nach, die angeblich zeigen, daß die Gewalt von rechts zu so einer großen Gefahr wurde, während die Ausländerkriminalität kaum der Rede wert ist, dann kommt man sehr rasch drauf, daß das Datenmaterial durch verordnete Zuordnungskriterien auf absurde Weise verfälscht wurde. Da wird sogar der Deutsch-Iraner der letzten Wochenattentate zu München frank zum Deutschen, und seine Tat "rechtsradikal" motiviert. Während niemand zur Kenntnis nimmt (weil es die Statistik eben nicht "sagt"), daß die wirklichen Gewalttaten der letzten Jahre so gut wie ausschließlich auf den Extremismus von Links zurückgehen, und in der Anzahl auch noch außerordentlich steigen.

**Dieser Fehleinschätzung unterliegt man heute auch, wenn es darum geht, vom aufkeimenden Gewaltpotential der Migrantenströme "durch Enttäuschung" zu sprechen. Denn NICHT die wirklichen Opfer werden aufbegehren, die um letzte Hilfe suchend hierher kamen. Sondern die, die mit Unrechtsbewußtsein bereits die Grenzen überrannten - die meinten und meinen, daß christliches Europa und Sozialstaat hieße, legal stehlen zu können. Und das ist die größte Mehrheit der Zukömmlinge der letzten Jahre und Jahrzehnte.





*270716*