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Mittwoch, 17. August 2022

Aus der Schule geplaudert (2)

Der Mensch ist kein Objekt der Massenpesychologie. Auch wenn die Versuche, sie als Herrschaftsinstrument einzusetzen, weit gediehen sind. Deren Bedingung, die Verachtung, ist bereits erfüllt - Jede Massenpsychologie hat also einen ganz gravierenden Fehler. Ihr Objekt ist im Grunde niemals berechenbar vorhanden. Wenn, dann kann eine Menge von Menschen nur unter ontologischen (also metaphysischen) Aspekten verstanden werden. Weil jede dieser Zugehörigkeiten eines Menschen auch ein gewisses Eigenwesen hat, das vom Einzelnen angenommen, vertreten und repräsentiert wird. 

Das heißt, daß sich gewisse Gruppen-Gesetzlichkeiten im Verhalten des Einzelnen finden, zu denen auch Gruppennotwendigkeiten gehörten, die dem Bestand dienen, wie "Erhalt der Einheit", eines der stärksten Gruppengésetze. Die aber nicht aus 2Schwäche" entstammen,s ondern weil jeder Mensch ZUERST einer Gruppe zugehört, und daraus sich sein Individuum herausformt. Sei eine Tätigkeit noch so häufig und allgemein, jeder macht sie auf SEINE Weise. 

Dienstag, 16. August 2022

Aus der Schule geplaudert (1)

Ein (russischer) Bankier hatte es nach langem Anlauf geschafft, in China die Erlaubnis zu erhalten, eine Bank zu betreiten. Aber schon nach kurzer Zeit war er tief frustriert. Denn es war ihm fast unmöglich, Kredite an chinesische Unternehmen zu vergeben. Den üblichen Kriterien einer marktwirschaftlich agierenden Firma nach, waren alle diese chinesischen Firmen insolvent. 

Mit neuem Blick ausgestattet, nahm er nun die chinesische Welt näher oder anders unter dei Lupe, und da fiel ihm vieles auf, das auf einen immensen Einfluß einer zentralen Planung hinweist. Und das ist es wohl auch, so meint er heute, das das Land über gewisse Zeit tragen wird, aber nur für gewisse Zeit. Einen wirklichen Marktmechanismus, wo sich die Dinge mehr oder weniger in einem Zueinander einpendeln, gibt es nicht, oder kaum. 

Der Wohlstand und Aufstieg Cinas hat ein Ablaufdatum, weil er dem Wesen des Menschen widerspricht. Er wird deshalb nur so lange anhalten, als es eine Herrschaft der Gewalt über die Menschen gibt, die zunehmen muß. 
Sie wird sich vor allem auf die Seelen beziehen, und hat einen klaren Widersacher: Die Freiheit als Wesensmerkmal alles Menschlichen. 
Das muß sich zwangsläufig zu einer Bewegung steigern, die die gesamte Welt umfaßt und gleichschaltet. Als äußerlicher, vor allem aber ins geistig-seelische wandernder Zwang, die Menschheit denselben Gesetzen zu unterwerfen.

Dienstag, 29. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (4)

Der erste, der einen schwarzen Sklaven als materiellen Besitz rechtlich verankerte, war ... ein schwarzer Sklavenhalter. Der etwa 1805 bei Gericht (und gegen den heftigen Widerspruch der europäischen örtlichen Bevölkerung!) durchsetzte, daß ihm das Eigentum an einem Mann zustand, der von europäischen Farmern aus den unerträglichen Lebensverhältnissen befreit wurde, die er zu erleiden hatte, und auf die Einhaltung eines Zeitvertrages pochte, der irgendwo einmal existiert hatte, aber nicht mehr aufzufinden war. Tatsache ist also, daß ein Schwarzer der erste Amerikaner war, der Sklaven und unbeschränktes Eigentum per Gesetz verankern ließ. (Damals mit der gerichtlichen Auflage, fortan für den Mann, das Streitobjekt also, besser zu sorgen.)

Denn die starke Gebundenheit an soziale Verhaltenscodes hat auch Schattenseiten. Dabei funktioniert Soziales nur, wenn es auf der Bereitschaft steht, sich zu verschulden oder jemanden bei sich verschulden zu lassen! Das führte aber bei Verschuldung zu oft schrecklichen Lebensschicksalen. Sich selbst bei Überschuldung zu verkaufen etwa war in Afrika gängige Praxis, und den nunmehrigen Sklaven erwartete kein schönes Leben, soviel kann man sagen; in Amerika wurden sie meist besser behandelt, und vor allem hatten sie dort sicher zu essen.

Aus einschlägiger Literatur sind einige Zahlen vorzutragen. Sie überraschen. Etwa um 1830 gab es im amerikanischen Süden rund 2,5 Millionen Sklaven, die meisten schwarz. Der Anteil von ihnen, der unter weißen Herren verglichen mit dem unter schwarzen Herren, beträgt knapp die Hälfte.

Montag, 28. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (3)

Wie generell Mitglieder von Nomadenstämmen, darunter Araber, darunter - man hört die Schläge auf den Rücken einprasseln, wenn der VdZ das sagt ... - viele Menschen türkischer Provenienz, die in ihren Hauptstämmen, sofern eben türkisch und nicht den vor der Zuwanderung der zentralasiatischen Türken ansässigen Bevölkerungen entstammend (seine wir ehrlich, es gibt defacto doch keinen Staat, der nicht ein Vielvölkerstaat ist), ebenfalls aus der Steppe kommen. Man sieht es nicht zuletzt an ihrer Architektur: Rund! Rund wie das Zelt, die Yurte, das Grabmal. Rund wie die Erde, die unbegrenzte Schöpfung des Erdkreises.

Aber so wird auch die Katastrophe erkennbar, die die Entwicklungshilfe (zu der sich die Mission in den 1960ern gewandelt hat) bedeutete. Die die sozialen Gefüge angriff! Und durch die Einführung von Steuern das Geld einführten. Denn wir sind uns dessen viel zu wenig bewußt, in welch hohem Maß es der Staat, die Obrigkeit war und ist, die Geld in eine Gesellschaft einführt. Denn die Herrschenden sind es, die Geld brauchen. Die ein neutrales Tauschmittel benötigen, um ihre Soldaten und Beamten zu bezahlen. Und ihren Lebensluxus durch internationalen Handel decken müssen.

Sonntag, 27. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (2)

Die Rolle des Geldes wird von Afrikanern selbst sehr kritisch gesehen. Und insofern ist die Einführung von Geld als Zahlungsmittel FÜR STEUERN die Primärkatastrophe gewesen. Plötzlich war der afrikanische Mensch nicht mehr in der Lage, so wie immer Abgaben an die Obrigkeit durch seine eigenen Produktionsmittel (Rinder, Handarbeitsprodukte, Arbeit) zu bezahlen. Plötzlich mußte er sich mit einem Markt beschäftigen, auf dem Geld Zahlungsmittel war, während die traditionellen Märkte immer Tauschmärkte waren?

Das können wir alles auch auf Europa umlegen. Die soziale Katastrophe des 13. Jahrhunderts war dieser totale Umbau der Gesellschaften durch die Geldwirtschaft. Sie war das "weg vom Feudalen", das "hin zu per Geld definierten Abhängigkeits- weil per Verordnung auferlegten Schuldverhältnissen", die nun dasselbe bedeuteten, wie es die Afrikaner im 20. Jahrhundert erlebt haben: Plötzlich mußte das Arbeiten und Lebensschaffen dem Erwerb eines Drittmittels dienen, dem Erwerb von Geld!

Samstag, 26. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (1)

Verblüffend wahre, hervorragender, gereinigter Wahrnehmung entspringende, inspirierende und mit der Metaphysik des Katholischen zur vollkommenen Deckung (bzw. Weiterführung) kommende Stellen finden sich im Schriftwerk des protestantischen Missionars Bruno Gutmann. Weil die Bücher, die dem VdZ vorliegen, 1966 datiert sind, und er damals seinen 90. Geburtstag beging, nehmen wir an, daß er bereits gestorben ist. 

Ob sich das Evangelische Missionswerk, das diese großartige Reihe über die Kirchen der Welt herausgab sich an ihn noch erinnern kann? Einige weitere Bände hat der VdZ bestellt, denn die ihm vorliegenden sind schon von den Themenstellungen so anregend weil so hervorragende, sachliche Archive, daß er sicher noch einiges daraus für die Leser der ambrosius.konnotationen bergen können wird. 

Darf er den Leser bei dieser Gelegenheit an die Notwendigkeit erinnern, daß er das ihm Vorliegende nur lesen kann, weil der VdZ sein Leben und Existieren in hohem Grad aus barmherzigen Zuwendungen fristet - sprich: Bittend erinnern, sich der Spendenmöglichkeit s. u. zu bedienen?

Freitag, 4. Dezember 2020

Ein neuer Faktor, eine verlagerte Beziehung

In dem Moment, schreibt Georg Simmel in seiner "Philosophie des Geldes", wo der Tauschhandel durch das Medium Geld ersetzt wird, schiebt sich ein dritter Faktor in die Beziehung der Wirtschaftspartner. Die direkte Linie der Verbindung zwischen ihnen verlagert sich auf die Beziehung, welcher jeder der beiden zur wirtschaftlichen Gesellschaft hat, die dieses Zahlungsmittel (dieses Geld) akzeptiert.

Wir haben es also ab dem Moment mit einer grundsätzlich veränderten Wirtschaft und damit Gesellschaft zu tun, in dem Geld eingeführt wird. Noch mehr, wenn es das Wirtschaften dominiert, gar, wenn es zum Ziel selbst wird.

Genau das ist in diesem besprochenen Zeitraum, der als Übergang Europas (als Kulturraum des Abendlandes) vom Mittelalter zur Neuzeit (also grob die Zeit des 15./16. Jahrhunderts) bezeichnet wird, auch passiert. Die Einführung des Faktors Geld in das alltägliche Leben* veränderte das Leben selbst durch ein neues Ziel - Geld und dessen Herstellung.

Um uns das vorzustellen müssen wir aber beileibe nicht in mythische Tiefen der Steinzeit zurückgehen. Noch tief bis ins 18. Jahrhundert hinein tauschten weite Teile der europäischen Völker und Menschen weitgehend geldlos. Erst mit der Enteignung der Bevölkerungen, die eigentlich die Folge der An-Eignung bislang gemeinschaftlicher Güter (Almenden) durch Einzelne war**, verloren weite Teile der europäischen Bevölkerungen die Möglichkeit, sich innerhalb von sozialen Gefügen rein aus zwischenmenschlicher Verbindlichkeit im Geben und Nehmen am Leben zu halten. Ja, innerhalb eines bescheidenen Wohlstands zu leben. 

Nie fiel somit die Erwerbsmöglichkeit unterhalb eine bestimmte Grenze, nie verlor die Nächstenliebe, das zwischenmenschliche Helfen und Beistehen ebenso wie das gemeinschaftliche Verzehren und Feiern, seine bedeutsame Realität. Wenn Geld notwendig war, dann nur für Wirtschaftsbeziehungen mit mehr oder weniger weit entfernten, vor allem aber fremden Partnern. 

Mit einem Mal war auch die nackte Existenzangst zum Schatten der Existenz der nicht-besitzenden Gesellschaftsschichten entstanden. Sie begann deren Leben zu bestimmen. War der Mensch des Mittelalters noch freimütig und in seinem Denken und Meinen Herr seiner selbst, trat hinfort ein neues Phänomen auf:  Die Vermassung von Menschen. 
Die mehr und mehr zwei Leben führten. Das der offiziellen Unterordnung aus existentiellen Notwendigkeiten unter ein fremdbestimmtes Sollen, und das des eigentlichen Lebenswollens. Zumindest tendenziell fiel auch der Wohlstand weil der über das Medium Geld bemessene und bewertete Lohn.

Somit war auch die Arbeit dem Prinzip nach nicht als mit Geld zu entlohnende Tätigkeit verstanden. Sondern in den Rahmen eines wechselseitigen Dienstleistens gestellt, dessen Maß eines des Moralgefühls - also der Ehre - war. 

Ab dem Moment aber, wo Gemeingut (und noch im 16. Jahrhundert war alleine mehr als die Hälfte des Eigentums in Europa im Besitz der Kirche) in individuelles Eigentum wechselte, verloren immer größere Teile der Bevölkerung ihre Verwurzelung. Das heißt, sie waren nicht mehr in der Lage, an dem Ort, an dem sie lebten und wohnten, auch zu überleben. So begann einerseits die Landflucht, in der die Menschen in die Städte zogen, weil ihnen gar nichts anderes übrigblieb. 

Und anderseits der Aufstieg des Geldes, das inmitten einer fremden Umgebung, die über soziale Beziehung nicht mehr zu ordnen war, welche erst jene Verbindlichkeit schafft, die kein Gesetz brauchte, sondern auf dem individuellen Ehr- und Moralempfinden fußte, das mehr oder weniger allen gleich war, eine neue Art des Umgang mit dem anderen einführte. Was etwas "wert" war mußte nun in das Medium Geld transponiert werden. 

Auch die Arbeit: Es begann damit die Lohnarbeit, in der der Einzelne sein Tun als Ware einzuschätzen hatte. Die es noch dazu im Überfluß gab, sodaß sie im Preis verfiel.

Selbst wenn man jene kurze Epoche berücksichtigt, in der die Pestepidemien die Arbeitskraft zu einem knappen Gut machte, stieg aber umgekehrt deren Geldeswert NICHT. Und warum? Weil sich die Besitzenden, die Eigentümer von Grund und Boden als Produktionskapital, mit der politischen Macht verbündete. Welch letztere per Anordnung die Verteuerung der Arbeitskraft verhinderte. 

Dieser Faktor war neu: Der Staat, der mit dem Beginn der Neuzeit wie nie zuvor in das Leben der Menschen eingriff und es damit gravierend veränderte. 


*Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist das Geld zu jener Zeit nicht "erfunden" worden! Die Menschen hatten nie aufgehört, seine Existenz zu berücksichtigen. Es spielte nur keine Rolle, man BRAUCHTE es buchstäblich nicht! Das änderte sich erst mit der Renaissance. Das änderte sich erst mit der Zentralisierung der Fürstenmacht. Das änderte sich erst mit der immer klareren Definition von Staat und Land. 

Und das änderte sich vor allem mit EINEM UMSTAND. Dem Umstand, daß die Zentralmacht begann, die Bezahlung von Steuern MIT bzw. IN GELD zu verlangen. Und zwar mit dem, was diese Zentralmacht selbst ALS GELD festgelegt hatte. Während gleichzeitig die Verbreitung von Geld durch die Auszahlung von Löhnen und Zuwendungen in jenem selbst "erfundenen" Geld erfolgt ist. Somit hat die Phase der Etablierung von Geld direkt mit dem Aufkommen von Soldaten- und Söldnerheeren, also der völligen Neudefinition von Krieg und Strategie zu tun. Denn die Soldaten waren es, die das Geld in den Alltag schwemmten.

Während die Bevölkerung in dem Maß nach Geld zu streben begann, in dem es Geld für seine Steuern brauchte. So bauten sich unsere Volkswirtschaften um, bis das Geld zum generellen ersten Ziel des Lebens und Arbeitens wurde.

**Wir können und müssen es beim Namen nennen. Diese Vorgänge waren die Folge der Enteignung der Kirche durch den Protestantismus, die "die Kirche" als Institution aufgaben und auf das jeweilige Verhältnis des Einzelnen zu Gott reduzierte. Große Teile des europäischen Vermögens fielen dadurch in die Hände der Landesfürsten und deren Günstlingen, also ins Eigentum des fürstennahen Adels und des Beamtentums. Historisch belegbar fiel der Wohlstandsverlust in den reformierten Ländern dementsprechend gravierend aus und schuf eine gewaltige Schichte von Verelendeten, die sich in den Städten ansammelten.


*031220*

Montag, 11. Mai 2020

Coronaverringertes Volkseinkommen

Es gibt eine Zahl, die recht unverbrüchlich dafür steht, wie es einer Volkswirtschaft geht, und das ist ihr Energieverbrauch. Im gegenständlichen Beispiel ist am Stromverbrauch sehr direkt zu messen, wie es der Wirtschaft seit und durch die Beschränkungsmaßnahmen der Regierung geht. Daraus kann man (natürlich wie immer mit einer gewissen Schwankungsbreite) ableiten, wie das BIP (=die Summe aller Einkünfte des Landes) im Vergleich zum Status ante Corona-Maßnahmen, also der Zahlen des Vorjahres, verläuft. Die Graphik stammt von der Agenda Austria.


Grob gesagt: Die Einbrüche belaufen sich auf durchschnittlich ein Viertel der Wirtschaftsleistung, gehen zeitweise aber bis zur Hälfte. Das ist deshalb bedeutend, weil gerade eine Gesellschaft, die sich als Sozialstaat organisiert hat (der großzügig mit Geld um sich wirft, um den Geldfluß der Volkswirtschaft nicht zu unterbrechen, sprich: Individuelle Einkommensverluste durch Staatskredite zu mildern) von Steuereinnahmen abhängt, die wiederum nur anfallen, wenn die Volkswirtschaft aktiv ist. Hinweis: Der "geringe Rückgang des BIP", den die Graphik als Wellenberg ausweist, sind ... die Wochenenden. Wo die Volkswirtschaft natürlich immer zurückfährt.

Und diese Steuereinnahmen belaufen sich in Österreich auf rund 65 Prozent (bei veränderter Betrachtungsweise auf 80 Prozent) des BIP. Gerade bei Einkommensrückgängen leidet der Staatssäckel aber noch mehr. Der Steuerausfall ist außerdem umso größer einzuschätzen, als die Volkswirtschaft in Österreich (und damit das BIP als Parameter der Einkommen) ganz deutlich hin zu öffentlich Bediensteten (Beamte, Beschäftigte von Staatsbetrieben, Personal des Medizinbereichs, Beschäftige in Kurzarbeit - per Ende April schon 1,1 Millionen  Kurzarbeiter in Österreich, dazu 600.000 direkt Arbeitslose! -, etc.) verschiebt, also hier Steuereinnahmen real nur das Verschieben von einem Hosensack in den anderen sind. Daß diese verringerten Steuern noch lange über die direkte Krise hinaus anhalten werden darf man also aus zwei Gründen annehmen. 

Hier also deshalb die Graphik, die zeigt, wie sich das BIP verhalten wird, je länger die Beschränkungen des Lebens durch die Regierung noch dauert:



Das IWF rechnet, wie die Graphik auch zeigt, derzeit (bei neun Wochen mehr- oder weniger weit gehender Sperre) mit einem Gesamtrückgang des BIP Österreichs von 7 Prozent für 2020. Das ist ein stärkerer Rückgang als bei der Weltwirtschaftskrise 2008. 

Aber dieser Rückgang könnte auch gravierend höher (aber so gut wie auszuschließen geringer) ausfallen, und er könnte auch erheblich länger anhalten. Letztlich weiß man eben nicht wirklich, wie die Räder ineinandergreifen, und wie lange die Wirtschaft braucht, um sich wieder auf Normalniveau zu erholen. Jenes Niveau, von dem der derzeitige Sozialstaat ausgehen MUSZ, weil sein Ausgabenniveau (das derzeit ohnehin nur durch ausgiebige Kreditvernaschung aufrecht bleibt) sonst nicht durchzuhalten ist. 
Vielleicht also sagen die Mobilitätsdaten etwas mehr aus. Und tatsächlich, betrachtet man die, muß man auch davon ausgehen, daß der Schaden erheblich größer sein könnte. Denn gerade sie zwingen zur Aussage, daß seit der Corona-Maßnahmen in Österreich die Volkswirtschaft praktisch stillsteht
Denn Stromverbrauch gibt es ja auch, wenn z. B. Maschinenanlagen oder Lageranlagen stillstehen, aber weiter (sagen wir) beheizt werden müssen. Hier die Daten (auch diese Graphik stammt von Agenda Austria):
Die Mobilität ist praktisch zum Erliegen gekommen. Niemand im Land reist mehr. Die noch vorhandene Restmobilität fällt etwa auf die LKW, die Lebensmittelmärkte und Bauhäuser beliefern. Und nicht zu vergessen: Auf Polizeiautos und Militärkonvois.





*290420*

Montag, 25. November 2019

Eine einfache Wahrheit

Es stimmt halt, was der junge Mann da sagt. Jede Form von CO2-Steuer wird vom einfachen Konsumenten bezahlt werden. Sie wirkt sich auf sämtliche Wirtschaftsvorgänge aus, vom Energieverbrauch in den Läden und Fabriken und Bauernhöfen, bis zur Verteuerung des Verkehrs, damit auch zum Transport der Güter des Bedarfs jedes Bürgers. Es ist eine Lüge so zu tun, als wären von einer solchen Steuer nur Unternehmen und "Reiche" betroffen. Kein Unternehmen kann diese Steuern aus irgendwelcher Substanz bezahlen, es muß sie als Kosten an den Kunden weitergeben.

Eine spezielle CO2-Steuer ist also überhaupt nichts Neues. Sie ist nur ein neuer Name für eine flächendeckende weitere Besteuerung des einfachen Bürgers, die ihn diesmal aber von allen Seiten trifft. Und zwar zusätzlich zum Umstand, daß CO2-relevante Produkte (Benzin, jede Form von Energie) ohnehin bereits jetzt extrem hoch besteuert sind. Deshalb stimmt die Aussage sehr wohl, daß es vor allem die treffen wird, die ohnehin schon wenig Einkommen haben. Sie wird also die Armut verstärken, und bestenfalls durch neue Sozialleistungen auszugleichen sein, die wiederum die Abhängigkeit vom Staat erhöhen und die Fähigkeit weiter reduzieren, aus eigener Kraft zu überleben.

Noch eine geläufige Vorstellung wird demontiert. Nämlich die, daß solch eine Steuer in jedem Fall "dem Klimaschutz" (das heißt wohl in erster Linie all dem Unsinn, der sich mit der "Energiewende" verbindet) zugute käme. Das tut sie nicht, weil es in Deutschland keine zweckgebundenen Steuern geben darf. Sie erhöht also nur die allgemeinen Einnahmen des Staates. Wofür der sie verwendet steht auf einem ganz anderen Blatt. Wobei eines feststeht: Der Aufwand des Staates für Verwaltung und Bürokratie wird durch die Verwaltung solcher Budgets alleine schon weiter wachsen.

Nun steht ja im Raum, daß aus diesem Grund die Niedrigverdiener eine Gutschrift erhalten sollen, damit sie nicht zusätzlich belastet werden. Was zur Frage führt: Wird sich eine CO2-Steuer überhaupt auf den Ausstoß von CO2 auswirken (was immer das bringen soll), was ja ihr vorgegebenes Ziel ist?* Nein! Der Besserverdienende wird sie kaum spüren, also wird er seine Lebensgewohnheiten kaum einschränken. Der Niedrigverdiener, der - so die Pläne - diese Zusatzsteuer als Gutschrift erstattet bekommt, wird seine Lebensgewohnheiten also auch nicht ändern, wozu auch, er hat ja keine höheren Kosten. 






*Das immer wieder zitierte positive Beispiel Schweden, wo es eine solche Steuer bereits seit zwanzig Jahren gibt. Der dort erfolgte Rückgang des CO2-Ausstoßes hat ausschließlich mit der Errichtung weiterer Atomkraftwerke zu tun, die die Elektrizität liefern. In den ersten Jahren nach der Einführung dieser Steuer kam es sogar zu einer Erhöhung des Ausstoßes, weil die Menschen ihre Lebensgewohnheiten gar nicht änderten, die sozialen Folgen durch weitere Umverteilung abgepuffert wurden, die Betriebe weiter produzierten, und die Besserverdienenden ohnehin darauf husteten. Bis die neuen Kraftwerke in Betrieb gingen, und diese Steigerung auffingen. Für hoch energieintensive Betriebe gab es Förderungen, oder sie gaben gleich den Standort Schweden auf (was natürlich auch eine Maßnahme ist, die den CO2-Ausstoß vermindert, zugleich aber, um die Arbeitslosenzahlen zu schönen, zu einem weiteren Aufblähen der Sektoren mit Scheinbeschäftigung im Verwaltungs- und Sozialbereich führt.) 

Den gerne behaupteten positiven CO2-Effekt auf Schweden durch eine solche Steuer gibt es aber auch aus einem anderen Grund nicht. Daß Schweden speziell nach dem Crash 2008 immer noch gut dasteht und auch diese Zusatzsteuer verkraftet hat, hat seinen Grund darin, daß es zum einen seine Währung gegenüber dem Euro abwertete ("beggar-thy-neighbour" nennt man das), was den Export ansteigen ließ, und einen ungeheuren Zufluß von Kapital hatte, weil viel Geld aus Euro und Dollar in einen hoffentlich sichereren Hafen floh. Sodaß die Investitionen trotz der Steuerbelastung stiegen. Als Beispiel für eine "gelungene CO2-Steuer-Einführung" ist Schweden also völlig ungeeignet.






Sonntag, 17. November 2019

Eine alltägliche Sonntagsgeschichte

Wahrscheinlich hat er FPÖ gewählt, denn er war so unzufrieden, schimpfte so laut und derb, daß naheliegt, daß sich sein Haß gegen das Bestehende gewendet hat. Aber womit wir es zu tun haben, überläßt der VdZ dem Leser zur Beurteilung.

Wir fuhren eines Tages von A nach B, er nahm den VdZ dankenswerterweise mit, denn er ist tatsächlich ein netter Kerl. Der in Schwimmbeckenmontagen macht, und seit etlichen Jahren einen kleinen Betrieb mit saisonalen und temporären Beschäftigten führt (denn Fixbeschäftigte bedeuten Risiko, die muß man auch dann bezahlen, wenn einmal keine Aufträge vorliegen; die Buchhaltung macht deshalb seine Frau), von dem er sich und seine Familie samt einem netten Häuschen gut ernähren kann. Plötzlich bremst er, und fährt von der Autobahn ab. Ein paar Minuten, meint er entschuldigend, ich muß mal was nachschauen.

Sein Pickup hält vor einem recht großen Grundstück, auf dem eine leere, ältere Halle steht. Das habe er unlängst gekauft, erklärt er. Und nun wolle er darauf Solarstromanlagen montieren lassen. Am Dach der Halle, auf der Wiese. Die Neigung sei gut. Doch plötzlich verliert er die Contenance. Was er aber nun erlebe, spotte jeder Beschreibung. Was das für ein bürokratischer Zirkus sei, das könne sich der VdZ nicht vorstellen. Was er an Genehmigungen brauche, was er an Unterlagen beizustellen, an Formularen auszufüllen habe! Da wollen die, daß man unternehmerisch tätig wird, und dann so etwas! Bis man an die versprochenen Subventionen komme! Dabei wolle die Politik doch, daß man das Klima rette. Er habe die Nase mittlerweile sowas von voll, da seien nur Lügner und Heuchler am Werk. Und Inkompetenz. Wozu solle man sich als Unternehmer noch anstrengen, wozu habe man Idee und Handlungskraft!? Und was er dafür auch noch an Steuern abdrücke!

Der VdZ war ein wenig überrascht. Denn was dieser Unternehmer, dieses jeder Gesellschaft so notwendige Mitglied der Mittelschicht vor sich her stieß, war die Klage, daß er an den Topf der Subventionen nicht leicht genug komme. Denn ohne Einspeisevergütungsgarantie ist eine Solarstromanlage kein Geschäftsmodell, schon gar kein Unternehmen, sondern eine schlichte Subventionsabzockmaschine. Was diesem Unternehmer gar nicht mehr klar zu sein scheint, ist, daß er kein Unternehmen betreibt, sondern daß er Unternehmertum mit der Cleverness verwechselt, Geld vom Staat abzuzocken. Worüber er schimpfte, war, daß er um mit einer Solaranlage (wie immer man sie sonst noch einschätzen möge, es geht hier um etwas anderes, zumindest so irgendwie, ganz ja auch nicht) Geld zu verdienen ein Risiko eingehen mußte. Nichts hätte ihn gehindert, die Solaranlage zu bauen! Aber ohne Subventionen war ihm das Risiko zu groß, und damit hatte er sogar Recht.

Staatsgelder und Umverteilung von Risiko auf die Allgemeinheit sind Naturereignisse geworden

Nämlich das Risiko eines Marktes und der von diesem gebildeten Preise, die Grundlage allen Unternehmertums also. Und erst jetzt, während der VdZ dies niederschreibt, wird sogar die Art, wie er Leute beschäftigt, seltsam fragwürdig. Denn sie ist auf eine Weise dieselbe Rückversicherung in der Allgemeinheit, auf die er sein Risiko abwälzt. Ja, diesem mittelständischen Unternehmer, der sich seine Kunden buchstäblich aus den Messen und Empfehlungen blutig herauskratzen muß, ist nicht einmal klar, daß sein Einkommen - im Fall der Solaranlagen mehr denn je - von Subventionen gespeist wird, was automatisch auch bedeutet, daß diese Subventionen, also sein Einkommen, als Steuern auf der anderen Seite der Staatsbilanz wieder auftauchen.

Der VdZ schwieg ziemlich, als sie die letzten Kilometer zurücklegten. Er dankte höflich für die Mitnahme, und nickte auf den Vorschlag, sich vielleicht einmal auf einen Kaffee zu treffen. Allmählich fiel ihm auf, wie viele Unternehmer er kennt, die von stolzem, freiem Unternehmertum sprechen, und dabei ohne jeden Skrupel jeden Zipfel an Subvention ausschöpfen, und von der Politik fordern, den es zu ergattern gilt. Die sich ihrer tollen Unternehmereigenschaft brüsten. Aber dabei die winzige Kleinigkeit "vergessen", daß sie ihre Betriebshallen mit dem Geld öffentlicher, staatlicher Einrichtungen gebaut haben und betreiben, und damit persönliches unternehmerisches Risiko auf die Allgemeinheit überwälzten. Was sonst ist es, was man mit "Umverteilung von unten nach oben" bezeichnet.

Denn mit diesem Zuwachs war auch in diesem Fall die Aktiva-Seite des Unternehmens gehörig gewachsen, damit seine Bonität, damit die Kreditlinie, auf der aufbauend es seine Umsätze durch erweiterte Lieferfähigkeit gehörig steigern konnte. Was in diesem konkreten Fall damit endete, daß etliche kleine, sehr kleine Unternehmen schließen mußten, weil sie nun von einer neuen und nicht mehr lokalen Bezugsmöglichkeit zu stark konkurrenziert wurden, die ihnen vor allem den Grundumsatz wegnahmen. Der Staat hat also auch in diesem Fall das Gegenteil von dem gemacht, was er tun müßte: Statt den Schwächeren zu schützen, hat er den Stärkeren, Skrupelloseren, Entwurzelteren gestärkt.

Während eben jener nunmehr noch stärkere Geschäftsmann sogar sein Privatvermögen geschickt heraushalten konnte. Ja, es mit den nunmehr erzielbaren Gewinnen später geschickt und gehörig vermehrt hatte. Und heute gerne das ihm von vielen Seiten bestätigte Schild vor sich herträgt, daß er alles seiner Tüchtigkeit verdanke.

Welcher Tüchtigkeit aber verdankt sich heutiges Unternehmertum in vielen Fällen noch?

Lustigerweise gehören die erwähnten Fälle (sie gibt es real, der Leser möge dem VdZ glauben) nicht selten zu jenen, die bei jeder Gelegenheit über jene schimpfen, die (warum auch immer) Sozialleistungen beanspruchen. Oder Blut und Galle speien, weil sie da und dort Arbeiter suchten, die so schwer zu finden seien, weil das Arbeitslosgengeld kaum weniger als der (geringe) Lohn beträgt.

Da ist mehr faul, im Staate Dänemark, als Hamlet es sich ausdenken hätte können. Wir haben schon so viel von den elementarsten Zusammenhängen vergessen.

Der VdZ schwankt jetzt jedenfalls, welche Bewertungen er ändern soll. Die Unternehmer als Sozialstaatsschmarotzer bezeichnen? Oder jeden, der von Amt zu Amt läuft, um "ihm zustehende" Gelder abzuzocken, als Unternehmer? Die Begriffe scheinen jedenfalls zunehmend austauschbar. Daß sie es freilich oft so gar nicht sind, auch das weiß der VdZ aus zahlreichen persönlich bekannten Fällen. Er meint deshalb nur, daß man sehr gut scheiden können sollte. Und seinen Urteilsmaßstab nicht aus Vergleichen, sondern aus absoluten Kriterien holen sollte, die sehr wohl definieren, was ein Unternehmer ist und sein sollte. Und wieviel das mit Moral (und oft auch Intelligenz) zu tun hat.



Ein kleiner Hinweis zum Abschluß des Themas: Wer über die Tüchtigkeit so mancher Unternehmen und Unternehmer, die heute wie Monumente in der Wirtschaftslandschaft stehen, einen etwas anders beleuchteten Eindruck gewinnen will, dem sei das Buch "Wer konnte, griff zu" von Peter Böhmer empfohlen. Es behandelt nicht wenige Beispiele, wie viele heute "angesehene Namen" nach dem Zweiten Weltkrieg zu eben diesem Ansehen samt Vermögen kamen, weil sie es geschickt verstanden, sich durch Nähe zur Politik aus den "Re-Arisierungen" gerade der oft besten Teile der österreichischen Volkswirtschaft erschreckend skrupellos zu bedienen. Und wer die Geschichte der "Treuhand" in ihrem Umgang mit DDR-Vermögen nach 1990 betrachtet, wird zu recht ähnlichen Schlüssen kommen. Eine recht ähnliche und typische Geschichte ist die um die Zerschlagung der Hoechst-Werke in den 1990er Jahren, der ehemaligen IG-Farben. Achgut stellt recht eindringlich dar, wie durch politischen Willen immense Vermögen zerschlagen und in Europa-Dimension umverteilt wurden.





Samstag, 29. Juni 2019

Ein kleiner, aber richtiger Schritt

Immerhin, kann man sagen, wenn man die heuer beschlossene Steuerreform für Österreich ansieht, immerhin. Manche der eingeschlagenen Richtungen stimmen. Zwei wollen wir hier herausgreifen. Der eine ist, daß verheiratete Alleinverdiener mit Kindern am meisten profitieren. Ihre direkte Abgabenlast sinkt bis 2022 von 37 Prozent auf 31 Prozent. Obwohl dies vor allem einer direkten Zuwendung zuzuschreiben ist, insofern also das Haar in der Suppe bleibt. Und schon gar nicht die Unternehmer davon entlastet, langfristig eine Entlohnung anzustreben, die sich auf den Stand der Mitarbeiter bezieht. Sowohl in ihrer Tätigkeit bzw. im Unternehmen, als auch durch ihre familiären Voraussetzungen: Väter müssen in der Lage sein, ihre Familie auskömmlich und standesgemäß zu ernähren.
Quelle: Agenda Austria
Hier entbindet keineswegs die immer noch exorbitant hohe staatliche Belastung (Einkommenssteuern sind ja nur ein Teil, die meisten Steuern zahlen wir über Sozialabgaben, Gebühren und vor allem Konsumsteuern) nicht von der zwischenmenschlichen Pflicht zu einem gerechten Lohn. Den der Unternehmer auch dann aufzustellen hat, wenn er staatliche Fehlleistung ausgleichen muß. Daß das nicht immer einfach ist, steht auf einem anderen Blatt Papier, aber in diese Richtung muß es gehen. 

Und dann ist da noch ein zweiter Schritt, der bemerkenswert richtig ist. Denn anders als bisher ist endlich Schluß mit der ständigen Bevorzugung Alleinstehender, und damit auch Alleinerzieher. Sie profitieren von der Steuerreform sehr wenig. Auch hier - nur ein kleiner Schritt, gewiß, aber immerhin stimmt die Richtung. Und die kann nur heißen "Gemeinwohl", und darin auch "Kostenwahrheit". Die besonders jene betreffen muß, deren Lebensführung für das Gemeinwohl eine Belastung bedeutet, die von einer frei gewählten Abweichung vom Gesollten stammt. Und das Gesollte, ja Notwendige für ein Gemeinwesen ist ganz sicher die auf der Ehe gegründete Familie. Die somit geplante Steuerreform zeigt somit anfanghaft (!), daß Politik vor allem eines beherrschen muß: Die Kunst des indirekten Agierens. Denn die wenigsten Probleme, die wir heute haben und die unsere Staatskassen völlig überfordern, kann man direkt adressieren.





Dienstag, 11. Juni 2019

Wer haftet für Staatsunternehmungen?

Wußten Sie, geneigter Leser, daß er und der VdZ Teilhaber an einer der größten Flugzeugproduktionsfirmen der Welt sind? Daß wir also auch verantwortlich für die Produktion des größten Passagierflugzeugs der Weltgeschichte sind, nämlich der A 380?

Pech gehabt, werter Leser, denn wir haben uns da verspekuliert. Niemand will so ein Ungetüm kaufen. Na macht nix. Wir zahlen den Kredit, der für die Entwicklung dieses unnötigen Artefakts, das aber von pruntzfurzigen Bürokraten in Brüssel beschlossen wurde, zu bezahlen. Wer sonst sollte das tun? Wer sonst zahlt Steuern? Unternehmen dieser Art sicher nicht.

Ach, die haben über Jahre Milliarden an Sozialabgaben geliefert, weil sie (unnötigerweise) viele Beschäftigte unterhielten? Lustig, was? So denkt eben ein Dummfurz mit Diplom und Universitätsabschluß. Geld hat keinen Wert "in sich". Bruttosozialprodukte sind deshalb meist bloße Belustigungszahlen. Wir, heute, zahlen diesen Furz, den unsere Politik verbrochen hat. Denn auf Schulden Ausgaben zu machen, erhöht nicht den Produktionswert eines Volkes, welcher Idiot glaubt das?

Wer glaubt einer Politik, die beschloß, ein Flugzeug auf Steuerzahlerkosten entwickeln zu lassen, das niemand braucht. Mit Proponenten, die nicht einmal im Traum von Verantwortung gehört haben, und ihre Spitzengehälter nach wie vor kassieren. Pech gehabt, nicht wahr? Shit happens, oder so.

Der nun (endlich) mangels Nachfrage eingestellte A 380 kostet uns, werter Leser, ihn und den VdZ, locker mehr als drei Milliarden. Die wir über Steuern zu zahlen haben. Mindestens. Denn die gesamte supereuropäische Flugzeugproduktion ist ja letztlich per Staat abgesichert, ja gehört unseren Staaten. Was heißt: Der Steuerzahler zahlt die Verluste, die Gewinne kassiert ... wer? Egal.

Mehr gibt es zu diesem eigentlich peinlichen Thema nicht zu sagen. Seit Jahren, ja Jahrzehnten leitet die Politik unsere Wirtschaft weg von ihren Wurzeln - das Einzige, was Nachfrage und Gebrauchtheit und damit Arbeit anzeigt - ab, und orientiert sie nach Leitlinien, die niemand je brauchte, die sich aber alle diese Strohdeckel halt vorstellen, weil sie ihre Gehirne genug aufgeweicht haben, um überhaupt an diese Politikform zu glauben. Wer braucht solche Leute? Niemand, wörtlich: Niemand. Drum müssen sie ja. Einmal an der Macht, ihre Ablehnung unter Strafe stellen. Verantwortung und Macht müssen eine Parität bilden.

Wer etwas entscheidet, das er gar in seinen Konsequenzen nicht tragen kann, gilt nach bürgerlichem Recht als unmündig, wenn nicht als geistesgestört. Unsere Politiker, denen Macht über unser Leben gewährt wurde, sind deshalb unmündig zu erklären. Wenn nicht als geistesgestört einzustufen.

Glauben Sie, werter Leser, im Ernst, wir leben im richtigen System? "Wenn ja: Wo haben Sie sich diesen Dachschaden geholt? Wollen Sie darüber reden? Hier aber: Ziehen sie endlich diese Politikkasperl aus auf jene Haut, als die sie die unsere ständig zu Markte tragen, ohne je auch nur einen Kratzer zu riskieren. Jeder, wirklich jeder Politiker muß diese Pleite bis auf den letzten Heller und Pfennig mitbezahlen. Und koste es die Existenz seines Schwagers und Enkelsohnes. Vorher brauchen wir über Politik und "Demokratie" nicht einmal mehr reden. Welcher Trottel läßt sich von Faßbindern regieren, die, wenn sie von Verantwortung reden, die von jenen meinen, die sie schröpfen können, ohne selbst einen Heller zu verlieren?

Wird es besser? Trotz der nächsten Politikpleite, neben Energiewende und Vergemeinung der Schulden zu Ungunsten der wenigen potenten Völker? Lächerlich. Schon rollt die nächste Verschwendungsinitiative, in der Form von Milliarden, die in eine "gemeinsame Batterieentwicklung" gepumpt werden. Einem Produkt, das nach hundertvierzig Jahren Entwicklung am Ende seiner technischen Möglichkeiten angekommen ist. Und das niemand bräuchte, wenn es nicht die Politik verordnete, daß es gebraucht zu werden hat. Wie bei dem A 380.




Donnerstag, 11. April 2019

Daran hat noch gar keiner gedacht

Auf ein Problem weist EIKE in einem Artikel hin, an das wohl noch kaum jemand gedacht hat. Der VdZ jedenfalls nicht. Und auch sonst scheint da niemandem etwas zu fehlen, weil niemand aufgeschrien hat. Aber was da fehlt geht schlicht auf einen weiteren der ohnehin zahllosen Denkfehler zurück, mit denen die verordnete Energiewende behaftet ist.

Es geht um Betreiber von Solaranlagen. Und das sind mittlerweile nicht wenige Leute, sondern Millionen deutscher Hausbesitzer. Sobald eine Photovoltaikanlage installiert ist, hat nämlich der Betreiber einen nicht unbeträchtlichen Vorteil - er deckt seinen Eigenstrombedarf zu mehr oder weniger großen Teilen durch eigenen Stromproduktion. Gut und schön. Nur hat die Sache zwei Haken.

Erstens braucht der Betreiber einer solchen Anlage, der sich dann das Etikett Weltretter und Umweltfreund umhängen darf, unbedingt das allgemeine Elektrizitätsnetz, sonst könnte seine Selbstversorgung nicht funktionieren. Denn ausreichend Akkus, um den überschüssigen Strom, wenn er denn mal hergestellt wird, zu speichern und im Bedarfsfall wieder abzugeben, hat kaum einer im Keller stehen. Die sind sehr teuer, sodaß sich so eine Anlage alles andere als rechnete, trotz der garantierten Einspeisevergütungen bei Abgaben ins Netz, und brauchen viel Platz.

Dieses Solar- und Windgetriebe, das womöglich sogar bei der Errichtung schon mit Subventionen der öffentlichen Hand bedacht wird (wie in Österreich), ist bekanntlich aber ohne Parallelnetz, das mit konventionellen Kraftwerken hergestellten Strom führt, überhaupt nicht möglich. Nicht nur das, belasten Betreiber von Photovoltaikanlagen das allgemeine Versorgungsnetz, weil der Flatterstrom, den noch dazu so zahlreiche Kleinanlagen ins Netz abgeben, die Kosten für die Bewahrung der Netzstabilität nicht unbeträchtlich erhöhen.  Jede Wolke, die sich vor die Sonne schiebt, und sei es für fünf Minuten, unterbricht ja die Stromproduktion, der nunmehr dem Netz fehlende Strom muß aber durch andere Herstellung kurzfristig ersetzt, und bei Wiederaufnahme der Stromlieferung sofort vom Netz genommen werden.

Noch schlimmer fällt die Rechnung aus, wenn man sich vorstellt, daß dieser Selbstversorger auch noch den Akku seines Elektroautos mit Eigenstrom auflädt.

Zweitens nämlich bezahlt dieser Selbstversorger damit keine Abgaben. Abgaben, von denen noch dazu genau jenes Stromnetz bezahlt wird, das auch der kleine Häuslebesitzer unbedingt braucht. Das zahlen nun "die anderen". Der Photovoltaikjünger aber nur dann, wenn er Strom bezieht, wenn er also zu wenig Eigenstrom herstellt. Wir reden hier nicht von Lappalien. In Summe beläuft sich diese "Einsparung" der Solarwerksbetreiber in den Jahren 2012 bis 2018 auf bereits 5 Milliarden Euro, und erhöht sich jährlich um eine weitere Milliarde.

Der weit größere Schaden aber liegt in einer solchen Regelung immanenten, wenn nicht zugrundeliegenden moralischen Qualität - nämlich der Entsolidarisierung. Und offenbart einen der größten Pferdefüße der sogenannten Energiewende: Sie ist ein System der aktiven Umverteilung von unten nach oben. Von den Besitzlosen zu den Besitzenden.

Denn das heißt nicht weniger als daß das allgemeine Stromnetz von immer weniger Stromabnehmern bezahlt werden muß. Und das sind die, die kein Haus, kein Dach, keine Photovoltaikanlage, kein Elektroauto haben. Während sich die Betreiber von Photovoltaikanlagen, die mit ihren furchtbar häßlichen Plätschen auf den Dächern, in den Vorgärten oder auf den Balkonen der Umwelt ein beträchtliches ästhetisches Problem bereiten, auf Kosten der übrigen Allgemeinheit viel Geld ersparen, dennoch aber auf diese restliche Allgemeinheit angewiesen sind und somit schmarotzen. Und wenig dazu beitragen, um diese Energiewende zu finanzieren, die sie selbst aber aus naheliegenden Gründen herzlich befürworten. Denn sie profitieren beträchtlich davon.

Das Faß aber machen wir nicht mehr auf. Das nämlich, daß die Mär vom bedrohlichen Klimakataströphchen nur deshalb wie ein D-Zug das Land überrollt, weil es sich mittlerweile eine riesige Klientel geschaffen hat, die davon kräftig profitiert. Sodaß das Land immer mehr gespalten wird. In die, die "gut" sind, und die, die ihnen diese "Gutheit" und alle Folgen daraus zwangsweise bezahlt. Denn die Macht haben die, die "gut" sind.





*020219*

Donnerstag, 21. März 2019

Arteriosklerose ist schlicht eine Lebenserscheinung

Auch das ist eine der großen Plagen der Gegenwart. Nein, die Rede ist nicht von Arteriosklerose, also den berühmten Ablagerungen in den Blutgefäßen, die Herzinfarkt auslösen können, weil irgendwann die Arterien verstopft sind, die das Herz mit Blut versorgen sollen. Die Rede ist nicht einmal von den abscheulichen Aufklebern über Rauchwarenpackungen, mit denen wir schockiert werden sollen. Die Rede ist vom Mythos, der diese Alterserscheinung umgibt und der sie zur wahren Plage der Menschen macht, die Mediziner über sie verhängen. Denn sie gilt als Zivilisationskrankheit, die dem viel zu fetten Essen, dem Rauchen, der mangelnden Bewegung etc. etc. zugeschrieben wird.

Aber wie Untersuchungen ergaben, gab und gibt es die Arteriosklerose überall und zu jeder Zeit. Egal, ob die Menschen sich bewegten oder nicht, ob sie manuell arbeiteten oder nicht, ob sie dies oder ob sie das aßen, ob sie rauchten oder nicht. Es gab sie einfach immer, sogar im alten Ägypten, und auch dort nicht nur bei den Reichen, sondern auch bei den Armen. Und es gibt sie auch bei den primitivsten Indiostämmen am Amazonas, auch wenn sich diese nach heutigen Gesichtspunkten "gesund" ernähren. Überall ist überall. Wieweit und woran jemandes Arterien sklerosieren, und in welchem Alter, ist nicht vorherzusagen. Es hängt eng mit der spezifischen Lebenssituation zusammen, in der jemand steht, mit der individuellen Charakteristik mit der Welt zu interagieren, und insofern sogar mit Vererbung. Aber man kann nicht sagen, daß es dies und das "an sich" wäre, so, wie Wasser im Motorzylinder zum Absterben des Motors führt. Der Mensch ist keine Maschine, sondern ein Geheimnis, ein extrem komplexes Mit- und Ineinander von Faktoren, von Wahrheit und Welt.

Das macht Arteriosklerose zwar nicht weniger "gefährlich", verändert aber grundlegend die Art darüber zu denken. Man könnte sie somit sogar als Anzeichen dafür sehen, daß der Mensch eben ... sterblich ist. Und irgendwann eben sterben wird. Der eine früher, der andere später. Es macht damit auch die Drohungen, die ständig über uns verhängt werden, zum sinnlosen Dauerstress. Der nichts bewirkt als eine Verschlechterung der Herztätigkeit durch Dystress. Arteriosklerose ist eine schlichte Erscheinung des Lebensfortgangs, der Dauer, und insofern sogar des Alters. Die allgemeine Panik, die heute ständig und so rasch ausgelöst wird, dient nur der Dogmatisierung, und das ist sehr nützlich. Denn darin dient sie der leichteren Extrem-Besteuerung von allen möglichen Waren und Genußmitteln, weil der Konsument aus schlechtem Gewissen ohne Murren diese Steuern zahlt. Weil er sich als Belastung des Gemeinwesens fühlt.









*150119*

Montag, 25. Februar 2019

Damit der Staat mehr Einnahmen lukriert

Welchen Effekt würde eine Reduktion des CO2-Ausstoßes durch Australien haben? Das 2012 als Begründung für die Einführung einer CO2-Steuer angegeben hat, daß der Ausstoß bis 2020 um 5 Prozent reduziert werden solle, um das Klima zu retten.

Richard Lindzen - den selbst führende Alarmisten als den weltweit größten Fachmann auf dem Gebiet der Klimaforschung bezeichnet haben (zumindest ehe sie ihn als "Klimarealisten" disqualifizierten) - vom MIT in den USA sagt es kurz und präzise: NULL. Selbst, wenn es alle Staaten der Welt nachmachen würden: Es würde sich überhaupt nicht (bzw. nicht meßbar, nicht heute, und auch nicht zukünftig) auf das Weltklima auswirken. Darin ist sich die Fachwelt auch einig.

Warum aber wird dann über CO2-Steuern nachgedacht? Ganz einfach, sagt Lindzen: Staaten brauchen Einnahmen. Aber niemand zahlt gern Steuern. Also schiebt man die Notwendigkeit für neue Steuern auf die Weltrettung.  In der Hoffnung, daß die Bürger sie dann bereitwilliger zahlen.








*191218*

Montag, 11. Februar 2019

Staatliches Sparen als verdeckte Steuererhöhung

Die EU hat im Dezember 2018 beschlossen, auch die Förderungen für Strom aus Kohlekraftwerken bis 2025 zu stoppen. Das ist gut, das ist richtig, kein Einwand, Euer Ehren. Diese ganze Subventions-Sauwirtschaft ist sowieso nur die lächerliche Reaktion auf den noch lächerlicheren Liberalismus, beides gehört in die Schweinetröge, von denen sich nur eine perverse Bürokratie nährt. Raus damit, und nur noch raus damit.

Und dazu gehört natürlich auch das Ende des globalen Liberalismus, diesem brutalen Zwangssystem, das alles andere als "Freiheit" bringt. Zumindest als ersten Schritt in einzelnen Bereichen, zumindest in jenen, die von diesen Subventionsstops betroffen sind. Sonst wäre es ja haarsträubend und Harakiri, so etwas zu tun. Und die einzigen, die davon profitierten, wären Steinkohlelieferanten aus Australien, wo das Zeugs an der Oberfläche herumliegt, und Atomstromlieferanten aus Frankreich oder sonst wo her, das weiß man bei einem internationalen Stromnetz ja nicht so genau. Die Politik soll endlich anfangen, das Leistungsprofil ihrer eigenen Volkswirtschaften wieder zu schützen! Nicht durch Subventionen, also Steuern, international auszugleichen. Donald Trump macht es ja vor - es geht, wenn auch nicht ohne Widerstand vormaliger Profiteure.

ABER was bei solchen Dingen, die dem Bürger suggerieren, ER würde sich zukünftig etwas ersparen, regelmäßig fehlt, ob bei der EU oder im staatlichen Rahmen, ist ... das Gegengewicht. Denn wenn ein Staat oder eine Organisation wie die EU, die von Steuern - und nur von Steuern - leben, eine Aufgabe nicht mehr erfüllt (egal, ob die jemals hätten wahrgenommen werden sollen, das ist eine ganz andere Frage), braucht er/sie auch weniger Geld. Also müssen die Abgabenlasten für die Bürger um diesen Betrag ebenfalls gesenkt werden! Die Abgaben. Nicht irgendwelche anderen Subventions- und Sozialförderungen erhöht, was wieder die Einflußbereiche des Staates ja nur erweitert.

Denn sonst passiert etwas ganz anderes. Die Kohlekraftwerke werden natürlich weiter Strom produzieren, das wird ja durch die lächerliche, dumme "Energiewende" nicht anders. Aber die Betreiber werden diese nunmehr fehlenden Einnahmen von oben durch Erhöhung der Strompreise kompensieren. Das geht gar nicht anders. Folge? Der Bürger zahlt einen höheren Strompreis.

Und er zahlt weiterhin zugleich jene Abgaben, in denen auch ein Teil für die Subventionierung seines bisherigen Strompreises enthalten war (was immer man davon halten mag).  Und das heißt, daß "staatliches Sparen" nicht zu einem Spareffekt für den Bürger führt, sondern nur ein Umweg ist, über den der Staat seine Einnahmen und seinen Einflußbereich durch die Enteignung der Bürger erhöht.

Und da hört mancher schon die 'Nachtijall trappsen': Könnte es sein, daß die EU verzweifelt auf der Suche nach mehr Einnahmen ist, weil der Austritt Großbritanniens in ihrem Budget ein nicht geringes Löchelchen hinterläßt? Sich aber nicht mehr laut mehr Steuern zu fordern wagt, wie noch vor einem Jahr (wo sogar eine eigene EU-Steuer im Raum stand), weil die Kader in Brüssel zum Beispiel noch ganz unter dem Eindruck der französischen Gelbwesten stehen, die gezeigt haben, daß die Bürger an einem gewissen gefährlichen Punkt angekommen sein könnten.


Dann muß man gut achtgeben, wo in nächster Zeit noch "Subventionen" gestrichen werden. Die die Abgabenlast für uns Bürger über feige Umwege erhöhen.




*201218*

Mittwoch, 26. September 2018

Was für eine Frage!?

Ob die deutsche Automobilwirtschaft mit ihren Elektroautos in Zukunft noch Geld verdienen werde, fragt EIKE in einem Beitrag. Und bezweifelt das. Nein, wir Supergescheite bezweifeln das nicht! Nicht im geringsten!

Denn selbstverständlich werden sie das, zumindest in ihren Bilanzen. Und wie! So wie unter Hitler auch alle Konzerne gutes Geld "verdienten". Sie hatten hier Preise, die sie mit der NS-Führung ausverhandelt hatten, und dort jenen quasi gesicherten Verkauf. Und wenn es nicht mehr ging, wurden KZ-Häftlinge oder Kriegsgefangene um wenig Geld an die Fließbänder gestellt. So läßt es sich lustig weiterleben!

Ach, das ist heute anders? Na dann lehne sich der Leser einmal gemütlich zurück, schalte den Fernseher ein, und verfolge, was sich abspielt. Nicht übermorgen, nicht morgen, sondern ab heute. Denn die deutschen Automobilhersteller werden VIEL Geld verdienen. Das heißt: Sie werden gar nix mehr verdienen, sondern sie werden es in ihren Bilanzen als Überschuß ausweisen. 

Denn die Elektroautos müssen nicht mehr mit Marktimpulsen durchgesetzt, verkauft werden. Nein, sie werden von Steuergeldern finanziert. Der Markt, der Konsument interessiert die deutschen Automobilhersteller überhaupt nicht mehr. Sondern nur noch die Politik, also: die Politiker. Denn von ihnen hängt es ab, wieviele Milliarden Richtung Wolfsburg, München oder Rüsselsheim fließen. Offiziell ist das "Subvention für eine Energiewende", real ist es Etatismus.

Was ein Auto überhaupt sein wird, wird aus deutschen Gedächtnissen verschwinden. Das wird bestenfalls noch in Peking oder Tokyo eine Rolle spielen, zum Nachbau. Und bald wird es überhaupt keine Rolle mehr spielen, weil die Pekinger und Tokioter irgendwo anders hinschauen werden, weil es in Deutschland niemanden mehr gibt, der vernünftige Technik herstellt. Weil dort Technik nur noch als Geldablösemaschinerie gesehen wird, mit der man irgendwelche "staatlich vorgegebenen Weltrettungs-Normen" erfüllt. Was das mit Markt oder Kunde, deutscher Ingenieurskunst oder gar Auto zu tun hat? Keine Ahnung. Das ist doch altmodisch, so zu denken. Nun wird postökonomisch gedacht. Das folgt dem postwissenschaftlich und dem schon fast antiquierten postvernünftig. Ach wie logisch!

Die Chefs aber werden mit Golfbüchern in der Hand zwischen wichtigen Sitzungen in Lederfauteuils knotzen, die Controller an ihren Neufelder-Schreibtischen und Apple-Bildschirmen werden rechnen, sich nur auf Zahlen und Anweisungen stützen und Geschäftsleitungen entlasten, was sonst (der VdZ weiß aus Erfahrung, wovon er spricht), und mit zusammengeklatschten Fersen melden, daß die Subventionen für Elektroautos so viel Geld bringen, daß es völlig wurscht ist, ob auch nur eine dieser Schrottkarren auch real verkauft wird. Regierungsaufträge hier, Subventionen dort - das ergibt schon alleine (nach dem VdZ vorliegenden Zahlen) die Grenzkosten. An Fließbändern hergestellt, wo wenige hundert Mann hunderttausend Autos im Jahr - dem Roboter sei Dank! - auf die Straßen und Halden und Flugzeugfelder (Flughafen Neu-Berlin) zum Abstellen stoßen. Jedes wirklich verkaufte Auto - und da haben wir eben nur die pöhsen Benziner und vor allem Diesel - ist dann reiner Gewinn. Und ein paar Vernünftige gibt es ja noch unter diesen Deutschen, die damit die Elektrokatastrophe finanzieren. Mit ihren Mineralölsteuern etwa.

Also, noch einmal: Wird die deutsche Automobilwirtschaft noch etwas an Elektroautos verdienen? Antwort? JAAAA. Und WIEEE! Nur werden die Erfolge der sogenannten freien Wirtschaft dann bei Mittagessen mit Ministerialbeamten und Kanzlerfregatten gemacht. Und der Rest, der Rest ist diesem Drecksgesindel wirtschaftlicher Inkompetenz, aber milliardenschwerer Pseudovermögen doch sowieso nur noch eine Frage der Kooperation mit der Deutschen Bank und der Börse, also wieder der Deutschen Bank, und das heißt: Der deutschen Regierung, denn diese Bank ist für sich sowieso nicht lebensfähig, auch nicht dafür verantwortlich, sondern sie ist das Musterbeispiel dessen, was Kapitalismus überhaupt ist: Staatsfinanzierter Wucher auf Kosten der Steuerzahler.  Wen interessiert da noch Markt und Kunde?*

Also pluntzenwurscht das alles, wie man in Wien sagt.

Will der Leser einen privaten Tip des VdZ? In fünf, spätestens in zehn Jahren ist die deutsche Automobilwirtschaft definitiv am Boden. Wird Gelumpe ("Klump" in Wien, also: Dreck) produzieren, das niemanden interessiert, außer Regierungsstellen und Ministerialgaragen. Also, guter Rat: Aktien abstoßen! Weg mit allem Müll. Wer auf Aktien setzt, sollte Wirtschaft und Markt bevorzugen, auf jeden Fall aber um Korruption und Etatismus (der sich die Kurse "aussucht") einen großen Bogen machen.

Und wie ein Geier auf Gebrauchtwagen spähen, die es - technisch noch nach Vernunftkriterien gebaut -  bald in Massen zu äußerst niedrigen Preisen zu kaufen geben wird. Ein gutes neues Auto aus deutscher Produktion wird es aber sehr (sic!) bald nicht mehr geben.


*Als die dänische Regierung 2016 auch nur ankündigte, die exorbitanten Subventionen für Elektroautos zu kürzen, brachen die Verkaufszahlen sofort um 80 Prozent ein. Es scheint sich also niemand für Elektroautos zu interessieren, es sei denn, er kann damit Geld machen und noch dazu als Sozialarbeiter und Gutmensch dastehen, wie eine Hure eben?



*250818*

Freitag, 7. September 2018

Die Antwort ist doch viel einfacher (2)

**Kleiner Exkurs über das Zerreißen von Zusammenhängen im Sozialstaat Österreich

Das gilt zumindest für Österreich, wo diese Werdeprozesse ganz klar nachvollziehbar sind. Für Deutschland gab es diese Solidarleistung nur in höchst eingeschränkter Form, wie der VdZ den Klagen seiner Schwester, die nach Berlin geheiratet hatte und dort Kinder gebar, entnahm. Es wurde erst in den letzten Jahrzehnten in vergleichbarer Höhe eingeführt. Aber es steht zu vermuten: Aus gleichen Überlegungen wie in Österreich. Nur gab es in Deutschland das nicht, was in Österreich "Sozialpartnerschaft" genannt wurde. 

Die war ein permanentes Gremium, in dem sich sämtliche Volksschichten und Interessensgruppierungen zusammensetzten und Konsens suchten. Sodaß zu vermuten steht, daß die Entscheidungsfindung in Deutschland mehr den politischen Parteienprozessen unterlag und deshalb in diesem Punkt länger brauchte. Wobei die Einkommen in Deutschland weit höher lagen, zumindest damals, während die Preise deutlich niedriger waren, die Deutschen also dennoch besser lebten als die Österreicher. Das blieb noch bis in die 1990er Jahren so. 

Zum Zeitpunkt der Einführung des Kindergelds in der Alpenrepublik freilich, so unmittelbar nach dem Krieg, hatten die Gewerkschaften noch nicht die spätere revolutionierende Absicht, und alle Seiten wollten nur eines: Eine funktionierende Republik aufbauen. Zur revolutionierenden Macht wurden sie erst allmählich von den Sozialisten aufgebaut, die die Gewerkschaften über die Staatsbetriebe als Instrument begriffen, Wahlen zu gewinnen. Was 1971 endgültig gelang. Ab da wurde Österreich ein sozialistischer Staat, der eine "freie Wirtschaft" nur insofern duldete weil benützte, um seine Politik zu bezahlen und vor allem für die Schulden zu bürgen, die nun aufgebaut wurden.

Aber auch Österreich hatte seine Wende. Denn ungefähr zeitgleich mit dem Mauerfall in Berlin brach auch in Wien vieles auf. Was sich heute die meisten nicht mehr vorstellen können: Bis in die späten 1980er Jahre regelte diese (sozialistisch dominierte) Sozialpartnerschaft wie eine Schattenregierung sogar einen guten Teil der Marktpreise, zumindest für Waren des alltäglichen Bedarfs. (Stichwort "Paritätische Preiskommission") Manche meinen, daß diese Sozialpartnerschaft mehr Macht hatte als die Regierung, so daß letzten Endes nur die sozialistisch dominierten Gewerkschaften die heimliche Regierung waren. Was definitiv erst Ende der 1990er sein Ende fand, als die Gewerkschaft ihren Streikfonds über die damals noch in ihrem Eigentum befindliche, nun in den Bankrott gerutschte Bank BAWAG verspekuliert hatte. 

Freilich, diese Sozialpartnerschaft besteht prinzipiell bis heute, aber sie spielt eine deutlich geringere Rolle. Auch, weil viele Staatsbetriebe privatisiert wurden. Bis zu dem Zeitpunkt war der Staat Österreich für ein gutes Drittel der Arbeitnehmer sogar Arbeitgeber! Über das Ausmaß der Verfilzungen Politik und Wirtschaft in Österreich heute kann man nur noch spekulieren, es hat sich gewiß manches verändert. Oder haben die Oligarchen die Gewerkschaften nur ersetzt?




*110818*

Donnerstag, 6. September 2018

Die Antwort ist doch viel einfacher (1)

Wer die Diskussion um die Einführung von Kindergeld in den Jahren nach dem Krieg verfolgt - der VdZ stieß auch darauf, als er die seinerzeit von seinem Vater herausgegebene Wochenzeitung in den Archiven der Nationalbibliothek aushob - wird erkennen, was hinter diesem Gedanken stand:

Es war die Solidarerklärung der Arbeitnehmer gegenüber Alleinerhaltern, denen ein Teil der geleisteten Steuern ZURÜCKBEZAHLT werden sollte, weil sie über die Kinder den Beitrag zum Gemeinwesen erfüllt haben, den andere nur über Geld leisten. 

Nicht übersehen werden sollte nämlich, daß diese Steuern nur zu einem Drittel aus Löhnen abgeführt werden. Ein weiteres Drittel lukriert der Staat über den Konsum (Mehrwertsteuer, Verbrauchsabgaben etc.), und das letzte Drittel stammt aus den Sozialversicherungsbeiträgen und Beiträgen zur Altersvorsorge. (Bei letzterer wird speziell den Familienerhaltern die nächste Keule der Ungerechtigkeit ins Gesicht gedroschen, aber das hier nur nebenbei.) Weil das heute noch mehr der Fall ist als 1945, hätte sich also das Kindergeld als Steuerrückführung viel mehr erhöhen müssen, als es der Fall war.*

Zumal die österreichischen Sozialpartner - sämtliche Kammern, Arbeitnehmerorganisationen usw. usf. - gemeinsam beschlossen, durch eine speziell eingeführte Einkommensabgabe (denn der Staat konnte auf Steuereinnahmen nicht wirklich verzichten, und damals wußte man noch, daß was ausgegeben wurde auch hereinkommen mußte) einen sogenannten Familienlastenausgleichsfonds zu etablieren, aus dem diese Steuerrückzahlungen finanziert werden sollten. Und das ist im Prinzip bis heute der Fall.

Noch präziser, war dies sogar als Solidarleistung gegenüber den ALLEINVERDIENERN, den FAMILIENERHALTERN also gedacht, man möge nachlesen. Denn sie sind die "Quelle" der für Kinder und Ehefrau zur Verfügung stehenden Gelder. Und daran hat sich bis heute nichts geändert, das wird meist ein wenig vergessen. Wobei der Staat, der vergißt es natürlich nicht. Selbst die Zahlungen für Alimente und Unterhalt sind nämlich auf diesen Grundtatbestand, wie er in der Nachkriegszeit resümiert wurde, ausgerichtet.

Es kam erst  mit dem Sozialstaat der Prägung der sozialistischen Parteien, die ab den 1970ern Europa fast zur Gänze in die Hände bekamen, Geldausschüttungen einzuführen, die in keinem direkten Zusammenhang mit Steuern und Abgabenaufkommen standen, sondern nur das ideologisch motivierte Ziel hatten, um jeden Preis soziale Gefüge zu verändern, indem man die Abhängigkeiten von den sozialen Gefügen "herausnahm" und ... auf den Staat hinlenkte.

Ab hier begann das Wesen eines sozialen Staates zu verschwimmen. Ab hier trat der Staat als großzügiger Onkel auf, der er natürlich nie war und sein kann, wie uns die Staatsschulden lautstark erzählen. Und ab hier begannen die Menschen logischerweise, sich vom Staat - nicht von ihren sozialen Gebilden, die wurden völlig verdrängt und vergessen - abhängig zu sehen. Obwohl diese realen Gefüge es sind, auf denen nach wie vor das Staatsgebaren aufruht. Den seither geborenen Menschen sind also diese Zusammenhänge überhaupt nicht mehr klar, und das war auch das Ziel dieses neuen Sozialstaates!**

Das Kindergeld ist aber nur als Form der Steuerrückzahlung zu denken. Es war und ist niemals eine freie Gabe des Staates, also eine "Sozialleistung" wie so manche andere, die egal aus welchen Gründen zumindest in den Zusammenhängen Aufbringung-Verteilung reines, einem amorphen "gegenwärtigen oder (vor allem) zukünftigen Steuereinnahmen" entnommenes Geschenk sind.

Das ist heute völlig aus dem Blickfeld geraten. Obwohl es dem Wesen des Kindergeldes widerspricht, nach anderen Kriterien vorzugehen. Und zeigt sich in seinen Auswüchsen nun deutlich, wenn es um den Disput um die Zahlung von Kindergeld an Zuwanderer geht.

Kindergeld geht aber von zwei Voraussetzungen aus: Einmal davon, daß Einkommenssteuern BEZAHLT werden, und zweitens davon, daß das Geld im INLAND ausgegeben wird, weil damit ebenfalls Steuern bezahlt werden. Und zwar in jenem Volk, in jenem Land, zu dessen Gemeinwohl jemand, der Kinder hat und aufzieht schon durch diese Kinder beiträgt, so daß er steuerlich zu entlasten ist. 

Als Bezieherkreis kommt also nur in Frage, wer im das Kindergeld auszahlenden Land Steuern bezahlt, arbeitet, Einkommen generiert, sowie in diesem Land Kinder aufzieht, die über die (eine) Staatsbürgerschaft eben diesem Land zuzuschreiben sind. Deren Ausbildung und Wohlergehen auf eine Weise nämlich diesem Staat zuarbeitet, so daß über den Generationenvertrag diese Kinder später zum Gemeinwohl dieser Solidargemeinschaft beitragen.

Indem man sich darauf besinnt, was das Kindergeld überhaupt bedeutet und was es bewirken sollte, hat sich also jede Diskussion aufgehört. Denn diese Gründungsgedanken sind zweifellos auch die Kriterien, nach denen vorzugehen ist. 

Das betrifft natürlich jene Bevölkerungsgruppen, die komplett von der Versorgung durch den Staat abhängen, ja um derentwillen ins Land kommen. Und neben Geld Sachleistungen oder deren Äquivalente erhalten, also auf gar keine Weise steuerlich "belastet" werden (mit denen man hier nehmen würde, was man dort gibt).

Wir sollten also endlich aufhören so zu tun, als wäre Kindergeld eine Frage von Großherzigkeit und gebotener sozialer Grenzenlosigkeit. Letztere bleibt nach wie vor dem Gewissen des Einzelnen überlassen. Wer das möchte soll das aus eigener, privater Kasse beitragen. Oder die Einführung eines weiteren Sozialtopfes in die Diskussion bringen. Mag ja sein, daß weitere Teile der Bevölkerung derselben Ansicht sind. Wobei die Zustimmung hundertprozentig sein muß, um sie als verpflichtendes Gesetz zu etablieren, denn es ist Teil der christlichen Soziallehre, daß niemand zu einer "guten Tat" gezwungen werden darf.

Mit der Idee des Kindergeldes aber hat die Auszahlung von Kindergeld an Zuwanderer in der heutigen Form absolut nichts zu tun.




*Und tatsächlich hat in den 1990er Jahren ein österreichischer Familienvater einen solchen Prozeß gegen die Republik Österreich geführt - und gewonnen! Doch hat die Politik dieses Urteil nur zum Teil berücksichtigt, und eine weitere Rückführung per Einkommenssteuererklärung (Kinderabsetzbetrag) etabliert. Die freilich dem Gerichtsurteil nur in geringem Ausmaß entsprach. Über den Rest wurde dann der Mantel des Schweigens gebreitet, den bis heute niemand mehr zu lüften wagt.


**Kleiner Exkurs über das Zerreißen von Zusammenhängen im Sozialstaat Österreich MORGEN




*110818*

Samstag, 23. September 2017

Obszönitäten des Wirtschaftsliberalismus

Der Witz der Liberalen, daß ein "freier Markt" alles regele, also der ungebremste Kapitalismus die einzig mögliche Wirtschaftsform sei, ist im Grunde obszön. Diese glatte Lüge lebt davon, daß wieder und wieder Realitäten ausgeblendet werden: Ein "absolut freier Markt" ist nur der Freibrief für die Brutalität, die ganz bestimmte Wirtschaftsformen bestärkt, die insgesamt zu einer Marktkonzentrierung, also zu Monopolsituationen führt, die die Politik nach und nach erpreßbar machen, weil diese Monopolbetriebe "too big to fail" werden, also (für die Politik) zu groß, um sie einfach sterben zu lassen. Wie es ein freier Markt jener Art mit sich bringen würde, auf den es angeblich ankommt, damit es allen gut geht. Nun einem geht es sicher immer gut dabei: Dem Politiker hier, und dem Kapitaleigner dort.

Jüngstes Beispiel ist das Schicksal der Air Berlin, der Billigfluglinie der Lufthansa. Frei nach der Logik des Kapitalismus, der auch die Zukunft mit in einen Unternehmenswert einberechnet, wurde seit 10 Jahren Verlust um Verlust geschrieben, wurden die Gelder um diese zu decken aufgetrieben. Bis nichts mehr half: Air Berlin war pleite. Nichts konnte das Desaster noch verbergen. 

Und nun ... der Staat einsprang, um Arbeitsplätze, Renommee und Infrastruktur zu erhalten. Die zu groß geworden waren, um sie nun einfach fallen zu lassen, schon gar in Vorwahlzeiten. Warum sind sie so groß geworden? Weil ihnen die Politik ihre "Zukunftsperspektive" tatkräftig mit Steuergeldern unterstützt hat. Air Berlin hat seit 10 Jahren Milliarden Verluste angehäuft. Sie wurden wieder und wieder mit Hilfe der Politik aufgefangen. Weitere Beispiele ähnlich desaströser Politik sind ohne Probleme lieferbar. Die Politik spielt Wirtschaftskompetenz - und am Ende zahlt der Steuerzahler.

In einem ersten Notfallplan hat die Bundesregierung auch jetzt schnell mal 150 Millionen Euro zugeschossen. Sie beweist, was E. Michael Jones mit dem Bonmot umschreibt, daß Kapitalismus staatlich finanzierter Wucher sei. Ein Treppenwitz der Geschichte. Eine Obszönität. Alles dient nur bestimmten Finanzinteressen, und wenn diese daneben gehen, wenn manche falsch investieren, springt der Steuerzahler, der ganz normale Steuerzahler ein und deckt die Verluste. Und alle jubeln: Ein Loblied des Kapitalismus! Der ja allgemeinen Wohlstand gebracht hat. Wie? Durch ... Staatsschulden. Durch Staatsschulden. Die irgendwann der Steuerzahler, dem eingeredet wurde, daß er wohlhabend und reich sei, bezahlen muß. Denn die großen Unternehmen zahlen sowieso keine Steuern. Sie sorgen nur dafür, daß andere Steuern zahlen können. Das reicht der Politik ja.

Wann werden wir diese Wahrheit endlich genug vor Augen geführt bekommen haben? Und uns für einen Markt entscheiden, in dem wir einerseits der Freiheit als Wirklichkeitsrückgebundenheit alle Recht einräumen, anderseits und an das Gemeinwohl nicht erst dann erinnern, wenn Geldmagnaten genug Millionen eingesackt haben, um dann den Rest, die Rettung der ausgehöhlten Leichen, an das Volk zurückzuschmeißen? Freier Markt existiert in diesen heutigen Bedingungen nur für die Dummen, die Kleinen, die Doofen. Die mit allem ihrem Herz ein Unternehmen aufbauen, volles persönliches Risiko nehmen, und den Staat tragen. Moralisch wie wirtschaftlich. Passiert ihnen ein Mißgeschick, machen sie Fehler (ja, auch das soll es bei Menschen geben!), ist ihre Existenz gerettet. 

Anders bei Großunternehmen. Hier verhandeln Nadelbestreifte mit Nadelbestreiften, und wandern hunderte Millionen über den Tisch, und keiner hat einen persönlichen Nachteil, dafür alle einen persönlichen Vorteil. Und hilft alles nix - Pech für die Steuerzahler. Dann war es "Schicksal", oder "die Wirtschaftskrise", oder "der Markt".

Das nennt man dann in Sonntagsreden "Kapitalismus" - als den sichersten Weg zu allgemeinem Wohlstand. Es ist aber eine Schändung des Wortes "Freiheit". Und eine Beleidigung für jeden freien Unternehmer, den die Zinsen, die Steuern, die Abgaben, die Regelungen erwürgen, weil nur er sie tragen kann und muß. Es ist die Ausrede einer Clique von Schmarotzern, denen ebensolche Charakterlose auf der Politikseite gegenüberstehen und die sich alle "Elite" nennen. Auch den Begriff haben sie also gestohlen.







*190817*