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Sonntag, 12. Juni 2022

Eine Kettenreaktion mit immenser Geschichte (2)

Das Jahr 535 als Schlüssel zur Gegenwart? - Aber die Schwächung der Awaren hatte eine weitere vielleicht noch folgenreichere Wirkung, denn diese obgenannten Völker waren zuerst einmal die Turkvölker in den die von den Awaren (dies allen übrigen Völkern in der Pferdezucht und -behandlung damals weit überlegen waren) bewohnten Ebenen umgebenden Gebirgen. Dermalen von den Awaren beherrscht, konnten sie diese nun selbst unterwerfen. Bis sie so stark wurden, sic so ausbreiteten. Die meisten der später auch in Europa anlandenden Völker sind eben Turkvölker, von der zentralasiatischen Steppe des chinseischen Ujguren-Landes über Kazachstans bis nach Ungarn. Also nicht nur die Koreaner (und damit die Japaner), die von den chinesischen Kulturen so enorm profitiert haben.

Was hatte es mit diesen Machtwechseln auf sich? Auch sie gründen in dieser Vulkankatastrophe des Jahres 536, so zumindest die These des Films (der auf dem Buch "Catastrophe" von David Keys beruht.) Im Gegensatz zu den Awaren, hatten diese Turkvölker nämlich eine gemischte Existenzweise, vor allem mehr Viehzucht. Vieh, Rinder zumalen, können aber mit weniger Futter auskommen, weil sie sorgfältiger verdauen als Pferde. Die Awaren hingegen konnten ihre Pferde, auf denen ihre gesamte Existenz wie auch militärisch-politische Macht beruhte, nicht mehr ernähren. 

Dienstag, 29. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (4)

Der erste, der einen schwarzen Sklaven als materiellen Besitz rechtlich verankerte, war ... ein schwarzer Sklavenhalter. Der etwa 1805 bei Gericht (und gegen den heftigen Widerspruch der europäischen örtlichen Bevölkerung!) durchsetzte, daß ihm das Eigentum an einem Mann zustand, der von europäischen Farmern aus den unerträglichen Lebensverhältnissen befreit wurde, die er zu erleiden hatte, und auf die Einhaltung eines Zeitvertrages pochte, der irgendwo einmal existiert hatte, aber nicht mehr aufzufinden war. Tatsache ist also, daß ein Schwarzer der erste Amerikaner war, der Sklaven und unbeschränktes Eigentum per Gesetz verankern ließ. (Damals mit der gerichtlichen Auflage, fortan für den Mann, das Streitobjekt also, besser zu sorgen.)

Denn die starke Gebundenheit an soziale Verhaltenscodes hat auch Schattenseiten. Dabei funktioniert Soziales nur, wenn es auf der Bereitschaft steht, sich zu verschulden oder jemanden bei sich verschulden zu lassen! Das führte aber bei Verschuldung zu oft schrecklichen Lebensschicksalen. Sich selbst bei Überschuldung zu verkaufen etwa war in Afrika gängige Praxis, und den nunmehrigen Sklaven erwartete kein schönes Leben, soviel kann man sagen; in Amerika wurden sie meist besser behandelt, und vor allem hatten sie dort sicher zu essen.

Aus einschlägiger Literatur sind einige Zahlen vorzutragen. Sie überraschen. Etwa um 1830 gab es im amerikanischen Süden rund 2,5 Millionen Sklaven, die meisten schwarz. Der Anteil von ihnen, der unter weißen Herren verglichen mit dem unter schwarzen Herren, beträgt knapp die Hälfte.

Montag, 28. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (3)

Wie generell Mitglieder von Nomadenstämmen, darunter Araber, darunter - man hört die Schläge auf den Rücken einprasseln, wenn der VdZ das sagt ... - viele Menschen türkischer Provenienz, die in ihren Hauptstämmen, sofern eben türkisch und nicht den vor der Zuwanderung der zentralasiatischen Türken ansässigen Bevölkerungen entstammend (seine wir ehrlich, es gibt defacto doch keinen Staat, der nicht ein Vielvölkerstaat ist), ebenfalls aus der Steppe kommen. Man sieht es nicht zuletzt an ihrer Architektur: Rund! Rund wie das Zelt, die Yurte, das Grabmal. Rund wie die Erde, die unbegrenzte Schöpfung des Erdkreises.

Aber so wird auch die Katastrophe erkennbar, die die Entwicklungshilfe (zu der sich die Mission in den 1960ern gewandelt hat) bedeutete. Die die sozialen Gefüge angriff! Und durch die Einführung von Steuern das Geld einführten. Denn wir sind uns dessen viel zu wenig bewußt, in welch hohem Maß es der Staat, die Obrigkeit war und ist, die Geld in eine Gesellschaft einführt. Denn die Herrschenden sind es, die Geld brauchen. Die ein neutrales Tauschmittel benötigen, um ihre Soldaten und Beamten zu bezahlen. Und ihren Lebensluxus durch internationalen Handel decken müssen.

Sonntag, 27. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (2)

Die Rolle des Geldes wird von Afrikanern selbst sehr kritisch gesehen. Und insofern ist die Einführung von Geld als Zahlungsmittel FÜR STEUERN die Primärkatastrophe gewesen. Plötzlich war der afrikanische Mensch nicht mehr in der Lage, so wie immer Abgaben an die Obrigkeit durch seine eigenen Produktionsmittel (Rinder, Handarbeitsprodukte, Arbeit) zu bezahlen. Plötzlich mußte er sich mit einem Markt beschäftigen, auf dem Geld Zahlungsmittel war, während die traditionellen Märkte immer Tauschmärkte waren?

Das können wir alles auch auf Europa umlegen. Die soziale Katastrophe des 13. Jahrhunderts war dieser totale Umbau der Gesellschaften durch die Geldwirtschaft. Sie war das "weg vom Feudalen", das "hin zu per Geld definierten Abhängigkeits- weil per Verordnung auferlegten Schuldverhältnissen", die nun dasselbe bedeuteten, wie es die Afrikaner im 20. Jahrhundert erlebt haben: Plötzlich mußte das Arbeiten und Lebensschaffen dem Erwerb eines Drittmittels dienen, dem Erwerb von Geld!

Samstag, 26. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (1)

Verblüffend wahre, hervorragender, gereinigter Wahrnehmung entspringende, inspirierende und mit der Metaphysik des Katholischen zur vollkommenen Deckung (bzw. Weiterführung) kommende Stellen finden sich im Schriftwerk des protestantischen Missionars Bruno Gutmann. Weil die Bücher, die dem VdZ vorliegen, 1966 datiert sind, und er damals seinen 90. Geburtstag beging, nehmen wir an, daß er bereits gestorben ist. 

Ob sich das Evangelische Missionswerk, das diese großartige Reihe über die Kirchen der Welt herausgab sich an ihn noch erinnern kann? Einige weitere Bände hat der VdZ bestellt, denn die ihm vorliegenden sind schon von den Themenstellungen so anregend weil so hervorragende, sachliche Archive, daß er sicher noch einiges daraus für die Leser der ambrosius.konnotationen bergen können wird. 

Darf er den Leser bei dieser Gelegenheit an die Notwendigkeit erinnern, daß er das ihm Vorliegende nur lesen kann, weil der VdZ sein Leben und Existieren in hohem Grad aus barmherzigen Zuwendungen fristet - sprich: Bittend erinnern, sich der Spendenmöglichkeit s. u. zu bedienen?

Montag, 14. Dezember 2020

Aus der Distanz der Lieblosigkeit

Wie es dem VdZ nun zur Kenntnis kam, sind Gründer und Betreiber der Firma Biontech Türken bzw. türkisch-stämmige Bürger (dessen Eheweib ebenfalls im Unternehmen tätig ist) des Staates Deutschland. 

Biontech ist, wie der Leser sicher längst weiß, in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Pfizer kolportiert und von den Medien durchgewalkt und aufbereitet in der Zielgeraden - längst schon mit dem sicheren Sieg vor Augen, zumindest tun alle so - einen

Impfstoff "gegen Corona" 

auf den Markt zu bringen. Verkauft haben sie ihn ja längst tonnenweise. An den Bürokraten-Konzern, der sich EU nennt, und der auch die Nationalstaaten mehr oder weniger verwaltet. 

Nun könnte man natürlich sagen, daß dieses Ehepaar ein Musterbeispiel für gelungene Integration wäre. Immerhin arbeiten sie "für" ihr neues Heimatland, haben hier ein Unternehmen gegründet, das dabei ist, Furore zu machen. Wäre da nicht eine ganz seltsame Dystopie in der Sache. 

Die so aussieht: Mit der extrem raschen und in den Augen vieler völlig absurden, ja hasardeurhaften Einführung eines Impfstoffes geht die Bürokratie* ein Risiko ein, das dermaßen hoch und einmalig (und über diese Allergien noch einmaliger) in der europäischen Geschichte der "Gesundheit" ist, daß manche von Unverantwortlichkeit sprechen

Nehmen wir einmal diese Diskussionsgrundlage her, um nun zu sagen: Was heißt es, daß in diese Ungewißheit ein Impfstoff geworfen wird? Bei dem, so nebenbei, wie bei allen Impfungen, ein moralisch unzulässiges Gesetz herangezogen wird, in dem Leben gegen Leben abgewogen werden. Rein statistische Zahlen also hier wie dort, Tote und Schäden durch den Impfstoff gegen Tote und Geschädigte bei einer Erkrankung an oder mit Corona (auch das sogar ein ziemlich umstrittener Punkt).

An Biontech wird nun aber deutlich, wie sehr ein bzw. jedes menschliche Unternehmen in einer aktuellen persönlichen Beziehung zu einem Land, einem Volk steht. Mit jenem, in und für das gearbeitet wird. Biontech liefert "dem deutschen Volke" etwas, das in den Augen der maßgeblichen Politik notwendig ist und dringend gebraucht wird.

Nun ist es Zeit, die obigen Fragepunkte und Betrachtungsweisen herzunehmen. Und sie als allesamt "technisch" und "technizistisch" zu erkennen. Für diese Betrachtungsweise, wie sie Biontech an den Tag legt, braucht es große Distanz und Distanziertheit. 

Ehe der Einzelne ist, ist das ihn Umfassende; das in der Individualisierung ihn nun hervorbringt. Dieses Ganze bestimmt somit das Schicksal des Einzelnen, seine Ausgerichtetheit, sein "auf - zu", als Sinn und logos seines Daseins, aus dem sich ein Handeln ergibt. Das nie "neutral", technisch - und damit technizistisch - ist, sondern immer ein personales "Stehen zum Volk" ist.

Damit wandelt sich die Beziehung der Unternehmenden zu jenen, die ihr Produkt brauchen. Es ist nicht mehr die Beziehung von Liebe und Wohlwollen, sondern eine rein rationalistische, technizistische Betrachtungsweise. Eine Betrachtungsweise als innere Haltung, die Menschen an den Tag legten, die türkischstämmig sind. 

Also ihre biologische, sie einbegreifende Volkseinheit als "anders", als "fremd" sehen müssen. Das geht gar nicht anders. Denn man kann nur lieben, was man kennt. Einwanderer sind nun in jedem Fall Menschen, die Generationen brauchen, um zu einem vitalen und "natürlichen" Bestandteil jenes Volkes zu werden, in das sie eingewandert sind. 

Den Rest zu definieren ist nun nur noch eine Fleißaufgabe: Es "müssen" fast Türken, "andere", "Distanzierte" sein, die einen Impfstoff auf den Markt werfen, der in mehreren Hinsichten ein hohes Risiko bedeutet, das nach mathematischen Gesichtspunkten abgewogen wird. 

Was in jedem Fall moralisch (nach den Grundzügen dieser Kultur bedeutet das christlich-moralisch) mit hoher moralischer Gewißheit abzulehnen** ist. 



*Was hier über die Gründe von Biontech gesagt wird gilt ungeschmälert auch für das, was sich als Bürokratie in unseren Ländern ausgebildet hat, im Besonderen aber für die EU-Bürokratie als Muster einer entwurzelten, "distanzierten", technizistischen Herrschaft über Völker und Menschen.

**Wo bleibt die Kirche mit ihrer Stimme des Absoluten weil aus dem Absoluten!!!? Sie empfiehlt eine Impfung sogar noch, erklärt sie für eine Notwendigkeit aus der Verantwortung! Es ist - einmal mehr - nur noch zum Heulen.

 

*121220*
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Dienstag, 30. Juni 2020

Der Zinsgroschen

"Gleich im Beginn des achtzehnten Jahrhunderts verwüstete der Vezir Cuprilic mit seinem Heere Montenegro und kam auch zum Stamm der Bjelice, um sie tributpflichtig zu machen. Voraus hatte er seinen Boten zum Volksvojvoden Vukola Mrjaljevic gesandt mit dem Befehl, dieser solle ihm im Namen der Bjelice nur einen einzigen Groschen als Kopfsteuer schicken. 

"Die Bjelice haben niemals weder dem Sultan noch dem Kaiser Tribut gezahlt und werden es auch heute nicht tun," lautete Vukotas Antwort. Der Bote überbrachte diese dem Vezir. 

Vukota, der wußte, was ihn erwartete, floh mit seinem Heer in eine Höhle. Die Türken umzingelten die Höhle, finden den Vukota lebendig, ergriffen auch seine beiden Söhne und führten sie vor den Vater, um ihnen das Haupt abzuschlagen.

Da rief der jüngste Sohn: "Ach Vater, was wollen sie tun?" - "Nichts, Sohn, das wird gleich vorübergehen, aber jener Zinsgroschen, der wäre niemals vorübergegangen."

Aus Gerhard Gesemann
 Heroische Lebensform - Zur Literatur und Wesenskunde der balkanischen Patriarchalität.


*090620*

Samstag, 14. Juli 2018

Mal in die Karten der Wirklichkeit schauen

Tja, sie wäre ein gescheitel, ja fast geistvolle und von Lebenserfahrung genährte Frau, die derzeitige Außenministerin von Österreich, Karin Kneissl. Ihre Analyse des arabischen Raumes, des vorderen Orients also, ist ziemlich hörens- und sehenswert. Beides ist ja nicht zu trennen.

So manche sehr erhellende, gerade aus ihrer Eigen- - gar nicht so sehr Kontraposition - erhellende Aussagen. Sanktionen wie gegen den Iran, sagt Kneissl so nebenbei, haben diese Völker immer nur stärker gemacht. Der Vordere Orient war aber seit je ein Konfliktraum zwischen Arabien und den Persern.

Europa, so die österreichische Außenministerin, ist auf beiden Augen blind. Hat von den wirklichen Zusammenhängen keine Ahnung. Nur China hat ein erkennbares Konzept. Europa weiß zwar im Grunde alles, aber es verweigert sich der Wirklichkeit. Und die USA sind den Wirklichkeiten in diesem Raum nicht gewachsen. Die Empörungs-Emphase des Westens ist schlicht und ergreifend infantil.









*130618*

Dienstag, 19. Juni 2018

Ein nüchterner Gesamtbefund (2)

Teil 2) Die ausgebauten Anmerkungen,
und weitere nüchterne Befunde




*Der VdZ hat ja, wie hier schon früher dargestellt, sowieso den Eindruck, daß die Entstehung des Islam in erster Linie in solchen Fragen wurzelt. In einer Zeit des Umbruchs, in der durch den Rückzug von Byzanz aus diesem Raum ein Machtvakuum entstand, in dem sich in zahlreichen Kriegen Streitparteien nach und nach durchsetzten, und in einer Art synkretistischer, alle Strömungen weitgehend zusammenfassender Religion (als die sich der Islam in den Augen des VdZ am allerbesten begreifen läßt) ein für alle tangierten Völker konsensuales Argument für ihre Legitimation gesucht haben. Die sich nach und nach vom 6.- bis zum 10., endgültig dann im 12./13. Jahrhundert (als auch die Häresien des Westens - Spanien - beseitigt wurden) zu einer kompakten "einheitlichen" Religion entwickelte. Mit dem bislang letzten Formierungsschub gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Islam entstand also ursprünglich aus Realpolitik, und er hat diesen Impuls nie abgelegt. Das erst macht ihn auch heute verständlich, und es zeigt im Streit um den "wahren Islam" den Bruch - wie er übrigens in jeder Religion besteht - zwischen Doktrine und einem dogmatisch oft kaum faßbaren, zumindest viel weniger stringenten, sehr erlebens- und gefühlszentrierten Glauben des einfachen Volkes.

Wenn man heute von einer breiten Radikalisierung des Islam sprechen kann, dann hat das also dieselben Wurzeln wie im 5./6. Jahrhundert! Denn der Westen hat in den letzten Jahrzehnten massiv daran gearbeitet, die islamischen/arabischen Staaten zu destabilisieren. Sie fielen oft genug in Chaos und Anarchie, und das heißt: in ein Machtvakuum, in dem neue Kräfte auftreten, die versuchen, Ordnung zu etablieren. Speziell seit Anfang der 2000er Jahre, in Zusammenhang mit dem "Krieg gegen den Terror", hat sich genau deshalb die Zahl der gewaltbereiten, radikalen Islamisten VERVIELFACHT, und die Sympathisanten gehen mittlerweile in die zig-Millionen.

***

Also hat sich auch in Syrien nur diese verarmte - sunnitische! - verarmte Schicht der Zivilisationsverlierer (vor allem die Landbevölkerung) 2011 in Protesten geäußert. Aber es wäre zum einen ein Fehler, dies als "zivilgesellschaftliche Bewegung" zu sehen. Und zum anderen, weil die später aufgetretenen Dschihadisten sich wiederum NICHT aus den armen Bevölkerungen rekrutiert haben, sondern im Grunde aus dem Ausland einsickerten, und von dort finanziert wurden. Revolutionen werden eben NIE von den unteren Schichten getragen und durchgeführt, das sind soziale Romantizismen. Der Grund dafür war das Kalkül des Westens, durch die Stärkung der (von Amerika über Arabien und die Türkei scheinbarer leichter beherrschbaren) Sunniten den Einfluß des schiitischen Iran zu stoppen.

***

Das führt zu einem weiteren Vortrag von Michael Lüders. Der in einem beeindruckend dichten Überblick sehr viele Aspekte bringt, die die Vorgänge im arabischen Raum ausgezeichnet erhellen. Sein Fazit: Der Syrien-Konflikt wird uns noch lange erhalten bleiben. Während Europa die Scherben der amerikanischen Politik aufkehren wird.








*290518*

Montag, 18. Juni 2018

Ein nüchterner Gesamtbefund (1)

Der Vortrag, den Dr. Michael Lüders (Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft) da hält, ist ein wenig mühsam, aber er ist die Mühe wert. Denn ganz unemotional und klammheimlich kommen viele scharfsichtige, brisante Argumente zu Ohren. Schon Anfang der 2000er Jahre wurden die Pläne der USA entwickelt, Syrien zu destabilisieren, wobei die Hauptstoßrichtung der Iran und sein Gewicht in dieser Region war. Hauptansatzpunkt dabei war, die religiösen Spannungen zu erhöhen. Deshalb war es ein Teil dieser Strategie, im Osten Syriens einen Islamischen Staat zu schaffen, der Assad schwächen sollte. 

Es gehört zu den Meisterstücken amerikanischer PR, daß diese Zusammenhänge in der westlichen Welt so gut wie unbekannt geblieben, ja über das Scheinargument "Kampf gegen den Terror" ins Gegenteil gewendet worden sind. Mindestens seit 2011 wurden diese "Terroristen" von den Amerikanern mit Waffen beliefert, um den Konflikt zum Ausbruch zu bringen. Es ist eindeutig zu sagen, daß es eine Lüge westlicher Medien war und ist, zu behaupten, daß die Mehrheit der syrischen Gesellschaft gegen ihren Präsidenten war. Der Kern der Syrer war und ist regimetreu, trotz allem. Denn die Folge eines Umbruchs wäre zweifellos, daß die radikalen Strömungen der Sunniten Syriens an die Macht kämen. Und das will die Mehrheit der Syrer nicht, damit würden sie vom Regen in die Traufe kommen.

Zu diesem Thema noch ein weiterer Hinweis auf einen längeren Vortrag von Daniele Ganser, in dem dieser zeigt, daß der Iran seit vielen Jahrzehnten die USA als konkreten Feind auffassen muß. Der Iran ist nicht nur umgeben von Atommächten, die sämtlich auf der Seite der Amerikaner stehen, sondern er hat seit über einem halben Jahrhundert mit direkten Interventionen der USA zu tun, die versucht haben und versuchen, das Land für ihre Interessen zu instrumentalisieren. Wie immer man Atomwaffen beurteilen mag - prinzipiell wäre es dem Iran als notwendigen Verteidigungsakt nicht zu verübeln, darüber nachzudenken, eigene Atombomben zu entwickeln.

Zumal man davon ausgehen kann, daß die Besiegung des IS noch nicht das Ende der Geschichte ist. Der gesamte Vordere Orient, ja der gesamte islamisch-arabische Raum hat es im Grunde mit perspektivlosen, in der Moderne entwurzelten, ja von diesen bedrohten Massen zu tun. Das ist der eigentliche Nährboden für radikale Bewegungen.

Lüders legt nämlich dar, daß die gesellschaftlichen Strukturen des gesamten arabischen Raumes von einer Natur sind, die nicht einfach nach westlich-demokratischem Verständnis beurteilt werden kann. Letztendlich geht es dort immer um Stammes- und Familienstrukturen. Deshalb ist auch der "Arabische Frühling" gescheitert. Die Basis für eine Moderne ist viel zu schwach. Diesen Feudalstrukturen ist die Moderne sogar feind. Die westlichen bürgerlichen Schichten, die den Westen heute tragen, existieren dort nicht. Noch dazu in solchen "unnatürlichen", willkürlich geschaffenen Staaten, die nach dem Ersten Weltkrieg von den Westmächten mit dem Lineal gezogen wurden - ein Staat kann also den arabischen Völkern gar keine Identität geben. Das zementiert die feudale Grundverfaßtheit, die sich an den gewachsenen Strukturen (Familie, Stamm) und im Staat an dem orientiert, der gerade eben die Macht inne hat.

Umgekehrt sind die sehr schmalen sehr reichen Eliten dem Westen (oder vielleicht müßte man sagen: seinen Nutz-Effekten) gegenüber zwar offen, in ihren Gesellschaften, aber in der Regel in ihren Völkern nicht legitimiert, sondern durch Gewalt an die Macht gekommen. Der Großteil der arabischen Gesellschaften lebt sogar in prekären Verhältnissen, in mehr oder weniger großer Armut. In Gesellschaften, die tief korrumpiert sind. Sie sehen sehr klar, daß die Eliten versagen, und müssen deshalb mit Einschränkungen der Freiheit kleingehalten werden.

An anderer Stelle führt Lüders aus, daß auch die Sichtweise, daß die Konflikte in der arabischen Welt religiöser Natur seien, nicht zutrifft. Vielmehr wird Religion als Vorwand für ganz andere Interessen im Streit um die Macht benutzt.* 

Zur Türkei meint Lüders, daß sie ab 2016 mit gutem Grund die Seiten gewechselt hat. Als sie begriff, daß Assad nicht zu stürzen ist, hat sie sich auf ihre eigenen Probleme mit den Kurden konzentriert. Ohne Assad ist es aber nicht möglich, die Kurden an der Bildung eines Staates zu hindern. Der dann die Türkei selbst destabilisieren würde.







Morgen Teil 2) Die ausgebauten Anmerkungen,
und weitere nüchterne Befunde




*290518*

Donnerstag, 3. Mai 2018

Man kann mit Raketen alle Seiten abwehren

Die Lieferung von Luftabwehrsystemen durch die Russen an Syrien hat natürlich weit höhere Brisanz, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Denn da geht es nicht einfach nur um amerikanische Raketen, deren Syrien sich nach der Lieferung der S 300 erwehren könnte. Trump hat da mit einem Feuer gespielt, das er gar nicht mehr eindämmen kann. Und das wieder einmal seinen Interessen - hier ist nicht die Rede von Interessen der USA! - zuwiderläuft, wo das Ergebnis mehr als kontraproduktiv ist. Sicherstes Zeichen für Irrationalität. 

Was der Leser vielleicht nicht weiß ist, daß Israel seit Jahren insgesamt über hundert Luftangriffe auf syrische Ziele geflogen hat. (Man muß es nicht erwähnen - hiesige Medien haben darüber nie berichtet. Warum auch? ...) Immer natürlich mit hehren Zielen - "tikut oleam" lautet ja das judaistische Bekenntnis, am Wesen der Talmud-Juden wird die Welt genesen. 

Das wird sich Jerusalem zukünftig gut überlegen. Denn nun wird es gefährlich. Schon vor einigen Wochen kam es ja zum Abschuß der ersten israelischen Maschine. Trump wird sich aber noch so manche weiteren Fragen gefallen lassen müssen. 

Denn es gibt da eine interessante Sichtweise: Daß Trump die Bindung an Israel deshalb derartig stark in den Vordergrund stellt, weil er sich so Verbündung erhofft im Kampf gegen den "deep state". Mehr als Obama, der eher den liberalen Kreisen der amerikanischen Juden zugewandt war beziehungsweise umgekehrt, die es mit der Bestandsgarantie gegenüber Israel nicht so ganz hundertprozentig nehmen.

Damit wird das langfristige Überlebenskonzept Israels - das ein Überleben im Großraum bedeutet, das heißt, daß Israel alles tut, um den gesamten Vorderen Orient zu bestimmen, auf daß sich niemand mehr gegen es erheben kann - schwer hinterfragt. Und zwar ausgerechnet von jemandem (Trump), der die Interessen Jerusalems zu denen der USA hoch zu schwindeln versucht.

Denn die Bedrohung für Israel weitet sich damit beträchtlich aus, das muß man nüchtern sagen. Noch dazu, wo der Iran die Raketensysteme der Hisbollah (den Schiitenmilizen auf Seiten Assads, zugleich einer der schärfsten Feinde Israels vom Libanon aus, die keinen unwichtigen Beitrag zur Besiegung der IS geleistet haben - Bodentruppen) mit Präzisionssystemen nachrüstet, wie man liest. Diese Systeme sollen angeblich auch den Huthis im Jemen geliefert werden, so daß auch deren Kampf gegen Saudi-Arabien neue Brisanz bekommen könnte.

Wäre das alles passiert, wenn die USA von Anfang an den pragmatischen Weg der Russen eingeschlagen hätten, eine befriedende Lösung in Syrien MIT Assad zu suchen? Gegen Israel, das alles Interesse hat und hatte, einen starken Staat im israelischen (präliminitativen) Einflußraum zu beseitigen? Damit noch dazu über einen Weg, der die völkerrechtliche Souveränität Syriens von Anfang an respektiert hätte (was wiederum den Israelis wohl kaum so gepaßt haben dürfte. Und was ist mit der Türkei, die nun noch versucht hat, sich rasch vor Ladenschluß eine dauerhafte Einflußsphäre zu schaffen, um zugleich die Kurden in den Griff zu bekommen, die ja auch das ihre zum Sieg des offiziellen Staates gegenüber den Rebellen beitragen?

Übrigens gibt es eine uralte Weisheit, die da besagt, daß man im Verhältnis zu seinen Nachbarn immer ein ehernes Gesetz einhalten solle: Daß sich nämlich nicht nur Freund und Feind abwechselt, sondern daß der nächste, direkt angrenzende Staat eigentlich als ... Feind angesehen werden sollte. Denn zwischen Nachbarn gibt es sehr leicht dieselben Interessen, die sich irgendwann als Konfliktherd entpuppen könnten. Und die Türkei grenzt an Rußland. Dessen übernächster Staat aber ist Syrien.






*270418*

Samstag, 3. März 2018

Da wird es ziemlich amüsant

Manches läßt sich sowieso nur mit gewissem Humor kommentieren. So wie die Politik des türkischen Fuzziwuzzi Erdogan. Dem zum Staatsmann etwas Entscheidendes fehlt: Zu begreifen, daß "Wünschen und Wollen" mit "Ziel" nicht identisch ist. Dazu bräuchte es freilich - Kultur. Die wurde den Türken aber seit Jahrhunderten, spätestens seit dem Säkularisten per excellence, Atatürk genannt, ausgetrieben. Etwas, das per se nomadischen Türken - das Bild der Türkei täuscht ja enorm, denn die türkischen, im 12. Jahrhundert eingewanderten Stämme haben die lokalen, uralten kulturellen Traditionen verpflichtete Bevölkerung schlicht niedergewalzt - aber ohnehin nur spärlich, die sie im Rausch ihrer Wohlstandserfolge bald gar nicht mehr hatten.

Seit Jahrhunderten. Der "kranke Mann am Bosporus" ist lange zuvor schon zu einer stinkenden Pestleiche geworden, die seit Atatürk ihren tiefen inneren Verfall durch iPods und westliche Investoren kaschieren konnte.

Oh ja, mein Gott, es gibt noch Kultur in der Türkei. Da und dort. Vermutlich. Wir wollen es nicht ausschließen, nur weil wir es noch nicht gefunden haben. Wo vielleicht lokale Gemeinschaften aus irgendwelchen Gründen das große Ganze ignoriert oder verschlafen haben könnten. (Der VdZ kennt solche Lokalitäten aber nicht, gut, er war ja nicht oft in der Türkei, von der ihn ohnehin nur der Osten interessiert, wo es nach Armenien zugeht, dem ältesten christlichen Teil des Abendlandes. Nomaden wie die Türken sind höchstens als "wissenschaftliche Fallbeispiele" interessant.) 

Aber der Zustand des "großen Führers" Recep Erdogan erzählt viel über die Türkei und noch mehr über den Islam.  Der nämlich nicht in der Lage ist, und der VdZ hat es schon vor etlichen Jahren diagnostiziert, Kultur aufzubauen, das alte Islam-Problem also, wie sie Europa voraussetzt. Denn Kultur heißt, über allem Faktischen hinaus das Ewige präsent zu machen. Das verlangt Abstraktionsvermögen.

Das der Islam mit "Bereitschaft zur Lüge", wenn es den Interessen dient, mit Wahrheit verwechselt hat und bis heute verwechselt, ist systemimmanent. Darum - die Hadithen drücken es nur noch explizit aus, man braucht sie aber nicht, um das zu sehen - lügen die Muslime, wo immer es paßt. Wo Ungläubige ihren Interessen entgegenstehen. Dort ist es sogar - wie im Judentum, auf die Nähe zu welchem sich der Islam ja immer wieder beruft, umso vielsagender der Haß auf die Juden, es ist nämlich der schamgeborene Haß auf die eigene Naturwidrigkeit, in Form von Verlogenheit - erlaubt. 

Nun hat Erdogan (sprich nicht zufällig mit "Erdowan") das nächste Meisterstück geliefert. Denn die Türkei sieht er als große große Macht. Die die arabische Welt zu ordnen hat und vermag. Seine Interessen an Syrien (Damaskus!) hat er dabei nie aufgegeben. Nur kurzfristig schien ihm eine Nähe zum syrischen Raum (weil durch Konsistenz, dem Prinzip jeder Ordnung, so eine solche nur Simulation durch Gewalt sein soll) ordnenden Macht - nur die Russen waren dazu in der Lage - Ertrag zu bringen. 

Kulturlose irrationale Wuzzlinge hält aber nur ihre Phantasie. So die bei Erdogan herrschende, in nichts begründbare, umso vehementer beherrschende Phantasie einer "Herrenmacht Türkei". Um das herbei zu imaginieren ist den Türken seit je alles recht. Den neutürkischen Atatürken ist sowieso alles egal, Hauptsache sie haben ihr iPhone, das sie an den Totenschwatz der Welt - das ist Säkularismus, eine seltenblöde menschliche Regung, die umso prustend-größer daherkommt - anbindet, und umso mehr auf Brutalität angewiesen ist.

Und diese Phantasie hat Erdogan nun erinnert, daß er eigentlich Syrien für seine Zwecke und Träume bräuchte - einer Großmacht Türkei.  Also muß er (der VdZ hat es vor zig Jahren hier bereits ausgedrückt) den Norden von Syrien beherrschen. Selbst der Zweck "Kurdenbekämpfung" ist da nur Vorwand. Es geht um absurde Träume eines Geisteskranken. Der freilich gewissen Unterhaltungswert nicht verweigert. Drum war er ja dieser Tage beim römischen Papst. Da reden zwei, die gar nicht wissen, wovon. Das muß lustig werden.

Also legt es der Wuzzipascha vom Bosporus mit seinen kurzzeitig gefundenen Freunden - schon das ist witzig, denn die Türken waren immer Todfeinde der Russen, wie soll das auch anders gehen! Ja der Konflikt zwischen den beiden Ländern und Völkern hat Europa im 19. Jahrhundert entscheidend mitgestaltet, weil sich in der furchtbaren Verwundung (samt den Folgen wie der russischen Überspannung in Ostasien - Tsushima, Port Arthus etc. etc.) im Krimkrieg ein Machtvakuum in Europa bildete, das der nächste Fuzzi, Bismarck, primitiv ausgenützt hat, um genau jene Primitiven um sich zu sammeln, die seither wie Erdogan von Macht und Größe träumen (drum die "taktische" Nähe der beiden Länder im letzten Jahrhundert) - also (mein Gott, wo waren wir? ach ja, bei den Freunden) hat er sich neue Freunde gesucht. Vladimir Putin. Immerhin haben die Russen (weil Kulturvolk) die Macht, ein Atomkraftwerk zu errichten. Das Erdogan dringend bräuchte, um die Stromversorgung im Land der Plutzerlichter, weil Touristenblitzer (zwei Wochen Antalya für 350 Euro, fullservice, wo kriegt man das schon?) aufrechtzuhalten.

Schießt also das nächste russische Flugzeug ab und massakriert den Piloten. Erdogan? Na natürlich Erdogan, pars pro toto! Noch die Renaissance wußte davon, daß der Auftraggeber der Täter ist.

Und legt sich neuerlich mit den Russen an, mit denen er doch gerade "Freundschaft" geschlossen hat. Nachdem sie ihm den Arsch beim Putschversuch gerettet hatten. Sagt zumindest Putin.  

Aber gut, das ist drei Jahre her. Genug um Kultur wieder zu vergessen. Heute wittert Erdogan seine nächste Chance. Die Amerikaner, genauso sittenlose Irrlichter wie er (beide hängen deshalb am iPhone), scheißen sich auch um nichts, und bleiben einfach mit ein paar hundert Soldaten in Syrien. Gegen alles Völkerrecht. Aber was kümmert das Erdogan. Was kümmert das eine EU? Sie sind doch alle so moralisch. Und so ökumenisch. Und so freundschaftlich. Und so nützlich. Oder nicht. Ach, was hat hier Denken zu suchen? Luftig lustig, heidarjödulliöh, so passiert heute eben Politik, jubilate, schreit da der charismatische Chor im Petersdom dazu!

Und jede Wette, die Amerikaner werden dem Schnurrbartträger vom Bosporus wieder den Arsch küssen. Mit lustvoller Zunge. Endlich wieder eine feste Luft- und Raketenbasis gegen die pöhsen Russen. Die waren ja zuletzt sogar - angeblich, wortmaulig, wie Erdogan eben ist - gefährdet. Mein Gott, was für ein Desaster für die NATO. Washington hat es wieder hingekriegt. Erdogan wieder ein paar iPhone- und Rüstungsmilliarden zugesprochen, jede Wette. Und das mit Arabien ist ja auch nicht so gemeint, hieß es im Telephonat am letzten Sonnpurzeltag. 

Wie wunderbar ist doch der christliche Gott. Hallelujah. Handelt auch ohne daß man sich um Vernunft bemühen muß.

Vorbei. Erdogan war es, er hat es wieder gerichtet. Die Türkei wird wieder in die rußlandfeindliche Allianz der US-NATO einscheren, versprochen. Dafür darf sie im Norden Syriens ihre fetten Großmachts- und Kalifats-Träume vom türkischen Großreich austoben und etwas weiter östlich, dem Irak zu, die super staatsfeindlichen Kurden abschlachten. Feinde einer nationalistischen Türkei zu Millionen abzustechen und auszuhungern hat ja seit Atatürk Tradition. Auch mit deutscher Unterstützung, das bleibt in einer Linie. Gruß an Armenien! Damals war es die türkische Blockhaltung gegenüber den Alliierten, heute ist es die Verhaltung von syrischen Flüchtlingsmillionen. Das paßt alles zusammen.

Mein Gott, wie lustig ist doch Politik mit Muslimen. Und deren Geistesbrüdern, Amerikanisten. Deutschisten. Endlich kann man die so beschwerlichen Gedanken ablegen, es kommt auf keinerlei Konsistenz mehr an! Wort ist doch Schall und Rauch. Und vor allem: Wer war je dumm genug zu glauben, daß das im Islam jemals anders war? Vernunft ist da doch nicht gefragt. Juppeidi. Das wußte Wilhelm II., das wußte Merkel.

Der römische Papst schickt sein Glückwunschtelegramm. Endlich Einheit.

Das kommt davon, wenn man iPhones und Twitter für Kultur hält. Weil man überhaupt keine Ahnung, weil keine sittliche Haltung dazu mehr hat, was Kultur überhaupt ist.






*120218*

Dienstag, 26. Dezember 2017

Erstmals wurden sie demaskiert

Es paßt durchaus zu Weihnachten, denn es geht um das Ende eines Krieges. Dieses Ende ist aber mehr, meint E. Michael Jones in diesem Interview in einem amerikanischen Sender. Es ist das Ende einer Art der Kriegsführung, die seit 50 Jahren die Welt destabilisiert und geängstigt hat. Die immer mit derselben Methodik vorging. Erst wurde in der Weltöffentlichkeit ein Bild erzeugt, daß eine Bevölkerung unzufrieden mit der Regierung sei, aber kein Mittel habe, sie auszuwechseln.

Dann kamen Nachrichten, daß diese Regierung (meist in der Gestalt eines Diktators, denn der Mensch braucht immer Menschen, sonst kann er nichts verstehen) das Volk mit brutaler Gewalt unterdrückt. Dann kamen immer mehr "Widerstandskämpfer", die von ausländischen Mächten (meist den USA) ausgebildet, ausgerüstet und ins Land gebracht, aber ganz oder teilweise als "innere Opposition" dargestellt wurden. Diese initiierten inneren Konflikte, die bis dahin irgendwie zwar bestanden, aber recht gut im Griff waren, nun aber zur Eskalation getrieben wurden. Vor allem Konflikte religiöser, aber auch ethnischer Art eignen sich bestens dafür. So entstand ein "Bürgerkrieg", in dem diese Kämpfer das Land mit Zerstörung überzogen, bis die Regierung die Kontrolle verloren hatte und gestürzt wurde. Sofort wurde eine neue Regierung installiert, die vor allem eines war: willfährig und beherrschbar.

Zurück blieben lauter "failed states", zombieartige Staatsgebilde, in denen jede organische Struktur zerschlagen war, in der die Bevölkerung sich auf kleinere Einheiten (Stamm, Klan, Familie) zurückzog, sich für das große Ganze (bis auf Ausnahmen) nicht mehr interessierte weil ums Überleben kämpfte, und die deshalb mit neu eingesetzten künstlichen Staatsregimen leicht zu "regieren" waren. Deren Interessen sich schon darin erfüllten, gewisse Partialinteressen (wie die Schiiten im Irak) zu verfolgen, sich also für Weiteres kaum interessierten, oder überhaupt (wie häufig in Afrika) Großindustrien (meist Öl, Rohstoffen, Ressourcen aller Art, auch die Ausbeutung menschlicher Arbeit ist darunter, wie sich in zahlreichen Beispielen belegen läßt) zu steuern oder direkt zu besitzen. Die zufällig unter starkem ausländischem Einfluß standen. 

Mit der Niederlage der Daesh (IS) aber stieß diese Methode, einen mißliebigen, nicht gefügigen Staat aus dem Weg zu räumen, erstmals an eine Grenze, ihre furchtbare Dynamik wurde erstmals durchbrochen. Und das ist dem energischen Handeln von Rußland und dem Iran zu verdanken, das die Lage im Vorderen Orient wendete. Selbst die Türkei, die mittlerweile sogar über einen NATO-Austritt nachzudenken scheint (nachdem es lange die IS unterstützte und selbst meinte, ein Süppchen aus einem zerfallenen Syrien kochen zu können) wurde durch Rußland "umgedreht", ein seltener Fall, der wohl den Besonderheiten Erdogans zuzuschreiben ist. 

Mit einem weiteren Beispiel (aus so vielen), wie die in sich widersprüchliche, inkonsistente Außenpolitik der USA völlig andere Ergebnisse zeitigt, als geplant waren - und das ist der Irak, so wenig man den wirklich einzuschätzen vermag. Denn dort hatten die USA nach dem 2. Krieg ein schiitisches Minderheitenregime installiert. Aber man hat diesen Umstand unterschätzt. Nun steht zu vermuten, daß die Türkei im Irak sogar einen Verbündeten in der Frage eines kurdischen Staates gefunden hat. Denn würde ein solcher im Norden des Irak gegründet (und um das zu verhindern, braucht die Türkei den schiitischen Irak), hätte das ganz sicher dramatische Folgen auf die Kurdenproblematik.

Die alle effektiv und konkret der syrischen Regierung beistanden oder auch nur in ihre Richtung wirkten und sie soweit stärkten, daß sie nicht gestürzt wurde, sondern den "Bürgerkrieg" gegen den IS gewann. Damit wurde bewiesen, daß diese Art der Kriegsführung tatsächlich zu überwinden ist. Syrien liefert das Exempel dafür, daß diese Art, unliebsame Staaten zu beseitigen, nicht nur nicht zum Erfolg führen muß, sondern in einem Desaster enden kann.

Im Falle Syriens waren neben den USA (die vermutlich zu guten Teilen zumindest das schmutzige Handwerk für andere erledigten, wie so oft übrigens) auch Israel und vor allem Saudi-Arabien an diesem Versuch Syrien zu zertrümmern, beteiligt. Wobei man darüber spekulieren kann, wieweit eine Änderung des Verhaltens der USA durch Donald Trump erst die Weichen gestellt haben könnte. 

Und diese Mächte haben sofort reagiert. Und sich in seltsamster, aber pragmatischer Allianz (Saudi-Arabien und Israel) erst auf den Jemen, und nun auf den Libanon konzentriert, denn dort bieten die Houthi und die Hisbollah immer noch die schiitische (und jemenitische bzw. palästinensische) Stirn.

Schlüssel war, so E. Michael Jones, daß man erstmals in der langen Geschichte der verdeckten Kriegsführung den Gegner benennen konnte. Denn wie soll man einen Gegner bekämpfen, den man nicht kennt? Das zu verschleiern war ja bislang der entscheidende Moment dieses Konzepts. Hier aber erkannte man sie: die Vereinigten Staaten, die Saudis, Israel, Katar. Was in Syrien noch scheinbar phantastisch funktionierte, hat erstmals versagt. Und die Strategie ist nun bekannt, man kennt die Handschrift, man kennt die Verursacher, wird sie auch zukünftig erkennen und weiß, wie man dagegen vorgehen muß. Wer ist dieser "man"? Rußland, Iran, das waren sie in diesem Fall. 

Dieser Plan ist in Syrien nun erstmals nicht aufgegangen, Rußland, das das eindeutig bessere, wohl einfach "natürlichere" Konzept hatte, hat gemeinsam mit dem Iran (der eher regional beschränkte Interessen hat) gezeigt, daß man ihn zu zerstören vermag. Die USA wird sich zukünftig etwas anders überlegen müssen, der Plan ist durchschaut, man riß ihnen die Maske herunter. Wenigstens in Syrien kann wieder Frieden einkehren.

Es ist immer und ausschließlich die Wahrheit, die befreit. Und nur diese Freiheit kann Einheit und Frieden bringen.










*241117*

Dienstag, 7. November 2017

Seltsame Allianzen - Was nun in Syrien?

Die Medien hierzulande schreiben kaum noch etwas darüber, der VdZ hat die wenigen Meldungen hier und da und dort aber weiter verfolgt. 

Und es mehren sich die Tatsachen und Anzeichen, daß es mit der IS in der Levante zumindest militärisch vorbei ist. Konsequent und hartnäckig haben die letztlich ordnenden Mächte - syrische Armee, Rußland, Iran, Hisbollah, und nicht zuletzt (!) die Kurden im Nordosten - das Ende des Spuks eingeleitet. Entsprechend berichtet Frontex auch, daß unter den sogenannten "Flüchtlingen" auf den noch offenen Routen (Mittelmeer) so gut wie keine Syrer (mehr) sind. Eine Route, die sich eiderdautz auch so gut wie geschlossen hat, seit die lybische Küstenwache tut, was sie immer tun habe wollen, aber erst jetzt darf, weil es erwartet wird.* (Sebastian Kurz wird sich also auch sputen müssen, sonst klauen ihm noch andere die Kerzen von der Torte.)

Den Menschen in Syrien steht nun freilich ein langer, harter Weg bevor, ihr Land wieder instandzusetzen. Wie es in Europa im 20. Jhd. eben auch war. Es gibt sogar schon Berichte, daß die syrische Bevölkerung wieder in ihre Orte zurückkehrt, sofern sie geflüchtet war. Ebenso mehren sich die Berichte, daß die IS-Kämpfer nun neue Aufgabenbereiche suchen. Etwa 1.500 IS-Kämpfer sollen vor dem Absprung nach Europa stehen. (Manche Medien nennen es "Rückkehr", aber als was "kehren" sie zurück?) 

Aber schon beginnen neue Ansätze einzuwirken, so leicht geben die Amerikaner nicht auf, wenn auch alles schon ein wenig kraftlos wirkt. Sie fordern nun eine Zukunftskonferenz, in der sie bei ihrer alten Forderung bleiben: Präsident Assad muß zurücktreten, heißt es da. Er sei nämlich ein Hindernis der inneren Befriedung. 

Hindernis? Dabei hat er doch gegen härteste Angriffe offenbar Ruhe geschaffen? Nein, es empfehlen sich nun andere strategische Vorgehensweisen, um die alten Ziele zu bewahren, zu retten was nach dem jämmerlichen Auftritt eines angeblichen Anti-Terror-Krieges (der hier fütterte, was er dort zu bekämpfen vorgab) noch zu retten ist. 

Israel will dabei verhindern, daß sich von Persien bis zum Libanon ein schiitischer Bogen zieht, der ihm den Iran als Leitmacht der Schiiten vor die Haustüre setzt. Und es sieht sich dabei erneut in dieser seltsamen Allianz mit den Sunniten der Türkei und den Arabern. Der Iran aber ist der Hauptgegner gegen eine strategische Beherrschung der Levante durch Israel.

Wobei auch die Türkei ihre alten Ziele wieder aufzuwärmen beginnt. Der mittlerweile sogar nachgewiesen werden konnte, daß die IS von dort aus nach Syrien "eingesickert" ist und Nachschub erhielt. Aber das ist ein altes, anderes Kapitel, wir haben darüber genug geschrieben.

Was der Türkei aber nicht in den Kram paßt ist, daß die Kurden einen so wichtigen Beitrag zum Sieg über die IS geleistet haben. Die ja ein Dauerproblem für Istambul ist, das erneut verkündet hat, daß es alles tun wird, um die Bildung eines kurdischen Staates zu verhindern. Was auch klar ist: Ein kurdischer Staat oder staatsähnliche Autonomiegebiete in Syrien oder von dort ausgehend würde sich die Kurdenfrage der Türkei ganz neu zur Aufgabe stellen weil stellen müssen. Also ist der neue Feind klar: Die Kurden in Nordost-Syrien. Der nun in die Zange genommen werden soll.

Denn hier kann sich die Türkei eines neuen Verbündeten gewiß sein - des heute US-gesteuerten Irak. (Der selbst in schwersten inneren Widersprüchen steckt, denn es waren die USA, die dort die Schiiten stark gemacht, die Bevölkerungsmehrheit der Sunniten aber marginalisiert haben.) Der Irak, der vor wenigen Tagen verkündet hat, daß verschiedene militärische Operationen der Kurden eine offene Kriegshandlung gegen den Irak seien. Sodaß man überlegen müsse, ob nicht eine Kriegserklärung statthaft sei. Oder ist das der verdeckte schiitische Versuch, den Levante-Bogen zum Iran zu schließen?**

Gleichzeitig verschärft die USA ihren Ton dem Iran gegenüber. Beobachter meinen, daß es sich dabei nur um einen verzweifelten Versuch handelt, der extrem verworrenen weil inkonsistenten Außenpolitik der USA doch noch den Mantel der Konsistenz umzuhängen, um einen letzten Rest von Glaubwürdigkeit zu wahren. 

Und das Netanjahu-Israel sieht keinen Grund zur Zurückhaltung offen zu sagen, daß es sich jedes Recht sieht, mit ihrer Luftwaffe allfällige kriegs- oder strategisch wichtige Ziele in Syrien anzugreifen.

Aber  noch etwas anders bereitet sich vor, der die USA vor weitere, ganz entscheidende Probleme stellen könnte: Zwischen Rußland, China und Arabien bereitet sich - auch das eine Frucht der US-Politik, das so nebenbei, die wie es aussieht kein einziges außenpolitisches Ziel mehr erreichen, seit vielen Jahrzehnten, sodaß ihnen bestenfalls noch das Säbelrasseln (siehe Nordkorea) bleibt, aber das ist immer ein Mittel mit Ablaufdatum - ein Öl-Clearing (in Landeswährungen, allen voran den chinesischen Renminbi) vor, das den US-Dollar als Weltreservewährung vor unüberwindbare Schwierigkeiten (und enormen Inflationsdruck) stellen wird.

Die Lage ist scheinbar undurchsichtig, gewiß, zumindest nicht leicht zu durchschauen, auch für den VdZ. Aber das war sie auch zu Zeiten, als die Medien täglich groß aufgemachte Berichte brachten. Während sie nun schweigen. Vielleicht weil sie warten, welche Richtlinien sie nun verfolgen sollen. Denn die alten sind allen abhanden gekommen, die hat der Gegenwind zum Zeitgeist verblasen.





*Ein nicht unwesentlicher Grund dafür war der bemerkenswerte propagandistische Erfolg der "C-Star-Mission" der Identitären Bewegung. Die scheinbar kaum Zählbares bewirkt hat, aber medial ungemein präsent war - denn es gab sie doch, die investigativen Journalisten, wenn auch nicht von den Leitmedien, die haben weiterhin nur Fakenews wiedergekäut und verleumdet, das einzige, was sie noch können - zu einem Schwenk der europäischen Außenpolitik geführt, und den Politikern Feuer unterm Hintern gemacht hat. Die nun auch gehandelt haben. Weil sie Angst hatten, daß man ihnen das Thema (und damit einen leicht zu erzielenden Erfolg) stehlen könnte. Und sieh da: Die lybische Küstenwache erfüllt nun ihre Aufgabe. 

Plötzlich gibt es auch keine ertrunkenen "Flüchtlinge" mehr im Mittelmeer. Seit fünf, sechs, sieben Wochen ist offenbar niemand mehr ertrunken! Weil niemand mehr in die Schlepper-Tschenakel steigt, weil diese von der libyschen Küstenwache aufgegriffen und zurückgebracht werden. Plötzlich kommen auch kaum noch "Flüchtlinge" in Italien an. Auch darüber aber berichten unsere Leitmedien nicht.

Das Versiegen des Stroms aus Mittelafrika ist nur eine Frage der Zeit. Sobald sich nämlich herumspricht, daß es "no way" - keinen Weg - nach Europa mehr gibt. Eine Voraussetzung dafür, daß auch allfällige Hilfsmaßnahmen in den Ländern, von denen alle so vollmundig reden (der VdZ glaubt NICHT an deren Erfolg; Erfolg hätte nur die gute alte Mission) selbst greifen können. Weil den Leuten dort klar wird, daß sie SELBST etwas tun müssen und KÖNNEN, um ihr Land lebenswerter zu machen. Wie auch immer, es ist in Wahrheit auch dort ein Problem der dritten, vierten Söhne ... die KEINE Gesellschaft verarbeiten konnte und kann, die immer für ein expansives Moment (im Inneren durch Erschließung, oder nach außen) gesorgt haben und sorgen. Nicht erst seit den antiken Griechen oder den Römern.

**Die Verworrenheit der politischen Ziele islamisch dominierter Staaten hat eine lange Tradition. Sie ist die Folge einer Absage an den logos, an die Vernunft als weltbestimmendes Prinzip. Damit können sich auch keine substantiellen politischen Ziele bilden, die über die Zeiten gleichbleiben. Was bleibt ist ein "so irgendwie beherrschen wollen". Ein ontologisch unverrückbares "Warum", das wie ein Magnet jeden Kompass ausrichtet, fehlt aber dann. Das Resultat ist ein Wollknäuel an "Interessen", wo wenn man an einem Ende zieht das andere unruhig wird.



*221017*

Montag, 16. Oktober 2017

Einmal hat er Recht, einmal Unrecht

Wenn der türkische Ministerpräsident Reczip Erdogan unlängst meinte, daß die Türkei nicht mehr an einer EU-Mitgliedschaft interessiert sei, es allerdings für Europa eine kulturelle Weiterentwicklung bedeuten würde, die Türken darin aufzunehmen, so hat er einmal Unrecht, und einmal Recht.

Unrecht hat er, wenn er meint, daß eine muslimisch geprägte Gesellschaft gleichbedeutend mit Kultur wäre. Das ist naturrechtlich gesehen falsch, und man kann von Kultur dabei nur im abstrakten, zuständlichen Sinn sprechen: als Kultur in diesem und jenem Zustand. Das ist auch historisch eindeutig zu erkennen. Nirgendwo hat der Islam eine regionale, individualistische Kultur hervorgebracht. Er hat stattdessen vorhandene Regionalkulturen zentralistisch normiert, und regionales Gepräge gab und gibt es nur dort, wo er noch zu wenig stark ist. Von Marokko bis Pakistan. Der Islam ist sogar anti-kulturistisch. 

Es gibt also keine islamische Kultur, es gibt nur Kulturen, die überleben, obwohl sie islamisch geprägt sind. Auch in Cordoba, dieser einzigen wirklichen Blütezeit eines sogenannten islamischen Staates, war es nicht anders. Sie war von nordwestafrikanischen Kulturen geprägt, die prinzipiell arianisch, aber formell "islamisch" waren. Die Spanier hatten sie selbst geholt, als Einigungsmittel in ihrer Uneinigkeit. (Wie man heute wieder einmal sieht: Ohne jeden Erfolg, aber das ist ein anderes Kapitel.) In dem Moment, wo dieses Staatsgebilde wirklich "islamisch" wurde (12. und 13. Jahrhundert), und das war unausbleiblich, denn der dortige Islam galt der großen Koran-Gelehrtengemeinde (samt dem Sultan) in Kairo, Damaskus und Bagdad als Häresie und ungehorsame Gemeinde, war es schon zu Ende mit dieser Kultur.

Die die Kalifen und Sultane der Jahrhunderte zuvor noch "leben" hattten lassen. Sie waren tief hellenistisch geprägt, und deshalb von griechischer Philosophie durchdrungen. Was den Völkern im Orient eine bedeutende kulturelle Dynamik verlieh, weil im Grunde schon die Allianz aus Plato und Aristoteles die Grundlage unserer heute (wie damals) bekannten Wissenschaft bedeutet. Aus einer Haltung heraus, in der eben die Welt vom logos und seiner notwendigen Widerspruchsfreiheit getragen ist. Doch es gab nicht nur gute Politiker, und vor allem die schwächeren griffen zur Religion als politischer Waffe, ihre Reiche zusammenzuhalten. Wofür sich der Islam prächtigst eignete. Das führte aber unweigerlich dazu, daß man sich das Prinzip der Widerspruchslosigkeit vom Halse schaffen mußte. Und heute steht das Abendland vor dieser selben Schwelle. Es hat aber nicht die zentralistischen Strukturen der (historisch mittleren) islamischen Welt, und deshalb würde es zerfallen, setzt sich dieses Widerspruchsprinzip (eines kann ebenso wahr sein wie das andere) durch.*

Erdogan hat deshalb zweifellos Recht, wenn er auf die Schwäche der abendländischen Kultur hinweist. Ihr gegenüber zeigen sich sogar Stärken beim türkischen Volk die tauglich sind - und wir erleben das auch wieder und wieder - Europa zu überschwemmen und umzuformen. Insbesonders die Stärke der Familie und der Großfamilie, des Clans, der solidarische Zusammenhalt deshalb ist als Voraussetzung für Staat und sogar Volk von enormer Bedeutung. Gerade in diesem Punkten ist Europa kurz vor der völligen Auflösung, oder eigentlich schon mitten im unaufhaltsamen Absturz.

Wenn, dann könnte es sich nur erholen, wenn es sich re-katholisierte. Nicht einmal "re-christianisierte" wenn man damit meint, daß der Protestantismus ebenfalls ausreichen würde oder gar in seiner Kulturwirkung "dasselbe" sei. Davon, und nur davon wird die Zukunft Europas abhängen. Alles andere ist wertloses, substanzloses Geschwätz. Denn im Positivismus, Subjektivismus und Moralismus des Protestantismus läßt sich niemals eine Kultur aufrichten, ja nicht einmal langfristig halten. Der Islam, der in dieser Art genau dasselbe Rezept verfolgt, zeigt es vor. (Von "Bewahrung der christlichen Kultur" zu sprechen ist ohnehin ein bemerkenswert inhaltsleeres Gerede, das sich wohl nur auf die Gebäude beziehen kann.) Q. e. d.

Möglicherweise ist also Erdogan knochenharter Realist und viel intelligenter, als mancher meinen könnte. Und dafür spricht ohnehin viel, wofür sich der VdZ sogar ehrliche Bewunderung für den ehemaligen Iman abringen kann: Er ist ein Staatsmann, wenn auch typisch orientalisch und einem Attila ähnlicher als einem Putin. Wo gibt es aber sogar das im christlichen Europa?

Stell Dir nämlich vor, die Türken liegen mit einem Millionenheer wieder vor Wien, versprechen in Flugblättern Freibier und Würstel, die sie verteilen, während sie ihre Tschinellen malträitieren, und die Wiener öffnen daraufhin die Tore und gehen Blumenpflücken oder holen sich einen Gutschein für ihre Eitrige siaß mit Buckel und Pfefferoni (Käsekrainer mit süßem Senf, Brotanschnitt und mildem Pepperone - für unsere deutschen Fremdsprachigen; es sind blöderweise aber grad keine Würstel da, sie kommen aber morgen, ganz sicher), und gehen anschließend nach Grinzing zum Heurigen ...




*Man kann also die Totalisierungsbestrebungen der Gegenwart, die versuchen, ein neues religiöses (resp. moralisches) Zwangs-Einigungsprinzip ("Klimakatastrophe", usw. usf.) zu etablieren, und die eigentlich sämtliche kulturellen Einrichtungen erfaßt hat, bis hinein in die Familien, die Pädagogik, die Schulen, als durchaus begreifbare (aber um nichts weniger falsche) Gegenbewegung ansehen, die aus pragmatischen Gründen ebenfalls (wie die islamische Welt) zum Totalitären greift, um nicht zu zerfallen. Aufgrund der Schwäche der Katholischen Kirche aber hat die westliche Welt nicht die Kraft, eine Kulturquelle wieder auszugraben oder gar zu etablieren. Wer sich die linken wie die rechten Bewegungen ansieht wird feststellen, daß es sich in deren scheinbarer Unvereinbarkeit im Grunde um einen "Quellenstreit" handelt. Der nie zu jener substantiellen Einigung führen wird, nie, den nur die Wahrheit, die Kirche, darstellen könnte, weil er sonst immer auf der ideologischen Ebene bleiben wird.




*041017*

Montag, 8. Mai 2017

Rationalismus verfehlt immer seine Ziele

Wie absurd eine nicht in der (göttlichen) Vernunft gründende Rationalität letztlich immer ist (denn sie muß einfach zu viel verschweigen, um Gott und dieser daraus erwachsenden absoluten Verbindlichkeit zum Gottesdienst auszuweichen) zeigt die Bemerkung des österreichischen links-grünen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen, alle Österreicherinnen sollten aus Solidarität mit Musliminnen und als Zeichen des Anti-Rassismus (und als Reaktion auf Bestrebungen, das Kopftuchtragen in Österreich verschiedentlich zu verbieten oder einzuschränken) zukünftig Kopftuch tragen. 

Sie hat genau die gegenteiligen Reaktionen bewirkt, die der Bundespräsident als Aufruf zu einer allgemeinen moralischen Tat beabsichtigte. Rationalismus (bei dem man im wahrsten Sinn von "der Welt - ohne Himmel - gehörig" sprechen kann) bewirkt eben immer wenn schon nicht das Gegenteil des vorgeblich Beabsichtigten, so doch das Verfehlen des vorgegebenen größeren Zieles. Er funktioniert eben nur für sehr sehr begrenzte technische Apparaturen, Maschinchen, deren Umgebung man lückenlos kontrolieren kann, nicht aber für derartig komplexe und offene Gebilde wie sie der Kosmos und der Mensch sind. 

Nur im logos, der absoluten Vernunft in Gott verankert, auf sie verweisend, mit ihr "kommunizierend", also von ihr her befruchtet, führt sich auch alle Teillogik der Welt in die Widerspruchslosigkeit selbst. Fehlt in der Teillogik diese Hinorientierung, muß sie zwangsläufig im Großen in Widersprüchen enden. Es gibt im letzten sogar überhaupt kein "weltimmanentes Ziel", das auch ohne Gott auskäme.

Denn selbstverständlich hat sich sofort eine muslimische Gemeinde gemeldet, und angemerkt, daß sie das keinesfalls wolle! Denn die haben sofort begriffen, daß ein Aufgehen dieses Identitätsmerkmals in ein bedeutungsloses, unspezifisches Allgemeines die Identität als Muslime angreift weil auflöst, und damit die Muslime selbst schwächt. Es wäre also sogar ein Akt einer gar nicht gewollten Assimilation durch eine abgelehnte, zumindest fremde Kultur und in diese gründende Religion. Denn auch der aufgeklärteste Rationalismus Europas ist ein Vexierbild des Christentums.

Der Obmann der Türkischen Gemeinde in Wien (die sich auf Atatürk beruft) sah das freilich banaler, profaner, wie Säkularisten es eben immer tun. Er lehnte die Forderung van der Bellens ab weil er meinte, daß das Kopftuchtragen auch innerhalb des Islam (in der Türkei auf jeden Fall) höchst umstrittenes Merkmal der Unterdrückung der Frau und auf jeden Fall Kennzeichen eines radikalen Islam sei, den diese türkische Gemeinde ablehne. Eine gewissermaßen religionsimmanente Forderung nach Kopftuch gebe es ja gar nicht. Die Forderung nach dem Kopftuch sei also kontraproduktiv, weil es die säkularisierenden und vor allem entpolitisierenden Strömungen innerhalb des (türkischen) Islam unterwandere.






*270417*

Freitag, 28. April 2017

Worum es in der Türkei geht

Ob überhaupt jemand in Europa eine Ahnung hat, worum es in der nunmehr per Referendum beschlossenen Verfassungsänderung in der Türkei geht, bezweifelt der VdZ. Dieses Gespräch  auf RussiaToday verbleibt zwar auch noch in reichlichen Ungeklärtheiten, aber es läßt erahnen, was sich in der Türkei überhaupt abspielt. 

Und streift so manche Verzwicktheit der europäischen Demokratien am Rande mit. Das alles auch nur irgendwie aufzuarbeiten sind die Massenmedien ganz offensichtlich nicht mehr in der Lage. Sie sollen ersaufen in ihrem Staatsgeld, aber Gott möge beistehen, daß kein Medium mehr Steuergelder bekommt, sie sind sämtlich und restlos wertlos. Genau so wertlos, wie sämtliche unserer kulturellen Institutionen mittlerweile geworden sind, weil sie die Wirklichkeit einfach nicht mehr zu bergen vermögen. Das Geschwafel der Medien ist im Konkreten besonders völlig irrelevant.

Wie schon so oft hier gesagt: Der Zug fährt, die Karawane zieht - die Hunde bellen. Man lasse sie bellen. Man wirft bestenfalls mit einem Stein nach ihnen, damit sie aufhören die Wirklichkeit zu stören.










*200417*

Dienstag, 25. April 2017

Es darf gelacht werden

Herzliches Lachen könnte einen ergreifen angesichts der Reaktionen, die Europa den Türken mit Erdogan derzeit entgegenbringt. Da sind einmal jene, die immer die Türkei als Europa sehen wollten, und deshalb viele Jahre vergeudeten um zu beweisen, daß dieses orientalisch-nomadische Volk in seiner Kultur Europa nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen sei. Sie rudern nun verzweifelt mit den Armen, denn in dem Maß, als diese Türken zu sich finden, werden sie so "ganz anders" als man es von diesem verweicheierten Europageschwümmel der Superweichspülchristen kennt. 

Und da sind jene, die die Türkei sowieso immer als europafeindlich sahen, denen nun Erdogan die Begründung nachliefert, indem diese Türkeifeinde in der nun nur offen, ja ehrlich und damit endlich ehrbar gewordenen Entwicklung zur Despotie die Beweise für ihre Aversion sehen, weil die Türkei den westeuropäischen Weichfäulnisschlatzen nicht zu folgen gewillt ist. Tiumphierend stehen sie nun vor den Linken. Und triumphieren groteskerweise, weil ihre Beweise der Unvereinbarkeiten Europas Christentumswehen als links definieren. Oh Gott, Todesstrafe!* Niemals! Niemals! Oh wie gräßlich! Katholisch ja, aber doch bitte nicht wirklich! Denn dann wäre es in vielem (nämlmich in den Phänomenen) doch so diesem Islam ähnlich! Als läge es an den Phänomenen ... hier, jetzt, damals, früher, morgen ... Was für ein geistig zerrüteter, geisteskrank gewordener Kontinent.

Und dann sagt der Despot am Bosporus auch noch solche Dinge! Europa werde türkisch, und so. Mein Gott! Igitt! TUT MAN DAS?

Die ganz wenigen, die es ohnehin sahen, die um die Wirklichkeiten der Unvereinbarkeit wußten, die die Verschiedenheit sahen, und gerade diese Unterschiedenheit - die immer Unvereinbarkeit heißt! - sogar liebten, also die wenigen die auch tatsächlich ihre Feinde (!) liebten, indem sie sie als solche begriffen, sind zu wenige, um hier erwähnt zu werden. Sie werden in den Kommentaren dieser lächerlichen Geräuschkulisse, die sich immer noch als öffentlicher Disput bezeichnet, nicht berücksichtigt. Wer wahr kommentiert ist ja nicht gerade konsumgeeignet.




*Die EU kennt nicht die Todesstrafe? Darf man lachen? Kennen diese Herrschaften, die sich da mit dem von den immer wenigeren arbeitenden, wertschöpfenden Menschen erpreßten Geldern fettgemästeten Politiker- und Elitenmüllhalden ihre von ihnen selbst erlassenen Gesetze nicht? Es gibt sie, wie der Völkerrechtsjurist Schachtschneider (und andere) bewies. Nur dient sie nicht der Gerechtigkeit und damit dem Gemeinwohl, sondern nur dem Fall, wo das perverse System in seinem Bestand gefährdet wird. Wobei - Systemerhalt hat eben in Politik wie Kirche längst das Gemeinwohl ersetzt.




*180417*

Donnerstag, 30. März 2017

Die Sache hat eine andere Seite

Die Blüten werden immer seltsamer, die Europa in ihrer Spannung zur Türkei unter Erdogan treibt. Daß der Unsinn von Doppelstaatsbürgerschaften (Deutschland-Türkei) sogar ein ganz gefährlicher Schuß ins eigene Knie sein könnte, hat sich ja nun offenbar herumgesprochen. Denn Erdogan macht allen Erstes das, was ein Staatsmann zu machen hat - er sieht alle Staatsbürger als Schutz und Interessen ihres Landes, der Türkei, eingegliedert. Lassen wir es aber dabei. Vorerst zumindest. 

Zum medial hochgekochten Sonderfall aber wurde der Fall des "Auslandskorrespondenten der Welt", Deniz Yücel. Der ja nur als Nebenbeschäftigugn auch für diese deutsche Gazette schreibt, im hauptberuf ist er ganz einfach Journalist in der Türkei. Und bumm, sitzt er nun im Gefängnis. Was in Deutschland als Racheakt wegen des Auftrittsverbots türkischer Politiker gewertet wurde. 

Aber reicht das? War es das? Denn da tauchen ganz andere Dinge auf, wenn man der Sache einmal tiefer nachgeht. Da tauchen Texte auf, die so manche Zweifel in den Raum stellen, ob es bei "Rettet Deniz!" (komisch, alles muß heute gerettet werden) wirklich nur um eine deutsch-türkische Sache geht. Texte wie diese, sie sind dem Blog "Eulenfurz" entnommen. Wo Zweifel aufkommen könnten, ob es dem Besagten gar so ernst mit seiner Türkeiliebe ist. Texte, die - so nebenbei - wie eine Schablone wirken, wo man nur die Bezeichnung des einen Landes durch die eines anderen ersetzen müßte. Gab es nicht 1945 so ähnliche Texte, nur auf Deutschland gemünzt? Naja, so ein Text kann einem der sein Land liebt schon mal in die falsche Kehle kommen. 

Ob man ihn einsperren muß ist ein ganz anderes Problem. Wobei - ist es ein Problem der Türkei und Erdogans? Da lesen wir also zuerst einmal:

Der baldige Abgang der Türken aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. … Nun, da das Ende der Türkei ausgemachte Sache ist, stellt sich die Frage, was mit dem Raum ohne Volk anzufangen ist, der bald zwischen Europa und Asien entstehen wird: Zwischen Bulgarien und Iran aufteilen? Parzellieren und auf eBay versteigern? Palästinensern, Tuvaluern, Kabylen und anderen Bedürftigen schenken? Zu einem Naherholungsgebiet verwildern lassen? Oder lieber in einen Rübenacker verwandeln? Egal. Etwas Besseres als die Türkei findet sich allemal.

Und im Urteil über eine ihm nicht zu Gesicht stehende Politikerin wurde er sogar noch einen Hieb schärfer:

So etwa die oberkruden Ansichten der leider zu erfolgreichen politischen Aktivistin Meltem Oral, die man … eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen darf … und der man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge ihr Werk gründlicher verrichten.

Also gustiös ist anders. So nebenbei: Auch Freiheit schaut anders aus. Nicht alles was willlkürlich ist, iste nämlich "frei". Vor allem aber hat Eulenfurz  nicht Unrecht wenn man dort meint, daß man bei uns für solche Texte ebenfalls ins Gefängnis wanderte. Wegen Volksverhetzung und Haßrede. Und ein Psychologe könnte schließen, daß jemand, der sich so und das so öffentlich äußert, eigentlich auf eine Frontalkonfrontation und damit einen Bruch mit dieser Öffentlichkeit, also dem Volk, dem Staat abzielt. Könnte es also sein, daß die offiziöse Empörung zumindest in diesem Rettungsfall eine Form plumper Doppelmoral Europas ist?





*170317*

Freitag, 24. März 2017

Nur Deppen haben je einem Türken getraut

Bitte, Leser R, mäßigen Sie sich! Es lohnt doch nicht, auf die neurlichen und jüngsten Kalamitäten mit Erdogan einzugehen, schon gar nicht, wenn der Gegner EU heißt!? Wer einem Türken etwas glaubt, hat entweder einen an der Waffel, um es mit Goethe zu sagen, oder lebt in einer steuergeldabgetäuften Glaskugel, wo Wirklicheit nur als Hollywood-Film vorkommt. Einem Türken zu glauben ist einfach in sich ein Unfähigkeitsausweis, da kann man den Türken selber gar keinen Vorwurf machen. 

Die rechnen ja selber nicht damit, daß man ihnen glaubt, und jeder der das tut muß von ihnen, das geht gar nicht anders, zum einen verachtet, zum anderen ständig provoziert werden. Wer mit einem Türken drei  Kilometer Weg vereinbart, muß alle hundert Meter einen Wächter aufstellen,n der mit dem 80pfündigen Kupiusschwert droht, und muß bei Marke 2 Kilometer damit rechnen, daß es einen "schwerwiegenden Grund" gibt, jeden weiteren Schritt zu verweigern, weshalb jede Vereinbarung nichtig sei. 

Ja, hört man zuweilen, das ist nur weil ... und man hätte doch nicht ... und man hätte ... und man hätte nicht dürfen ... und man sollte ... dann wäre alles anders gekommen, weil .... Blablabla. Wirsing, drauf geschissen.Der VdZ hat noch nie einen reifen, erwachsenen Türken kennengelernt, und er hat viel kennengelernt, das lätß sich doch heute gar nicht mehr vermeiden. Die sidn lieb, die sind nett, die sind amüsant, alles. Aber sie leben in einem Zustand, meinetwegen in einem kultivierten Zustand, aber nicht in einer Kultur. Dazu braucht es Persönlichkeit. Und das schaut anders aus als irgendwelches Pfauengepluster ansonsten rotzfrecher Lümmel, die erst im Rudel das Maul aufmachen, und wie. Wobei - jawohl, die Türken haben völlig recht, auf den Europäte3r zu scheißen. Denn dessen Berufung auf das christliche Menschenbild, auf die christliche Pädagogik, ist dort selbst schon verachtet und als Prägung nicht mehr vorhanden. Vor dem europäischen Mann als Kulturträger hat ja nicht einmal mehr Tante Guschi Respekt. Stellen Sie sich, geneigter Leser, einfach mal vor, wie eine Tunte aus Marzahn einem eingewanderten muslimischen Türken erklären will, wie sehr Europa auf christlichen Werten beruht.

Das war noch nie anders. Noch nie! Das zu sagen braucht man keine achtzehn Wochen in All-inclusive-Antalya mit vollbetreutem Tagesausflug nach Pamukkale. Man lese doch ein wenig in Erinnerungen von Wert. Man werte doch nur die alltäglichen Erfahrungen mit Türken aus, und daran mangelt es doch niemandem mehr, der in teutschen Landen lebt. (Ach, wie humorvolle darunter! Sie sind doch wirklich liebenswert, ehrlich, aber eben als das, was sie sind! Muslimische Asiaten.) 

Wer Türken und ihre Kultur (und ihre Atatürk-Deformation, das nebenbei) kennenlernen will, der muß schon seit Jahrzehnten nicht mehr nach Ankara oder Nikosia fliegen. Wer es dennoch tat sah: Gleich. Absolut gleich. Ob in Wien Favoriten., ob in Markt Gresten im niederösterreichischen Voralpenland mit seinen 20 % bestbetreuten "Flüchtlingen" aus Anatolien, oder am Marktplatz von Trabszonspor. Über all dieselben Männer mit Plastiktüten (-sackerl, es gibt ja auch österreichische Leser hier) und Perlenschnüren und (oft gar nicht so - na wie bei uns halt, wie anders? Der Mann will ja auch dort ab und zu ein nettes Ziepfelspielchen?!) demütigen Frauen.

Und wissen Sie was, Leser R? Das ist das, was sie liebenswert macht. Die Idioten sind die, die das nicht begreifen. Die sitzen bei uns. Ersparen Sie dem VdZ, darauf näher einzugehen, es würde ihn in Gefahr für Leib und Leben bringen.

Was erwarten Sie von einer "Kultur", die den Logos ablehnt? Was erwarten Sie allen Ernstes von dieser Form von Islam? Na sein's ma ned bös, wie der Wiener da sagt. Geneigter R: Wo kein logos herrscht, wo die Vernunft (quasi-offiziell seit dem 9. Jhd., als in der islamischen Welt die Philosophie, die ehedem immer noch antik-griechisch-logisch gestaltete Welt, defacto und per Staatsmacht abgeschafft wurde) keinen Rang mehr hat, weil Gott rein auf Willen reduziert wird, dort gibt es keine Möglichkeit zum Disput. Däort wird das Wort - der logos - eben nicht mehr geschätzt. Dort ist die Sprache wertlos. Wer einem Muslimen beim Wort nimmt, wer einem Türken traut, ist einfach dumm, das ist auch schon alles. Deshalb dreht sich ja im muslimischen Raum alles seit dem 9. Jhd. endgültig im Kreis. Es gibt seither keine kulturelle, zivilisatorische Weiterentwicklung! Wer mit einem Türken Geschäfte macht, wird es direkt erleben. Alles ist, wie es gerade ist, so ungefähr, und so ungefähr unbestimmbar, zufällig. Weil Gott eben auch zufällig ist. Unberechenbar. Je nach Laune. 

Woran kann man das sehen? Weil die Sprache des islamischen Raumes nie zu einem Punnkt kam, wo sie fähig war, Frieden zu schaffen, Einingung zu erzielen. Dafür traf eine hochentwickelte persische Kultur auf einen arabisch-levantinischen Raum, wo noch bis vor 30 Jahren 80 % der Bevölkerung Nomaden waren. Was die Saudis mit grotesk-perverser,. abstoßend-dummer Geldverschwendung bis heute zu vertuschen suchen weil sie meinen - eben: kulturlos - daß man alles kaufen kann. Nach dem Motto: Entwickelt ist, wer ein Handy und einen Rolls Royce hat. Geht es noch primitiver? Kennt der Leser keinen Türken der meint, mit einem tiefgelegten BMW sei er König in Berlin-Kreuzberg oder Wien-Favoriten? Will jemand allen ERnstes behaupten, das hätte mit Kultur zu tun? Genauso wie umgekehrt die Antalya-All-inclusive-Primitiven aus Bochum oder Kürzelstadt an der Pummel, die genau den gleichen Kulturstand haben. Aber das ist eine andere Baustelle.  

Und nichts andres spielt sich bei uns ab - das Ende des logos, das Ende der Philosophie. Der Sieg des Willens über die Vernunft. Das ist es doch, was heute allgemein - und vor allem von den Jungen - als groteskterweise "Lebensphilosphie" genannte Haltung zu beobachten ist. Eine völlige Vertrottelung der Menschen. Wer wird also zukünftig einem Europäer noch trauen? Niemand. Nur noch Deppen. Die so tun werden. Weil ihnen nicht übrig bleibt. Weil Zwischenmenschlichkeit/Selbstsein seltsamerweise nur auf der Basis der Vernunft funktioniert.

Wie erwähnt. Der VdZ hat die Türken lieb. Aber sie sind eben, was sie sind. Die Deppen sitzen in Brüssel und Berlin. Der Verweis auf Logik und Vertragstreue, der Verweis auf die Notwendigkeit, dem anderen zu trauen, das heißt: sein Wort ernst zu nehmen, kann auch ein ganz primitiver, dreckiger, abstoßender Grund zur Entlastung von eigener Verantwortung und Sittlichkeit sein. 

Und nichts anderes war jedes Abkommen mit der Türkei. Ob mit oder ohne Flüchtlinge. Schickt also diese gesamte Europa-Pseudoelite, die da auf Politik macht, aufs Arbeitsamt, und zwar heute, nicht morgen. Es sind wie man hört gerade Stellen als Schulwart in schönen Städtchen wie in Kugel an der Filz und Bürstel an der Aller freigeworden. Auch die - mit Pensionsberechtigung. Wir sind ja sozial. Nur ein Vorschlag.



PS: Ach, Leser A(hmed; ausnahmsweise in Vollaut), das sei Verleumdung? Na - dann beweisen Sie das Gegenteil. Wir warten nur darauf. Dann haben Sie alle Türen offen. Aber dann können Sie gleich eine neue Kultur gründen. Der Islam von dem Sie als "eigentlichem Islam" reden, war nie -nie! - mehr als eine Utopie.





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