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Freitag, 22. September 2023

Der Motivator des Meisters

In einer abgewandelten, aber damit entschärften Version ist der Witz, den Alfred Hitchcock in einem Fernsehinterview einmal machte, wohlbekannt. Aber in dieser Version fehlt ihm der Punkt der intellektuellen Schärfe - und der gesellschaftspolitischen Relevanz.

Hitchcock nennt den Begriff in Zusammenhang mit seinem angeblichen Geheimnis für seine Filme. Sie würden sich um einen MacGuffin drehen, sagt er. (Übrigens alleine darüber nachzudenken lohnt.) Gefragt, das ein "MacGuffin" sei, erklärt es Hitchcock an einem Witz.
Zwei Männer sitzen sich in einem Zug durch England.gegenüber. Einer von ihnen hat ober sich im Gepäcknetz ein gut verschnürtes, großes Paket liegen, das er nervös immer wieder kontrolliert. Nach einer Zeit kann sein Gegenüber die Neugierde nicht mehr bezähmen, und er fragt ihn, was denn darin sei?
Nun, sagt der Mann, es handelt sich um einen MacGuffin.
Ahhh .... ein Mac Guggin? (Schweigen.) Verziehen Sie, aber was ist ein MacGuffin?

Sonntag, 26. Juni 2022

Das Wesen der beschädigten Zeugung

Es mehren sich die Studien, die belegen, daß die Verabreichung von Pfizer-Biontec-Impfstoff gegen Covid 19 die Zahl der Spermien (deutlich) reduziert. (Bei Männern, man muß das wohl heute schon dazusagen.) Die Studie hätte man sich ersparen können, hätte man mich befragt. Denn es liegt auf der Hand, daß auch die zweite Wirkung, die auf das Immunsystem, mit dem Quellgrund der Zeugungsfähigkeit zusammenhängt - dem Willen, die Welt zu prägen, und sich nicht von ihr überwältigen zu lassen. Das heißt: Ein gutes Immunsystem ist derselben Ursache zuzuschreiben wie die Lust und die Fähigkeit, sich zu vermehren.

Das haben aber die Politiker bis heute nicht begriffen, und meinen, es hinge mit dem Geld zusammen, das man "Familien" in den Arsch bläst. Was im übrigen nie und nirgendwo funktinoert hat, im Gegenteil, die Masse an pekuniären Fördermaßnahmen und eine darauf folgender Rückgang der Fertilität bei Paaren stehen in direktem Zusammenhang.

Donnerstag, 26. Mai 2022

Es läuft nicht nur auf Euthanasie hinaus (3)

Die Schöpfung ist auf den Menschen hin geschaffen, das heißt: Auf eine dem Leben gegenüber unendlich offene Menschheit - Aber alles das ist eine Welt des Menschen. Es ist nicht nur eine Welt des Menschen, sondern es ist eine Welt FÜR den Menschen! In der alles auf ihn zuläuft, und auf ihn ausgerichtet ist. In der NICHT für sich stehende Prozesse ablaufen, die auch auf uns verzcihten können, wie es eine mittlerweile geisteskrank gewordene "Gaia-"Religion verkünden will. In der wir Menschen nur ein Störfaktor sind, ohne den "die Erde" besser dran wäre. Sondern in der der Sinn des kleinsten STeinchens, der stacheligsten Muschel und des stuppigsten Wildesels nur auf eines ausgerichtet ist - und das ist der Mensche. Den sie selber wollen weil brauchen, und der alles in sich enthält, was auch in ihnen da ist, aber alles in weit umfassenderem Sinn, weil er es auch in den Geist und damit in die Ordnung Gottes, dre reiner Geist ist, überführen kann. 

Jede Schwalbe würde aufjubeln vor Glück, wenn sie bewußt wählen und dann in einer Umgebung leben könnte, die sich ganz in die göttliche Ordnung einfügt. Sodaß ihr Eigensein - und etwas anders kann sie nicht, das ist ja der Sinn und die Bestimmung aller nicht-freien Dinge und Lebewesen - nun auch seinen Sinn erfüllt: Sie können nur sie selbst sein, sie können kein Sinngefüge ablehnen oder anstreben, das muß ihnen übergestüolpt werden, gewissermaßen, und bruchen deshalb ein Geistwesen, daß sie in die große Ordung, die auch sie enthält, einfügt. Und das betrifft nicht nur die kleinen Dinge vor unseren Füßen, sondern auch die großen über unseren Häuptern: Die Sterne, die Planeten, das All. 

Mittwoch, 25. Mai 2022

Es läuft nicht nur auf Euthanasie hinaus (2)

Die verlängerte Sinnlosigkeit. Die Alten wissen davon: Es gibt einen Gegenentwurf. Werden sie getötet, wird er aber vergessen - Daß das heute kaum noch so erlebt und gesehen wird, hat zum überwiegenden Teil mit der Protestantisierung des Wirtschaftslebens zu tun, wie sie schon (der Protestant) Max Weber vor 150 Jahren als Eigenschaft des Kapitalismus festgestellt hat. Die - analog zum Wesen des Protestantischen - in die Dinge dieser Welt kein Vertrauen mehr zuläßt, sondern deren Gutheit von ihnen trennt, und zu einem positivistischen, also "zu setzenden" Ding macht. Das mit dem materialen Grund (dem Wohlstandserwerb etwa) nichts zu tun hat. 

Die Wirtschaft läuft dann nach eigenen Gesetzen, denen zu folgen ist, sonst "funktioniert" sie nicht. Das Seelenheil zu erwerben ist dann ein ganz anderer Bereich, den man nur durch gewisse Frömmigkeitsattitüde erwerben kann (soweit er überhaupt erwerbbar ist.) 

Das hat aber auch die eigentliche Volkstradition zerrissen - welche Rolle die Alten wirklich spielen, und wie ich sie zu guten Teilen noch in meiner Kindheit in den 1960ern gesehen und erlebt habe. Der alte Bauer widmet sich dann eben den Bienen, oder der Kaninchenzucht, mit der er seinen Beitrag zum Gemeinwohl leistet, sitzt abends dann eben vorm Haus und dengelt die Sensen, mit denen die Söhne und Töchter beim Morgentau die Wiesen mähen, und die Oma bäckt die Strudel nach altem Familienrezept, und schaukelt daneben die Babywiege. 

Dienstag, 24. Mai 2022

Es läuft nicht nur auf Euthanasie hinaus (1)

Es ist das einzige, das wirklich zählt: Die Beschränkung und Reduktion der Weltbevölkerung. Dieser Gedanke, der seit der Geburt des Übermenschen, seit der Konjunktur des Genies zu Anfang des 19. Jahrhunderts (und als Aftergeburt der Renaissance-Idee, die den viel zu wenig reflektierten Gednnken zum Programm machte, daß das Heil der Menschheit in der Neuaktivierung der - heidnischen! - Antike läge) die Köpfe und Agenden jener bewegt, die sich als Führer der Menschheit berufen fühlen, ist auch von Bill und Melinda Gates wieder und wieder betont.

Da sollte es doch stutzig machen, wenn sie sich wie so viele andere mit dem Bewußtsein, zu den Auserwählten der Moderne zu zählen, seit fünfzig Jahren in "Anthropophilie" engagieren, und offenbar Wege fördern, die die Gesundheit und damit die Lebenserwartung wie (dieser Anspruch wird schon lange kombiniert) Wohlstand und Lebensqualität (die auf die Gesundheit zugespitzt wird) erhöhen.
 
Wo ist hier der Pferdefuß versteckt?

Donnerstag, 5. Mai 2022

Von der Gewalt der Schönheit

Leider ist die in der Antike weithin und lange Jahrhunderte berühmte Statue der Phryne aus der Hand des Praxiteles, der sich wie so zahllos viele unsterblich in die Frau verliebt hatte, irgendwann zerstört worden. Von ihr weiß man also nur noch aus der Überlieferung, denn nach ihrer Entstehung im 4. Jahrhundert v. Chr. war man jahrhundertelang aus der ganzen Welt nach Athen gereist, um dieses Wunder der Schönheit zu sehen. Die angebliche Kopie, die im Vatikan steht, ist alles andere als eine solche, wie kompetente Kunsthistoriker bewiesen haben. 

Als ich dann im Netz nach hierher übertragbaren Bildern suchte, um dem Leser einen Eindruck zu vermitteln, wie diese im 4. Jahrhundert v. Chr. vielleicht berühmteste Hetäre (=Gefährtin) des antiken Griechenland ausgesehen haben könnte, mußte ich passen. 

Samstag, 19. Februar 2022

Wie geht es dem Staat?

Nur einige wenige Gedanken zur Situation des Staates in der Pandemie 2020/21/22. Den wir natürlich nicht aus seiner Gesamtsituation herausgelöst betrachten können. Vielmehr müssen wir sehen, was 2019 war - eine immer weiter steigende und steigende Staatsverschuldung, mit einer drohenden demographischen Katastrophe in 20 Jahren als Perspektive.
 
Wie hat er sich dagegen zur Wehr gesetzt? Was hat Österreich in diesem Fall) gemacht, um der Zunahme der direkten Staatsverschuldung um EIN DRITTEL zu begegnen? Oder sagen wir es anders: Was half dem Staat, daß es ihn immer noch gibt, und er nicht Pleite ging? 

Fangen wir zum Schluß an - die Zuwanderung von Millionen junger Männer sollte das gemographische Defizit ausgleichen. Dazu ist alles gesagt. Die Zuwanderung hielt in den letzten beiden Jahren nicht nur an, sondern (zuminderst in Österreich) ist sogar auf einem Allzeithoch! Eiderdautz, da brat mir einer einen Storch ... und das obwohl die Balkanroute geschlossen ist. Vielleicht hat das mit dem Abhandenkommen des Schloßwärters zu tun. Kanzler Kurz hat sich ja elegant verabschiedet worden. Es behört schon etwas dazu, in so kurzen Jahren so großen Schaden für Volk und Kultur anzurichten, gratuliere.

Samstag, 11. Dezember 2021

Der Samstag-Nachmittag-Film

Sie kennen das, werter Leser. Während die Mutter mit den Töchtern das Haus auf den Kopf stellt, der Vater sich ums Rosenspalier (und die Nachbarn in einer raschest einberufenen Über den Zaun-Konferenz betreffs "Handhabung der jüngsten Launen des Bürgermeisters") kümmert, sitzen die Kinder vor dem Fernseher. Das gerade mal wieder sendet.

Und das Fernsehen, das mitgedacht hat, weil es die Menschen kennt, zeigt einen Film. "Der Onkel aus Amerika" ist aber nicht nur köstlich und mit vielen Spitzen des alten deutschen Films gewürzt, angeführt von Hans Moser, sondern hat eine wunderschöne Parabel zum Inhalt: Man muß keine Substanz haben. Es reicht, wenn die Welt GLAUBT, daß man sie habe. 
 

Donnerstag, 19. August 2021

Der Lebensweg der klaffenden Wunde

Man kann nicht genug über die überlieferte Aussage des Hl. Laurentius nachdenken. Dieser, als Diakon für organisatorische Belange, im besonderen aber auch für die (heute so genannte) Sozialarbeit zuständig, ließ sich von den römischen Oppressoren der Kirche Wagen geben. Darauf wolle er die Schätze der Kirche, die herauszugeben er bei Androhung schwerster Folter aufgefordert worden war, aufladen und herbeischaffen. Man übergab ihm die Gefährte. Die der Heilige daraufhin mit den Armen und Notleidenden belud, für die er zu sorgen hatte. Damit fuhr er zu den Römern. 

Das, rief er, das sind unsere Schätze, die Armen und Notleidenden! Was darauf folgte, ist überliefert, und in einem seiner Wahrzeichen ausgedrückt, einem Rost: Er wurde auf einen eisernen Rost geschnallt, und über Kohlenglut "geröstet". Laurentius ertrug die uns unvorstellbare Marter angeblich fröhlich und im Gebet, ja er soll mittendrin sogar gerufen haben: Dreht mich um, auf der einen Seite bin ich schon durch!

Worum aber geht es eigentlich bei diesem Sinnbild, das Laurentius hier lieferte? Geht es um die soziale Arbeit, an der sich ein gestandener Christ beweisen kann, um Schätze im Himmel zu sammeln, indem er sein gutes Herz demonstriert? Wohl eher nicht. Ja, sogar sicher nicht. 

Sonntag, 2. Mai 2021

Und wirtschaften im Paradies (2)

 Teil 2) Es hat etwas von Paradies


So hält der VdZ es ja (und seit je) mit praktisch allen Geschäften in seinem unmittelbaren Wohnbereich. Seit je. Und er hat einmal gerechnet (aber sagen Sie das nicht weiter, werter Leser). Er ist damit immer auch pekuniär am besten gefahren. Weil das, was auch der Betrieb dann für einen tut, mit der Zeit zumindest von immer mehr Geschenkhaftem ergänzt wird.

Und dann wird etwas erfahrbar, das der VdZ als Vorgriff, Ahnung und Erinnerung an einen Idealzustand des menschlichen Zu- und Miteinander betrachtet. Wo Wirtschaften nicht zu einem Verhältnis von Produkt und Preis wird, sondern zu einem wechselseitigen Beschenken. Wo einer den anderen an seinem Gut teilhaben läßt. Wo man einen Preis bezahlt, gewiß, und eine definierte Leistung erhält, was sonst, aber wo der Umgang miteinander den Charakter eines durchaus beglückenden Spiels angenommen hat. 

Wer das noch nicht erlebt hat, ist nur zu bedauern. Wer Wirtschaften und geschäftlichen Umgang miteinander nur als todernste Rechnung kennt, der sollte sich Sorgen darum machen, ob er überhaupt noch lebt.

Samstag, 1. Mai 2021

Und wirtschaften im Paradies (1)

Es sagt etwas über den Geist der Ungarn aus, worüber die Budapester Zeitung am 9. April berichtet: Dem Staat gehe, so schreibt die Zeitung, die Geduld aus. Deshalb würden die Strafen für Fahren ohne Führerschein, die bisher bis zu 400 Euro betrugen, nicht einfach erhöht, sondern durch die Drohung von Gefängnis definitiv verschärft. Eine Geldstrafe alleine wirkt nämlich nicht, wie die Statistik zeigt. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 wurden über 3.000 Ungarn wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angezeigt. 

Freitag, 5. Februar 2021

Schauen wir uns einmal ein paar Zahlen an

Steigen wir einmal einen Schritt zurück. Nehmen wir, was sich in unseren Elitenseelen abspielt, die eine Schichte der Aufsteiger, der "Neureichen"-Mentalität, der Bauern, die in Bürgermeister- und Kanzlersessel kamen. Nehmen wir, was wir aus Erfahrung (der Praxis erwachsener Menschenkenntnis wie dem Wissen über den Menschen) erflossener Kenntnis gewisser Geschehen wissen. Nehmen wir, was an Daten und Zahlen vorhanden ist. 

Da ist einmal, daß in all dieser Corona-Krise sämtliche einzelne Volkswirtschaften der Welt dramatisch eingebrochen sind. Sämtliche. BIS AUF DIE Volkswirtschaft in EINEM LAND. China. Wo auch 2020 das Bruttosozialprodukt um mehr als fünf Prozent gestiegen ist. 

Schauen wir nun noch ein paar andere Zahlen an. Die sich zu einer schönen Graphik anordnen, die einige Aussagen zulassen. Da haben wir hier die Entwicklung der Einkommen, die von arm über mittel bis reich und sehr reich zeigt, wer wieviel von einer weltweit schrankenlos offenen Wirtschaft profitiert hat.

Überraschung. Der Mittelstand wie die Schichte der Mitteleinkommen wird durch die Globalisierung der letzten fünfunddreißig Jahre regelrecht ausradiert. 

Ja, die ganz Armen haben profitiert. Sie verdienen nicht mehr nur einen Dollar pro Tag, sondern mehr. Dann kommen ganz viele Verlierer, der gesamte Mittelstand darunter. Und dann, dann kommen die wenigen und immer wenigeren Reichen. Deren Einkommen ist durch die Decke geschossen. Was für ein Zufall. Wahrscheinlich waren sie nur tüchtiger, nicht wahr? 

Die einzigen Länder, wo ein Karniefeln der Bevölkerung durch Klimawandel-Panik und CO2-Shutdown funktioniert, ist ... der Westen. Vor allem die USA und Europa. Und Afrika, das innerhalb von Peitschenlänge an diesen Ländern hängt und deshalb brav tut und devot befolgt, was ihm geheißen wird. Und dann schauen wir uns an, wie sich der CO2-Ausstoß Chinas, Indiens und Ostasiens entwickelt hat. Nicht, daß wir an die Gefahr von CO2 glauben, und mehr als Glaube ist es nicht. Aber dieses Schema ist im Wirk- und Daseinsbereich des Westens perfekt installiert, und lenkt immer gigantischere Anteile an dessen Produktivität in völlig sinnlose, unproduktive Endlosschleifen der Geld- und Energievernichtung. 
 
Ach, werter Leser, bilde er sich doch sein eigenes Urteil aus diesen Anschaulichkeiten. Und bewerte er selbst die Plausibilität der These, daß sowohl an der Klima- wie an der Corona-Panik ein Urheber steckt. Der sich die verblödeten "ausgebildeten" (unproduktiven) Intellektuellenschichten* des Westens zunutze macht, indem er diesen Leuten endlich sinnvolle Tätigkeit verspricht - in der Subversion ihrer eigenen Länder, mit jenen Völkern, denen sie selbst zugehören, von denen sie sich aber zurückgewiesen fühlen - zurecht? - weil sie an deren Lebenssaft schmarotzen und nichts tun, und nur ablaufoptimierend, aber nicht produktiv denken können. 

Und die alles, was da ihre wirkliche Situation durchschaut, "Verschwörungstheorie" sagen, und jedesmal, wenn sie entlarvt werden könnten das Auditorium verwirren weil im Jargon der Eigentlichkeit daher schwafeln, daß es "keine Wahrheit" gebe. Der man freilich immer die Karotte vor der Nase halten muß, daß sie es "weit bringen" könne. 
Und die ihre armselige Position nur halten können, wenn sie ihre eigene Position so gut es nur immer geht als Arkanum, als Versammlung des Geheimwissens deklarieren können - "Die Wissenschaft sagt", oder "es ist wissenschaftlich erwiesen." Was defacto immer heißt: Das kann durch normales Denken nicht durchschaut werden.

Merksatz: Es gibt zwei Gewinner an Globalisierung und an der Corona-Krise, nimmt man außer acht, daß eine weitere Schichte, die der ganz Armen, nun nicht mehr ganz arm ist, sondern genug zu essen hat, weil Arbeitskraft ja ohne Nahrung auch nicht geht. Wobei diese Schichten ganz gewiß ewiger Dankbarkeit gekennzeichnet sind. Wem gegenüber? Den Nutznießern, den "Bringern" des Glücks, daß sie nicht mehr verhungern müssen. Und die dafür alles geben würden. Alles. Buchstäblich. Denen nur eines gewährleistet werden muß: Sie müssen die Hände der Macht schütteln, sich im Glanz der Medienberichterstattung wichtig fühlen dürfen.

Das ist China, und das sind die ganz wenigen Oligarchen, die in der Lage sind, die Globalisierung auszunützen. Aus-zu-nützen. Nicht "zu nützen". Beides hängt im übrigen engstens zusammen. Chinas Aufstieg und Position wird von den globalistischen Oligarchen finanziert, zum Beispiel.

Der Rest der Weltbevölkerung zerfällt in hier Sklaven (Masse), und dort nützliche Idioten, die die moralische Drecksarbeit für die ersten beiden Gruppen verrichten. 

Der Corona-Virus stammt aus Wuhan? Jein. Aus Wuhan stammt kein gefährlicher, tödlicher Virus. China ist aber die Abschußbasis für eine psychologische Rakete, die die natürlichen gesellschaftlichen Strukturen der Welt in die Luft gejagt hat.


*Ein Volk, eine Gesellschaft, eine Kultur ist durch innere Zusammenhänge und Dynamiken historisch aufweisbar sehr gut und sehr wohl in eine Situation zu bringen, in der die Menschen nicht mehr in der Lage sind, Welt und Wirklichkeit zu denken. Damit werden sie wehrlos und als Machtfaktoren aus dem Spiel genommen, weil sie sich immer ausschließlicher in Zirkelschlüssen bewegt, und ihnen somit die Fähigkeit abhanden kommt, mit der Welt fertigzuwerden. Mit anderen Worten: Sie machen weil denken nur noch Unsinn. Der Zustand der Universitäten und Bildungssysteme im Westen zeigt, daß es dort bereits so weit ist. 


*310121*

Dienstag, 2. Februar 2021

Es hält zusammen, was zusammengehört (2)

Teil 2) Reich sein heißt gar nicht in erster Linie, viel Geld zu haben,
sondern in einer Gruppe gut integriert zu sein, die reich ist 
Das fulminante Fazit, das es in sich hat.

 

Es gibt Untersuchungen, die das eindeutig belegen. Die sogar zeigen, daß in den begüterten sozialen Schichten eine relativ lange "Pechsträhne" möglich ist, ohne daß der "Pechvogel" auch nur irgendwie an Prestige, Respekt, Vertrauen und sozialem Anschluß einbüßt. Die Bereitschaft zum Risiko ist aber für die Vitalität und Dynamik - und auch für den Wohlstand! - einer Gesellschaft unerläßlich. Wer der Geschichte von Ländern mit hohem Wohlstand nachgeht wird immer feststellen, daß an ihrem Anfang zum einen großer Mut, ja Abenteuerlust in Schichten mit hohem sozialem Zusammenhalt gestanden ist.

Schichten haben immer (sic!) eine geringe vertikale Durchlässigkeit. Das war immer so, das ist auch heute so, und das wird immer so sein. Jeder Versuch, diese Schichten aufzubrechen, muß am Wesen des Menschen selbst scheitern. Man kann also nicht mit Geld ausstatten und dann meinen, daß damit dem Aufstieg in höhere Schichten jedes Hindernis aus dem Weg geräumt ist. Zugehörigkeiten, soziale "Einheit" hat nicht mit technischen Güterausstattungen zu tun, sondern umgekehrt: Gewisse soziale Zugehörigkeit drückt sich in bestimmten Gütern aus. Das ist der Kern der Thesen von Douglas, die einer Änderungen der Paradigmen der Zielgruppenforschung im Marketing das Wort redet. 

Nur "Aufsteiger" legen deshalb den Wert auf die Güter oder das für ihren Erwerb nötige Geld, und sie sind genau dadurch sogar erkennbar - als Nicht-Zugehörige, denen eine Schichte bestenfalls einen sehr begrenzten Zugang gewähren wird. Ja, oft sogar Zulassung heuchelt, aber hinter vorgehaltener Hand bespricht, was im Handeln geschieht: Der innerste Kreis wird weiterhin verweigert, und eine wirkliche Zugehörigkeit nicht zugestanden, trotz äußerlicher Zeichen.

Wenn schon, dann ist vertikale Durchlässigkeit von der Eheschließung abhängig, und zwar ... über die Frauen. Nur ihnen ist dieser Weg offen. Sie können es schaffen, aufzusteigen, indem sie sich einen "überlegen positionierten Mann" krallen, um es salopp zu formulieren. 

Fassen wir das Gesagte ein wenig zusammen, dann kommen wir aber nicht nur zu dem Schluß, daß es nicht einfach die "Menge an Geld" ist, die den Wohlstand einer Gesellschaft anzeigt. Sondern wir werden gewahr, welche Bedeutung die soziale Strukturiertheit spielt. Diese wiederum - und jetzt kommt's! - kann nur gewachsen sein. Denn "Neueinsteiger" in soziale Schichten (man denke an die Verachtung, die schon in der Antike, aber heute nicht weniger, den "homo novae"), den Emporkömmlingen entgegengebracht wurde und wird. 

Soziale Gruppen sind nämlich deshalb sozial stark (und womöglich noch über Generationen, also auch schon durch die Väter und Vorväter) weil sich ihre Mitglieder je weiter "oben" sie angesiedelt sind umso stärker identitär abgrenzen. Was sich wiederum über Generationen (weil z. B. auf den Nachwuchs, weil aber auch auf das Heiratsverhalten) auswirkt.

Wohlstand und Güterspezifität gehen also zum einen nebeneinander her. Aber sie sind nur Ausweis - nicht Gründungsfaktor! - sozialen Zusammenhalts. Immer zeigt sich, daß wirklicher sozialer Zusammenhalt auf die Familie zurückgreift zum einen, diese stärkt (vor allem, weil er die Zugehörigen zu einer Familie identifiziert, "sich kennen läßt" etc.) zum anderen. 

Mit weiteren, anderen Worten: Die Charakteristik, in der sozialer Zusammenhalt wesentlich für Wohlstand, Lebenserfülltheit und -vielfalt ist, kann durch die vielge- und berühmte "Straßensolidarität" nicht wettgemacht werden. Damit kann sozialer "Aufstieg" nicht erreicht werden, der ohnehin und in jedem Fall (das ist durch sehr aktuelle Untersuchungen belegbar) sehr schwer ist. Auch das zeigen die Untersuchungen unter Verknüpfung mit wirtschaftlichen Eckdaten. Zwar ist es immer noch besser, wenn jemand diese "Solidarität der Straße" genießen darf, aber sie kann niemals die Vorteile auf den Familien basierenden Zusammenhalts wettmachen.

Die Folgerungen aus dem hier gewiß nur unzulänglich weil gerafft zusammengeführten Fazit sind somit viel weitreichender, als es manchem lieb sein mag. Es ist desillusionierend und ernüchternd, betrachtet man die sozialen Gegebenheiten in unseren Ländern in der Gegenwart. In der (man muß sich das einmal vorstellen!) fünf Jahrzehnte Sozialismus, Identitätsauflösung und Gleichmacherei die Illusion befeuert haben, wir lebten in einer egalitären Gesellschaft, in der es keine gläsernen Zwischendecken in der vertikalen Struktur gäbe. In der also jeder alles werden könne, es hänge alles nur von "seiner Tüchtigkeit" ab. 

Wie soziologische Untersuchungen belegen, sind es die Frauen, die "nach oben" wollen. Daraus kann man schließen, daß eine Gesellschaft mit hohem Drang "nach oben" von Frauen und von den Frauen zugehörigen Männern (vulgo "Muttersöhnchen", Narzißten, feminine Männer) dominiert wird. Gleichzeitig fehlt es dieser weil der femininen Charakterprägung an Bereitschaft, "nach unten" zu heiraten, also dauerhafte soziale Bindungen und damit Schichtenidentitäten einzugehen. 
Anders bei Männern bzw. dem Männlichen in seiner grundsätzlich stärker ausgeprägten Eigenschaft eines Willens zur Einordnung (also dem, was man erwachsene Resignation nennt) in eine bestehende Ordnung. Aber anders als Frauen gehen Männer auch viel bereitwilliger Bindungen mit Frauen ein, die "unter ihnen" stehen oder gestanden sind.

Auch wenn das bei uns nur wenige anerkennen wollen werden, so ist die Egalitarität, die wir angeblich erleben, nicht Merkmal eines Aufstiegs breiter gesellschaftlicher Schichten, wie verkündet und als Dogma zu glauben vorgeschrieben wird. Man denke nur an die kaum begreifbare Tatsache, daß fast sechzig Prozent der heutigen Jugendlichen Matura machen, daß der "Akademikeranteil", also der Anteil an Menschen mit universitärem Diplom, im kapitalistischen Westen bei zwanzig Prozent liegt. Sie alle aber fühlen sich mit einem Anspruch auf die oberste Schichte ausgestattet.  

Die Wahrheit ist für manche hart. Nicht diese Schichten sind aufgestiegen, sondern die Merkmale wurden billig, so könnte man es sagen. Nicht der Wohlstand ist gestiegen, sondern nur die verfügbare Menge an (unter vielerlei Hinsichten - man denke an Quoten, gar nicht nur an Umverteilungs- und Sozialleistungen - künstlich verteiltem) Geld. Entsprechend fielen auch die Produkte, welche man als Attribute (man denke an die Rolle der Filme dabei, die breiten Schichten davon erzählt haben, welche Güter in höchsten Schichten Standesmerkmale sind) der Zugehörigkeit zu den (gewünschten, das heißt erträumten) sozialen Schichten. 

Als weiteres Indiz ist festzustellen, daß wir heute in einer Güter- und Konsumationswelt leben, in der die Produkte nur noch so "wirken", aussehen müssen wie hochwertiger eingeschätzte, also einer höheren sozialen Schichtenidentität zugehörigen Güter. Ja, in der diese Güter von einer minderen, aus technischen Ersetzungsprozessen zusammengestoppelten Qualität bestehen, die vor allem ein Kriterium erfüllen müssen: Sie müssen billig sein.

Man könnte also zu einem weiteren abschließenden Urteil gelangen. Das die Gesellschaften in unseren Ländern als Gemeinschaft von Prahlhälsen und Defraudanten charakterisiert sind. Die nicht risikoaffin und schöpferisch sind, die nicht das eigentliche Merkmal von Reichtum - die dauerhaften Güter und Institutionen - anstreben, sondern einen Identitätsschwindel, eine Maskerade abführen. 

Der aber von der Politik und bestimmten Ideologiekreisen vorgemacht wird, daß die Quantität der Güter, mit denen sie sich umstellen, einer höheren Schichte zugehört. Damit niemandem auffällt, daß unsere Gesellschaften insgesamt, deutlich und gegen alle Versprechungen, mit denen sich eine bestimmte Elite den Zugang zur Macht erschlichen hat, nach unten gesunken sind.


*260121*

Montag, 1. Februar 2021

Es hält zusammen, was zusammengehört (1)

(Ein Versuch einer systemischen Gruppierung zum Behufe einer Aussage, die sich harmonisch in ein Insgesamt fügt.) Es trifft den Kern der Sache nicht, schreibt Mary Douglas in "The World of Goods", wenn man den Reichtum einer Gesellschaft an deren Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner mißt. Das sagt wenig aus. Vielmehr ist es eine Anzeige für soziale Strukturen, und Reichtum oder Armut entscheiden sich dort. Das setzt in der Tatsache an, daß sich Armut in erster Linie darin ausdrückt (ja, dort verankert ist!), daß der weniger Begüterte an hochfrequente Prozesse stärker gebunden ist. Er hat also weniger Zeit und Kapazität, soziale Kontakte zu pflegen. 

Diese sind es aber, die die Elastizität persönlicher Umstände bestimmt, welche wiederum einerseits dafür maßgeblich sind, ob jemand Rückschläge verkraftet oder nicht. Eine solidarische (also sozial gleiche!) soziale Schichte hängt davon ab, wie gut sie gepflegt werden kann, und das wiederum ist eine Frage der Reziprozität. Das heißt, daß sich Schuld und Schuldeinlösung in einem ständigen Ausgleich, bei gleichzeitigem Aufbau neuer Verbindlichkeiten im nächsten Schritt (einer ist immer "voraus") befinden.

Salopp gesagt bedeutet das, daß jemand dem anderen - dem Schichten-Kollegen sozusagen, etwas Gutes tut, ihm einen Gefallen leistet, bei der Berufslaufbahn hilft, was schon alleine, ja vor allem durch adäquate Information geschieht, hilft bei der Berufslaufbahn etc. Das ist bei wohlhabenderen Schichten nicht nur besser und auf vielerlei Weise möglich, sondern es ist geradezu Merkmal einer sozialen Gruppe. Damit ist erklärt, warum eine wohlhabende Gesellschaft immer auch eine Gesellschaft von großen Gruppen mit hoher Solidarität ist. 

Denn diese Wechselseitigkeit ist bei weniger wohlhabenderen oder gar bei armen Gruppen überproportional eingeschränkt. Und zwar AUCH, wenn sie scheinbar an keinen gravierenden Mängeln leidet. Und zwar NICHT nur an Gütern des eigentlichen Lebensbedarfs, wie man meinen könnte, sondern sogar, wenn sie mit Konsumgütern relativ gut versorgt ist. Weil - siehe oben - sie durch die Art der Produktivität (nicht durch deren Bedeutung am Markt), die die Notwendigkeit ständiger Anwesenheit bedeutet (und das ist mit hoch- oder niederfrequent gemeint).

Reich sein heißt, daß so viel Kredit seitens einer Gruppe zur Verfügung steht, daß Verluste weitgehend absorbiert werden können. Es setzt damit voraus, daß man auf fast verborgene Weise in ein Netz eingewoben ist, das nur schwer zerreißt. Arm sein heißt hingegen, isoliert zu sein.

Die Schichte der Wohlhabende(re)n weist sich in erster Linie dadurch aus, daß deren Mitglieder relativ frei über ihre Zeit verfügen können, wir haben das bereits angedeutet. Das darf man durchaus in weiterem Sinn auslegen, und zeigt, daß man Wohlstand häufig mit anderen Kriterien messen sollte. Es ist dann diese Vielfalt im sozialen Leben, die nicht nur dem Geld, sondern dem Prinzip der Reziprozität innerhalb einer Schichte geschuldet ist. In Gestalt einer Gruppe, die "so und so lebt", und die vor allem eine Gemeinsamkeit hat: In der Möglichkeit, mit ihrer Zeit zu verfahren. Die also nicht kurzfrequent, sondern mittel- oder langfrequent leben kann.

Diese Thesen haben übrigens auch gewisse Nützlichkeit. Denn so kann man dann das Kaufverhalten von Menschen viel besser als mit "Mikrozensusdaten", Zahlen zu Einkommenshöhen und so weiter abschätzen. Denn was Menschen kaufen, hängt nicht einfach mit Geld zusammen. Sondern in den erworbenen Gütern zeigt (nicht: erwirbt!) sich hier Zugehörigkeit, dort ein Willen zur Zugehörigkeit.

Diesem sozialen Standesverhalten (und um das handelt es sich) dienen die Güter, die die Menschen anschaffen. Mit denen aber nicht nur die Erfüllung der zwischenmenschlichen Reziprozität möglich ist, sondern die das Fundament einer ganz wesentlichen Eigenschaft von Identität selbst bedeuten, nämlich der Eigenschaft der Abgrenzung. Glieder einer sozialen Schichte kennzeichnen sich nämlich durch eine bestimmte Art der Güter, die sie kaufen, mit denen sie sozusagen "ihre Umwelt dekorieren." Dazu gehört auch ein bestimmtes "Überschußverhalten", denn im sozialen Umfeld muß immer wieder "in Vorleistung" gegangen werden (können).

Schön langsam wird damit vielleicht begreifbarer was Armut in Wahrheit bedeutet. Nämlich gar nicht in erster Linie die Abwesenheit von notwendigen (kurzfrequenten) Gütern. Sondern die mangelnde Möglichkeit, die Güter selbst das soziale Leben "tragen" zu lassen, und vor allem aber die Vielfalt der Lebensgestaltung durch Güter. Denn die ist es dann, die Differenziertheiten möglich macht. Und die sind wiederum unbedingt notwendig, weil es in keiner wohlhabenden Gesellschaft GROSZE Schichten, dafür aber VIELE Schichten gibt. 

[Beispiel: Ein Unternehmer trifft seinen Freund, der ebenfalls ein Unternehmer (mit ähnlicher Firmengröße, ähnlicher Lebensführungsmöglichkeit) ist. Beide unterhalten sich nun über ihre Leidenschaft für Zigarren aus Kuba und beschließen, einem Club der Zigarrenraucher beizutreten. Der Leser kann selbst weiterdenken, welche Vielfalt sozialer Verbindungen und Verbindlichkeiten sowie welche Folgemöglichkeiten sich aus diesen wenigen Merkmalen bereits ergeben. Denke sich der Leser alleine dieses Beispiel nun für vom Monatslohn (=hochfrequent) abhängige Arbeiter, die abends nach der Schichte im Dorfwirtshaus sitzen und Marlboro rauchen.]

Untersucht man die sozialen Strukturen wohlhabender Länder ist es also vor allem die Differenziertheit und Vielfalt des Sozialen, die auffällt. Die NICHT dem ersten Sektor eigen ist, also dem der Urproduktion (Landwirtschaft, Bergbau etc.)! Diese Vielfalt ist selbst schon dafür verantwortlich, daß sich auch jene differenzierteren Erwerbsmöglichkeiten ergeben, die bereits dem zweiten (Verarbeitung), vor allem aber dann dem dritten Sektor des Wirtschaftslebens (Verwaltung, Lehrerschaft, jedenfalls mit hohem Dienstleistungscharakter) zugehören.

Damit ist ferner nicht nur erfaßbar, woraus das Geistesleben einer Gesellschaft sich charakterisiert. Sondern es zeigt einen weiteren wichtigen Faktor, der für Wohlstand bedeutend ist, und das ist der der Risikoaffinität. Jemand, der einer wohlhabenden Schichte im oben versucht beschriebenen Sinn zugehört, weist nämlich auch eine bei weitem höhere Bereitschaft auf, RISIKO einzugehen. 

Denn der Arme, dem ein Risiko schlagend wird, weil er - sagen wir - einen Betrieb gegründet hat, der aber pleite ging, sodaß ihm sogar Schulden bleiben, kann sich kein zweites Risiko mehr leisten! Er überlegt es sich also dreimal (und das wörtlich) so gut wie der Wohlhabende(re), ob er ein Unternehmen gründet, weil er NUR EINE CHANCE hat. Geht die schief, ist er gewissermaßen für den Rest seines Lebens erledigt. Geht dem Wohlhabenden (mit einem entsprechenden sozialen Netz Gleichgestimmter) ein Unternehmensplan daneben, ist die Wahrscheinlichkeit, daß er sich fängt, ja daß er von seinem sozialen Umfeld aufgefangen wird, sehr hoch!

Morgen Teil 2) Reich sein heißt gar nicht in erster Linie, viel Geld zu haben, sondern in einer Gruppe gut integriert zu sein, die reich ist - Das fulminante Fazit, das es in sich hat.


*260121*

Mittwoch, 6. Januar 2021

Als das große Schweigen begann (2)

Teil 2)
Die Liebe verschwand, Atheismus und Reichtum kehrte ein, 
und mit ihm der Sozialstaat

 

Vor allem war das Prinzip des "Gemeinwohls" verschwunden, bestenfalls noch auf ein "freundliches, wohltätiges Verhalten" zwischen Individuen reduziert worden. In dem das erste Gebot der Nächstenliebe, in dem alle übrigen Gebote enthalten sind, schon durch "Krumen vom Tisch" erfüllt war. 

Um es mit den Worten des Ethnologen Marcel Mauss zu sagen, veränderte sich die Art, wie die Menschen miteinander umgingen, von einer Gesellschaft der Verbindlichkeit weil wechselseitigen Gebens (sic!) zu einer Renn- und Kampfarena, in dem der "Vorteile" hatte, der am rücksichtslosesten mit den anderen verfuhr, der vor allem überlegen wurde, weil er "clever" auf die Momente wartete, in denen der andere das mathematische Prinzip außer Acht ließ ... weil er liebte. Weil er eben nicht "an sich" dachte. 

Denn mit Wettbewerb, mit dem Kampf aller gegen alle läßt sich eben keine gesellschaftliche Ordnung aufrichten. Wenn diese Ansicht im 18. Jahrhundert aufkam, dann nur deshalb, weil sie den monetär - worauf sich Größe und Reichtum bereits reduziert hatte - Mächtigsten, die längst nach den politischen Prozessen griffen, nützte. Weil sie die Gier und das unehrenhaft erworbene Gut absicherte.

Am deutlichsten wird das bei der Betrachtung des Begriffs "Reichtum". Der immer mit "Ehrenhaftigkeit" verquickt war, nun aber seine Bedeutung änderte: Nun war der Reiche der finanziell Mächtige, und ersetzte endgültig den Adel, wurde zur neuen Elite. Womit erstmals der dritte Stand zur Höhe des ersten aufrückte - das Zeitalter der Emporkömmlinge, der Neureichen, des Geldadels begann.

Denn längst hatte auch das Geld eine neue Stellung in der Kultur: Aus einem an sich bedeutungslosen Medium, das reines Mittel zum Zweck war, wurde nun ein Zweck an sich. Das als Geldkapital auf Opfer lauerte. Weil es durch die Zinsen als dem prägenden Merkmal der Hilfe, vor allem im Leihen, das jedes miteinander Leben und Arbeiten kennzeichnet, denn Gemeinschaft (bzw. Gesellschaft) ist immer eine zwischenmenschliche Gemeinschaft der wechselseitigen Verbindlichkeiten, also der Schulden - und das ist auch Geld: Ein Versprechen, eine Vereinbarung, eine "Fiktion".

Die wirkliche Katastrophe, die Nelson meint ist, daß im 18. Jahrhundert die Kirche den Widerstand gegen die Zinsnahme aufgab. Und zwar einfach dadurch, daß sie zu schweigen begann, wo sie aber laut aufschreien hätte müssen, weil die Zinsnahme selbst eine Todsünde war. Die nun aber zur Norm wurde, und damit eine ganze Kultur in rasendem Tempo zu einer Unkultur des Kampfes aller gegen alle machte. Der sich "Liberalismus" nannte, in welcher Lüge er das Wort "Freiheit" bis heute pervertiert.

Heute glaubt die überwältigende Mehrheit der sogenannten Christen auch tatsächlich, daß sich im Sozialstaat, diesem atheistisch-sozialistischen, antikulturellen Kretin, die christliche Nächstenliebe finde. Daß sie mit ihren Steuern und einem kleinen Spendenbeitrag zu Weihnachten ihre Pflicht zur Liebe erfüllt hätten. Während sie nicht nur den Rest des Jahres den Tod verbreiten, sondern über die habituellen Prägungen pervertierter Lebensvollzüge die nächsten Generationen heillos verderben.

Denn nicht nur erwuchs dieser Grundprägung der Gesellschaft heraus dann auch eine Überbevölkerungsideologie eines Malthus, und vor allem eine Evolutionslehre eines Darwin, sondern aus denselben immanenten Mechanismen heraus wurde er zur beherrschenden Ideologie des Abendlandes, dem er damit den Todesstoß versetzt hat.

Aber eine Todsünde ist diese Auffassung vom Wirtschaften als "Dienst an einem fremden Gott, als Dienst am Mammon" im moralischen Verständnis der Kirche bis heute. Auch wenn dieses Schweigen der Kirche bis heute anhält. Die sich lieber (weil es nicht so aneckt) auf den seicht-sentimentalen Verweis auf die "milde Gabe", das "Teilen" - siehe oben! - beschränkt. 

Anstatt auf das große, ja himmelschreiende Unrecht hinzuweisen, das diese "milde Gabe", dieses "großherzige, ach so gute Teilen" meist überhaupt erst notwendig macht. 

Oder (und man weiß nicht, was schlimmer ist, das Schweigen zum Kapitalismus oder dieses ideologistische Schreien) sie befördert einen menschenverachtenden Sozialismus, der auf derselben materialistischen, mechanistischen und evolutionistischen Anthropologie beruht wie der Kapitalismus.


*311220*

Dienstag, 5. Januar 2021

Als das große Schweigen begann (1)

William Paley (1743-1805)

Ich verwende den Begriff Nächstenliebe weder im allgemeinen Sinn der Gabe an die Armen noch im Sinne des heiligen Paulus als Wohlwollen allen Menschen gegenüber. Ich wende ihn vielmehr in einem Sinn an, der für meinen Zweck besser geeignet ist, in dem es um die Förderung des Glücks unserer Untergebenen geht.*

Wohltätigkeit in diesem Sinne halte ich für die Hauptprovinz der Tugend und der Religion: Während weltliche Klugheit unser Verhalten gegenüber unseren Vorgesetzten und Höflichkeit das Verhalten gegenüber den uns Gleichen bestimmt, gibt es neben der Berücksichtigung von Pflicht oder gewohnheitsmäßiger Menschlichkeit wenig, das sich der Überlegung aufdrängt, bemüht man sich um die Kriterien für ein angemessenes Verhalten gegenüber denen, die unter uns sind und von uns abhängig sind. 

Somit gibt es drei Hauptmethoden, um das Glück unserer Untergebenen zu fördern. Erstens, durch die Behandlung unserer Hausangestellten und Angehörigen Zweitens, durch professionelle Unterstützung. Drittens, durch finanzielle Großzügigkeit.

Das schreibt der anglikanische Theologe und Philosoph William Paley in "Principles of Moral and Political Philosophy".

Daraus wird erkennbar, wie sehr mit dem 18. Jahrhundert die historische Interpretation der christlichen (Nächsten-)Liebe bereits zu einem Schatten seiner selbst geworden ist.

Und zwar genau in den Kreisen, von denen noch erwartet werden konnte, daß sie der Herausforderung der Weiterentwicklung des Kapitalismus begegneten, indem sie den Aufruf zur Liebe mit immer größerem Nachdruck bekräftigten. Stattdessen war aus dieser Heilsbedingung eine lauwarme Ermahnung geworden, "das Glück der Untergebenen zu fördern".

Mit diesen Sätzen beendet Benjamin Nelson sein Buch "Die Idee des Wuchers - Von der Stammesbruderschaft zu universeller Andersheit." Und beschreibt damit die Verwandlung eines Grundsatzes, der die Wirtschaft im Abendland bis zur Entwicklung des Kapitalismus geprägt hatte. Und dieser Grundsatz war die Nächstenliebe gewesen. 

*Siehe dazu Thomas Hobbes in "Leviathan", der zu jener Zeit das europäische Staatsverständnis grundlegend (und in diesem erwähnten Sinne) veränderte.


Teil 2) Die Liebe verschwand, Atheismus und Reichtum kehrte ein,
und mit ihm der Sozialstaat

 
*311220*

Mittwoch, 16. September 2020

Die frühe Antithese zur Kultur

In dem Moment, wo das Ideal des Lebens in Gott nicht mehr die Armut - Äquivalent zum Sterben als Tor zur Übernatur, als verbindendes Glied also - ist, in dem Moment ist die Tür geöffnet zur Möglichkeit, daß ein Leben mit Gott ein Leben in Reichtum sei. In dem Moment sind Güter und Besitz ein Weg zu Gott, und nicht mehr - wie zuvor - ein Weg von Gott weg, wie es die Heilige Schrift viele Male erzählt. 

Damit hat sich im 13. Jahrhundert, wo das eintrat, die Tür zum Protestantismus und noch deutlicher: zum Calvinismus geöffnet. Der sogar die These vertritt, daß Reichtum ein Zeichen für ein Leben in Gott ist, während Armut Verdammnis und Nicht-Errettetheit aussagt.
Es war aber auch das Jahrhundert des Geldes, das erstmals nach der Römerzeit wieder in so hohem Umfang und in neuer Rolle (sic!) aufkam, daß es mehr und mehr zum Träger der Entwicklungen wurde. Und mit ihm kehrte sich in rasendem Tempo das Prinzip des gesellschaftlichen Lebens vollkommen um: 
Aus einer Liebesgemeinschaft (als Ideal), in der jeder jedem diente, und es nicht nur nicht mit Gewinnabsicht tat, sondern im Gegenteil, im Geben das entscheidende und schöpferische Moment sah (und mit Recht, wollen wir hinzufügen), wurde eine berechnende Gesellschaft und Kultur. In der Geld das freie Spiel der göttlichen Vorsehung (meinetwegen nennen wir es: Schicksal, oder besser: Geschick) auszuschließen begann. Wer nicht beichtet, muß eine gelungene Welt beweisen.
So ist die direkte Antithese zur vormaligen Grundthese des Abendlandes definitiv im 13. Jahrhundert gesetzt worden. Das jenes Jahrhundert war, in dem sich Geld und Wert zu einem eigenen Ding entwickelt hat, das aus seiner abstrakten Natur heraus das Insgesamt der Lebenserscheinungen, das ein dichtes Gefüge der Welt war, zu dominieren begann. Die Welt wurde auseinandergerissen.

Also ist es auch kein Mirakel, daß exakt dieses Jahrhundert auch jene Epoche war, in der die mechanische, über Takt sich bewegende Uhr nicht nur erfunden wurde, sondern in hohem Tempo Verbreitung und Anwendung fand. Sie begann nun das Auseinandergerissene zusammenzuhalten, und diktierte dabei die Welt, die sie abzustimmen begann. Sie war es nun, die den Verlust des Ineinander der Dinge, die sich wechselseitig abstimmen (weil alles Gelingen, also alles Seiende, eine Frage des Zusammentreffens, also der Vereinbarung ist), durch mechanische Vorgänge ersetzte.

Die kein Leben "in Gott" mehr verlangten, um stimmig zu bleiben. Sodaß jede Unstimmigkeit in einer Abkehr von Gott zu begründen war, wobei man damit leben mußte, daß eben die Welt unvollkommen ist, WEIL der Mensch es kraft der Folgen der Erbsünde ist. Nunmehr lag das Gelingen in der Vereinbarung.

Also nimmt es auch nicht wunder, daß eben in diesem "langen Jahrhundert" (wie Jacques Le Goff es nennt, weil sich eine sehr geschlossene Epoche zeigt, die aber  genau genommen von den 1160er Jahren bis zu den 1330er Jahren dauerte, als die Pest einbrach und vorerst alles stoppte) in der Beweiskraft erstmals der schriftliche Vertrag das Obergewicht vor der mündlichen Vereinbarung erlangte.
Alle diese Erscheinungen aber gehören in eine Reihe. Sie sind Ausdruck ein und desselben prinzipiellen Geschehens, in dem der Mensch Gott gegenüber mißtrauisch geworden ist. Warum? Weil das, woran der Mensch festhält, der Welt "gestohlen" ist. Das alleine wäre nicht das Problem, aber das war es: Der Mensch wollte es nicht mehr hergeben. 
Sodaß sich die Sünde als beherrschende, aber notwendig verborgene, fortan aber sogar führende, bestimmende Stimmung bahn brach ... 
Was nun kommt, was wir von dort an als Geschichte vor Augen haben, wird zunehmend ausschließlicher zu einem Versuch, die Sünde zu rechtfertigen und vor Gottes Augen zu verbergen.

Aus der Hand Gottes gerissen, mußte aber nunmehr alles der menschlichen Bestimmung zubehörig werden. Es mußte zählbar, wägbar, vergleichbar, bewertbar, berechenbar werden. Nach und nach formierten sich die König- und Fürstentümer zu Staaten, nach und nach entstand ein Rechtssystem, das aus einer eigenen Logik heraus Recht zu sprechen begann, nach und nach wurde die Finanzbuchhaltung in den königlichen Kassen etabliert, nach und nach stieg überall - und wirklich überall und in jeder gesellschaftlichen Schichte - das Maß der finanziellen Verschuldung, und damit weiter die Bedeutung des Geldes und des Zinses.

Das Abendland wurde in diesem langen 13. Jahrhundert zu einer Welt, in der sich Mathematik und Welt, Geist und Natur im Nominalismus, ja sogar die Zeit und Natur - als fortan Zeit versus menschliches Gefühl und menschliches Ereignis, ein Geschehen von immenser Folgewirkung! - endgültig als zwei einander fremde, wesenhaft "andere" Dinge gegenüberstanden. Sodaß nicht mehr eines aus dem anderen hervorging, eines nur eine andere Ebene des anderen war. Die Bedeutung der Zahl änderte sich somit. Sie wurde vom Weltsymbol zum bloßen Zeichen.

So nebenbei stellte die Uhr die Sphäre des Öffentlichen mit der technischen Weiterentwicklung (Kleinheit, Transportabilität) immer mehr ins Private durch, das so durch das Öffentliche bezwungen und "geordnet" wurde.



Donnerstag, 30. April 2020

Wir brauchen mehr, nicht weniger Menschen! (3)

Teil 3) Ohne Wohlstand keine Ökologie
So wird meist argumentiert. Aber stimmt das?


Das heißt: Ökologie ist eine Funktion des Wohlstands. Ja, sie kann sogar als Funktion des Einsatzes von Maschinen gesehen werden. Und darin muß die Ökologie als Funktion des Einsatzes von Rohstoffen mit gespeicherter konzentrierter (=unterirdischer) Energie=Arbeit gesehen werden. Während die kulturelle=zivilisatorische Höherentwicklung eine Funktion des Menschen selbst ist, der wie alle Dinge zu einem größtmöglichen Ausbau seiner Möglichkeiten strebt. Und die sind beim Menschen ... Geist.

So seltsam es also nun für manche klingen mag: Eine Beseitigung von Umweltproblemen ist insofern gar nicht möglich, wenn nicht erst jene Entwicklungen durchschritten worden sind, die ab einem gewissen Punkt als ästhetisch-geistige Bedürfnisse auftreten, aber bis dorthin jene Erscheinungen bewirkt haben, die dieser letztere Schritt als Problem sieht, in das er Arbeit = Geld = Energie zu stecken bereit ist, die in jedem Fall von seinem Wohlstand getragen werden müssen.

Erst Wohlstand macht also Ökologie in dem Sinn, wie diese heute meist verstanden wird, möglich. Wohlstand selbst aber hängt von den Menschen ab. Ohne Menschen gibt es ihn gar nicht, und die Arbeitsteiligkeit, damit der Wohlstand, ist sogar in dem Maß wohlstandsfördernd und energieeffizient, als möglichst viele Menschen auf möglichst engem Raum leben und arbeiten.

Brechen wir vorerst an dieser Stelle ab, und ziehen wir ein einfaches

Zwischenfazit

Weder ist deshalb der Mensch prinzipiell der große Ausbeuter durch seine zivilisatorischen Errungenschaften oder den Abbau von Rohstoffen, noch (prinzipiell) der große Störenfried, ohne den sich alles so wunderbar entwickeln würde. Andersherum wird ein Schuh draus: Erst der Mensch ist - oder wäre - Garant und Schöpfer von Nachhaltigkeit, dieser Leitanforderung jeder Ökologiebewegung.

Wer immer da sagt, daß die Welt "an Überbevölkerung leide", kann dies als Justament-Standpunkt bzw. aus subjektivem Willen tun, in dem er bestimmten Phantasien anhängt. Aber es kann es nicht unter Berufung auf Wissenschaft und Wahrheit sagen. Schon gar nicht also unter Berufung auf eine christliche, von der Wahrheit inspirierte Moral. 

Wir werden diese Aussage Punkt für Punkt belegen. Was gar nicht so leicht ist. Denn das Natürlichste, das Wahrste ist unserem Verstand am schwierigsten ergreifbar. Das Auge sieht sich erst, wenn es krank ist. Und, muß man hinzufügen: Es sieht sich nur dort, wo es krank ist. Wenn, dann weiß man über das Wahrste mehr als über alles, was wir jemals bewußt vor Augen stellen könnten. 

Nur in der Poesie ist deshalb die Natur der Schöpfung wirklich erfaßbar und darstellbar. Wenn man also sagt, daß die Philosophie in ihrer größten Höhe (oder Tiefe, je nachdem) mit der Poesie zusammenfließt, so muß das noch mehr von der Wissenschaft über die Welt gesagt werden. Wo das Wissen am sichersten wird, verstummt allmählich das Sprechen darüber. Schönheit, dieser Glanz der Wahrheit, dieses Licht des Guten, ist eine Kategorie der Erfahrung, nicht des Verstandes.

Stimmt das aber? Ist Ökologie wirklich einfach eine Funktion von Ästhetik, und diese wiederum eine Funktion von Wohlstand? 

Wir greifen vorweg, in dem wir den kommenden Gedankenverlauf anreißen: Nein! Kultur ist eine andere Kategorie, und ohne sie gibt es kein Menschsein. In dem Augenblick, in dem das Zueinander von Befruchtung und Befruchtendem auseinanderfällt, bricht die Welt in ihrer Wurzel. Denn das Schöpferische gelingt nur, und anders "isset" nichts, 

denn Gott, das Sein-Sein, ist nicht nur schöpferisch im Sinne von "ex nihilo", sondern auch erhaltend, als Dauerwille des Seins, des ordo Gottes somit - des innertrinitarischen Selbstvollzugs als Existenz an sich, 

wenn es in seinem Vollzug auf die Gesamtordnung, also auf das Gesamtsein ausgerichtet ist (sich also alles Seiende nur ins Sein holt, als Teilhabe, als Empfangendes des Seins, das sich in der Liebe hinausstreckt) das aber wiederum überhaupt nur ist ("isset", actu) wenn es auf dieses Gesamtsein in Gott ausgerichtet ist. 

Das Ganze liegt also immer in Gott, somit auch alles Gelingen des Existenz-Selbstvollzugs (ein actu, in Gegenliebe, sonst ein nihil), der sich in der Begegnung Schöpferisches/Gebendes zu Austragendes/Empfangendes vollzieht, der nur als "zu allem hin offen" an seinem Ort geschieht, somit überhaupt Existenzakt ist.

Das heißt nichts anderes - und Gottes Zorn wurde immer erregt, wie die Berichte zeigen - als daß die Zahl der Menschen auf der Erde völlig in Gottes Hand liegt, einerseits, und andererseits das Gelingen der Welt vom Menschen abhängt. Somit die Vielzahl im Wollen Gottes liegt, ja liegen muß, weil erst so die Welt in die Kirche (Reich Gottes) hereingeholt wird, sonst ins Nichts fällt (Entropiegesetz der Physik!).

Und der Mensch existiert nur im Voll-Vollzug, also im immer offenen Empfangens- und Spendungsakt.
Wird fortgesetzt



*010420*

Mittwoch, 29. April 2020

Wir brauchen mehr, nicht weniger Menschen! (2)

Teil 2) Ohne Energie keine Arbeit, ohne Arbeit kein Wohlstand


Schon über diese ersten Überlegungen muß man also zu dem Schluß kommen, daß die prinzipielle Aussage, daß Verbrennung ein "in sich schlechter Akt" sei, der auf alle Fälle zu unterlassen sei, daß jede Form von Freisetzung von Kohlendioxyd deshalb schlecht sei, nicht stimmen kann. Vielmehr haben wir es hier mit einem so grundsätzlichen Vorgang zu tun, daß man sich eher die Frage stellen muß, ob wir nicht genau durch das vorgeblich Rettende, das Vermeiden von Kohlendioxyd, der Welt ("Natur") schweren Schaden zufügen. Patrick Moore, einer der Gründer von Greenpeace, ist etwa zu dieser Ansicht gelangt.  Immerhin gibt es ohne Verbrennung, die chemisch gesehen eine Oxydation ist, überhaupt keinen Lebensvorgang, und das sagt uns die Evidenz! Warum das so ist, wissen wir schon nicht mehr. Es ist einfach so, und noch nie konnte das Gegenteil gezeigt werden. Es könnte also auch eine Pflicht zur Verwendung von Rohstoffen geben, die zu unseren Füßen liegen.

Und da weisen die obgenannten Kanadier gleich auf einen Umstand hin, der bislang völlig vergessen scheint: Das Nutzen von Stoffen unter unseren Füßen, die noch dazu - was das wohl für eine Aussage ist? - die Stoffe mit um Dimensionen größerer Energiedichte sind, so daß also wesentlich weniger Raum für eine bestimmte Arbeitsleistung auf (und erst recht über) dem Erdboden nötig ist, ermöglicht, daß wir wesentlich weniger Fläche brauchen, um zu leben und zu überleben! Die Folgen eines geradezu auf den Kopf gestellten "Öko-Bewußtseins" kann man sich wohl ohne viel Phantasie vorstellen.

Nicht zufällig ist der Wohlstand der Völker immer vom Vorhandensein von Rohstoffen und deren "artgemäßer", also nicht abweichend vom einzelnen Ding vorgegebener Grundwesensart, damit wider-sinnig eingesetzter - man denke an das Betreiben einer Wassermühle mit flüssigem Öl - Verwendung für Arbeit bestimmt worden. Rohstoffe wie Öl oder Kohle (wir wollen im Beispiel bleiben) sind für so eine Abwägung in erster Linie eben als Wärmespeicher zu sehen, und darin als potentielle Arbeit! Daß Wohlstand mit Arbeit zu tun hat (auch im Tauschvermögen, man denke an Vorkommen von dem überall geschätzten Gold, oder ergiebige Fundstätten von Edelsteinen) leuchtet wohl jedem ein, der einmal ernsthaft versucht hat, sein Leben und das einer ihm zugehörigen Familie zu fristen.

Wie es sich mit Nebeneffekten (wie der Luftbelastung durch Ölverbrennung) verhält, werden wir später behandeln. Vorerst soll nur darauf hingewiesen werden, daß deren Vermeidung oder Unschädlichmachung - gar nicht so selten ein Problem der Schönheit und Ästhetik, gar nicht der Gesundheit - mit jenem Wohlstand zu tun hat, den ihre Haupt- oder Erstverwendung erst schaffen muß. Es gibt hinlängliche Daten (siehe u. a. die Ausführungen von B. Lomborg), daß diese Frage erst ab einem Bruttosozialprodukt von (in Kaufkraft derzeit) rund 5.000 Dollar pro Jahr lösbar, ja im Verhältnis zu einem weiteren Steigen des BIP sogar ein Bedürfnis wird. Umweltschutz, also das Berücksichtigen von Aspekten, die einen Hauptzweck übersteigen, hängt also auch, wenn nicht sogar wesentlich mit der Kultur- und Zivilisationshöhe zusammen.

Von diesem Punkt aus ist es nur ein kleiner Schritt zur Feststellung, daß Wohlstand mit anderen Menschen und den Wegen zwischen ihnen zu tun hat. Nicht nur, weil Entfernung Energie und Arbeit braucht, um überwunden zu werden, und zwar entweder direkt oder indirekt (als Investition in Fahrzeuge, die somit Energie schon in ihrer Konstruktion binden), sondern weil räumliche Nähe eine andere Form von Beziehung schafft: Erzwingt ebenso wie ermöglicht. Damit kann das einsetzen, was ausschlaggebend für individuellen Wohlstand ist - die Arbeitsteilung! Es ist unbestreitbar, daß Menschen, die auf engen Räumen leben und arbeiten, auch eine hohe Form von Arbeitsteilung entwickeln.

Das hat wiederum mit einem anderen Prinzip zu tun, das in der gesamten "Natur" zu beobachten ist, nennen wir es ruhig das Prinzip der Ökonomie: Das Prinzip des geringsten Aufwands zum höchstmöglichen Effekt. Selbst in der unbelebten Natur kann man dieses Prinzip beobachten. Natürlich gehört es somit zum Wesen des Menschen. Auf nahem Raum wird dieses Prinzip wie selbstverständlich auch zum Denkgesetz der Gerechtigkeit, und damit der Liebe (die der Gerechtigkeit zugrunde liegt). So daß jeder es selbstverständlich findet, mit bestimmtem Schwerpunkt an Fähigkeiten (und Neigungen als Willen, die Fähigkeiten auch zu betätigen, wobei auch "Moral" - sagen wir: Pflichtgefühle, Ehre usw. usf. - als Moment von Haltung, Liebe und Wille zu sehen ist) auch einen "Ruf" zu sehen, und somit einen bestimmten Beruf auszuüben.

In dem er von anderen wiederum um Leistung gebeten wird, für den dieser gerne etwas als Gegengeschenk etwas hergibt: Man denke an Lohn oder Preis, aber auch an Gegenleistung dem eigenen Arbeitsvermögen entsprechend. Wir haben damit - flugs - einen sogenannten Markt. Aber nicht nur einen Markt, wo Gleiches mit Gleichem vergolten wird, sondern auch einen Markt, auf dem die Leistung jedes Einzelnen im Gesamten gesehen die Effizienz sämtlicher Marktteilnehmer anhebt.

Der gute Schuster macht bessere, haltbarere, auch kostengünstigere und rohstoffsparendere Schuhe, der Müller, der solche braucht, mahlt besseres, feineres, vielseitiger verwendbareres Mehl und nützt da Getreide effizienter, usw. usf. Damit wächst durch die größere Menschendichte der Wohlstand aller. Die Wirtschaftsgeschichte Europas zeigt eindeutig, daß mit den Städten als den Zentren der Arbeitsteilung, die den arbeitsteiligen Klöstern (als erste Wohngemeinschaften) folgten, die sogar die "Schule der Arbeit und des Denkens" für Europas Entwicklung maßgeblich waren.

Wir sprechen hier vom Prinzip. Wir sprechen nicht von Fehlentwicklungen aus bestimmten Gründen, wie der Entwicklung von Megastädten, um vorzugreifen.

Damit wird auch erkennbar, welche Rolle die Technik zu spielen beginnt, denn Fähigkeiten, ein Produkt herzustellen - und damit Wohlstand und Arbeitsteiligkeit - hängen auch mit der Herstellung von Maschinen zusammen, die bestimmte Leistungen erbringen können. Und damit auch des Kapitals, dieser gebundenen Arbeitsleistung, um solche Maschinen zu bauen oder anzuschaffen. Sie zementieren die Arbeitsteiligkeit, machen sie selbst zu einer Maschine. Machen damit aber auch das Eigentümliche jeder Maschine (als "toter" Technik) klar, nämlich das des Reibungsverlusts. Soll heißen, daß bei einer Maschine niemals die erbrachte Arbeitsleistung exakt der Arbeit entspricht, die in der Maschine gebunden ist.

Eine Maschine braucht immer auch Energie für sich selbst, so daß der Ausstoß einer Maschine, der immer der "erbrachten Arbeit", also Energie, in egal welcher Form, nie ganz (soll heißen: nie restlos, wie beim nur gedanklich möglichen perpetuum mobile) dem Einsatz entspricht. In einem mehr oder weniger entsteht durch den Einsatz von Maschinen auch "ungenützte" verlorene Energie, und zwar als Wärme = Arbeit, als welche auch Verschleiß zu sehen ist.

Wenn wir nun einmal die bisherigen Aussagen auf simple Art kurzschließen, könnten wir somit zu der Aussage kommen, daß Umweltschutz als Kategorie des Lebens erst ab dem Moment möglich ist, als nicht sämtliche Kräfte des Menschen zum bloßen Lebensunterhalt gebunden sind. Dies wiederum tritt erst ab dem Moment ein, zu dem Arbeitsteiligkeit eintritt. Diese wiederum ist eine Funktion des Zusammenlebens von Menschen auf engerem Raum. Erst damit tritt das ein, was man als Wohlstand bezeichnen könnte. Erst ab diesem Moment ist auch das leistbar, ja wird zum Bedürfnis, wenn Arbeit abgezweigt (oder darauf verzichtet) werden kann, um sie in nicht direkt nutzenorientierte Tätigkeit fließen zu lassen. 

Morgen Teil 3) Ohne Wohlstand keine Ökologie? - So wird meist argumentiert.
Aber stimmt das?



*010420*

Dienstag, 28. April 2020

Wir brauchen mehr, nicht weniger Menschen! (1)

Teil 1) Grundsätzliches


Es kann deshalb nicht genug Menschen geben. Zumindest liegt es nicht im Verstandes- und Verantwortungsbereich des Menschen, in einer Begrenzung oder Festlegung der Zahl eine Aufgabe zu sehen, die seiner Macht und damit Verantwortung obläge. Als David sein Volk zählen wollte, wurde das vor Gott als so schwere Sünde gewertet, daß er eine große Strafe sandte, die (weil der Sünder der König war) das ganze Volk treffen mußte.

Schon in diesem Punkt kann ein erster, aber wichtiger Zusammenhang mit einem sogenannten Weltklima gesehen werden, es handelt sich ums selbe Prinzip: Das große Ganze, in das der Mensch eingebettet ist, übersteigt ihn von der Kategorie her. Es ist seinem Entscheiden deshalb zu komplex, nur eine dem Menschen übergeordnete Intelligenz wäre in der Lage, es zu bestimmen.

Genauso verhält es sich bei allen Kategorien und Universalia, die den Einzelnen übersteigen. Denen er also zwar angehört, die er jedoch nicht bestimmen, als Ganzes "schaffen" kann.
Das Ganze geht dem Einzelnen nicht nur zuvor, sondern es ist auch keine Summe von Einzelnem, sondern übersteigt dieses um eine Dimension. 
Von Verantwortung kann auch immer nur dort gesprochen werden, wo die Macht besteht, eine Sache zu bestimmen. Also ist der Mensch auch nicht "für das Weltklima" oder "für die Zahl der Menschen" verantwortlich! Sein Handlungs- als Verantwortungsspektrum im Einzelnen kann sich somit nur auf Dinge beziehen, die ihm gleich oder untergeordnet sind. Wo immer er glaubt, er könnte diese Beschränkung übersteigen, stößt er mit überlegenen Mächten zusammen:

Niemandem würde es einfallen zu glauben, er könne den Mars oder Centaurus 100 in grundlegenden Eigenschaften bestimmen. Wenn jemand das behauptet, lachen wir ihn zurecht aus. Und noch vor wenigen Jahrzehnten wäre dasselbe passiert, wenn man das vom Weltklima, vor wenigen Jahrhunderten, wenn man das von der Weltbevölkerung gesagt hätte.

Wenn wir heute behaupten, wir wären aber für diese Dinge verantwortlich, haben wir damit nicht den Erweis für "größere Macht" (etwas weil größeres Wissen) geliefert, sondern für einen absurden Glauben an gesteigerte Magie oder gar Machtsphantasie. In der Psychologie wertet man so ein Verhalten mit Recht als Pathologie.

In der Verantwortung des Menschen liegt vielmehr, was "unter" ihm, also zu seinen Füßen liegt. Das, was vor seinen physischen Augen steht. Das, was wie er selbst Ding oder einzelnes Lebewesen ist. Darin liegt auch jene Wahrheit, in der wir uns - in eins gestimmt mit den Grundzügen und Grundwahrheiten der übergeordneten Kategorien, also mit den religiösen Wahrheiten, den Weisheiten der Weisheiten, sozusagen - an und in (beides ist in einem Zugleich) der Welt zu betätigen haben. Als Pflicht wie als Lust wie als schöpferische Möglichkeit der Freiheit. Aus Gebot, Dankbarkeit und Pflicht, aber auch aus Ernte, Ertrag und Lohn.

Wie wir mit diesen uns zugewiesenen Dingen verfahren sollen und können ist eine Frage der Wahrheit und Erkenntnis. Die Moral im Umgang damit liegt also in erster Linie in einem wesensgemäßen Umgang, der sogar als Gebot zu sehen ist. Es gibt nicht nur die Pflicht zur Sparsamkeit, es gibt auch eine Pflicht zur vollen Ausnützung dieser Dinge! Eine Pflicht sogar, die Dinge, die uns zugewiesen sind, an und über die Grenzen ihres Eigenseins zu führen, und damit alle Kategorien der Schöpfung letztlich ineinander übergehen zu lassen.

Man denke da etwa an die Dressur von Zirkustieren, oder das Verfertigen von Schmuckstücken aus einem reinen, nicht willentlich geformten, von uns weich geschmolzenen Klumpen Gold. Oder man denke an das Verbrennen von Kohle und Öl, das nicht nur Wärme und damit indirekt Bewegungsenergie bringt, sondern über das freigesetzte ("niedrigere") Kohlendioxyd einen für die Pflanzenwelt, die unterste Stufe alles Lebendigen, also auch die erste (aber sicher nicht die einzige!) Nahrung von allem Lebendigen, zur Teilhabe am Sein (also dem "da-sein") unbedingt notwendigen Stoffes.


Morgen Teil 2) Ohne Energie keine Arbeit, ohne Arbeit kein Wohlstand



*010420*