Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Montag, 4. April 2022
Anmerkungen zu Ohne Heilige Opfer kein Wert, ohne Wert kein Geld
Samstag, 2. April 2022
Ohne Heilige Opfer kein Wert, ohne Wert kein Geld
Donnerstag, 30. Dezember 2021
Viele Wege führen ins Heute (3)
Mittwoch, 29. Dezember 2021
Viele Wege führen ins Heute (2)
Dienstag, 28. Dezember 2021
Viele Wege führen ins Heute (1)
Dienstag, 4. Mai 2021
Vielleicht hat der Leser eine Antwort (2)
Teil 2) Woher aber kommt das Geld?
Aber das ist noch nicht alles, werte Leserschaft. Es hat sich noch etwas anderes gezeigt, und das ist nun wirklich spannend, und der VdZ kann sich auch keinen so wirklichen Reim daraus machen. In derselben Zeitung vom 13. April dieses Jahres ist nämlich etwas über das Sparverhalten der ungarischen Familien zu lesen. Ausgehend von der Nachricht, daß der ungarische Staat eine nächste Anleihe begeben wird, die in Ungarn "Superanleihe MAP+" heißt. Und nun bei einem Gesamtvolumen von 5.500 Milliarden Forint (rund 15,6 Milliarden Euro) anlangt.
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| QR Defizit Ungarn |
Diese Anleihe muß man als Teil einer Strategie sehen, die Orban seit Jahren verfolgt. In den mittlerweile zehn Jahren seiner Amtszeit hat sich die Verschuldung des ungarischen Staatshaushaltes immer mehr ins Inland verlegt. Insgesamt, so die Budapester Zeitung, betragen die staatlichen Anleihen, die vorwiegend Familien halten, bereits 9.300 Milliarden Forint (rund 26,5 Milliarden Euro). Seit 2010 hat sich die Verschuldung des ungarischen Staates bei seinen eigenen Bürgern (also: Familien) von 3 Prozent auf stolze 25 Prozent seiner Gesamtverschuldung erhöht. Und das, so die Zeitung, habe in der Corona-Krise wesentlich dazu beigetragen, daß der ungarische Staat so stabil gewesen sei.** Immerhin sind alleine 2020 die gezeichneten Superanleihen um 1.000 Milliarden Forint (rund 2,8 Milliarden Euro) gestiegen.
Und wenn wir schon bei Zahlen sind: Im ersten Quartal 2021 hat der ungarische Staat (ohne Kommunen) ein Haushaltsdefizit von 1,144 Millliarden Forint (800 Millionen Euro) eingefahren.
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| QR Inflation Ungarn |
Nun nehmen wir noch ein paar Eckdaten her.
Montag, 3. Mai 2021
Vielleicht hat der Leser eine Antwort (1)
Daß aber nicht einmal das mit der Belastung stimmt, darüber werden wir zu gegebener Zeit hier noch handeln. Denn es ist ein dramatischer Irrtum, der mit der subjektivistischen Wende der letzten 200 Jahre der Weltbegegnung zu tun hat, die die abendländische Kultur auf Verdunstungstemperatur gekocht hat. Davon ist natürlich auch Ungarn nicht ausgenommen, denn Orban hin und Jobbik* her - das genuin Individuelle ist immer in ein übergeordnet Größeres eingebettet. Das heißt, daß ERST das Abendland in seiner Gesamtentwicklung steht, und DANN die Variierung durch "die Magyaren" erfolgt.
Aber wir greifen heute das Thema auf, weil sich außer den großen Schlitten (achja, SUVs sind "familiengerechte Wagen", das hat der VdZ ganz vergessen, die da als Trostpreis und Spielzeug für die Männer bei der "Familienförderung" rausspringen, und so mancher wird damit sogar zufrieden sein, zumindest bis die Kiste auseinanderfällt) in weiteren Bereichen ein Zuwachs abgezeichnet hat. Der nicht schwer zu prognostizieren war.
Das ist zum einen der rasante Anstieg der Immobilienpreise im Land. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Einwohnerzahl von Jahr zu Jahr sinkt, weil die Abwanderungsrate einfach zu hoch ist, wirkt das etwas befremdlich. Und in den Gesprächen mit Ungarn hat sich in den letzten zehn Jahren offenbar wenig geändert. Sie sehen nach wie vor das Leben im Westen (mit besonderer Liebe zu Österreich und Deutschland) als Lebensziel.
Und das ist zum zweiten der dramatische Anstieg der Kosten für Neubauten. Alleine 2020 sind die Kosten für neuerrichtete Wohnhäuser um zehn Prozent
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| QR Budapester Zeitung |
Genau das, Wohnraum, sollte mit der in manchen rechten und katholischen Kreisen im Kampf gegen die demographische Katastrophe des Abendlandes hoch gepriesene Familienförderung aber gefördert werden. Daß Familien gerne mehr Kinder wollen, weil damit dann auch ein leichter weil großzügig vom Staat geförderter oder gar bezahlter Zugang zu ausreichend und qualitativ schönem (weil neuem) Wohnraum verbunden ist. (Und, natürlich, zu einem Auto, das genug Platz für alle hat.)
Und die Förderungen sind wirklich hoch, wir haben schon berichtet. Da springen schon mal 100.000 Euro und mehr raus, nicht rückzahlbar, wenn sich ein Pärchen vertraglich verpflichtet, zu heiraten und binnen etlicher Jahre drei Kinder in die Welt zu setzen; wobei wie gesagt es explizit die Frau ist, die diese Gelder lukriert.
Wer in dieser eigentümlichen Vernutzung von Kindern und Menschen (ein Mensch ist immer Selbstzweck; Kinder zu "züchten", weil man sie zum Gesellschaftserhalt braucht und deshalb für sie "bezahlt", ist für einen katholischen Staat nicht zulässig) ein ethisches Problem wittert, sollte das lieber für sich behalten, wenn er in konservative(re)n Kreisen akzeptiert werden sollte.
Die Familienförderung mit der Ungarn (und Polen, übrigens, da ist es angeblich ähnlich, zumindest hat Orban es gerne als Vorbild zitiert**) ist aber gar keine. Und das wollen wir hier sagen und zeigen. Die Statistiken, die voriges Jahr von einem riesigen "Erfolg" zeugten, sind Einmal- und Nachzieheffekten geschuldet. Langfristig hat man NOCH NIE MIT GELD Familien "gefördert." Nirgendwo in Europa.
Die ungarische Familienförderung ist also ein Schuß ins Ofenrohr. Und zwar aus mehrfachen Gründen, die nicht nur komplex sind, wie sich bereits jetzt zeigt, sondern auch noch ganz andere Fragen aufwerfen. Auf die vielleicht der Leser eine Antwort findet. Denn der VdZ sieht vor allem aufgeworfene Fragen.
Zuerst einmal, weil das Fördergeld vom Markt sofort aufgesogen wird. Der auf höhere Solvenz der Kunden und steigende Nachfrage ganz einfach mit höheren Preisen reagiert.
Wobei wir gar nicht darüber spekulieren wollen - und das plausiblem Hintergrund - daß die Paare mit diesem geschenkten Geld auch etwas "lockerer" umgehen, um es so rasch als möglich loszuwerden.
Denn immer ist mit willkürlich zugeführtem Geld, das das Niveau übersteigt, das dem sozio-ökonomischen Geflecht entspricht in dem ein Mensch eingewoben ist (und mit dem sein Rechts-, Wert- und Selbstgefühl untrennbar verbunden ist), unmittelbar das Gefühl von Schuld verbunden. Wo im Nebeneffekt der "Geförderte" versucht, dieses ihm nicht "gehörende" Geld rasch wieder loszuwerden.*²*
Damit ist nur eines erfolgt: Eine Umverlagerung. Keine "Förderung". Eine Umverlagerung der Familienordnung. Und das ist die in Wahrheit mittel- und langfristig familienzerstörerische Zeitbombe, von der hier bereits die Rede war. Nicht in Zeiten, wo alles eitel Wonne ist, sondern wenn das Wetter umschlägt, die Sorgen größer werden, der Mann mit dem Rotz kämpft, und das tut jeder immer wieder, der schöpferisch tätig ist.
Dann stellt sich plötzlich heraus, daß die Frau das existentiell stabile Element ist, die ist, an der das Bestehen der Familie hängt und durch sie gesichert ist.
Also schauen wir uns an, erste Reihe fußfrei, was mit einem Großteil der Ehen passieren wird. Weil die Ehe nur Ehe ist, wenn sie das hierarchische Zueinander von Mann und Frau berücksichtigt. Das wird mit der Verlagerung der realen weil finanziellen, existentiellen Macht zu den Frauen, die "die Männer gar nicht mehr brauchen", gewaltig erschüttert.
Weil es eine ontologische Spannung grundlegt, die sich auch immer zum Ausdruck bringt. In der der Mann den Druck fühlt, um die Vorherrschaft zu ringen, während die Frau die Vorherrschaft über den Mann tatsächlich ausübt weil in der Hand hat. Auch wenn sie bei "viel gutem Willen" (vielleicht stammt sie aus einem sehr traditionellen christlichen Umfeld, dort soll es ja Zauberer geben) so tut, als könne sich trotzdem der Gehorsam dem Manne gegenüber ausreichend verwirklichen. Lachhaft. Der Mann kann auf den Ämtern ja nicht einmal alle Verträge "namens seiner Familie" (die unter seinem Namen firmiert) unterschreiben.
Naja, und weil die Kredite auf die Frau gehen, hat der Staat Ungarn unter Viktor Orban (der, werter Leser, seinerzeit mit dem Stipendium einer George-Soros-Stiftung an einer Londoner Wirtschaftsuni studiert hat) seine liberale Modernität unter Beweis gestellt -
"Leute, der IST doch gar nicht "konservativ-rückständig-rechts!" (denn so gut wie jeder "Rechte", der in Wahrheit liberal ist, hat diesen enormen Druck, sich als "ich bin doch gar nicht so" zu beweisen, was die paradoxe Situation gebracht hat, daß so gut wie überall und immer "rechte" Parteien in unsren Ländern sozialpolitisch am progressivsten und radikalsten waren)
- indem nun die Frau (die die Kinder hat) auch locker eine "neue Ehe" eingehen kann. In der sie es mit einem anderen Mann und Vater probiert. Klingelt es noch immer nicht? Na dann vielleicht morgen.
Morgen Teil 2) Woher aber kommt das Geld?
*²*Damit erklärt sich die Beobachtung von Ludwig von Mises, der genau diesen Effekt beschrieben hat: Geldzufuhr hat eine (Volks-)Wirtschaft noch nie befördert, sondern immer geschädigt. Es hat außer Inflation und beschädigten Preisgefügen (und: Korruption, wie sie sich im Sozialstaat als Sozialbetrug im Nebeneffekt der bald allgemein werdenden "Jagd nach Sozialleistungen als Einkommensquelle" äußert) nie etwas Positives bewirkt. Das gilt für Familien nicht weniger.
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| QR Demographie Polen |
Sonntag, 5. Januar 2020
Warum es Wirtschaft gar nicht gibt
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Mittwoch, 11. September 2019
Zerstörung des Eigentums der anderen
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Dienstag, 10. Januar 2017
Das Ergebnis ist nur Zerstörung
Denn für Volkswirtschaften gilt nicht weniger, was für alle Seins-heiten (Physik/Metaphysik) der Welt als Welt (und damit auch für das sogenannte Klima) gilt: Man kann ihnen kurzfristig Energie zuführen, aber sie werden es sofort wieder vernichten WEIL SIE IHREM SEIN NICHT ZUGEHÖRT, bzw. in Korrespondenz mit dem Anderen, dem Fremden, dem Außen abstoßen, weil sie in permanentem Rapport damit stehen, und sich immer auf das ihrem Sein entsprechende Tun und damit dessen Energieaufbringung (als Selbsttätigkeit, als Selbstsein = Aktivität) einpendeln. Energie (und Geld ist ebenfalls eine Form von Energie) aber kann von einer Seinsheit nur transformiert, damit weder erhöht noch vermindert werden. Erst diese Transformation kann man "Entwicklung" nennen, die in der Wirkweise des Menschen (als Analogon Gottes) von material zu geistig gerichtet ist - logosbezogen.
Dienstag, 18. Februar 2014
Folgen von Kurzschlüssen (2)
| Graphik: Die Welt |
Montag, 17. Februar 2014
Folgen von Kurzschlüssen (1)
| Bildquelle: Die Welt |
| Graphik: Die Welt |
*Beispiel aus dem Buch von Jünger: Zwar erhöht bessere Technik die Performance eines hochstufigen Produkts wie des Computers, gleichzeitig wird aber die Gesamtmenge an zu leistender Arbeit in den untersten Stufen gleichfalls erhöht, nur in einer globalisierten Situation verschleiert. Globalisierung funktioniert also überhaupt NUR, wenn sie auf Ungleichheiten abzielt, sie ist in der heutigen Form also ein Widerspruch, wenn nicht eine zynische Heuchelei in sich, weil sie gar nie - in der heutigen Form - funktionieren kann.
Wenn heute der britische Historiker Neil Ferguson mit der These aufregt, daß England 1914 mit seinem Kriegseintritt einen schweren Fehler gemacht habe, so kann man ihm - zumindest aus rein "historisch-technischer Sicht" - nur zustimmen. Modris Eksteins zeigt in seinem leider so wenig bekannten "Rites of spring" (so viele aktuelle Publikationen, etwa "The Sleepwalkers" von Clark, oder "Der taumelnde Kontinent" von Bloom, wirken als wären sie daraus abgeschrieben; in der Meinung, daß Eksteins ohnehin zu wenig bekannt oder längst vergessen sei), wie sehr England diesen Krieg aus einem Idealismus heraus führte, in dem es scheinbar um die Verteidigung einer Kultur ging, die in England selbst gar nicht gefährdet war - aber nachher erst recht zusammenbrach. Indem es das Commonwealth, noch mehr aber die globale Stellung Europas verspielte, die Weltordnung auflöste und ins Chaos stieß, und die Rolle der USA als neue, dabei kulturell überforderte Weltmacht regelrecht präformierte.
Samstag, 29. Juni 2013
Segen Globalisierung? (2)
Genausowenig, wie ein Staat Akte der Gerechtigkeit zu sozialen Güteakten umpunzieren darf. Wie das bei der Kinderbeihilfe oder Steuerabsetzbeträgen für Kinder etwa geschieht. Die keineswegs Akte der Güte sind, sondern zu Unrecht eingehobene Steuern* - Familien werden in ihrer Leistung für den Staat (indirekt, durch das Großziehen von Kindern, ein Leistung, die Kinderlose nicht erbringen) direkt durch die allgemeinen Steuern (etwa durch Verbrauchssteuern wie die Mehrwertsteuer, durch Gebühren etc.) ungerecht belastet - rückführen soll. Eine (von mittlerweile vieler) Ungerechtigkeit, die keineswegs durch die Wirtschaft geschieht, sondern direkt durch den Staat.**
Und er tut dies aus massivem Eigeninteresse der Politik, der ein zu Mechanismen umgebautes Staatsvolk leichter "verwendbar" ist, als wirklich freie Menschen. Aber ein Staat kann und darf sein Volk gar nicht glücklich und auch nicht wohlhabend MACHEN - er muß es glücklich und wohlhabend WERDEN LASSEN. Im Maß, in dem es das will und kann.
*Es ist leicht einsichtig, daß ein Staat Menschen nicht unter ein Maß besteuern darf, das ihnen das Lebensnotwendigste ermöglicht. Das ist ein elementares Individualrecht, das jedem Menschen einzeln zusteht, deshalb auch nicht etwa über "Familieneinkommen" gerechnet werden darf.
**Eine sozialistische Politikerin Österreichs hat sich unlängst sogar zu der ungeheuren Behauptung verstiegen, daß diese pure Gerechtigkeitsforderung, die ja noch immer nicht erfüllt ist, eine abzulehnende Anreizprämie für Kinder wäre. Und - niemand hat opponiert! Das Mindeste wäre ein Ordnungsruf des Präsidenten gewesen.
Freitag, 28. Juni 2013
Segen Globalisierung? (1)
In Peru haben sich seit 1989, als das Land nach sozialistischen Reformen wirtschaftlich am Ende war, ein Viertel der Menschen selbst aus der Armut befreit. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hat sich vervierfacht.
Montag, 18. März 2013
Grenzen der Optimierbarkeit
Das zeigt sich auch in der Einschätzbarkeit der Kosten, die bei solche Projekten regelmäßig versagen. Hier mit Korrumpierbarkeit Einzelner zu argumentieren verschiebt die Argumentation nur nach hinten, ändert sie aber nicht. Es bleibt die Tatsache, daß Projekte je umfangreicher sie werden sich im Gesamtverhalten zunehmend dem nur noch durch Wahrscheinlichkeitsrechnung beschreibbaren Verhalten kritischer Systeme (siehe: Kybernetik) angleichen. Deren Gesamtverhalten irgendwann nicht mehr vorhersehbar ist, weil ab einer gewissen Komplexität kleine und kleinste Ursachen größte Auswirkungen aufs Ganze haben. Je größer solche Systeme (Projekte) werden, desto umfangreicher werden die Wirkfaktoren, und desto unvorhersagbarer wird ihr Gesamtverhalten, OBWOHL jeder Prozeß im Einzelnen scheinbar eindeutig nachvollziehbar und beherrschbar ist.
Zumindest ... nachträglich betrachtet. Und genau hier hebt das Problem an. Denn dadurch entsteht immer noch beim Technizisten heutigen Zuschnitts die Illusion, die Gesamtprozesse müssen steuerbar sein, wenn die Einzelprozesse es sind. Genau das aber ist eine wirklichkeitsfremde Illusion.
Ähnlich wie in Japan, steuern wir in riesen Schritten auf ein "nichts geht mehr" zu - weil nichts mehr greift. Weil die Wirkhebel (öffentliche Investitionen, in diesem Fall) in sich gesehen mehr Wirtschaftskraft (der Menschen, sie sind es ja immer, die alles erwirtschaften müssen, durch konkrete Arbeit und Produktion) KOSTEN als generieren. Während (auch das ist gewiß und logisch nachvollziehbar, aber auch präzise vorhersagbar) nur Einzelne davon zumindest kurzfristig profitieren. Wie z. B. Unternehmen, die staatsnah agieren. Zu denen übrigens auch kleine einzelne Windrad- oder Solaranlagenbetreiber gehören.* L. v. Mises zeigt das überzeugend.
Auf eine Weise könnte man also in Ruhe abwarten, bis sich das System selbst und endgültig schachmatt setzt. Nur leider passiert dies nicht ohne laufend enormen Schaden anzurichten. Wir werden in wenigen Jahrzehnten nicht mehr dieselben Voraussetzungen haben, wie heute.
*Volkswirtschaften mit hohem direktem Staatsfaktor kennzeichnen sich zum einen durch Zentralismus, zum anderen durch zunehmende Tendenz der unteren Ebenen, sich an diese Zentrale anzuhängen. In diesem Fall: Durch Subventionen, etc.
Freitag, 23. November 2012
Schweizer Geldverwaltung
Donnerstag, 14. Juli 2011
Vom Wert des Geldes
Kein Fiat-Geld würde je entstanden sein, wenn es diese direkte und traditionelle Verbindung zum Warenwert nicht hätte. Und kein Geld kann eingeführt werden, das nicht zuvor bereits einen realen und sinnlich erfaßbaren Tauschwert hatte. Insofern läßt sich in jedem Geld (der Welt) eine historische Spur des Wertverhaltens zurückverfolgen, die bis in graue Vorzeit reicht, ehe sie sich verliert. Preisveränderungen, die letztlich immer subjektive Wertschätzungen ausdrücken, sind rückverfolgbar, und zeigen sehr real kulturelle Verschiebungen und Verwerfungen. Umgekehrt sind mache Preise (v. a. für Produkte deren Funktion und Bedeutung sowie deren Produktionsbedingungen sich nie entscheidend geändert haben, wie bei Bekleidung) über Jahrhunderte rückverfolgbar - und haben kaum Änderungen aufzuweisen!
Das hat natürlich Konsequenzen für die Einführung neuen Geldes, und man hat es beim Euro im Jahre 2003 deutlich gemerkt. Erst allmählich hat sich die Bevölkerung aus den alten Wertgefügen ans das neue Geld herangetastet, und dabei stets die alten Wertbezüge transformiert. Bis auch der Euro wieder Wertbezug hatte. Für ältere Leute ist das natürlich weit mehr Problem, als für junge. Und es war mehr Problem für Länder, deren Währungseinheiten in grobem Mißverhältnis zu den neuen Grundeinheiten war.
Durchaus ist da Österreich zu nennen, dessen Schilling nur der 13,7609te Teil der neuen Grundeinheit Euro wert war. Das Grund-Wert-Gefühl bildet sich aber zur Grundeinheit einer Währung! Und das ging mit dem Euro völlig verloren, fiel aus allem gefühlten Rahmen: Schlagartig hat sich auch das Wertgefüge auf die alte 10-Schillingmünze konzentriert, d. h. fast über Nacht sind die alten 10-Schilling-Werte auf den Euro (die von der Münze her am ähnlichsten waren) transferiert worden, und haben das Wertgefühl der Menschen dramatisch getäuscht - denn sie hatten mit einer Preiserhöhung für Kleingüter von 30 Prozent also zu tun. Teilweise wurden vom sinnlichen Wertgefühl für die Münze her sogar sogar 10 Schilling = 2 Euro, also das 2,7fache!, akzeptiert!
Man könnte also zu dem Schluß kommen, daß die exorbitante Ausweitung der Schulden der Staaten der Eurozone seit 2003 - und eine solche gab es! die Schulden stiegen seither progressiv! - sehr maßgeblich vom Verlust des Wertgefühls für Geld motiviert sind. Es fehlte einfach das Gefühl für den Wert der ständig weiter und gesteigert angehäuften Schulden. Denn was die Mathematik schafft - das menschliche Wertgefühl in seiner Herabkunft aus der Vergangenheit akkomodiert sich nur über Jahrzehnte, wenn überhaupt, einer willkürlich gewählten Werteinheit gegenüber.
Mittlerweile hat jeder Staatsbürger Österreichs (trotz stark gestiegener Bevölkerung!) eine vom Staat angehäufte Schuldenlast von fast 400.000 Schilling, jeder Erwerbstätige (auch diese Zahl ist stark gestiegen) 700.000 Schilling zu tragen! Nicht berücksichtigt sind dabei die Schuldenlasten der Länder und der Gemeinden - die zusammen noch einmal rund 2/3 so viel ausmachen! Aus menschlichem Kalkül gibt es dabei eine klare Antwort: das kann kein Mensch "erarbeiten", wie man das nannte. Man kann mit normaler Arbeit und normalen Zinsen und Einkommen solche Schulden nicht mehr abbezahlen.
Die normalen Staatsschulden - hier der aktuelle Wert - betragen die phantastische Zahl von rund 3 Billionen Schilling. Das sind rund 73 % des Gesamteinkommens (BIP) Österreich, 4 % des BIP sind bereits Zinsen. Wobei das BIP für diese Bezüge ein ungeeigneter und schönfärberischer Wert ist. Weil nur der wirklich wertschaffende produzierende Sektor herangezogen werden dürfte - keine Verwaltung, kein Beamter, keine Lehrergehälter etc., ja nicht einmal Bankengewinne.
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