Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Dienstag, 11. Oktober 2022
Der vorenthaltene Sinn (2)
Montag, 10. Oktober 2022
Der vorenthaltene Sinn (1)
Es wird seit Anfang 2020 immer weniger produziert.
Nachdem auch die zuvor weltweit bereits übervollen Lager (auch darüber wurde kaum laut gesprochen) geleert sind, die um mit Übergewinnen abgebaut werden zu knnen schon die Drohung mit einer Inflation reichte leiden die Märkte zunehmend unter Unterversorgung mit Produkten.
Samstag, 16. Juli 2022
Als die Büchse der Pandora endlich offen war (2)
Freitag, 15. Juli 2022
Als die Büchse der Pandora endlich offen war (1)
Samstag, 28. Mai 2022
Ein Krebsgewächs (2)
Freitag, 27. Mai 2022
Ein Krebsgewächs (1)
Montag, 13. Dezember 2021
Kopfschüttelnd gesagt
Der Führende MUSZ IMMER EINE ANTWORT HABEN, was zu tun ist, und wie es weitergehen wird. Er muß immer diese Ungewißheit, die Leben IMMER bedeutet, auf sich nehmen und in sie hinein, in einen Treibsand der Welt hinein, ein festes Fundament bauen. Denn die Welt ist auf eine Weise tatsächlich ein Konstrukt: Ein Konstrukt der Phantasie. Und der Mensch muß den Mut haben, in sie Gestalten zu errichten, und aus dem nie Sicheren der Form IN DER ZEIT eine FORM in der Zeit machen.
Führen heißt, eine Form von Substanz ins Nichts zu werfen, und da herum die Materia zu führen. Um somit eine Welt zu schaffen. "Damit sie ihnen Namen gäben." Führen heißt, Namen zu geben. Und die Menschen an den Ort mitzunehmen.
Freitag, 29. Januar 2021
Was diese Generation zugrunde richtet
Wie diese Generation denkt ist nicht von den Inhalten abhängig, die wie Leuchtkerzen vor sich her getragen werden, sondern es ist IM WIE, also in der Charakteristik des Denkprozesses verankerte Dialog mit der Welt. Der sich in der rationalistischen Panik, der die uns wie eine Eisenfaust umklammernde Corona-Pandemie ist, als Eingriff in lebendige Gewebe und Lebensgeflechte offenbar. Und was das ist, davon vermag dieses ausgezeichnete Video einen Eindruck vermitteln.
Dieser Eingriff ist einer Politik zuzuschreiben, die bereits und erstmals von einer Generation ohne lebendigen Bezug zur Wirklichkeit getragen wird. Eine Generation von Menschen, die im Sozialstaat aufgewachsen ist, die behütete (meist sogar Einzel-)Kinder von in unseren Landen bereits zu sechzig Prozent verbeamteter, das heißt in einer Beziehung zum Staat als nährender Busen stehender Einkommensbezieher (bei denen wir bewußt nicht von "Arbeitern" sprechen wollen).
Denken ist nie zuerst eine Frage der Inhalte. Es ist vielmehr eine Frage des existentiellen Prozesses, also des WIE. Denken ist somit nicht eine Frage der "Ausbildung", des gesammelten Wissens, sondern zuerst ein sittlicher Akt. Damit ist Tugend eine Grundbedingung, und genau diese Tugend verhindert die Art, wie diese Generation aufgewachsen ist.
Denn die Lebensumstände, die in den letzten fünfzig Jahren aus politischem Willen geschaffen wurden, sind genau darauf ausgerichtet: Sie sind eine Vermeidung der Selbstüberschreitung, indem die Liebe zum Nächsten, aus der heraus ihm Hilfe in Notlagen gleich welcher Art und vorerst ohne Frage nach Schuld und Verantwortung angedeiht, auf einen per technischem Prozeß abrufbaren Recht wurde. Eine Mechanismik, die nach und nach auch sämtliche übrigen sozialen Prozesse durchwirkt hat und umfaßt. Damit hat sich der Charakter des Sozialen aber nicht einfach "verändert", nein, er wurde zu einem anderen! Denn eine Gesellschaft gleich welcher Art wird gegründet wie besteht nur aus der Verpflichtung, die die SCHULD auferlegt.
Somit ist jedes soziale Gefüge ein Gefüge der BITTE um die (ausgleichende) Zuwendung des anderen. Das meint sowohl das Geschäftsleben (Ding gegen Kaufpreis, Arbeit gegen Lebensunterhalt bzw. -ermöglichung, gemäß dem Stand, so wie auch die geleistete Arbeit ja dem Stand erfließt) als auch das übrige soziale Leben, das in der Familie nicht nur ansetzt, sondern aus ihr kommt.
Was aber ist Familie? Sie wird insoferne und mit Recht eine Erwerbsgemeinschaft genannt (was sie zum Haus macht bzw. immer einem solchen eingliedert), als jeder sich davon nährt wie zur Gesamtvitalität und Fruchtbarkeit beiträgt. In jeder Hinsicht! Also leiblich ebenso wie emotional, seelisch und geistig weil durch Identität und solidarischer Zugehörigkeit als Eingegliedertheit unter einen Namen, DEM alle dienen. Auch Familie besteht und funktioniert nur, wenn sich deren Glieder (sic!) einer Verpflichtung gegenübersehen.
Soziales als Teil des Lebens und lebendiger Gemeinschaft (die wiederum die Eingliederung unter ein und dasselbe Ziel ist - es ist also das Ziel, das ein Gemeinsames GIBT wie IST) kann nur bestehen, wenn es sich als Verbindlichkeit weiß. Erst das ergibt jenen existentiellen Moment, der nie statisch, sondern immer dynamisch ist (Statisches ist tot, nur Dynamisches, in Spannung Stehendes lebt bzw. bedeutet Leben, Spannung) aus dem Leben als Geschenk erfließt.
Das erfordert damit aber auch, was alle vergangenen Jahrtausende den Menschen immanent mitgegeben haben, weil die Lebensprozesse diese Haltungen nach sich zogen, also "bildeten", "erzogen". (Das Wort "automatisch" zu verwenden verbietet sich deshalb, weil es keine Maschine, kein technischer Ablauf, sondern eine dem Sein und dessen Erfüllung immanente, also innewohnende und geschenkartige Frucht ist, zu der wir nur die Bedingung, aber nicht die Erfüllung beisteuern.)
Der Sozialstaat, die darin enthaltene wie daraus hervorgehende Umwandlung der Pädagogik, das völlig auf den Kopf gestellte Menschenbild das wiederum daraus erfließt, bildet aber seine Menschen zum wahren Gegenteil. Er macht aus einer Gesellschaft somit eine Genossenschaft von Egoisten, deren Haltung beständige Forderung ist. Für deren Erfüllung die Um- und Mitwelt zu sorgen hat. Das Objekt ihres Tuns wird somit der andere, der einer Zwingkraft unterworfen werden soll, die sein Verhalten so prägt, daß er die eigene Forderung erfüllt.
In einer Selffulfilling-Prophecy hat sich also das kapitalistisch-liberalistische Menschenbild der Aufklärung realisiert. Das davon ausgegangen ist, daß eine Gesellschaft das nützliche Miteinander von Menschen ist, die SICH SELBST nach EIGENEM VORBILD formen (lassen) wollen.
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*Auch diesen Begriff hat man ja "entschärft", was heißt: enteigentlicht weil sinnentfremdet, indem man mit heuristischen Tricks eine Lebensform der Selbstbestimmtheit und Krisenresistenz aufgrund gewisser Selbstmächtigkeit in eine pure Einkommensgröße umgebrochen hat. Sodaß nun sogar ein Sozialhilfeempfänger Mittelstand sein kann, wenn er nur clever genug ist, ausreichend Kohle abzuzocken.
Dienstag, 27. Oktober 2020
Die Zwillinge Sozialstaat und Kapitalismus brauchen nur Geld (2)
Teil 2) Wirtschaft und Politik brauchen nur noch eines: Geld
Arbeitskräfte braucht man dafür nur noch wenige. Selbst das Wasser "brauchen" die wenigen Standorte dieser Branche nur noch zum Ablassen der Chemieabfälle. Denn das Hauptgeschäft wird mehr und mehr Beschichtung und Verarbeitung, das gut ausgebildete und vernünftige Arbeiter braucht, die es hier gibt. Dafür aber mit Materialien umgeht, die (gelinde gesagt) "heikel" sind.
Nicht mal das hiesige Holz, das es hier im Überfluß gibt, brauchen solche Papierkonzerne noch. (Und das ist der Grund, warum die Waldfläche in Österreich alleine in den letzten Jahrzehnten um zehn Prozent zugenommen hat.) Aber die Zellulose für das europäische Papier wird in gigantischen Mengen aus Südafrika und Südamerika (gewonnen aus schnellwüchsigem Bambus!) geholt. Das Land und Boden auslaugt, der natürlich ebenfalls diesen Konzernen gehört.
Trotz der langen Transportwege ist das noch immer um die Hälfte billiger. Denn Globalismus hat eine Achillesferse, hat eine Grundbedingung, und das ist der Transport. Rockefeller wurde ja gar nicht reich "durch das Öl". Er wurde reich und Monopolist, weil er die Transportwege kontrollierte. Gesamtvolkswirtschaftlich betrachtet ist der Transport aber nur deshalb "billig" (und Globalisierung möglich), weil er den Hauptanteil seiner Kosten (als direkte und konkrete Belastung) auf die soziale Mitwelt umwälzt.
Kostenwahrheit würde also ein Ende des Globalismus bedeuten! Weil es den Transport extrem verteuern würde. Und das hat mit Öl oder "fossilen Brennstoffen" nur wenig zu tun. Und das ändert sich mit "nachhaltigen Energieformen" nicht nur nicht, sondern wird noch schlimmer.
Sagen Sie aber das einmal einem "Wirtschafts-", sagen sie das einmal einem "Ökologie-Experten." Daß eine Gesundung unserer "Umwelt" und eine Reform der Art unseres Wirtschaftens schon alleine dadurch, ja fast kann man sagen: Nur! dadurch in die Wege geleitet wird, wenn man umfassende Kostenwahrheit beim Transport einführen würde.
Aber wir wollten es so. Zumindest die Politik wollte - und will! - das alles so. Warum? Weil sie große Einmütigkeit mit dieser globalisierten Industrie hat. Denn beide brauchen nur eines: GELD. Geld und funktionierende Menschen.
Warum machen solche "Erfolgsgeschichten" so traurig? Wobei das Maß der Traurigkeit ganz gewiß weit höher ist, weil viel mehr Menschen diese Traurigkeit teilen, ob bewußt oder (wie meist) unbewußt, weil ihre Sicht der Welt die Gründe für diese berechtigte, richtige, echte Trauer gar nicht erfaßt, sondern diese Traurigkeit sogar in gezielter Lüge ("Depressionen", "Burn out" usw. usf.) zu etwas "anderem" erklärt.
Wußten Sie, geneigter Leser, daß das, was die meisten Menschen (vermutlich auch Sie) glauben, daß nämlich Diamanten "selten" sind, und daß sie deshalb (!) so wertvoll und teuer sind, überhaupt nicht stimmt? Wußten Sie, daß es weltweit so viele Diamanten (bzw. -fundorte) gibt, daß dieser Stein, der nicht einmal besonders "schön" ist (weil so gut wie keine ästhetischen Eigenschaften, die werden per Schliff und Lichtbrechungsmythen dazuphantasiert), spottbillig sein müßte? WENN es nicht ganz besondere Umstände gibt ... die auf die Cleverness von Leuten wie Cecil Rhodes und Nathan Rothschild zurückgehen. Die nämlich in Südafrika und Rhodesien Rohstoffe suchten, aber nur wenig fanden. Außer fruchtbares Land und ein äußerst förderliches Klima. Aber im Boden waren (neben Kohle usw., doch auch die war damals bzw. ist heute eher nur lokal von Bedeutung, weshalb man sie ja aus dem Rennen stoßen will) ... diese durchsichtigen Steine, dieser gepreßte Kohlenstoff.
Da kam ihnen die Idee, eine ganz neue Form des Geschäftemachens zu etablieren. Eine, in der man nicht Angebot und Nachfrage, sondern einen ganzen Markt in der Hand hatte. Und der erste Schritt dazu war, aus dem Diamanten einen Mythos zu machen, also gewissermaßen seine umfassende Wertschätzung (das eigentliche Kriterium des Preises) selbst zu schaffen. Wozu natürlich gehörte, "den Diamanten" - also die weltweite Diamantenproduktion (die für industrielle Zwecke weit wichtiger ist als für Schmuck) - in die Hand zu bekommen. Warum mußte man diesen Mythos schaffen?
Eben, weil man auf diesen Stein weltweit gar nicht so viel Wert legte. (Oder weiß der Leser auch nur EIN wertvolles Stück aus der Zeit VOR dem 19. Jahrhundert, das überhaupt Diamanten einsetzt? Eben! Diamanten galten unseren Vorvätern als vulgär! Es gab ihn ja überall, und er war ästhetisch nahezu eigenschafts- und damit wertlos. Gerade der Einsatz als Schmuckstein, als Inbegriff des Edlen und Teuren, der damit einherging, war somit neu. Und dazu mußte man den Diamanten "machen," um seinen Wert in die Höhe zu treiben. Durch Propaganda (Nachfrageseite) wie durch die Macht, den gesamten Markt (also auch die Angebotsseite) zu kontrollieren. Indem man sie buchstäblich besaß.
Das niederländische Diamantenkonsortium De Beers kontrolliert auch heute gut neunzig Prozent des weltweiten Diamantenmarktes. Aber darauf war dann die Marketingstrategie ausgerichtet. In der man in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann, den Diamanten als "das Besondere" aufzubauen, den jeder "haben mußte". Was natürlich bei der Ehe beginnt.
Also wie so viele Marketingstrategien. Der Leser würde nicht glauben, wie nüchtern Marketing und Verkauf die Welt oft sehen. Wie gut dieser Bereich, der es sich nicht leisten kann, an der Wirklichkeit vorbei zu agieren, die Realitäten zur Kenntnis nimmt. Und wie berechnend er damit umgeht. In diesem Fall mit der Bedeutung der dauerhaften Zweisamkeit - und die gibt es nur in der Ehe - für den Menschen. Samt der in Wirklichkeit nach wie trotz aller Ideologien.
Gewissermaßen als "Bückware", wir haben darüber schon geschrieben: Daß unsere Wirtschaft in dem Maß heimlich, "unter dem Ladentisch", also als "Bückware" agiert, in dem die Politik den Menschen Ideologie in die Gehirne drückt wird am Marketing klar. Das völlig unbeeindruckt von Ideologie eine Linie der traditionellen Rolle des Mannes gegenüber der Frau fährt, denn Marketing für den Endverbraucher muß erfolgreich sein.
Wußten Sie auch, geschätzter Leser, daß dieses Diamanten(fast)monopol von De Beers (und einigen wenigen derer Kooperationspartner) einer der Gründe ist, warum es in machen Landstrichen Afrikas nicht und nicht Frieden gibt? Es geht um Diamanten. Und das ist mit dem Begriff Blutdiamanten gar nicht wirklich beschrieben.
Das ist nicht nur ein kleines Detail, sondern es ist Teil einer perfide gesteuerten Ablenkungsstrategie, die getreu der Gesamtstrategie den GESAMTEN Markt beherrscht, also auch die "Kritik". DARAUF zielt seit Jahrzehnten wirklich "gute" Public Relations, wirklich "gutes" Marketing, und wirkliche Strategie von Machtakkumulation in jedem, also auch und vor allem sogar dem politischen Bereich ab:
Sie beeinflußt oder besitzt nicht nur die Kritik, sondern sie schafft sie sich. Selber. Unaufgefordert. Pro-Aktiv. Damit keiner die wirkliche Dimension des eigenen Handelns entdeckt.
Denn daß es um Diamanten in ganz anderer Hinsicht geht, darf nicht offiziell werden, sonst sind die in hundertfünfzig Jahren aufgebauten strategischen Positionen beim Teufel. Die zu bewahren und weiter auszubauen global agierende Oligarchennetzwerke vor nichts zurückscheuen.
Auch nicht davor, jedes Land, in dem wieder einmal Diamanten gefunden werden, zu destabilisieren, um genau diese Diamanten ebenfalls unter ihre Hand zu bekommen. Und sei es, daß diese Funde niemandem anderen (!) nutzen. Was nicht einmal ganz unberechtigt ist, nimmt man kapitalistische Maßstäbe. Denn den Mythos, daß Diamanten wertvoll, selten und deshalb so teuer sind, haben diese Männer künstlich geschaffen.
Ein Mythos, den niemand zerstören will und wird. Warum? Weil so viele daran sehr sehr gut verdienen. Weil vor allem die Politik "der Demokratie" davon profitiert, wenn sich das Kapital konzentriert. Denn Kapitalismus ist "state sponsored usury", ist staatsgestützter und -geförderter Wucher.
Und Wucher ist die von Wert losgelöste Taktik, die Arbeitskraft des anderen, diese einzig wertschaffende Kraft, in eines Hände zu bekommen, das heißt: Den anderen skrupel- und morallos zu versklaven. Und das heißt: Den arbeitenden Menschen jedweder Selbstverfügungskraft zu berauben. Und das heißt: Die Freiheit des Menschen - und damit Kultur an sich! - zu eliminieren.
Eine geldzentrierte Wirtschaft, ein geldzentrierter Lebensvollzug heißt nämlich, atmet man die Begriffe von Simone Weil, das Leben auszulöschen, und den Menschen zu töten.
Freitag, 5. Juni 2020
Detail am Rande
Aber nicht so sehr die Maskenpflicht war es, sondern etwas anderes.
Eine "Verordnung von oben", daß Handeln und Kaufen nur Personen möglich wurde, die bestimmte Dinge taten oder unterließen, gibt und gab es nicht. Das war aber auch gar nicht notwendig.
Denn es waren die Geschäftsleute und deren Bedienstete selbst, die ihre Kunden so "erzogen", wie es der Politik genehm war. Sie waren es damit, die bei den Regierungswünschen nicht entsprechendem Verhalten des Kunden (sic!) diesem das Handeln und Kaufen untersagten. Und das ist die wohl brutalste Zwangsmethode, denn ohne kaufen geht gar nichts.
Vielleicht wird sich hier also noch etwas entwickeln, das derzeit wie ein unbedeutendes Detail aussieht, aber weil schleichend, kaum sichtbar wirksam, noch große Bedeutung erhalten könnte. Wo der Staat Konsequenzen abwälzt, die seine wahren Absichten verschleiert, indem er so tut, als seien sie Absichten der Unternehmer. Die zu zwingen ihm leichter fällt, weil sie von weit weniger Vor- und Rücksichten (weil von keinen "Menschenrechten") beschränkt werden.
Denn schon jetzt ist der Unmut, der sich zusammengebraut hat, dem aber noch die Richtung und das Ziel fehlt, das ihn konzentrieren weil lenken könnte, beträchtlich. Sodaß in sehr absehbarer Zeit die Politik immer ausschließlicher von einem Wettlauf gekennzeichnet sein wird, wer wen als Sündenbock und Ziel der heute noch amorphen Abwehrenergie im allgemeinen Narrativ zum Begriff zu verankern vermag. Ganz ähnlich, wie man den Corona-Virus "(er)fand".
Montag, 17. Februar 2020
Wie es nur gehen kann
Schon der fehlenden Rohstoffe wegen würde ja Deutschland sagen, wo seine Stärke und damit Zukunft liegt - in der Kleinteiligkeit, der spezialisierten, fachdichten Produktion. Dies zu stärken, vor allem aber auch im globalen Markt zu schützen und das durchzusetzen wäre die Aufgabe der Politik. Deutschland, das eine Bevölkerungsdichte hat, die mit den dichtest besiedelten Gebieten in Ostasien konkurrieren kann, ist ein Land, das regelrecht göttlichen Auftrag hat, sich im Kleinen zu entwickeln. Und es muß somit - wie jedes Land - in gewissen Maß auch die Kriterien für seine "Märkte" selbst bestimmen und aus seiner Charakteristik heraus selbst vorgeben. Ziel jeder Volkswirtschaft muß zuerst nämlich einmal sein, sich selbst im Fluß zu halten.
Nirgendwo hat es dafür bessere Voraussetzungen als im Rückgriff auf die eigene Bevölkerung, auf deren Lebensweise, deren Werthaltungen, deren Gewohnheiten. Und deren Voraussetzungen, was die Problemlösungskraft anbelangt. Lustigerweise ist genau das dann der Moment (die Schweiz zeigt es ja seit hundert Jahren vor), ab dem die inländische Leistung auch im Ausland nachgefragt wird. Jedes Volk muß zuerst einmal SEINE Problemstellungen erkennen und lösen, und von dort aus - bestenfalls - kann es zu weiteren Wirkkreisen fortschreiten. Wir beschreiten heute aber den genau umgekehrten Weg eines absurden Werte-Universalismus, der uns aus dem Boden reißt und schließlich verhungern läßt. Das Wesen des universalsten Wertes, der Wahrheit, aber ist genau die Paradoxie, daß Wahrheit im allerengsten Umfeld beginnt, nur dort zu finden ist, und in der unendlichen Tiefe des Kleinsten endet. Dort, von dort aus ist auch dann das große Ganze der Weltprobleme zu lösen, und NUR von dort aus.
Wert aber hat (im Gegensatz zum Kapitalismus) mit freiem Markt zu tun. Freiheit heißt aber nicht Willkür, Schrankenlosigkeit gegenüber dem Bösen, sondern Freiheit zum Guten, zur Wertantwort im Begegnenden, das als Gut erkannt wird, das das Sein in der Tätigkeit entfaltet. In der eine Wirtschaft, die auf Schwächen abzielt (wie es die Wirtschaftsentwicklungen weltweit seit Jahrzehnten betreiben), keinen Platz hat. Denn Glück, Lebenserfüllung beruht auf Selbst-Aktivität, und aktiv werden kann immer nur ein Gut, ein Sein.
So trägt sich auch Entwicklung, Innovation "von selbst", weil sie historisch gegenwärtig werdenden Seinsantrieben und darauf beruhenden Lebensveränderungen entspricht. Die nur vom realen Leben herstammen können, wie sie keine Politik, kein Schreibtischfurzer bestimmen oder verordnen kann. Das unterscheidet VARTA von dem, was sich derzeit in der Automobilbranche abspielt (wo ja auch so viele Batterien benötigt werden), und dort jeden Saft aus den Knochen saugen wird.
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Montag, 20. Januar 2020
Am Puls der Zeit
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Sonntag, 17. November 2019
Eine alltägliche Sonntagsgeschichte
Staatsgelder und Umverteilung von Risiko auf die Allgemeinheit sind Naturereignisse geworden
Denn mit diesem Zuwachs war auch in diesem Fall die Aktiva-Seite des Unternehmens gehörig gewachsen, damit seine Bonität, damit die Kreditlinie, auf der aufbauend es seine Umsätze durch erweiterte Lieferfähigkeit gehörig steigern konnte. Was in diesem konkreten Fall damit endete, daß etliche kleine, sehr kleine Unternehmen schließen mußten, weil sie nun von einer neuen und nicht mehr lokalen Bezugsmöglichkeit zu stark konkurrenziert wurden, die ihnen vor allem den Grundumsatz wegnahmen. Der Staat hat also auch in diesem Fall das Gegenteil von dem gemacht, was er tun müßte: Statt den Schwächeren zu schützen, hat er den Stärkeren, Skrupelloseren, Entwurzelteren gestärkt.
Während eben jener nunmehr noch stärkere Geschäftsmann sogar sein Privatvermögen geschickt heraushalten konnte. Ja, es mit den nunmehr erzielbaren Gewinnen später geschickt und gehörig vermehrt hatte. Und heute gerne das ihm von vielen Seiten bestätigte Schild vor sich herträgt, daß er alles seiner Tüchtigkeit verdanke.
Welcher Tüchtigkeit aber verdankt sich heutiges Unternehmertum in vielen Fällen noch?
Der VdZ schwankt jetzt jedenfalls, welche Bewertungen er ändern soll. Die Unternehmer als Sozialstaatsschmarotzer bezeichnen? Oder jeden, der von Amt zu Amt läuft, um "ihm zustehende" Gelder abzuzocken, als Unternehmer? Die Begriffe scheinen jedenfalls zunehmend austauschbar. Daß sie es freilich oft so gar nicht sind, auch das weiß der VdZ aus zahlreichen persönlich bekannten Fällen. Er meint deshalb nur, daß man sehr gut scheiden können sollte. Und seinen Urteilsmaßstab nicht aus Vergleichen, sondern aus absoluten Kriterien holen sollte, die sehr wohl definieren, was ein Unternehmer ist und sein sollte. Und wieviel das mit Moral (und oft auch Intelligenz) zu tun hat.
Ein kleiner Hinweis zum Abschluß des Themas: Wer über die Tüchtigkeit so mancher Unternehmen und Unternehmer, die heute wie Monumente in der Wirtschaftslandschaft stehen, einen etwas anders beleuchteten Eindruck gewinnen will, dem sei das Buch "Wer konnte, griff zu" von Peter Böhmer empfohlen. Es behandelt nicht wenige Beispiele, wie viele heute "angesehene Namen" nach dem Zweiten Weltkrieg zu eben diesem Ansehen samt Vermögen kamen, weil sie es geschickt verstanden, sich durch Nähe zur Politik aus den "Re-Arisierungen" gerade der oft besten Teile der österreichischen Volkswirtschaft erschreckend skrupellos zu bedienen. Und wer die Geschichte der "Treuhand" in ihrem Umgang mit DDR-Vermögen nach 1990 betrachtet, wird zu recht ähnlichen Schlüssen kommen. Eine recht ähnliche und typische Geschichte ist die um die Zerschlagung der Hoechst-Werke in den 1990er Jahren, der ehemaligen IG-Farben. Achgut stellt recht eindringlich dar, wie durch politischen Willen immense Vermögen zerschlagen und in Europa-Dimension umverteilt wurden.
Freitag, 1. November 2019
Das Schutzsystem der Räuber
Aber jetzt heißt es hier, in dieser Arte-Dokumentation, daß Chinas Millionäre auf rätselhafte Weise verschwinden. Kein qualifiziertes Wort, daß diese vielleicht abhauen, weil sie die Gemeinschaft der Chinesen einfach beschissen und bestohlen haben. Nein. Denn im Liberalismus gilt ja gar nicht Wert und Arbeit, gilt ja gar nicht Leistung! Es gilt nur noch Cleverness. Und niemand hat mehr Cleverness als der Kriminelle. Der nicht mit der Gesellschaft lebt, sondern nur nach Schwachstellen sucht, an denen er sie übervorteilen kann. Und umso mehr auf eine Absolutheit von Eigentum pocht, die weder naturrechtlich noch moralisch ist. Genau der aber tritt mit moralischem Anspruch auf. Tibet. Ach, was für ein geeignetes Ersatz- und Tauschobjekt!*
Kexin mußte also in den Westen fliehen. Denn nur dort gilt jener Liberalismus, der jeden Räuber vor alle Opfer stellt, indem es auch erraubtes Gut schützt. Daß sich ein Staat (in dem Fall China) davon zu schützen versucht, ist nur zu verständlich. Und daß er dabei sein eigenes Rechtssystem nicht immer einhalten kann, will er effizient sein, begreifbar. Auch, wenn der Staat China heißt und nach offizieller Lesart böse und menschenverachtend ist.** Kexin ist das nicht weniger. Halt, er ist sogar mehr. Er ist auch abstoßend zynisch. Man sollte ihm eine Menschenrechts-Kolumne in den New York Times einräumen. Denn Kexin hat, wie man sieht, genau den missionarischen Eifer der wirklich Schuldbeladenen. Das paßt exakt zur jüdisch dominierten New York Times.
Gerade am Beispiel China läßt sich das hervorragend demonstrieren. Wie Kapitalismus nur gedeiht, wenn der Staat ihn auf Kosten des Gemeinwohls stützt. Dort gibt es Milliardäre, die nur durch ihre politischen Verbindungen "reich" wurden. Dann preisen sie auch gerne die Verdienste der sozialistischen Planwirtschaft - ein Ausbeutungssystem par excellence! - im Fernsehen. Klappen diese Verbindungen nicht mehr, mit deren Hilfe sie "reich" wurden, fliehen sie in den Westen und klagen den Heimatstaat der Menschenrechtsverletzungen an ... Dann ist es auch der Neid gewesen, in den das Ahnen von naturrechtsverletzenden, ungerechten, gierigen Unternehmungen gerne mal umgetäuschelt wird. Während sie selber zu selbstlosen Wohltätern der Menschheit werden. Und der Westen gliedert sie dankbar in seine Schutzwamme ein.
Herrschaften, ein Volk braucht verantwortungsbewußte, väterliche, freie Unternehmer. Es braucht einen in dieser Hinsicht freien Markt, jawohl. Es braucht das Moment des Risikos. Aber es braucht keine cleveren Geschäftemacher, die die Freiheit des Marktes ausnützen und hintergehen, die die Freiheit zur Pflicht für andere umdeuten und andere mit dem sprachlichen Duktus der Freiheit zwingen wollen, dumm zu sein.
Und so als Nebenprodukt eine Kulturrevolution wünschen und mit ihrer Macht fördern, weil es ihren a-sozialen Interessen dient.*** Denen sie freilich einen möglichst "absolut guten" (Klimapanik, Vielfaltsduktus, etc. etc.) Mantel umhängen, solange er ihnen dient. Denn den Liberalsten wird es eben auch zu viel, wenn diese Freiheit ihnen auf ihre Zehen steigt. Dann fordern sie "Keine Toleranz den Intoleranten", und so weiter. Solche aber sind in der Schar der wahren Feinde eines Volkes, das es nur gibt, weil und soweit es Kultur ist.****
**Wir haben schon mehrfach an dieser Stelle darüber geschrieben: Der Liberalismus, der aus seinem Wesen heraus unfähig ist, ein tragendes System aufzustellen, der deshalb aber immer gerne "gegen" etwas ist, deshalb heute wie seit je als Ankläger von (tatsächlichen) Mißständen auftritt, hat immer seine Grenze, die er nur geschickt zu verbergen vermag. Er fließt immer über in ein System der gut verborgenen Illegalität, um die Ordnung noch zu halten, weil diese schließlich (aus dem Schmerz des Übels) als notwendig erkannten Maßnahmen gegen seine Prinzipien auch des Rechtsstaates verstoßen. Wie soll das in China anders sein?
***Ach, es gibt angeblich Lichtgestalten wie Bill Gates (Microsoft), die nun über Stiftungen das Heil über die Menschheit ausstreuen? Herrschaften, wie blöd sind wir denn schon? Erst radiert dieser Mann eine ganze und vielfältige Landschaft von (lokalen) Programmierern und Ideen aus, drückt die Welt unter das Microsoft-Joch, und dann kommt er, und finanziert mit den geraubten Milliarden "Wohlfahrtsprojekte" (nach seinen Vorstellungen von Wohlfahrt) in der ganzen Welt? Geht es noch irrer?
****Auch der VdZ traut den Chinesen nicht, und sieht Projekte wie das "Seidenstraßenprojekt" mit größter Skepsis, das China Einfluß in Europa bringt, der den Kontinent eines Tages erwürgen könnte. Aber er meint auch zu sehen, daß die Chinesen nicht so dumm sind wie etwa die Europäer, die der VdZ zumindest westlich des Inn, (wenn nicht der Leitha also auch Cisleithanien) als fast vollständig vertrottelt, ja geistesgestört beurteilt.
Samstag, 25. Mai 2019
Wer rechnet schon mit Pornofilmen
Samstag, 6. April 2019
Der Samstag-Nachmittag-Film
Der Film arbeitet den Fall zwar nicht wirklich auf, aber er stellt doch einige Fragen, bringt ihn wieder ins Bewußtsein. Und das verdient die Geschichte um diese beeindruckende Unternehmerpersönlichkeit.
Der gewiß Schwächen hatte, schöpferische Ungeduld, eben die Ungeduld des Genies, das weit über seine Umwelt hinausragt. Dessen Leistung aber einen hohen Preis wert gewesen wäre. Nur um den ging es ja gar nicht, der Preis Borgward zu retten, wäre niedrig gewesen, hätte nur Mut gefordert.
Der Unternehmer Carl F. W. Borgward hatte damals 20 Prozent der Arbeitsplätze und 30 Prozent der Steuereinnahmen des Stadtstaates gestellt. Seine Autos wurden über den Hafen Bremen in die ganze Welt exportiert. Die galten als hoch innovativ und überaus ästhetisch. Borgward hatte auch dem kleinen Mann einen Wagen ermöglicht, mit dem er reüssieren konnte. Er war ein Synonym für das deutsche Wirtschaftswunder, ein Synonym für Kunden- und Mitarbeiterbindung, deren jeder sich als Teil eines persönlichen Kreises, als zu Borgward zugehörig sehen konnte. Borgwards Unternehmerethos als pater familiae war auch im Umgang mit den Mitarbeitern bahnbrechend und unerreicht.
Warum aber war es angesehen? Borgward ging 1961 nicht in Konkurs, weil der Unternehmer und Vater von 20.000 Arbeitern unfähig war. Sondern weil er zu großmütig, zu verspielt war. Das hat leider auch die Bundesregierung bzw. Erhard nicht richtig gesehen, die in liberalistischer Scheuklappenmentalität jede Hilfe verweigert hatte. Woraufhin Borgward nur noch die Bremer Stadtverantwortlichen blieben.
Wieviel Substanz sein Unternehmen hatte, war ihm gar nicht bewußt. Als die Firma 1965 - zwei Jahre nach Borgwards Tod - endgültig aller Patente beraubt, ausgeschlachtet und abgewickelt wurde, wurden sämtliche Gläubiger mit 100 Prozent ausgezahlt.* Nur aus dem Abwicklungserlös. Während die Bremer Politik Bauklötze staunte - plötzlich war wirklich ihr größter Arbeitgeber verschwunden. Der es sich sogar zur Aufgabe gemacht hatte, zahlreichen Nachkriegs-Vertriebenen aus ehemaligen Deutsch-Ost-Gebieten Arbeit, Brot und Zukunft zu geben.
Kein Autohersteller ließ sich in der Folge nieder. Sie waren alle nur froh, einen unangenehmen Konkurrenten losgeworden zu sein. Die Folgen für den gesamten Bremer Wirtschaftsraum waren katastrophal. Tausende Arbeitsplätze bei dutzenden Kleinunternehmen und Zulieferanten gingen ebenfalls verloren.
Das einzige fragwürdige, ja schäbige Element an dem Film ist der uns aber längst bekannte Versuch, ihm wenigstens ein bißchen am Rock zu flicken, indem sein Verhalten unter dem Nationalsozialismus "kritisch hinterfragt" wird. Jaja, diese Gutmenschen, die natürlich in allen Belangen ethisch großartig handeln ... Gott sei ihnen ein gnädiger Richter. Der heutige Gutmensch, das kann sicher gesagt werden, ist genau der, über den die Geschichte einmal streng richten wird. Indem sie sagt: Ja habt ihr das nicht gesehen? Habt ihr nicht die Verbrechen gesehen, an denen ihr beteiligt wart? Aber diese Anpatzerei ist wohl das Götteropfer, das heute auch jeder Filmemacher am Altar der Ahnungslosigkeit und Bösheit der political correctness niederlegen muß, um einen Film überhaupt machen zu können.
Carl F. W. Borgward starb 1963 an einem Herzinfarkt. Er hat das Unrecht, das ihm geschen war, nicht überwunden.
Rohrmoser starb 2005 an einem Herzinfarkt. Die größten Namen des Schisports sind mit Atomic-Schi verbunden: Annemarie Moser-Pröll, Marcel Hirscher, Benjamin Reich, Bill Johnson, Hermann Maier ... Man vermutet, daß die BAWAG damals Geld zur Abdeckung jener riesigen Verluste brauchte, die sie bei dubiosen Karibik-Spekulationen verzockt hatte. Daran ging auch die Bank schließlich in Konkurs. Eine Strafverfolgung des Falls Atomic wurde durch Intervention der SPÖ verhindert.
Mittwoch, 13. Februar 2019
Woke Capital (433)
Staatsbetriebe oder ehemalige Staatsbetriebe ("privatisiert") oder sehr staatsnahe Kapitalunternehmen (die z. B. von öffentlichen Aufträgen leben) zeigen diesen Charakter am ausgeprägtesten. Sie werden nur noch übertroffen von Unternehmen, die ausschließlich über "Bewußtseinszustände" funktionieren, die also bestimmte Bewußtheiten brauchen, um überhaupt Geschäfte machen zu können. Wie es im Öko-Bereich der Fall ist, oder bei Unternehmen, die Waren für Feministen, für weiche Väter und harte Frauen, oder dezidiert für ein bestimmtes Klientel anbieten, das eine Ideologie oder Weltanschauung vertritt.
Zu letzteren gehören übrigens auch Unternehmen, die auf den ersten Blick ganz anders orientiert scheinen, technisch vielleicht, wie Apple, Google, Facebook, mit Einschränkungen sogar Microsoft. Denn um diese Produkte (und deren Nutzen) zu benötigen, braucht es zuerst (!) eine bestimmte Weltanschauung, eine bestimmte Haltung zur Welt. Und die muß dann am Laufen gehalten werden.
Montag, 28. Januar 2019
Gutes Wirtschaften heißt, gebraucht zu werden
Interessantes Detail: Grupp, der übrigens keine Akademiker einstellt, denn die "wissen viel von nichts", garantiert seinen Mitarbeitern, daß auch deren Kinder im Unternehmen einen Arbeitsplatz finden. Der Grund? Eltern werden nie zulassen, daß ihre Kinder schlecht arbeiten. Da geht es um Familien- und Elternehre. Kinder von Mitarbeitern sind somit "Rosinen" am Arbeitsmarkt.
Schön, was Grupp über die Situation vor vierzig, fünfzig Jahren erzählt. Wo Unternehmertum, Selbständigkeit das Ziel praktisch jedes guten Mitarbeiters war. Den man schon deshalb gut bezahlte, damit er dem Unternehmen gewogen blieb, und nicht seine eigene Firma, seine eigene Fabrik aufmachte. Alles das war getragen von einer weitreichenden Struktur von Kleinunternehmen, die praktisch jedem die Möglichkeit bot, auch mit geringen Mitteln in Selbständigkeit sein Leben zu gestalten. Schön auch was er über die identitätsbildende Kraft eines Unternehmens sagt, in dem sich alle als Teil einer Familie sehen. Jedes Kind muß stolz auf sein Elternhaus sein können. Dazu muß es schon als Kind in der Tätigkeit der Eltern mitleben. (Dazu braucht es, so nebenbei sagt es Grupp, eine stabile Ehe.) Das Kind, der Heranwachsende muß das Nahe kennen und kennenlernen. Von der Herumfliegerei der Jugendlichen in der Welt hält er deshalb nichts. Was soll es bringen zu sehen, wie andere Unternehmen funktionieren? Das Eigene soll man kennen! Und: Solche jungen Menschen werden das Nahe nicht mehr schätzen, weil sie andere Gewohnheiten annehmen und andere Ansprüche züchten.
Das Schönste im Leben, sagt Grupp, ist nicht, Geld zu zählen. Das Schönste im Leben ist, von anderen gebraucht zu werden. Und dafür muß man sich tauglich ("tüchtig" kommt von "fromm", also von "gemäß", Anm.) machen und halten. Dazu braucht es verbindliche, stabile menschliche Beziehungsumfelder. Und die sind zuerst und für jeden in der Heimat zu finden. Ihr muß man sich verpflichtet fühlen, ihr seine Problemlösungskraft schenken. Denn dort liegen dann auch Anerkennung, Respekt, Würde und gerechter Wohlstand.
Denn der VdZ ist der Meinung, daß sich unter den heutigen Bedingungen ein Unternehmen im traditionellen Sinn aufgrund der Rahmenbedingungen fast nicht mehr gründen läßt, es sei denn, man ist zur Selbstentfremdung bereit. (Warum aber wird man dann noch Unternehmer?) Die gegenwärtigen Strukturen sind bereits zu sehr Einbahnen der bloßen Geldproduktion, die nur noch das Recht des Stärkeren, Sittenloseren, Skrupelloseren gelten lassen möchten, sind zu sehr nur noch Ablaufoptimierungen.
Dazu kommt der Neid als Folge einer Gesellschaft eines kultivierten Narzißmus, wo kollektive Staatsabhängigkeit ein verfehltes Anerkennungsschema etabliert hat, und wo Vernunft als bedrohlich verdrängt, ja bekämpft wird. Man muß sich heute die Frage stellen, ob nicht traditionelles Unternehmertum in Feindesstellung zu unserer Kultur stehen muß. Grupp kann auf ein in Generationen gewachsenes Umfeld zurückgreifen, und es sei ihm auch gegönnt.
Aber gerade solche Felder eines solidarischen, stabilen Umfelds gibt es heute nicht mehr, jeder ist auf sich allein gestellt. Solidarität hingegen gibt es nur noch als kultische Abwehr des Wahren, als Solidarität der Schadenfreude und der kollektiven Angst vor der Vernunft, der man im eigenen Leben widerspricht, deren Stimme man nicht mehr hört weil hören möchte. Tradition hat etwas ganz Fatales. Ist die personale Weitergabe (die weit mehr enthält, als sie bewußt erfassen - und damit rekonstruieren - ließe) einmal zerrissen, einmal unterbrochen, läßt sie sich nicht mehr (lebendig) re-etablieren.
Donnerstag, 24. Januar 2019
Ein Deutschland vom Feinsten
Das geht bis hin zum Regionalitätsprinzip, das Grupp so großartig realisiert. Unternehmer sein heißt eben Vater sein. Unternehmen sind nur eine andere Ebene der Familie. Das ist ohne persönliche Verantwortung nicht möglich. Weil sonst die Wirtschaft einen Charakter annimmt, der nur ins volkswirtschaftliche und politische Desaster führen kann.
Dienstag, 4. Dezember 2018
Ein Beispiel für staatlich geförderte und gewollte Raubtiermentalität (2)
Noch eines sei erzählt, denn die betroffenen Unternehmen haben - namentlich in der Semperit AG - eine gewisse Spur in der Geschichte des VdZ hinterlassen. (Den Besuch im Aluminiumwerk Ranshofen im Rahmen einer Schulexkursion, das muß 1978/79 gewesen sein, nicht eingerechnet. Österreich war damals einer der größten Aluminiumproduzenten der Welt. Ein ganzes Donaukraftwerk war nur deswegen errichtet worden, denn Aluminium braucht viel Strom.)
Neben persönlichen Kontakten zu Mitarbeitern in der Lenzing AG (da war so eine Geschichte mit Holzkäufen aus Rußland, wo die Lenzing AG Schwemmholz aus den großen russischen Flüssen, bestes, engwüchsiges Holz, in Gegengeschäften erworben, zu guten Preisen anbot; damals hatte der VdZ ja ein Holzbauunternehmen) hat der VdZ mit Aktien der Semperit AG Geld verloren. Warum? Auch die Semperit AG - ein traditionsreicher Hersteller von sehr guten Reifen - wurde privatisiert. Und an einen deutschen Reifenkonzern (Continental) verkauft.
Was an Absatzmärkten existierte (unter anderem war das der gesamte Europaexport von Toyota) wurde vom neuen Besitzer eingestreift, ein Konkurrent ausgeschaltet, das in vielen Jahrzehnten angesammelte Know-How eingestreift, und um das alles war es wohl auch nur gegangen. Die damals erinnerlich ausgehandelte fünfjährige Fortführungsgarantie durch Continental war wertlos. Wer konnte, rettete seine Schäfchen aufs Trockene.
Nur wenige Spezialreifen wurden fortan noch hergestellt, hunderte Mitarbeiter, alles Fachkräfte, wurden entlassen. (Darunter zwei gute Bekannte des VdZ.) Die Nachrichten in den Zeitungen waren unisono düster, der Fall abgehakt. Die Aktien fielen und fielen, und vermutlich ließ man sie nur an der Börse, um im beabsichtigten Liquidationsfall lästig werden könnenden Streubesitz einzukassieren.
Der VdZ stieß seine Aktien (seufzend, er hatte ja in ein Unternehmen investiert, ein gutes Unternehmen, mit guten Produkten und gutem KGV) eines Tages auch ab, um unabsehbare weitere Verluste zu beenden. Bis der Freiverkauf überhaupt eingestellt wurde. Ein ehedem österreichisches Paradeunternehmen mit einer berückenden Geschichte (und guten Produkten) gab es nicht mehr. Zumindest nicht mehr in nennenswerter Aktivität. Kapitel abgeschlossen. Wie die vermutlich ausgesaugte, leere Resthülle in die Unternehmensholding der Ranshofen AMAG gekommen war, ist dem VdZ nicht mehr bekannt.
Der konkrete Fall steht, wie gesagt, noch unter dem Konjunktiv. Das Vorgehen selbst ist aber genau in diesem Konjunktiv exemplarisch für die Gegenwart. Und im Verlängern von Tangenten, die nicht ganz unwahrscheinlich sind, geeignet, etwas Prinzipielles zu zeigen. Nämlich welcher Natur von Menschen unsere Staaten durch die Politik mittlerweile entsprechen.
