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Dienstag, 13. Juni 2023

Bewegend

Diese Geschichte hat mich so bewegt, daß ich sie heute - am Sterbetag meiner Großmutter Agnes Fischer (geboren in Glatz, Niederschlesien), in die Annalen eintragen möchte. In Kolumbien haben vor ein paar Tagen Regierungssoldaten vier Kinder gefunden, die seit einem Flugzeugabsturz, bei dem am 1. Mai sämtliche Insaßen (bis auf diuese vier) umgekomen sind, alleine durch den dort besonders dichten, kolumbianischen Dschungel geirrt sind. 

40 Tage haben die Kinder im Alter von 13, 9 und 4 Jahren aber vor allem aus eigener Kraft überlebt. Sie haben sich von Früchten ernährt, und aus Ästen und Blättern Unterkünfte gebaut (es regne6t dort täglich.) Sie wurden von keinen giftigen Schlangen gebissen, und von keinen Raubtieren angegriffen. Gefunden hat man sie letztlich, weil Soldaten immer wieder Essensreste, Windeln und Reste von Unterständen entdeckt haben. So hat sich der Raum eingeengt, in dem sie dann auch entdeckt wurden. 

Das erinnert an die Prophetien der Bibel das Paradies betreffend. Das wir verloren haben, aber einst - nach dem Jüngsten Tag - wieder erhalten werden. Wo wir Gift essen und trinken können, ohne daß es uns schadet, wo Kinder mit giftigen Schlangen spieolen, wo Bär neben Lamm lagert, und Wolf neben Schaf. Wo also die Kirche ihre volle Gestalt der Welt haben und zeigen wird, in der Gott wieder unter uns wandelt. 

Mittwoch, 23. März 2022

Die Geschichte ist voll davon (3)

Da zeigte sich die Vollgestalt eines Schemas des Schreckens. Oh mein Gott - so also nehmen die Dinge ihren Lauf!? Dinge, die uns so wohl bekannt sind, und vor 150, 120 Jahren einen Sub-Kontinent in Chaos und Verwirrung stürzten. Hat das aber gar etwas mit uns zu tun? Jetzt meine ich, jetzt gerade? Trösten wir uns mit Schönem aus der Schatzkiste eines meiner größten Vorbilder - Also: Das kolumbianische Parlament hatte den dummen Einfall, diesen Vertrag mit den USA, den man nun doch als die staatliche Souveränität regelrecht zertrümmernd einschätzte, sodaß man nicht mehr Herr im eigenen Haus sein durfte, doch nicht zu ratifizieren. 

Man wollte diesen Kanal nun doch nicht, besann sich, daß er fürs eigene Land gar nicht viel bringen würde, ja es könnten sich in der Zukunft sogar Nachteile zeigen, die man jetzt noch gar nicht sehen konnte. Um dabei aber Risiken einzugehen, dazu traute man den Amis viel zu wenig über den Weg. Die sich mit so einem einbindenden Vertrag doch recht kräftig in heimische Angelegenheiten einmischen könnten. Sodaß es im schlhimmsten Fall  überhaupt keine innerstaatlichen Angelegenheiten mehr geben könnte, die die USA nicht zu ihren machten, WEIL diese nun praktisch immer US-INTERESSEN berühren könnten. NO, sagte also das kolumbianische Parlament, NADA.

Dienstag, 22. März 2022

Die Geschichte ist voll davon (2)

Wie sie die Beschränkung auf ihr Haus verstanden. Was sie wollten, was sie bewirkten, was dann wirklich passierte, und wie sich das mit heute gleicht. Bis auf den Verlierer. Was? Na mit der U.....e?! Zum Trost gibt es dafür das Finale mit dem Grußwort eines Vorbilds - Naja, und bald zeigte sich ja überall, wie die Amerikaner ihre "Monroe-Doktrin" wirklich verstanden wissen wollten. Überall verfielen die (neuen) Staaten in Beziehungen zu den USA, die einer völligen Entmündigung gleichkamen. Überall hatten die Amerikaner - und ihre "Vertreter", die Unternehmen, die großen Konzernvertreter, denn alles wurde ja nun dem strengen Gesetz der "offenen Grenzen", der "liberalen Gesellschaften" unterworfen, in dem angeblich alleine alle von ganz alleine glücklich werden mußten. Siehe - die USA!

Plötzlich war auch überall Korruption, plötzlich kamen überall Politiker ans Steuerruder, die so offensichtlich amerikanisches Geld und amerikanische Politik vertraten und hinter sich stehen hatten. Na und eines was sowieso überall selbstverständlich, eines stand überall ganz oben auf der Liste der Umbauten, die die Staaten nun vorzunehmen hatten, und zu welchen ihnen die supertollen Kerle aus dem Norden die Gebrauchsanweisung in Stapeln mitbrachten: Die Trennung von Kirche und Staat. Na klar, die Kirche war schon wichtig, keine Frage. Aber was der Staat für Gesetze beschloß, das hatte bitte die Kirche nicht sanzugehen, damit wir uns gleich verstehen, gelle!? Das ist doch selbstverständlich! Bitte schön, bitte gleich, gern geschehen.

Montag, 21. März 2022

Die Geschichte ist voll davon (1)

So vielfältig auch aussehen mag, was täglich auf uns einströmt, so unendlich die Möglichkeiten wirken, die unser Handeln zu haben scheint - reduziert auf ihre wirklichen Motive und Bewegungen sind es kaum mehr als eine Handvoll. 

Deshalb ist es wichtig jemanden zu haben, der aus all dem Tageslärm auszusteigen vermag. Der Muße und Ruhe hat zu unterscheiden, ob sich etwas als "Anliegen" tarnt, aber sich nur in den Vordergrund drängen will ), und ob nicht das, was als soeimalig zu geschehen scheint, daß wir eien völig neue Lösung erfinden müssen, um es in friedvolle Bahnen zu lenken, in Wahrheit nur der 86. Aufgjiß eines wieder und wieder vorkommenden Ereignisses ist.

Manche Geschehnisse freilich sind dermaßen gleich, obwohl Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dazwischen liegen, daß wir uns nicht nur wundern könnten, sondern die Frage erlaubt sein muß, ob sich in der Geschichte der Menschheit überhaupt je etwas geändert hat - oder ob nicht alles das ständige Drehen eines an einer Achse befestigten Rades, auf dem wir Platz nehmen, sodaß dann an uns die angebliche Geschichte als ein sich ständig wiederholendes Panoptikum vorbeizieht. Und irgendjemand sagte, was dann alle nachsagten: Das ist sie, die Zeit, schon gesehen? Da war das gestern! Da ist das heute!

Dienstag, 11. Mai 2021

Filmempfehlung - Im Fluß des Lebens enthalten (2)

Teil 2) Das Unmenschliche ist das dem Leben Entrissene, 
und muß vergehen

"So lebt der Mensch" lautet der Titel eines der Romane von André Malraux (Originaltitel "Condition humaine"), der den VdZ mit 18, 19 Jahren so tief geprägt hat, und man könnte auch diesen "links" nennen, wie "Tantas Almas". Aber - er ist nur das Leben! So ist doch der Mensch! Der Fischer nimmt sogar die Turnschuhe der soeben erschossenen Frau, die Mörder schenken sie ihm. Immerhin hat er nur simple Sandalos.

Montag, 10. Mai 2021

Filmempfehlung - Im Fluß des Lebens enthalten (1)

Diesmal soll der Film "Tantas Almas" (2019) von Federico Bissi nahegelebt werden. Wäre der VdZ nicht mit einer ziemlichen Verkühlung zu Bett gelegen (der April wird immer kälter, fällt dem Leser das auch auf?) und hätte fast beiläufig einen Film laufen lassen, er wäre um ein Erlebnis gekommen. Wie es eben an solchen müden Nachmittagen im Krankenbett, wo man nicht mehr so ganz malade ist, aber auch nicht fit genug um aufzustehen, so geschieht.

Montag, 18. September 2017

Liebe baut auf der Gerechtigkeit auf

(Zu Kolumbien und Venezuela) Es gibt keine Liebe, und es gibt schon gar keinen Frieden, der nicht auf der Gerechtigkeit aufbaut. Und das heißt Sachgerechtheit, die gerade für begangene, vergangene Taten Opfer wie Täter umfaßt. Frieden zu verlangen, zu proklamieren, ohne die Sachgerechtheit wiederherzustellen, Friede über eine sachlich ungeklärte, unausgewogen bleibende Sachlage drüberzustülpen kommt einem ungerechten "Maul halten!" gleich, das Opfer wie Täter neue Ungerechtigkeit auferlegt. 

Das bedeutet, daß jeder Friede, der einen Krieg beenden soll, auch verlangt, daß beiden Seiten - Opfern wie Tätern - Zutritt in diese neue Sachgerechtheit gewährt wird. Dies bedeutet in jedem Fall, daß der Täter Sühne zu leisten hat, also Strafe braucht (sic!), um so auch dem Opfer Zutritt zu jener Sachlage zu gewähren, die Frieden bringen oder bedeuten kann.

Solange der Täter seine Strafe nicht anerkennt und annimmt, kann es keinen Frieden geben. Stille zu halten, dies vom Opfer zu verlangen, kann nur bedeuten, daß man vom Opfer verlangt, daß es sich selbst auslöscht "um des Friedens willen". Welchen Friedens aber dann?

In keinem Fall kann also Frieden bringen, wenn im Namen einer angeblichen höheren Moral, eines "Verzeihens", dem Opfer ein Stillhalten diktiert wird, ohne daß es zustimmt und den Täter wieder in die Ordnung aufnimmt (sic!). Das liegt also in den Händen der Opfer, das liegt in jedem Fall in den Händen einer gerechten Gesellschaftsordnung (wie sie ein Sozialismus in keinem Fall sein kann, weshalb sozialistische Systeme niemals Frieden bringen können).

In keinen Fall kann Frieden bringen, wenn die Schuld des Täters undefiniert und ungesühnt bleibt, das ist ein Gesetz der Ordnung, und nur Ordnung (in der Vorsehung Gottes) kann Frieden sein. Schon gar nicht kann also Frieden bringen, wenn eine ungerechte Situation unbereinigt (aufrecht) bleiben oder durch eine neue ungerechte Situation (etwa ein ungerechtes Regime oder Gesellschaftssystem) abgelöst werden soll.

Ohne Sühne und ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden geben. Nicht unter Menschen, und nicht mit Gott. Das ist der erste und vornehmste Grund der Menschwerdung Gottes in Jesus, der sich selbst zum Sühneopfer machte, das Priester und Opfer zugleich Gott versöhnt.





*130917*

Sonntag, 3. September 2017

Ist die Vatikandiplomatie nur naiv oder bösartig?

Woran hat sich die Kritik an der päpstlichen Diplomatie im Falle Venezuelas denn nun entzündet? Der Venezueler Carlos A. Casanova faßt es auf OnePeterFive noch einmal zusammen: Im April 2014 hatten die Venezolanischen Bischöfe in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Stimme erhoben und gegen den von Präsident Nicolas Maduro (Sozialisten) eingeschlagenen Weg heftig protestiert. Er führe das Land in den Totalitarismus. Ein Weg, der mittlerweile bereits weit gediehen ist und durch eine Volksabstimmung legitimiert wurde. 

Die mit "acht Millionen Stimmen Zustimmung" heuer tatsächlich weit mehr Stimmen FÜR das Regime brachte, als überhaupt zu den Urnen gegangen waren, denn das Referendum wurde weitgehend von der Bevölkerung boykottiert. Es läßt sich durch Videoaufnahmen beweisen, daß viele Abstimmungslokale bei diesem Verfassungsreferendum weitgehend oder sogar völlig leer geblieben waren.

Das war absehbar, und wurde auch so vorhergesagt: daß diese Abstimmung in jedem Fall eine Farce ist und weitgehend boykottiert wurde, weil die Lösung, über die abzustimmen war, in jedem Fall dem Totalitarismus alle Wege bereitet, ja ihn beschließt. Es ist der Weg in den totalitären Kommunismus, den schon Maduros Vorgänger Chavez eingeleitet (und damit das alleine durch das Öl reiche Land in den Bankrott geführt) hatte. Trotzdem wurde dieser Weg nun "mit überwältigender Mehrheit angenommen"?

Völlig überraschend, und als schallende Ohrfeige gegen die lokalen Bischöfe, hatte aber 2014 der Nuntius des Vatikan, Erzbischof Aldo Giordano, kurz nach der Stellungnahme der Bischöfe (die auf der Seite der Bevölkerung stehen) eben diese "Lösung" des Präsidenten gelobt. Und zugleich die Katholiken aufgefordert, jeden Widerstand aufzugeben und dieses "Dialogangebot" (weil kein Dialogangebot) auszuschlagen. Gewaltsamer Widerstand sei nämlich in jedem Fall zu verwerfen und sündig.

Das hatte auf die Bevölkerung wie eine Verhöhnung gewirkt. Denn trotz der größten Öllagerstätten der Welt, ist das Land völlig am Boden. Die Bevölkerung hungert mittlerweile, und zwar wirklich, und das durch das direkte Verschulden der Politik, die Land und Leute unterdrückt. Es ist aber gute katholische Lehre, daß gewaltsamer Widerstand gegen einen politischen Tyrannen gerechtfertigt ist! Genau dieses Naturrecht wurde so dargestellt, als sei es gegen das Gemeinwohl. Während sich beim Präsidenten offenbar niemand fragt, ob ihn dieses Gemeinwohl überhaupt schert. Denn der Kommunismus ist niemals ein Weg des Gemeinwohls! Heute wird das Land aber sogar von Kuba kontrolliert.

Kommunismus ist in sich schlecht. Er ist in sich (intrinsisch) gegen das Gemeinwohl gerichtet. Ihn als "gangbaren Weg" zu bezeichnen, der geeignet sei "Frieden" zu bringen, ist blanke Verhöhnung einer Bevölkerung. Wie also kann ein Vatikanvertreter einen "Weg des friedlichen Dialogs" vorschlagen, wo doch völlig klar ist, daß es einen solchen gar nicht geben kann, weil doch gerade einem Vertreter der katholischen Kirche (und ihrer Soziallehre) klar sein muß, daß totalitäre Systeme NIEMALS einen Weg des "Dialogs" gehen wollen und können? Der Vorschlag des Vatikan wirkt also - gegen den Willen der Bevölkerung noch dazu, das endlich ein Ende des Elends, das Freiheit verlangt - wie blanker Hohn und Beihilfe für ein kommunistisches Regime, indem der Vatikan scheinbar dafür Sorge tragen möchte, daß die Kritiker des Systems neutralisiert und kaltgestellt werden sollen. Wie es sogar seit Chavez auf gar unverschämte Weise ganz offen und mit Mord und Unterdrückung passiert war.

Trotzdem hatte der Vatikan nun die Chuzpe, die schwer darbende, unterdrückte, hungernde Bevölkerung zu einem "friedlichen Dialog" und zur Teilnahme an der Abstimmung aufgerufen, und dann sogar noch gewaltsamen Widerstand als unmoralisch erklärt? Fordert "alle" auf, die menschliche Würde und die Verfassung zu respektieren, so als hätte auch die Bevölkerung Unrecht? Bisher hat nur die linke Regierung diese Würde und die Menschenrechte verletzt, und zwar unausgesetzt seit vielen Jahren. 

Fast dasselbe läßt sich über das Nachbarland Kolumbien sagen, die Lage dort ist genauso klar. Dort hat sich die vatikanische Diplomatie sogar dafür ausgesprochen, die linke Terrorbewegung FARC (die man mit der SS Hitlers vergleichen kann, auch hier dient sie der Regierung als Unterdrückungsinstrument) in die Regierung zu holen, die sich vom Drogenhandel und Erpressung der Bevölkerung (unter Terrorandrohung) finanziert. Die Bevölkerung soll also ihre brutalen Unterdrücker als "Gesprächspartner" akzeptieren, denn sonst wäre sie gegen das Gemeinwohl? Soll zur Verfassungsänderung zustimmen, weil angeblich eine Zukunft Kolumbiens nur auf dem Boden einer "Versöhnung aller Seiten" stattfinden könne, die zu stärken der Papst das Land sogar in Kürze offiziell besuchen wird? Soll also die Bevölkerung etwa auch zu den radikalen Genderplänen der Linken zustimmen, nur um den Frieden zu wahren?

Wenn mancherorts zu hören ist, daß die (überwältigend mehrheitlich katholischen) Bevölkerungen dieser beiden Länder eine tiefe Kluft zur Kirche sieht, kann einen das nicht verwundern. Zur Kirche? Nein, die erleben die Menschen auch heute als ihre Verbündeten. Vielmehr ist es eine Kluft zum Papst, der diese linken Regime unter seltsamen rhetorischen Floskeln (von denen man nur hoffen kann, daß sie der Naivität zuzuschreiben sind, nicht wirklicher Absicht) auch noch zu stützen scheint.


*110817*

Mittwoch, 3. Februar 2010

Weitere groteske Fakten zu Biosprit

pressetext.at bringt einen Bericht mit Aussagen der kolumbianischen Politologin Paula Alvarez Roa, Expertin für Organisationen im Bereich Umwelt und ländlicher Raum bei der NGO Grupo Semillas http://www.semillas.org.co. Der über Details informiert, die das "Ökologie- und Nachhaltigkeitsmäntelchen" über biosprit (das hier schon Thema gewesen) noch weiter umfärben:

Kolumbiens Palmöl wird derzeit zu Kochöl, Margarine und Seife verarbeitet, für die Zukunft steuert man jedoch ein stärkeres Augenmerk auf die Erzeugung von Biodiesel an. Einen anderen biogenen Treibstoff gewinnt man schon bisher aus dem Zuckerrohr, das zu Ethanol verarbeitet werden kann. Bisher versorgen die Agrotreibstoffe erst den nationalen Markt Kolumbiens - zehn Prozent Biosprit werden hier dem Benzin beigemischt. Die Regierung hofft jedoch, angetrieben von weltweit steigender Nachfrage und internationalen Subventionen, Biosprit in Zukunft in großem Stil exportieren zu können. Damit verbunden ist derzeit eine rasante Zunahme der Energie-Monokulturen. 

Soziale und ökologische Katastrophe 
 
Dieser Anbau habe hohe soziale Kosten, macht Alvarez aufmerksam. In Kolumbien gibt es aufgrund des seit über vier Jahrzehnten anhaltenden Konflikts derzeit vier Millionen vertriebene Menschen im eigenen Land, für die bisher noch keine Lösung gefunden werden konnte. Gleichzeitig seien fünf Millionen Hektar im Besitz weniger Agrosprit-Unternehmer, die es besonders auf die ertragreichsten Böden abgesehen haben. Der Druck auf die Bauern steige, ihre Gebiete aufzugeben oder Zuckerrohr und Palmen statt Lebensmittel (ähnliches übrigens gab es seit Jahrzehnten in Haiti, mit Mangos und Kaffee, das genau deshalb heute keine ausreichende Lebensmittelproduktion mehr schafft; Anm.) anzubauen. „Wir glauben, daß durch den zunehmenden Anbau von Biotreibstoffen die Konflikte rund um den Landbesitz verschärft wurden, was auch zu einem Anstieg der Gewalt geführt hat“, so Alvarez.

[...] sei hohe Ausbeutung mit vierzehn Arbeitsstunden pro Tag bei Niedriglohn die Regel. Möglich sei dies durch die Ausgliederung der Arbeiter in Arbeitskooperativen, die ihnen auch Sozialleistungen verwehrt. „Üblich ist auch die Verbrennung des grünen Zuckerrohrs, bei der das Saccharose-Produkt konzentriert wird und ein Drittel seines Gewichtes verliert. Dieser Vorgang sorgt dafür, daß Transport und Arbeitskraft billiger werden, da sich der Gehalt nach dem Produktgewicht richtet.“ Die dabei erzeugten Abgase würden dafür sorgen, daß in den Plantagenregionen die meisten Atemwegserkrankungen registriert werden. (Na, und was sagt da das CO2 überhaupt erst dazu, das ja die Ursache dieser Biosprit-Initiativen ist ...; Anm.).


"Es gibt keine grünen Biotreibstoffe"

Jedoch auch für die Umwelt sei der agroindustrielle Anbau von Palme und Zuckerrohr schädlich. Beide seien sehr wasserintensive Pflanzen, betont die kolumbianische Politologin. „Ein Hektar Palmen oder Zuckerrohr benötigt jährlich über 10.000 Kubikmeter Wasser, somit rund dreimal mehr als Tomate und Mais.“ Wasser sei auch in Kolumbien zunehmend ein knappes Gut, das soziale Konflikte herbeiführen könne. Der Monokultur-Anbau erfordere hohen Einsatz von Pestiziden, die die Böden langfristig belasten, zudem bedeute auch die Zerstörung des Regenwaldes zugunsten der Plantagen einen Verlust an Biodiversität.
(Und es bleibt noch die Frage, warum wohl in Afrika und Südamerika bereits so riesige Landwirtschaftsflächen in den Händen von Konzernen oder Staaten - wie China! - sind, gekauft, oder gepachtet.)

"Weder Palmöl noch Biotreibstoffe sind als nachhaltige, grüne Produkte anzusehen", resümiert Alvarez. Es sei daher nicht sinnvoll, Agrotreibstoffen Nachhaltigkeits-Zertifikate zu erteilen. Als einzigen Ausweg sieht Alvarez ein globales Umdenken weg von Biotreibstoffen. „Es braucht mehr Bewusstsein dafür, wie problematisch diese Energieform für die Anbauländer und schließlich auch für den gesamten Planeten ist. Weit günstiger und nachhaltiger wäre es, andere Formen der Energieerzeugung zu fördern.“