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Donnerstag, 30. Dezember 2021

Viele Wege führen ins Heute (3)

Wenn eine Organisation nur noch sich selbst verwalten kann. Nur das Schöne ist auch effizient. Aber es kann nicht nachgeliefert werden. - Das mag zwar gewollt worden sein, ja man kann davon ausgehen, aber nur von der Staatspolitik. (Während die Regionalpolitik vermutlich mit der Knackwurst der "Vereinfachung" oder sogar "Kostenersparnis" gelockt worden ist.) Der Bürger aber wurde getäuscht. Ihm wurden Kriterien als gewünscht vorgemacht, die verglichen mit den wirklichen Konsequenzen solcher "Verwaltungsreformen" nicht nur gar nicht erfüllt werden, sondern von den negativen Folgen für eine Gesellschaft als Ganzes bei weitem (!) übertroffen werden.
 
Was (um zu verdeutlichen was gemeint ist) so weit gehen könnte, daß ab einer bestimmten Größe ein Organisationsapparat überhaupt NUR NOCH mit sich selbst beschäftigt ist. Also nicht nur immer weniger, sondern gar keine Leistungen für ein Außen mehr erbringen kann. Dem dann der Bürger somit als Feind gegenübersteht, als lästiger, unnötiger Kropf, als Störer der Ordnung schon nur, weil es ihn gibt.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Viele Wege führen ins Heute (2)

Wie wir die Prügelpolizei begrüßt haben. Wie die Exekutive eine fremde Identität annahm, ohne daß wir es merkten. Denn das Wirkliche ist unsichtbar. - Was so kompliziert umschrieben ist, ist einfacher gesagt. Die lokalen Ordnungskräfte waren immer ein bißchen menschlicher, und paßten sture Gesetze der menschlichen Ungefährheit an. Denn es spielt eine Rolle, in welcher -Situation jemand persönlich gerade steht, wie er sich dann öffentlich verhält. Weiß das der Beamte, der "einschreitet", kann er es berücksichtigen. Und als junger Mann habe ich so manches erlebt, wo (etwa bei der Maturafeier) eine jugendliche Ausgelassenheit leichtsinniges Verhalten (das am Rande eines Schadens spazierte, aber eben: noch am Rande blieb) mit sich brachte, das durchaus "nicht gesehen" werden muß, weil es eine Ruptur in ein Leben bringt, die völlig unnötig ist.
 
Speziell daran dachte ich immer wieder, als ich Videos über die seltsamen Eingriffe der Polizei bei den Anti-Corona-Demonstrationen der letzten Monate und Jahre sah. Einen eigentlich völlig friedfertigen jungen Mann, der nicht einmal keine, sondern eine "ungenügende" Mund-Nasen-Maske trägt, wie einen Schwerverbrecher zu Boden zu werfen, seines Besitzes zu berauben, und in Handschellen abzuführen entbehrt nicht einer gewissen Befremdlichkeit. 

Dienstag, 28. Dezember 2021

Viele Wege führen ins Heute (1)

Ich kann mich nicht erinnern, außer auf diesen Seiten je eine wirkliche Kritik an den in der ersten ÖVP-Regierungsära 2000 - 2006 als "Erfolg" an die Fahnen geheftete Zusammenlegung sämtlicher Exekutivkräfte Österreichs gesehen zu haben. Brav trottelte das Land hinter der Karotte einher, auf der geschrieben stand, daß diese Zentralisierung Effizienz und vor allem Kostenersparnis brächte. Sämtliche Begleiterscheinungen (was tun mit nun drei Dutzend Generälen?) wurden als Übergangsprobleme dargestellt. 

Bis heute aber hat sich nie eine sinnvolle Evaluierung der damals durchgeführten Zusammenlegung der Gendarmerie, der Lokalpolizeien (jede Stadt ab einer gewissen Einwohnerzahl mußte eine eigene Ordnungspolizei betreiben) und der damals noch wenigen Bundespolizeistellen gefunden. Ist heute alles Bundespolizei, gab es eine solche Bundesstelle früher lediglich in kleinen Umfang. Etwa als Kriminalpolizeistellen für Verbrechen einer bestimmten Dimension, oder in Form einer paramilitärischen Anti-Terror-Eingreiftruppe, die in ihren Anfängen als WEGA sogar zu beachtlichem internationalem Ansehen kam. Ähnlich der deutschen GSG9, die ihr entschlossenes Eingreifen in Mogadischu weltberühmt machte.