Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Viel zu wenig bekannt. Antonin Dworaks "Stabat Mater". Viel zu distinkt, um in konzertinem Format präsentiert zu werden, selbst wenn der Dirigent Harnoncourt heißt. Was wäre die Objektivität, die er sonst angeblich so sucht? Ein "Stabat Mater" im Konzertsaal? Aber gut. Sehen Sie weg, geneigter Leser, hören Sie. Hören Sie nur. Es ist dieser Tag.
Wer wäre deshalb prädestinierter als der Sachlichkeitsfanatiker Herbert von Karajan, um Dworaks 9. Symphonie (mit dne Wiener Philharmonikern, noch dazu) zu dirigieren? Der Leser möge die Bemerkungen der letzten Tage selbst testieren. Ein Tip: Vergesse der Leser die Bilder. Höre er nur zu. Wenn er direkt im Konzersaal sitzt, ja, dann möge er auch sehen, und dann sieht er viel, das sein Hören sogar erweitert. Aber sonst höre er nur.
Die Bläser in Dworaks letzter Symphonie sind - inspiriert von den Negerblues am Mississippi - wie das Abstoßen von der Alten Welt. Aber wo endet Dworak, zurück in Europa? Er beendete sein gesamtes bisheriges Schaffen - man denke nur an sein unglaubliches "Stabat Mater" - und endete persönlich in einem Schlaganfall. Die Widersprüche gingen nicht mehr zusammen. Und wenn, das ist das Groteske, hätte Dworak in seiner Neunten tatsächlich den Wurzelgrund einer amerikanischen Kultur gesehen und definiert. Aber es kam dort anders. Die Entscheidung fiel etwa Ende der 1920er Jahre zur Unkultur. Dworak nimmt es in der Melancholie seiner letzten Symphonie quasi vorweg. Sie ist deshalb wie der Abgesang an eine nicht gewirklichte Möglichkeit. 1930 begannen die rassistisch-genoziden Anti-Schwarzen-Programme der US-Regierung, die heue und vor allem von den Gutmenschen sogar wie Schwarzen-Protektionsprogramme verkauft werden, und dabei pure Eugenik sind. Irre. Einfach irre.
Und ab dem Beginn des vierten Satzes schaue der gneeigte Leser wieder auf die Bilder, schaue Karajan. Als dirigierte er genaud diesen Abgesang, dieses "Zurück zu Europa". Bernstein könnte das nie so, der würde beim Versprechen der Neuen Welt bleiben, ja es verstärken. Karajan verabschiedet die Mississippikultur, und endet an der Moldau Smetanas, mitten im Dworak. Hollywood hätte es nicht besser machen können.
Oh Amerika, USA, was hättest du werden können! Hort der Freiheit, Hort der menschlichen Größe ... vertan, verloren, vergeben.
Karajan, wer sonst, bringt die Schärfe der Kontur durch exstreme Sachlichkeit im Detail, und erst damit den Glanz der ganzen Vision. Denn faktisch vorgefunden haben sie weder Dvorak noch Kafka noch ... alle die, die der Legende glaubten weil sie so gerne gewirklicht gesehen hätten, und sie im 19. Jhd. durch Reisen in die USA suchten und ... nicht fanden, enttäuscht wiederkehrten. Und schließlich malten, wie sie sie erträumt hatten. Die Details, das Vorgefundene, Vielfältige der USA aber natürlich dabei verwendten, aber in neuem Horizont - als Ganzes - neu ordneten.
Der VdZ - der selbst noch nie in den USA war - kennt Auswanderungswillige, die voller Mut und Optimismus und Gestaltungswillen hinfuhren, und gleichfalls (also im 20. Jdh.) tief enttäuscht zurückkehrten. Keinen Traum von Freiheit, sondern eine Müllhalde des Barbarischen hatten sie vorgefunden. Dort wollten sie nicht leben. Da war noch die Bedrückung in Europa erträglicher. Die USA ist nur noch für die Schmeißfliegen Europas anziehend. Der Bruch zum Barbarismus geschah im Sezessionskrieg 1862-65, scheint in den 1920er Jahren seine dämonische Gestalt gefunden zu haben, aus der Schwäche, die sich im 1. Weltkrieg manifestiert hatte, und wurde defintiv mit Roosevelt, versiegelt mit der Beseitung Kennedys, als scheinbar Letztem, der diese Weiche überhaupt noch erkannt hatte. Heute ist die USA nur noch wüste Halde, auf dem Weg zu niedrigster Menschheitsstufe. Entwicklungsland in spe. Wer das beobachten möchte, sollte seine Augen auf die USA richten. Alle suchten und suchen eine "Neue Welt" - und alle finden ... die USA.
Es gibt im Netz noch eine gleichwertige, ja fast noch bessere, hier präzisere und dabei dort emotional bewegendere Version unter Masur, aber sie ist technisch mühsam zusammenzukratzen. Deshalb hier - Karajan mit den Wiener Philharmonikern. Karajan hat halt so viel musikalische Kraft, daß dem geübten Hörer irgendwie bald alles nach "Karajan" zu klingen beginnt. Aber mit seiner fast starrsinnigen Präzision und Abstraktion geht man nie wirklich fehl.
Dennoch, oder natürlich auch mit Karajan: Was für ein zweiter Satz! Wer hier weint, muß sich nicht schämem. Er weint um die Schönheit der Menschheit, den Lobpreis der Schöpfung, weint aus Sehnsucht nach in diesem Leben Unerreichbarem. Weint aus Sehnsucht nach dem Späteren und Verheißenen. Weint nach dem Ursprung in Gott. Und lebt gerade daraus auf zur fast schneidenden Kraft des dritten Satzes, die Karajan hier bis zur Schmerzgrenze vortreibt. Jeder Ton jedes Instruments wird hier zur Bewegung, zum Tanz, nicht eine Sekunde ohne Gestalt, und das heißt: Bewegung. Unfaßbar das Ineinandergreifen oft kleiner Melodielinien, man braucht, um es zu begreifen, das Dworak hier geschaffen hat. Man wird unmerkbar gezogen, eines verwirrt sich, das andere aber ist darin bereits vorbereitet. Welt, Vielfalt der Welt, und doch in eines führend.
Es bricht im vierten Satz zu einem Furioso der Utopie auf, wo der Mensch die andrängende Chthonik zwingt (man sieht förmlich den Mississippi, die Ströme und Wälder und Gebirge und reißenden Flüssse Amerikas, man hört den sonoren Singsang des Negers über den Wassern, der originalsten Kulturwurzel, über die Amerika verfügt hätte), das Alles zur Kultur zwingt.
Dworak hat sich hier völlig ins Unendliche verloren, von allem "realismo" gelöst, und er hat recht getan. Der Hörer lasse sich fortreißen in den Strudel des Wunderbaren der menschlichen Größe - der Kultur, diesem emphatischen Chor vor Gott! Der umso wahrnehmbarer wird, als Karajan alles menschliche Selbstwollen im Hörer immer wieder zurückhält, denn das ist seine "Art", wo er den Hörer diszipliniert, bändigt, und so das Erleben noch größer macht, weil überhöht, indem er das Hörerlebnis ins Ereignishafte des Unerwarteten, Staunenden zwingt. Denn nur mit Staunen kann man noch hören. Das zu können macht Karajan zum Priester und Propheten.
So hätte Amerika sein können. Kein Künstler ohne das Wissen um das Ewige, keiner ohne Wissen um das defintiv Schöne, keiner ohne brüllende Sehnsucht danach, und keiner ohne Verzweiflung, es bestenfalls, bestenfalls streifen zu dürfen. Dworak brüllt zu Gott, um eine "Neue Welt". Dann starb er. Gott möge ihm erfüllt haben dieses Brüllen, in dem Dworak alles hingab, um Neues aus den Himmeln zu schütteln. Das Wesen der Kunst ist nicht "realismo", es ist die Suche nach dem Archetypischen. Denn alles Vereinzelte ist nur die Individuation des Allgemeinen der idea in der Ordnung Gottes, und so ist überhaupt Welt. Nur so.
Die Welt ist aus der Musik. Der erste Mensch sang in Versen, und sein Bewegen war der Tanz. Und wir werden es dereinst wieder tun, in der neuen Schöpfung. Auf sie leben wir hin, vergessen wir das nicht. Wir leben auf den Tanz im Singen hin, wo der ganze Kosmos in unendlichem Jubel aufklingt! Glücklich, wer es ahnen darf. Er weiß. So mögen wir hoffnungsvoll sterben.
Deshalb löst sich auch Dworaks Utopie in wirbelndem Tanz auf. Sie ist Endpunkt aus Lösung irdischer Verstrickung, und wird so zum Anfangspunkt einer Neuen Welt.
Das Paradies auf Erden ist nicht erreichbar. Aber kann man Mensch sein, ohne es zu ersehnen? Kann man Mensch sein, ohne es im Gottesdienst, der Heiligen Liturgie, dem vollendesten Kunstwerk, und ahndungsweise in jedem großen Kunstwerk, zu erfahren? Kann der Mensch Mensch sein ohne Utopie? Man muß zur Schönheit aufstehen, auf daß der Kopf ins Ewige rage! Mit wem ist diese Menschheit vergleichbar? Wir haben gespielt, aber ihr habt nicht getanzt. Und ansonsten schenken wir der Utopie jene Milde, die ihr gebührt, und danach erst jene Schärfe, sie sie braucht.
Die Frau wird über den Mann in ihr Selbstsein und das heißt: zu Gott geführt. Es ist nicht anders als bei der Kirche, der deshalb Maria ALS URBILD gilt. Sie hat keinen direkten Weg, kann den Mann nicht umgehen. In gewisser Hinsicht spielt sich dieses Geschehen INNERHALB der Schöpfungsordnung ab, in gewisser Weise ist es also ein weltimmanent-materiales Geschehen - der Anknüpfungspunkt zu Gott liegt im Mann, dem Mittler. Die Frau verhält sich also zum Mann, wie der Mann zu Gott.
So, wie die Welt überhaupt über diese Dynamis der Ideen Gottes - Analogie zur Dreifaltigkeit - definiert ist. Die Dinge (Erkenntnisobjekte) selbst haben kein erkennbares "An sich" (auch wenn sie nur dadurch "sind"). Sie werden erst durch diese als Mittler zur Erkenntnis fungierenden Ideen (als Ideen von Beziehungen) erkennbar. Erst von dort her werden sie, wird der Mensch in Eigenschaftlichkeiten - nämlich: der Wahrheit - überhaupt erkennbar. Und damit auch in Taten konkret liebbar (und ohne Tat keine Liebe).
Denn eine "direkte personale Begegnung" von Mensch zu Mensch gibt es gar nicht, so wie es keine direkte Begegnung zwischen Mensch und Objekt gibt. Begreift man Begegnung als aktiven personalen Akt (und damit selbstverständlich und unlösbar "Kultur" - Kultur ist das, wie der Mensch sich selbst aktuiert, natürlich zum Leben hin, also Leben füllt, vollfüllt). Persönlichkeit ohne Kultur ist deshalb nicht ein technisches "nicht möglich", sondern es ist ein ontologisch untrennbares "nicht möglich", ein Aspekt derselben Sache.
Von dieser Form her wird der Mensch also "fleischgewordener logos", aus der Form, die aus der Idee Gottes (die im Insgesamt seiner im logos - SINN als Richtungsbild! DAMIT ALS "Gestalt"! - erfüllten Ordnung als lebendiges Insgesamt des lebendigen Austausches west - wieder: der Verweis auf die Trinität als lebendige Ganzheit und Einheit IM Vollzug, IN der Liebe, IM Zuhauch des Geistes) stammt, und auf die hin der Mensch hin sich transzendieren (also: an der Anfrage und damit Aufgabe orientieren, nicht "an sich") muß - UM SICH ZU EMPFANGEN. Denn der Mensch empfängt sich, er kann sich nicht selber machen.
Von Gott zum Menschen geht es durch den logos (Sinn, Wort, Ideengestalt, -dynamis), zum Mann zur Frau durch das schöpferische Wort (das weit mehr ist als nominelles Wort, das nominelle Wort ist nur ein Aspekt davon) - beide vereint und einander zugeneigt im eros, dem schöpferischen, einenden Liebeshauch. Denn die Frucht des Erkennens - wie seine Quelle - ist Leben und deshalb Liebe.
Und so sind wir wieder beim Beginn, nur wird nun vielleicht die Genesis verstehbarer, ja nur so wird sie erst verstehbar: Eva, aus der Rippe Adams genommen. Fleisch von meinem Fleisch, Bein von meinem Bein. Die Frau also ist über den Mann an diesen ordo - der Wille Gottes, der darin west - angeschlossen (um es anschaulich zu machen), genommen aus seinem logos (als logos spermatikos). (Etymologisch stammt Frau aus Fron/Leib/Männin.) In gewisser Weise ist sie also "weltimmanent" (materia - mater), solange sie nicht über einen Mann an die Geist- und Gnadenordnung Gottes angeschlossen ist.
Sie bezieht ihre Identität aus dem Mann, ihr Selbstsein empfängt sie von ihm (damit es zur Gestalt werde, denn als Person hat dieses auch ein Eigensein), während der Mann es aus der Idee (als Sinn-Dynamis) - der Dynamis der Beziehungsdefinition (mein Gott, wie schwer, das in irdische Sprache zu fassen; eigentlich bliebe nur Poesie; das zeigt die Crux jeder Philosophie, die mit irdischen Mitteln göttlichen Ideen genügen, den Menschen diesen zu öffnen soll) - im Ordo Gottes bezieht.
Nicht als "Gleichberechtigte" auf gleicher Höhe (ein oft fataler Fehlschluß auch dynamischer Mann-Frau-Konzepte) können sich also Mann und Frau gegenüberstehen. Nicht nach irdischem Sinn. Hier KANN Identität und damit Ganzwerdung im Heil nur über diesen "hierarchischen" - Hierarchie heißt ja: "Heilige Ordnung" - Zueinander passieren. Im Schlußergebnis freilich gleich an Würde, aber bitte: doch nur durch - wie in - wie miteinander. In dieser Ordnung.
An dieser Stelle setzt das wesentliche Begreifen des Sakraments ein. Denn erst in diesem wird diese Dynamis als Gesamt (mit Mann und Frau) davor bewahrt (wie es auch an nicht-christlichen Kulturen beobachtbar ist), ins willkürlich Innerweltlich-Faktische abzugleiten. Durch das Sakrament kann also die Frau darauf vertrauen, daß ihr Mittler auch der Weg zum Heil, zur eigenen Werdung in der Vorsehung Gottes ist (mit dem wichtigen Hinweis, daß die Idee in Gott nicht zum starren Bild vergegenständlichbar ist). Ohne Sakrament treiben deshalb beobachtbar Mann und Frau oft sogar deutlich von diesem Ordo in Gott weg (wenn auch natürlich als Seiendes vom Sein - im ordo, als ordo - her immer bestimmt).
Es ist die Ordnung, es ist dieses Hierarchie-"Bild", das im übrigen über die gesamte Schöpfung zu legen ist (!), weil diese überhaupt erst definiert, zur Schöpfung macht gerade IM WORT, dem Fluidum der Kultur also, dem Fluidum des Menschlichen also, dem Fluidum des Wahren (als Wahrheit) ... das die Inhalte des zu Lebenden vorgibt.
Und nur in diesem Selbstübersteigen in diesen ordo (auf eine Weise auch unabhängig von der Sakramentalität)wird der Nächste, wird Frau/Mann einander erkennbar! Denn im direkten Entgegen ist "nichts" erkennbar, erst im ordo wird der Mensch bestimmt. Es wird durch den ordo mit "Inhalt" bestimmt, und somit weltliche Eigenschaft des für, und damit je für den anderen erkennbar - und damit liebbar.
Stichworte zum weiteren Aushellen der Thematik: Würde und Größe der Frau als Nährerin und Gebärerin der Ordnung der Welt ALS Welt überhaupt (Kirche!); Polarität Idee in Gott - Materia (Größe der Materie, nur im Menschen als Kultur, immer Kultur); Familie als Urbild des Staates beziehungsweise jeder kulturellen Organismik - Phänomen des "Fraktalen" als Verweis auf diese Matrix schon im Materialen; Verbindung in allen Kulturen beobachtbar: Mann-Priester-Vater-König; einfaches Volk-Frau; jeder Aspekt nur als Aspekt denkbar, niemals aus dem Ganzen zu trennen, dennoch mit einem Eigensein (Verstehensverweis auf die Trinität - die Dreipersonalität als EIN Gott).
Zum Fest "Mariä Schmerzen" - Schmerz des Mitleidens als Wesensart der empfangenden und austragenden Frau, aus der damit der logos der Wahrheit zur Welt geboren wird
***
Das Stabat Mater von AntoninDvořák
mit dem Wiener Arnold-Schönberg-Chor unter Nikolaus Harnoncourt
Kaum aber ein Musikstück erscheint dem Verfasser dieser Zeilen so verlogen, wie Dvorak's 9. Symphonie "Aus der neuen Welt". Dvorak, der selbst aus Amerika zurückkam, wohin er zuerst auswandern wollte, aber dann bekennen mußte, restlos enttäuscht zu sein, überhöht damit das von ihm faktisch Gesehen ins Epische. Und das mißlingt.
Es wird ein eindrucksvolles Musikstück, gewiß, das aber aus europäischer Überformung lebt, die die Wirklichkeit, die Dvorak erlebt hat, überhöht, irrealisiert. Dieses Amerika der Hoffnung und Zukunft gibt es nicht.
In seiner 9. Symphonie schafft sich Dvorak eine Welt, die er erhofft und erträumt hatte, die aber nicht passiert ist. (3. Satz!) Er nimmt also auf, was er gesehen hat, bis hin zu den Negroe-Spirituals am Mississippi, aber er selber hat alledem, nachdem er es erlebt hat, keine Zukunftskraft beigemessen. Er hätte sie nur gerne gehabt. Das ergibt diese Ähnlichkeit im Gestus zur "Moldau" von Smetana, der die Geschichte des Flusses als Symbol für eine neu aufbrechende Zukunft erzählte. Dworak wollte das, was dem tschechischen Volk im Willen brannte. Er wollte es sehr. Und so hat er das Idealbild des (nie so erlebten) Amerika in eine Utopie für eine neue, utopische Tschechei umgemünzt.
Kaum aber ein Musikstück erscheint dem Verfasser dieser Zeilen so verlogen, wie Dvorak's 9. Symphonie "Aus der neuen Welt". Dvorak, der - wie so viele andere - aus seinem vermeinten Traumland Amerika zurückkam und bekannte, restlos enttäuscht zu sein, überhöht damit das von ihm faktisch Gesehen ins Epische. Er zeigt nicht Amerika, er zeigt ein Land, das er nach wie vor nur sucht.