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Montag, 11. Mai 2020

Coronaverringertes Volkseinkommen

Es gibt eine Zahl, die recht unverbrüchlich dafür steht, wie es einer Volkswirtschaft geht, und das ist ihr Energieverbrauch. Im gegenständlichen Beispiel ist am Stromverbrauch sehr direkt zu messen, wie es der Wirtschaft seit und durch die Beschränkungsmaßnahmen der Regierung geht. Daraus kann man (natürlich wie immer mit einer gewissen Schwankungsbreite) ableiten, wie das BIP (=die Summe aller Einkünfte des Landes) im Vergleich zum Status ante Corona-Maßnahmen, also der Zahlen des Vorjahres, verläuft. Die Graphik stammt von der Agenda Austria.


Grob gesagt: Die Einbrüche belaufen sich auf durchschnittlich ein Viertel der Wirtschaftsleistung, gehen zeitweise aber bis zur Hälfte. Das ist deshalb bedeutend, weil gerade eine Gesellschaft, die sich als Sozialstaat organisiert hat (der großzügig mit Geld um sich wirft, um den Geldfluß der Volkswirtschaft nicht zu unterbrechen, sprich: Individuelle Einkommensverluste durch Staatskredite zu mildern) von Steuereinnahmen abhängt, die wiederum nur anfallen, wenn die Volkswirtschaft aktiv ist. Hinweis: Der "geringe Rückgang des BIP", den die Graphik als Wellenberg ausweist, sind ... die Wochenenden. Wo die Volkswirtschaft natürlich immer zurückfährt.

Und diese Steuereinnahmen belaufen sich in Österreich auf rund 65 Prozent (bei veränderter Betrachtungsweise auf 80 Prozent) des BIP. Gerade bei Einkommensrückgängen leidet der Staatssäckel aber noch mehr. Der Steuerausfall ist außerdem umso größer einzuschätzen, als die Volkswirtschaft in Österreich (und damit das BIP als Parameter der Einkommen) ganz deutlich hin zu öffentlich Bediensteten (Beamte, Beschäftigte von Staatsbetrieben, Personal des Medizinbereichs, Beschäftige in Kurzarbeit - per Ende April schon 1,1 Millionen  Kurzarbeiter in Österreich, dazu 600.000 direkt Arbeitslose! -, etc.) verschiebt, also hier Steuereinnahmen real nur das Verschieben von einem Hosensack in den anderen sind. Daß diese verringerten Steuern noch lange über die direkte Krise hinaus anhalten werden darf man also aus zwei Gründen annehmen. 

Hier also deshalb die Graphik, die zeigt, wie sich das BIP verhalten wird, je länger die Beschränkungen des Lebens durch die Regierung noch dauert:



Das IWF rechnet, wie die Graphik auch zeigt, derzeit (bei neun Wochen mehr- oder weniger weit gehender Sperre) mit einem Gesamtrückgang des BIP Österreichs von 7 Prozent für 2020. Das ist ein stärkerer Rückgang als bei der Weltwirtschaftskrise 2008. 

Aber dieser Rückgang könnte auch gravierend höher (aber so gut wie auszuschließen geringer) ausfallen, und er könnte auch erheblich länger anhalten. Letztlich weiß man eben nicht wirklich, wie die Räder ineinandergreifen, und wie lange die Wirtschaft braucht, um sich wieder auf Normalniveau zu erholen. Jenes Niveau, von dem der derzeitige Sozialstaat ausgehen MUSZ, weil sein Ausgabenniveau (das derzeit ohnehin nur durch ausgiebige Kreditvernaschung aufrecht bleibt) sonst nicht durchzuhalten ist. 
Vielleicht also sagen die Mobilitätsdaten etwas mehr aus. Und tatsächlich, betrachtet man die, muß man auch davon ausgehen, daß der Schaden erheblich größer sein könnte. Denn gerade sie zwingen zur Aussage, daß seit der Corona-Maßnahmen in Österreich die Volkswirtschaft praktisch stillsteht
Denn Stromverbrauch gibt es ja auch, wenn z. B. Maschinenanlagen oder Lageranlagen stillstehen, aber weiter (sagen wir) beheizt werden müssen. Hier die Daten (auch diese Graphik stammt von Agenda Austria):
Die Mobilität ist praktisch zum Erliegen gekommen. Niemand im Land reist mehr. Die noch vorhandene Restmobilität fällt etwa auf die LKW, die Lebensmittelmärkte und Bauhäuser beliefern. Und nicht zu vergessen: Auf Polizeiautos und Militärkonvois.





*290420*