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Montag, 27. Juni 2022

Anstinken gegen Putin

Macht alle mit! - Anstinken gegen Putin!
Au ja, jetzt wird es endgültig heimtückisch. Um gegen Putin anzustinken verfallen unsere Po9litiker ja zuweilen in wahrlich förchterlöche Mittel und Methoden, die sie dann dem leberndigen Volke vorbildhaft angedeihen lassen. Und medienwirksam verkünden. 

Während also nun die Niederösterreichische Frau Landeshauptmann (bzw. vulgo "Ministerpräsidentin") Johanna Mikl-Leitner ihre 10 Ballkleider auslüften und sieben davon vernichten will, um zu zeigen, daß "uns Frauen" auch drei Ballkleider genügen, macht Robert Habeck die definitive Ankündigung. 

Samstag, 12. März 2016

Zeichen der Rückkehr der Vernunft

Man darf auch einmal etwas Positives erwähnen. Die Positionen, die Österreich in den Gestalten der Innenministerin Mikl-Leitner und Außenminister Kurz - samt dem aus dem Hut gezauberten Verteidigungsminister Dokozil, auch er soll in diese Riege eingefügt werden - nun endlich vertritt (Kurz: "Vor einem halben Jahr war es nicht möglich, diese Dinge zu sagen." Der Leser denke sich, was er wolle) ist als Zeichen der Rückkehr der Vernunft in die Politik angesehen werden. Und immerhin wirft sich ein positiver Schatten auch auf jene, die diese Personen nach oben gehievt haben. Man kann nur hoffen, und man hofft es mit Zittern und Bangen, daß diese Vernunft Maxime bleibt. Was im Wesentlichen nur heißt: Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit. Denn die Schengen-Außengrenze "dicht" zu machen war von allem Anfang an Inhalt der entsprechenden zwischenstaatlichen Verpflichtungen und die eigentliche Basis des freien Reiseverkehrs. Wem das heute zu unmoralisch erscheint der möge sich fragen, wo er war, als diese Verträge unterzeichnet wurden.

Denn wenn man von Spaltung in unseren Ländern sprechen kann, dann war es genau das: Die Spaltung in jene, die die Vernunft vertraten und forderten, und jene, die in die völlige Irrationalität absurden Gutmenschentums (als Signum der Selbsterhöhung) abgeschwommen sind und reihum alle exkommunizierten und immer noch exkommunizieren, die ihrem Größenwahn und Narzißmus - der Lieblosigkeit! (umso mehr reklamieren sie sich ja zu den letzten Bastionen der Liebe ...) - nicht folgen wollten. Und daran sogar noch heute mit Zähnen und Klauen festhalten.

Denen allen geht es also nur um sich. Das ist praktisch ohne Ausnahme auch von der Kirche zu sagen, die sich hier bis auf die Knochen blamiert, ja in blanken Zynismus abgetrudelt ist (eine Erscheinung, die sich in der Kirche seit 40 Jahren ohnehin zur offiziellen Dauerhaltung entwickelt hat, wo man Heiligkeit fordert und gleichzeitig die Mittel dazu vorenthält) - denn die Folgen ihrer absurd-irrationalen Moralforderungen trägt sie als Institution ganz bestimmt nicht, die haben ruhig jene Menschen zu tragen, die sie sogar noch beschimpft und als unchristlich verleumdet. Im jüngsten Vertrauensindex kommt der Klerus dementsprechend nicht einmal mehr unter ferner liefen vor. Selbst Postboten rangieren davor.

Ein Klerus, der so absurd die Wirklichkeit ausklammert, daß er nicht einmal bereit ist, zwischen wirklicher Unterdrückung und die jedem Menschen zuzumutender, ja ihn erst zum Menschen hebenden Eigenverantwortung unterscheiden will. Denn man muß sich doch fragen, wo diese Eigenverantwortung vieler ist, die da nun Notlagen medienwirksam reklamieren, und damit meinen, daß gefälligst nun andere ihre Eigenpflichten übernehmen sollen. Moral ergibt sich jedenfalls nicht aus punktuellen Erbarmungsphotos. Und auch nicht aus Nachrichten über schwierige Lebensführung in anderen Ländern und Kontinenten. So reagieren aber Narzisse die ihre Lächerlichkeit gar nicht mehr bemerken, weil ihnen jeder Humor fehlt. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Sentimentalität ist nicht Liebe, nicht Ethik, nicht christlich inspirierte Moral, sondern die Liebessimulation von narzißtisch Gestörten, die noch nie in ihrem Leben Verantwortung* übernommen haben. Umso bemerkenswerter die Selbstrettungsversuche - und umso fanatischeres Festhalten an Unvernunft - so vieler, die keine Sachlichkeit mehr kennen wollen, um ihre Gesichter nicht zu verlieren. In realistischeren Zeiten nannte man das noch Eigensucht.

Ohne Vernunft (als Offenheit für die Wirklichkeit, eine Grundhaltung) gibt es aber keine Christlichkeit, Herrschaften.** Die Position Europas, seine sprichwörtlichen Werte, waren die auf der Durchdringung der Vernunft in der Haltung des Mutes zur Wirklichkeit beruhende Substanz. Dann erst kann sich ein Ich aus dem Du ergeben - dann erst kann man von Transzendenz sprechen. Dann erst ist der Ich-Verklammertheit und damit Ausgeklammertheit von Gott zu entfliehen.




*Verantwortung heißt man jenes Verhalten, indem einem Menschen klar ist, daß das Gelingen eines Prozesses, das Wohlergehen eines Organismus, von seiner rechten Funktion abhängt, weshalb man alle Aufgaben mit großem Ernst wahrnimmt, die mit dieser Position (idea in Gottes Plan und Vorsehung = Beziehungsposition, Verortung) wenn es auch nicht in allem machbar ist (das wäre dann Fanatismus).

**Die jüngst wieder einmal öffentliche Stellungnahme des Wiener Kardinals Schönborn zur "Asylfrage" zeigt erschreckend, wie sehr sich der Klerus weitgehend von der Wirklichkeit verabschiedet hat. Wenn das Kirche sein soll, dann haben die Gläubigen gar nicht so unrecht, sich von ihr abzuwenden. Schönborn hat sich längst zur lächerlichen Irrelevanz verstiegen. Denn solch hartnäckige Wirklichkeitsverweigerung hat sogar schon die Grenzen zum Debilen überschritten. Noch dazu: Was er fordert - das Heilige Recht auf Asyl - bestreitet überhaupt niemand! Vielmehr geht und ging es immer nur darum, die wirklich Verfolgten von jenen zu scheiden, die - und das ist der Löwenanteil an den sogenannten "Flüchtlingsströmen" - einfach ein "besseres Leben" (meist noch dazu unter grotesken, absurden Vorstellungen, was Wohlstand denn sei, wie er erworben werden könne) einfordern. Abgesehen davon, daß ein Kind über Grenzzäune zu werfen oder eine Familie in schwanke Boote zu setzen, auf daß sie ruhig ertrinken mögen, wenn Europa nicht "hilft", kein Appell an Europas christliche Verantwortung ist, sondern die Verantwortungslosigkeit vieler "Flüchtlinge" für ihr eigenes Leben und die ihnen Anvertrauten beweist. "Selber schuld, der Vater, daß mir die Hände abfrieren, hätte er mir einen besseren Mantel gekauft!?" 




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Montag, 11. Juli 2011

Keine Grenze - keine Identität

Es ist nur eine kleine Bemerkung zum Schluß eines Berichts über das jüngste der regelmäßigen Treffen der Innenminister von Südosteuropa in Salzburg. Aber ihre Selbstverständlichkeit hat mich erschreckt.

Nicht, daß hinkünftig Verkehrsdelikte in Österreich und Ungarn jeweils über die Grenzen hinaus verfolgt werden. Obwohl man vielleicht auch darüber nachdenken könnte, was das dann heißt.

Es ist der Schlußsatz. In dem die österreichische Innenministerin Mikl-Leitner Staaten wie Bulgarien und Rumänien die Rute ins Fenster stellt: Wenn es ihnen – wie Italien und Griechenland - nicht gelingt, wirkungsvoll die Grenzen dichtzuhalten, um illegale Einwanderung zu stoppen, wird – und jetzt kommt’s – man Zwangsmaßnahmen einleiten. Dazu gehört die zwangsweise Übernahme von „vernachlässigtesn Grenzabschnitten“ durch die Frontex, eine EU-Eingreiftruppe, bis zum verordneten Einsatz von EU-Fördergeldern beim Grenzschutz.

Die Selbstverständlichkeit ist es, die mich schreckt, mit der die Staaten ihre Souveränität aufgeben, und zwar an neuralgischen Punkten- den Grenzen. Denn alles was ist, ist nur – durch die Grenze. Wenn aber Österreich, Ungarn, Rumänien (etc.) nicht ist, was sind dann seine Bewohner?


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Montag, 27. Juni 2011

Vage + vage = Unfreiheit

Allmählich fragt man sich, wo wir bereits leben ... Man dreht den Radio auf - Riesenbericht über den (mir bisher völlig unbekannten) französischen Modeschöpfer Galliano, der sich im Vollrausch vergessen, und unflätigst auf Juden und Kapitalisten geschimpft hatte. Ähnliches wäre ja ums Haar Lars von Trier in Cannes passiert, dieselbe Baustelle.

Min.f. Justiz B. Karl - Min. f. Inneres J. Mikl-Leitner
Am selben Tag wird von zwei aufgeräumt lächelnden Ministerinnen - Justiz und Inneres - als großer Erfolg ein Gesetzespaket vorgestellt, das in Anknüpfung an so manche frühere Entgleisung einen nächsten Schritt zur totalen Gesinnungskontrolle im Lande ermöglicht. Unter dem Titel "Terrorbekämpfung" (und wie stolz sie dreingucken!) werden die nächsten Gesetze installiert, deren rechtliche Anwendung von der momentanen Interpretation von "gut" oder "böse" abhängt. Das kann nicht reichen. Man darf keine Rechtslage schaffen, in der es nur vom "guten Willen" des jeweils Regierenden abhängt, ob er die Gesetze mißbraucht oder nicht, den Rechtsstaat auszuhebeln.

Hitler, als Hinweis, mußte kein einziges Gesetz ändern oder neu erfinden. Sein Totalitarismus, mit dem er die totale Macht im Lande an sich riß, erfolgte unter einem rechtlich verankerten Anspruch: Sicherung des Staates gegen Terrorismus.

So nebenbei - und man merkt förmlich, wie stolz sie auf ihre Arbeit sind; Frauen sind eben stets die eifrigsten Perfektionierer eines totalen Systems gewesen - wird die nun mögliche bzw. erleichterte Verknüpfbarkeit der gesammelten Daten gepriesen.

Künftig sollen die Behörden weitgehendere Befugnisse zum Verknüpfen von Ermittlungsdaten bekommen, und die Anleitung zu Begehung, Aufforderung oder "Gutheißung" eines Terrorakts sollen strafbar werden.

Die Ermächtigungsgesetze der Weimarer Republik hatten keinen anderen Inhalt. Eine schwammige Formulierung nach der anderen, und nach den letzen schwammigen Gesetzen (die die Einschränkung der Meinungsfreiheit vorbereiten) die jede "Diskriminierung" verbieten zeichnet sich bereits ab, wohin solche Gesetzgebung führen wird. Nicht "kann" oder österreichischer: "könnte". Nein. Wird.

Das Problem nämlich, auf das wir mit Riesenschritten zueilen, rascher als ich geglaubt habe, ist, daß hier Vorhaltungen erhoben werden können, deren Widerlegung auf Beweisbarkeiten angewiesen ist, die der menschlichen Wahrnehmungsevidenz nicht mehr entspricht. Engt man solche Bereiche zu stark ein, indem man die Toleranz der Bewertung auf abstrakte, kaum wirklich erschöpfend definierbare Ziele - "Freiheit" etc. - beschränkt, öffnen sich immer weitere Tore für reinsten Terror.
Aber das hat nicht nur Auswirkungen auf die direkte Rechtssprechung - auch auf das öffentliche Klima eines Staates. Weil es durch die Bekanntwerdung die individuelle Urteilsbildung erschwert weil neurotisiert.

Jedes menschliche Urteil entsteht zuerst über nichtrationale Evidenzen, über Wahrnehmung, sinnlich. Ratio, Begriffsfindung, ist erst nachträgliche Handhabbarmachung innerer Gewißheiten. Das bedeutet aber auch, daß so gut wie alle menschliche Gewißheiten lediglich graduell unausdrückbar und "beweisbar" sind. Denken, Überzeugungen auf "Beweisbarkeit" im positivistischen Sinn zu verengen bedeutet nicht die Erhöhung deren Vernünftigkeit, sondern letztlich deren beliebige Verdrängung! Denn rational läßt sich jede Überzeugung widerlegen, aber kaum eine a priori "beweisen". Menschliche Überzeugungen  - sollen sie nicht Fanatismus sein - entstehen nicht apriori rational. Sie sind schlichtweg "Erfassungen" von Wirklichkeiten.

Wer dazu vage Gesetze auf vage Gesetze aufbaut, geht mit absoluter Sicherheit einem Punkt zu, wo die Summe aus dieser Addition einen ursprünglich niemals intendierte, nie vorausgesehenen Standpunkt des Gesetzes ergibt, der aber dann unverrückbar da ist, oder geschaffen werden kann. Und der nur zulasten der Gesinnungsfreiheit der Bevölkerung gehen kann.  

Denn diese Gesetze sind - ohne wenn und aber - Gesinnungsgesetze. Sie gehen nicht nach Taten, sondern nach persönlichen Haltungen. Wenn ein Staat einmal damit beginnt fragt sich nur noch, wo er herauskommen wird. Ganz sicher nicht in der Freiheit.

Und da schließt sich der Kreis: der französische Modeschöpfer Galliani, der sich außerhalb allen Anstands benommen hat, (wobei Liebeserklärungen an den Führer  -  "I love Hitler," soll er gerufen haben - möglicherweise in andere human-pathologische Kategorien fallen, als unter Wiederbetätigung) wurde trotz einer öffentlichen Entschuldigung (er ist bekannt für seinen Alkoholkonsum) sofort aus allen Funktionen bei  Dior entfernt. Nicht nur das, wurde er aus seiner eigenen Firma hinauskomplimentiert, fragen Sie mich nicht, wie das geht. Ein Prozeß steht ihm sowieso ins Haus. Das heißt: der Mann wurde für eine gewiß blöde Entgleisung, die aber einfach nicht mehr war: eine Entgleisung, und wer ist nicht schon entgleist ... vollständig vernichtet.

Da geht es nicht darum, daß jemand die Gründung einer neuen Judenvernichtungspartei verkündet hat, und mitten aus einen einen Juden massakrierenden Anhängerscharen heraus verhaftet wurde. Nein. Hier geht es um eine simple "b'soffene G'schicht", wie man so sagt. Selbst wenn der Mann so tatsächlich denken dürfte.

Wenn wir uns aber das Menschsein so einengen, dann bleibt nicht mehr Menschlichkeit, sondern totalitäre Unmenschlichkeit übrig. Dann werden wir tatsächlich zum Lachen in den Keller gehen müssen. Dann wird alle Lebenslust im Bierernst vertrottelter Bürokraten ersticken.

Wer sich nicht mehr von sich selbst distanzieren kann und will, der führt etwas im Schilde. Also frage ich erneut: Wo leben wir bereits?! Fällt das niemandem auf?


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