Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Sonntag, 20. Februar 2022
Die Kultur im Fleische
Donnerstag, 23. Dezember 2021
Auch das gehört unter den Baum (2)
Mittwoch, 22. Dezember 2021
Auch das gehört unter den Baum (1)
| QR Film Ludwig II. |
Dienstag, 23. November 2021
Eine erschütternde Tragödie
Ich habe es schon oft gesagt. Die große Enttäuschung, die ich mit dem Beobachten der Heranwachsenden erlebt habe ist, daß sie nicht GEGEN das Establishment gekämpft haben. Hier war ich wesentlich radikaler und meinen früh erkannten Grundsätzen treuer, viel aufmüpfiger, viel rebellischer! Gegen Schule, gegen Beton, gegen die Einschließung und für die persönliche Freiheit. Diese Heranwachsenden aber haben sich erhoben, um FÜR die Eingliederung ins Establishment zu kämpfen. Das hat mich immer wieder fassungslos gemacht. Und dazu gehört die Identifikation mit den Müttern ebenso, wie die Aushebelung der Väter.
Freitag, 8. Oktober 2021
Bewußt in den Tod geschickt
Donnerstag, 4. Februar 2021
Irgendwann ist einfach Schluß (2)
Wir bringen hier nun noch einmal den zweiten Teil. Für die, denen der Lesestoff gestern doch zu umfangreich war, die aber - und das tun so manche Leser, wie der VdZ weiß, ihnen sei einmal mehr für ihre Treue und ihren Durchbeißwillen gedankt - im Gleichschritt mitgehen wollen.
Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!
Nehmen wir es deshalb etwas lockerer. Machen wir uns bewußt, daß wir nicht auf Erden sind, weil wir hier eine sooo wichtige Aufgabe haben, daß wir am besten ewig leben sollten. Und jeder Tod ein Fehler im System ist, ein Leck im Apparat, der zu vermeiden wäre, WENN wir denn dies und wenn wir denn dort und wenn wir denn das.
Wir werden sterben. Ob mit oder ohne Corona. Deshalb reicht es, wenn wir ein bissel aufpassen, wie wir es ja immer gemacht haben, wenn jemand krank war, und mehr noch wenn dessen Krankheit zum Tode ansteckend war. Angeblich oder wirklich. Und wenn nicht ... kein Malheur. Allen Ernstes. Es ist kein Malheur, den Löffel abzugeben. Es ist normal, und es ist das Schicksal JEDES Menschen. Auch unser unentrinnbares Schicksal damit. Also sollten wir doch ein bissel darüber lachen, sarkastisch, ironisch, denn klar, freuen kann man sich nicht darüber, aber wie sagte doch ein Weiser einmal? Tausend Rosen. Und frisch ans Werk, kräftig in die Hände gespuckt, und wenn es denn sein soll, dann eben ... kräftig gestorben. Denn wir wissen, daß es nicht um dieses begrenzte irdische Leben geht, dieses vallis lacrimosa, dieses Tal der Tränen, sondern darum, daß wir nach dem Tod, wenn wir denn zu Lebgezeiten, wo wir noch den Leib haben, also ganze Menschen sind, bei Christus sein wollten, durch Jesus Christus zu einem neuen Leben auferweckt werden. Und dann, dann geht es so richtig los, dann wackelt die Bude sozusagen. Dann haben wir jene Freude, die wir verloren haben, wieder. Ist das nicht ein Grund, sich zu freuen?
Oder wäre das nicht ein Grund, sich vom Tod weg Christus zuzuwenden? Das ist es doch! Das ist es, warum wir Corona nicht so richtig wollen, daß wir uns lieber zu Tode fürchten, als daran zu sterben. Und das ist ein Grund, warum wir von der Politik etwas verlangen, das sie nicht leisten kann.
Weshalb wir diesen Herrschaften "da oben" sagen sollten: Schon gut. Während wir sie vom Podium führen, unseren Arm um ihre Schultern legen und aus dem Saal begleiten, während sie noch immer reden und reden und reden, was der Tag lang ist, und nach links und rechts wie Irre bellen "Wir schaffen das!", und "Ich kann Euch retten" oder "Ich kann uns bewahren!" "Jaja, schon gut," sagen wir dann, und "Ist eh gut, ja, eh, wir glauben Dir das ja auch" ... während wir mit ihnen rausgehen.
Nichts können sie. Deshalb sollten wir dann, wenn wir sie draußen der Schwester übergeben haben, sie ihnen weiter gut zuredet und sie nach draußen zum Krankenauto geleitet, in den Saal zurück und aufs Podium gehen. Dann mal aufs Mikro klopfen, drauf pusten, ja, es ist eingeschaltet, und dann sollten wir folgende Rede halten. Wir sollten sagen: "Werte Herrschaften, ich möchte was sagen. Ich möchte Euch sagen, daß hinten ein Buffet ist, das wir später konsumieren können, daß im Saal B ein Bingo läuft, wer also möchte ... und daß wir sonst hier abstimmen, wie es mit der Treppe im Foyer weitergehen soll, mit dem Schuppen der Feuerwehr, und wer nun diese Straße saniert, die zum Gemeindezentrum führt, denn das ist ja wirklich kein Zustand ..." Und langsam fassen sich alle wieder, und allmählich fokussieren sie sich wieder auf das, was sie hier tun sollen und müssen - arbeiten, feiern, trauern, Musik hören oder Punzen schlagen, einfach LEBEN. Es gibt eine Menge zu tun.
Und, so nebenbei, schon vergessen? Leutel, es ist noch zwei Wochen - aber NUR noch zwei Wochen - Fasching!
Mittwoch, 3. Februar 2021
Irgendwann ist einfach Schluß (1)
Krankheit, und zwar jede Krankheit, zielt auf Tod ab, das sollten wir nicht vergessen, auch wenn wir es meist schon vergessen haben. Das hat uns die Medizin eingeredet, das hat uns ein Apparat eingeredet, der glatt so tut, als wäre die Krankheit letztlich vermeidbar und der Tod ein Betriebsunfall.
Leben ist ein actu, also ein Tätiges. Wir sagen ja "wir leben", und zwar in allen Sprachen der Welt, wir sagen nicht "wir werden gelebt." Aber darin verfehlen wir uns. Zwangsläufig, und zwar durch die Erbsünde. Wir haben durch sie so viele Neigungen zu Fehlern, daß wir in keinem Fall den Fehlern davonlaufen können. Sie sind immer schneller als wir, sie sind immer zahlreicher, als wir übersehen können. Denn sie sind eine Gesamtneigung, während wir immer nur Einzeldinge bekämpfen können. Und in der Erbsünde ist unser Insgesamt, unsere Gesamtrichtung abweichend und in Richtung Tod eingestellt geworden. Die Erbsünde Adams und Evas war eine Grundsatzentscheidung, in der die Ausrichtung unseres Daseins auf Tod zuging.
Unsere Stammeltern, diese ersten Menschen, von denen alle weiteren abstammen, haben sich in ihrem Entschluß, Gott nicht zu gehorchen, dazu entschlossen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie haben sich dazu entschlossen, selbst jene Herren zu sein, denen sie alles verdanken. Das war ein Fehler. Ein sachlicher Fehler, zu dem sie der Teufel überredet hatte. Es war ein schwerer Fehler, ein Irrtum, und sie sind augenblicklich darauf gekommen. Als Gott sie rief, waren sie sich dessen unbewußt bewußt, sie verbargen sich vor der Wahrheit, dem Sein selbst, von dem alles Sein abstammt. Sie schämten sich.
Weil wir innerweltlich, irdisch, leiblich von Menschen abstammen, also zweitursächlich (nach Gott, dem alles sein Sein verdankt) haben wir das von diesen Eltern auch übertragen bekommen. Neben unserem Sein, das seinen Sinn darin hat, in größter geschenkhafter Freude zu leben weil an Gottes Freude, die er am Spiel der Schöpfung hat, teilzuhaben. Und in dieser Freude, zu der wir berufen weil in die Welt gerufen sind, haben wir aber gewahr zu sein, daß wir diese wirkliche Freude erst NACH diesem Leben erfahren werden. Warum? Weil durch Adam und Eva der Tod in die Welt gekommen ist.
Aber Gott selbst hat uns durch seinen eigenen Sohn Jesus Christus davon erlöst, und uns - nach dem Tod - wieder in ein neues Leben hinein auferstehen lassen. DANN werden wir diese Freude erfahren, und sie ist wirklich gewaltig, der Leser möge es glauben, dem VdZ war als Gnade beschieden, davon ein bißchen kosten zu dürfen. Sie war so groß, daß er seither niemals etwas anderes hätte wollen wollen, als diese Freude wieder zu erfahren, in der sein ganzer Körper verwandelt, völlig verändert war. Wenn wir in der Taufe Mitglieder der Kirche geworden sind, werden wir daran teilnehmen können. Anders nicht. Zumindest wäre es vermessen das zu erhoffen, weil sonst ja das Leiden und Sterben Gottes selbst unnötig gewesen wäre, der Leser möge sich das einmal vorstellen!
Was er sich aber vielleicht nicht mehr so vorstellen kann ist, daß wir sterben müssen. Alle. Und daß wir immer eine Krankheit haben werden, an der wir sterben. Und sei es, daß wir "an Altersschwäche" sterben, also einfach so müde werden, sterbensmüde, buchstäblich, daß wir "hinübergehen", also unsere Seele den Leib losläßt, der daraufhin zu Staub wird. Während die Seele auf den Jüngsten Tag wartet, wo sie, ihrer Form, ihrer Forma nach, wieder zu einem ganzen Menschen geschaffen wird. In der Auferstehung am Jüngsten Tag, wie so viele Propheten verkündet haben. Und woran wir glauben dürfen, weil Gott selbst es uns erzählt hat. Und der muß es ja wissen.
Wir können es uns deshalb nicht so gut vorstellen, weil der Tod - ganz anders als etwa im Barock oder im Mittelalter - durch die Technik, vor allem aber durch die Art wie wir leben so weitgehend und scheinbar aus dem Blick geraten ist, verdrängt wurde, daß wir über lange Strecken unseres Leben, als Grundhaltung sogar, den Tod vergessen haben. In Corona (und das ist das Neue an dieser "Pandemie") hat der Tod sich aber wieder ins Sichtbare gemeldet. Nicht daß er nun plötzlich da ist! So tun wir aber! Sondern er war ohnehin immer da, nun sehen wir ihn aber wieder mehr. Und das ist uns peinlich. Es erinnert an unsere Grundschuld, und es erinnert daran, daß wir immer etwas und genug falsch machen, sodaß wir sterben werden. Mit dreißig, mit fünfzig, mit achtzig oder neunzig Jahren, irgendwann. Irgendwann ist einfach Schluß. Auch für uns. Auch für unsere Kinder, die so prächtig und vor Kraft strotzend leben. Auch für uns, die wir mit dem Alter ein Wehwehchen nach dem anderen, eine Schwäche nach der anderen, schließlich ein Konzert von Schwächen erleben müssen, das uns irgendwann das Leben kosten wird.
Keine Diät, keine noch so "gesunde Lebensweise" wird das verhindern können. Irgendwann ist Schluß. Auch für uns. Uns alle. Und daran erinnert uns Corona wieder. Aber wir sind das nicht gewöhnt. Wir wollen das nicht. Also glauben die Politiker allen Ernstes, sie tun uns einen Gefallen, wenn sie so tun, als wäre das etwas Unnötiges, Überflüssiges, von dem SIE uns bewahren können. Deshalb sehen sie sich ermächtigt, uns dermaßen zu karniefeln, daß uns jede Lebensfreude erstirbt. Nicht nur das, daß wir in so Dingen wie Lockdowns zwar irgendwie vegetieren dürfen, aber NICHT leben. Denn das ist tödlich.
Aber, werter Leser, sei er sich so wie der VdZ bewußt: Wir werden sterben. Auch unser Leben wird enden. IN jedem Fall. Ob morgen. Ob in fünf Jahren. Ob in zwanzig oder fünfzig Jahren. Irgendwann ist Schluß. Legen wir deshalb unsere Zitronenmine wieder ab, legen wir deshalb dieses Betroffenheitsgetue ab, das uns besonders von dieser Regierung angeboten wird, die so tut, als sei sie dann "verantwortungsbewußt", wenn ihr Gesicht auf "tragisch" gepolt wirkt. Ach was sind das doch für Heuchler. Oder, noch schlimmer, wie dumm sind die doch, weil sie das vielleicht wirklich gar nicht wissen. Sondern auch noch glauben, daß ihre Aufgabe es sei, den Tod aus dem Leben zu werfen.
(Wir bringen nun auch die zweite Hälfte des Artikels, für die, denen es nun "reicht", und die sich das Lesevergnügen auf morgen aufheben wollen.)
Morgen Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!
Freitag, 10. April 2020
Dreimaliger Verrat
Kein schlimmeres Übel als die Ortslosigkeit! Kein größeres Elend als das Fehlen des Sinns, der sich erst aus der Zugehörigkeit zu einem Ort erschließt.
Dienstag, 19. November 2019
Worüber Gretel sich aufregt
Man hat diesem kranken Kind nicht nur seine Kindheit gestohlen. Ihr Autismus spricht ohnehin Bände über das Umfeld, in dem es aufgewachsen ist. Sondern tatsächlich seine persönliche Zukunft.* Anstatt der Armen zu helfen, hat man sie noch mehr, ja fast unentrinnbar, in ihrem Gefängnis festgenagelt, indem man ihr eine Scheinexistenz übergestülpt hat. Ein wenig kann man davon ahnen, wenn man das kurze Video ansieht, wo sie in New York im September 2019 mit Donald Trump konfrontiert wird.
Die Auswirkungen der Hysterie, für die sie instrumentalisiert und den Wölfen zum Fraß vorgeworfen wurde, wirken fatal auf sie und ihre Psyche zurück, das kann man schon in diesen kurzen Sequenzen erkennen, die deutlich eine absurde Entfremdung von der Wirklichkeit zeigen. Das Kind hält die Lüge, die mit ihr inszeniert wird, für wirklich! Sie ist der Nabel der Welt, also warum kniet nicht auch der Präsident des mächtigsten Landes der Erde vor ihr? Der VdZ kann sich nicht vorstellen, daß dieses Mädchen jemals zu einer normalen, stabilen, natürlichen Verfaßtheit finden wird können. Die Kluft zur Wirklichkeit wird immer unüberwindbarer für sie. Man muß kein Prophet sein um zu sagen, daß das für das Kind noch ganz schrecklich enden wird.
Wie soll man nun aber aktuell mit Greta Thunberg umgehen? Gar nicht, soweit sie als Medienphänomen auftritt hat sie mit eines Verantwortung nichts zu tun. Denn einem Jugendlichen, einem Kind begegnet man nur persönlich, und hier ist ein gutes. kluges Maß zu halten zwischen Zuhören und dem notwendigen Urteil als Erwachsener, der die jugendliche Ungeformtheit bereits einordnen kann. Mit einem großen Problem, das bei Greta auftaucht: Daß man nämlich gar nie das Gefühl hat, daß hier ein Mädchen aus wirklich eigenem, originärem Erleben heraus spricht. Das macht wütend. Über die dafür Verantwortlichen. Über den Mißbrauch. Über die Dummheit so vieler dabei, die den Schabernack aus Schwäche mitspielen, oder weil sie das böse Spiel begrüßen, das ihnen nützlich scheint.
Sonntag, 25. November 2018
Von der Wahrheit und dem Künstler (3)
Weil er sich sonst der Gefahr aussetzt, seine einzige Inspirationsquelle zum Guten, Wahren, Schönen zu versäumen. Und die ist das Tun in der Teilhabe am Kult, an der konkreten, fleischlichen und lebendigen Schönheit, Wahrheit, Gutheit. Durch ein immer besseres Kennen geliebt, und damit auch im Opfer der Selbstüberschreitung von allen Schlacken gereinigt hergestellt. Denn im Entfernen des Unnötigen, nicht Dazugehörigen, wird das Geschaffene, das dann über sich hinausweist - auf die wirkliche Wirklichkeit, auf Gott. Aus ihm, aus dem unendlichen Geist an sich, kommt alle Form urbildhaft, wir bilden dann nur noch nach. Ohne Gehorsam kein Gelingen. Ohne Gehorsam kein Kunstwerk. Aus dem Nebel entreißen, aus dem diffusen, amorphen Stein meißeln.
So werden auch die künstlerischen Werke zu dem, was ein Kunstwerk ausmacht: Zu wirklich lebendigen - originären, einmaligen - Werken, wie alles Dingliche einmalig ist. Weil sie sind, also die unsichtbare Wirklichkeit zeigen weil aus diesem Weltgrund kommen, was sie darstellen. Am Kult als jener Quelle der Inspiration der Begegnung mit dem unendlichen Geist, aus der heraus dann auch eine Kultur alleine lebt weil Substanz zum schöpferischen, originären Tun hat. Und diese Substanz ist die lebendige Vernunft, als Einheit von Wahrheit (Verstand), Gutheit (Liebe) und Schönheit (Gefühl).
In diesem Sinn kann man erst davon sprechen, daß wirklich "jeder" zum Künstler berufen ist. Aber er ist es an seinem Ort. Deshalb sind Kunstformen, wie sie uns entgegentreten und die wir als "Kunst" bezeichnen - Literatur, Malerei, Architektur, Musik - in ihrer Form von der Kultur abhängig. Sie stehen aber zu deren funktionalem, zweckhaftem Gefüge "quer". Ihr Gesicht ist dem Universalen zugewendet. Sie werden aus einer Kultur damit geboren, weil sie diesen Platz freiräumen - konkret: Künstler sind Menschen, die man zweckhaft nicht "braucht", oder die nicht brauchbar sind, Kunst (in diesem eingeschränkten Sinn) als ultimo ratio ausüben, denn was sollten sie sonst machen?
Das unterscheidet damit auch den Künstler von allen anderen Teilnehmern am Gesellschaftsspiel (vereint sie aber mit dem Priester, dem Philosophen und dem König, die alle strukturell gleiche Probleme der Legitimität weil von der "Handauflegung abhängigen", also Gott verdankten Autorität haben): Die Existentialität seines Tuns. Erst wenn das der Fall ist, ist er in diesem engeren Sinn Künstler. Und das unterscheidet sein Tun von dem des Hobbys und der Muße, das ja auch keinen Zweck, wohl aber Sinn hat.
Dennoch ist es jedem Menschen aufgegeben, sein Tun an seinem Ort und in jedem Tun, also in jedem Beruf, zu jener Reinheit zu bringen, die in der Kunst und im Künstler ihre absolute Gestalt findet. Denn in der Grundbedingung - wenn auch nicht in der Gestalt - sind alle Menschen letztlich tatsächlich gleich.
Fazit
Fassen wir das nunmehr Gesagte zusammen, läßt sich eines sagen: Wenn es heute heißt, daß der Künstler (oder überhaupt der Mensch) "aus sich heraus" schaffe, so trifft genau das Gegenteil zu. Nicht aus sich heraus schafft er, sondern in etwas hinein! Alles, was er selbst dazu beiträgt ist nicht explizit, sondern allem seinem Tun immanent. Denn die Wahrheit liegt in der Sache, und um sie zu finden, muß er Urteile der Vernunft fällen. Tut er das nicht, glaubt er "aus sich heraus" schaffen und urteilen zu können, verliert er seine Freiheit, weil er sich Kräften ausliefert, die er nicht mehr kennt, weil ihm die Urteilsbasis des Ich fehlt.
Und deshalb erkennt er sich im Tun, aus der Wahrheit des Materials, und wird im Tun zu sich selbst. Im Gehorsam dem Material und der Sache gegenüber, die er darstellen möchte, weil er muß. Warum muß er? Weil er einen Auftrag dazu erhält. Erteilt eine Kultur den Künsten aber diese Aufträge nicht mehr (oder wie im 19. Jahrhundert, wo sie zwar Aufträge gab, aber diese nur noch die Wünsche des Funktionalen und Epigonalen waren), hat der Künstler in ihr keinen "Raum" mehr, keinen Ort, bricht die Kunst in sich zusammen, weil die Wahrheit zusammenbricht. (Auch dafür ist das 19. und dann das 20. Jahrhundert, dann so richtig Beleg.) So daß dann die Künstler in sich zusammenfallen, die diese Wahrheit nicht mehr verfleischlichen können. Ja, sie werden verdrängt von einer simulativen Pseudokunst, der es nicht mehr um Wahrheit geht, sondern darum, zu gefallen.
Samstag, 24. November 2018
Von der Wahrheit und dem Künstler (2)
Das erkennt man zumindest mit der Zeit am Werk (je nach Ausgangsbasis.) Es wird immer weniger vom Geist der Freiheit weil Wahrheit gestaltet, wird zufällig und willkürlich, was dann meist auch noch mit "experimentell" fehlinterpretiert und gerechtfertigt wird. Aber damit liefern sie sich dem Zufall aus. Sie erleben sich also genau nicht als schöpferische Individuen.
Es ist damit kein "Neuerfinden", sondern kann nur auf der Basis der bisher erworbenen Kenntnis der Welt (und damit des Materials, in dem sie tätig sind) erfolgen, also: In der Vernunft. So erst bleibt das tun immer wieder frisch, neu, originell und ein Entwicklungsweg zur Vollkommenheit. Die Formenkreise der Willkür und Irrationalität weil Unvernunft, in denen sonst gelebt wird, erschöpfen sich hingegen schnell. Sie können nicht wachsen, und man kann bestenfalls "neue Kreise" versuchen.
Freitag, 23. November 2018
Von der Wahrheit und dem Künstler (1)
Warum? Weil sie sich so gegen das stellen, was ihnen im Inneren erst "sich selbst" (als Gottes Ebenbild, als Geist) gibt und "stabilisiert", so daß sie auch in ihrer Distanz zur Welt, in der sie zwar Sinn, aber keine "Funktion" haben, leben könnten.
Stattdessen bleiben sie in einem historisch-faktischen Zustand, in dem sie eben gerade sind, und ihre Freiheit wird mangels Wahrheit notwendig zu Zufall und Willkür. Zufall heißt aber genau nicht - schaffen, heißt nicht im eigenen Urteil gestalten. Denn weil es die Wahrheit ist, die erst zur Vernunft kommen läßt - ein langer, immer vitaler und dynamischer Prozeß der Entflechtung aus dem Alltäglichen - fehlt ihnen somit jener Stand, aus dem heraus sie in der Lage wären, die verlangte, notwendige Freiheit im Urteil zu erlangen und zu bewahren.
Dienstag, 16. Oktober 2018
Ohne mehr Worte
Mittwoch, 24. Mai 2017
Ein bißchen was von Ironie
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| Photo gesehen auf Matt Damsay - Twitter |
Freitag, 3. März 2017
Hitler und der Papst
Der VdZ erlaubt sich an dieser Stelle, im Trailer den mehrfach preisgekrönten (u. a. für den "Besten Schauspieler") Film "Diktatoren küssen besser" aus dem Jahre 2006 in Erinnerung zu rufen. Jegliche Analogie ist rein zufällig.
Sonntag, 10. Juli 2016
Tragisch
Montag, 28. September 2015
Ein bißchen schwanger geht nicht (3)
Aber wo wäre der Mut zu sagen, daß es im Wesen (!) der Frau liegt, sich zuerst und vor allem um Familie und Heim zu kümmern? Daß sie das mit allergrößter Wahrscheinlichkeit weil Naturgemäßheit zu einem geglückten Leben führt. Während Beruf, Öffentlichkeit in erster Linie Sache des Mannes sind. Zumindest in den meisten Fällen, weil unzweifelhaft (damit argumentieren ja oft sogar Feministen) die geschlechtliche Grunddisposition auch das berufliche Wirken durchwirkt. Das heißt, daß vielen Berufen die notwendige Sachlichkeit des Männlichen (weil diese Aufgaben das brauchen, ja darauf aufbauen) einerseits fehlt, und anderseits (typisch weiblichen) Berufen genau diese Eigenschaftlichkeit des Weiblichen. Ein öffnen der Berufsfelder für beide Geschlechter bringt zumindest, als Nebeneffekt, eine persönliche Spannung ins Treffen, die der Aufgabenerfüllung alles andere als zuträglich ist. Doch kann das gaze Spektrum der Argumente hier nur angedeutet werden, der Leser möge es weiterspinnen.
Begreift denn niemand das Tückische - die metaphysische Dimension, die ins Individuelle tief eingreift - der Reduktion von Beruf und Verdienst auf einen abstrakten "Leistungsbegriff", dann wäre der Beruf durchaus geschlechtsunabhängig zu sehen? Und was ist mit dem Zauberwort der Gegenwart - dem Unsinnswort von den "gleichen Chancen"?
Der Grüne hat im Video deshalb völlig recht, daß die Argumente einer Frau Keller regelrechte Plädoyers für Gender-Mainstreaming sind - und die Dame merkt es nicht einmal. Sind das also die Vorkämpfer, die die Sache braucht? Dann müssen die Genderpropheten nur geduldig zuwarten.
Das Gendering abzulehnen muß viel tiefer ansetzen als im pragmatischen Verhindern der einen oder anderen Auswüchse. Der Ast wächst aus dem Stamm. Und schneidet man ihn hier ab, wächst er dort nach. Ein bißchen schwanger geht nicht.
Dort ansetzen, wo sich die Lebenswirklichkeit der Menschen in der "unbeobachten Realität" sich diese metaphysische Gegebenheit sowieso immer wieder ihre Wirklichkeit sucht. Auch das zeigt das Video. Und das macht die gesamte Diskussion zu einem Gutteil ohnehin zu einem substanzlosen Geplappere. Denn das gewußt Gewußte ist eben immer und bei jedem da. Ideologische Verdrängungsmechanismen haben nur die künstliche Ebene der Bewußtseinsvernebelung. Die Diskussion bietet aber in der heute geführten Weise für alle (!) Seiten die bequeme Möglichkeit, der wirklichen Selbstwerdung - in Selbstüberschreitung, im Empfang des Ich aus dem Du, die auch eine Selbstüberschreitung auf ein (in einer Kultur zu normierendes) Geschlechterbild ist - aus dem Weg zu gehen. Das macht sie schlicht und ergreifend zu der Tragödie, die sie ist.
Sonntag, 27. September 2015
Ein bißchen schwanger geht nicht (2)
Natürlich hat deshalb die geschlechtsspezifische Erziehung - die eine Erziehung ZU EINEM GESCHLECHT ist - beim Kleinkind noch kaum oder keine Bedeutung. Diese wächst, mit dem Heranwachsen, mit der geistigen Reife, und wird vor allem dann wichtig, wenn die Geschlechtsmerkmale ausgebildet sind. Es ist das Hinerziehen auf das Menschsein - das das Ergreifen einer Maske (der persona) ist, auch im Geschlechtlichen. Es sind Gleichschritte, die hier erfolgen müssen: Im allmählichen, erst behutsamen, dann immer fordernderen Einüben des Selbstüberschreitens - auf das Wort hin, auf das (in der Gesellschaft institutionalisierte, damit erst real vorhandene und ergreifbare) Bild hin, auf die Maske (Gesellschaft ist eine Ordnung von Masken, nicht von "Einzelnen") hin, auf den Vater hin. Aber diese Erziehung muß geleistet werden, von den Eltern erst, aber nicht weniger von der gesamten Umgebung, dem gesellschaftlichen Gefüge der Institutionen, also der Kultur.
(Das hat besonders bei körperlichen Fehlbildungen, wie dem Hermaphroditismus, eine große Bedeutung und verlangt hohes Verantwortungsbewußtsein der Eltern; selbst die äußerst seltenen Fälle wirklicher Transsexualität - mit dem Transvestitentum nicht zu verwechseln, die eine Charakterneurose sind - sind getragen, ja ausgelöst vom Verlangen nach einer einzigen, polaren geschlechtlichen Identität.)
Ein Selbstergreifen einer geschlechtlichen (und damit gesellschaftlichen) Identität GIBT ES GAR NICHT. Es ist einfach grausam, Menschen das abzufordern, weil es dem Wesen des Menschen widerspricht. Wer das tut ist einfach dumm und ahnungslos, in den meistene Fällen aber schlicht verantwortungslos und schuldig. Letzteres zu sehen ist nicht unwesentlich, denn der Umgang mit Schuld, der Weg sie loszuwerden, ist ein wesentliches, sehr tief ansetzendes Konstitutivum für die charakterliche Färbung eines Menschen. Und eine der häufigsten Strategien der (natürlich fehlschlagenden) Scheinbewältigung von Schuld ist, das eigene Schuldverhalten zur Norm, zum Allgemeinen zu machen.
**Deshalb, und unter solchen Bedingungen (dem Rückschritt aus gewissermaßen kulturellem Verlust), gibt es diese Selbstzeugung sogar bei einigen Säugetieren. So sind sie etwa bei Ratten in Notzeiten beobachtbar, wenn die Männchen fehlen. Dort (und bei anderen Lebewesen genauso) aber nur für bestimmte Zeit. Dann braucht es wieder männliche Zeugung, sonst versiegt auch diese Form der Vermehrung. Ähnliches läßt sich auch für viele Pflanzen sagen, wenn z. B. die Blütenzeugung versagt, und Bäume von unten her in Selbstauszeugung austreiben. Jeder Hobbygärtner kann das beobachten, wenn er Bäume stark beschneidet.
Samstag, 26. September 2015
Ein bißchen schwanger geht nicht (1)
In der Form der derzeitigen "Gegen-Argumentation" liefert die Anti-Gendering-Fraktion sogar dem Gender-Mainstreamin die Argumente ans Bett.
