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Dienstag, 11. Oktober 2022

Der vorenthaltene Sinn (2)

Der Tod tritt ein, sobald so gedacht wird. Nur die Lüge wächst weiter. - Es gibt Teiluntersuchungen dazu, die sich mit den Folgen der Liberalisierung der Energiemärkte in Europa (Anfang der 2000er Jahre) und mit der folgenden Einführung einer europäischen Strombörse (Leipzig) befassen, und deren fatale Wirkung auf die Energiepreise (in dem Zusammenwirken mit der Förderpolitik für Erneuerbare) herausgefunden haben. Der Leser möge sich solche Details dort erlesen, sie sind im Netz problemlos abrufbar. Wir gehen hier einfach von deren Ergebnissen aus, zumalen sie höchst plausible Erklärungen liefern.

Denn ich weiß auch aus meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft in Unternehmen, daß das Ende eines Unternehmens sich immer dadurch abzeichnet, wenn der Betrieb nicht mehr danach handelt, was wirtschaftlich sinnvoll ist, um die zum Bestand notwenigen laufenden Gewinne zu erzielen, sondern erst immer mehr, bald ausschließlich noch danach entscheidet, WAS (kurzfristig) AM WENIGSTEN VERLUSTE EINBRINGT. Wenn das notwendige Gleichgewicht zu den Kosten irgendwann in der Zukunft durch Konstellationen erhofft wird (sost müßte man bereits jetzt zusperren), die man jetzt aber noch nicht herstellen kann oder gar kennt. 

Montag, 10. Oktober 2022

Der vorenthaltene Sinn (1)

Vielleicht solte man diesen Punkt noch eimal herausgreifen, um ihn klarer vor sich zu stellen, und all das Beiwerk, all die Mythen, die darum gerankt werden, wegzuräumen. Die Inflation, die wir derzeit erleben, ist dennoch keine einfaches Ergebnis eines abgrenzbaren Ursache-Wirkungs-Spiels, aber sie steht auf einem Fundament, das sich seit 2008 aufgebaut, udn in den letzten drei Jahren massiv ausgebaut wurde. Bis das Gebäue zu ruschen begonnen hat.

Bleiben wir bei den letzten drei Jahren, die unter dem Stichwort "Corona" firmieren. Denn seit Anfang 2020 diese "Pandemie" aufgetauht ist, hat die Politik des gesamten Westens einen einzigen Grundzug. Der da lautet, daß einerseits durch die Lockdowns und beschränkende Maßnahmen aller Art (die meisten in jeder Hinsicht sinnlos, ja kontraproduktiv) die Produktion gedrosselt, ja abgewürgt worden ist.
Es wird seit Anfang 2020 immer weniger produziert. 
Nachdem auch die zuvor weltweit bereits übervollen Lager (auch darüber wurde kaum laut gesprochen) geleert sind, die um mit Übergewinnen abgebaut werden zu knnen schon die Drohung mit einer Inflation reichte leiden die Märkte zunehmend unter Unterversorgung mit Produkten. 

Samstag, 16. Juli 2022

Als die Büchse der Pandora endlich offen war (2)

Die Gefahren. Der Gegenentwurf. Die Notwendigkeit. Die Unternehmer. Die Freiheit. - Diese nüchterne Bestandsaufnahme führt aber zu einer Erkenntnis, die einerseits das Gefährliche deutlicher macht, adnerseits aber auch Hoffnung enthält. Daß das, was die "demokratische" Politk ohnehin schon seit je gemacht hat, nun zur offizhellen Doktrine wird, zur Grammatik der Kultur, der Gesellschaft, in der wir leben. 

Und das ist die persönliche Gefolgschaft, die im letzten nur eine Gefolgschaft sein kann, die Gott selbst gilt, der in Jesus Christus persönlich diese Erde bewohnt. Nicht, daß Gott einen Helm aufsetzen und ein Schwert ergreifen wird, wie es die Juden erwartet haben und bis heute erwarten. Sondern als der sanfte Hirte, der alle, die ihm folgen wollen, durch Umwandlung der eigenen Inneren Grammatik zur FREIHEIT der Kindschaft Gottes hin einen und in das mögliche dieser gefalenen Welt führen wird. IN der es Tod und Leid weiterhin geben wird, ja, weil jeder Mensch fehlbar ist und fehlen wird, gewiß, in der aber eine Logik - der logos der Schöpfung! - als unhintergehbare Grundlage von allem anerkannt wird. 

Freitag, 15. Juli 2022

Als die Büchse der Pandora endlich offen war (1)

Wie könnte es anders sein als daß man von der Realität der an sich staubtrockenen Analysen immer wieder überrascht wird. Wenn ich vor Jahren bereits geschrieben habe, daß diese Zeit sich nicht mehr denken kann, dann erleben wir jetzt, wie das aussieht. Erleben, daß sich eine Elite gebildet hat, die völlig entgeistet im Rationalismus gefangen ist, weil sie keine Gewissensverankerung im Ganzen, Wahren, Wirklichen hat. Also bleibt der Verantwortugn nur der rationale Schluß. Und der ist von den Grundlagen her bereits falsch, sodaß die politischen Maßnahmen in immer größeren Widerspruch zu den Bevölkerungen geraten.

Das hat sich über die "Krisen" der letzten Jahre (die bereits falsche Krisen waren und sind, die bei "normalem" Sein udn Denken gar nicht erst entstanden wären) mehr und mehr zu einer Kluft ausgewachsen, in der die Eliten einer Bevölkerung gegenüberstehen, die immer mehr in Bedrängnis geraten ist. Weil sich das normale Leben ganz anderen Gesetzen fügen muß, will es gelebt und lebbar sein. Denken freilich kann auch die Bevölkerung nicht, was da geschieht, sie kanns ich nur punktuell wehren, wenn eine Einzelmaßnahme bereits zu sehr in ihre Lebensbedürftigkeiten eingreift. 

Wie nun auch in den Niederlanden oder in Ceylon, das sich auch als besonders braver Elitenschüler beweisen hatte wollen und nun einer noch viel wilderen Bevölkerung gegenbüersteht, die die aus dem Erbe des Christentums stammenden Selbstbeschränkungen (als Geformtheit, und das heißt: Existenz einer Grenz) der Menschen aber nicht kennt.

Samstag, 28. Mai 2022

Ein Krebsgewächs (2)

Ein Volk wird in den Wahnsinn getrieben - Sämtliche dieser Kriterien finden sich bei Elon Musk erfüllt. Dessen Ideen das Entscheidende zur Frage fehlt, ob eine Idee auch wirklich eine Idee ist. Es fehlt - und das ist Teil des "Gaslighting"! - die realitätsadäquat und wirklichkeitsentsprechend ist. Was immer diese Sphären tu und untenehmen, hat die Qualität einer Sonderwerkstatt mit betreutem Arbeiten. 

Und nicht nur einem rationalistischen Modell entspringt, das niemals der Weltsendung des Menchen entsprechen kann, sondern die Welt wird auf einem Nagelbrett aus zwei Dimensionen ausgespannt und zum perversen Zerrbild, zum lächerlichen Abklatsch reduziert. Und das wird dann als "die Welt" verkauft.

Freitag, 27. Mai 2022

Ein Krebsgewächs (1)

Ihn als "innovativsten Unternehmer der Neuzeit" zu feiern, wie manche das tun, ist regelrecht pervers. Denn Elon Musk ist weder das eine, noch das andere. Er ist einfach vom ersten Moment seines Auftretens an - warum immer das auch der Fall gewesen sein mag, Gerüchten oder Verschwörungstheorien darüber wollen wir uns (vorerst) nicht anschließen - in eine Grenzenlosigkeit versetzt, die niemals Innovaton und Entwicklung bedeutet, sondern Wildwuchs, den man ind er Medizin Krebs nennt. Denn vom ersten Moment an wurde Musk mit Milliarden zugeschüttet, die ausnahmslos bei allem, was er auch anfaßte, in hellleuchtendem Strohfeuer verbrannten. Aber das alles schien nie Bedeutung zu haben. 

Dahinter ein krankhaftes Umfeld zu vermuten ist aber nicht nur zu vermuten, es beweist sich auch, wenn man den Blick zu schärfen versteht. Nicht nur in dem, was man als "Geschäftsfeld" von Elon Musk ausmacht - die Produktion von Elektro-Autos der Marke Tesla. In welcher Idee sich schon alles offenbart, was es da zu sagen weil zu sehen gäbe.

Montag, 13. Dezember 2021

Kopfschüttelnd gesagt

Als Unternehmer war eine der schwersten Lasten die Pflicht, als Führungsperson immer eine Antwort haben zu müssen. Keiner der 30 Mitarbeiter, die ich zuletzt hatte, durfte mit der Frage, wie es weitergehen solle, die MICH bewegte, belastet werden, keiner durfte auch in sachlichen Fragen egal welcher Art vor einem Rätsel stehen und - weil die Frage seinen eigenen Bereich überstieg, und das passiert laufend - wissen wollen, was er nun tun solle, und weggehen müssen mit der Antwort, da ich es selbst nicht wüßte.

Der Führende MUSZ IMMER EINE ANTWORT HABEN, was zu tun ist, und wie es weitergehen wird. Er muß immer diese Ungewißheit, die Leben IMMER bedeutet, auf sich nehmen und in sie hinein, in einen Treibsand der Welt hinein, ein festes Fundament bauen. Denn die Welt ist auf eine Weise tatsächlich ein Konstrukt: Ein Konstrukt der Phantasie. Und der Mensch muß den Mut haben, in sie Gestalten zu errichten, und aus dem nie Sicheren der Form IN DER ZEIT eine FORM in der Zeit machen. 

Führen heißt, eine Form von Substanz ins Nichts zu werfen, und da herum die Materia zu führen. Um somit eine Welt zu schaffen. "Damit sie ihnen Namen gäben." Führen heißt, Namen zu geben. Und die Menschen an den Ort mitzunehmen.

Freitag, 29. Januar 2021

Was diese Generation zugrunde richtet

Wie diese Generation denkt ist nicht von den Inhalten abhängig, die wie Leuchtkerzen vor sich her getragen werden, sondern es ist IM WIE, also in der Charakteristik des Denkprozesses verankerte Dialog mit der Welt. Der sich in der rationalistischen Panik, der die uns wie eine Eisenfaust umklammernde Corona-Pandemie ist, als Eingriff in lebendige Gewebe und Lebensgeflechte offenbar. Und was das ist, davon vermag dieses ausgezeichnete Video einen Eindruck vermitteln.

Dieser Eingriff ist einer Politik zuzuschreiben, die bereits und erstmals von einer Generation ohne lebendigen Bezug zur Wirklichkeit getragen wird. Eine Generation von Menschen, die im Sozialstaat aufgewachsen ist, die behütete (meist sogar Einzel-)Kinder von in unseren Landen bereits zu sechzig Prozent verbeamteter, das heißt in einer Beziehung zum Staat als nährender Busen stehender Einkommensbezieher (bei denen wir bewußt nicht von "Arbeitern" sprechen wollen).

Denken ist nie zuerst eine Frage der Inhalte. Es ist vielmehr eine Frage des existentiellen Prozesses, also des WIE. Denken ist somit nicht eine Frage der "Ausbildung", des gesammelten Wissens, sondern zuerst ein sittlicher Akt. Damit ist Tugend eine Grundbedingung, und genau diese Tugend verhindert die Art, wie diese Generation aufgewachsen ist. 

Denn die Lebensumstände, die in den letzten fünfzig Jahren aus politischem Willen geschaffen wurden, sind genau darauf ausgerichtet: Sie sind eine Vermeidung der Selbstüberschreitung, indem die Liebe zum Nächsten, aus der heraus ihm Hilfe in Notlagen gleich welcher Art und vorerst ohne Frage nach Schuld und Verantwortung angedeiht, auf einen per technischem Prozeß abrufbaren Recht wurde. Eine Mechanismik, die nach und nach auch sämtliche übrigen sozialen Prozesse durchwirkt hat und umfaßt. Damit hat sich der Charakter des Sozialen aber nicht einfach "verändert", nein, er wurde zu einem anderen! Denn eine Gesellschaft gleich welcher Art wird gegründet wie besteht nur aus der Verpflichtung, die die SCHULD auferlegt. 

Somit ist jedes soziale Gefüge ein Gefüge der BITTE um die (ausgleichende) Zuwendung des anderen. Das meint sowohl das Geschäftsleben (Ding gegen Kaufpreis, Arbeit gegen Lebensunterhalt bzw. -ermöglichung, gemäß dem Stand, so wie auch die geleistete Arbeit ja dem Stand erfließt) als auch das übrige soziale Leben, das in der Familie nicht nur ansetzt, sondern aus ihr kommt. 

Was aber ist Familie? Sie wird insoferne und mit Recht eine Erwerbsgemeinschaft genannt (was sie zum Haus macht bzw. immer einem solchen eingliedert), als jeder sich davon nährt wie zur Gesamtvitalität und Fruchtbarkeit beiträgt. In jeder Hinsicht! Also leiblich ebenso wie emotional, seelisch und geistig weil durch Identität und solidarischer Zugehörigkeit als Eingegliedertheit unter einen Namen, DEM alle dienen. Auch Familie besteht und funktioniert nur, wenn sich deren Glieder (sic!) einer Verpflichtung gegenübersehen.

Soziales als Teil des Lebens und lebendiger Gemeinschaft (die wiederum die Eingliederung unter ein und dasselbe Ziel ist - es ist also das Ziel, das ein Gemeinsames GIBT wie IST) kann nur bestehen, wenn es sich als Verbindlichkeit weiß. Erst das ergibt jenen existentiellen Moment, der nie statisch, sondern immer dynamisch ist (Statisches ist tot, nur Dynamisches, in Spannung Stehendes lebt bzw. bedeutet Leben, Spannung) aus dem Leben als Geschenk erfließt.

Das erfordert damit aber auch, was alle vergangenen Jahrtausende den Menschen immanent mitgegeben haben, weil die Lebensprozesse diese Haltungen nach sich zogen, also "bildeten", "erzogen". (Das Wort "automatisch" zu verwenden verbietet sich deshalb, weil es keine Maschine, kein technischer Ablauf, sondern eine dem Sein und dessen Erfüllung immanente, also innewohnende und geschenkartige Frucht ist, zu der wir nur die Bedingung, aber nicht die Erfüllung beisteuern.)

Der Sozialstaat, die darin enthaltene wie daraus hervorgehende Umwandlung der Pädagogik, das völlig auf den Kopf gestellte Menschenbild das wiederum daraus erfließt, bildet aber seine Menschen zum wahren Gegenteil. Er macht aus einer Gesellschaft somit eine Genossenschaft von Egoisten, deren Haltung beständige Forderung ist. Für deren Erfüllung die Um- und Mitwelt zu sorgen hat. Das Objekt ihres Tuns wird somit der andere, der einer Zwingkraft unterworfen werden soll, die sein Verhalten so prägt, daß er die eigene Forderung erfüllt. 

In einer Selffulfilling-Prophecy hat sich also das kapitalistisch-liberalistische Menschenbild der Aufklärung realisiert. Das davon ausgegangen ist, daß eine Gesellschaft das nützliche Miteinander von Menschen ist, die SICH SELBST nach EIGENEM VORBILD formen (lassen) wollen. 

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Was fehlte solchen zwangsläufig weil per kulturellem Verdikt empathielosen Generationen also, wenn die Welt rundherum im Kahlschlag abgeholzt wird?

Es fehlte die wirkliche Wirklichkeit. Es fehlte jener Dialog mit dem Sein selbst, der - wie in jedem echten Dialog - das Ich nach dem Du formt. Stattdessen stand da eine grüne Tafel, beschrieben mit weißer Chinakreide, zwischen diesen Ich-en und der Wirklichkeit, die längst substantiell zu einem Konstrukt - also zu einer subjektiven Anschauung, nicht zu einer objektiven Ontik - erklärt ward. Und also sprechen diese alle zu einer aufgestellten Pingpong-Wand. 

Ab da wurde es leicht. Eine Welt, in sich abgeschlossen, die nach selbst definierten (und erlernbaren) Regeln und Gesetzen abschnurrt wie der Winnie-Puh-Rasselbär am Wecker - ach, mathematisch? na dann muß es ja Wissenschaft sein! - braucht nur eines: Effektive Mechanismen und Kräfte, die diese wirkliche Wirklichkeit fernhalten. So lange es halt geht. (Und - es geht lange, leider. Weil ... ach, dazu ein anderes Mal, es ist zu viel an Traurigkeit für diesen Eimer an Bitterkeit, den wir hier bereits hinunterstürzen.) 

Und schon haben wir sie, diese schöne neue Welt. Schon haben wir die Welt dieser Generationen, die ihre Konzentrationslager bereits aufzubauen begonnen hat, in die jene gesteckt werden, die noch irgendeinen Zeh im Bade des Wirklichen haben. Das Geld aus dem Bankomaten muß dann freilich nachgefüllt werden, und das tun die Mechanismen, die Großkonzerne, die eben solchen mathematischen Gesetzen folgen. Und nicht dem Menschsein. Die alles in Zahlen von Gewinn und Einkommen umbrechen, was nur menschlich sein kann. 

Und die eben NICHT WIE DIESE sind, die in diesem Video so bewegend weil so offen und geraden Sinnes nach außen treten. Die da noch wissen, wo diese Welt ihre Nährwurzeln hineinreckt, die persönliches Wagen und Wirken an der Welt - der Mittelstand also - sind.* In deren Leben, Wesen und Wirken noch etwas von einer Welt überlebt hat. Überlebt hat kraft einer anderen Welt-Ich-Dialog-Dynamik, der sie sich ausgeliefert sahen wie die sie gewählt haben. 

Die nur EIN Argument haben, und dieses ist das Wesentliche: Die Welt ist, weil sie zu sein hat, und sie hat nicht deshalb zu sein, weil wir sie so wollen, sondern weil wir wir selbst sein wollen, und die Welt nur sein soll, was daraus erfließt. Keine Utopie. Kein Rechenmodell, das erklärt, wie die Zukunft "der Wirtschaft" (Zitat Kurz) auszusehen habe. 

Das aber, dieses "ist", ist genau das, was Politik zu schützen, zu bewahren hat! Ganz einfach. Als Lebensform von Menschen, als Lebensweise des Volkes, das sie zu repräsentieren vorgibt. Nicht als mathematisches Kalkül von "Wirtschaft". In dem ein Sesselfurzer und Warmbrüter, der noch nie aus dem Brüterlampenkreis hinausgekommen ist, berechnet, woher denn die Kraft der Welt käme, dächte man sich das Wesentliche aber so Unberechenbare, Riskante, Fehlbare auch mal weg ... die Menschen.

Stattdessen? Stattdessen springt diese Generation auf einen Zug nach dem anderen auf, der in eine mathematisierte Wirtschafts- weil - WEIL! Geld ist Selbstzweck! Ist Machmittel, sonst nichts mehr! - Geldzukunft führt. Und fühlt sich noch clever, weil sie die Kontrollmechaniker des Geldes für sich beansprucht. Auch das aber eine Welt, in der Roboter und Robotniks die ach so individuellen Wünsche nach Produkten erfüllen. Die als Güter sind, was Güter immer sind: Beitritte zu Sinnhorizonten und Wirklichkeits- und Weltenkonstrukten.

Deshalb ist diese Selbstoffenbarung von Unternehmern kein Plädoyer für eine andere Art zu wirtschaften, die mit diesen oder jenen Änderungen im Verhalten gut und möglich und erhaltenswert werde. Kein Ruf nach Geld, Hilfen, Corona-Geldern, was auch immer. Es ist ein fast letzter Aufschrei einer Welt und eines vitalen Sinnzusammenhangs. Der als Sinnzusammenhang auch Lebenswelt und Lebenszusammenhang der Verbindlichkeit ist. Einer Welt der Tugend, weil des Willens zur Verbindlichkeit (und nicht deren Ableitung und Ablehnung!), weil des immanenten, stummen Wissens um Welt und Leben.


*Auch diesen Begriff hat man ja "entschärft", was heißt: enteigentlicht weil sinnentfremdet, indem man mit heuristischen Tricks eine Lebensform der Selbstbestimmtheit und Krisenresistenz aufgrund gewisser Selbstmächtigkeit in eine pure Einkommensgröße umgebrochen hat. Sodaß nun sogar ein Sozialhilfeempfänger Mittelstand sein kann, wenn er nur clever genug ist, ausreichend Kohle abzuzocken. 


*250121*

Dienstag, 27. Oktober 2020

Die Zwillinge Sozialstaat und Kapitalismus brauchen nur Geld (2)

Teil 2) Wirtschaft und Politik brauchen nur noch eines: Geld


Arbeitskräfte braucht man dafür nur noch wenige. Selbst das Wasser "brauchen" die wenigen Standorte dieser Branche nur noch zum Ablassen der Chemieabfälle. Denn das Hauptgeschäft wird mehr und mehr Beschichtung und Verarbeitung, das gut ausgebildete und vernünftige Arbeiter braucht, die es hier gibt. Dafür aber mit Materialien umgeht, die (gelinde gesagt) "heikel" sind.

Nicht mal das hiesige Holz, das es hier im Überfluß gibt, brauchen solche Papierkonzerne noch. (Und das ist der Grund, warum die Waldfläche in Österreich alleine in den letzten Jahrzehnten um zehn Prozent zugenommen hat.) Aber die Zellulose für das europäische Papier wird in gigantischen Mengen aus Südafrika und Südamerika (gewonnen aus schnellwüchsigem Bambus!) geholt. Das Land und Boden auslaugt, der natürlich ebenfalls diesen Konzernen gehört

Trotz der langen Transportwege ist das noch immer um die Hälfte billiger. Denn Globalismus hat eine Achillesferse, hat eine Grundbedingung, und das ist der Transport. Rockefeller wurde ja gar nicht reich "durch das Öl". Er wurde reich und Monopolist, weil er die Transportwege kontrollierte. Gesamtvolkswirtschaftlich betrachtet ist der Transport aber nur deshalb "billig" (und Globalisierung möglich), weil er den Hauptanteil seiner Kosten (als direkte und konkrete Belastung) auf die soziale Mitwelt umwälzt. 

Kostenwahrheit würde also ein Ende des Globalismus bedeuten! Weil es den Transport extrem verteuern würde. Und das hat mit Öl oder "fossilen Brennstoffen" nur wenig zu tun. Und das ändert sich mit "nachhaltigen Energieformen" nicht nur nicht, sondern wird noch schlimmer. 
Sagen Sie aber das einmal einem "Wirtschafts-", sagen sie das einmal einem "Ökologie-Experten." Daß eine Gesundung unserer "Umwelt" und eine Reform der Art unseres Wirtschaftens schon alleine dadurch, ja fast kann man sagen: Nur! dadurch in die Wege geleitet wird, wenn man umfassende Kostenwahrheit beim Transport einführen würde.

Aber wir wollten es so. Zumindest die Politik wollte - und will! - das alles so. Warum? Weil sie große Einmütigkeit mit dieser globalisierten Industrie hat. Denn beide brauchen nur eines: GELD. Geld und funktionierende Menschen.

Warum machen solche "Erfolgsgeschichten" so traurig? Wobei das Maß der Traurigkeit ganz gewiß weit höher ist, weil viel mehr Menschen diese Traurigkeit teilen, ob bewußt oder (wie meist) unbewußt, weil ihre Sicht der Welt die Gründe für diese berechtigte, richtige, echte Trauer gar nicht erfaßt, sondern diese Traurigkeit sogar in gezielter Lüge ("Depressionen", "Burn out" usw. usf.) zu etwas "anderem" erklärt.

Wußten Sie, geneigter Leser, daß das, was die meisten Menschen (vermutlich auch Sie) glauben, daß nämlich Diamanten "selten" sind, und daß sie deshalb (!) so wertvoll und teuer sind, überhaupt nicht stimmt? Wußten Sie, daß es weltweit so viele Diamanten (bzw. -fundorte) gibt, daß dieser Stein, der nicht einmal besonders "schön" ist (weil so gut wie keine ästhetischen Eigenschaften, die werden per Schliff und Lichtbrechungsmythen dazuphantasiert), spottbillig sein müßte? WENN es nicht ganz besondere Umstände gibt ... die auf die Cleverness von Leuten wie Cecil Rhodes und Nathan Rothschild zurückgehen. Die nämlich in Südafrika und Rhodesien Rohstoffe suchten, aber nur wenig fanden. Außer fruchtbares Land und ein äußerst förderliches Klima. Aber im Boden waren (neben Kohle usw., doch auch die war damals bzw. ist heute eher nur lokal von Bedeutung, weshalb man sie ja aus dem Rennen stoßen will) ... diese durchsichtigen Steine, dieser gepreßte Kohlenstoff. 

Da kam ihnen die Idee, eine ganz neue Form des Geschäftemachens zu etablieren. Eine, in der man nicht Angebot und Nachfrage, sondern einen ganzen Markt in der Hand hatte. Und der erste Schritt dazu war, aus dem Diamanten einen Mythos zu machen, also gewissermaßen seine umfassende Wertschätzung (das eigentliche Kriterium des Preises) selbst zu schaffen. Wozu natürlich gehörte, "den Diamanten" - also die weltweite Diamantenproduktion (die für industrielle Zwecke weit wichtiger ist als für Schmuck) - in die Hand zu bekommen. Warum mußte man diesen Mythos schaffen? 

Eben, weil man auf diesen Stein weltweit gar nicht so viel Wert legte. (Oder weiß der Leser auch nur EIN wertvolles Stück aus der Zeit VOR dem 19. Jahrhundert, das überhaupt Diamanten einsetzt? Eben! Diamanten galten unseren Vorvätern als vulgär! Es gab ihn ja überall, und er war ästhetisch nahezu eigenschafts- und damit wertlos. Gerade der Einsatz als Schmuckstein, als Inbegriff des Edlen und Teuren, der damit einherging, war somit neu. Und dazu mußte man den Diamanten "machen," um seinen Wert in die Höhe zu treiben. Durch Propaganda (Nachfrageseite) wie durch die Macht, den gesamten Markt (also auch die Angebotsseite) zu kontrollieren. Indem man sie buchstäblich besaß.

Das niederländische Diamantenkonsortium De Beers kontrolliert auch heute gut neunzig Prozent des weltweiten Diamantenmarktes. Aber darauf war dann die Marketingstrategie ausgerichtet. In der man in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann, den Diamanten als "das Besondere" aufzubauen, den jeder "haben mußte". Was natürlich bei der Ehe beginnt.

Also wie so viele Marketingstrategien. Der Leser würde nicht glauben, wie nüchtern Marketing und Verkauf die Welt oft sehen. Wie gut dieser Bereich, der es sich nicht leisten kann, an der Wirklichkeit vorbei zu agieren, die Realitäten zur Kenntnis nimmt. Und wie berechnend er damit umgeht. In diesem Fall mit der Bedeutung der dauerhaften Zweisamkeit - und die gibt es nur in der Ehe - für den Menschen. Samt der in Wirklichkeit nach wie trotz aller Ideologien.

Gewissermaßen als "Bückware", wir haben darüber schon geschrieben: Daß unsere Wirtschaft in dem Maß heimlich, "unter dem Ladentisch", also als "Bückware" agiert, in dem die Politik den Menschen Ideologie in die Gehirne drückt wird am Marketing klar. Das völlig unbeeindruckt von Ideologie eine Linie der traditionellen Rolle des Mannes gegenüber der Frau fährt, denn Marketing für den Endverbraucher muß erfolgreich sein.

Wußten Sie auch, geschätzter Leser, daß dieses Diamanten(fast)monopol von De Beers (und einigen wenigen derer Kooperationspartner) einer der Gründe ist, warum es in machen Landstrichen Afrikas nicht und nicht Frieden gibt? Es geht um Diamanten. Und das ist mit dem Begriff Blutdiamanten gar nicht wirklich beschrieben. 

Das ist nicht nur ein kleines Detail, sondern es ist Teil einer perfide gesteuerten Ablenkungsstrategie, die getreu der Gesamtstrategie den GESAMTEN Markt beherrscht, also auch die "Kritik". DARAUF zielt seit Jahrzehnten wirklich "gute" Public Relations, wirklich "gutes" Marketing, und wirkliche Strategie von Machtakkumulation in jedem, also auch und vor allem sogar dem politischen Bereich ab: 
Sie beeinflußt oder besitzt nicht nur die Kritik, sondern sie schafft sie sich. Selber. Unaufgefordert. Pro-Aktiv. Damit keiner die wirkliche Dimension des eigenen Handelns entdeckt.

Denn daß es um Diamanten in ganz anderer Hinsicht geht, darf nicht offiziell werden, sonst sind die in hundertfünfzig Jahren aufgebauten strategischen Positionen beim Teufel. Die zu bewahren und weiter auszubauen global agierende Oligarchennetzwerke vor nichts zurückscheuen. 

Auch nicht davor, jedes Land, in dem wieder einmal Diamanten gefunden werden, zu destabilisieren, um genau diese Diamanten ebenfalls unter ihre Hand zu bekommen. Und sei es, daß diese Funde niemandem anderen (!) nutzen. Was nicht einmal ganz unberechtigt ist, nimmt man kapitalistische Maßstäbe. Denn den Mythos, daß Diamanten wertvoll, selten und deshalb so teuer sind, haben diese Männer künstlich geschaffen. 

Ein Mythos, den niemand zerstören will und wird. Warum? Weil so viele daran sehr sehr gut verdienen. Weil vor allem die Politik "der Demokratie" davon profitiert, wenn sich das Kapital konzentriert. Denn Kapitalismus ist "state sponsored usury", ist staatsgestützter und -geförderter Wucher. 
Und Wucher ist die von Wert losgelöste Taktik, die Arbeitskraft des anderen, diese einzig wertschaffende Kraft, in eines Hände zu bekommen, das heißt: Den anderen skrupel- und morallos zu versklaven. Und das heißt: Den arbeitenden Menschen jedweder Selbstverfügungskraft zu berauben. Und das heißt: Die Freiheit des Menschen - und damit Kultur an sich! - zu eliminieren. 
Eine geldzentrierte Wirtschaft, ein geldzentrierter Lebensvollzug heißt nämlich, atmet man die Begriffe von Simone Weil, das Leben auszulöschen, und den Menschen zu töten.


*081020*

Freitag, 5. Juni 2020

Detail am Rande

Es war ein seltsamer Gedanke, der den VdZ beschlich, als er Mitte Mai feststellte, daß in Ungarn das Tragen von Masken (samt Abstandsregel, Höchstgrenzen von Kunden je nach Geschäftsgröße) von der Regierung verordnet wurde. 
Aber nicht so sehr die Maskenpflicht war es, sondern etwas anderes. 
Es mag als unwichtiges Detail erscheinen, aber die Frage steht auf, ob sich darin nicht der Türöffner für ein ganz anderes Vorgehen der Politik offenbart. Wo man als ausführendes, durchsetzendes, exekutives Organ für Maßnahmen, die sich auf das Verhalten der Bevölkerung beziehen, die ... Unternehmer haftbar macht.

Nicht die Kunden, die Mitmenschen, die wie der VdZ vor den Geschäften warteten, oder mit denen er sich drinnen traf, waren nämlich die Penetranten, die auf das Einhalten der Vorschriften drängten. Den ungarischen Mitbürgern selbst war wie dem VdZ etwas wie Maskenpflicht oder Abstandsregelung ziemlich gleichgültig. Diejenigen aber, die auf das Einhalten der Vorschriften drängten, ja die sogar sp heftig darauf pochten, daß sie widerspenstige Kunden aus dem Geschäft wiesen oder es gar nicht betreten ließen, waren die Unternehmer und deren Angestellte!
Eine "Verordnung von oben", daß Handeln und Kaufen nur Personen möglich wurde, die bestimmte Dinge taten oder unterließen, gibt und gab es nicht. Das war aber auch gar nicht notwendig. 
Denn es waren die Geschäftsleute und deren Bedienstete selbst, die ihre Kunden so "erzogen", wie es der Politik genehm war. Sie waren es damit, die bei den Regierungswünschen nicht entsprechendem Verhalten des Kunden (sic!) diesem das Handeln und Kaufen untersagten. Und das ist die wohl brutalste Zwangsmethode, denn ohne kaufen geht gar nichts.
Der VdZ beobachtet seither sehr genau, ob und wie es möglich sein könnte, daß auf diesem Weg verfassungsgemäß abgesicherte Grundrechte ausgehebelt werden könnten. Indem man persönliche Rechte auf die "Freiheit des Wirtschaftens" und die "Freiheit des Geschäftsverkehrs" reduziert. Wo Dinge möglich sind, die eigentlich nicht den Grundrechten entsprechen. 

Immerhin ist die Stellung eines Unternehmens (als nicht natürliche Person) gegenüber den Behörden (als "Staat") hier, den Kunden gegenüber dort, jeweils anders. Und vor allem anders als gegenüber einer natürlichen Person. Es gelten nämlich unter nicht natürlichen Personen Haftungsbestimmungen, die keinem Konsumentenschutzgesetz entsprechen würden. 

Und der VdZ kann sich aus seiner Zeit als Bauunternehmer noch sehr gut daran erinnern, daß das nicht immer so einfach unter einen Hut zu bringen war. Weil der Einzelunternehmer dem Endverbraucher vom Gesetz vorgeschriebene Zugeständnisse machen mußte, die er wiederum von seinen Lieferanten niemals zugestanden erhielt. Sodaß er selbst Risken zu tragen hatte (man denke alleine an Gewährleistungen, oder Haftungsregelungen bei Verlusten, oder Konkursen) die auch nur er auszubaden haben würde. Denn von ihm wird eine ganz andere Obsorge und Aufmerksamkeitspflicht wie Verantwortung verlangt als von natürlichen Personen.
Vielleicht wird sich hier also noch etwas entwickeln, das derzeit wie ein unbedeutendes Detail aussieht, aber weil schleichend, kaum sichtbar wirksam, noch große Bedeutung erhalten könnte. Wo der Staat Konsequenzen abwälzt, die seine wahren Absichten verschleiert, indem er so tut, als seien sie Absichten der Unternehmer. Die zu zwingen ihm leichter fällt, weil sie von weit weniger Vor- und Rücksichten (weil von keinen "Menschenrechten") beschränkt werden. 
Wie im Fall dieser grotesken Maskenpflicht. Oder der oft so unsinnigen Abstandsregeln. Wo der Unmut der Bürger über den Zwang zur Lächerlichkeit den Unternehmer trifft. Weil DER es ist, der die Praxis vorschreibt und überwacht. Weil ER es ist, der allfällige negative Folgen, die seine Kunden betreffen, zu tragen hat. Weil er es ist, der etwas zu verlieren hat, wenn die Kunden nicht bestimmtes Verhalten zeigen.

Oder hat noch niemand an die Brisanz des Wortes "Ansteckungsherd" oder "Infektionsnest" - man trifft auf alle möglichen häßlichen Begriffe, ist das dem Leser schon aufgefallen? und Häßlichkeit kündigt immer etwas Schlimmes an! - gedacht? Hat noch niemand gedacht, daß sich mit dieser Verhäßlichung bestimmter Bedingungen Vorbereitungen zu Regressforderungen vorbereiten könnten? Wie sie Versicherungen treffen könnten, an die noch kaum jemand gedacht zu haben scheint. 

Bis auf - wetten?! - die Versicherungen. Bis auf - wetten?! - die Politik. Die nämlich genau weiß, daß ihre Segnungen, mit denen sie die Bevölkerungen in so reichem Maß und unter Gesten beglückt als stammten diese Segnungen aus den Privatschatullen der Politiker, von eben dieser beglückten Bevölkerung selbst erarbeitet und bezahlt werden müssen. Da wäre doch ein Sündenbock für alle Fälle angenehm, wenn die Konsequenzen dieser Wahrheit eines Tages nicht mehr zu verbergen sind.

Denn schon jetzt ist der Unmut, der sich zusammengebraut hat, dem aber noch die Richtung und das Ziel fehlt, das ihn konzentrieren weil lenken könnte, beträchtlich. Sodaß in sehr absehbarer Zeit die Politik immer ausschließlicher von einem Wettlauf gekennzeichnet sein wird, wer wen als Sündenbock und Ziel der heute noch amorphen Abwehrenergie im allgemeinen Narrativ zum Begriff zu verankern vermag. Ganz ähnlich, wie man den Corona-Virus "(er)fand".



*150520*

Montag, 17. Februar 2020

Wie es nur gehen kann

Die Geschichte ist zu schön, um sie nicht hier zu bringen. Denn die Entwicklung des Ellwangener Batterienherstellers VARTA nach 1945* beruht auf der Konzentration des Kern- und Gründungsgeschäftes, die Herstellung von tragbaren, wiederaufladbaren Batterien. Danach herrschte in den 1980ern/1990ern wenig Nachfrage, und die weit weniger komplexen Massen-Autobatterien konnten koreanische oder chinesische Hersteller weit billiger von den Fließbändern laufen lassen. VARTA ging es nicht gut, und 2007 wurde die Aktienmehrheit der Traditionsfirma sogar an den (österreichischen) Investor Tojner um gerade einmal dreißig Millionen Euro verkauft. 

Aber man blieb sich in der Ausrichtung nicht nur treu, sondern forschte weiter, blieb bei dem, was man konnte, und entwickelte wieder aufladbare Klein- und Kleinstbatterien in einer Energiedichte, die die globale Konkurrenz um bis zu 30 Prozent übertrifft. 

Womit aber niemand so recht gerechnet hatte, das trat in den letzten Jahren ein: Der Markt für solche Batteriezellen explodierte, und im Moment weiß noch niemand, wo es hingehen wird, denn Kleinstapparaturen sind weltweit und in allen möglichen Bereichen im Vormarsch. Medizin (Insulinpumpen, Überwachungsgeräte im Körper), Hörgeräte, Bio-Daten-Instrumente (Armbanduhren mit Puls- und Blutdruckanzeige, Armbänder für Babyüberwachung), Kopfhörer die immer kleiner werden sollten ... 

Heute stellt VARTA jährlich hundert Millionen Knopfbatterien her, und die Zahl wird sich bis 2022 auf einhundertfünfzig Millionen steigern. Der Anteil am Weltmarkt hat bald 50 Prozent, und noch immer ist kein Ende der Fahnenstange abzusehen. Sogar Apple hat sich bereits in die Riege der Partner eingereiht. Partner eines Unternehmens, dessen oberster Chef (CEO) ein Ingenieur ist, der seit 1991 im Betrieb arbeitet. 

Und das in einem Markt - Batterien, Akkumulatoren - in dem Deutschland als weltweit hoffnungslos abgehängt gilt. Für all die staatlich verordneten Elektro-Antriebe werden die riesigen Mengen an Batterien, die benötigt werden (und wie erst in der Zukunft!), irgendwo in China oder Südamerika hergestellt. Selbst mit Hunderten von Steuermillionen auf die Wiese geknallten Batteriewerke (wie Mercedes demonstriert hat) sind chancenlos und wurden zu Lagerhallen für Importe umfunktioniert. Arbeitsplätze verschwinden ersatzlos, KnowHow, Fähigkeit wird nicht weiter aufgebaut und verschwindet sogar. Weil man sich nach einem "Bedarf" richtet, den die Politik bestimmt, nicht der Markt, der von ganz neuen Mechanismen beherrscht wird, die auf jede Wirtschaft desaströs wirken.

Zwar sieht man heute in den Fertigungshallen von VARTA auch kaum noch Arbeiter, weil diese Feinstarbeiten fast ausschließlich Roboter erledigen. Aber auch diese müssen ja entwickelt, hergestellt, gewartet und laufend verbessert werden. Die Arbeitsplätze haben sich also (wie bei der gesamten sogenannten technischen Revolution der letzten Jahrzehnte) nur verlagert und sind in der Wertdichte sogar gestiegen.

Schon der fehlenden Rohstoffe wegen würde ja Deutschland sagen, wo seine Stärke und damit Zukunft liegt - in der Kleinteiligkeit, der spezialisierten, fachdichten Produktion. Dies zu stärken, vor allem aber auch im globalen Markt zu schützen und das durchzusetzen wäre die Aufgabe der Politik. Deutschland, das eine Bevölkerungsdichte hat, die mit den dichtest besiedelten Gebieten in Ostasien konkurrieren kann, ist ein Land, das regelrecht göttlichen Auftrag hat, sich im Kleinen zu entwickeln. Und es muß somit - wie jedes Land - in gewissen Maß auch die Kriterien für seine "Märkte" selbst bestimmen und aus seiner Charakteristik heraus selbst vorgeben. Ziel jeder Volkswirtschaft muß zuerst nämlich einmal sein, sich selbst im Fluß zu halten.

Nirgendwo hat es dafür bessere Voraussetzungen als im Rückgriff auf die eigene Bevölkerung, auf deren Lebensweise, deren Werthaltungen, deren Gewohnheiten. Und deren Voraussetzungen, was die Problemlösungskraft anbelangt. Lustigerweise ist genau das dann der Moment (die Schweiz zeigt es ja seit hundert Jahren vor), ab dem die inländische Leistung auch im Ausland nachgefragt wird. Jedes Volk muß zuerst einmal SEINE Problemstellungen erkennen und lösen, und von dort aus - bestenfalls - kann es zu weiteren Wirkkreisen fortschreiten. Wir beschreiten heute aber den genau umgekehrten Weg eines absurden Werte-Universalismus, der uns aus dem Boden reißt und schließlich verhungern läßt. Das Wesen des universalsten Wertes, der Wahrheit, aber ist genau die Paradoxie, daß Wahrheit im allerengsten Umfeld beginnt, nur dort zu finden ist, und in der unendlichen Tiefe des Kleinsten endet. Dort, von dort aus ist auch dann das große Ganze der Weltprobleme zu lösen, und NUR von dort aus.

Das schwäbische Unternehmen VARTA, das nach Aktienwert berechnet heute einen volatilen Marktwert von 4,5 Milliarden Euro repräsentiert, hat genau das gemacht. Es hat die Wertdichte seiner Arbeit und seiner Produkte erhöht. Das ist das Geheimnis jeder Wohlstandsvermehrung die auf mehr als Skrupellosigkeit und Geldanbetung beruht, sondern Substanz und Sinnpotential hat.

Wert aber hat (im Gegensatz zum Kapitalismus) mit freiem Markt zu tun. Freiheit heißt aber nicht Willkür, Schrankenlosigkeit gegenüber dem Bösen, sondern Freiheit zum Guten, zur Wertantwort im Begegnenden, das als Gut erkannt wird, das das Sein in der Tätigkeit entfaltet. In der eine Wirtschaft, die auf Schwächen abzielt (wie es die Wirtschaftsentwicklungen weltweit seit Jahrzehnten betreiben), keinen Platz hat. Denn Glück, Lebenserfüllung beruht auf Selbst-Aktivität, und aktiv werden kann immer nur ein Gut, ein Sein.

So trägt sich auch Entwicklung, Innovation "von selbst", weil sie historisch gegenwärtig werdenden Seinsantrieben und darauf beruhenden Lebensveränderungen entspricht. Die nur vom realen Leben herstammen können, wie sie keine Politik, kein Schreibtischfurzer bestimmen oder verordnen kann. Das unterscheidet VARTA von dem, was sich derzeit in der Automobilbranche abspielt (wo ja auch so viele Batterien benötigt werden), und dort jeden Saft aus den Knochen saugen wird. 




*Mit den Verstrickungen von VARTA im Rahmen der Tätigkeit als Rüstungsbetrieb für den Hitlerismus und Teil des Quandt-Firmenkonglomerats (BMW) wollen wir uns hier nicht befassen. Es tut auch nichts zur Sache, um die es hier gehen soll. Man könnte höchstens untersuchen, wieweit erst eine neue Generation von Mitarbeitern seelisch frei genug war, sich wieder auf das eigentliche Tun zu konzentrieren. Nach 1945 war VARTA nämlich einer der zahlreichen "belasteten" Betriebe der deutschen Industriegeschichte, mit denen man nicht wußte, was man nun anfangen sollte. Die Nähe von (kapitalistischer) Industrie und Politik wird auch für eine spätere Abrechnung unserer Gegenwart noch seine Rolle spielen, die Energiewendeprofiteure können sich einstweilen schon mal warm anziehen.




Montag, 20. Januar 2020

Am Puls der Zeit

Diesen Link wollen wir dem Leser nicht vorenthalten. Auf twitter#futschi wird "in Echtzeit" notiert, wo gerade wieviele Stellen in Deutschland abgebaut werden. Ein wichtiges Schlaglicht, das mehr zu Vorgängen der Gegenwart illustriert, als tausende Seiten Text.




Sonntag, 17. November 2019

Eine alltägliche Sonntagsgeschichte

Wahrscheinlich hat er FPÖ gewählt, denn er war so unzufrieden, schimpfte so laut und derb, daß naheliegt, daß sich sein Haß gegen das Bestehende gewendet hat. Aber womit wir es zu tun haben, überläßt der VdZ dem Leser zur Beurteilung.

Wir fuhren eines Tages von A nach B, er nahm den VdZ dankenswerterweise mit, denn er ist tatsächlich ein netter Kerl. Der in Schwimmbeckenmontagen macht, und seit etlichen Jahren einen kleinen Betrieb mit saisonalen und temporären Beschäftigten führt (denn Fixbeschäftigte bedeuten Risiko, die muß man auch dann bezahlen, wenn einmal keine Aufträge vorliegen; die Buchhaltung macht deshalb seine Frau), von dem er sich und seine Familie samt einem netten Häuschen gut ernähren kann. Plötzlich bremst er, und fährt von der Autobahn ab. Ein paar Minuten, meint er entschuldigend, ich muß mal was nachschauen.

Sein Pickup hält vor einem recht großen Grundstück, auf dem eine leere, ältere Halle steht. Das habe er unlängst gekauft, erklärt er. Und nun wolle er darauf Solarstromanlagen montieren lassen. Am Dach der Halle, auf der Wiese. Die Neigung sei gut. Doch plötzlich verliert er die Contenance. Was er aber nun erlebe, spotte jeder Beschreibung. Was das für ein bürokratischer Zirkus sei, das könne sich der VdZ nicht vorstellen. Was er an Genehmigungen brauche, was er an Unterlagen beizustellen, an Formularen auszufüllen habe! Da wollen die, daß man unternehmerisch tätig wird, und dann so etwas! Bis man an die versprochenen Subventionen komme! Dabei wolle die Politik doch, daß man das Klima rette. Er habe die Nase mittlerweile sowas von voll, da seien nur Lügner und Heuchler am Werk. Und Inkompetenz. Wozu solle man sich als Unternehmer noch anstrengen, wozu habe man Idee und Handlungskraft!? Und was er dafür auch noch an Steuern abdrücke!

Der VdZ war ein wenig überrascht. Denn was dieser Unternehmer, dieses jeder Gesellschaft so notwendige Mitglied der Mittelschicht vor sich her stieß, war die Klage, daß er an den Topf der Subventionen nicht leicht genug komme. Denn ohne Einspeisevergütungsgarantie ist eine Solarstromanlage kein Geschäftsmodell, schon gar kein Unternehmen, sondern eine schlichte Subventionsabzockmaschine. Was diesem Unternehmer gar nicht mehr klar zu sein scheint, ist, daß er kein Unternehmen betreibt, sondern daß er Unternehmertum mit der Cleverness verwechselt, Geld vom Staat abzuzocken. Worüber er schimpfte, war, daß er um mit einer Solaranlage (wie immer man sie sonst noch einschätzen möge, es geht hier um etwas anderes, zumindest so irgendwie, ganz ja auch nicht) Geld zu verdienen ein Risiko eingehen mußte. Nichts hätte ihn gehindert, die Solaranlage zu bauen! Aber ohne Subventionen war ihm das Risiko zu groß, und damit hatte er sogar Recht.

Staatsgelder und Umverteilung von Risiko auf die Allgemeinheit sind Naturereignisse geworden

Nämlich das Risiko eines Marktes und der von diesem gebildeten Preise, die Grundlage allen Unternehmertums also. Und erst jetzt, während der VdZ dies niederschreibt, wird sogar die Art, wie er Leute beschäftigt, seltsam fragwürdig. Denn sie ist auf eine Weise dieselbe Rückversicherung in der Allgemeinheit, auf die er sein Risiko abwälzt. Ja, diesem mittelständischen Unternehmer, der sich seine Kunden buchstäblich aus den Messen und Empfehlungen blutig herauskratzen muß, ist nicht einmal klar, daß sein Einkommen - im Fall der Solaranlagen mehr denn je - von Subventionen gespeist wird, was automatisch auch bedeutet, daß diese Subventionen, also sein Einkommen, als Steuern auf der anderen Seite der Staatsbilanz wieder auftauchen.

Der VdZ schwieg ziemlich, als sie die letzten Kilometer zurücklegten. Er dankte höflich für die Mitnahme, und nickte auf den Vorschlag, sich vielleicht einmal auf einen Kaffee zu treffen. Allmählich fiel ihm auf, wie viele Unternehmer er kennt, die von stolzem, freiem Unternehmertum sprechen, und dabei ohne jeden Skrupel jeden Zipfel an Subvention ausschöpfen, und von der Politik fordern, den es zu ergattern gilt. Die sich ihrer tollen Unternehmereigenschaft brüsten. Aber dabei die winzige Kleinigkeit "vergessen", daß sie ihre Betriebshallen mit dem Geld öffentlicher, staatlicher Einrichtungen gebaut haben und betreiben, und damit persönliches unternehmerisches Risiko auf die Allgemeinheit überwälzten. Was sonst ist es, was man mit "Umverteilung von unten nach oben" bezeichnet.

Denn mit diesem Zuwachs war auch in diesem Fall die Aktiva-Seite des Unternehmens gehörig gewachsen, damit seine Bonität, damit die Kreditlinie, auf der aufbauend es seine Umsätze durch erweiterte Lieferfähigkeit gehörig steigern konnte. Was in diesem konkreten Fall damit endete, daß etliche kleine, sehr kleine Unternehmen schließen mußten, weil sie nun von einer neuen und nicht mehr lokalen Bezugsmöglichkeit zu stark konkurrenziert wurden, die ihnen vor allem den Grundumsatz wegnahmen. Der Staat hat also auch in diesem Fall das Gegenteil von dem gemacht, was er tun müßte: Statt den Schwächeren zu schützen, hat er den Stärkeren, Skrupelloseren, Entwurzelteren gestärkt.

Während eben jener nunmehr noch stärkere Geschäftsmann sogar sein Privatvermögen geschickt heraushalten konnte. Ja, es mit den nunmehr erzielbaren Gewinnen später geschickt und gehörig vermehrt hatte. Und heute gerne das ihm von vielen Seiten bestätigte Schild vor sich herträgt, daß er alles seiner Tüchtigkeit verdanke.

Welcher Tüchtigkeit aber verdankt sich heutiges Unternehmertum in vielen Fällen noch?

Lustigerweise gehören die erwähnten Fälle (sie gibt es real, der Leser möge dem VdZ glauben) nicht selten zu jenen, die bei jeder Gelegenheit über jene schimpfen, die (warum auch immer) Sozialleistungen beanspruchen. Oder Blut und Galle speien, weil sie da und dort Arbeiter suchten, die so schwer zu finden seien, weil das Arbeitslosgengeld kaum weniger als der (geringe) Lohn beträgt.

Da ist mehr faul, im Staate Dänemark, als Hamlet es sich ausdenken hätte können. Wir haben schon so viel von den elementarsten Zusammenhängen vergessen.

Der VdZ schwankt jetzt jedenfalls, welche Bewertungen er ändern soll. Die Unternehmer als Sozialstaatsschmarotzer bezeichnen? Oder jeden, der von Amt zu Amt läuft, um "ihm zustehende" Gelder abzuzocken, als Unternehmer? Die Begriffe scheinen jedenfalls zunehmend austauschbar. Daß sie es freilich oft so gar nicht sind, auch das weiß der VdZ aus zahlreichen persönlich bekannten Fällen. Er meint deshalb nur, daß man sehr gut scheiden können sollte. Und seinen Urteilsmaßstab nicht aus Vergleichen, sondern aus absoluten Kriterien holen sollte, die sehr wohl definieren, was ein Unternehmer ist und sein sollte. Und wieviel das mit Moral (und oft auch Intelligenz) zu tun hat.



Ein kleiner Hinweis zum Abschluß des Themas: Wer über die Tüchtigkeit so mancher Unternehmen und Unternehmer, die heute wie Monumente in der Wirtschaftslandschaft stehen, einen etwas anders beleuchteten Eindruck gewinnen will, dem sei das Buch "Wer konnte, griff zu" von Peter Böhmer empfohlen. Es behandelt nicht wenige Beispiele, wie viele heute "angesehene Namen" nach dem Zweiten Weltkrieg zu eben diesem Ansehen samt Vermögen kamen, weil sie es geschickt verstanden, sich durch Nähe zur Politik aus den "Re-Arisierungen" gerade der oft besten Teile der österreichischen Volkswirtschaft erschreckend skrupellos zu bedienen. Und wer die Geschichte der "Treuhand" in ihrem Umgang mit DDR-Vermögen nach 1990 betrachtet, wird zu recht ähnlichen Schlüssen kommen. Eine recht ähnliche und typische Geschichte ist die um die Zerschlagung der Hoechst-Werke in den 1990er Jahren, der ehemaligen IG-Farben. Achgut stellt recht eindringlich dar, wie durch politischen Willen immense Vermögen zerschlagen und in Europa-Dimension umverteilt wurden.





Freitag, 1. November 2019

Das Schutzsystem der Räuber

Natürlich ist es hipp, Chinas System als menschenunwürdig zu beschimpfen. Und es hat über sein "soziales Bewertungssystem diesen Vorwurf auch verdient. Ohne der Frage vorerst weiter nachzugehen, ob nicht bei uns ganz ähnliche Vorgänge - man denke an Klimawahn, Kohlendioxydhysterie, Flüchtlingsidiotie, Genderwahnsinn, AfD-Wähler, ... (dem Leser fallen bei etwas Nachdenken gewiß noch viele weitere Bereiche ein) - längst gang und gebe sind. Wo also nach sozialen Punkten auf ein "Moralsystem" gelegt und daraus bewertet wird, was ein Mensch überhaupt noch tun und lassen darf. China bietet also genug Angriffsflächen, gewiß. Doch kaum mehr als wir selbst. Was nicht China rechtfertigen, sondern uns in Frage stellen soll!

Aber lassen wir das vorerst. Um zu fragen, ob dieser Mann, ein vormals in China geborener und dort reich gewordener "Milliardär" - wirklich geeignet ist, um an ihm die Kriminalität des chinesischen Kommunismus zu demonstrieren. Wissen Sie, werter Leser, wodurch Hu Kexin so reich geworden ist, daß er sich heute ein Appartement am Central Park um 82 Millionen Dollar Kaufpreis mit monatlichen Kosten von 66.000 Dollar leisten kann? Er hat nahezu wertlosen Grund in der Nähe von Peking gekauft. Um fünfzehn Euro pro Quadratmeter. Nicht ohne Grund. Denn etliche Jahre später wurde China der Zuschlag für die Olympischen Spiele gegeben. Und wo sollten diese abgeführt werden? Genau. Die beste, ja fast einzige Option waren diese Grundstücke. Über Nacht war deren Preis um das Tausendfache gestiegen! Mit einem Schlag war Hu Kexin reich.

Hat er das seiner Arbeit zu verdanken? Hat er das seiner Tüchtigkeit zu verdanken? Das ist die Frage. Denn Kexin hat nichts anderes gemacht als das öffentliche Interesse - auf der Grundlage des offenbar schon recht belastbaren Rechtssystems, das typisch kapitalistisch Eigentum verabsolutiert - auf Kosten des Gemeinwohls ausgenützt zu haben. Kexin ist also auf Kosten der Allgemeinheit reich geworden. Er verdankt seine Millionen und Milliarden dem Umstand, daß er ein Rechtssystem über dessen inneren Sinngehalt hinaus belastet, schlicht und ergreifend wörtlich genommen hat.

Aber jetzt heißt es hier, in dieser Arte-Dokumentation, daß Chinas Millionäre auf rätselhafte Weise verschwinden. Kein qualifiziertes Wort, daß diese vielleicht abhauen, weil sie die Gemeinschaft der Chinesen einfach beschissen und bestohlen haben. Nein. Denn im Liberalismus gilt ja gar nicht Wert und Arbeit, gilt ja gar nicht Leistung! Es gilt nur noch Cleverness. Und niemand hat mehr Cleverness als der Kriminelle. Der nicht mit der Gesellschaft lebt, sondern nur nach Schwachstellen sucht, an denen er sie übervorteilen kann. Und umso mehr auf eine Absolutheit von Eigentum pocht, die weder naturrechtlich noch moralisch ist. Genau der aber tritt mit moralischem Anspruch auf. Tibet. Ach, was für ein geeignetes Ersatz- und Tauschobjekt!*

Kexin mußte also in den Westen fliehen. Denn nur dort gilt jener Liberalismus, der jeden Räuber vor alle Opfer stellt, indem es auch erraubtes Gut schützt. Daß sich ein Staat (in dem Fall China) davon zu schützen versucht, ist nur zu verständlich. Und daß er dabei sein eigenes Rechtssystem nicht immer einhalten kann, will er effizient sein, begreifbar. Auch, wenn der Staat China heißt und nach offizieller Lesart böse und menschenverachtend ist.** Kexin ist das nicht weniger. Halt, er ist sogar mehr. Er ist auch abstoßend zynisch. Man sollte ihm eine Menschenrechts-Kolumne in den New York Times einräumen. Denn Kexin hat, wie man sieht, genau den missionarischen Eifer der wirklich Schuldbeladenen. Das paßt exakt zur jüdisch dominierten New York Times.

Gerade am Beispiel China läßt sich das hervorragend demonstrieren. Wie Kapitalismus nur gedeiht, wenn der Staat ihn auf Kosten des Gemeinwohls stützt.  Dort gibt es Milliardäre, die nur durch ihre politischen Verbindungen "reich" wurden. Dann preisen sie auch gerne die Verdienste der sozialistischen Planwirtschaft - ein Ausbeutungssystem par excellence! - im Fernsehen. Klappen diese Verbindungen nicht mehr, mit deren Hilfe sie "reich" wurden, fliehen sie in den Westen und klagen den Heimatstaat der Menschenrechtsverletzungen an ... Dann ist es auch der Neid gewesen, in den das Ahnen von naturrechtsverletzenden, ungerechten, gierigen Unternehmungen gerne mal umgetäuschelt wird. Während sie selber zu selbstlosen Wohltätern der Menschheit werden. Und der Westen gliedert sie dankbar in seine Schutzwamme ein.

Herrschaften, ein Volk braucht verantwortungsbewußte, väterliche, freie Unternehmer. Es braucht einen in dieser Hinsicht freien Markt, jawohl. Es braucht das Moment des Risikos. Aber es braucht keine cleveren Geschäftemacher, die die Freiheit des Marktes ausnützen und hintergehen, die die Freiheit zur Pflicht für andere umdeuten und andere mit dem sprachlichen Duktus der Freiheit zwingen wollen, dumm zu sein.

Und so als Nebenprodukt eine Kulturrevolution wünschen und mit ihrer Macht fördern, weil es ihren a-sozialen Interessen dient.*** Denen sie freilich einen möglichst "absolut guten" (Klimapanik, Vielfaltsduktus, etc. etc.) Mantel umhängen, solange er ihnen dient. Denn den Liberalsten wird es eben auch zu viel, wenn diese Freiheit ihnen auf ihre Zehen steigt. Dann fordern sie "Keine Toleranz den Intoleranten", und so weiter. Solche aber sind in der Schar der wahren Feinde eines Volkes, das es nur gibt, weil und soweit es Kultur ist.****







*Ist dem Leser klar, daß (über aller Dalai-Lama-Hysterie und Gehirnverblödung hinaus) Tibet von vielen (westlichen) Reisenden stets als "Hölle auf Erden" beschrieben wurde, die durch das religiöse System den Menschen auferlegt wurde? Nicht NACH, sondern VOR der chinesischen Invasion. Und etwas anderes ist bei all den "Naturreligionen" nie herausgekommen. Den "edlen Wilden" sag es nie und zu keinen Zeiten, der Mensch war immer gleich. Und gleich anfällig für Sünde und Schwäche. Sie sind immer und jederzeit - nachweislich! - zu Höllensystemen in der Hand der zufällig Machthabenden - mit der tragenden Säule der Priester, diesen Vertretern des göttlichen, des absoluten Willens - entwickelt.

**Wir haben schon mehrfach an dieser Stelle darüber geschrieben: Der Liberalismus, der aus seinem Wesen heraus unfähig ist, ein tragendes System aufzustellen, der deshalb aber immer gerne "gegen" etwas ist, deshalb heute wie seit je als Ankläger von (tatsächlichen) Mißständen auftritt, hat immer seine Grenze, die er nur geschickt zu verbergen vermag. Er fließt immer über in ein System der gut verborgenen Illegalität, um die Ordnung noch zu halten, weil diese schließlich (aus dem Schmerz des Übels) als notwendig erkannten Maßnahmen gegen seine Prinzipien auch des Rechtsstaates verstoßen. Wie soll das in China anders sein?

***Ach, es gibt angeblich Lichtgestalten wie Bill Gates (Microsoft), die nun über Stiftungen das Heil über die Menschheit ausstreuen? Herrschaften, wie blöd sind wir denn schon? Erst radiert dieser Mann eine ganze und vielfältige Landschaft von (lokalen) Programmierern und Ideen aus, drückt die Welt unter das Microsoft-Joch, und dann kommt er, und finanziert mit den geraubten Milliarden "Wohlfahrtsprojekte" (nach seinen Vorstellungen von Wohlfahrt) in der ganzen Welt? Geht es noch irrer?

****Auch der VdZ traut den Chinesen nicht, und sieht Projekte wie das "Seidenstraßenprojekt" mit größter Skepsis, das China Einfluß in Europa bringt, der den Kontinent eines Tages erwürgen könnte. Aber er meint auch zu sehen, daß die Chinesen nicht so dumm sind wie etwa die Europäer, die der VdZ zumindest westlich des Inn, (wenn nicht der Leitha also auch Cisleithanien) als fast vollständig vertrottelt, ja geistesgestört beurteilt.




Samstag, 25. Mai 2019

Wer rechnet schon mit Pornofilmen

Auch der VdZ gehörte zu jenen, die der Name Grundig von Kindheit an begleitet hatte. Der Radio in der Küche war zwar von Minerva, einem österreichischen Hersteller (den es schon lange nicht mehr gibt), aber Grundig-Geräte waren der Inbegriff von Qualität und waren das, was sie darstellten, selbst. Auch der erste Videorecorder (in er Mitte der 1980er Jahre angeschafft) mit seinem "Video 2000" war von Grundig. Und er hat sich furchtbar geärgert, als sich das VHS-System nicht nur nicht durchsetzte, sondern Video 2000 vom Markt verschwand.

Der Grund dafür beschreibt die Veränderungen, die sich damals in der Wirtschaft vollzogen. Und es sind Veränderungen, die der VdZ haßt, das sagt er ehrlicherweise gleich dazu. Hier siegte der Kapitalismus über die Freie Wirtschaft, löschte letztere aus. Und er tat es über die verhaßte "Globalisierung", in der die Skrupelloseren, Wurzelloseren über die Guten siegten und nach wie vor siegen. Grundigs Videoprojekt scheiterte (und mit ihm auch das Unternehmen), weil die Japaner mit ihren durch internationale Fabriken in Massen billig produzierten, technisch dem Grundig-System unterlegenen Systemen den Weltmarkt überschwemmten, und mit der Marktmacht bei Abspiel- und Aufnahmegeräten dann auch die Videofilmproduktion selbst in die Hand bekamen.

Aber selbst, wenn Sony oder Hitachi (sagen wir einmal) technisch "besser" gewesen wären, was hätte es bedeutet? Grundig hätte irgendwann gewiß neue Entwicklungen auf den Markt gebracht. Jedes Wirtschaften braucht eben das Miteinander von Kunden und Herstellern, von Unternehmern und Käufern. Und ein Unternehmer war Max Grundig gewiß. 

Wenn es im Film heißt, er habe später "seinen Instinkt" verloren, so ist das recht sicher eine Lüge oder einfach so dahingesagt. Denn was spätestens ab den 1970er-Jahren bei uns passierte, war nicht der Siegeszug einer überlegenen Unternehmenskultur, die eine andere, alte ablöste. Es war der Siegeszug eines technizistischen, depersonalisierten, entwurzelten Wirtschaftens, in dem die brutaleren Geldproduzenten die verwurzelte Wirtschaft auszuhungern begannen. Indem sie für Massenproduktion taugliche Teilbereiche abfischte, ohne die aber auch ein Unternehmen, das sich an ganz anderen Standards orientierte, nicht überleben konnte. 

Und vor allem aber, indem sie ohne ethische Bedenken den Markt mit Pornos und Western überschwemmte. DAMIT hat man Grundig ausgestochen. Denn für "Fick die Rübenuschi - 6. Teil" brauchte keiner Grundig-Qualität. Das hat sich Max Grundig gar nicht vorstellen, nur - überrascht - zur Kenntnis nehmen können. Ein schöpferischer Geist denkt eben nicht an das Ungeistige. Das tut nur der Ungeist.

Daß unsere Kultur derartig depraviert werden konnte, konnten schöpferische Menschen gar nicht denken, und schon gar nicht davon profitieren. Wie von der Konsumgier, ausgelöst durch den westlichen Sozialstaat und dem Prinzip, daß den Menschen mehr Geld zur Verfügung steht, als ihrem Stand, ihrem Charakter entspricht. Solcherart entwurzelt, waren es auch ihre Kaufentscheidungen. Der Grundstein für die "Globalisierung" war gelegt. Der Rückschlag für die Arbeitnehmer furchtbar. Für die Unternehmer sowieso. Ab den 1980ern, allerspätestens, war nicht mehr das schöpferische (und das ist patriarchales) Unternehmertum gefragt, sondern die Ablaufoptimierung, die kein Ganzes mehr im Blick hatte, sondern die Wirtschaft der Güter auseinander nahm und den Warenmarkt umschichtete.

Bis 1984 konnte Grundig, gehalten vom treuen Konsumverhalten der Deutschen, noch bestehen. Gegen alle weltweite Konkurrenz hatte Grundig bei Farbfernsehern einen Markanteil von 30 Prozent im eigenen Land. Obwohl die international gesehen hohen Herstellungskosten kaum noch von den Erlösen gedeckt werden konnten, zu sehr haben fernöstliche Billigprodukte die Preise ruiniert. Weil die Kunden längst in eine Richtung geschoben worden waren, daß Produkte nur so aussehen mußten wie das, was zu sein sie vorgaben. (Die Folgen sind unter anderem kurze Lebensdauern und rasende Produktzyklen, denn zaubern können auch Billighersteller nicht, sie holen ihr Geld nur anders und für anderes).

Aber dann war das Ende der Fahnenstange erreicht. Für die Jugend zählte das Althergebrachte immer weniger, sie war längst zum brutalen Rechner und Käufer von Schein geworden und dazu (unter anderem von einem Schulsystem, das aus Steuern bezahlt wurde, die Unternehmen wie Grundig erarbeitet hatten) erzogen worden. Noch einmal versuchte Grundig sein Unternehmen zu retten, indem er von der Politik verlangte, was deren Aufgabe gewesen wäre: Video 2000 von der EU-Behörde als europäischen Standard festzuschreiben, und einer geplanten Allianz europäischer Hersteller damit überleben zu helfen. Das Vorhaben gelang nicht, weil die übrigen europäischen Hersteller lieber japanische Billig-VHS-Geräte kauften und auf die Gerätegehäuse ihre Namen aufdruckten. (Da kann man fast davon getröstet sein, daß es heute, 35 Jahre später, keinen europäischen Videohersteller mehr gibt.)

Der aus ganz armen Verhältnissen stammende Max Grundig, der das Unternehmen 1930 als kleinen Radioladen begonnen und durch geschicktes und innovatives Handeln (erste Diktiergeräte, erste Radios nach dem Krieg, erste Tonbandgeräte, erste Farbfernseher ...) von Deutschland aus groß gemacht hatte, verkauft 1984 das von ihm aufgebaute Lebenswerk an Philips. Das aber nur am Markennamen und dessen Marktanteil interessiert ist, nicht an den Produkten. Und bald wird die Produktion in Deutschland bis auf Reste auch eingestellt. Aus einem Arbeitgeber für 40.000 Menschen war ein kleiner Restbetrieb mit 1.500 Leuten geworden, der noch jene Nischen bediente, die halt vom Markt dort weit draußen übriggeblieben waren. Die neuen Besitzer weisen den längst zum Milliardär gewordenen Max Grundig aus dem Haus. Der Firmengründer betritt das von ihm 54 zuvor gegründete Unternehmen nie mehr. Das stürzte ihn erst in eine tiefe Lebenskrise gefühlter Nutzlosigkeit. 

Aber noch einmal kann er sich zu aktivem Tun aufraffen, und er baut mit eigenem Geld das Hotel "Bühler Höhe" im Schwarzwald zu einem Märchenschloß um. Als er fertig ist und wieder den Schreibtisch räumen muß, erholt er sich nicht mehr. Zwei Monate später, am 8. Dezember 1989, stirbt er. Zu dieser Zeit stehen die Fabrikhallen von Grundig nicht mehr. Mitte der 1990er Jahre ist Grundig-Philips pleite. Die Erben leben in gigantischem Reichtum völlig zurückgezogen. Es gibt den Namen Grundig zwar noch, aber die fünf Nachfolgefirmen, die seinen Ruf nützen, lassen in Asien produzieren. Ihre Produkte haben mit Max Grundig nichts mehr zu tun.

In der Umgebung der modernen Umbrüche ist Max Grundig ein Fremder geworden. Ein Fremder. Nicht ein "Instinktloser". Denn sein Instinkt war auf Vernunft und Verwurzeltheit begründet und daran geeicht. Diesen Schluß wagt der VdZ ohne Vorbehalt zu ziehen, denn es war eine allgemeine Entwicklung. Der Unternehmer wurde vom Manager abgelöst, Unternehmen wurden zu technizistischen Ablaufapparaturen, Produkte zu fragmentierten Einzeltechniken, zu universalen Funktionsabstraktionen ohne Bezug zu regionalen Kultureigenheiten. Man hat Grundig vorgeworfen, keinen Nachfolger, keine Manager aufgebaut zu haben. Aber der Fürther hatte ein gestörtes Verhältnis zu Managern. Sie seien die neuen Wirtschaftsverbrecher, meinte er einmal sogar. In seinem Unternehmen hatte nicht einmal die Gewerkschaft eine Chance. Seine Mitarbeiter brauchten sie nicht.

Aber die Zeit lief aus dem Ruder und damit gegen ihn. Auf das Insgesamt eines Produktes als gestalthafter Teil einer Lebensführung folgte ein nur noch "mehr" (von immer weniger), ein auch dem tugendlosen erreichbares "Rascher", weil verfügbarer durch isolierte Befriedigungsmomente. Die natürlich alle "Nachteile" eines Produkts mehr und mehr ausmerzen konnten. Die Produkte, die in den 1970er Jahren aufkamen schlossen ganze Bereiche von Lebenskultur zunehmend aus.

Wie sehr das Leben für uns alle dadurch verarmte, fiel vorerst niemandem auf. Man ließ sich gerne bestechen und ignorierte, wie viel man dabei verlor, ablegte, ausschloß. Nicht zufällig stieg damit die Menge des Mülls. Nicht, weil es so viele Produkte mehr gab. Sondern, weil diese Produkte außerhalb ihrer knappen Funktionen gar nicht mehr in unsere Lebenswelt integrierbar sind. Und damit meint der VdZ nicht, daß man aus einem Grundig-Fernseher nach dessen Hinscheiden (und das dauerte Jahrzehnte) auch eine Seifenkiste bauen konnte.







*060319*

Samstag, 6. April 2019

Der Samstag-Nachmittag-Film

Wir haben schon geraumer Zeit davon gesprochen - es gibt den Film jetzt im Netz: "Die Affäre Borgward". Die dokumentarisch recht geschickt als Spielfilm inszenierte Dokumentation-Tragödie um die perfide Enteignung des drittgrößten deutschen Automobilherstellers Borgward. Die selbst in dieser Größe nach wie vor in Privateigentum des großen Patriarchen Borgward befindliche Firma ging daraufhin verloren. Einige wenige Fragmente lebten (etwa bei BMW) als Kriegsbeute weiter. Niemand seiner Konkurrenten hat Borgward seine geniale Automobilader je abgesprochen, niemand seiner Konkurrenten. Für die Politiker aber war er ein ständiges Neidobjekt. Ein Mensch, der weil er ein starker Beziehungsknoten ist, große Macht auf sich vereint? Nicht mit Linken, nicht mit SPD-Rotzern.

Der Film arbeitet den Fall zwar nicht wirklich auf, aber er stellt doch einige Fragen, bringt ihn wieder ins Bewußtsein. Und das verdient die Geschichte um diese beeindruckende Unternehmerpersönlichkeit.

Die Stadt Bremen, die ab 1961 diese häßliche Komödie inszeniert hatte, weil sie sich - wegen des Unternehmens Borgward! - für unüberwindbar hielt, ist seither eine linke Konkursruine. Gott möge vorhüten, aber ein wenig Schadenfreude kann einem da schon entschlüpfen. Aus der einst reichsten Provinz Deutschlands wurde sein ekeligstes Schmuddelkind. Ein dauerbankrottes Sammelbecken linker Leistungsunfähigkeit und sozialen Alimentationsmülls. Weil man in Zusammenarbeit mit linken Medien (Spiegel) den lästigen Patriarchen demütigen und sein Lebenswerk stehlen wollte.

Der gewiß Schwächen hatte, schöpferische Ungeduld, eben die Ungeduld des Genies, das weit über seine Umwelt hinausragt. Dessen Leistung aber einen hohen Preis wert gewesen wäre. Nur um den ging es ja gar nicht, der Preis Borgward zu retten, wäre niedrig gewesen, hätte nur Mut gefordert.

Der Unternehmer Carl F. W. Borgward hatte damals 20 Prozent der Arbeitsplätze und 30 Prozent der Steuereinnahmen des Stadtstaates gestellt. Seine Autos wurden über den Hafen Bremen in die ganze Welt exportiert. Die galten als hoch innovativ und überaus ästhetisch. Borgward hatte auch dem kleinen Mann einen Wagen ermöglicht, mit dem er reüssieren konnte. Er war ein Synonym für das deutsche Wirtschaftswunder, ein Synonym für Kunden- und Mitarbeiterbindung, deren jeder sich als Teil eines persönlichen Kreises, als zu Borgward zugehörig sehen konnte. Borgwards Unternehmerethos als pater familiae war auch im Umgang mit den Mitarbeitern bahnbrechend und unerreicht.

Was genau dahinterstand, ist bis heute nicht bis in jedes Detail offenbar. Vieles lief im Hintergrund. Sicher dürfte sein, daß hier eine über die Bande einer unfähigen Politik gespielte Marktbereinigung (die Zerstörung einer lästigen Konkurrenz, betrieben von BMW und Amerikanern wie Ford) stattgefunden hat. Die auf Politnieten traf, die allzu bereit waren, ihre persönlichen Spielchen zu treiben, weil sie von der Wirklichkeit keine Ahnung hatten und eben meinten, Geld käme vom Automaten, es wäre gleichgültig, wer ein Unternehmen leite, das so angesehen war.

Warum aber war es angesehen? Borgward ging 1961 nicht in Konkurs, weil der Unternehmer und Vater von 20.000 Arbeitern unfähig war. Sondern weil er zu großmütig, zu verspielt war. Das hat leider auch die Bundesregierung bzw. Erhard nicht richtig gesehen, die in liberalistischer Scheuklappenmentalität jede Hilfe verweigert hatte. Woraufhin Borgward nur noch die Bremer Stadtverantwortlichen blieben.

Wieviel Substanz sein Unternehmen hatte, war ihm gar nicht bewußt. Als die Firma 1965 - zwei Jahre nach Borgwards Tod - endgültig aller Patente beraubt, ausgeschlachtet und abgewickelt wurde, wurden sämtliche Gläubiger mit 100 Prozent ausgezahlt.* Nur aus dem Abwicklungserlös. Während die Bremer Politik Bauklötze staunte - plötzlich war wirklich ihr größter Arbeitgeber verschwunden. Der es sich sogar zur Aufgabe gemacht hatte, zahlreichen Nachkriegs-Vertriebenen aus ehemaligen Deutsch-Ost-Gebieten Arbeit, Brot und Zukunft zu geben.

Kein Autohersteller ließ sich in der Folge nieder. Sie waren alle nur froh, einen unangenehmen Konkurrenten losgeworden zu sein. Die Folgen für den gesamten Bremer Wirtschaftsraum waren katastrophal. Tausende Arbeitsplätze bei dutzenden Kleinunternehmen und Zulieferanten gingen ebenfalls verloren.

Das einzige fragwürdige, ja schäbige Element an dem Film ist der uns aber längst bekannte Versuch, ihm wenigstens ein bißchen am Rock zu flicken, indem sein Verhalten unter dem Nationalsozialismus "kritisch hinterfragt" wird. Jaja, diese Gutmenschen, die natürlich in allen Belangen ethisch großartig handeln ... Gott sei ihnen ein gnädiger Richter. Der heutige Gutmensch, das kann sicher gesagt werden, ist genau der, über den die Geschichte einmal streng richten wird. Indem sie sagt: Ja habt ihr das nicht gesehen? Habt ihr nicht die Verbrechen gesehen, an denen ihr beteiligt wart? Aber diese Anpatzerei ist wohl das Götteropfer, das heute auch jeder Filmemacher am Altar der Ahnungslosigkeit und Bösheit der political correctness niederlegen muß, um einen Film überhaupt machen zu können.

Carl F. W. Borgward starb 1963 an einem Herzinfarkt. Er hat das Unrecht, das ihm geschen war, nicht überwunden.

Weil es immer wieder vorkommt, daß Filme von Youtube in verschiedenen Ländern nicht gezeigt werden, hier der direkte Link zu Youtube. Dazu unten noch der offizielle Trailer, da sollte es ja auf keinen Fall Urheberrechtsprobleme geben.








*Das alleine hätte eine strenge Untersuchung notwendig gemacht. Übrigens gab es vor drei Jahrzehnten einen ähnlichen Fall in Österreich. Und zwar der fragwürdige, 1994 von der damals noch in SPÖ-/Gewerkschaft-Eigentum befindlichen "roten" BAWAG eingeleitete Konkurs des Schiherstellers Atomic, mit dem Gründer und Patriarchen Alois Rohrmoser an seiner Spitze. Der den in Schichten geleimten Schi erfunden hatte, der das "geformte Holzbrett" ablöste. Der mit seinen Innovationen (Schalenschi) Anlaufschwierigkeiten hatte, die die Liquidität beeinträchtigen. Wie Borgward. Sein Unternehmen wurde von einem finnischen Konzern billig aus der Konkursmasse gekauft und ist heute Weltmarktführer. Die Konkursquote war trotz Verschleuderung der Werte 93 Prozent. Bei Konkurs angeblich nur 900 Millionen (Kaufpreis für den finnischen Amer-Konzern), war die daraus gebildete Nachfolgefirma nur drei Monate später 3,5 Milliarden wert.

Rohrmoser starb 2005 an einem Herzinfarkt. Die größten Namen des Schisports sind mit Atomic-Schi verbunden: Annemarie Moser-Pröll, Marcel Hirscher, Benjamin Reich, Bill Johnson, Hermann Maier ... Man vermutet, daß die BAWAG damals Geld zur Abdeckung jener riesigen Verluste brauchte, die sie bei dubiosen Karibik-Spekulationen verzockt hatte. Daran ging auch die Bank schließlich in Konkurs. Eine Strafverfolgung des Falls Atomic wurde durch Intervention der SPÖ verhindert.





*280119*

Mittwoch, 13. Februar 2019

Woke Capital (433)

Wie kommt ein Unternehmen dazu, sich "moralisch" nicht nur zu positionieren, sondern erwünschte Moral zu "formen"?

Halt, Moment. Der VdZ kann sich noch sehr gut an Gespräche erinnern, die er etwa im Jahre 1988 mit einer Wiener PR-Agentur führte. Die nicht nur von den konservativsten Strömungen bewegt war (ihre Eigentümer waren Aktivisten der Monarchie-Bewegung), sondern ein neues, zukunftsweisendes Werbekonzept vorstellten. Das sich "Public Interest" nannte. Darin wurde vorgeschlagen, von rein produktbezogenen Aussagen abzugehen, und das Unternehmensansehen zu verändern. Indem sich die Unternehmen in öffentliche Agenden einmischten, Statements abgaben etc., die scheinbar mit dem Unternehmenszweck gar nichts zu tun haben.

Wenn heute Red Bull alle möglichen Sportvereine und -arten durch viel Geld fördert, hat das genau denselben Hintergrund.  Die Erkenntnis, daß der Kauf eines Produkts immer (zumindest auch) eine Identitätsentscheidung ist. Andere Kriterien, Qualität, Eigenschaften des Produkts direkt, sind zweitrangig. Sie illustrieren nur die Richtigkeit der ganz anders gefallenen Kaufentscheidung, die, wie Verkaufsfachleute wissen, bereits im ersten Moment (zumindest als dringende Geneigtheit) fällt, in dem Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen.

Das Perverse liegt also gar nicht in dem, was die "Woke Capital"-Bewegung untersucht hat. Nicht prinzipiell! Es liegt tatsächlich in den Inhalten. Die Struktur selbst war inhaltlich flexibel, sie ist nicht wirklich definierbar. Wenn ein Unternehmen auf einem faktischen, also "einfach da seienden" Markt trifft. Es wird dann so gut wie immer die oberflächlichen, kurzfristig realisierbaren, nutzbaren Strömungen bevorzugen, wenn es rein kapitalgetrieben ist. Also nicht wie bei mittelständischen Unternehmen aus der Ethik eines persönlich vorhandenen Unternehmers - der immer ein persönliches Ziel hat. Sonst gründet man nämlich gar kein Unternehmen, sonst führt man es nicht über alle Widerstände und Schwierigkeiten hinweg - hervorgeht.

Ganz anders agiert ein Unternehmen, das keine persönliche Quelle mehr hat. Sondern von Managern, Ablaufoptimierern gelenkt, von renditehungrigen Kapitalgebern befeuert wird. Sie sind praktisch immer Huren des Zeitgeists, was gleichbedeutend ist mit a-moralisch. Und so für jeden Zweck mißbrauchbar. Vor allem sind sie leicht zu lenkende Objekte von Ideologien und Politik. Denn sie sind von Teillogik durchdrungen, nicht von Vernunft, die nur in Personen einen Anker haben kann.*

Staatsbetriebe oder ehemalige Staatsbetriebe ("privatisiert") oder sehr staatsnahe Kapitalunternehmen (die z. B. von öffentlichen Aufträgen leben) zeigen diesen Charakter am ausgeprägtesten. Sie werden nur noch übertroffen von Unternehmen, die ausschließlich über "Bewußtseinszustände" funktionieren, die also bestimmte Bewußtheiten brauchen, um überhaupt Geschäfte machen zu können. Wie es im Öko-Bereich der Fall ist, oder bei Unternehmen, die Waren für Feministen, für weiche Väter und harte Frauen, oder dezidiert für ein bestimmtes Klientel anbieten, das eine Ideologie oder Weltanschauung vertritt.

Zu letzteren gehören übrigens auch Unternehmen, die auf den ersten Blick ganz anders orientiert scheinen, technisch vielleicht, wie Apple, Google, Facebook, mit Einschränkungen sogar Microsoft. Denn um diese Produkte (und deren Nutzen) zu benötigen, braucht es zuerst (!) eine bestimmte Weltanschauung, eine bestimmte Haltung zur Welt. Und die muß dann am Laufen gehalten werden. 






*Volker Pispers nimmt das einmal recht zutreffend aufs Korn. Wo er in einem seiner Programme sagt, daß die, die vernunftunfähig sind (Pispers formuliert es natürlich härter, mehr mit Inspirationen aus der Obstwirtschaft, denn da kommt irgendwas mit "Birne" vor), Jura studieren. Und wenn selbst dazu die Intelligenz nicht reicht, dann studiert derjenige eben BWL (Betriebswirtschaftslehre). Das sind dann die Leute, die solche Unternehmen leiten. Was Pispers nicht ausführt ist, daß sich diese Studien perfekt für eine Haltung eignen, die Wissen und Wissenschaft mit bloßer Ablaufoptimierung gleichsetzen. Gerade solche Studien als rein technische Prozesse gesehen werden, die zu nutzen ein Studium als "Ausbildung" vermittelt. Mit akademischer Würde hat solch eine Haltung aber nichts mehr zu tun.





*211218*

Montag, 28. Januar 2019

Gutes Wirtschaften heißt, gebraucht zu werden

Noch einmal Wolfgang Grupp, diesmal mit einem Vortrag aus dem Oktober 2018. Wachstum, sagt er hier, ist keine Frage nach "mehr Stück", sondern eine des inneren Wachstums. Denn wir sind ein Hochlohnland, und müssen uns also entsprechend verhalten. Mit Niedrigpreisen konkurrieren zu wollen ist für uns tödlich. Es kann keine Arbeiten in einem Unternehmen geben, die am Markt nicht den Preis erzielen, den es bräuchte. Also braucht es Innovation und Qualität. 

Und das ist eine Aufgabe des Unternehmers. Der direkte Verantwortung braucht. Nur so kann das Vertrauen in die Kraft der heimischen Wirtschaft wieder wachsen. Unternehmen ohne persönliche Verantwortung unterliegen fast automatisch der Gier und dem Größenwahn. Wenn man hört, daß ein Donald Trump sechsmal Milliardenkonkurse hinlegte, und immer noch Milliardär ist, dann muß man sich doch fragen, was da schief läuft. So entstand eine völlig falsche Elite.

Standard- und Massenprodukte sind bei uns nicht mehr zu produzieren, dafür gibt es am Weltmarkt Länder, die das können. Dafür muß man technisch hochstehende Produkte auch in unseren Ländern halten, nicht auslagern. Sonst vergeben wir uns den qualitativen Vorsprung. Wenn wir die Produktion verlieren, werden wir auch keine Dienstleistung aufrechthalten können, denn diese braucht die Produktion.

Sehr interessante Geschichten finden sich unter dem, was Grupp da erzählt. So die Geschichte des Niedergangs der deutschen Textilindustrie, die von Kaufhausketten und Versandhäusern lebte - und mit diesen unterging. Die auch eine Geschichte des Betrugs der Hersteller an den übrigen Kunden ist. Die Branche hat sich mittlerweile völlig verändert. Grupp hat sich darauf eingestellt. Sogar den Verkauf hat er mit übernommen, und vertreibt die Hälfte seiner Produktion über eigene Geschäfte. Denn "die anderen können das nicht".

Interessantes Detail: Grupp, der übrigens keine Akademiker einstellt, denn die "wissen viel von nichts", garantiert seinen Mitarbeitern, daß auch deren Kinder im Unternehmen einen Arbeitsplatz finden. Der Grund? Eltern werden nie zulassen, daß ihre Kinder schlecht arbeiten. Da geht es um Familien- und Elternehre. Kinder von Mitarbeitern sind somit "Rosinen" am Arbeitsmarkt.

Schön, was Grupp über die Situation vor vierzig, fünfzig Jahren erzählt. Wo Unternehmertum, Selbständigkeit das Ziel praktisch jedes guten Mitarbeiters war. Den man schon deshalb gut bezahlte, damit er dem Unternehmen gewogen blieb, und nicht seine eigene Firma, seine eigene Fabrik aufmachte. Alles das war getragen von einer weitreichenden Struktur von Kleinunternehmen, die praktisch jedem die Möglichkeit bot, auch mit geringen Mitteln in Selbständigkeit sein Leben zu gestalten. Schön auch was er über die identitätsbildende Kraft eines Unternehmens sagt, in dem sich alle als Teil einer Familie sehen. Jedes Kind muß stolz auf sein Elternhaus sein können. Dazu muß es schon als Kind in der Tätigkeit der Eltern mitleben. (Dazu braucht es, so nebenbei sagt es Grupp, eine stabile Ehe.) Das Kind, der Heranwachsende muß das Nahe kennen und kennenlernen. Von der Herumfliegerei der Jugendlichen in der Welt hält er deshalb nichts. Was soll es bringen zu sehen, wie andere Unternehmen funktionieren? Das Eigene soll man kennen! Und: Solche jungen Menschen werden das Nahe nicht mehr schätzen, weil sie andere Gewohnheiten annehmen und andere Ansprüche züchten.

Das Schönste im Leben, sagt Grupp, ist nicht, Geld zu zählen. Das Schönste im Leben ist, von anderen gebraucht zu werden. Und dafür muß man sich tauglich ("tüchtig" kommt von "fromm", also von "gemäß", Anm.) machen und halten. Dazu braucht es verbindliche, stabile menschliche Beziehungsumfelder. Und die sind zuerst und für jeden in der Heimat zu finden. Ihr muß man sich verpflichtet fühlen, ihr seine Problemlösungskraft schenken. Denn dort liegen dann auch Anerkennung, Respekt, Würde und gerechter Wohlstand.

Natürlich muß man etwas Wasser in den güldenen Wein von Grupp schütten. Denn mit vollen Hosen ist gut stinken. Schon in der Frage der alleinigen Übernahme des (damals noch verschuldeten) Betriebes von seinem Vater zeigt es sich - er hat seine beiden Geschwister ausgezahlt. Und wie Grupp sich tun würde, müßte er heute (sic!) von Null weg starten, ob er auch dann keine Schulden hätte, wie es mit den Mitarbeitern aussähe, die er erst aufbauen müßte (heute sind Mitarbeiter mit 25, 40, 50 Jahren keine Seltenheit, teilweise arbeiten drei Generationen gleichzeitig in seinem Betrieb), etc. etc., ist halt doch eine ziemlich andere Frage.

Denn der VdZ ist der Meinung, daß sich unter den heutigen Bedingungen ein Unternehmen im traditionellen Sinn aufgrund der Rahmenbedingungen fast nicht mehr gründen läßt, es sei denn, man ist zur Selbstentfremdung bereit. (Warum aber wird man dann noch Unternehmer?) Die gegenwärtigen Strukturen sind bereits zu sehr Einbahnen der bloßen Geldproduktion, die nur noch das Recht des Stärkeren, Sittenloseren, Skrupelloseren gelten lassen möchten, sind zu sehr nur noch Ablaufoptimierungen.

Dazu kommt der Neid als Folge einer Gesellschaft eines kultivierten Narzißmus, wo kollektive Staatsabhängigkeit ein verfehltes Anerkennungsschema etabliert hat, und wo Vernunft als bedrohlich verdrängt, ja bekämpft wird. Man muß sich heute die Frage stellen, ob nicht traditionelles Unternehmertum in Feindesstellung zu unserer Kultur stehen muß. Grupp kann auf ein in Generationen gewachsenes Umfeld zurückgreifen, und es sei ihm auch gegönnt.

Aber gerade solche Felder eines solidarischen, stabilen Umfelds gibt es heute nicht mehr, jeder ist auf sich allein gestellt. Solidarität hingegen gibt es nur noch als kultische Abwehr des Wahren, als Solidarität der Schadenfreude und der kollektiven Angst vor der Vernunft, der man im eigenen Leben widerspricht, deren Stimme man nicht mehr hört weil hören möchte. Tradition hat etwas ganz Fatales. Ist die personale Weitergabe (die weit mehr enthält, als sie bewußt erfassen - und damit rekonstruieren - ließe) einmal zerrissen, einmal unterbrochen, läßt sie sich nicht mehr (lebendig) re-etablieren.

Und ein wenig Schatten hängt ja auch bereits über Grupp, der Leser möge genau gucken. Wenn er etwa von einer neuen Maschine ("Fabrik 4.0") erzählt, die mit nur einem Mitarbeiter Unmengen an T-Shirts ausstößt, und durch Computerisierung dieselbe Flexibilität beweist, die heute sein Markenzeichen ist. Da nimmt seine Stimme eine eigenartige Färbung an. Könnte es also sein, daß er sich eines Tages doch zur Massenproduktion gezwungen sehen könnte?

Derzeit beschäftigt Grupp in seinem kleinen Städtchen auf der Schwäbischen Alp immerhin zwölfhundert Mitarbeiter. Von denen nur fünfunddreißig in der Verwaltung arbeiten, alle übrigen produzieren. Ob dann seine Begeisterung für die Globalisierung, die ihm ermöglichte, heute in jeden Teil der Welt liefern zu können, noch so bleibt? Aber gut, er hat ja immer aus dem, was sich ihm bot, das Beste gemacht, und das ist sehr hoch zu schätzen, und er (oder sein Nachfolger, eines seiner Kinder also) wird es wohl auch diesmal bewältigen, ohne seine Philosophie zu beschädigen.

Zumal er in seinem wichtigsten Forderungspunkt uneingeschränkt Recht hat: "Wir brauchen in unserer Gesellschaft die Haftung und Verantwortung zurück!" Es kann nicht sein, daß wir die Vorteile einkassieren, wenn etwas gelingt, und dann die Verluste umverteilen, wenn etwas schief geht. Das hat sogar dazu geführt, daß Insolvenz systematisch zu betreiben ein eigener Geschäftszweig wurde, mit dem sich viel Geld machen läßt.








*081218*

Donnerstag, 24. Januar 2019

Ein Deutschland vom Feinsten

Es gab mal eine Zeit, in der der VdZ das, was Wolfgang Grupp (Trigema) als seine Unternehmensphilosophie vorstellt, als für Deutschland "typisch" sah. Das ist lange her. Zu dem, was Grupp hier sagt, ließen sich Seiten um Seiten über Wirtschaftsphilosophie niederschreiben. Hören wir ihm aber einfach zu, der Mann hat Substantielles zu sagen, direkt und indirekt. Eine völlig andere Kategorie als das, was heute als "Wirtschaft" gesehen wird, die Kollateralschäden produziert, die uns umbringen, weil dem Sinn von Wirtschaft und Unternehmen schon widersprechen und zum Selbstzweck geworden sind.

Das geht bis hin zum Regionalitätsprinzip, das Grupp so großartig realisiert. Unternehmer sein heißt eben Vater sein. Unternehmen sind nur eine andere Ebene der Familie. Das ist ohne persönliche Verantwortung nicht möglich. Weil sonst die Wirtschaft einen Charakter annimmt, der nur ins volkswirtschaftliche und politische Desaster führen kann.









*081218*

Dienstag, 4. Dezember 2018

Ein Beispiel für staatlich geförderte und gewollte Raubtiermentalität (2)

 Teil 2) Aber die Sache hat auch eine persönliche Dimension für den VdZ



Noch eines sei erzählt, denn die betroffenen Unternehmen haben - namentlich in der Semperit AG - eine gewisse Spur in der Geschichte des VdZ hinterlassen. (Den Besuch im Aluminiumwerk Ranshofen im Rahmen einer Schulexkursion, das muß 1978/79 gewesen sein, nicht eingerechnet. Österreich war damals einer der größten Aluminiumproduzenten der Welt. Ein ganzes Donaukraftwerk war nur deswegen errichtet worden, denn Aluminium braucht viel Strom.)

Neben persönlichen Kontakten zu Mitarbeitern in der Lenzing AG (da war so eine Geschichte mit Holzkäufen aus Rußland, wo die Lenzing AG Schwemmholz aus den großen russischen Flüssen, bestes, engwüchsiges Holz, in Gegengeschäften erworben, zu guten Preisen anbot; damals hatte der VdZ ja ein Holzbauunternehmen) hat der VdZ mit Aktien der Semperit AG Geld verloren. Warum? Auch die Semperit AG - ein traditionsreicher Hersteller von sehr guten Reifen - wurde privatisiert. Und an einen deutschen Reifenkonzern (Continental) verkauft. 

Der hatte nichts Besseres zu tun, als die Anlagen in Traiskirchen auszulutschen, und letztlich die Reifenproduktion einzustellen. Denn einen Konkurrenten braucht er wahrlich nicht. Der Verkaufspreis (die Firma befand sich offiziell in Besitz der CreditAnstalt) war niedrig, denn der Staat war noch nie ein guter Unternehmer, die Firma schrieb aber Gewinne, denn klugerweise hat die Republik Österreich damals eifrigst die Firmen verkauft, die trotz allem Gewinne schrieben. Die Verlustwerke blieben dafür dem Steuerzahler, der war ja immer schon problemlos zu schröpfen. Man mußte ihm nur das sonntägliche Wienerschnitzel und zwei Sommerwochen in Caorle durch Sozialzuschüsse ermöglichen, dann war auch die Wählerstimme gesichert.

Was an Absatzmärkten existierte (unter anderem war das der gesamte Europaexport von Toyota) wurde vom neuen Besitzer eingestreift, ein Konkurrent ausgeschaltet, das in vielen Jahrzehnten angesammelte Know-How eingestreift, und um das alles war es wohl auch nur gegangen. Die damals erinnerlich ausgehandelte fünfjährige Fortführungsgarantie durch Continental war wertlos. Wer konnte, rettete seine Schäfchen aufs Trockene.

Nur wenige Spezialreifen wurden fortan noch hergestellt, hunderte Mitarbeiter, alles Fachkräfte, wurden entlassen. (Darunter zwei gute Bekannte des VdZ.) Die Nachrichten in den Zeitungen waren unisono düster, der Fall abgehakt. Die Aktien fielen und fielen, und vermutlich ließ man sie nur an der Börse, um im beabsichtigten Liquidationsfall lästig werden könnenden Streubesitz einzukassieren.

Der VdZ stieß seine Aktien (seufzend, er hatte ja in ein Unternehmen investiert, ein gutes Unternehmen, mit guten Produkten und gutem KGV) eines Tages auch ab, um unabsehbare weitere Verluste zu beenden. Bis der Freiverkauf überhaupt eingestellt wurde. Ein ehedem österreichisches Paradeunternehmen mit einer berückenden Geschichte (und guten Produkten) gab es nicht mehr. Zumindest nicht mehr in nennenswerter Aktivität. Kapitel abgeschlossen. Wie die vermutlich ausgesaugte, leere Resthülle in die Unternehmensholding der Ranshofen AMAG gekommen war, ist dem VdZ nicht mehr bekannt.

Aber auch in diesem (damaligen) Fall, der den VdZ etwa 20.000 Schilling Verlust eingebracht hat, also rund 1.500 Euro; Gottseidank nicht mehr, aufgefangen durch eine zeitgleich verlaufene zufällig erfolgreiche Spekulation auf Gold (der einzige, der an den damaligen Ausflügen des VdZ an die Börse verdient hatte, war ... die Bank; dieselbe Bank, die später meinte, ihm die Daumenschrauben ansetzen zu können, wieder einmal, und einmal zu viel, denn ein Mensch ist nicht endlos auspreßbar), auch in diesem Fall also ist dasselbe Schema zu erkennen wie im Fall der drohenden "feindlichen Übernahme" der erwähnten oberösterreichischen Industriebetriebe: Sie sind indirekte, aber klar erkennbare Folgen staatlicher Eingriffe und Lenkungsabsichten, mit denen sich die Politik den Arsch zu retten versucht. Wo als Opfer immer die Verwurzelten übrigbleiben, weil der Staat im Zweifelsfall mehr als gerne die reine Geldproduktion und den Wucher sucht. Jene also düpiert, wieder einmal düpiert, auf denen aber alleine - alleine! - eine Volkswirtschaft aufruht. Die sind immer zäh, auf die kann man sich "verlassen".

Während das Pseudowirtschaften - und das sind Spekulationen, das ist eine reine Geldvermehrungswirtschaft, die im Unternehmertum kein "Werk" sieht, das vom Unternehmensgegenstand nicht zu trennen ist, also nicht alles nur und ausschließlich durch die Geld- und Marktpreisbrille von Unternehmensfragmenten sieht - zwar mit seinen Zahlen glänzt, aber die innere Substanz eines Landes und eines Volkes ruiniert. Insofern gehört die Sympathie (sym-pathein = mitleiden) des VdZ den oberösterreichischen Gewerkschaftern (und natürlich den Mitarbeitern der betroffenen Firmen), so schwer ihm diese Worte beim Reizwort "österreichische Gewerkschaften" auch über die Lippen kommen.

Der konkrete Fall steht, wie gesagt, noch unter dem Konjunktiv. Das Vorgehen selbst ist aber genau in diesem Konjunktiv exemplarisch für die Gegenwart. Und im Verlängern von Tangenten, die nicht ganz unwahrscheinlich sind, geeignet, etwas Prinzipielles zu zeigen. Nämlich welcher Natur von Menschen unsere Staaten durch die Politik mittlerweile entsprechen.




*211018*