Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Marxismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marxismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Existenz als Co-Existieren - Zur Verschränkung (2)

Zum Wesen der Verschränkung. Nobelpreisträger Zeilinger als Widerlegung der Schul- und Bildungstheorien. - Die Verschränkung von Teilchen spielt sich also ontologich in einer Hierarchie ab , deren Ausgangspunkt der Ort ist - das "Sein als Photon" (z. B.) Von diesem Wesen ausgehend, das aber keine "Zeit" hat (die tritt erst mit dem Weltwerden hinzu, also "nach" dem Verschränktsein), sind die als verschränkt auftretenden (Photonen-)Teilchen analog. 

Aber nicht wie Synchronschwimmer, die ZUSAMMEN EIN Muster bilden, und daran mit je gleichen Bewegungen teilnehmen, sondern als Einzelschwimmer, die jedes für sich das Ganze des Beziehungsumfassenden - die Ordnung, der alle Teilchen gleich gehorchen - darstellen. Und die mit dem Eintreten in die Zeit (die Phtonen bewegen sich) in je einen je neue Beziehungsordnung eintreten, mit der sie interagieren. 

Das dürfte der Grund sein, daß sie bisher einzige "Verwendung" für "Krypto-Informtion" tauglich ist. Weil nur der Empfänger alleien durch sein Empfangen, bei dem er an einen Ort mit dem einlangenden Photon tritt, damit auch den Schlüssel hat, unter dem er die einlangende Information deuten, als Informaton die Informaiton selbst erkennen kann. 

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Existenz als Co-Existieren - Zur Verschränkung (1)

Wenn man begreift, daß WESEN eines Dings nie isoliert zu denken ist, sondern immer AN EINEM ORT, dann erweitert sich das 'Begreifen aller Dinge zu einem DING IN EINEM BEZIEHUNGSNETZ. Aus dem es nie herauszureißen ist, sondern auf den es immer bezhogen bleibt.

Damit wird auch verstehbar, daß alle Dinge AN DIESEM ORT (der nicht irdisch reduktiv als "Ort" gedacht werden darf, sondern als Metapher für das Zusammensein jedes Dings mit anderen an einem Seinspunkt, einem Knotenpunkt von Bezogenheiten, die jedem Ding WESENHAFT anhaften, also auchnicht abzustreifen sind, was immer ein Mensch tut. )

Freitag, 7. Oktober 2022

Die Angst vor dem Schmerz

Selbst das ist eine der vielen Schein-Topoi, von denen wir schon regelrecht umzingelt sind. Deren Wirkung man im Alltag dadurch bemerkt, daß die Aussagen udn Einschätzungen der Mitmenschen völlig wirr und widersprüchlich geworden sind. Was die meisten Menschen von sich geben sind als Meinungen deklarierte Sprechblasen, die sie wie in Trance von sich geben. 

Eine Seuche, die auch tief in "untere Schichten" greift. In dem Punkt hat Lisa Eckhart einmal etwas sehr Richtiges gesagt.
Die sogenannte Meinungsfreiheit, meinte sie, bedeutet in der Realität, daß jeder unter den Zwang gerät, unbedingt eine Meinung haben zu müssen.

Dienstag, 7. Juni 2022

Da stimmt vieles nicht mehr (2)

Anmerkung*, die eine Aus- und Weiterführung wurde  - Es gibt viele Gründe den Ausführungen von Leuten wie Quigley Carroll Glauben zu schenken. Der als seinerzeitiges MItglied dieser (tatsächlich verschwiegenen und verschworenen) Welteliten um Rhodes, Milner, Rothschild und einigen Königshäusern Europas, vor allem denen von England, Belgien und den Niederlanden.

Wer weiß, vielleicht stimmt, was jemand behauptet, daß auch die Habsburger darein verwickelt sind, ganz ausschließen will ich es nicht. Denn zu auffällig haben deren jüngere Generationen Ziele verfolgt und zu tranceartig verfolgen sie sie noch, die dem Ziel der Entsubstantiierung der abendländischen Identität weil Kultur namens einer marxistisch-nihilistischen, rationalistischen Neudefinition von Gemeinwohl als numerischem Wohlstand, bezeichnen muß. Die Ereignisse rund um die Ukraine und die Rolle, die aktuell Habsburger darin spielen, hat mich endgültig sehr mißtrauisch gemacht. 

Denn auch wenn ein Erzherzog Otto als Kaisersohn seine Sympathien verdient hat - so wirklich den Durchblick hatte er nicht. Viel zu sehr träumen auch seine Nachfahren (und der ganze Hauskreis, der sich darum formiert) einen Zustand herbei, in em sie einfach wieder eine "bedeutende Rolle" spielen können, und dazu bekriechen sie zu auffällig so manche Körpergegend, die hier explizit auszuführen von manchen als unschicklich gesehen werden mag.

Montag, 6. Juni 2022

Da stimmt vieles nicht mehr (1)

Man kann die Substanzlosigkeit des Arguments, daß man sich von einem anderen Staat ökonomisch nicht abhängig machen dürfe, förmlich riechen. Denn genjau das ist ja das Wesen des internationalen Warenaustausches - das, was benötigt aber im eigenen Land nicht erhhältlich ist, wird von einem anderen Ort geliefert. Und das führt immer zu Abhängigkeit, die aber immer auch wechselseitig sind. Selbst wenn als Gegenleistung nur Geld geliefert wird.

Das aber wäre bei der Lieferung russischer fossiler Brennstoffe - Gas, Öl, Kohle -keinesfalls so gewesen. Denn Rußland hat umgekehrt enormen Bedarf an Produkten, die es selbst nicht herstellen, die aber Westeuropa (um diesern konkreten Fall geht es) hat und gerne liefern würde. Ja, auf das sich die Kapazuitäten des Westens sogar ausgerichtet haben.

Donnerstag, 10. März 2022

Der verdrängte Irrtum Rußlands (3)

Die Sensation. Sie werden alles anders sehen, garantiert. Dazu noch einmal zurück zum Ausgangspunkt, dem Irrtum der IrrtümER. Zur Aufteilung der Ukraine. Denn jetzt ist die Stunde gekommen. Zurück zum Mainstream! Die Heilung der Spaltung - So, und nun ist wieder der Moment, an den Ausgangspunkt der Überlegungen zurückzukehren. Und zwar an dieses zweite Geheimnis von Fatima. An die Sequenz, in der von Rußland die Rede ist. Und zwar von seinen Irrtümern. Haben Sie es jetzt bemerkt? Haben Sie jetzt bemerkt, daß von IRRTÜMER-N die Rede ist? Plural! Mehrzahl! Mehrere Irrtümer, nicht nur einer. 

Nicht nur der historischen Materialismus des Marxismus, der dann zum Leninismus (und Maoismus) abgewandelt (nein, natürlich nicht abgewandelt, sondern WEITERENTWICKELT) worden ist. In dieser höchst merkwürdigen, aber vielsagenden Kombination östlicher Persönlichkeitsform und westlichem (protestantisch-jüdischem) Rationalismus als defiziöse, reduktive Denksimulation.

Es muß also mehr als diesen Marxismus geben, der an Rußland zum Himmel stinkt. Und jetzt können wir es nennen, wir haben es oben vorbereitet, damit Sie es erkennen müssen. Was in all der Diskussion über Fatima und seine Prophezeiungen nämlich stillschweigend übersehen worden ist ist nichtnur die Mehrzahl von "Irrtum", sondern ist, daß die Russen KEINESWEGS BEKEHRT SIND. (Genau so wenig wie ihre Kontrahenden, dazu unten.) 
Das würde nämlich heißen, sie wären auch katholisch geworden, und hätten sich IN DIE KIRCHE, die am Papst aufgehangen ist, EINGEFÜGT.

Mittwoch, 9. März 2022

Der verdrängte Irrtum Rußlands (2)

Der Sinn des Krieges. Die übersehene Aussage. Oder war sie unterdrückt? Dann wäre alles anders. Dabei haben wir sie vor Augen!Unter anderem gibt es die mehr oder weniger gut als "belegt" darzustellen versuchte These, daß das dem Einfluß der Freimaurerei zuzuschreiben wäre. Ich habe mich diesen Thesen aber nie wirklich gewidmet. Weil ich sehr vorsichtig bin, wenn sich Erklärungen (die nicht wirklich etwas erhellen, wie hier) nur konstruieren lassen, und wenig Substrat in deutlich sichtbaren, erkennbaren Handlungen haben.

Was wird hier gesagt? Der erste Teil des Geheimnisses wird auf den Ersten Weltkrieg bezogen, und findet sich somit als erfüllt. Der zweite Teil hat sich im Zweiten Weltkrieg ebenfalls erfüllt. Sogar das "Zeichen des Himmels", die in blutrote Farbe wird als Phänomen von niemandem bestritten. Selbst meine Mutter hat dieses seltsame Zeichen gesehen (ohne es mit Fatima in Zusammenhang zu bringen), und mir erzählt, daß in Glatz (hinter vorgehaltener Hand) gesagt wurde: "Da kommt ein Krieg."

Und selbst von Hitler wird berichtet, daß er es von seinem Berchtesgadener Berghof aus beobachtet hat. Angeblich sei er dann sehr still geworden, und habe es selbst auf seine Kriegspläne bezogen. Als Blut, das über die Welt fließen wird, hat es ihm aber wenig Respekt eingeflößt, denn in seinen Plänen hatte der Sieg einen so festen Platz, daß es sich nur um das Blut der "anderen" handeln konnte. 

Freitag, 4. März 2022

Gedankensplitter (1219b)

Die, die nicht glauben, sehen Gott nicht, und ziehen sich alle möglichen Lehren und Methoden rein, mit deren Hilfe sie dann Gott sehen. So, wie es komischerweise ja auch alle "Religionen" tun, die ihre "spirituellen Orden" haben.

Die Sufis zum Beispiel, die sich so lange um die eigene Achse drehen, bis das Leibliche völlig aus den Angeln gehoben ist, und der Leib überwunden, der Geist für Gott befreit ist. Denn für dne Geist, da gibt es kein Drehen, kein oben, kein unten, oder?

Oder die Yogi. Die sind so spirituell, die leben nur von der Sonne. Oder von einer Maus pro Monat, Haut und Ohren abgezogen.

Donnerstag, 3. März 2022

Gedankensplitter (1219a)

Wissenschaftlich, oh ja wie wissenschaftlich die Vertreter des Richtigen, Wahren, guten doch sind. Man erblaßt vor Neid und Scham, sie reden zu hören. Und fast nahtlos fällt dannd er Blick auf die großen Wissenschaftlichkeitsbewegungen der letzten 200 Jahre. Sofort fallen einem da die Nazis ein, die ihre Lehre vom auserwählten Menschen, diese wahrer Nahrung des geilen Übermenschen, die Eugenik, zutiefst auf dem feuchten Boden der Wissenschaft errichtet haben. So sehr, daß - wäre nicht 1933 bis 1945 so manches entglitten - das Bekenntnis zu diesem Nährstoff der Götter bis heute ungebrochen wäre. Naja, muß es sich halt ein wenig nobler zurückhalten, und gut gut tarnen. Dann nennt man sich Planned Parenthood.

Oder Klimawandel, dieses Gold des Guten, diesem Goldstandard, in dem um des Wahren Guten willen (mit der Schönheit will es halt noch nicht so klappen, denn weder ist - aber wirklich wurscht, was man da hernimmt - was immer mit Weltrettung motiviert ist auchnur halbwegs ansehnlich, sondern immer potthäßlich (aber nützlich!), aber dafür ist alles sowas von wissenschaftlich.

Sonntag, 26. Dezember 2021

Krieg gegen das Volk

Von Großfürst Alexander, dem Schwager des Zaren Nikolaus II., stammt der Ausspruch, daß die (russisch-)bolschewistische Revolution das erste Mal in der Geschichte sei, daß eine Revolution nicht von unten heraus geschehen sei, sondern von oben. Daß sich eine Regierung (der Bolschewisten) etabliert habe, die einen Krieg gegen das eigene Volk führe.

Geirrt hat sich der Fürst nur darin, daß dies das erste Mal sei. Historisch ist keine Revolution je anders gelaufen, denn als Putsch der einen Führungsschichte (die sich aber benachteiligt sah) gegen die herrschende, sodaß jede Revolution der gewaltsame Aufruhr der Neider ist, mit dem Neid als eigentliches Motivans auch des aufgehetzten Volkes. Sofern das alles noch eine Revolution ist - und nicht eine Rebellion. 

Sonntag, 2. Mai 2021

Im Brief weitergeführt und konkretisiert (3)

Teil 3) Die persönliche Anbindung ist nicht nur hierarchisch,
sondern für den Menschen und sein Erkennen konstitutiv.
Genau sie wird aber von der Aufklärung bekämpft.


Es ist NICHT die Abgleichung über Rationalismus, wie die alle tun und behaupten. (Wenn ich das schon lese, wie die sich selbst bewerben: "Selbst denken" usw. usf.) Das ist alles die Irreführung der Menschen über die Aufklärung! Die wiederum ein Gnostizismus ist, Gnostik: Über "richtiges Denken" kann ich mich gewissermaßen erlösen. Und ich bin erlöst, wenn ich das Richtige WEISZ.

Dieses Wissen kann ich mir wiederum selbst aneignen. Da brauche ich keine Kirche! Da brauche ich genau diese direkte Anbindung an Christus IM GLAUBEN nicht. In der es AUF DEN GLAUBEN ankommt, als jene innere Haltung, in der ich auf Gott hin ausgerichtet bin. Und damit fehlt mir das positive Bild, das Seinsbild! Und gegen DAS muß alles gehen!

Samstag, 1. Mai 2021

Im Brief weitergeführt und konkretisiert (2)

Teil 2) Erlösung braucht persönliche Verbindlichkeit -
Das ist das Wesen des Menschseins


Wahre Opposition kann sich nicht aus "Kritikastertum" ergeben, das ist das Entscheidende. Wahre Opposition ist ein FÜR sein, ein positives Konzept gewissermaßen, in dem man an der Wirklichkeit festhält, und alles was man tut daran ausrichtet: Am Unsichtbaren, das die Wirklichkeit eben ist.

Stattdessen "suchen" alle nach einem positiven Konzept. Was ist der Mensch, was ist der Sinn der Welt usw. usf. Und monieren, daß die Gegenwart nicht "erkenntnisoffen" ist, worunter sie meinen: Ergebnisoffen.

Sie sind nur "dagegen", eben - wo der Schuh drückt.

Freitag, 30. April 2021

Im Brief weitergeführt und konkretisiert (1)

(Aus einem Brief an R auf dessen Anraten hin herausgegriffen, es solle genau so und in diesem sehr erhellenden Bogen an die Leser gebracht werden.)

Noch was kurz zu Köppel oder wie der heißt: Ich höre/schaue den auch kaum noch, vielleicht einmal in der Woche, weil ich ihn nicht mehr aushalte und schon mit vorausnehmender Pein auf seine unerträgliche Weise zu sprechen reagiere. Aber er ist ja unheimlich beliebt, und ich glaube das auch. Und zwar gerade bei den "Kritischen", sozusagen. Die alle nur noch bestätigt werden wollen, an Erkenntnis gar nicht interessiert sind.

Mittwoch, 8. April 2020

Illustration des Grauens (3)

Teil 3)


Marx hatte in einem Punkt recht: Wenn er auf die inneren Widersprüche des Kapitalismus hinwies, diese auch darlegte, dann konnte er das deshalb, weil er damit die ideologische Verfaßtheit des Kapitalismus durchschaute. Der wie jede Ideologie letztlich in einer Rechtfertigungsstrategie gründet, die persönliches Versagen, Schuld und Schwäche durch ein angeblich ideales Ziel schön redet.

Diese inneren Widersprüche aber hatte auch und schon gar der Marxismus, der auf eine Weise die Irrtümer der Menschheit zusammenfaßte. Und auf der Grundlage des auf seine Weise genialen Weltsystems Hegels, der den Geist in die materialistische Weltanschauung integrierte, ja materialisierte, dieses angeblich ein für allemal selbstrechtfertigende System des Marxismus schuf. Auf den der Kommunismus zurückgriff, der diese Weltanschauung in die Realität umsetzen zu wollen vorgab. Und dabei elegant überging, daß die Bedingungen in Rußland, die ihm die Gelegenheit zum Putsch im Oktober 1917 in den Schoß fallen ließ, so gar nicht den Marxschen historischen Bedingungen und Voraussetzungen entsprach.

Diese Widersprüche waren und sind es auch, die jedes ideologische Weltsystem über kurz oder lang auf einen einzigen Punkt führt: Den der bloßen, nackten Angst, dem des nackten Terrors. Denn Ideologie zeigt über kurz oder lang ihr wahres Gesicht, und das ist das der fehlenden Vernunft.  Wo aber Vernunft fehlt bleibt nur innerweltliches, irdisches Tun. Und in diesem muß der Mensch scheitern. Dieses Scheitern kann man auf eine Weise tragisch nennen, denn es erfüllt deren Natur. Würde damit nicht etwas Erhabenes verbunden sein, das dem Marxismus in seiner Realitätsform nicht zusteht. Denn in dieser seiner Form ist er böse, ja "das Böse".

In einem solchen System der klandestinen Widersprüche kommt deshalb der böse Charakter nach oben. Auch im Kommunismus setzten sich von Anfang an die expliziten Verbrecher als Leitfiguren durch, fielen aber freilich nicht selten irgendwann ihrem eigenen System zum Opfer. Denn das Böse, das vom Schlechten nur einen Hauch entfernt ist, holt immer noch Böseres (und Schlechtes) nach oben.
Auch den Kommunisten blieb nur eines, was eben bleibt, wenn die Vernunft fehlt, wenn der Leitfaden fehlt, der durch die Welt und die Zeit führt. Ihm blieb nur die Angst als Mittel, das ein Volk und eine Gesellschaft zusammenhält.
Der Kommunismus hatte deshalb keinen schlimmeren Feind als die Vernunft. Die er zur bloßen, innerweltlichen, jede Transzendenz (die doch so evident, so empirisch ist!) abstritt und fernhielt, also zur bloßen Rationalität erniedrigte und verleumdete. Aber wo unterscheidet sich hier unsere Gegenwart, die Gegenwart des Westens davon?




Dienstag, 7. April 2020

Illustration des Grauens (2)

Teil 2)



Hier der zweite Teil der ARTE-Dokumentation, die übrigen Teile folgen in den nächsten Tagen. Behalte der Leser im Auge, daß sie keine Dokumentation ist, aus oben angerissenen Gründen, sondern lediglich eine interessante Illustration einer ansonsten etwas anderen Wahrheit. Die noch viel schrecklicher ist, als es scheinen mag (die Doku wirkt regelrecht verharmlosend). Und daß sich zur Gegenwart Parallelen ziehen lassen, die zu finden diese Doku sogar noch erschwert. Wenn aber das Ewige, das Bleibende, also auch das Gegenwärtige (oder in Teilen Gegenwärtige, das, was nur ein anderes Kleid hat, aber von derselben Wirklichkeit getragen und geschaffen wird) nicht erkennbar wird, wozu sollte Geschichte (und wozu sollten Geschichten) dann dienen?

Und wozu macht man dann eine Dokumentation? Vielleicht gar um zu belegen, daß man sich "davon" selbstverständlich distanziert?
Das "nie wieder", das im Falle des Kommunismus seinen Ton der Halbherzigkeit ohnehin kaum verbergen kann, ist heute doch kaum mehr als eine Frage um die Farbe der Uniformhemden, die Formation der Aufmärsche, und der gefälligeren Grußgeste.




Morgen Teil 3)

Montag, 6. April 2020

Illustration des Grauens (1)

Gegen die auf ARTE in diesen Monaten (zufällig mit dem Studium der Schriften von Solschenizyn durch den VdZ zeitlich zusammenstimmend) gebrachte Dokumentation über den GULAG hat der VdZ einiges einzuwenden.

Einmal wird derselbe Fehler begangen wie so oft, auch in der Betrachtung des Hitlerismus übrigens, daß eine posthoc-Interpretation, mit der man versucht, diese Zeit zu verstehen, die noch dazu die Ganzheit der Wirklichkeit weit verfehlt, über geschichtliche Ereignisse und Ereignisfolgen drübergestülpt wird.

So wird eine Linie der Idee und des Planes über Geschehnisse drübergestülpt, die die Geschehnisse selbst gar nicht getrieben hat. Sieht man davon ab, daß die "gefundenen" Ideen meistens gar nicht stimmen.

Und dann wird (oft vermutlich auch verlockt durch einfach eben vorhandenes Material) die zufällige, einzelne und vereinzelte Wahrheit der Tatsachen in den Materialien der Dokumentation zu einem falschen Wesensbild gefügt. Eine wirkliche Ideenlinie aber läßt sich durch den Kommunismus gar nicht finden! Vielmehr war die geschichtliche Abfolge - wie der Hitlerismus - von zufälligen, rein persönlichen und psychologisch Niedrigem und Niedrigstem motivierten Geschehnissen, die wie im Falle des Kommunismus oft einfach etwa von Neid, Eifersucht und Gier getrieben waren.

Von Motiven, die in jedem Fall aus einer zu geringen Wirklichkeitssättigung stammen, die den Menschen zu rationalistisch strukturiertem, falschem Weltbild führt, und durch das Bedürfnis bestimmt ist, ein Scheinbild von Welt zu erschaffen.

In diesem Fall entsteht aber außerdem noch der Eindruck, daß der (letztlich vom selben Weltbild wie der Marxismus gestützte) Liberalismus der Filmemacher einen Ausweg sucht, wie trotz der offensichtlichen Greueltaten des Kommunismus doch ein Ausweg für eine sozialistische Welt (im Kleid des Liberalismus) besteht. Ganz nach dem altbekannten, ach so zynischen Spruch, daß "die Idee ja gut, die Ausführung aber halt schlecht gewesen war."

Teil 1)





Morgen Teil 2)


*Die Fragwürdigkeit der Motive hinter dieser Dokumentation erschließt sich auch aus dem im Film immer wieder verwendeten Lied über den "Heiligen Krieg", ein auch heute in Rußland beliebtes und oft gesungener Hymnus. Darin wird die Würde und das Heilige besungen, das ein Volk erheben läßt, um für sein Leben zu kämpfen. Stalin hatte nach 1941 bewußt an das patriotische Gefühl der Russen appelliert, eine immer gerne sprudelnde Quelle dieses Volkes. Das eben wie ein Bär aufsteht und droht, aber doch letztlich ein weiches Herz hat - für beides steht der Bär. Im "Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945", wie der Zweite Weltkrieg in Rußland heißt, hat sich dieser Bär aus Kraftquellen erhoben, die mit dem Kommunismus nichts zu tun hatten, von denen er sogar profitierte und dann schamlos ausnützte. Stalin wußte das, und wir wissen das. ARTE wohl auch, aber die Gründe, dieses Lied hier einzusetzen und damit Gegenwartsbezug zum heutigen Rußland zu schaffen, das sich erdreistet, patriotische Gefühle zu hegen, liegen auf der Hand.




*160220*
Unterstützen Sie dieses Blog!
 

Mittwoch, 11. März 2020

Aus Mangel an Verstehen

In der FAZ fand sich in diesen Wochen ein dermaßen guter, substantieller Kommentar zum "Synodalen Weg", der derzeit in Deutschland als Forum sein Unwesen treibt, in dem eine Neugründung der Kirche durchgesetzt werden soll, daß der VdZ den Leser unbedingt darauf hinweisen möchte. Denn er zeigt ein Verständnis, das man nicht mehr erwarten würde.

Insbesonders ein Punkt soll herausgegriffen werden. Weil der Verfasser, Christian Geyer, etwas zu begreifen scheint, das völlig verloren ist, auch bei den meisten "Katholiken". Es geht um die Identität von Hierarchie und Gnadenfluß. Es geht um die Funktion von Autorität als Quelle einer geistigen Qualität, an der nur im Gehorsam teilgenommen werden kann. Deshalb erschüttern auch Stellungnahmen wie einiges an den Aussagen des ehem. Abtpräses Notker Wolf, die er im bayrischen Fernsehen von sich gab. Wolf hat freilich, was angeblich so wichtig ist: soziale Akzeptanz. Aber entspricht das, was er sagt und wie er wirkt wirklich dem Wesen der Kirche, also damit dem Gnadenfluß, als vitaler Prozeß dessen, was in der Kirche zur bloßen Welt HINZUKOMMT? Noch dazu wo Wolf ein überzeugendes Beispiel dafür ist, wie sich die Forderung nach Akzeptanz immer mit dem verschwistert, was man "Anbiederung" nennt und alle Tore für eitles "Bitte habt mich lieb!"-Gehabe öffnet.

Die autoritäre, hierarchische Verfaßtheit der Kirche (und im übrigen JEDER sozialen Organisation und Gemeinschaft) ist ein ontologisches Wesensmerkmal, den man sich als Weg der Gnade vorzustellen hat, in dem der Himmel, die transzendente Dimension, in die Welt kommen will und kann. So kann der Geist die Welt durchdringen und durchwirken, sodaß diese in einer neuen Qualität fortbesteht. Sie ist soziologisch bestenfalls beschreibbar, aber nicht weltimmanent und damit ohne Transzendenz verstehbar, begründ- und erklärbar.

Was sich im Synodalen Weg aber zeigt ist ein erschütterndes Unverständnis der Kirche und des Katholischen generell. Sie zeigt sich als Tendenz, die wie ein Lebensprogramm um sich gegriffen hat und lange schon alle Bereiche des Lebens erfaßt hat: Man schafft ab, was man nicht (mehr) versteht. Und lehnt damit nicht einfach nur die Tradition ab, sondern wendet sich gegen alles, was überhaupt besteht, um es neu zu erfinden.

Einige Zitate, aus denen der post-moderne philosophische, in Wahrheit damit marxistische Ansatz, der seit langem das Denken allgemein und als Ton jedes öffentlichen Diskurses erfaßt hat, besonders deutlich wird. Hervorhebungen vom VdZ.

"... Dabei sprach aus der reizenden Wortmeldung ein Angebot, das man bei Strafe theologischer Irrelevanz auf dem Synodalen Weg nicht ablehnen durfte: dass nämlich alle Teilnehmer einander als Gleiche begreifen, ohne länger umständlich unterscheiden zu müssen, in Bezug worauf sie gleich sind und in welcher Hinsicht sie es mutmaßlich nicht sind.

Blockaden lösen

Freundlicher lässt sich Theologisches nicht ausbremsen! Ist die flache Hierarchie im Sozialen erst einmal als Superkriterium etabliert, so wirkt sakramentales Hierarchiedenken als Anschlag auf die Gemeinnützigkeit, und Ämterfragen können nicht anders denn als Machtfragen aufgefasst werden. Die Offenbarungsidee hätte sich demnach durch ihre Tauglichkeit auszuweisen, im jeweiligen Heute „Gräben zu überbrücken“ (Bischof Bätzing), „Blockaden zu lösen“ (Pater Langendörfer), „authentisch und echt“ (Bischof Bode) zu sprechen. ..."


"... Solche Rückkopplung von Religion ans persönliche Wohlgefühl, an Bedürfnisse privaten Aufgehobenseins, versteht sich nicht von selbst. Sie ist ein peinlicher Zug derer, die sich im Umgang mit Weltfremdheit – zu welcher der Katholizismus naturgemäß gehört – als Absolutisten ihrer Gegenwart gebärden, und dies durchaus autoritär, wie bei der Regie der Frankfurter Versammlung zeitweise deutlich wurde. Man versteht insoweit Kardinal Woelkis Zwischenruf, als er, ähnlich wie Bischof Koch und andere, gegenüber dem sozial begründeten Durchgriff aufs sakramentale Kirchenverständnis davor warnte, dasselbe „als kalten Kaffee abzutun – weil ich es vielleicht nicht verstehe“. Mit anderen Worten: Die Satzungen des Synodalen Wegs sind keinesfalls voraussetzungslos lesbar, wie sie nahelegen. Sie sind an theologische Vorverständnisse gebunden, denen nicht im Happening-Stil der Ignoranz, sondern mit theologischen Gründen beizukommen ist.

Glaubwürdigkeit statt Glaube

Warum Woelkis Ansicht, die Verfasstheit des Synodalen Wegs erinnere ihn typologisch eher an ein „protestantisches Kirchenparlament“, sogleich als Beschimpfung kritisiert wurde, erschließt sich unter analytischem Gesichtspunkt nicht, es sei denn, man möchte den „Geist des Miteinanders“ (Kardinal Marx) als Konsensbefehl auffassen, dem Widerspruch als Ruhestörung gilt. ..."

"... Das wirklich Verstörende war in Frankfurt etwas anderes: die Ersetzung des Glaubensbegriffs durch jenen der Glaubwürdigkeit. Tatsächlich beschwört der Synodale Weg die persönliche Glaubwürdigkeit der Glaubenszeugen wie ein Heilsversprechen. Was in der Marketing-Abteilung eines Wirtschaftsunternehmens überzeugt, wirkt in Gottes Namen dann doch leicht blasphemisch ..."



Samstag, 7. September 2019

Wo der Genderismus begann (3)

Teil 3)



Den Abschluß ihres Vortrags bildet eine Stellungnahme zum Feminismus. Sie sei eine Vertreterin des Gleichheits-Feminismus, das heißt, sie glaube an die Notwendigkeit, daß Mann und Frau im beruflichen wie politischen Bereich gleiche Möglichkeiten haben müssen. Daß deshalb systemische Barrieren beseitigt werden müssen, wo immer sie bestehen. Dennoch ist sie strikt dagegen, daß man spezielle "Schutzmechanismen" für Frauen aufbaut! Sie sind immer paternalistisch, patronhaft, verkindlichen die Frauen. Stattdessen müssen Arbeitsplätze als gender-neutrale Zone betrachtet werden, wo Frauen aber aus eigener Kraft, durch eigene Kommunikation, durch eigenes Handeln ihren Platz behaupten müssen. Sie sollen selbst festlegen, was sie zwischenmenschlich tolerieren und was nicht. 

Es gibt für Paglia keinen Grund, warum eine hoch ausgebildete Mittelklasse-Frau behauptet, sie hätte zu wenig "Macht", um etwas zurückzusagen, ihre Meinung zu äußern, oder sich zu beschweren, wenn es angebracht scheint. Das ist Unsinn! Hier benutzen Frauen bestenfalls die feministische Argumentation, um einen Vorteil daraus zu ziehen, aber sie ruinieren ihre Würde und Selbstachtung. Das mag in der Unterschichte noch angehen, wo Frauen oft schon rein von der Bildung her nicht in der Lage sind, sich zu wehren, und Angst haben, ihre Kinder nicht mehr durchzubringen, wenn sie gekündigt werden. Aber nicht bei gut ausgebildeten Frauen der Mittelschichte. Noch schlimmer wird es, wenn die Frauen übergeordnete Stellen einrichten, die dann "Gerechtigkeit" überwachen sollen. 

Als Alt-68erin war es Paglia immer ein Horror, wenn jemand persönliches Leben und Verhalten überwachen wollte! Und jetzt will die Linke und der Feminismus diese ständige Ausweitung der Bürokratie programmatisch? Die Geschichte zeigt, daß genau eine ständig wachsende Bürokratie den Niedergang einer Kultur besiegelte, der dadurch jedes Lebenslicht erlosch. Denn Bürokratie wächst aus eigener Gesetzlichkeit. 

Deshalb bräuchte jede Bürokratie einen inneren Mechanismus, der permanent ihre Größe und ihre Macht zurückstutzt. Das gilt auch für Universitäten. Deren Verwaltung nicht den geringsten Auftrag hat, das soziale und persönliche Leben am Campus zu überwachen und zu regulieren. Dieser universitäre Paternalismus, diese Haltung des ständigen "Händchenhaltens" ist sogar ein Betrug an der sexuellen Revolution der 1960er, die Freiheit und Selbstbestimmung wollte. Man wollte doch nicht diese "Kindermädchen-", diese Ersatzeltern-Figuren an allen Ecken und Enden!

Interessant noch eine Geschichte, die sie im Anschluß zum Vortrag auf eine Frage hin erzählt: Sie hat sich Anfang der 1970er mit Feministinnen geprügelt. Denn sie hat "Under my thumb" von den Rolling Stones verteidigt. Der Text mag sexistisch sein, aber nur in der provokanten Schlagzeile. Denn wenn man ihn genau ansieht, stimmt das gar nicht. Aber das Lied ist Kunst, ein großartiger Song. Daraufhin war sie von einer feministischen Funktionärin bespuckt und beschimpft worden: Ein Lied, das sexistisch ist, könne niemals Kunst sein! Das, so Paglia, sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn es ist blanker Stalinismus.* Und damit habe sie auch als Feministin nie etwas zu tun haben wollen. Kunst darf sich niemals solche moralischen, politischen Gesten und Ideologismen leisten!

Noch ein letztes von ihr sei herausgegriffen, es beschließt diesen Bericht, und es sagt viel aus: Sie würde sich wünschen, sagt Camille Paglia, wenn sie einmal eine Feministin anträfe, die aus einer guten, bürgerlichen Familie mit Bildungshintergrund käme. So gut wie alle feministischen Leitfiguren kommen stattdessen aus katastrophalen, zerrütteten familiären Verhältnissen.

Sie würde sich vor allem wünschen, wenn der Feminismus endlich aus der "Anti-Männer"-Ecke käme. Sie würde sich also nicht nur endlich starke, gesunde Feministinnen wünschen, sondern auch solche, die die Freiheit haben, Männer die es verdienen, offen zu bewundern. Die Männer sahen, wie sie sie kannte: Die in den Krieg zogen und für ihr Vaterland kämpften, die im Wald Holz schlugen und Feuer machten, die Frauen respektierten und im Hinterhof Körbe flochten, die wie ihr Vater und ihr Großvater arbeiteten, arbeiteten, arbeiteten, sich für ihre Familien aufopferten und allen alles gaben, was sie geben konnten. Man sollte also nicht ständig, wie heute, auf Bilder von irgendwelchen bösartigen Lumpen starren. Die gibt es überall. Auch unter Frauen.






*Naja, so ganz stimmt das alles nicht. Denn ihre Opponentin hatte auf eine Weise gar nicht so Unrecht: Kunst muß gut, wahr und schön sein. Schön ist aber nicht einfach subjektiver Ästhetizismus, sondern der Glanz des Wahren, das auch ein Gutes ist. Deshalb sind Inhalte von der Formgestaltung nicht einfach zu trennen. Man kann nicht sagen "Was erzählt wird ist scheiße, aber es ist sehr gut formuliert, also ist es Kunst." Wobei nicht selten Kunstkritik - vor allem wenn sie aus kleinbürgerlichem Atem kommt - nicht zwischen dem Weg, einen Inhalt zu zeigen und dem Mittel unterscheiden kann. Das berührt die Frage, ob es in der Kunst möglich ist, "Niedriges, Schlechtes" ALS "Niedriges, Schlechtes" zu zeigen. Das geht, es hängt nur vom Gesamtrahmen ab. Im Roman etwa ist das Gezeigte, also das Gute, Wahre, Schöne letztlich sogar erst das Fazit, also der Schluß!

In dem Fall hat also Paglia auch wieder recht, weil sie ausführt, daß der Text durch den Strophenbau zeigt, daß er mit der Unterdrückung ("Under my thumb") spielt, dabei aber die Ohnmächtigkeit des Mannes darstellt. Der Titel ist nur Provokation.




Freitag, 6. September 2019

Wo der Genderismus begann (2)

Teil 2)



Warhols Pop-Art hat - und das war seine historische Bedeutung - die Avantgarde beendet, ja ermordet, die über hundertfünfzig Jahre einen oft heroischen Weg der Suche nach neuen Wegen gegangen war. Mit Warhols Pop-Art (auch Lichtenstein ist zu nennen) hob sich die traditionelle Kluft zwischen der hohen Kunst und der Alltagskultur auf. So, wie es Bowie in seinem Bereich ebenfalls gemacht hat. Warhol hatte zur Folge, daß die Avantgarde es ihm gleich machte, und Vorhandenes verfremdete und zerstörte. Aber das war nicht mehr Avantgarde! Denn diese muß immer einen (hohen) Preis kosten, muß Frucht einer schöpferischen, durchlittenen Qual am Gewesenen sein, nur so hat sie inneren Wert. So aber wurde alles nur noch Spiel mit den Galerien, den Moden und Kunstmärkten. 

Darin sind auch die Eliten in einen abscheulichen Provinzialismus gestürzt. Alles begann in political correctness und Klischees zu ersticken. Wirklich Neues gibt es seither in der Kunst nicht mehr. Die Kreativität ist aber in andere Bereiche abgewandert, in Animationsfilme, in die Entwicklung von Computer-Spielen und ins Industrie-Design. Dort hat sie auch bei ihren Studenten noch Konzept und formale Gestaltung gesehen, die aus der traditionellen bildenden Kunst aber geflohen ist.

Interessant sind ihre Ansichten über die Rolle der Freien Rede, auch und gerade in einer Demokratie. Sie meint, daß es ohne freie Rede Demokratie gar nicht geben kann, und die Tatsache, daß sie aus den Universitäten verschwunden ist, ist ein regelrechter Skandal. (Aber wie soll es sie geben, wenn die "neue Moral" alles zensiert wissen will?) Der die Korrumpiertheit der Verwalter-Klasse beweist, die die Universitäten dazu benutzen, ihren Interessen zu dienen. Die Fakultäten haben jede Macht verloren, ihre Programme selbst zu gestalten, sondern werden von überbezahlten, allmächtigen Verwaltungsbossen gesteuert. Sie sind die eigentlichen Antriebe hinter der Versumpfung der Universitäten in political correctness. 

Aber auch unter den Professoren ist eine schreckliche Entwicklung festzustellen. Sie begreifen oft nicht mehr, daß die Klasse, vor der sie stehen, nicht ihr Versuchslaboratorium für ihre persönlichen Ideologievorlieben sind. Sie unterscheiden nicht mehr zwischen ihrer Meinung (die man natürlich auch äußern kann oder soll, keine Frage, aber als solche erkennbar!), und dem eigentlichen Stoff, den sie vortragen sollen. Dem gegenüber jeder Student die Freiheit haben muß, jede, wirklich jede Position einzunehmen, die ihm richtig erscheint. Paglia findet es schockierend, daß stattdessen die Lehrenden immer mehr dazu übergegangen sind, den Studenten ihre Sichtweisen aufzuzwingen, ja sie damit zu tyrannisieren. 

Das hat damit zu tun, meint Paglia, daß jede Idee, jeder Maßstab verloren gegangen ist, wie Bildung und wie universitäre Lehre auszusehen habe. Und sie sagt das, obwohl sie selbst sich als Feministin bezeichnet, die seinerzeit auf Yale sogar die einzige war, die den Mut hatte, über Geschlecht zu dissertieren - aber das Übel begann mit den Gender-Studienrichtungen. Die mit einem Fingerschnipsen der Verwaltung über Nacht eingeführt wurden, in welchen Wiedergutmachung für die vormalige Ausgrenzung oder Unterrepräsentanz von Frauen an vielen Fakultäten geleistet werden sollte. Zuerst war alles nur eine Schaufensteraktion, in der man nach außen signalisieren wollte, daß man nun alles besser machte. Also schaufelte man Geld zu einigen Frauen und bedeutete ihnen, sie sollten nun einfach ihren eigenen Weg finden, "Frauenstudien" zu schaffen.

Damit erfand man von heute auf morgen einen Studienzweig, der aber viel konzeptionelle Vorüberlegung gebraucht hätte. Was an Ausbildung sollte angeboten werden, was sollte an Wissen über Anthropologie, Sozialgeschichte oder Biologie vermittelt werden. Gerade Letzteres! Denn heute fragt man sich wie es möglich war, "Gender-Studiengänge" anzubieten, ohne irgendeinen Bezug zu Biologie zu etablieren!? Heute kann man "Gender" studieren, ohne auch nur ein Semester Biologievorlesungen besucht zu haben! Stattdessen erklärt man Biologie für irrelevant für das Thema. Man hat nicht einmal einen verbindlichen Lektüre-Kanon festgelegt, den jeder Studierende kennen muß. 

Die Folgen waren vorhersehbar: Heute sind die Gender-Fakultäten so etwas wie das Politbüro der Universitäten. Und die exzessivsten Ansichten der Gender-Studien sind ins reale Leben übergeschwappt. Das hat - nicht zu Unrecht - dazu geführt, daß sich weltweit (Paglia nennt Ungarn) Widerstand regt und Gender-Studien von den Universitäten verbannt werden sollen, weil sie kein universitäres Fach, sondern Ideologie sind. Das entspricht genau ihren Beobachtungen, meint Paglia: Wenn die Linke Probleme nicht sehen will, sondern unter den Teppich kehrt, tauchen die in den Untergrund ab, und schlagen über die Rechten als Gegenkraft zurück. 

Das gilt auch für die Medien, die dazu neigen, linke Fehler zu verschweigen und Meldungen dazu zu unterdrücken. Die damit sogar rechten Extremismus regelrecht produzieren. Sie bezeichnet sich als Demokrat (Clinton), aber sie war nicht überrascht, daß Donald Trump die Wahlen gewonnen hat. Die Linke hat es ihm nämlich leicht gemacht, weil sie ihre Fehler (man denke an die Verbindungen zu Goldman Sachs) verheimlicht statt angesprochen hat, Dinge gemacht und zugelassen, die ihren vorgeblichen Idealen widersprochen haben - und das ist ihr auf den Kopf gefallen.

Auch die Art der TV-Shows ist da wenig förderlich. Sie leben von einer Inszenierung, in der sie unbedingt Konterparts wollen und aufbauen. Noch vor einigen Jahrzehnten war es möglich, in einer öffentlichen Diskussion jedes Argument zu bringen, das angebracht schien. Heute wird alles sofort in eine Schublade gesteckt, und nur diese muß man dann bedienen. Das ist einer Diskussionskultur, die letztlich doch auf "gute Ideen" oder gar "Konsens" abzielen sollte, absolut tödlich. Heute weiß jeder schon (oder gibt vor zu wissen) was jemand sagt, da hat der noch nicht einmal seinen Mund aufgemacht.

Dabei sind doch die meisten Standpunkte der Menschen viel flexibler als man meint! Die Menschen sind gar nicht so polarisiert und in kindischen Oppositionshaltungen einbetoniert, wie oft behauptet wird. Das richtet sich als Kritik vor allem an die Produktionsassistenten (in den USA "assistant producers"), die mit ihren "dramaturgischen Anweisungen" diese Polaritätsunkultur eingeführt haben und heute daran festhalten, weil es angeblich Quote bringt. Sie selbst geht deshalb in keine Talk-Show mehr. Und der VdZ, der vor etlichen Jahren die gleichen Erfahrungen gemacht hat, handhabt es genauso. Man kriegt dort eine Position übergestülpt, und ist nur als solcher dann interessant und wird (bis hin zu Kameraeinstellungen oder gesteuerten Publikumsreaktionen) nur als solcher dann präsentiert. 

Diese Erfahrungen haben Camille Paglia zur Ansicht geführt - sie ist auch Professor für Medienstudien - daß der Journalismus in den USA heute tot und ein stinkender Leichnam ist.

Morgen Teil 3)





Donnerstag, 5. September 2019

Wo der Genderismus begann (1)

Michel Foucault, der als Ikone des Postmodernismus angesehen wird, und von dem die fatale Idee stammt, daß alles menschliche Zueinander ein Kampf um Macht und Vorherrschaft ist, ist eine der Lieblingszielscheiben von Camille Paglia. Eine Frau, die ziemlich gescheit ist, und im persönlichen Eindruck gerade auch in diesem Vortrag wirkt, als schreie sie innerlich nach Gott, verbiete sich aber als ausgewiesene Atheistin diesen Gedanken. In diesem Zusammenhang ist die These von Paul C. Vitz noch interessanter, der sich damit befaßt hat, "woran Atheisten glauben". Und eines seiner wichtigsten Bücher "Faith of the Fatherless" (Glaube der Vaterlosen), ein Schlüsel zum Verständnis des Atheismus, nannte.

Foucault, so Paglia, ist ein glatter Dieb. Nicht einer seiner Gedanken ist originär, er hat alles zusammengestohlen. Keine seiner Thesen stammt von ihm, sondern wurde schon lange vor ihm aufgestellt, meint Paglia. Foucault hat das alles nur zusammengestellt. Und damit Furore gemacht. Er war offenbar einfach zur richtigen Zeit da, das war alles, und hat das in seinem (für einen Homosexuellen und Narzißten nicht untypischen) luciden Sinn für Nachfrage und Beliebtheitsmomente extrem gut vermarktet.

Mein Gott, ist die Frau klug. Der Vortrag sei wärmstens empfohlen, er ist eine Fundgrube von klugen und inspirierenden Bemerkungen, die sie als einen Überblick über eines ihrer aktuellen Bücher präsentiert. In dem sie sich mit der Pop-Kultur befaßt. 

So sagt sie, wieder unter Bezug auf Foucault, daß an der Gender-Ideologie der Gegenwart nichts, absolut nichts neu ist. Die eigentliche Kulmination des Genderismus hat bereits David Bowie in den 1970er-Jahren geliefert. Und er hat ihr zu diesem Einfluß verholfen, indem er eine ganze Generation tief beeindruckt und geprägt hat. Damit hat er dem Genderismus den Boden bereitet, ja ihn im Alleingang verbreitet. Indem er mit der neuen Ikonographie der neuen Medienwelt in Film und Musik wie der Schaffung eines öffentlichen Images als dessen Bezugspunkt perfekt umgegangen ist. Diese besondere Art des Geschicks teilt er somit mit Michel Foucault.

Parallel zu Bowie war aber ein anderer Künstler stilbildend, und darin eine weitere Gestaltbresche schlagender Vorreiter des Genderismus. Der Name dürfte vielen unbekannt sein, anders als seine Werke (und die seiner Epigonen) - es ist Tom of Finland. Der mit seinen homoerotischen Werken den "Lederlook", das Element des Sadomasochismus in der Schwulenszene also, zum Teil der Populärkultur machte. Noch bedeutender aber war die Schaffung einer Art Gestalt als Identitätsangebot für die gesamte Homosexuellen-Szene. Und Identität "als" Homosexueller ist deren eigentliches Problem*.

Ein weiteres "Lieblingsthema" (zu dem wir an dieser Stelle vor Jahren bereits einen Vortrag von ihr brachten) ist das Thema "Bildung". Denn sie ist tief entsetzt über das, was sie als Hochschulprofessorin über mittlerweile siebenvierzig Jahre beobachten muß. Das öffentliche Schulwesen ist in ihren Augen ein einziges Desaster. Dabei hat sie es an der Kunstschule, an der sie seit vierunddreißig Jahren unterrichtet, noch gut, weil sie die Studenten in Bewerbungsszenarien aussucht. Dennoch hat sie einen Überblick über das gesellschaftliche Geschehen, denn auch ihre Studentenschaft ist ein Kaleidoskop sämtlicher sozialer und gesellschaftlicher Schichten. 

Dabei geht sie so vor, daß sie ihre Lehrinhalte daran ausrichtet, was sie an den Studenten als Notwendigkeit und Bedarf erkennt, was an Wissen fehlt, was an Fertigkeiten. Und sie ist "horrified", sie ist schockiert festzustellen, daß speziell seit zwanzig Jahren Jahr um Jahr um Jahr das Maß an kultureller Information, das diese Studenten aufzunehmen vermögen und besitzen, zurückgegangen ist. Auch das, was man als Grundsäulen und Marksteine der gesamten westlichen Kultur ansieht ist mehr und mehr unbekannt und verschwunden. 

Sie erzählt eine bezeichnende Geschichte, die ihr vor fünfzehn Jahren passiert ist. Als sie in einer ihrer Klassen das bekannte Spiritual "Go down Moses" diskutieren wollte, so, wie sie es die Jahre zuvor auch gemacht hatte. Lange hatte sie sich in diesem Jahr gewundert, warum die Klasse einen inneren Widerstand zu haben schien, sich mit dem Text zu befassen. Bis sie erkannte: Die meisten Studenten wußten gar nicht, wer Moses war! Die einzigen, die das wußten, waren Afro-Amerikaner mit kirchlichem Hintergrund. 

Der säkuläre Humanismus hat es geschafft, die Grundlagen unserer Kultur ins Vergessen zu schieben. Man kann mit heutigen jungen Menschen nicht mehr über unsere Kultur sprechen, weil sie deren Gerüst gar nicht mehr kennen. Obwohl sie eine so lange Schulzeit durchlaufen haben. Damit fällt, kann man sagen, das gesamte kulturelle Erbe weg und muß ungekannt und unverstanden bleiben. Die gesamte Bibel, dieses großartige, unübertreffliche Kompendium von Weisheit und Heldenerzählungen und Schicksalsgeschichten, ist unbekannt, eine gesamte Dimension unserer Kultur fällt damit weg, mehr noch: Was bleibt von unserer Westlichen Kultur, wenn die Bibel, wenn der Name Moses wegfällt?

Sie kennen die Kardashian-Familie, und auf diesem Niveau bewegt sich die "Bildung". Ihr selbst war es in ihrer Zeit in Yale (1968-72) noch passiert, daß die Professoren sie als frivol und oberflächlich angesehen haben, weil sie sich für die Gegenwartskultur und darin vor allem für Hollywood und dessen Geschichte interessiert hat. Daraus, so war damals der Tenor, konnte man nichts lernen, weil man ohne Kenntnis der Grundlagen unserer Kultur daraus nichts erkennen konnte. Nicht einmal der europäische Kunst-Film der 1950er und 1960er hatte einen anerkannten Status als relevante Kunst. 

Sie hat Populärkultur immer ernst genommen. Und sie hat sich viel damit befaßt, sie zu interpretieren und zu verstehen, und daraus Rückschlüsse auf die Kultur und die Menschen zu ziehen. Sie hat gesehen, daß sich über diese Ebene Beziehungen zwischen Hochkultur und Populärkultur finden lassen. Sie war deshalb immer ein Fan von Andy Warhol, der - wie sie - die (ewige) Schönheit in der Werbung oder im Starkult etwa erkannte, man mußte nur die Oberfläche entfernen, buchstäblich ein anderes Licht darauf werfen. (Deshalb wohl die Verfremdungen vorhandener Photographien der Stars, die Warhol so berühmt gemacht haben, Anm.). Und sie war glücklich damals in New York seine Kurzfilme zu sehen, die mittlerweile völlig von der kulturellen Landkarte verschwunden sind. Man erkennt den Unterschied der Warhol'schen, absurden Verfremdung zu den Trash-Filmen der Gegenwart gar nicht mehr. 

Morgen Teil 2)



*Denn ontologisch gesehen ist Homosexualität keine Identität, sondern genau das Fehlen oder Suchen nach einer solchen.