Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Bonelli (Raphael) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bonelli (Raphael) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 3. Januar 2022

Warum Bonelli dramatisch falsch liegt (2)

Klugheit ist nicht Rationalismus, sondern durchherzte Entscheidung. Jedes Urteil ist Frucht einer Hingeneigtheit zur Wahrheit. Unlogik gründet also in einer Haltung der mangelnden Ehe mit der personalen Wahrheit. Die Wahrheit über Corona war deshalb von Anfang an bereits VORrational ENTSCHIEDEN. Die Haltung dazu ist NICHT RELATIV. - Aber inmitten seiner Schwurbelei verweist Grün in seinem Vortrag, in dem er sich mit "Entscheidung" befaßt, auf etwas sehr Richtiges. (Und NUR in diesem Punkt sollte man ihm auch hier zuhören, NUR in diesem Punkt, ich betone es.) Genau daraus aber (anders als durch den Zugriff aufs Irrationale - das sich in mancher Hinsicht zufällig mit dem Vorrationalen deckt; das Vorrationale ist aber immer noch logisch, nur nicht apriori so erkennbar - könnte er das Thema eh nicht mehr bewältigen) erwächst eine richtige Sichtweise (die für Grün Flucht ist, aber genug davon). Der Mensch ist in eine Entscheidung gestellt." Genau. Richtig. Die erste Entscheidung des Menschen ist eine ontologische Tatsache, keine "psychologische Hilfskategorie", damit man sich im Leben leichter tut.

Sonntag, 2. Januar 2022

Warum Bonelli dramatisch falsch liegt (1)

Wenn man von einem falschen Menschenbild (Freud) ausgeht, kann man zu keinem rechten Situationsurteil kommen.

QR Vortrag Bonelli
Das läßt sich kurz zusammengefaßt über das sagen, was Bonellei in einem auf Video abrufbaren Vortrag als "leges artes" der Psychiatrie vorstellt. In dem er erklärt, "wie der Mensch tickt." Ein hoher Anspruch! Dem aber Bonellig aus mehreren Gründen nicht nachkommt weil das nicht kann. Denn diese Frage würde eine philosophische Auseinandersetzung verlangen, die Bonelli nie geleistet hat. 

(Und, das wagen wir hier zu sagen, aus persönlichen Gründen auch nicht leisten kann, sonst wäre er kein Psychiater nach heutigem Zuschnitt geworden. Was eine so allgemeine Zustandsbeschreibung ist, daß man ohne viel Bedenken sagen kann, daß KEIN Absolvent der heutigen Psychologie in Europa zum Menschen überhaupt etwas Relevantes zu sagen hat. Alles, was dabei herauskommt sind Pseudolösungen, Pseudoerklärungen, die aber nie etwas erklären, sondern einen ganzen Rattenschwanz an Folgen hier, an ungeklärten Voraussetzungen dort mit sich führen, sodaß sie im Grunde in Sophistereien und Schlagworten - "Zwangsritual", "Narzißmus", "Paranoia", etc. etc. - ersaufen.) 

Wobei nicht einmal das zu konnotieren ist, weil Bonelli sowieso im Relativismus erstickt,

Dienstag, 30. November 2021

Äpfel, Birnen und Rüpelzwetschken (2)

Vom Begriff der Gestalt, der unter den Tisch fällt, auf dem aber viele Blackboxes herumstehen. Und wie alles durch Gestalt aneinander und durch einander zu sich selbst wird. Und was es deshalb mit dem Placeboeffekt auf sich hat.Ein bißchen versöhnt bin ich wieder mit dem Wiener Psychiater Raphael Bonelli. Nicht, weil er plötzlich doch zum kompetenten Seelenklempner wurde. 

QR Bonelli sinnbefreit
Wer sich etwa seinen "Beitrag zum Egoismus" ansieht, kann nur noch den Kopf schütteln, daß sich so ein sinnbefreites Gestammel als Seelenkunde auszugeben wagt. Ein Freudianer (und Bonelli erklärt sich sogar explizit als solcher) kommt eben nicht über den Status eines Clowns und Küchenpsychologen hinaus, der das Preiskomitee für seinen Statuslorbeer gleich selbst in der Tasche mitführen muß, sonst landet er in der Mülltonne, wo er auch hinhgehört. 
 
Wo er aber ab und an interessant ist, ist dort, wo er sich wie zuletzt ab und an auf Beobachtungen und Erfahrungsschilderungen bescheidet. Verstehen tut er freilich nicht, was er da sieht, aber immerhin kann man ihm beim Apperzipieren beobachten. Das ist heutzutage ja auch schon eine Leistung.

Montag, 29. November 2021

Äpfel, Birnen und Rüpelzwetschken (1)

Die Frage ist nicht, was die Schweden besser gemacht haben, um nun unübertrefflich wenige "Neuinfektionen" zu haben. Solche Zahlen sind in Wahrheit überhaupt nicht vergleichbar, weil die Definitionen für sämtliche der beteiligten Faktoren viel zu schwammig, beliebig und unterschiedlich ausfallen.

Unter anderem hätte man sich zu Fragen, ob der Umgang der Schweden mit dieser "Pandemie" von Anfang an nicht einfach entspannter war, sondern ob die Skandinavier nicht Mediziner und Virologen hatten, die z. B. das Vielgesichtige an jener Eiweißkonstellation berücksichtigt haben, die als "Corona-Stämme" und eingegrenzter als "Covid19-Erreger" identifiziert wurde. 

Sodaß NICHT alles Mögliche an Symptomen mit einem Schlag als "Covid-Erkrankung" eingestuft wurde, ganz so, als hätte das eine Übel wiederum fünfzehn andere beseitigt. Speziell bei ohnehin gesundheitlich Belasteten ist das eine entscheidende Frage, also bei den Älteren und bei allen, die Vorbelastungen haben, wie Übergewicht, Hypertonie, Diabetes und Herzschwächen.

Auch die Testpraxis müßte untersucht werden, und ich gehe davon aus, daß sie in Schweden sehr anders verläuft, als etwa in Österreich. Wo die Panik immer mehr jede Luft zum Atmen abschnürt.

Montag, 22. Juni 2020

Bonelli, der Psychiater in der Unterwäsche

Aber wollen wir doch, zum Nachstreuen sozusagen, noch etwas aufgreifen, was bei Raphael Bonelli fast zum Markenzeichen in der Corona-Krise wurde. Wo er in sehr kurzen Abständen Videos ins Netz zur Veröffentlichung über Youtube stellte, in denen er - typisch Liberaler - über den Corona-Wahnsinn zu jammern begann, sobald er davon selbst gestört wurde. 

Denn auch er, wie die allermeisten, haben sich erst als Kritiker gemeldet, als der Urwald bereits gerodet, das Feld weit und übersichtlich, und die Kritiker sich unter zahlreichen ihresgleichen wußten. Daß das, was sie nun als so "offen erkennbare" Schrecklichkeit vorfanden, einige Wochen oder Monate zuvor zum einen (dem Sehenden) erkennbar, aber da noch zu verhindern gewesen wäre, spielt dann keine Rolle mehr.

Aber wir wollen hier nicht weiter des Psychiaters und Arztes Thesen und Sichtweisen zerlegen, sondern wir wollen nur das T-Shirt heranziehen. Denn eigentlich, eigentlich erklärt es selbst schon alles. Wie immer eben: Die Wahrheit steckt in der Gestalt. Die Tiefe liegt, wie Albert P. Gütersloh es einmal elegant formulierte (und was jeder Psychologe sofort bestreitet, ja angreift), die Tiefe liegt außen

Wenn also als Merkmal der Psychologie, die sich im 20. Jahrhundert auf der Grundlage von Sigmund Freud vor allem so rasant zur Welt- und Menschenerklärungsmaschinerie entwickelte, die in Wahrheit alle auflöst und verwirrt und zerstreut, weil total relativ macht (was mit wissenschaftlicher "Neutralität", Wertungslosigkeit begründet wird), wenn also das Merkmal der Psychologie das Innen nach außen zu stülpen ist, so passiert das genau bei dem, der ein T-Shirt als gültige Letztbekleidung verwendet. 

Denn das T-Shirt ist ein Unterleibchen. Es ist auch dann noch ein Unterleibchen, wenn es wie seit fünfzig Jahren (und heute endgültig allgemein) als Außenbekleidung getragen wird. Und es bleibt ein Unterleibchen, wenn es selbst bei nobelsten Anlässen für modisch und tragbar erklärt wird. Das zeigt nicht, daß es "salonfähig" wurde, sondern es zeigt, daß das Tragen von Unterwäsche allgemein als ausreichend gesehen wird. 

Daß es sich von der Mundl-Ästhetik des Rippchenleibchenträgers, der am Küchentisch sitzt, eine Flirt raucht, und ab und zu an seiner Bierflasche nippt, während der Fernseher läuft, unterscheidet, liegt an dem simplen Umstand, daß es in dieser Form ein Unterwäscheteil amerikanischer Soldaten war. Also in den USA geboren wurde. Aber interessanterweise ging es nicht zu jenem Zeitpunkt in unseren Kulturschatz über, als diese Soldaten tatsächlich unsere Länder besetzt hielten, sondern kam mit den Hollywood-Filmen, und einigen der von Hollywood gemachten (man kann das wörtlich nehmen) Ikonen der Gegenwart. 

Man kann und sollte übrigens - nicht nur hier - sich wieder angewöhnen, jedes Wort wörtlich nehmen. Wir haben in der Sprache ein sehr analoges Problem, zu dem bei T-Shirts, Dinge, Gestalten sind eben "Fraktale", so könnte man es sehen. Sie sind in allen Größen, Bereichen, auf allen Ebenen von derselben Grammatik gestaltet und geprägt. Wer die Grammatik des Seins - die Trinität! - kennt, sich bemüht sie zu erkennen, wird deshalb die gesamte Welt einordnen können. 

Soviel sei damit auch zur Überlegenheit von Experten gesagt. Die nur dort überlegen sein können, können!, wo und weil sie quantitativ dem Laien überlegen sind. Und weil die Intensität der Beschäftigung damit, mit der Quantität, vielleicht noch geholfen hat, die innere Charakteristik der Dinge durch allen Momentschein hindurch schneller und schneller klar zu erfassen. Umgekehrt hat jeder Laie den immensen Vorteil, sich nicht von Details geplagt und verwirrt über den Gesamteindruck (der meist ein instantaner, also der erste Eindruck ist) sofort der Gestalt zuzuwenden, denn die begegnet ihm zuerst. 

Und von dort aus die Charakteristik des Ganzen (das sich im Detail nur als Fraktale fortsetzt, wie gesagt) zu erkennen. Dieser Charakteristik muß dann auch alles sonst folgen, was an Detail noch ins Spiel kommt. Und es ist von großer Bedeutung, über die Details nicht diese Gesamtcharakteristik aus den Augen zu verlieren. Genau deswegen fällt ja heute auch auf, daß die sogenannten Wissenschaftler sehr oft ihre Autorität über Details unterstreichen wollen, in denen sie natürlich dem Laien überlegen sind. 

Aber sie wollen damit in den allermeisten Fällen nur die Autorität behaupten, indem sie den Laien verwirren wollen. Dem sie einreden, es wäre wissenschaftlich, wenn man bereit sei, sich über das Detail die Gesamtcharakteristik als unzutreffend aus der Hand schlagen zu lassen. Dazu zählt auch der Bezug auf berühmte Namen. Was Bonelli gerne mal tut, indem er Freud oder Jung oder irgendeinen anderen Autor in die Runde wirft.

Aber Details, Einzeldinge, Teile eines Ganzen unterscheiden sich voneinander nur durch den Wirkbereich, der ihrem Wesen, ihrer Art, ihrem Ort in der Ordnung der Schöpfung entspricht. Die Grammatik, die Charakteristik (so könnte man auch sagen, aber der Begriff hält nicht immer) des Selbstseins eines Dings - und weil etwas nur es selbst ist, wenn es tätig ist, sonst zerfällt es ins Nichts, bedeutet auch das ein aktives Tun und Wirken - ist immer von ein und derselben Charakteristik geprägt. Im Ganzen wie in allen Teilen.

Je integrierter ein Teil ist, zu je umfassender Eingliederung das Prinzip des Ganzen ist, desto mehr. Das heißt also, daß auch ein T-Shirt, dieses Unterwäscheteil, zu einer handfesten Aussage über die Gesamtheit einer Person heranzuziehen ist. Schon gar, wenn es nicht als Einblick in ein intimes privates Geschehen gelten soll, sondern als Bekleidung bei einem Auftritt vor einer Öffentlichkeit, die in die Zehntausende geht.

Bei Bonelli ist (wie bei praktisch bei jedem seiner Branche) der Formverzicht also grundsätzlich und charakteristisch. Wobei man bei Psychologen eigentlich sagen müßte: Die Unfähigkeit zur Form. Form widerspricht nämlich dem Wesen der Psychotherapie, wie sie heute verstanden wird. Sie würde definieren, den Patienten festlegen, in einer Beziehung Formelles fordern, und das würde der Universalität des Herumstocherns in den Seelen widersprechen. (Na und wie erst dem Wissenschaftsgebot, eh schon wissen.) 

Die Psychologie des 20. und erst kürzlich begonnenen 21. Jahrhunderts ist eine Rhetorik des Formverlusts. Das ist ihr Merkmal, das auf ein Menschenbild zurückgeht. Wobei man eigentlich sagen müßte, daß diese Gestaltlosigkeit das Menschenbild selbst geformt hat. Es war also zuerst (!) der Abbau der Formen in dieser Kultur, der DANN die Thesen formte, nach denen gedacht wird. Denn diese Formbarkeit nach einer Kultur, also nach den Formen, nimmt im selben Maß zu, wie die Abnabelung von der Vergangenheit, die Mißachtung der Tradition, also der Aktualismus zunimmt.

Also trägt auch Bonelli die Standes- und Zeittracht - das T-Shirt. Also tritt er in Unterwäsche an die Öffentlichkeit. 

Schön von einem Hintergrund untermalt, in dem ab und an auch ein Kind (jünger an Jahren als sein Erzeuger) auftritt (wie menschenfreundlich, wie kinderfreundlich sind wir doch heute! Das gehört zu einer lieben, guten Person heute doch dazu!? Schon gar mit katholischem Unbedenklichkeitsausweis?) 

Inmitten einer Wohnumgebung, die der VdZ nur zu gut kennt ... Häuser, die "individuell" gestaltet, "ganz nach den Wünschen" der Häuselbauer errichtet wurden, mit Schrägen und in Dachböden eingepaßten Regalen mit (richtig!) Taschenbüchern. Praktisch ist das neue Paradigma, auch in der Ästhetik, diesem Zeitstil, der gar kein Stil mehr ist, denn dazu müßte er von Formbedürfnissen ausgehen, nicht von Funktionen. Man denkt aber heute nicht mehr von den Gestalten her, und deren Anwägung. So sehen dann auch die Häuser aus. In der Psychologie wie in der Architektur. Fraktale, auch hier!

Und so wird vor allem gelebt, so ist die Lebensweise: Das Funktionale ersetzt die Form und ist Ausgangspunkt der sich dann ergebenden Form. Man baut heute die Häuser von innen nach außen. Angeblich. Man setzt sich zuerst mit den technischen Anforderungen auseinander, und diese beantwortet man. Das alleine ergibt dann die Form. Was in der Architektur mehr und mehr zur Verwendung von Glas geführt hat, mit Innenwänden, die jederzeit änderbar sind, mit Außenhüllen, die sich irgendwelchen Formvorstellungen einfügen, mit der Gestalt der späteren Bewohner aber nur noch technisch, nicht in der Beziehung als Gestalt eines Ganzen zu tun hat. Diese wird bestenfalls "erklärt". 

Wobei viele Bücher in der Psychologie tatsächlich nur in Broschur erhältlich sind. Auch hier also Formverzicht als Prinzip. Das Argument des "leistbaren Preises für notwendige Literatur" ist jedoch ein (oft gehörtes, aber nie zutreffendes) Scheinargument, auf das wir nicht weiter eingehen wollen. In Wahrheit ist nämlich auch der Preis, ja gerade der Preis, eine Aussage der kulturgeformten, kulturimmanenten Beziehung von einem Ort beziehungsweise zu einem Ort, aber lassen wir das jetzt.

Die Psychologie des 20. Jahrhunderts hat sich auf dieselbe Art entwickelt. Sie ist ein Etikettenschwindel, das heißt, sie erklärt ein und dasselbe Phänomen (Ding) zu "etwas anderem", gibt nämlich vor, daß das, was ein Ding ist, von einem selbst und beliebig definiert werden könne. Was die gesamte Welt unendlich reduziert.

Was sich heute als Seelenkunde offenbart, ist der Regress auf die Auflösung aller Formen. Diese werden als "starr" und die Freiheit "be-/verhindernd" angesehen. Will man zur wirklichen Seele (Schluß mit den Anführungszeichen, es würde nur so wimmeln davon) vordringen, muß man somit wie ein Kind werden. Denn auch das Kind hat noch keine von sich aus geprägten, und nur wenige von außen auferlegten Formen (als ausgeprägte, gehaltene, gestaltete Beziehung). 

Und einem Kind verzeiht man schon mal, wenn es in der Unterwäsche herumläuft. Denn es hat das Schamgefühl noch erst nur auf den eigenen Leib bezogen.  Noch nicht auf die weiteren, immer mehr kulturbezogenen Kreise, zu denen Bekleidung dann gehört. Wer Welt und in der Welt ist, ist das nur in der einen oder snderen Form "bekleidet". 

Und hier entwickeln sich Normen aus der bloßen Leibgrenze hinaus zum Sollensgebot - Gebot, weil es auf die Selbstüberschreitung ankommt, nicht aufs "wie ich mich fühle" o. ä. - auch in der Kleidung. Ohne bloß relativ zu sein. Auch in der Kleidung steckt jene archetypische Wesensbewegung, die von Grundformen ausgeht und diese in je nach Kulturhöhe in immer subtileren, feineren, quantitativ wie qualitativ diffizileren Formen (wie im Fraktale) weitertreibt.

Also bleibt Unterwäsche immer Unterwäsche, wo die Grenze zur Außenwelt noch gar nicht ausdifferenziert ist! Wie es der Massenmensch etwa zeigt.

Der Priester tritt deshalb nur im Talar auf. Der VdZ hat einige Beispiele dazu im Netz gesucht und gefunden. Selbst für Liberale gilt da: Sogar sie tragen meist Talar, wenn sie sich direkt an ein Publikum richten, also die Gestalt Priester bedeutend ist. Zumindest haben sie Priesterkleidung, schwarzer Anzug und römischer Kragen trifft da ebenfalls den Dresscode. 

Was es im Vergleich damit über einen Psychiater sagt, dessen Beruf es (wie der des Priesters) ist, seelisch Kranken oder Bedürftigen zu helfen, wenn er in der Unterwäsche als Kind vor die Menge (und in welcher Größe, in welcher Unkontrollierbarkeit, also Bedeutungsgestaltung der Begegnung, die immer eine Begegnung "als" ist: Youtube!) tritt, mag nun dem Leser überlassen bleiben. 

Denn wie gesagt: Die Tiefe liegt außen. Jeder kann die Grammatik des anderen sehen, die sich als Fraktale entfaltet. Die Verwirrung dieser Zeit liegt deshalb in der Schizoidität als Grundströmung, in der nichts mehr sein soll, was es ist. Und als was man es untrüglich erfaßt. Im Anfang. Ehe die begriffszerstörerische Sophisterei der Psychologie beginnt.



*290520*

Samstag, 20. Juni 2020

Not und Elend (2)

Teil 2) Zumindest tendenziell hätte der Standard Recht.
Wäre Bonelli tatsächlich das, was man ihm hier vorwirft.
Aber damit kokettiert Bonelli ja nur, das ist das Problem.


Wenn wie bei Bonelli (und leider so vielen heutigen "Katholiken") die philosophischen, metaphysischen Fundamente für eine liberale Schießbude gebaut wurden, kann nicht der cleverste Identitätsschuster einen "Dom" draufsetzen. Er wird deshalb eine Schießbude bauen, der außen aber potemkinsch bemalte Domleinwände übergezogen werden. 

Man muß hier deshalb die Kritik bei "katholischen" Institutionen anbringen, die diesen Mann mit einer Autorität ausstatten, weil sie ihn in einen Anerkennungsrahmen stellen, der zwar dem Normalzustand heutiger "katholischer Universität" entspricht - eben einem Trojanischen Pferd, dem um Mitternacht die linken, materialistischen und atheistischen Krieger entsteigen, die handstreichartig die Herrschaft übernehmen - mit katholisch und wahr jedoch nichts zu tun hat. 

Denn die in der Wahrheitstradition des christlichen Abendlandes aufgebaute Psychologie unterscheidet sich dermaßen fundamental von Psychologieschustern wie Bonelli, daß man bei dem, was Letzterer betreibt, gar nicht mehr von Psychologie sprechen kann. Es ist eloquent und sophistisch verkleidete Vernebelungs- und Verwirrungstaktik, die - man muß es so brutal formulieren - simple Geschäftsinteressen verfolgen. An der sich aber jeder Mensch guten Willens zum geistigen Tode verschluckt.

Sodaß man hier sagen muß: Tendenziell hat der Standard natürlich Recht! Aber Bonelli gebührt nicht die Ehre, von linken Atheisten als "Gegner", und schon gar als "katholischer Gegner" an den Pranger gestellt zu werden. Daß das geschieht beweist lediglich und einmal mehr, wie dumm Linke sind.

Daß der oberösterreichische Schmuddel-T-Shirt-Psychiater, der in der Corona-Krise durch (für Liberale so typische) nanednana-Videos "Furore" machte und gerade in katholisch titulierten Kreisen wie ein Retter des Vaterlandes gefeiert wurde (samt der immer wieder aufflackernden Aufforderung, eine "Partei" zu gründen), sich nun verteidigt, indem er nachweist, daß er "nichts gegen Homosexuelle habe", und außerdem und überhaupt sei ihm das alles egal, muß dann gar nicht weiter kommentiert werden. 

Es ist erbärmlich, wenn und wie der Mann sich nun "eh als Liberaler" darstellen möchte, und deshalb eine Verteidigung für notwendig erachtet. Denn wie und was jemand glaubt, ist ja doch bloße Privatsache und natürlich verschweigt, wie sehr Homosexualität einen Menschen zerstört, und es schon deshalb problematisch ist, das zu verschweigen (wobei Bonelli die wirkliche Problematik darum vermutlich gar nicht kennt).

"Ich habe nie gesagt, Homosexualität sei veränderbar," heißt das dann. Statt den Mut zu besitzen zu sagen, was wirklich fundierte Sicht der Seelenlandschaften des Menschen notwendig machte. Notwendig, gerade für einen "Arzt", als den sich Bonelli eigenen Aussagen nach sieht. Und die muß (!) Homosexualität als das bezeichnen, was sie ist: Eine mehr oder weniger schwere Charakterneurose, die höchstens in fortgeschrittenem Zustand, also einer Psychose, nicht oder nur noch schwer heilbar (und insofern "veränderbar") ist. 

Sie ist aber letztlich (beziehungsweise erstlich) aus der Sünde, also der Seins- weil Selbstverfehlung entstanden, die sich sexuell ausdrückt und darin die leibliche Konstitution schwer schädigt, so schwer, daß es sogar typische "körperliche" Krankheitsbilder gibt, die praktisch immer mit dem Bereich von Immunschwächen und -problemen zu tun haben. Gut, jemanden zu verurteilen", also in einen Zustand "fest-sprechen" (was von der psychologischen Charakteristik auf eine Art Fluch hinausläuft) darf - beziehungsweise soll - nicht sein. 

Aber gerade bei Freunden (und Bonelli rühmt sich hier seiner homosexuellen Freunde) darf die feste Haltung nicht fehlen, in der diese wissen, daß sie sich in einem objektiv ungeordneten Zustand befinden, der eine wahrhaftige Begegnung fortschreitend unmöglich macht. Als Arzt aber muß diese Haltung klaren Ausdruck finden. Denn man sagt ja jemandem, der mit Masernpusteln kommt, auch nicht, daß eine Therapie mit Schmierseife gegen Fußpilz ausreicht.

Nein, nicht wird hier verlangt, Bonelli aus katholischen Bildungseinrichtungen und Seelsorgekreisen hinauszuwerfen, weil er liberal ist. Es wird verlangt, weil Bonellis Theorien und Thesen außer Schlagwortwahrheiten (die dann bloße Richtigkeiten sind) erzählen, die mit katholischer Aura zu umhüllen ein Verbrechen gegen jene Wahrheitspflicht ist, die solchen Institutionen (und Hochschulen sowieso) wesentlich sein muß. 

Und - vor allem! - diesen Mann mit einer "Psychologie" auftreten und reüssieren läßt, die eine Verhöhnung der Weisheit abendländischer Seelenkunde bedeutet. Das ist als würden sich Baumeister, die über viele Jahrhunderte Dome bauten, von einem Wanderzeltbauer nicht nur erklären lassen, wie Häuser zu bauen seien, sondern dazu auch noch zustimmend nicken, als wäre ihnen nun endlich erklärt worden, wie die Welt der Architektur in Wirklichkeit aussieht. Von Leuten, noch dazu, die es wirklich besser wissen müßten. 

Denn in diesem (natürlich nicht nur in diesem) hat auch E. Michael Jones Recht. Wenn er sagt, daß Wissenschaftlern mit hoher Reputation in der Öffentlichkeit und in der Wissenschaftswelt (am Beispiel Heisenberg gegenüber dem Einbrechen von primitiven Scharlatanen wie Kinsey in die deutsche Bildungs- und damit Medienwelt darstellbar) eine hohe Verantwortung in der öffentlichen Diskussion (also in der Bildung des allgemeinen Narrativs) zukommt. 

Nicht, weil sie Wächter der öffentlichen Moral sind. Sondern weil sie Wächter ihrer Geistessphäre (in dem Fall: Der Wissenschaft) sein MÜSSEN, um diese vor jenem Schaden zu bewahren, den sie erleiden werden, wenn unter dem Ansehen, das in der Vergangenheit erworben wurde, und dem sie die höchste Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit errungen hat, Piratenschiffe eindringen, die Kohle statt Gold verteilen, aber den selben Preis verlangen.

In diesem Sinne wäre an Ruf und Wirkungsmöglichkeiten Bonellis enorm viel zu korrigieren. Nicht, daß man ihn zum Verstummen bringen sollte oder das auch nur dürfte. Aber dafür ist das Forum einer hermetischen, diskreten Hochschulentfaltung (als "närrischer Raum") zuständig, deren Membranartige Grenzen zur Außenwelt aber die kathartische Ära strenger Wahrheitsfindung ist. Ihr Raum ist sicher nicht die Bühne. Und schon gar nicht die Bühne Katholischer Einrichtungen. 

Denn auch wenn es manchen schockieren muß: Raphael Bonelli ist Psychiater und Psychoanalytiker der Gegenwart. Diese Leute sind Abbilder jenes Vorbildes, in wessen Fußstapfen sie wandeln, und das ist Sigmund Freud. Sie sind wie er unredliche Scharlatane und Betrüger, die sich mit dieser Art Psychologie, die sie als "neue Wissenschaft" deklariert haben und deklarieren, einen Weg gebaut haben, trotz der Unfähigkeit, sich zur Welt hin als Persönlichkeit zu bewähren und damit im Geheimnis des Seins sich in empfangender Haltung über dem Nichts gehalten zu wissen, einen hohen, ja überlegenen Stand zu sichern. Der dadurch erzielt wird, indem man die Konkurrenz, also die starke, wahre, wahrhaftige Persönlichkeit verleumdet und auflöst. Was so nebenbei höchst lukrativ sein kann. 





*290520*

Freitag, 19. Juni 2020

Not und Elend (1)

Die Kritik, die auf diesen Seiten an Raphael Bonelli schon mehrmals artikuliert wurde, und bislang eher theoretisch war, erhält durch diese "Verteidigung" des Psychiaters und Psychotherapeuten ihr praktisches Fundament. Noch besser hätte man die Evidenzen nicht aufzeigen können, aus welchem liberalen Seichtwasser der Mann gestrickt ist. Den seltsamerweise, aber so typisch, von katholischen Organisationen, Gruppen und vielen einfachen Gläubigen als Fahnenträger der "guten Sache" gefeiert wird.

In dieser Stellungnahme versucht Bonelli, sich eines Artikels im österreichischen Flaggschiff des linksliberalen Lagers 'Der Standard' zu erwehren. Der ihm zu große Nähe zu (ultra- und sonst was-) konservativen katholischen Institutionen vorwirft. Samt den Hebelargumenten, er sei auch homophob, also "gegen" Homosexuelle eingestellt.

Alles das verneint Bonelli vehement und mit weinerlichem Gesicht, das den subjektiven Eindruck einer sonst oft schon so deutlich in der Physiognomie durchscheinenden Tendenz zur Gesichtslähmung (also einer Nervenschädigung in der "Maske", der "Persona") zur Prophetie macht. Er werde zu Unrecht angegriffen, denn er sei in seiner Arbeit weltanschaulich neutral, und selbstverständlich fließe eine religiöse Haltung oder Anschauung nicht in seine psychologische beziehungsweise therapeutische Arbeit ein.

Lassen wir einmal beiseite, wie das gehen soll. Denn wie soll sich eine (wissenschaftliche!) Sichtweise bilden, in der jene Elemente keine Rolle spielen, die als Licht (!) zur Erfassung der Wahrheit, also auch der Wahrheit über die Welt, über die Dinge, über den Menschen sohin, sogar die entscheidende Rolle spielt. Die voraussetzungslose Wissenschaft, von der offenbar auch Bonelli phantasiert, gibt es nämlich nicht. Und was er hier von sich weist, ist andererseits (und wenn es nützt) sein Etikett und damit seine Eintrittskarte als Autorität in Institutionen, die er genau damit schwer schädigt. 
Das Argument einer objektiven Wissenschaft erfüllt seine Wahrheit nicht durch die angebliche "Voraussetzungslosigkeit", sondern über die Natur der Wahrheit als Universalität, die nur durch sittliche Bedingungen zugängig wird. Insofern ist Wahrheit als objektive Grammatik der Welt tatsächlich "subjektiv". 
Aber nicht weil die Wahrheit (die immer eine konkrete Wahrheit "über oder von" etwas ist) selbst relativ, also nicht festmachbar, nicht definierbar ist. Sondern weil die Wahrheit sich erst über eine Beziehung zu ihr erschließt, ihre Reinheit und Darstellbarkeit - und damit ihre Objektivität - durch eine Person von deren sittlicher Reife abhängt.
Das ist der Ort für jene These, nach der sich in Bonelli (und seinem Denken, seiner Psychologie, seiner "Arzt"-Eigenschaft sohin) etwas offenbart, was als Hauptproblem einer Kultur im Zusammenbruch gesehen werden muß. Für die Bonelli symptomatisch ist. Denn wenn sich eine Kultur auflöst, tut sie das durch Auflösung ihrer institutionalisierten Formen. Da wird sogar bedeutend, daß sich Bonelli zum Beispiel in seinen "Corona-Videos" einem großen Auditorium im schlabbrigen T-Shirt präsentiert. Formverzicht ist zwar heute der Schlüssel zu den Menschen, aber nur, weil diesen jede Hürde der Begegnung "erspart" wird. 

Damit aber reduziert sich Wahrheit und damit Sprache auf eine "technische Logik", die es geben soll - aber gar nicht gibt! In jedem Fall aber vermeidet man nun jeden Widerspruch, weil jede Kritik sich schon nur durch die nunmehr manifeste Positions- weil Ortslosigkeit (also Indefiniertheit) beziehen kann, also von Vornherein danebenschießt. Denn ihr Ziel, die Person, die Figur, löst sich wie ein Spuk sofort auf, sobald man danach greift. 

Das entspricht auch der Beobachtung seiner Physiognomie entsprechend. Wenn oben (etwas, aber nur etwas polemisch) von Gesichtslähmung gesprochen wurde, so steckt dahinter der wahre Kern der Persönlichkeitsdiffusion. Diese wird durch Invertiertheit betrieben. Die das Denkprinzip ist. Sagen wir es salopp: Durch "In-sich-Hineingehen", im Wesentlichen also durch die Denkgestalt der Reflexivität (wir verweisen zur tiefergehenden Erklärung auf Texte hier, aber vor allem auf die Arbeiten von Walter Hoeres zu Reflexivität und Persönlichkeitsdiffusion) wird jene Ich-Grundlage aufgelöst, die selbst betrachtet wird, wobei Betrachtetes und Betrachtendes nicht unterscheidbar weil identisch ist. Resultat? Das Nichts. 

Diese Selbstnichtung ist sogar Prinzip der allermeisten Strömungen der Psychologie heute. Die ihre Therapie praktisch ausnahmslos als Auflösung der Persönlichkeit versteht, in der - natürlich! - Probleme "gelöst" werden. Durch von der Anwendung dieses Prinzips als "Heilungsprinzip" wird auch der Therapeut selbst affiziert. Sodaß der seelische Zustand von Therapeuten in sehr vielen Fällen höchst problematisch ist. Das ist auch bei Bonelli zu beobachten, mehr als er wohl glauben würde. 

Das begründet aber auch das, was fälschlicherweise von vielen als "Talent" oder "Fähigkeit" gesehen wird: Wo sich alles aufgelöst hat, wird die Sprache, getrieben von der sogenannten Intelligenz, auch höchst "flexibel". Der Mensch kann also "gut und spontan reden". Weil die Phantasie, das die Weltbruchstücke zu einem Ganzen (Bild) Vorschlagende, das dann das Ich zu einem Bild formen muß (also in Verantwortung, das heißt im Rahmen seiner Beziehung ZU jemandem etc.), keiner Bindung unterliegt. Weil die Phantasie nicht jene Grammatik trägt, die bei einer gesunden Person und Persönlichkeit (als Gestalt, in der sämtliche Beziehungsfäden integriert und beantwortet sind) aktiv und prägend vorhanden ist, die Bilder und die Sprache formt. Solche Personen werden zu "Plapperschnuten", sagen wir so, und "schlagen permanent Lösungen vor", ja scheinen unerschöpfbarer Quell von Möglichkeiten, denen nur eines fehlt: Verbindlichkeit. Wer sollte solche aufgelösten, nie Kraft zur Beziehung, nie Verbindlichkeit fordernden Personen "nicht mögen"? Die noch dazu von Schuld befreien? (Denn das ist der wirkliche Hintergrund für "Patienten".) Das ist doch die 70 Euro (und mehr) für die Sitzung locker wert?

Wessentwegen (also wegen der Auflösung der eigenen Persönlichkeit (die nur noch zu "einer Möglichkeit unter vielen" wird, deren man sich gelegentlich  bedient) die Branche übrigens "Supervision" eingerichtet hat. Denn der Therapeut verliert in seiner "Arbeit" regelmäßig jeden "objektiven Einordnungs-Rahmen", in dem erst er so wie jeder Mensch wenigstens irgendwie fest in der Welt steht. 

Meist über seine Branchenidentität: Kein Psychologe, der nicht bei jeder Gelegenheit erzählt, daß er ein solcher ist; die Bedeutung dieser Identitätsformel, die heute das am meisten Ersehnte, gerade von Psychologen am meisten ersehnte liefert: Autorität!, ist gar nicht zu überschätzen.

Sehen Sie aber auch, werter Leser, wie die Psychologie die Beichte ersetzt und bereits ersetzt hat? Natürlich ohne ihre reale Wirkung, weshalb Psychotherapien eine Eigenschaft haben: Sie werden zur sich selbst perennierenden Einrichtung für jeden, der sich darauf einmal eingelassen hat. 

Mit dem entscheidenden, weiteren Unterschied zur Beichte: Und das ist der wirkliche, also wirkende und wirken sollende Hintergrund, daß das Gegenüber "Sein selbst, Gott, die objektivste und - das ist wichtig! - absolute Ordnung, durch ein anderes Gegenüber ersetzt wird, den Therapeuten, und dessen Wahrheitsgrad (sozusagen), der Absolutheit beanspruchen muß. Weil sonst an Therapie nicht einmal gedacht werden kann. 

Wenn man in einem Streit zwischen zwei Personen, illustrieren wir es mal so, die jeweilige Person (oder auch nur eine; dann setzt sich halt die andere durch) aufgelöst wird, indem ihre Basis relativiert, in Sophistereien so lange zerredet wird, bis nichts mehr bleibt, weil der ordnende Rahmen der Ratio verloren geht, den in der Regel dann der Psychiater "ersetzt", das heißt, die heutige Psychologie zieht den "Patienten" ein neues, künstliches Verstandeskorsett ein, in dem dann die spezifischen Probleme des zu Behandelnden "lösbar" sind, zumindest eine begrenzte Zeit. Denn dauerhaft vermag die heutige Psychologie nichts zu bewirken, das wissen auch die Psychologen selbst, die sich mit Untersuchungen auseinanderzusetzen haben, die belegen, daß sich "Heilerfolge" der heutigen Psychotherapie im extrem niedrigen Bereich bewegen.

Denn Bonelli ist ein Trojanisches Pferd. Eines von so vielen natürlich nur. Aber eben eines von vielen. Das Etikett "katholisch" spricht der Psychiater zwar nicht (oder nur indirekt) aus, aber er kokettiert damit. Es ist nämlich sehr nützlich!

Aber wir stoßen hier an ein großes Problem der Gegenwart, das auf eine Verwirrung zurückzuführen ist, die zu allergrößten Teilen sogar genau dem Handwerk Bonellis zuzuschreiben ist: Der Psychologie des 20. Jahrhunderts, die maßgeblich auf (atheistische, materialistische, evolutionistische) Figuren wie Sigmund Freud aufbaut. 

Die Wahrheit ist deshalb, daß, wenn Bonelli "katholisch" wäre, die Kritik des Standard weitestgehend zuträfe. Und man (endlich!) ohne jede Scheu zugeben müßte, daß zumindest das meiste an den Anwürfen stimmte. Aber dazu bräuchte man jene Eier, die Bonelli zwar in seinen Vorträgen und Schriften einfordert, aber persönlich nicht hat. Dazu braucht es aber keine große Lektüre seiner Äußerungen, die sich wie die gesamte heutige Mainstream-Psychologie und Mainstream-Psychotherapie im Westen auf der Ebene von Küchenpsychologie bewegt. 

In die bemühte Leute wie Bonelli, die da ein eigenes Publikumsfach ausschöpfen, dem Schlagworte und Triggerbegriffe genügen, um einen "Wissenschaftler" samt und sonders zum einen heilig zu sprechen, zum anderen Tür und Tor zur eigenen "Information und Bildung" öffnen. Dabei wird jedes Denken abgeschaltet, denn man sucht ohnehin nur Schlagworte, an die man sich anhängen kann, sucht ohnehin nur Images (Bilder) und Identitätsziegel, die man dann zu einer Art "Identität" zusammenschustert. Aus der dann "Katholisches" generiert wird, das mit Katholizität ungefähr so viel zu tun hat wie Schusterblumen in der Krieau mit dem World Trade Center vor 9/11 - nämlich gar nix. 


Morgen Teil 2) Zumindest tendenziell hätte der Standard Recht.
Wäre Bonelli tatsächlich das, was man ihm hier vorwirft.
Aber damit kokettiert Bonelli ja nur, das ist das Problem.

 
 
*290520*

Montag, 15. Juni 2020

Als wir noch die Hände schüttelten (5)

Apropos Verschwörungstheoretiker: Küchenpsychologe Raphael Bonelli fand mit der Corona-Krise (wie schon so oft gesagt: Linksliberale finden immer dann ein Korn der berechtigten Kritik, wenn Mißstände ihnen auf die Zehnen steigen; nur dann, und nur so weit) auch sein Korn. Und stellte dieses Video ins Netz. Untertitelt mit der Frage, ob man nicht dann überhaupt erst vernünftig ist, wenn man die Maßnahmen der Politik für so unvernünftig hält, daß sich die Frage stellt, um was in alles in der Welt sie bewogen hat, einen gigantischen psychischen, gesundheitlichen, wirtschaftlichen, sozialen ... Schaden anzurichten weil einen Total-Shutdown zu verfügen, der sich mit nichts begründen läßt. Außer daß er "noch mehr Schaden (welchen?!) abgewendet hat."
Wissen kann man nur das Unsichtbare. Sichtbares schafft keine Sicherheit des Wissens, sondern belegt es höchstens.
Kritiker der zweiten Stunde, sozusagen, die zwar nicht da waren, als es darum ging, Entscheidungen zu treffen - da war alles bekanntlich "noch nicht so absehbar", und am Anfang hat ja die Regierung deshalb auch alles richtig gemacht, ABER dann ... - sondern die nachträglich (aber natürlich "bald") "erkannten", daß da etwas schief läuft. Die davon schwafeln, daß es so etwas wie "Evidenz aus empirischen Materialien" gebe, daß also der alte Erkenntnisgrundsatz, daß es nur geistige Sicherheit in einer Entscheidung gebe, niemals eine solche aus "Empirie", mit einem eleganten Lächeln aus dem Bett schmeißen. 
Die sich auf die angebliche Wahrheit schaffende Wirkung von Evidenz berufen, wollen nur die für Wahrheit unerläßliche Verantwortung abwälzen, und "auf der sicheren Seite" landen, weil die Belege wichtiger sind als die geistige Gewißheit. 
Es sind dieselben, die Jesus am Kreuz aufgefordert haben, herabzusteigen, wenn er der Messias ist. Es sind die Hosianna-Rufer vom Palmsonntag, die einen König wollen, der Brot vermehrt und Armeen aus dem Boden stampft.
Aus welchem Holz Kritiker wie Bonelli (der in dem Video leider auch seinen widersprüchlichen Unsinn über die angebliche Wirkung von Masken verwurstet) geschnitzt sind, der ziemlich clever sein Tun und Wirken in den Rahmen eines flugs gegründeten "Religionspädagogischen Instituts - RPP Institut" gestellt hat, beweist der (weil er auch das Wort Gott als Möglichkeit neben Freud und Jung stellt gerade in Kirchenkreisen!*) hochgefragte Linke mit dem süßen oberösterreichischen Schwafelschnutchen schon dadurch, daß er so herbes Hinterfragen wie in diesem Filmchen seiner Verantwortung entschraubt und in die Hände der Zuseher legt. Dann kann auf keinen Fall etwas passieren, weil die Entscheidung "die anderen getroffen haben".




*Wir haben in Lektion 28 gelernt: Kirchenbeamte, ob mit oder ohne sakramentale Weihe, sind für jeden ergebenst dankbar, der sie nicht ignoriert, sondern gerne das Angebot annimmt, die institutionellen Möglichkeiten der Kirche für seine ehrgeizigen Zwecke zu mißbrauchen. Oder, wie es ein bauernschlauer Simpel 1993 dem VdZ gegenüber ausdrückte: 
"In der Kirche kannst schnell was werden, die ist ein ideales Sprungbrett. Das geistige Niveau ist niedrig, weil sie ein Sammelbecken für Leute ist, die im Leben Nieten sind, hier aber endlich auch etwas werden können. Denn es gibt so unendlich viele Titel und wichtige Positionen zu vergeben. Was sie, einmal drin, voll Dankbarkeit auch dann gerne selber tun, weil sie für jeden dankbar sind, der aus der Welt kommt und ihnen das Goderl kratzt. Nur eines mögen diese Leute halt gar nicht: Jemanden, der wirklich gescheiter ist wie sie. Sei also vorsichtig!" 
(Goderl = Die Kehle; Das Goderl kratzen = auf eine Weise schmeicheln, die (hier) Kirchenvertretern ihre Wichtigkeit und Geliebtheit im realen Leben bestätigt, sodaß sie in den Augen der Welt "auch etwas gelten".)

Dienstag, 24. März 2020

Warum unsere Lage pervers ist

Es reicht nicht, Wahrheit zu erkennen und es reicht nicht einmal, sie niederzuschreiben. Selbst wenn das Erkannte umfassender ist, als Autoritäten, die das Narrativ einer Gesellschaft bestimmen. Dem VdZ ist bewußt, daß es ihm an solcher Autorität weithin fehlt. Wenn er hier also Raffael Bonelli ins Blog stellt, dann nicht, weil er diesem "anhängt" oder alles für gut befindet, was dieser sagt. Sondern weil er einiges von dem vorträgt, was in diesem Blog viel umfassender bereits zu lesen war und ist. 

Viel von der im Netz tatsächlich zu beobachtenden Wut ist übrigens genau darin verwurzelt. Es ist die verzweifelte Wut der auch durch das Internet verbreiteten Illusion, daß Autorität, also offizielle, gesellschaftliche Hierarchie, ohne Bedeutung wäre. Daß es nur auf die "Qualität", auf die "Begabung", das "Talent" etc. etc. ankäme. NEIN, eben nicht! Und im Netz läßt sich genau diese Erfahrung machen: Daß auch dort nur sehr reale Hierarchien von Bedeutung sind. Auch und gerade vor dem Hintergrund, daß sich "Samen zu säen" aus der Stellung in dieser gesellschaftlichen, (selbst heute!) nicht hinterfragbaren Ordnung (Hierarchie = Heilige Ordnung) ergibt. Somit hängt auch das Fruchtbringen davon ab. Und das ist nicht in quantitativen Maßstäben zu messen, wie es das Internet vorgaukelt (mit Zahlen von likes, "clicks" usw.).

Es geht um die Stellung in der Hierarchie, in der jeder - jeder! - steht. Und jeder - jeder! - steht an seinem Platz, der ihm vorausgeht, der ihn sein Leben lang bestimmt. Die linken Theorien, die heute Allgemeingut zu sein vorschützen (dabei nicht einmal der geringsten Realitätsprobe standhalten), stimmen nicht einmal im Ansatz. Wir irren uns deshalb ganz fatal. Werden zwar von dieser ontologischen Wahrheit nach wie vor bestimmt, aber kennen diese Wahrheit nicht mehr. Und deshalb treffen wir am laufenden Band falsche, fatal falsche Entscheidungen. Wie in der Corona-Krise, die riskiert, daß wir in katastrophale wirtschaftliche Zustände zurückfallen, weil wir einer zur Panik hochgeschaukelten Scheingefährlichkeit zum Opfer gefallen sind. Und begrüßen, was uns zerstört. Das nennt man im übrigen ... Perversion. 

Vieles, was nun an der lächerlich überzogenen Angst vor einem "Virus" zum Ausdruck kommt, ist etwas ganz anderes. Es ist die Angst des im Weltraum Schwebenden, der keine Ahnung hat, wo überhaupt noch etwas ist, das ihm Halt geben könnte. Denn wir finden keine Balken der Wahrheit mehr. Und das alles ist die Logik einer jahrhundertelangen, in den letzten Jahrzehnten, in den letzten Jahren exponentiell emporgeschossenen Fehlentwicklung aufgrund von Irrtümern. Es ist also eine Ersatz-Angst, die wir erleben. Mit einem "Virus" hat das nichts, absolut gar nichts zu tun.



Wir leiden nicht an einer "Corona-Krankheit", wie leiden an der Unfähigkeit, Realitäten noch zu erkennen, und deshalb angemessen zu reagieren! Hören Sie eine Stellungnahme der anerkannten Virologin Karin Mölling vom Max-Planck-Institut. 
Das zeigt sich in der lächerlichen Klimapanik, das zeigt sich in der Coronapanik: Die aufgrund einer angeblichen "Kompetenz" in die Führungsebenen geschobenen Personen sind nicht mehr in der Lage, die Wirklichkeit zu erkennen. Und führen uns in den Abgrund, aus dem zu erlösen wiederum uns aufgelastet wird. (Das gilt im übrigen auch für "führende Stimmen der Wissenschaft".)
Weil wir uns aufgrund dieser Zufallsentscheidung "Wahlen" in einer perversen Situation wiederfinden, uns selbst überlassen zu sein, und das dann "Führung" zu nennen. Führung kann sich nur aus göttlichem Anspruch herleiten! Niemals kann der Schüler selbst bestimmen, ob das zu Lernende gut oder richtig ist.

Den durch solche "Wahlen" (denen sogar die Grundvoraussetzung von Wahl fehlt: Die Freiheit, die nur aus Sittlichkeit kommen kann) befeuerten Mechanismen entstammen mittlerweile sämtliche "Führungspersönlichkeiten", die das Schicksal Europas bestimmen. Denn losgelöst von absoluten Hierarchien, losgelöst von absoluter Legitimität (so daß heute alles ein permanenter, nie abreißender Lauf um Legitimität ist!), wird plötzlich die charakterliche Disposition entscheidend.

Und was haben wir da? Frauen, Halbwüchsige. Fast immer schon Menschen in schweren Sündenkonstellationen, Menschen in objektiv nicht geordneten Lebenssituationen ... deren Handeln davon bestimmt ist, ihre Unordnung zu rechtfertigen oder schönzufärben, also zur Ordnung zu erklären. Allesamt aber unfähig, und zwar per ontologischer Konstitution unfähige Menschen, Wirklichkeit überhaupt zu erkennen. Denn dazu bräuchte es die Ablösung von persönlicher Situation und das Hinausschreiten ins Offene der Wirklichkeit weil Wahrheit.

Stattdessen sind sie alle getrieben von nur einer Fähigkeit: Diesen pervers falschen Mechanismus, in einer fatal und allgemein unsittlichen Situation "nach oben" zu kommen, die sich von der Situation, in der dann ein Nach-oben-Gekommener vor sich hat, völlig unterscheidet, zu bedienen.
Denn dieses "Dort-oben-sein" ist eine Frage der Selbstüberschreitung und dazu braucht es (oder: bräuchte es) Heiligkeit, bräuchte es Bindungsfähigkeit ans Objektive der Wirklichkeit, also der Wahrheit in der Welt. Also Dispositionen, die in keiner solcher "Wahl" überhaupt wesentlich sind, ja die sogar im Wege stehen.
Ein Volk aber kann und darf nur von absoluten Strukturen regiert werden, niemals von Personen, die willens und in der Lage sind (und sich damit noch dazu brüsten!), diese Strukturen auszuhebeln und zu verändern. Das aber ist heute der Fall, und es ist die Situation einer permanenten Revolution. Die immer nur ein Ergebnis kennt: Totalschaden weil Totalchaos. Die Leichtigkeit, mit der sämtliche Regierungen Europas, ja der Welt, derzeit einen Total-Shut-Down angesichts einer unfaßbar lächerlichen, der Wirklichkeit niemals entsprechenden Coronakrise ausgelöst haben, ist das einzig Erschütternde derzeit.
Nicht die objektive Welt bringt uns also einem Chaos gefährlich nahe oder wird es unausbleiblich machen. Sondern dazu ermächtige "gewählte" Personen, die in Positionen sind, in denen es auf die subjektive Disposition ankommt. Sie sind damit aber auch die Schuldigen. Nicht, wie wir auch noch beschuldigt werden, wie versucht wird uns einzureden: Wir selbst. Diese Schuldigen als diese Verantwortungsträger sind überhaupt nicht in der Lage, die Folgen ihres Handelns zu tragen! Stattdessen werden sie wieder im Allgemeinbauch der Allgemeinheit verschwinden, und selbst noch von den Gutmachungen zehren. Anstatt diese zu erbringen!
Wir wurden und werden in eine Schadenssituation getrieben, in deren Trümmerrauch viele, enorm viel versuchen, unsichtbar in ihrer Schuld zu werden, und im allgemeinen Trümmerrauch zu entschlüpfen.



***
Zwar läßt sich der VdZ hier nicht auf eine Detaildiskussion ein, aber das in diesem Video Vorgestellte ist in seiner Grundstruktur sehr stringent und trifft sich mit so mancher hier vorzufindenden Argumentation. Die aus einer völlig anderen Richtung kommend zu denselben Ergebnissen gelangt. Es sei außerdem auf Parallelen zur Behauptung eines HI-Virus hingewiesen, der Fall liegt nicht unähnlich. Und er liegt in seinen Grundzügen nicht unähnlich zur Massenhysterie die angeblich dräuede (auch hier: Kampf gegen eine nicht evidente, sondern mögliche Bedrohung!) Klimakatastrophe betreffend.



***

Nachtrag: Windschattenreiter, wo man hinschaut ... Diese Nachricht ist atemberaubend. Der gesamte Medienraum Europas - Mainstream wie "alternativ" - wird "im Dienste der Krisenbekämpfung" instrumentalisiert und zentral gesteuert. 



*220320*

Sonntag, 11. August 2019

Die subversive Psychologie

An diesen Ausführungen von Raffael Bonelli, einem bekannten und als Referenten vielgefragten Wiener Psychiater, läßt sich etwas erkennen. NICHT, wie sein Thema verkündet, "am Narzißmus", sondern am Wesen der Psychologie heutigen Zuschnitts, wie sie in der Post-Freudianischen Tradition steht und sich nolens volens desselben Menschenbildes bedient. Das aber keinen Anhaltspunkt des Absoluten, des Guten bietet. Diese Kriterien sind nahezu zufällig, entsprechend ist auch die Bedeutung im Rahmen einer Pathologisierung hochgespielt und zufällig.

Wir verweisen an diesem Punkt auf einen aktuelleren Vortrag desselben Mannes (über den Flirt). In dem er im letzten Drittel auf einen springenden Punkt kommt, den man nämlich als den eigentlichen Geburtshelfer der Psychoanalyse bezeichnen muß: Die Machtwünsche des Psychologen selbst. Die darin kulminieren, daß zehn Prozent aller Psychologen das eine oder andere Problem mit (sexuellem) Mißbrauch hatten oder haben, den sie ihren "Patienten" angedeihen lassen.  

Wo liegt das Problem aber der Psychologie dieses Zuschnitts, sohin der Psychoanalyse? Es liegt in einer De-Konstruierung des Menschen, der auf Mechanismen reduziert wird, so wie man die Zwischenmenschlichkeit auf Mechanismen reduziert. Im Aufdecken dieser Mechanismen soll nun die Heilung liegen. Was noch gut klänge, wäre das in der Konstellation "Arzt - Patient" folgenlos zu bewerkstelligen. Denn selbstverständlich richtet sich diese Aufklärung nach dem tiefsten Weltbild des "Arztes", das ohne Autoritätsverhältnis niemals auskommt. Der Patient übernimmt immer, auch im medizinischen Sinn, die "gesunde Gestalt" vom Arzt.

Damit wird aber die Gestalt eines Menschen aufgelöst. Nur an ihr aber ließe sich überhaupt so etwas wie Heilung erzielen: In der Selbsttranszendierung darauf hin. Und damit sind wir beim einzigen objektiven Kriterium, dessen sich die Psychologie als Seelenkenntnis bedienen dürfte und darf: Dem Ort, der Aufgabe, der Stellung eines Menschen. Deren Integrität gilt es zu wahren, zu behüten, herzustellen, und im Alltag durchzusetzen. Denn das Leben ist ein Theater der Gestalten, NICHT eines der inneren Antriebe. Diese mögen die Fähigkeit, eine Gestalt zu repräsentieren, zu "spielen", beschädigen, gewiß, und das tun sie auch, gewiß. Aber Anhaltepunkt in der Stellung der Menschen zueinander muß immer diese objektiv vorhandene, strukturelle Verortung stehen.

Entsprechend reduziert sich jedes "psychologische Problem" auf eine Schuldfrage. Nur danach kann geurteilt werden, und nur danach wird Gott urteilen: Ob jemand seine Aufgaben treu und sachzentriert erfüllt hat. Und zwar TROTZ aller seelischen Landschaften, die er in sich trägt, und die bei jedem, wirklich jedem defiziös sind. Somit bleibt der Anschluß jeder seelischen Problematik ausschließlich in der Wahrheit definierbar und bestimmt.

Jedes, wirklich jedes der von Bonelli hier als Kriterium für "Narzißmus als Persönlichkeitsstörung" (bzw. psychische Erkrankung) läßt sich deshalb auf eine Schuldfrage reduzieren, ja ist nur eine solche. Mehr noch, jedes dieser Kriterien hat in anderer Form als durchaus berechtigte innerseelische Reaktion eine völlig andersartige Begründung und Entstehungsgeschichte, ja kann sogar unter Umständen wirklichen Wert bedeuten.

Das hat gerade in einer Gesellschaft seine enorme Bedeutung, die - wie heute - keine Strukturen mehr bietet, also nicht mehr von Gestalten ausgeht, um die es geht, sondern alles auf "persönliche Fähigkeiten" und Dispositionen zurückführt. Das führt zu einer kollektiven Verunsicherung, in der niemand mehr Ruhe und Sicherheit gewinnen kann, niemand mehr mit deren normaler Form aufwächst, sondern jeder und ständig um eine Position kämpfen muß. Und als Trophäe jeden Tag am Abend bestenfalls eine täglich wieder und wieder zu gewinnende Gestalt in Händen hält. Aber anstatt davon ausgehend weiterzuschreiten, muß er am nächsten Tag erneut dieselbe Sisyphos-Arbeit beginnen. 

Das führt zu einem Kollektivklima nicht nur des Neides, sondern einer autistischen Ignoranz des jeweils anderen ALS GESTALT. Bemerkt, rezipiert wird nur noch nach dem Leid-Lust-Schema. Deshalb hat die Psychologie diese Bedeutung erhalten, die sie heute hat, weil sie das perfekte Instrument ist, Gestalt aufzulösen, so wie sie entstanden ist oder wo sie dabei ist zu entstehen. 

Persönlichkeit kann zum einen nie ohne den Begriff der Heiligkeit gesehen werden. Das trägt sogar die freudianische Psychoanalyse als verborgenen Anspruch in sich. Zum zweiten aber geht sie - wie die Heiligkeit - von einer Bereitschaft zur sachlichen Erfüllung einer Aufgabe einher, die der ORT, also die Gestalt in sich trägt. Seelische Strukturen, egal wie man sie bewertet, müssen also immer "von oben her" gesehen werden, vom Ort, vom Stand, von der Aufgabe her, niemals "von unten her", also von einer egal wie gearteten "seelischen Gesundheit". Die es in dieser Form gar nicht gibt, sondern die eben immer nur in einem Dialog mit der realen Lebensaufgabe, dem Ort gesehen werden kann. 

Deshalb kann sich auch ein psychologisches ("therapeutisches") Gespräch nur an dieser sachlichen Anforderung ausrichten. Dieses geht aber heute von einer Auflösung der seelischen Strukturen aus, die ihren Optimalzustand in einem distanzierten, sogar spielhaften Verhältnis zu diesen Aufgaben zu finden vorgibt, in dem die Gestalt keine Rolle mehr spielt, sondern sich alles in einem lockeren Plauderton erledigt. Ein Plauderton, wie er im letzten aber nur im Verhältnis zu einem möglich und zulässig ist: Zu Gott selbst. Was Freud aber gemacht hat, und worin ihm die Psychologie seither mit wehenden Fahnen gefolgt ist, ist die Besetzung dieser Stelle durch - den Psychiater, Psychoanalytiker, Psychotherapeuten. 

Es gibt deshalb keine Psychologie, die quasi Hilfwissenschaft zur Beichte ist, auf die sogar auch verzichtet werden kann, geht es um "Gesundheit". Gesundheit, als Rückgriff auf Heiligkeit, ist kein Parallelzustand, der ohne Lösung der Schuldfrage möglich ist. (Weshalb auch so viele Heilungen durch Jesus selbst mit den Worten beginnen: "Deine Sünden sind Dir vergeben.") Darin irrt die Psychologie grundsätzlich, darin irrt Bonelli, und darin irrt unsere Zeit. Zugleich liegt darin der Grund für die Popularität dieser Scheinwissenschaft, die schon in ihrer Methodik verrät, daß sie von Seele gar keine Ahnung hat - weil sich letztlich als Naturwissenschaft auffaßt. Man kann Geist nicht mit biologischen Methoden "erforschen". Dazu braucht es vor allem anderen einmal die Dimension der Wahrheit, die auch mehr ist als "Richtigkeiten".

Sonst bleibt nur ihre Entschuldungs-Simulation. Die sich in der Psychologie ein Instrument der Auflösung von Rezeption und Urteil geschaffen hat, wie es sich in der Vita Sigmund Freuds problemlos nachweisen läßt. Die ohne Konfrontation mit der Schuldfrage (aus unsittlichen Haltungen Freuds selbst) zur Auflösung des Gewissens durch Auflösung der Bezugspunkte von Schuld - die sachlich-objektiv im Ort liegen, an dem man steht, also in der Gestalt und deren Erfüllungskriterien - gelangen will.

Und darin liegt auch ihr "Geschäftspotential", ihre Popularität in der Gegenwart. Ob die Psychologie heutigen Zuschnitts deshalb überhaupt sonst einen anderen Wert hat, denn den als Geschäftsmodell, als Instrument einer bestimmten sozialen Schichte, mit dem sie Macht über andere gewinnen können, darf mit Recht stark bezweifelt werden. Denn Schuld ist nicht "ein" psychologisches Problem - schon gar: neben anderen - sondern es ist die Grundproblematik, auf der Gesundheit als Projektion aus Heiligkeitsvorstellungen heraus aufruht. Der Mensch sucht nämlich gar nicht "Gesundheit", sondern "Heiligkeit", auch wenn er das nicht "weiß" oder "wissen will".

Die Psychologie aber muß als das bezeichnet werden, was sie ist: Subversion. Mit einem Erkenntnisgewinn, der sich in der Kategorie befindet, die sich zwischen Lächerlichkeit und banalen "na ned nana"-Gewißheiten bewegt.

Das, wonach sich aber ein Mensch wirklich ausrichtet, was also jede subjektive, im letzten aber Geheimnis bleibende Grammatik mitbestimmt, erschließt sich nur als dieser Sphäre zugehöriges Symbol, damit erst aus der Anthropologie, der Metaphysik, also der Sinndimension des Menschseins überhaupt. Darum herum bewegen sich alle menschlich-psychischen Probleme, wenn man es so bezeichnen will, und daran richten sie sich auch aus.  Aber diese Dimension der Wahrheit kennt die Psychologie gar nicht, ja darf sie gar nicht kennen, so oft sie diesen Begriff auch verwendet: Er ist dort undefiniert, undefinierbar und schwammig, versinkt bestenfalls irgendwo in "Ehrlichkeit". 

Ohne zu sehen, daß es keinem Menschen möglich ist, weder sich selbst gegenüber wie anderen gegenüber, "die Wahrheit" über jemanden zu kennen. Das ist Gott vorbehalten, der Mensch ist zu sehr Geheimnis. Auch ... der Narziß. Der ja genau das nicht glauben will.*

Ohne diese damit auch theologische Dimension der Wahrheit, die personal ist, die also ein aktives, wechselseitiges wie (nicht zuletzt über die Gnade, ohne die kein Seiendes bestehen kann) wechselwirkendes Gespräch jedes Menschen, jeder Seele ist, kann es eine Seelenkenntnis also gar nicht geben, die über das typisch liberalistische, objektiv weitgehend bedeutungslose "Lust-Leid-Schema" evolutionistischer Weltverkennung hinausgeht und damit irgendetwas wenigstens wert sein will. Erst dort liegt dann der Schlüssel zu dem, was ansonsten nur vorgetäuscht wird: Freiheit. Denn Freiheit ist eine Frage des Heiligen, nicht des "Gesunden".







*Nur eine Ausnahme sei mit Vorbehalten angeführt: Die Logotherapie. Die streng genommen aber weder Psychologie noch Therapie ist, sondern lediglich zum Schritt zur Offenheit der Wahrheit gegenüber helfen kann, der aber letztlich inhaltlich undefiniert bleibt. Im letzten bleibt jeder Mensch ein Geheimnis, das nur Gott als das Absolute Wissen kennt.