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Mittwoch, 23. August 2023

Und zu nächztlicher Stund wardf ich erhoben und sahe alls in einem groißen Kreiße gehen. All die Schöpfung, all die Erd, die Himmel, die Stern, den Kosmos weit hinaus ins letzte Winkelei des Alls. Und in aller Mitte war nue eins, war der hellste Sterin aller, der je unendlicher kleine5r er wurde desto heller erstrahlte, udn alls ward ihm nach gemachd, und dreht sich um sich, wie ums nächste und das ums nächste und übernächte, und alls ums EINE, sich dreht udn wired gedreht. Und wird gedreht, wei olsichs dreht.
All Menschen schritten im Kreiß, jede Wahlfahrt war so eingestellt ins Gantz, und jede Bewegung, und jedes Gehn und Stehn und Kreisen. 
Ein großes Rad lag da vor  mir, als ich derwacht und da war mein Herz full des Lophs. Haleluja, der Kreis alles Kreise, den der Ezechiel geshen, und der sich wie ich in der Nacht gefreut und gejubelt hat,  denn in der Mitte war der Stein, auf dem alles laget. Und war der Op0ferstein, er selbst.

(A. d Caraffa; Visiones) 

Ezechiel saw the wheel
... in the middle of the air.


Sonntag, 24. April 2022

Der Lohn des Priesters auf unserem Tisch (2)

Diese Wahrheit ist in allen Völkern und zu allen Zeiten wenigstens in einem bestimmten anfanghaften Beginnen auch noch mehr oder weniger erinnert worden. Vor zehntausend Jahren ganz gewiß noch mehr als nach dem Wiederbeginn nach der Sintflut, seither aber wieder deutlich abgeschwächt und immer schwcher werdend. In gewisser Hinsicht können wir also sagen, daß wir es heute deutlich schwerer haben, als unsere Vorfahren vor 4.000 Jahren. Die sich noch besser erinnern konnten, so könnte man es ausdrücken. 

Während wir uns immer schwerer tun. Umso schwerer, als wir einen Stoß gegen die Erinnerung erlebt haben, indem vor zwei-, dreihundert Jahren in einem massiven und sehr praktischen, realen Vorgang die Tradition abzureißen versucht wurde.

Ein Vorhaben, das in den letzen zwei Generationen eine Dynamik angenommen hat, die schon Menschen wie mich, den Geburtenjahrgängen der ersten 1960er-Jahrgänge zugehörig, eine Zeit, deren Menschen noch in "zwei Welten" standen - in der alten wie in der revolutionären, also das Vorhandene niederreißenden neuen - die also noch uns heute 60jährigen und Älteren immer deutlicher bewußt wird, je mehr wir uns der eigenen Schwelle zum Tode nähern.

Samstag, 23. April 2022

Der Lohn des Priesters auf unserem Tisch (1)

Das Opfer, das die Priester Gott darbringen, nahm sienen ausgangspunkt am Paschah-Fest, das in Jesus Christus alle vormals noch "rein menschlichen" Handlungen zum innertrinitarischen Geschehen erfüllten, im Selbstopfer der zweiten göttlichen Person, dem Gottessohn Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott. In ihm findet sich nicht nur Menschheit und Gottheit unlösbar verbunden, sondern der Akt des Opfers vor Gott - zur Sühne und damit Süändentildung, zur Besänftigung hinsichtlich der Gerechtigkeit, die auch Strafe bedeutet, zum Lob, zum Dank, zur Bitte - nimmt die Schöpfung selbst (über den Menschen, der zusammenfassender, krönender Teil dieser Schöpfung ist, in dem sich nämlich alles irdisch Geschöpfliche wiederfindet - ist in das innertrinitarische Geschehen hineingeholt worden.

Im Osterfest wird dieser die Menschheit erst erlösende Akt, der in einem Durchbrechen des Zeitlichen, in einem definitiven Einbruch des Ewigen geschehen ist (also geschichtlich wurde), neu in die Gegenwart geholt. Solcherart, wird das Opfer vor Gott zu Ostern je neu geschichtlich GESTIFTET. Und kann sich nunmehr zum Geschichtlichen selbst ausrollen, wie es im Jahreskreis, in den die gesamte Natur, von den äußersten Sternen bis zum kleinsten Korn sich gliedert, dann geschieht. In dem die Welt zu Ostern beginnt (die Zeit des ersten Frühjahrshalbmondes ist für die Menschen seit je der Beginn des Jahres gewesen), aus dem (irdischen) (Tode heraus ins (irdische) Leben eintritt, sich zur Fruchtbarkeit steigert, die in der Ernste den gesamten Jahreskreis nährt, um dann in der Vorbereitung auf die lange Nacht des Winters den Zyklus zum Christkönigsfest, das ist der letzte Sonntag vor dem 1. Adrentssonntag, zu vollenden.

Freitag, 24. Dezember 2021

Erwartung (2)

Ort des Gebens und Nehmens als Ort des Menschen überhaupt.

Der Anfang - Das Ereignen der Geburt des Gottessohnes ist in seinem Wesen die Herabkunft eines Geschenks. Und deshalb schenkt man - wie beim Potlatch. Denn es ist das auf die Hoffnung (die in der Erfahrung zur Erwartung wird) antwortende Geben, das eine ontologisch bilaterale Verbindung - einen Ort, von dem wir hier schon so oft gesprochen haben - real zur Welt bringt und Welt sein läßt. In der Erwartung, daß die Gabe nicht einseitig ist, sondern Element eines Ortes, der ein Spiel des Seins in Gegenseitigkeit ist. 

                                           Der Pfarrhund - Photo by M                         
Die Bitte
 - Selbst das Hündchen weiß darum, und "benimmt" sich entsprechend: Die Haltung der Erwartung ist also ebenfalls ein Ritus, um dessen existentielle Bedeutung jedes Geschöpf weiß. Wenn es also aber ein Hund vermag, unser Herz zu rühren, indem er die Haltung der Bitte einnimmt, ja (als kleines Wesen trifft das ja zu) die Bitte selber IST, wieviel mehr kann man das auch von Gott erwarten? So wenig, wie wir dann geben müssen, so wenig muß auch Gott geben. Aber wir tun es aus Liebe, und sind selbst darin Gott ähnlich.

Donnerstag, 25. Februar 2021

Die sicherste Prognose vermag der Menschenverstand

Wir werden dafür nicht nach Kanada gehen müssen, um zu erfahren, wie die Temperaturen des jeweils nächsten Winters aussehen werden. Denn dort gibt es noch ein paar Menschen, die aus den Beobachtungen ganz einfacher Prozesse in der umgebenden Natur Rückschlüsse ziehen, wie der nächste Winter wird. Warum ist der so wichtig? Weil sich aus den Bedingungen des Winters alle nächstfolgenden Lebens-, Blüh- und Fruchtprozesse ableiten lassen. Die lebendige, die sonnenerweckte Natur richtet sich - eiderdautz! - so vollkommen nach den Beschränkungen, die Winter als Todesschatten wie Quellbedingung alles Lebenden bedeutet, daß sich der Rest des Jahres aus der Kraft, mit der sich das Leben gegen den Wintertod stemmt, ableiten läßt.

Aber wer im Herbst die Schale der Zwiebel ansieht - ist sie dick? ist sie dünn? - kann ableiten, wie der nächste Winter wird. Wer beobachtet, wieviele Nüsse der Nußbaum vor dem Haus wie früh abwirft, wie viele davon die Eichhörnchen vergraben, der kann sagen, wie der nächste Winter wird. Oh ja, die Gelehrten mögen darüber lachen. Aber unsere eigenen Großeltern wußten dasselbe, was dieser kanadische Bauer hier vorträgt: Daraus läßt sich mit einer nachweislichen Erfolgsquote von 80 % vorhersagen, wie der nächste Winter wird. Und das ist um (locker) fünftausend Prozent treffsicherer, als die hochwissenschaftlichen Sabberer und deren würdelose Speichellecker, die Medien, es überhaupt je konnten und je werden können. 

Wieviel von den Langzeitprognosen der dann "Klimawissenschaftler" genannten, um unser sauer verdientes Steuergeld zu unseren eigenen Autoritätsklassen ausgebildeten Vollidioten - denn wir werden von Vollidioten gesteuert, ob in Klima, ob in Corona, ob in der Medizin, ja egal wo ... weil wir selbst es so wollten, ist uns das überhaupt klar!? Denn das sollte es, wenn wir diesen Mißstand abstellen wollen! Denn diese wirklichkeitslosen (und damit) Nichtse können gar nicht anders als über Angst ihre Notwendigkeit und das Diktat, sie zu erhalten, aufrecht erhalten! - dann noch auch nur irgendeine Relevanz hat, sehen wir alltäglich. 

Der Leser möge doch alle diese Prognosen ansehen mit denen uns die Medien im Tagestakt überschwemmen. Wie sich angeblich das Wetter (das erst in seinem statistischen Mittel Klima heißt, also "Neigung aus Wetter") entwickelt! Sie sind wirklich zur Gänze das Papier nicht wert gewesen, auf dem sie geschrieben standen. 

Aber wenn ein Mensch mit offenen Sinnen, mit Erfahrung, mit einem Herz, das offen genug ist für die Natur und ihre Erscheinungen, unter Rückgriff auf diese Erfahrungen unserer Vorfahren (das nennt man dann Tradition) dann kommt er mit der Zeit zu einer Vorhersagekraft, vor der jeder "Wissenschaftler" nur niederknien könnte.

QR Video

Wir wollen wissen, wie sich das Wetter entwickelt? Wir wollen wissen, wie sich das Klima entwickelt? Dann sollten wir auf Menschen hören, die vielleicht gar keine Medien konsumieren, sondern einfach Ohr, Auge und Herz offen haben. Es gibt sie leider nur noch sehr sehr selten. Aber - es gibt sie. Und sie warten darauf, daß wir sie suchen. Denn dann erfüllen wir den Sinn unser beider Leben. Deren, weil sie reden können, unseres, weil wir hören dürfen.


*160221*

Sonntag, 23. September 2018

Deo gratias!

Die Wetter brechen. Nach Wochen großartigsten Sonnenscheins, der ein Erleben begleitete, das so einfach nachvollziehbar die Welt als ein Ganzes erwies, beginnt der Sommer zu brechen und herbstliche Lüfte und Wetter kündigen sich an. Oh ja, an einigen Tagen hat auch der VdZ über das warme Wetter gestöhnt, aber wieder und wieder war er morgens dankbar, wenn der nächste Tag sich mit blauem Himmel ankündigte. 

Deo gratias, Deo gratias! 

Wie bösartig jene aber, die uns diesen Bilderbuchsommer (der, wir sollten das nicht vergessen, einem langen, harten Bilderbuchwinter folgte), der tat, was ein Sommer im Idealfall tut - warm sein, heiß sein, mit wenigen Niederschlägen, als Vorbereitung auf einen fruchtreichen Herbst, den Monaten der Ernte, der Frucht, der Früchte!

Möge Gott über die primitiven Klimaschweine nicht zu verärgert sein, die kaum noch am Menschsein teilhaben. Möge er die Gebete der Dankbarkeit annehmen, mit denen wir ihm in diesen Tagen die Ähren der Fülle vorlegen, an der wir uns so erfreuen. Was für Trauben, was für Ernten, was für Süßigkeit, deren wir uns erfreuen dürfen! In Vorbereitung auf einen nächsten harten Winter, in dem wir das entbehren müssen, was jetzt manche als "Katastrophe" vorgaukeln wollen, die uns die Freude neiden.

Sie sollten in ihrer himmelschreienden Dummheit im letzten Besenkämmerchen versenkt werden, damit Gott diese undankbaren Viecher nicht sieht. Die nur deshalb so wenig schaden, weil Gott immer noch das Volk, die Welt, das Ganze als wichtiger sieht, die Bitterwurzeln ihm wenig bedeuten. Mit ihnen rechnet er nämlich gewohnheitsmäßig an der Hintertüre ab, nach Dienstschluß, wenn er niemanden von den Rechtschaffenen mehr stört.

Denn wir, wir das Volk, wir sagen ihm: Deo gratias für diesen wundervollen Sommer! Der uns an Sommer erinnerte, die wir in unserer Jugend, in früheren Jahren erlebten, aber in höherem Alter weniger selbstverständlich, umso mehr Dankbarkeit für diese großartige Welt bewirkt.

Die Beeren platzen vor Süße, die Bäume biegen sich unter der Last - aber wir ernten nicht einmal, wir sehen nicht einmal, wie reich uns Gott der Herre beschenkt! Wir jammern, weil irgendwo in dem ganzen wohlbestellten Haus ein Scharnier quietscht. Möge Gott es uns nachsehen, möge er uns ob dieser Undankbarkeit nicht strafen.

Und der Leser möge verzeihen, aber aus rein menschlichem Impuls wünscht er den Klimaalarmisten das an den Hals, was diese anderen - uns! - an den Hals wünschen.  SIE sollen im Meer ersaufen, sollen in Trockenheit verdursten, sollen an Hunger sterben. An jenen Plagen, die sie herbeizuzaubern versuchen. Denn sie sind übelste Nachläufer der alten Magier, die auch glaubten, die Welt wäre eine Maschine. Dieselben wie die Klimawahnsinnigen, die seit Jahren versuchen, sich zu Priestern zu erheben, die das Recht auf Opfer - und damit auf die Definition des Verhältnisses des Menschen zu seinem Gott! - für sich beanspruchen. Und Gott bittere Früchte auf den Altar legen, während die reiche, üppige Ernte im Abfall landet. Nein, solche Priester wollen wir nicht! Nein, wir wollen Priester, die Gott die volle Ähre, den süßen Wein, den saftigen Schinken darbringen!

Denn alles Wetter, alles was eben mit dem menschlichen Leben und damit dem Sinn aller Welt zu tun hat, von dem doch ein Wetter nicht zu trennen ist!, ist ein alles Staunens würdiges Spiel in der Hand Gottes, dem zu vertrauen alles Vertrauen der Welt gebührt. Der uns mit Früchten beschenkt, Ernten, und übervollen Speisewagen, weltweit, weltweit!

Bauern jammern immer, das meinte schon der Vater des VdZ: Wenn es einen gibt, der immer jammert, meinte dieser Sohn aus üppigem Bauerngeschlecht, dann sind es Bauern. Ist es heiß, ist es zu heiß, ist es kalt und regnerisch, ersäuft alles, ist es trocken vertrocknet alles, ist es naß, geht alles zugrunde. Ist die Ernte üppig, könnte sie verderben, ist sie knapp, wird sowieso nichts reichen. War das jemals, JEMALS anders? Gibt und gab es je jemanden der undankbarer war, als der Bauer? Denen geht es nur ums Geld, meinte der Vater des VdZ, selber aus üppigem Bauerngeschlecht, es war bereits erwähnt.

Und sind alle diese Städtebewohner, alle diese Neuzeitmenschen, mit ihrer iPhone-Wirklichkeit, ihrer Bildschirmrealität, ihren Scheinwirklichkeiten, nicht allesamt Bauernsöhne, die eines ganz sicher geerbt haben: Dieses undankbare Jammern?

Aber es freut denn doch, daß so viele Menschen gleich empfinden und dankbar für diesen per heute "offiziell" zu Ende gehenden Sommer dankbar, ja für die Wetter in diesem Jahr bisher so dankbar waren und sind. Nach wie vor ist die "Klimaangst" in den USA auf einem Rang weit hinter der Angst, daß ein Alligator in der Badewanne auftaucht. Niemand nimmt diese erbärmliche, stinkende Katastrophenzunft überhaupt ernst.

Weil jeder das erlebt, was eben ein Mensch als Grundlage seines Handelns und Urteilens erlebt: Das Wirkliche. Das Wirkliche eines nächsten wunderschönen Sommers. 

Dem nun ein fruchtreicher Herbst der Ernte folgt.




*240818*

Dienstag, 8. März 2016

Die Welt wurzelt im Tanz

Das Fest, das Ritual, die Initiation, in dem immer etwas beginnt weil etwas Vorangehendes fertig ist, ist weit mehr als bloßer netter Tand, mit dem der Tag gefüllt und die Lebensgalle angezuckert wird. Sie sind die Elemente, die überhaupt erst irdische Zeit UND DAMIT WELT SCHAFFEN. Sie gliedern die Dinge, die sie aus der Taufe heben. Erst über diese Gesamtheit eines Ereignisses gliedert sich menschliche Erinnerung, und über sie die menschliche Persönlichkeit über in einer Beziehungsstruktur definierte Inhaltsfülle.

Die Verweigerung von Initiationsriten, wie sie heute zu beobachten ist, die Verweigerung tradierter Kulturmomente - allen voran ist die Ehe zu nennen, sie zieht eigentlich alle weiteren Formen nach sich bzw. enthält sie, bis hin zum Staat - zieht also auch die ganz subjektive Persönlichkeitsbildung in schwere Mitleidenschaft, weil sie verhindert wird. 

Der ritenlose Mensch ist ein gar nicht "bestehender" Mensch. Er bleibt ein zeitloses, ungeformtes Konglomerat aus ungeordneten Zufälligkeiten. Rosenstock-Huessy unterscheidet drei dieser Weltschaffensmomente, drei Festeskreise: Den der Familie (als Haus begriffen), den des Staates und der Öffentlichkeit (Beruf), und den der Religion mit dem Pol des Jahreskreises, je mit anderen den Ryhthmus (und damit Welt) bestimmenden Autoritäten: Den Vorfahren, der öffentlichen Kultur, und Gottes als Schöpfer und Erhalter, der zugleich auch den äußersten Rhythmenkreis (Jahreszeiten etc.) vorgibt.

Der Bestand dieser Lebenskreise "als Weltsein", die tief und existentiell ineinander an einer Mitte geschnitten und im Wirken ineinander verkettet sind, hängt direkt davon ab, ob in ihren laufend wiederholten, rhythmisch-regelmäßigen und anlaßverhängten Festen ihr Idealbild (als Welt) wieder aktualisiert, das Ewige der Idee (Geist) also präsent wird und im Gedächtnis bleibt, und DAMIT Welt bleibt. Was in diesen Bildern deshalb enthalten ist ist das, woran sich die Dinge in ihrem weiteren Verlauf nähren (oder ... woran sie zugrundegehen, weil z. B. weltimmanent sind.)

Stürzen die Feste, stürzen die Erinnerungen, stürzen die Riten, stürzt der Gehorsam ihnen gegenüber - dann stürzt die Welt und wird zum geistlosen Chaos.

Im Fest aber vermählen sich im "Enthosiasmos" (im "voll des Gottes sein") Himmel und Erde, Geist und Materie, Heiliges und Mensch je neu, um Welt hervorzubringen. Das Wesen der Welt ist also Hochzeit.


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Es wird zuweilen viel über eine "Neue Weltordnung" (New World Order) gesprochen. Wir werden sie und ihre Natur an den Festen und Riten erkennen. Denn die gehen jeder Ordnung voraus, weil sie sie setzen.




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Sonntag, 13. April 2014

Nur beständige Mühe bringt Sittlichkeit

Jedes Handeln geht aus einem Bewegungsbild hervor, das dieses Handeln vorwegnimmt. Die Zusammenhänge wurden schon (und werden weiter) an dieser Stelle dargestellt. Das heißt, daß vor allem im Alltäglichsten wie auf Knopfdruck automatisierte, verfestigte, über die Gewohnheit zur (fleischlichen) Natur gewordene Verhaltensweisen die drängendste Reaktion auf Begegnendes sind. Bild und Reaktionsbild werden gewissermaßen zusammengeschlossen. (Anders könnte kein Mensch im heutigen Verkehr Autofahren.)

Was wir sind, was wir tun, ist also keineswegs eine Frage des ständig daran Denkens. Damit wäre das Leben nicht bewältigbar. Es hat viel mehr mit Verhaltenskomplexen zu tun.

Das jenen gesagt, die da meinen, Sittlichkeit, und damit Freiheit, wäre eine Frage von Tagen, von Wochen, ja überhaupt von einmaligen Entschlüssen, von blitzartigen Erkenntnissen. Nein. Sie ist die Frage einer über nur mühsam zu gewinnende Gewöhnung AN DAS GUTE. Sie ist die Frage einer - durch einen selbst, oder durch das Elternhaus, durch andere gewonnenen - Gewöhnung. Als fleischlicher Gewöhnung weil fleischlicher Gerichtetheit.

Das in der Fastenzeit gesagt. Ein mittlerweile verstorbener Pater, zu früheren Zeiten langjähriger Beichtvater des Verfassers dieser Zeilen, hat zur Frage, was es denn brauche, um heilig zu werden, immer eines gesagt: GEDULD. 

Denn nur über beständige Gegenwehr gegen das Falsche, durch ständige Klugheit, läßt sich Sittlichkeit aufbauen und gewinnen. Der Jahreskreis, in seiner ständigen Wiederkehr derselben Motive und Grundsymbolik als Möglichkeit, am Absoluten anzudocken (salopp formuliert), der kirchliche Jahreskreis im besonderen, ist deshalb eine große Chance und Gnade: Er soll das von Jahr zu Jahr weitergehende Voranschreiten stützen wie ausdrücken. Geduld zuflüstern. Die Notwendigkeit der ständigen Aufmerksamkeit - täglich sieben mal siebzig mal - vor Augen stellen. 

Und immer wieder auffordern: Wieder ein kleines Stück zur Sittlichkeit weiter aufzusteigen. Durch Anstrengung. Wachsamkeit. Mühe. Verzicht. Anders geht es nicht. Aber die heurige Anstrengung wird nächstes Jahr bereits ein Gewinn neuer Höhe sein, um das nächste Schrittchen nach oben zu gehen.




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