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Freitag, 31. Mai 2019

Das absolute Eigentum schützt nur das Unrecht (1)

Zwar kann man jede Sympathie dafür haben, die Regierenden scharf zu kritisieren, aber man darf dabei nie vergessen, doch genauer zu denken als in pauschalen Hinhackbewegungen alles in Grund und Boden zu stampfen, was an Vorschlägen und Gedanken kommt. Denn sonst werden wir für Dinge nützliche Idioten, die genau das bewirken, was wir eigentlich kritisieren, weil es uns das Leben zur Hölle macht. Sehr geschickt darin, solche berechtigten Gefühle in falsche Richtungen zu lenken, sind die Liberalen, der sprach- und denkverwirrende Kuschelarm des Kapitalismus.

Da findet sich etwa auf Tichys Einblick ein empörter Artikel, wie Politiker allen Ernstes überlegen können, Immobilien zu enteignen, weil es an Wohnraum fehlt. Und das nur, weil die Wohnraumpolitik kläglich versagt habe. Nun, Herrschaften, hier geht es um etwas sehr Prinzipielles. Und zwar um etwas, das wir längst als Normalität geschluckt haben, das aber in sich falsch ist. Es geht um die Frage nach dem Wesen des "Eigentums". 

Ja, es ist richtig, ein Staat muß Eigentum schützen. Aber Eigentum als ungestörte Nutznießung an einem Gut ist nicht absolut, und es ist auch nicht unbeschränkt möglich. Denn mit jedem Eigentum gehen auch soziale Verbindlichkeiten einher. Eine Gesellschaft hat sehr wohl das Recht, und die Politik die Pflicht, einen groben Verstoß gegen diese Pflichten zu korrigieren. Deshalb ist Eigentum niemals "absolut", wie es die Liberalen gerne hätten.

Wie entstand dieser Begriff des absoluten Eigentums? Wir machen es kurz, denn detailliertere Aussagen dazu finden sich auf diesen Seiten häufig genug: Er entstammt der Neuzeit. Und hängt in Europa (und nur dort bzw. dann in den USA, dem Musterland des Liberalismus, entwickelte er sich in dieser Form) genau mit der Zeit der Reformation zusammen. Als sich die Fürsten und Könige über die Kirche erhoben und sie enteigneten, um sich selbst daran zu bereichern. Bis ins Mittelalter war der Begriff von Eigentum immer nur als Leihgabe von Gott her (repräsentiert über die Obrigkeit, die aber ebenfalls über kein absolutes Eigentum verfügte, sondern alles, das ja Gottes Eigentum war, nur verwaltete) verstanden. Entsprechend stand der bei weitem größte Teil von Produktionsmitteln (Land, Werkzeug) allgemein zur Verfügung. Besonders das Kircheneigentum (und die Kirche besaß im 15. Jahrhundert rund die Hälfte aller Vermögenswerte und Landflächen) war und ist nur so zu verstehen: Es dient der Allgemeinheit. "Unter dem Krummstab ist gut leben" war ein allgemein verbreiteter Satz. 

Das änderte sich mit der Politik, mit der Natur mancher Menschen. Ihre Lebensweise wurde aufwendig, und die Könige und Fürsten verbluteten ihre Finanzen durch Kriege und Auseinandersetzungen. Denn im späten Mittelalter veränderte sich das Gesicht der Politik. Der Grundsatz, daß ein Fürst oder König nur so weit Politik betreiben konnte, als sein Privatvermögen reichte, wurde immer unangenehmer und trieb die Fürsten und Könige europaweit in immer höhere Schulden. Dem verfiel als erster der englische König Heinrich VIII. - die Engländer waren durch ihre Kriege um und gegen Frankreich notorisch schwer überschuldet - auf die Idee, den Konflikt mit der Kirche rund um seine Ehen (wo sich die Kirche nicht mehr willfährig zeigen wollte) zum Anlaß zu nehmen, sie überhaupt zu entmachten. Und das geschah durch Einziehung ihres Vermögens. Darin fand er in den englischen Adeligen willige Helfer und Kumpane, die es ihm gleichtaten.

Um dieses Raubgut zu sichern, wurde das Eigentum per Gesetz absolut gestellt. Das ist das ganze Geheimnis um diesen Punkt. Und diese Struktur wurde mehr und mehr von ganz Europa aufgegriffen, die Problematik war überall dieselbe. Das relative Eigentum, das bis dorthin geherrscht hatte und so gut wie jedem normalen Bürger ein relativ sorgenfreies Auskommen ermöglichte, und das das Mittelalter zu einer so bunten, prosperierenden Zeit gemacht hatte, stört. Es kommt skrupellosen, egoistischen Kräften nicht gerade entgegen, ja es verhindert den unsozialen Bereicherungswunsch schlechter Charaktere. Es verhindert ferner, daß kulturfremde Kräfte sich beliebig in anderen Gemeinwesen austoben können, dessen Eigenarten bezogen auf ihre Ziele sie ausnützen, dessen Notwendigkeiten sie aber ignorieren.*

Das absolute Eigentum, das uns täglich als Grundpfeiler unserer Gesellschaft eingeredet wird, hat in sich deshalb den Charakter eines Gesetzes, das den ungerechten Mittelerwerb absichern soll. Das ist das ganze Geheimnis. Es ist deshalb nicht der Grundpfeiler des Gemeinwohls, sondern die Basis eines liberalistischen Kapitalismus, der zwar allen "Freiheit" vormacht, aber die Freiheit des Brutaleren, Egoistischeren meint, den Schwächeren oder den in seinem Herzen Besseren zu mißachten. Es sichert eine Art des Wirtschaftens ab, in der jeder so viel zu horten versucht, wie ihm möglich ist, ohne Rücksicht auf lästige soziale Verbindungen nehmen zu müssen.  Während das aber noch weitgehend dem moralischen Gebot unterliegt (und moralische Gutheit ist nicht per Gesetz "verordnenbar"), wird es zur Notwendigkeit eines rechtlichen Eingriffs dort, wo es "sozial schädlich" ist. Und dagegen soll der Liberalismus es als die große Lüge der Freiheit und des Gemeinwohls absichern.

Deshalb- deshalb! - braucht so eine Gesellschaft auch eine schwache moralische Instanz, also eine schwache Kirche. Und genau das ist mit der Reformation eingeleitet, und seither auch im katholischen Bereich mehr und mehr vervollkommnet worden. Natürlich oft genug unter Mithilfe schlechter Kirchenfürsten, keine Frage, die die Gelegenheit gerne aufgegriffen haben, sich mehr um sich und ihre Karriere als um die Gläubigen und deren Seelenheil zu kümmern. Das Schlechte bekommt immer durch die Schwäche der Guten seinen Siegesraum.


Morgen Teil 2) Der Ausweg ist weder Liberalismus noch Totalitarismus





*150319*

Kauft alte Bücher!

Wer allen Ernstes meint, die "Cloud" wäre ein sicheres Mittel, um Texte, Dateien zu "sichern", sollte sich im Amt für Geistesversehrte um Lebensmittelmarken anstellen. Amazon ist ein Beispiel, was dann passiert. Denn es bietet seit geraumer Zeit an, Bücher in seiner Cloud "Kindle" zu speichern, denn man würde sie ja jederzeit abrufen können. Damit werden die Endverbrauchergeräte billiger. 

Herrschaften, glauben die wirklich, wir sind so blöd? Wissen Sie, geneigter Leser, daß Amazon vor etlichen Jahren sogar "1984" von George Orwell aus den Abrufwolken gelöscht hat, weil es zu "offensiv" ist? Um die Ironie dahinter zu begreifen, fehlt den Machern von Amazon/Kindle offenbar sowieso jeder Quadratzentimeter Hirn.

Also, verlassen Sie sich, werter Leser, nur auf das, was Sie in Händen halten. Und kaufen Sie Bücher, kaufen sie Bücher, wo immer sie sie erhalten. In ein paar Jahren wird es nur noch "purifizierte" Versionen geben. Per Kindle. Per Cloud. Alte Bücher, ja die meisten davon, vor allem die, die unsere Kultur noch irgendwie ausdrücken und repräsentieren und begreifbar machen, werden eliminiert werden, das ist mit Sicherheit vorherzusagen. Mit dem "Sauberputzen" der alten Bücher per "Gender-Korrektheit" (neuerdings sogar die Bibel! Geht es noch satanischer, noch apokalyptischer?) sind wir ohnehin schon längst mittendrin im Totalitarismus.

Wer Interesse an geistiger Gesundheit hat, hat deshalb keine Wahl: Er muß die Antiquariate durchforsten und sich eindecken. Wenn nicht für sich, dann für die Nachfahren. Apropos "Fahren": Der Film "Fahrenheidt 451" (1966) ist viel wahrer, viel prophetischer, als man oft glauben möchte. Francois Truffaut mag ein "Linker" gewesen sein, aber er war vor allem ein Künstler. Und Künstler sind nicht zu korrumpieren, sonst erschießen sie sich. Der erste Feind des Bösen ist die Sprache, die Basis der Vernunft und damit des Selbstseins in Freiheit. Der erste Feind jeder Herrschaft des Bösen ist die Kunst.





Hier eine bemerkenswert gute Besprechung.







*100319*

Donnerstag, 30. Mai 2019

Schön langsam wird es nagelfest

Die Leistung des Gert Schmidt, Journalist und Mitherausgeber der Internetplatform "eu-infothek.com" ist beachtlich. Er hat binnen nicht einmal zweier Wochen einen auf den ersten Blick völlig undurchschaubaren Fall - den Fall des "Ibiza-Videos" um Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus, das für manchen zum Anlaß wurde, die österreichische innenpolitische Lage auf den Kopf zu stellen - von kleinsten Indizien ausgehend bis zu einem Punkt aufgeklärt hat, der vor den Toren Wiens zwar vorerst endet, aber das Geschehen selbst immer deutlicher erkennbar macht. 

Es wurde eingestanden: Die Falle war nicht nur bis ins Detail durchinszeniert, sondern damit die beiden FPÖ-Politiker ihren gesollten Part einnehmen, wurden sie unter Drogen gesetzt

Vor allem ist nun auch klar, daß die Gefügigmachung durch Drogen tatsächlich eine große Rolle spielte. Und nachdem zwar bei Gudenus bekannt war, daß er Drogen nicht immer abgeneigt war, hat man Strache durch Beimischung in Getränke unter den Einfluß von Kokain gesetzt, das noch dazu in einer Reinheit eingesetzt wurde, die marktunüblich ist und die bekannten Wirkungen des Kokains - Größenwahn (statt gehobenem Selbstgefühl), Euphorie (statt gesteigertes Wohlbefinden), Selbstüberrumpelung (als Fallen aller Schranken) - deutlich übersteigert. Das ist kein Gerücht, keine Dolchstoßlegende, sondern eine von den Video-Machern eingestandene Tatsache.

Es ist Schmidt gegenüber, der in eigener Recherche die hauptsächlich involvierten Personen ausfindig gemacht hat, die dann erstaunlich kooperativ waren, auch eingestanden worden, daß der Lockvogel, eine Studentin aus Bosnien, die perfekt Russisch spricht und eine Tagesgage von sechs- bis siebentausend Euro erhalten hatte, während des siebenstündigen Gesprächs mindestens zwanzig Mal den Raum verlassen hatte, um sich neue Direktiven über das nun zu Fragende und den Fortgang der Dramaturgie aus Wien (!) zu holen, von wo jemand live zugeschaltet war.

Es wäre unbedingt wichtig, meint Schmidt, das GANZE Video zu sehen, nicht nur die paar verwerteten Stellen, die nur aus jedem Zusammenhang herausgerissene Einzelaussagen enthalten. Denn dann würde mit Sicherheit auch klar, wie geschickt und über stundenlange, geschickte Fragestellung (samt Drogeneinfluß) die beiden FPÖ-Politiker "weichgemacht" wurden. Schmidt meint, daß dann die herausgegriffenen Aussagen, die kolportiert wurden, recht sicher in einem ganz anderen Licht gesehen würden. Wahrscheinlich würde dann auch der im Verlauf der sieben Stunden zunehmende Drogeneinfluß erkennbar.

Die Absicht hinter dem durchdachten Plan, dieses Ibiza-Videos in der Form anzufertigen, ist ziemlich geklärt: Es war ein Geschäftsmodell einer Ermittlungsfirma, die kurz vor der Pleite stand. Und überlegte, wie sie mit ihren Ressourcen Informationen fabrizieren könnte, die potenten Kunden viel Geld wert sein könnten.

Klar ist damit auch, daß ALLE Parteien Österreichs (außer die FPÖ) davon wußten, daß die meisten Zeitungen davon wußten, und daß auch sonst involvierte Personen (wie einem der Eigentümer der STRABAG, dem größten Bauunternehmen der Infrastrukturbranche, also auch dem größten Auftragnehmer der Politik), die als zahlungskräftige potentielle Interessenten angesprochen wurden, seit 2017 bekannt war. Aber alle hatten damals abgelehnt, diese Aufnahmen zu übernehmen bzw. zu verwerten (und dafür zu bezahlen). 2019 waren die Produzenten auf die Idee gekommen, es noch einmal zu probieren - diesmal jedoch "über einen Rat aus Kreisen einer Wiener Partei" in Deutschland - die kompromittierende Inszenierung an den Mann zu bringen. Und prompt war der "Verein für Politische Schönheit" aufgesprungen. Ob und wie weit hier Hintermänner im Spiel waren, die eventuell die geflossenen 600.000 Euro gestellt haben, ist derzeit noch ungeklärt.

Der Herausgeber der Zeitung "Österreich", Wolfgang Fellner, der sich über die Homepage seines Tagesblatts mit einem TV-Programm, und darin insbesonders mit dem Format "Fellner! live", ein beachtliches Forum aufgebaut hat, das durch Offenheit und Freie Sprache besticht und insofern wahrlich Seltenheitswert in der heutigen Medienlandschaft genießt, und er auch dieses Interview führt, ist freilich ein bißchen vorschnell, wenn er in diesem Gespräch immer wieder davon spricht, daß "der Fall nun aufgeklärt" sei. Und dabei manche Feinheit überhört, oder in seinem Mitteilungsbedürfnis niederredet.

So die, daß Schmidt, der bewundernswert sachlich und dezent bleibt, darauf hinweist, daß auch die "Neos", die liberale Klein- und Saubermannpartei (die Schmidt als Partei bezeichnet, "die sich der STRABAG-Eigentümer Haselsteiner hält") von diesem Video gewußt haben.

Alles das, was er da mittlerweile herausgefunden habe, könne er beweisen und belegen. Das dürfen wir wohl annehmen, denn der Mann wäre sonst für alle Zeit erledigt oder gar tot. Umso mehr als es - wie der geschaßte Innenminister Kickl (FPÖ) ebenfalls andeutete, (auch dieses Video von Fellner! live ist wirklich sehenswert) - über den sogenannten "BVT-Skandal" Hinweise auf Verbindungen zu jener Partei gibt, die Sebastian Kurz ja gar nicht mehr zu vertreten behauptete, ehe er auszog, um mit deren Basis den Kanzler zu gewinnen (und gleich wieder zu verlieren). 

Was ist der BVT (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung)? Es ist einer der (zahlreichen!) Geheimdienste Österreichs, der als ÖVP-nahe gilt und sich mit Verfassungsschutz befaßt. Dort war eine vom Innenministerium verhängte Hausdurchsuchung abgelaufen, wenige Monate, nachdem Kickl im Amt war. Wie man nun annehmen darf, war erstens bekannt, daß es "ein brachiales Video" über H. C. Strache gab, und daß zweitens der BVT zumindest indirekt irgendwie damit verbunden gewesen sein dürfte. Die Macher des Ibiza-Videos haben das jedenfalls eingestanden, behauptet Schmidt: Sie haben (auch schon zuvor, aber auch diesmal) mit diesem österreichischen Geheimdienst zusammengearbeitet.

Die Frage erhebt sich also auch, warum die ÖVP in den letzten Jahren, ja Jahrzehnten, so dahinter war, in ihren Koalitionen immer das Innenministerium zu stellen. Und die Frage steht im Raum, ob in dieser Konstellation nicht schon lange Geheimmaterial über Personen in Österreich angefertigt und zu Erpressungszwecken benutzt wurde. Kickl meint sogar, daß zu untersuchen sei, ob nicht verschiedene Rücktritte in der politischen Vergangenheit Österreichs mit solchen Machenschaften zu tun haben.

Selbst der Ex-Grüne und linke "Jetzt"-Aufdecker Peter Pilz schrieb in einer Aussendung vom letzten Samstag, daß die Spuren ins BVT so deutlich sind, daß man mögliche Verbindungen des Ibiza-Videos mit dem ÖVP-Netzwerk innerhalb dieser Geheimdienstorganisation untersuchen müsse.

Auch diesmal schien es Ex-Kanzler Kurz (wohl unter dem Druck der Männer, die wirklich in der ÖVP das Sagen haben, und dazu gehört nicht Kurz, der ist nur das bunte Etikett für unveränderte ÖVP-Macht im Land) nur darum gegangen zu sein, das Innenministerium wieder zurückzugewinnen. Dafür hat er - wohl unter massivem Einfluß von ÖVP-Granden aus den Bundesländern, allen voran denen von Niederösterreich (deren Landeshauptmann eine ehemalige ÖVP-Innenministerin ist) und die Steiermark - sogar die Koalition mit der FPÖ gesprengt.

Das Argument, so Kickl, daß ein FPÖ-Minister die Aufklärung von Rechtsverfehlungen durch Strache behindert hätte, ist deshalb nicht zutreffend, weil Kickl selbst (um jedem möglichen, zukünftigen Vorwurf vorzubeugen) von Anfang seiner Ressortleitung an die Verantwortung für Korruptionsbekämpfung in die Hände der ÖVP- und EU-Mandatarin Edtstadler gelegt hatte. Es mutet schon jetzt seltsam an, daß das nunmehrige Innenministerium (das wie alle Minister der Übergangsregierung von ÖVP-Vertrauensleuten geleitet wird) keine Anstalten zu treffen scheint, die Vorgänge um die (strafrechtlich relevante, illegale) Video-Produktion aufzuklären.

Hier wird es aber nun erst wirklich spannend, Fellner ist zu früh. Das Eigentliche ist erst aufzuklären. Und das könnte höchst brisante Details ans Tageslicht bringen. DANN aber wird der Fall erst aufgeklärt sein.







*290519*

Autismus als Endpunkt der Gender-Diabolik

Eine Lehrerin in Großbritannien hat nach 20 Jahren Unterricht das Handtuch geworfen, berichtet die englische DailyMail. Sie ist gegangen, weil die Probleme, mit denen sie zu tun hatte, nicht mehr bewältigbar sind, sie aber fürchtete, mit ihrer Einschätzung der Realität zumindest als "transphob" verleumdet und gemobbt zu werden. Denn mittlerweile hat ein Lehrer (Dozent, Professor) bereits disziplinäre Maßnahmen zu befürchten, der einen Schüler/Studenten als "er" oder "sie" anspricht, der sich aber "anders" fühlt. 

Was sie ("Carol") beobachtet, übertrifft die kühnsten Vorhersagen, welche Verwirrung, welcher katastrophale Schaden mit der angeblich bestehenden "Variety of Sex" angerichtet wird.  

Die da behauptet, jeder Mensch könne sein Geschlecht selbst bestimmen. Nichts ist weniger wahr, in mehrfacher Hinsicht. Aber es ist längst eine Dynamik in Gang, die nicht mehr beherrschbar ist. Dabei hat sich "Carol" immer bemüht, auf die Gestimmtheiten ihrer Schüler einzugehen. Aber es führte zu nichts Gutem, im Gegenteil. Hier wird unendlich viel neues Leid gestiftet, in der die Mitschüler, die Gleichaltrigen eine furchtbare Rolle spielen. Zumal "Transgender" als "cool", als "in", als toll beurteilt wird.

Aber da mischen sich mehrere Problematiken, und letztlich haben ja, wie wir wissen, alle ein und dieselbe Wurzel - Fehlentwicklungen in der Bildung der Identität, die offiziell nicht mehr von außen erwartet werden soll, inoffiziell aber natürlich nach wie vor von außen bestimmt wird. Nur diesmal eben anders: Es besteht ein effektiver Druck aus mehreren Richtungen, sich als "transsexuell" zu erklären. Nicht zuletzt aus den social media und dem sozialen Umfeld der Mitschüler, berichtet die Lehrerin. In den social media werden derzeit ja in großem Stil transsexuelle Figuren herausgestrichen. Sie sind die neuen Ideale, führen ein Leben in Glitzerlicht und Ruhm. Ganze Heerscharen von "transgender-Jugendlichen" nehmen diese Youtube-Identitäten an, und benennen sich sogar mit dem gleichen Namen.

Gleichzeitig nehmen psychische Erkrankungen bestimmter Art (aber immer ein- und derselben Herkunft) zu. Erkrankungen wie Narzißmus, in seiner schlimmsten Form als Autismus klassifiziert. Was nichts anderes heißt als daß sämtliche Bestimmungen der sozialen Umwelt (und jede Umwelt ist bestimmend, sperrt sich, wenn man ihre Gesetze nicht annimmt - man versuche einmal, einen Bleistift vom Ende her zum Schreiben zu benutzen, man versuche einen Apfel zum Bau eines Hauses zu verwenden: alle Dinge fordern ihre Wesensgemäßheit, die sie in der Hingabe an andere, an Plan, an Sinn offenbaren) als "aggressiv", als "Herrschaftsform" (Foucault!), als "verletzend" eingestuft und damit abgewehrt werden.

Die aber die einzigen Quellen wären, die überhaupt Identität geben könnten. Denn Identität muß gegeben, kann nicht selbst ausgesucht werden. Und - sie ISET gegeben, wird aber abgelehnt. Was mit der Ablehnung der Väter begann, setzte sich mittlerweile in einer Ablehnung der Eltern überhaupt fort. Verbrecher der EU wollen das (unter dem Druck von NGOs"), das in Wahrheit unter dem Inversionsdruck ("Ansaugedruck") aus verfluchenswerter, unsittlicher Dummheit entsteht, sogar in "Kinderrechte" noch einzementieren.

Die britische Lehrerin erzählt, daß deshalb von Jahr zu Jahr progressiv die Zahl jener Schüler zunehme, die ihre psychischen Probleme, die in Wahrheit der Verweigerung der Autorität des Begegnenden (Narzißmus, Autismus) als Verweigerung des logos (Sinn, Wahrheit, Logik ...) der Welt entstammen, auf "Transgender" umdeuten. Dies geschieht vor allem auch unter starkem sozialem Druck der Mitschüler und Mitjugendlichen, es geschieht vor allem unter Bezug auf "Vorbilder", die die social media derzeit überschwemmen. 

Erstes Gebot dabei ist unter den Jugendlichen, die Eltern nicht darüber zu informieren. Und ohne ihr Wissen die "Behandlung" auf eine Geschlechtstransformation beginnen, die mit einer Hormonkur beginnt, die die Pubertät (und damit die Phase der eigentlichen Ausbildung des Geschlechts) unterdrückt. 

Lehrer trauen sich gar nichts mehr zu sagen, obwohl sie die Sachlage oft ganz genau erkennen. Denn sofort werden sie als "transphobic" verleumdet, und können über ein mittlerweile gewachsenes Denunziantensystem echte Schikanen und disziplinäre Maßnahmen erwarten. Auch die Lehrerin, die nun an die Öffentlichkeit gegangen ist, verheimlicht ihren Namen. Sogar die "bloße Homosexualität" reicht nicht, denn die wird immer mehr in "Transgender" umgedeutet, weil man das Outing umgehen kann und sogar noch hohen sozialen Rang, die Bewunderung der gleichen Generation, zu erwarten zu haben meint. 

Als vor wenigen Jahren die ersten Jugendlichen begannen, sich als "Transgender" zu bekennen, zog das von Jahr zu Jahr mehr Nachahmer nach sich. Aber "Carol" konnte nichts mehr sagen, denn jedes Urteil von ihr wäre als "Offending", als "Angriff" mißdeutet worden und hätte disziplinäre Konsequenzen gehabt. Diesem sublimen psychischen Druck wollte sie sich nicht mehr aussetzen, deshalb nahm sie vom Dienst Abschied.

Jugendliche werden mittlerweile regelrecht dazu verführt - getäuscht! - ihre psychischen Probleme, die der Pubertät einfach zugehören, als "Geschlechtsproblem" zu deuten und meinen, daß mit einer Geschlechtsumwandlung (die Unterdrückung der Pubertät ist dazu wesentliche erste Maßnahme) ihre seelischen Probleme behoben wären. Nichts ist weniger wahr! Und eine ganz üble Rolle spielen dabei die "Transgender-Groups", die meist als angeblich helfen wollende "Beratungsstellen " auftreten.

Ein nächstes, wenn auch sekundäres Problem entsteht mit der im britisch-kanadischen (und längst auch im amerikanischen) Raum (in unseren Ländern wird der Wahn immer eifriger ebenfalls angenommen) bereits per Gesetz vorgeschriebenen Volatilität des Geschlechts in der Anrede. Die Erfahrungen in Großbritannien zeigen, daß diese "Geschlechtsidentität" von Stunde zu Stunde wechseln kann, je nachdem, wie sich der Jugendliche gerade fühlt. 

Die Wirkung der gerade aktuellen Youtube-Stars zeigt am deutlichsten, was sich da abspielt. Je nach momentanem Hype, wechselt auch die selbstbestimmte Identität der Jugendlichen. Sie kleiden sich genau wie ihre Idole, benehmen sich so, sprechen so, imitieren sie in allen Details. Was nicht weiter verwundert: Gerade Menschen in der Suche nach ihrer Identität haben hohe Bereitschaft, sich mit einer Gruppe zu identifizieren, die gerade "anerkannt" zu sein scheint. Die (im übrigen sehr teuren) Behandlungen für "Geschlechtsumwandlungen" haben sich seit 2010 von 40 auf über 1000 gesteigert. Analog dazu explodierte die Zahl der "Beratungsstellen" ...

Extremfall und Aussage über die fatale Dynamik der Art, wie heute darüber geredet wird, ist vermutlich die Schule der nämlichen Lehrerin, in der mehr als die Hälfte der Schüler ihrer Klasse "transgender fühlten", und 17 (!) eine Behandlung (mit Pubertätssupression) begannen. "Carol" hat resigniert, weil jedes Wort, das doch angeblich "Beratung" sein muß, als "conversion therapy" sogar unter Strafe steht. Man kann also gar nicht eingreifen oder raten! Ein diabolischer Kreis, der sich da geöffnet hat. Kein noch so guter Therapeut, selbst wenn der (wie im verlinkten Artikel) im Grunde die "variety" vertritt, kann noch etwas bewirken. Die Gesetze wirken wie blanke Dämonie, die die Kinder und Jugendlichen regelrecht in sich einschließt (das ist Autismus, übrigens) und verdammt. Nicht einmal diese Tatsache darf man verbreiten, daß Transgender-Menschen ein 20mal höheres Selbstmordrisiko als vergleichbare Bevölkerungsgruppen haben. Aber daran sind sicher auch die "anderen", die mit ihrer "Intoleranz" und ihrer "Machtausübung" Schuld.

Am schlimmsten sind jene dran, die sich als "non-binary" identifizieren (weil sie letztlich keine Identität als bindend akzeptieren wollen). Die also mal das, mal das sein wollen. Das führt automatisch zu einer autistischen Persönlichkeitsstruktur, die mit der Zeit jeden Außeneinfluß abblocken muß, weil er "fordert". Nur darin könnte aber ein Mensch zu sich selbst kommen! Indem ich akzeptiere, in dem ich vertraue, daß die Erfahrung der Welt als Erfahrung der Wirklichkeit auch die Botschaft manifestiert, WER man denn ist.

Darauf setzen sich die social media. Denn sie knüpfen genau daran an: Daß die Frage, WER man ist von der mächtigsten Richtung der (als solche in social media als Scheinhierarchie - dabei eine Parallelwelt, eine Pseudologie - wahrgenommenen) Allgemeinheit bestimmt werden kann.

Deshalb ist "Transgender" wie ein Karriereschritt, der bei Narzißmus als erster Phase der Wirklichkeitsabwehr beginnt, über den Autismus führt, im Transgender seinen ersten tragischen, gerade noch manifestierbaren Höhepunkt findet, aber in unendlicher Verzweiflung und dem Nichts endet. 

Dabei offenbart sich, wenn man zuhört, was die "Betroffenen" sagen, die Sache in aller Klarheit: Sie möchten nicht, daß ihr Auftreten irgendeine Aussage auf ihre Identität rechtfertigen dürfe. Das ist aber der sicherste Weg, sich ins Nichts der Nicht-Welt zu stürzen. Das ist der sicherste Weg vor allem, sich in die völlige Unsicherheit zu stürzen, in der nichts mehr hilft. (Deshalb auch die so abstoßende, ständige Bestätigungssucht der social media. Diese Suche ist aber gar nicht zu erfüllen!)

Das alles muß man vor dem Hintergrund sehen, daß etwa in Großbritannien jedem Kind das Recht eingeräumt werden soll, ohne Mediziner, ohne Psychologen, ohne Eltern, ohne äußeren Einfluß selbst zu bestimmen, welchem "Geschlecht" es angehören möchte. Es ist nur noch bitter, darin das exakte Gegenteil dessen zu erkennen, was überhaupt Identität wesentlich IST und deshalb sein muß. 

Nehmen aber Jugendliche erst einmal Pubertätsblocker, wird ihr Urteilsvermögen weiter beschädigt und ihre Gefühlslage weiter verwirrt. Interessant dabei (wenn auch nicht "wissenschaftlich signifikant") ist, daß im Erfahrungsbericht der Lehrerin deutlich mehr Mädchen "männlich" fühlen, als Buben "weiblich", sich also entsprechend umwandeln wollen. 

Der VdZ schließt die Ausführungen. Aber er schließt sie nicht neutral. Er schließt sie mit einem Fluch der Verzweiflung. Mit einem Gebet, Gott möge mit aller Macht und Gewalt einschreiten. Der Leser möge sich den Rest denken. Denn dem Satanischen, der Sünde, wird jeder Segen zum Fluch.





*160319*

Mittwoch, 29. Mai 2019

Dieselbe Methode des social engineering (2)

Teil 2)  Die neuen Städte als Totentanz von Museen mit Müllhalden




Die weiteren Zahlen aus erstgenannter Studie sind nur noch illustrativ und gehen mit der Auflösung homogener, verwurzelter Lebensgemeinschaften, die also keine natürlichen, selbstverständlichen Werte- und Moralgesetze aufweisen, einher. Sie sind auch weltweit gleich. Deutlich steigende Kriminalität gehört dazu. Ebenso die gestiegenen Miet- wie Immobilienpreise, weil die Gesamtbevölkerung der Großstädte eben zunimmt. Mit der Singles-Lebensweise geht eben auch etwas anderes einher: Die absolute Größe der notwendigen Wohneinheiten sinkt, also ist auch eine höhere Miete, ein höherer Kaufpreis pro Quadratmeter möglich. 

Aber wie paßt das mit den Migranten zusammen, die doch vor allem den unteren sozialen Schichten angehören? Herrschaften, muß man das wirklich erklären? Sie erhalten so viele staatliche Zuschüsse, daß sie auch diese hohen Immobilien- und Mietpreise bezahlen können. Oft wird ihnen sowieso von den Obrigkeiten und sozialen Institutionen die Wohnung gestellt. Und es gibt keinen schlechteren Nachfrager als die Obrigkeit, als Menschen, die in keiner persönlichen Verantwortung und Rückwirkungsautomatik stehen, die also mit fremdem Geld "wirtschaften". Wobei die Migranten am offensichtlichsten in Gebiete ziehen, wo sie ethnisch-religiös anverwandte Bevölkerungen bereits vorfinden.

Der Wanderungssaldo ist in praktisch allen deutschen Großstädten (in Österreich ist es sicher nicht anders) gleich: Die Zuwanderung durch Singles und Migranten übersteigt die Abwanderung von ehedem Einheimischen, und dabei vor allem von Familien. Die ziehen weg. Was das in einer Zeit, in der "das Leben" immer mehr nur noch nach Standards geführt wird (und werden muß), die der Infrastruktur einer Großstadt entsprechen, mag sich der Leser selbst fortdenken. 

Aber noch etwas passiert und ist an belastbaren Zahlen nachvollziehbar: Der durchschnittliche soziale Standard, das "Anerkennungsmerkmal" sinkt, weil auch die Erwerbsquote in den Großstädten sinkt. Darin sieht nicht nur der VdZ einen in mittlerer Zukunft ganz entscheidenden sozialen Sprengstoff, den niemand offensiv angeht. Denn Ghettos, Segregation also, auch das ist durch Untersuchungen belegt, lindert diese Reibung. Ein im Vergleich mit Einheimischen "armer" Migrant kann innerhalb seiner ethischen Gruppe trotzdem soziale Anerkennung erwerben. Mischt man ihn aber mitten unter Einheimische, entstehen eindeutig revolutionäre Antriebe, die sich gegen die Gesellschaft des Gastlandes richten. Das Aufkommen eines aggressiven Islam hat genau dort seine Wurzeln. Denn unterlegen im sozialen Wettbewerb, bleibt nur noch die Besserstellung über ein anderes Kriterium: Das der Moral, des religiösen Mehrwerts.

Gleichzeitig weiß man aus Wien, daß viele dieser jungen, akademisch weit überdurchschnittlich ausgebildeten Menschen immer niedrigere Löhne verdienen (Stichwort "Prekariat"). Es gibt lange schon ein Überangebot an Bürgern mit Titeln, die sie mit Ansprüchen versehen, die die Realität nicht erfüllen kann. Auch in diesen Gruppen formiert sich ein revolutionär orientiertes "Akademikerproletariat", das von der Politik (in Städten mittlerweile - ganz im Gegensatz zu früher! - links und linksgrün) sogar gewünscht ist. Samt den abhängigen Schichten, den Migranten. Wenngleich sie sich langfristig damit den Wolf ins Heim holen. Diese Politik ist also gewollt!

Wie kann es dann aber sein, daß andere Statistiken davon sprechen, daß die Kaufkraft in den Städten (Wien, Graz) gestiegen ist? Das hat nur Gründe der statistischen Erfassung. Denn natürlich "steigt die Kaufkraft pro Person", wenn jemand für heute dreißig Quadratmeter Wohnfläche 600 Euro bezahlt, während er vor zwanzig Jahren um dieselbe Summe noch fünfzig Quadratmeter bewohnte. Gleichzeitig sanken Angebote im Preis, die auf diese urbane Bevölkerung zugeschnitten ist - Flugreisen, social media, Laptops, etc. Schon deshalb, weil sich die Struktur der Angebots- und Kauflandschaft verändert hat! Singles, die Young Urban People, gehen auch mehr essen, kaufen weniger Lebensmittel in Supermärkten, und diese aber dann teurer, und der Umschlag (Lebensdauer) erhöht sich. Wer kaum noch selber kocht, kauft, wenn er kocht, eben dann "Bio", ums doppelte Geld wie früher. Bei gleichzeitig steigender Gesamtbevölkerung hat das welche statistischen Auswirkungen? Eben.**

Alle diese Bewegungen waren und sind offensichtlich politisch gewollt und Elemente von "social engineering". Sie lassen sich in den Auswirkungen deshalb klar in politischen Maßnahmen als verursacht beurteilen. So hat sich sogar die staatliche Förderung des Eigenheimbaus für Familien ganz exakt in diese Richtung ausgewirkt. Als in Deutschland, so der Bericht, diese Zahlungen von 2003 bis 2013 reduziert oder eingestellt wurden, kam es zu einer umgekehrten Bewegung: Es kam zu einem Konzentrationsprozeß von Deutschen in den Städten, der Zuzug deutscher Familien in die Städte wuchs. Seit 2014 hat sich das aber wieder deutlich umgekehrt. 

Die Überfremdung der Städte einerseits, die Besiedelung mit wurzelloser, universalistischer, völlig austauschbarer und ortloser "Welt-Bevölkerung" anderseits ist heute kaum noch umkehrbar. Damit aber auch die Entwicklung der Städte hin zu konsumistischen Müllhalden, zu innerlich leeren Maschinen, auf denen teilweise nur Disney-Welten aufgerichtet wurden, während die wirkliche Substanz musealisiert.





**Übrigens stellte der VdZ, der vor zig Jahren über Jahre in einem der "türkischsten Viertel" Wiens wohnte, mit Verwunderung fest, daß die Preise in den dort zahlreich bestehenden türkischen Supermärkten sehr hoch waren. Auch das läßt sich mit der Struktur der Nachfrage erklären: Essen spielt bei diesen Menschen eine weit größere Rolle als andere Produkte, die sie gar nicht brauchen. Daß das Geld dafür nicht ausgeht, besorgt dann das Sozialamt, denn die Arbeitslosigkeit war sichtbar hoch.




*160319*

Das nennt man Chuzpe

Was Chuzpe ist? Unlängst fand der VdZ eine Erklärung, die so gut ist, daß er sie hier bringen muß:

Chuzpe ist, wenn man seine Eltern umbringt, und dann an den Richter einen flehentlichen Appell um Gnade und milde Strafe richtet, weil man Waise ist.





*100319*

Dienstag, 28. Mai 2019

Dieselbe Methode des social engineering (1)

Was in diesem Artikel auf Tichys Einblick aus der Feder von Alexander Wallasch dargelegt wird, ist aufgrund seiner Fakten bemerkenswert. Denn es ist Zeugnis derselben Vorgangsweise des social engineering, wie es aus den USA bereits bekannt ist. Wo es nach 1945 das gesamte Land umzubrechen begann, um "Amerikaner zu schaffen". Als neue Kategorie eines positivistischen Identitätsideologems, das die verwurzelte, unbewußt sich bildende, selbstverständlich, auf realer Wertegemeinschaft beruhende Volksgemeinsame unterdrückt. 

Die Vorgangsweise schildert E. Michael Jones in seinem Buch "Slaughter of the Cities". Durch gezielte und geförderte Zuwanderung von ethnisch unbestimmter, der lokalen Identität fremder Bevölkerung, sodaß eine nunmehr "gemischte", ethnisch-religiös nicht mehr einheitlicher oder gar nicht mehr zu bestimmender Bevölkerung wurden die dort bestehenden Lebenszellen aufgebrochen. Die zahlreichen ethnisch-religiösen Entitäten haben sich aufgelöst. Konkret geschah das damit, daß eine Abwanderung der ehedem angestammten, verwurzelten, einheitlichen (beziehungsweise eine Gemeinschaft seienden) sozialen Gruppen aus den Stadtzentren einsetzte. Sie, die allesamt der Kategorie Mittelstand mehr oder weniger zuzuordnen waren, zogen in die Peripherien oder aufs Land. Mit allen Folgen, die sich daraus ergaben: Isolierung in Einzelhäusern, Rückzug auf die Kernfamilie, Verlust der Solidarität, Stärkung des Konsumismus, Stärkung der Rolle der Medien, um noch mit der Welt verbunden zu bleiben, Vervielfältigung des (Individual-)Verkehrs und dessen Infrastruktur.

Das alles wurde mit dem Mantel einer gewünschten "neuen" Bevölkerung rechtfertigend, ja diese neudefinierte ideale Gutheit fordernd, umgeben. Die als Ziel der menschlichen Gutheit umdefiniert wurde: Isolierung des Subjekts. Das nun keine geschlossene Gemeinschaft mehr umgibt, denn Gemeinschaft erfordert Einheit der persönlichen wie religiösen Riten und allen gemeinsamen (alltäglichsten) Wertegefüge. Fortan steht dem Einzelnen nur noch das "große Ganze" - der Staat, die Behörden etc. - gegenüber. 

DASSELBE ist auch bei uns passiert, und die Folgen sind auch hier dieselben. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat es nun in Zahlen erstmals greifbar gemacht. Denn es gibt Zahlen, die diese Vorgänge belegen. Und die auch zeigen, wie deckungsgleich die Vorgänge bei uns mit denen sind, die in den USA abliefen. 

Grundfaktum ist, daß sich seit geraumer Zeit eine Wanderbewegung feststellen läßt, in der die angestammte Bevölkerung (vor allem Familien) aus den Stadtzentren, ja Großstädten überhaupt weg- und in die Vorstädte aufs Land ziehen. Daß dieselben Großstädte trotzdem wachsen, ist dem die Abwanderung übersteigenden Zahlen der Zuwanderer zu verdanken. Diese setzen sich hauptsächlich aus zwei Gruppen zusammen: Einheimische, oft gut (oder sagen wir besser: teuer) ausgebildete Singles, und Migranten aus fremden Ländern und Kulturen. In diesen Städten wiederum bilden sich dann automatisch Ghettos. 

Natürlich ist der Versuch "zu mischen" außer dumm höchstens noch niederträchtig. Denn jeder Mensch will unter seinesgleichen leben! Das nimmt immer eine Dynamik an, in der sich die Auswirkungen verstärken. Ausländer unter sich haben bald keine Motivation mehr, die deutsche Sprache zu lernen oder sich den hiesigen Gebräuchen anzugleichen. Das größte Problem, auf lange Sicht auf jeden Fall ist, daß diese Ghettos der sicherste Weg sind, daß deren Bewohner einen weit niedrigeren sozialen Status erlangen als die angrenzenden "Yuppies" (Young Urban Population).

Akademische Bildung macht intolerant. Gestärkt wird nur die Rhetorik der Toleranzforderung.

Und wie eine ebenfalls vor kurzer Zeit erschienene Studie aus den USA, die The Atlantic veröffentlichte, ergab, und zwar überraschend ergab, sind es keinesfalls die "Rechten", die Konservativen, die Traditionellen, die "intolerant" sind. Sondern anhand hieb- und stichfester Fakten läßt sich aussagen, daß die Linken, die Gutmenschen, die sich selbst als "Tolerante" bezeichnenden, durch überdurchschnittliche akademische Ausbildung zu kennzeichnenden Schichten, die zwar viel von Vielfalt und Toleranz reden - aber GANZ ANDERS LEBEN. Wissen Sie, geneigter Leser, wer in einer kulturell vielfältigen Umgebung am besten durchkommt? Es sind ... die Rechten, also die, die als solche denunziert werden. In konservativen Umgebungen herrscht die größte Vielfalt. Ganz real. Linke - UND Migranten, das haben beide sonst so inhomogene Schichten gemeinsam - bevorzugen aber etwas ganz anderes: Sie suchen Stadtbezirke aus, wo sie UNTER IHRESGLEICHEN sind.*

Niemand lehnt so kategorisch Menschen ab, die NICHT seiner Auffassungen und Ansichten sind, wie die ach so toleranten Linken. Auffallend koinzidiert sogar der Umstand, daß gerade die Schichten, die (öffentlich, medial) am meisten nach Durchmischung und Vielfalt und Toleranz rufen, auch die Schichten sind, die den höchsten Ausbildungsgrad haben. Boston ist dieser Untersuchung nach deshalb der intoleranteste Stadtbereich der gesamten USA. Dort gibt es Bezirke, wo über 90 Prozent der Bewohner mit niemandem etwas zu tun haben wollen, der nicht ihrer "toleranten" Ansichten ist.

Mit anderen Worten: Speziell akademische Bildung macht intolerant - ganz im Gegensatz zur meist kolportierten Behauptung. Und das deckt sich haargenau mit der Beobachtung, daß der heutige Absolvent einer höheren Schule oder Universität in der seltsamen Vorstellung festgenagelt scheint, alles oder zumindest alles besser zu wissen, sobald man nicht zu "seinesgleichen" gehört. Aus der letztgenannten Untersuchung geht eindeutig hervor, daß nirgendwo die Ablehnung einer Auseinandersetzung mit Andersdenkenden so hoch ist wie unter (weit mehrheitlich links denkenden) "Bildungsschichten". Während ebenso eindeutig die Bereitschaft, auch Andersdenkende in seiner Umgebung zu akzeptieren nirgendwo so hoch ist wie ... unter "einfachen" Bevölkerungsschichten. Sie sind auch mehrheitlich konservativ ausgerichtet.

So daß die konservativen Bezirke sich dadurch kennzeichnen, daß sogar innerhalb von Familien (Schwiegerkinder etwa) entgegengesetzte Weltanschauungen real vorkommen. Die tatsächliche Vielfalt solcher Bezirke, mit mehrheitlich "rechter", traditioneller, konservativer Bevölkerung ist teils erheblich größer als in Wohnumgebungen Linker (die zum Beispiel "Demokratisch" wählen, die sich zuletzt als "im Lager von Hillary Clinton" sahen). Gerade in solchen Bezirken mit hoher Vielfalt hatte - auch das ist interessant - bei den letzten Wahlen Donald Trump den deutlich höheren Stimmenanteil.


 Morgen Teil 2)  Die neuen Städte als Totentanz von Museen mit Müllhalden



*Der VdZ hat den Verdacht, daß der herausragendste Grund dafür, daß Linke sich nach außen gerne mit "Migranten" (beziehungsweise "Vertretern der Vielfalt") zeigen, vor allem in der psychologischen Tatsache liegt, daß man sich nirgendwo in seiner Überlegenheit so bestätigt fühlt wie im Umgang mit eindeutig Unterlegenen, für die man vielleicht sogar den Schlüssel zur eigenen "höheren",  vor allem aber "normalen" Welt darstellt. Aber die behauptete Gleichheit existiert nicht, ist ein Luftgebilde. Und wie sollte es anders sein. Es wird nur anders BEHAUPTET. Und eiderdautz, ist nicht "Bildung" heute zu größten Teilen bloße antrainierte Fähigkeit Behauptungen aufzustellen, auch wenn diese der Realität, der empirischen Wirklichkeit widersprechen?




*160319*

Warum gibt es wirklich weniger Insekten?

Die Anregung können wir sofort aufgreifen, denn sie wirkt mehr als glaubwürdig: Auf der Seite "Bauer Willi" findet sich neben vielem weiterem Interessantem eine Replik auf die Behauptung, daß es weit weniger Insekten gibt als früher, und daß das mit dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu tun hätte. Es hat auch nichts mit Klima- und Biotopveränderungen zu tun, die nächste Behauptung. Auch das hat man in den Jahren 1989 bis 2016 untersucht, ohne Zusammenhänge zu finden.

Stattdessen stellt der Naturschutzbund NABU eine eigene und recht handfeste Erzählung aus der Realität der Bauern auf. Die durch die nämlichen Studien stark gestützt werden. Denn natürlich gibt es weniger Insekten (wenn auch mehr Vielfalt, übrigens), aber die Ursachen sind ganz anderer Natur: Sie liegen in der Umstrukturierung der Landwirtschaft, und vor allem im Verlust der früher zahlreichen kleinbäuerlichen Betriebe. Denn durch die "Umstrukturierungen" vor allem im Lebensmittelhandel haben in den letzten 40 bis 50 Jahren hunderttausende Betriebe aufgegeben.

Betrachtet man die Zusammenhänge genauer und mit ausreichender Sach- wie Ortskenntnis (des Landstreifens bei Krefeld, auf den sich die nämliche und aufsehenerregende Studie bezieht), dann ergeben sich ganz andere Aussagen als kolportiert wird. Denn es gibt weniger Insekten, WEIL 

  • die Naturschutzgebiete, in denen die Insektendaten erhoben wurden, heute dicht von intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen umgeben sind. Damit werden sie von deren Effekten stärker mitberührt als früher. Durch Nährstoffeintrag, aber auch durch Übergreifen von Pestiziden aus dem Ackerbau.
  • sehr viele viehhaltende Klein- und Mittelbetriebe nicht mehr existieren. Diese haben noch 1989 im betreffenden Gebiet 60 Hektar Weideland bewirtschaftet, heute ist es gerade noch ein Hektar. Das hat gravierende Auswirkungen, denn nun gibt es keine Kuhfladen mehr. Eine Kuhflade aber ist Nährort für 2-300 Gramm Insekten. 1989 wurden 25 bis 30 Hektar Weideland regelmäßig beweidet. Die dadurch entstandene Insektenmasse kann man hochrechnen. Heute wird nichts mehr beweidet. Damit fehlen schon aus diesem Grund locker 30 bis 54 Tonnen Insektenmasse. Pro Jahr.
  • auch Äcker sind typische Insektenbiotope, viel reichhaltiger als Grünflächen. Im Beobachtungszeitraum wurden 12 Hektar Ackerfläche in Grünland umgewidmet.
  • der völlig veränderte Umgang mit Gülle. Die hygienischen Anforderungen sind so gestiegen, daß es heute Misthaufen wie früher nicht mehr gibt, und Güllebehälter werden heute abgedeckt. Auch dies waren Brut- und Nährstätten für gewaltige Insektenmassen, die es heute nicht mehr gibt.
  • die Umwandlung von Weideland in Grünland. Zwar wurde auch 1989 ein Teil der Grünflächen für die Grasaufbringung und nicht als Weideland genutzt, heute aber ausschließlich. Diese Flächen werden heute drei- bis viermal gemäht. Jede Mahd aber nimmt einen Großteil der Insekten mit oder stört ihre Entwicklung. Daraus ergibt sich ein enormer Insektenverlust. 
  • 1989 wurden umfangreiche Flächen rund um das Naturschutzgebiet (in dem für die Insekten-Studie gemessen wurde) von Niederwald bewachsen. Nicht nur daß dort große Mengen Nährstoffe (durch Blätter etc.) anfielen, sondern diese Büsche und niedrigen Bäume haben auch viele kleine Feuchträume am Boden bewahrt. Heute sind diese Niederwälder verschwunden und mit ihnen der Lebensraum für viele Insekten. 
  • der Rückgang des Gemüseanbaus in der unmittelbaren Umgebung. Die Gemüseäcker, die es heute nicht mehr gibt, weil sie großteils in Grünland umgewidmet wurden, waren früher Anziehungspunkt für viele Schädlingsinsekten, und die wiederum lockten viele weitere Insekten an. Dazu kamen Schmetterlinge und Falter. 
  • die Verbote der Düngung von Grünland. Das hat nicht nur das Fehlen von Gülle bewirkt, sondern auch den Auftrag von Kalk betroffen. Damit versauern die Böden und viele Pflanzen (etwa Kleearten) gibt es nun nicht mehr. Dazu kommen Bodeneinträge durch Bakterien, die ebenfalls fehlen. Also haben etwa Hummeln oder Bienen keine Nahrung mehr und verschwinden.
  • die Studie hat nicht berücksichtigt, ob und in welchem Maß Wanderinsekten (etwa Schmetterlingsarten, die sogar aus dem Mittelmeerraum kommen) in den nämlichen Jahren die Messung der Biomasse beeinflußt haben. Denn diese Wanderungen sind für eine Region gesehen nicht regelmäßig und vorhersehbar. 2018 etwa war sie im betreffenden Gebiet sehr stark.
  • die Studie berücksichtigt nicht, ob und wieweit das Auftreten von starken Schädlingsjahren Einfluß auf die gemessene Insektenmasse genommen hat. So war 1989/90 ein extrem milder Winter, der die Schädlingsinsekten stark vermehren half, daß die Ernten teilweise vernichtet wurden. Das ergibt natürlich einen hohen Masseeintrag in den Meßbehältern. Daraufhin (!) hat man in den landwirtschaftlichen Betrieben mit dem gezielten Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln begonnen. Was natürlich die festzustellende Insektenmasse in den kommenden Jahren immer mehr reduziert hat.
  • damit in Zusammenhang steht auch die Auswirkung der Umstellung auf Monokulturen und der Einsatz von Insektiziden darin. Seit 1990 sind 20% der Ackerflächen auf Monokulturen umgestellt worden. Diese werden früher im Jahr auf Schädlingsbefall kontrolliert, ja früher tolerierte man sogar gewisse Schädlinge, weil sie in kleinen Mengen ertragsfördernd wirkten. Heute nicht mehr.
  • durch diese fehlenden Faktoren (Äcker) stabilisiert sich in den Naturschutzgebieten der Insektenbestand aus Räubern und Beutetieren auf niedrigem Niveau. Früher häufiger aufgetretene Masseninvasionen etwa, die eine Reaktion innerhalb des Gebiets brachten, fallen weg. Auch ist dadurch die Artenvielfalt im Naturschutzgebiet gestiegen, weil bestimmte Pflanzen stärkende Einflüsse von außen nicht mehr bestehen. Deshalb gibt es heute im Naturschutzgebiet, auf das sich die Studie bezieht, zwar weniger Insektenmasse, aber eine größere Vielfalt.
  • eng mit den Insekten hängen aber auch die Vögelbestände zusammen. Wo es keine Kuhfladen mehr gibt, gibt es deshalb nicht nur weniger Insekten, sondern auch keine Schwalben mehr. Insgesamt ist also zu erkennen, daß die Zusammenhänge in der Natur und zwischen ihr und menschlichem Verhalten bzw. der Landwirtschaft sehr vielfältig und komplex sind. Zu komplex, als sie einfach auf einzelne Ursachen wie "Einsatz von Insektiziden" zu schieben. Deren Verbot wird keine einzige Schwalbe zurückbringen. 

Weit gravierender ist die Umstrukturierung der Betriebe, und hier vor allem der Wegfall der kleineren Betriebe mit Viehhaltung und Weidewirtschaft. Während die bestehenden Betriebe mit immer mehr Auflagen, Ge- und Verboten belastet werden. Der Druck drängt kleine Betriebe noch weiter zurück, während er die bestehenbleibenden zu weiterem Wachstum und veränderter Bewirtschaftsmethode zwingt. Deshalb ist es auch kein Rezept, nach "mehr Ökolandbau" zu rufen. Denn um rentabel zu werden, um die Versorgung zu leisten, die die Bevölkerung braucht, müssen auch diese Betriebe größer werden. Auch im Ökolandbau lassen sich größere, makellose Produkte, wie sie benötigt werden, nur durch Monokulturen erzeugen. Und ohne Pflanzenschutz kommt auch der Öko-Landbau nicht aus. Also wird auch er nicht unbedingt die Insektenmasse fördern.

Nachsatz: Es ist also genau das, was in Österreich beim EU-Beitritt 1994/95 den Bauern eingeredet wurde, und die haben nichts gemerkt. Daß hunderttausende Kleinbetriebe aufgeben werden müssen. Auch die Fetzenschädel der Funktionärskirche haben den Bauern damals eingeredet, der VdZ war vielfach Zeuge (und niedergebügelt in seinem Widerspruch), wie wunderbar eine solche Zukunft würde. Außerdem hat Raiffeisen gerne Kredite zur "Modernisierung" und Konzentration auf viel größere Betriebe bereitgestellt. Diese "Umstrukturierung" hat nicht nur eine ganze Lebensweise auf den Kopf gestellt und verändert, und zwar für eine ganze Bevölkerungsgruppe, sondern auch - wie man sieht - große Auswirkungen auf unsere weitere Mit- und Umwelt. 

Na, was glaubt der Leser, wie froh diese Pruntzer, die dafür verantwortlich sind, heute über den "Klimaschutz" sind. Wie viele sich mit dieser Trottelei aus ihrer Verantwortung stehlen können! Und wie viele genau derselben, die damals wie im Beispiel die Zerstörung der Landwirtschaft durch Umbau auf Industriebetriebe propagiert haben, heute mit Plakaten in der Hand "Für Umweltschutz und Klimarettung sofort!" demonstrieren.





*150319*

Montag, 27. Mai 2019

Wir gehören immer Kreisen an

Wenn das "Fegefeuer" einfach das Reingebranntwerden in der Begegnung mit dem richtenden und rettenden Herrn ist, wie kann dann ein Dritter einwirken, selbst wenn er dem anderen noch so nahesteht? Bei solchem Fragen sollten wir uns klarmachen, daß kein Mensch eine geschlossene Monade ist. Unsere Existenzen greifen ineinander, sind durch vielfältige Interaktionen miteinander verbunden. 

Keiner lebt allein. Keiner sündigt allein. Keiner wird allein gerettet. In mein Leben reicht immerfort das Leben anderer hinein: in dem, was ich denke, rede, tue, wirke. Und umgekehrt reicht mein Leben in dasjenige anderer hinein: im Bösen wie im Guten. So ist meine Bitte für den anderen nichts ihm Fremdes, nichts Äußerliches, auch nach dem Tode nicht.

 Papst Benedikt XVI. in der Enzyklika Spe Salviso  

Kann man also für Verstorbene beten, soll man das sogar? Die Antwort ist eindeutig: Ja. Wir sind zwar als Person Individuum, aber immer individuell als "Mensch in Schichten", in Kreisen, denen wir (stellvertretend in beide Richtungen) ebenso wie die Menschen in diesen Kreisen angehören. Was immer wir also tun, wie immer wir also sind, beeinflußt auch das Gemeinwohl. 

Es ist damit immer eine Zugehörigkeit, die der Ort ist, an dem wir uns "selbst verwirklichen" müssen oder können und die unsere Identität ausmacht. Nimmt man alle diese Kreise weg, löst man, isoliert alle diese Zugehörigkeiten auf, bleibt nichts als gestaltlose Unbestimmtheit, der das Fluidum zum Weltsein - und das ist ein Aktivsein, eine Selbsttätigkeit als "auf - zu" - fehlt.

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Das Schlimmste ist also die Isolationshaft. Schon gar, wenn der Häftling Atheist ist. Aus den Erfahrungen damit, aber auch aus Experimenten mit Studenten, die man von jeder Sinneswahrnehmung (als Verbindungstaue zur Welt) abschloß, weiß man, daß an deren Ende Wahnsinn weil völlige Zerrüttung entsteht. Es ist immer eine Verbindung zu einem Du, die erst geistig-seelische Ordnung (die eine Gerichtetheit ist, die dann im Gemeinsamen Bestand hat) ermöglicht.

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Die grundlegende, den anderen auslöschen sollende Dimension der Verweigerung von Kommunikation und Umgang zum Beispiel mit Andersdenkenden wird zwar meist vergessen, aber sie macht solch eine Tat so schwerwiegend und böse. Und dumm. Denn sie übersieht zudem, daß gravierender Schaden auf beiden Seiten entsteht. Gleichzeitig wird auch die gemeinschaftszerstörerische Funktion der Lüge oder der geheuchelten, sachlich falschen Zustimmung (oder vorgetäuschte, weil vermeintlich nützliche Ablehnung) deutlich. Auch sie ist Verweigerung eines Gemeinsamen, selbst wenn man in dessen Beurteilung zu anderen Schlüssen kommt. Aber dadurch wird das Gemeinsame anerkannt, das immer eine Sache ist, die freilich jeder von einer anderen Warte aus sieht.

Gemeinsamkeit, Zubehörigkeit und damit Identität als konkretes "In-der-Welt-als-Welt-sein" entsteht und besteht nur in Sachlichkeit. Volle Gemeinschaft damit nur in der Wahrheit. Damit wird auch von dieser Seite klar, daß es Gutheit und Erlösung nur aus der Wahrheit heraus gibt. So können wir uns in der Taufe mit Jesus in einer Gemeinschaft - einem "Kreis" - wissen, den er stellvertretend vor Gott den Vater bringt. Und damit auch uns, sofern wir mit ihm (als der Wahrheit, also in persönlicher Zugeordnetheit) verbunden sind. Er läßt uns dadurch am innertrinitarischen Leben (in Analogie beziehungsweise im Geist, der aller Welt zugrunde liegenden Kraft) teilhaben.




*170119*