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Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 18. November 2021
Suche im leeren Raum (1)
Freitag, 23. Juli 2021
Als wäre das eine Lösung (2)
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Das Corona-Geschehen weise auf Personen hin (was sie zwar nicht explizit ausspricht, aber implizit klar meint) die Interessen verfolgen. Es ist zu geplant, zu strukturiert, zu "geordnet". Und Ordnung kommt nur - eiderdautz! auch solche Wahrheiten sind zuhauf erkennbar! Dabei verlangte doch die Evolution als treibender Faktor der Geschichte das genaue Gegenteil, den Zufall, also die "Nicht-Person"! - von Personen.
Dienstag, 20. April 2021
Warum der Subjektivist immer lügt (2)
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| QR DDr. M. Spitzer |
Der Mensch hat in sich ein Bild eingegossen, in dem er sich als Ebenbild Gottes weiß. In dem deshalb auch ein Weltbild besteht, das aus seiner inneren Grammatik auf jene Wahrheit ausgerichtet ist, die in Selbstüberschreitung der einzige Weg ist, um Gemeinschaft herzustellen, also den Solipsismus, dieses furchtbare Gefängnis der Abgeschlossenheit, der Gefangenheit in sich, zu überwinden.
Über eine Teilhabe an einem Ort, den auch andere betreten haben. Sodaß Leben überhaupt nur heißt, einen Ort betreten zu haben, an dem sich Wahrheit konstituiert. Dieses elementare Wissen trägt jeder untrüglich in sich. So untrüglich, daß es immense Anstrengungen braucht, um dieses innere Gefühl so zum Verstummen zu bringen, daß es nicht mehr "gehört" wird. Weil die übergelagerten, habituellen Strukturen dieser inneren Struktur widersprechen.
Im Fall der Sommer-/Winterzeit ist es das Wesen des Kulturellen, das mit der verordneten Ordnung der Willkür in Konflikt gerät. Es ist nun nicht so, daß es ein so prinzipielles Problem wäre, daß es nicht nach einigen Wochen (jeweils!) zu den Übergangszeiten behebbar wäre. Weil sich der Habitus (mit einigem Aufwand) wieder verändert hat. Und Menschen, die nach dem Sonnenlauf leben können, um dann ihren inneren Ablauf mit dem äußeren kaum koordinieren zu können, gibt es (leider) nur noch wenige. Das gilt auch für Landwirte.
Im Fall anderer Themen aber gilt es nicht. Das gilt für den gesamten Bereich der Sexualität, es gilt für Haltungen gegenüber Alten, es gilt für Erziehungsfragen, für Bildungsfragen, für Fragen des Wirtschaftens, es gilt einfach für sämtliche Bereiche unserer Lebenswelt. In diesen wäre das Subjektive, wenn es richtig verstanden ist, sehr wohl Maßstab wie Lieferant von Rückmeldungen auf Übereinstimmung mit dem Wahren, Guten, Schönen. Sodaß man davon ausgehen muß (und in Vorzeiten sehr wohl davon ausgegangen ist!) daß der Mensch in seinem Innersten die Wahrheit kennt, fühlt, und deshalb auch fühlt, wenn ein Außen, ein Lebensvollzug, eine Aussage damit übereinstimmt, oder nicht. So, wie jedes Tier, jede Pflanze nie etwas tut, das außerhalb ihrer natürlichen Ordnung steht.
Wohl ist der Mensch ein Geist-Leib-Wesen. Aber das Prinzip ist dasselbe, auch wenn die Wahrheit erst erarbeitet werden muß Aber die Grundwahrheiten über die Welt sind bei allen Menschen gleich, also das, was man "Synderesis" nennt: Widerspruchslosigkeit, daß ein Ding nicht ein anderes sein kann, und so weiter. Also die ersten und wichtigsten Fundamente sämtlicher weiterer Strukturen im Menschen.
Wenn aber jemand daherkommt - und das tun heute fast alle, sozusagen! was die Sache noch dramatischer macht - und behauptet, er würde Revolution fordern, WEIL er innerlich deren Richtigkeit spürt, er würde den Verstoß gegen diese allgemeinen Ordnungsprinzipien verlangen, WEIL er eine andere Ordnungsstruktur subjektiv sehe oder fühle, dann wisse, werter Leser, daß er mit Sicherheit lügt.
Denn nur der, der sich auf die Wahrheit hin ausrichtet, nur der fühlt auch "richtig", nur der weiß überhaupt noch, was seine Natur ist. Und dieser Sicherheit, werter Leser, darf auch er gewiß sein. Umso mehr freilich muß er damit rechnen, daß die Reaktion des anderen, des Lügners, umso heftiger ausfallen kann, als er immer und jederzeit um seine Lüge weiß. In der er sich, werter Leser, Ihnen gegenüber ins Unrecht der Ortlosigkeit stellt, die ihn ins Nichts wirft, dem die Unsicherheit und Gewillkürtheit des Verhaltens folgt.
*Erkenntnishindernisse? Der Leser stelle sich ein Weltbild vor, das bestimmte Dinge und Erscheinungen als schlecht definiert, andere als gesollt und wünschenswert und damit als gestattet. Damit hat diese Anschauung ein Wertegerüst inhärent, das entweder der Natur entspricht (wie das Katholische), oder ihr widerspricht. Wie mehr oder weniger alle (!) anderen, nicht-katholischen (=allumfassenden) Weltanschauungen und Religionen, und vor allem wie ausnahmslos alle Ideologien.
Die in sich Ordnungsveränderungsaufträge sind. Diese Veränderungsaufträge, dieses Gesollte und Nicht-Gesollte, das in den Bereichen des Lasters (als Haltung aus dem Ordnungsverstoß heraus) blockieren auch das Aufsteigen von Gedanken, die mit dem sinnlich Eindringenden übereinstimmen. Die diese Sinnesbewegungen "beruhigen", zur Ruhe mit dem innersten Wesenskern bringen, der aus sich heraus (!) auf Wahrheit ausgerichtet ist. Amorph in seinem Beginn, aber in seinen Inhalten nach Wahrheit ausgerichtet. Jedes sündliche Verhalten ist also ein Verstoß gegen diese innere Ordnung, die in einem selbst vorhanden ist, aber unbeantwortet, also ungeformt bleibt.
**Untersucht wurde das freilich nie. Wie die meisten der vorgeblichen Einsparmaßnahmen nie auf ihre ursprüngliche Zielsetzung untersucht werden, man denke an die Zentralisierungsbestrebungen von Behörden. Wo sie im Ganzen gesehen untersucht werden (wie bei den Gemeindezusammenlegungen in der Steiermark) hat sich ein gegenteiliger, hier: ein kosten- und energieverbrauchs-steigernder Effekt bewiesen.
Mittwoch, 9. September 2020
Könnte vorkommen
Donnerstag, 16. Januar 2020
Rückzug in die Bunker (4)
Aber die deutschen Völker waren auch von der Kirche verlassen, und das heißt: Von ihren Bischöfen verlassen. Spätestens seit der Renaissance, die der Kirchenhistoriker und Theologe Georg May einem flächendeckenden "Versagen der Bischöfe" zuschreibt. Die ihre Herde nicht schützten, sondern den Potentaten auslieferten. Und dem Volk damit jede Kraft zum (wenigstens inneren) Widerstand gegen die Einbrüche durch die Wölfe versagte.
Nur die Kirche aber hätte die Kraft und geistige Potenz, teilweise auch die Macht gehabt, diesen Entwicklungen zu trotzen. Und sie könnte es bis heute sogar noch, würden die Bischöfe es wahrnehmen. Stattdessen liefern sie nach wie vor das Volk aus, nützen seine Bereitschaft zum Glauben aus, um ihre persönlichen Eitelkeiten und Schwächen und Niedrigkeiten zu verdecken. Bis ihnen absolut niemand mehr glauben wird.
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| Irland 2019 |
Heidentum, weil gleichwertig mit der Katholischen Kirche? Natürlich nicht. Das Neuheidentum (das in Irland noch dazu auf eine uralte Tradition zurückgreift, das Land ist noch voll mit archäologischen Relikten) ist vielmehr eine billige Alternative, weil es "Religion" am Etikett ermöglicht, ohne daß wirklich religiöse Haltung notwendig ist. Der Mensch der Moderne, der Narziß, kann also zu Gott selbst werden beziehungsweise dieser bleiben, weil er sich selbst die Religion gibt. Die dann auf der sicheren Ebene der beherrschten Zweitwirklichkeit läuft. Neuheidentum ist eine lächerliche Farce, und das zeigt sich umso mehr, als es irrational ist.
Seit Jahrzehnten aber wird Irland von einer ähnlichen Welle des social engineering heimgesucht wie Deutschland nach dem Krieg. Das hat die persönlichen Grundlagen zerstört, und damit die Vernunftkraft. Die Folgen in beiden Ländern sind ähnlich, ja noch dramatischer, vor allem nach dem finanziellen Kollaps 2008. In dem der Irische Staat, selbst mit niedriger Verschuldung, die notleidenden Banken herausgekauft hat - und seither so pleite ist, wie es nur sein kann, mit gravierenden Folgen für die irischen Bürger. Aber Schlag um Schlag wurde das katholische Fundament dieses Volkes zerschlagen. Verhütung, Sexualerziehung, "Ehe für alle", Anti-Diskriminierungsgesetze, Abtreibung. Mundtot gemacht durch die medial zelebrierte Bekanntwerdung schwerer Mißbrauchsfälle, gab es keinen Bischof, der das Volk gestützt hätte. Es hätte ihre Wohlversorgtheit gefährdet.
Ja, gewiß, es gibt Kräfte, die diese Degeneration eines Volkes möchten, weil sich ein solcherart wehrloses Volk (und das ist ein demoralisiertes Volk) perfekt zum Sklaven eignet beziehungsweise Sklave ist. Und die Leidenschaften zum Herren machen ist eine Form der Sklaverei, in der der Versklavte die Fesseln sogar selber anlegt. Ja, gewiß, es gibt die Kräfte, die konkret daran arbeiten, ein Volk zu zerstören, zu versuchen, seine geistige Landschaft, seine soziale Ordnung zu zersetzen, damit es dann beherrscht werden könne. Aber die Überwindung eines Volkes ist nur möglich, wenn seine religiösen Führer es im Stich lassen und ausliefern. Am besten, indem diese selbst die Autonomie der Aufklärung verkünden, und das, was jeder Mensch von Klerus und Bischöfen braucht, als unwürdigen Akt der Unfreiheit denunzieren. (Dem VdZ ist ein relevanter Kleriker bekannt, der diese Forderung nach kirchlicher Autorität als "faschistoide Persönlichkeitsschwäche" bezeichnete.)
Mittwoch, 15. Januar 2020
Rückzug in die Bunker (3)
Dienstag, 14. Januar 2020
Rückzug in die Bunker (2)
Montag, 13. Januar 2020
Rückzug in die Bunker (1)
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| Berchtesgaden, Obersalzberg - Der Führerbunker |
Donnerstag, 1. November 2018
Wehe, wenn alle Außenseiter sind
Donnerstag, 29. März 2018
Nur noch Konformisten
Sonntag, 23. Oktober 2016
Unter der Drohung der Einsamkeit
Sonntag, 28. Februar 2016
Aus einem Brief an X (3)
Lustigerweise und dabei typischerweise wird also ein solcherart in der Notwendigkeit feststeckendes, nicht wirklich erneuertes Europa dann dem Islam GENAU DASSELBE entgegenstellen, was ihm im Islam als Bestandsbedrohung entgegentritt. (Houillebecq hat das übrigens auch recht richtig beschrieben.) Über weite Teile wird es sich sogar inhaltlich absolut gleichen: Kollektivismus, Familienfetischisierung, Religion bzw. Kult als Rationalisierung und Psychogenisierung ... Spätestens dann, also nach einer gewissen Zeit, werden diese beiden Richtungen (die sich natürlich nur mehrheitlich in Europa bilden werden, nicht bei allen gleichermaßen) ineinanderfallen.
Samstag, 27. Februar 2016
Aus einem Brief an X (2)
Genau deshalb kann man heute feststellen. Wir sind viel viel blöder als vor 50 Jahren (und glauben das Gegenteil so sehr, daß wir nicht einmal hören wollen, was die Väter sagten, nicht mehr sehen wollen, wie die Mütter, die Eltern lebten; das 4. Gebot sagt deshalb so weise, daß die Eltern-Achtung Fundament für irdisches Wohlergehen ist). Und wenn ich mir naturwissenschaftliche Erkenntnisse" anschaue, wie sie heute kolportiert werden, habe ich überhaupt den Eindruck "im falschen Film" zu sein: Sehen die nicht, daß die Wissenschaft etwa vor 100 Jahren schon weiter war? Daß sie nur noch fast wertlosen Abklatsch einstiger vollkräftiger Erkenntnisse produzieren, die sie nicht einmal mehr verstehen - denen gegenüber aber sie sich so überlegen vorkommen. So beginnt eine Kultur erst zum Stillstand zu kommen, um dann rückschrittlich zu werden. Diese Zeiten waren historisch deshalb immer jene Zeiten, in denen vitalere Völker in einen entleerten Kulturraum einströmten.
Die Folgen sind deutlich erkennbar: In sich kreisend, hat unsere Kultur sich zur Gesellschaft einer Laien-Kirche verwandelt, mit allen kirchlichen Elementen (bis hin zu Solidaritäts- und Haftungsfragen - jeder fühlt sich für alles verantwortlich, etc. etc.) der das Anbindeelement an Gott aber fehlt. Sie ist dadurch impotent geworden, und hat ihre Ordnung (kein Organismus kann ohne Ordnung leben) verloren, die nur in Gott, dem Wissen Gottes (das heute zum funktionalistischen Informationsbegriff wurde) sein kann. [...]
Freitag, 26. Februar 2016
Aus einem Brief an X (1)
Mittwoch, 27. Januar 2016
Wer alles selbst macht wird weniger
Sonntag, 1. November 2015
Heiligenverehrung ist Namensehre
Sonntag, 24. August 2014
Was Musik kann
Man überfordert deshalb gerne Musiker, die mit ihrer Musik die richtige Aussage treffen, aber sie niemals analytisch formulieren können, ja in ihren Gedankengebäuden, darauf hingedrückt, lächerlich inkonsistent sind. Sie artikulieren es eben in Stimmungen, und das ist ihre mächtig wirkende Leistung, denn der Mensch denkt und handelt aus Gestimmtheiten (die von unfreier Laune zu scheiden freilich nur wenigen gelingt), sein Sein ist Rhythmus, damit klangliches Gestaltbild. Musiker werden gar oft sogar peinlich, wenn sie diese Autorisierung in ihrer Begrenzung nicht akzeptieren, und ihr Denken die Höhe ihrer Musikalität nicht erreicht. Was oft der Fall ist.
Denn in diesem ihrem Werkmedium werden sie, die Musikschaffenden, eben frei. Indem sie sich zu dem, was in ihnen klanglich-rhythmisch chthonisch wirkt, verhalten, es im Werk herausstellen, sich damit erst selbst erkennen.
Musik ist deshalb oft viel wahrer - aber auch gefährlicher, weil leicht irreführend, denn für eine Gesamtlösung des Menschseins in der Welt reicht sie im Normalfall nicht hin - als das Denken der sie Schaffenden. Und diese sind oft viel reifer in ihren Werken, als dort, wo man sie zur Vollfigur alltäglicher Obliegenheiten zwingt. Wo sie dann rasch einmal nur unbeholfen herumtappen, weil ihnen das Medium der Alltäglichkeit - und diese soll keineswegs geringgeschätzt werden, ja sie ist der Grund und Bezugspunkt für den Künstler selbst, ohne die er sich gar nicht fände - immer fremd bleibt.
Hier scheidet sich sogar der Lyriker vom Schriftsteller, der Künstler vom Intellektuellen oder Philosophen, trotz überschneidender Mengen. Denn letztlich, letztlich ist doch alles Poesie. Was immer der Mensch weiß, ist ein poetisches Bild. Ja, nur das weiß er wirklich. Denn alles Wissen ist ja nur der Glaube, daß das "artikuliert Gewußte" auch gewußt wird. Das zu zeigen, als Fundament des Wirklichen, auch im Alltag, ist künstlerische Aufgabe, egal in welchem Medium, in dem es sich enthält und aus Formkraft Gestalt nimmt.
Gleichzeitig zeigt eine Zeit die die Gegenwart, in der allerorten und jederzeit Musik zu hören ist, Wortgeräusch, eine gefährliche Tendenz zur Irrationalität an. Als Verweigerung der Mühe der Wahrheit, die eine sittliche Forderung der Wahrhaftigkeit des geführten Lebens, nicht nur der Kritik, darstellt. Denn nur wer wahrhaftig lebt, kann auch wahrhaftig denken. Nicht nur "richtig". Nur dessen Lebenswerk ist damit auch von den wirklichen Wirklichkeiten durchtränkt und geformt. Wer falsch lebt, denkt auch irgendwann falsch. Wer sich in falscher Architektur bewegt, wird zu sich selbst gespalten. Denn er macht sich selbst taub, und spielt auf falscher Tastatur. Die man zwar zu beherrschen lernen kann, aber nur "in gewissen Hinsichten". Der Künstler und der (nur) Virtuose sind also zwei völlig unterschiedliche Charaktere und werden bedauerlicherweise oft zu wenig auseinandergehalten.
So ist der entscheidende Reifepunkt der künstlerischen Existenz ausnahmslos das Abstreifen jener Verhangenheiten, die ihn von seinem Medium, dem Wasser in dem der Fisch alleine schwimmen kann, entfremden. Sie machen sein Werk sogar verlogen oder eitel. Denn er ist nur dem Werk verpflichtet, nicht dem Publikum. Sein Kriterium darf nie der Nutzen sein. Wer mit den Augen des Publikums denkt, das zwangsläufig und richtig in seinem Lebensvollzug im Nutzengeflecht des alltäglichen Lebens steckt, hat bereits verloren. Und zwar ... sich. Das macht ihn zur exemplarischen Existenz, denn Reife beginnt immer im Ergreifen der letzthinnigen Einsamkeit in der Welt.
Wie es ein mit dem VdZ befreundeter Maler unlängst ausdrückte: "Es kommt für uns darauf an, wie man lebt. Das Werk ist dann ein Zweites, und seine Entstehung, seine Gestalt unterliegt ganz anderen, historischen Bedingungen." Seine Daseinsberechtigung erfließt aus der bewußt unnützen (als: nicht der Nützlichkeit eingeordneten) Lebensform alleine. Wie beim Mönch, wie beim Eremiten, wie beim Philosophen, wie beim Priester.
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Dienstag, 4. Juni 2013
Donnerstag, 1. November 2012
Einsamkeit als Wesenserfüllung
Aber selbst die eheliche Partnerschaft unterliegt häufig diesem Mißverständnis, soll von dieser Grundeinsamkeit befreien. Und enttäuscht darin zwangsläufig, wirft darin nämlich noch mehr auf diese unbeantwortete Grundforderung des Daseins zurück.*
Abwendung von Gott - Gott, das Sein - drückt sich also direkt im Kollektivismus aus, jener weist auf dieses. Denn das Kollektiv bezieht seine Magie aus der Verlockung, in einem größeren Ganzen aufzugehen, dem alles verdankt wird, in dem Gemeinschaft (scheinbar) möglich wird. Von dorther bezieht er alles - sein Selbstsein, sein Sein in der Welt. Aber der Preis ist der Selbstverlust. Das ist das Wesen der Vermassung.
Im Bewußtsein aber, direkt dem Sein gegenüberzustehen, im Aufgeben der Fluchttendenzen, die immer mit einer Vernebelung der innersten Wahrnehmung einhergeht, wird auch jede Propaganda wirkungslos.
*Während doch nur die Einsamkeit zu wahrer Gemeinschaft befähigt. Viele Ehe- und Partnerschaftsprobleme sind sogar darauf zurückzuführen, daß einer der Partner aufhört, die Ehe oder Partnerschaft zu mißbrauchen. In einer paradoxen Umkehrung wird oft gerade dieser dann beschuldigt, das "Gemeinsame" zu brechen. Wo er doch nur aufgehört hat, ihm seine Scheinhaftigkeit weiter zu belassen. Indem der andere fordert, diese ursprüngliche Selbsttäuschung weiter aufrechtzuhalten.
**Kein diktatorisches System schließt sich deshalb auf völlige Homogenität ein. Vielmehr schaffen gerade kluge diktatorische Systeme Möglichkeiten der Opposition. Selbst im Sowjetkommunismus gab es ein "Krokodil". Diktatorische Systeme, die ihrem Wesen nach Strukturen der Macht sind, denen es also nie wirklich um "Inhalte" geht (so sehr sie auch aus Inhalten stammen mögen), müssen nur eines fürchten: daß die Menschen ihre Einsamkeit zu tragen lernen. Dorthin gelangen sie nicht mehr.





