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Freitag, 30. November 2018

Ein schlechtes Geschäft - der Euro

Natürlich werden wir laufend überschüttet mit Urteilen, die die "Erfolgsgeschichte Euro" betreffen. Von dem Deutschland ja angeblich so profitiert habe. Und geht es uns nicht gut? Immer noch? Auf Tichys Einblick wird das in einem Auszug aus dem Buch von Daniel Stelter, Das Märchen vom reichen Land,  hinterfragt. Und siehe da. Die Schlüsse, die angesichts der realen Entwicklungen der Jahre seit 2003, der Euro-Einführung, gezogen werden, ergeben ein etwas anderes Bild. 

Denn zwar stimmt, daß Deutschland so viel exportiert wie noch nie. Aber das hat Gründe, die nicht unbedingt positiv zu sehen sind. Zu Zeiten der D-Mark war die deutsche Wirtschaft nämlich angesichts ständig abwertender Auslandswährungen gezwungen ihre Produktivität zu steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Innerhalb des Euro aber war die deutsche Industrie plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, daß der Euro durch den Mix aller darin aufgegangenen Volkswirtschaften viel zu billig für Deutschland war. 

Dadurch konnte zwar kräftig exportiert werden, aber zunehmend nur, weil deutsche Produkte plötzlich "billig" waren, nicht mehr wie vorher "gut". Denn natürlich haben auch die Unternehmen aufgehört, vor allem auf die Qualität zu setzen. Die Sektoren, wo es nur um Preise ging, nahmen ja zu. Mit dem Effekt, daß die deutsche Produktivität erstmals in der Nachkriegsgeschichte verglichen mit immer mehr Ländern deutlich weniger stieg, als vor dem Euro. 

Dann kamen die niedrigen Zinsen der EZB, die für die südlichen europäischen Länder fatal waren. Die machten immer rascher immer mehr Schulden, denn das war billiger als manche andere Politik. Für die deutsche Wirtschaft senkte sich damit der Konkurrenzdruck weiter. Mit der Folge, daß die Qualität der Arbeitskraft immer unwichtiger wurde, und es immer weniger technischen Fortschritt gab. 

Für Deutschland waren aber diese Zinsen trotzdem zu hoch. Das dämpfte die Wirtschaft, erhöhte zugleich den Druck, noch mehr zu exportieren. Dabei litt das Land durch den vergleichsweisen zu hohen Wechselkurs schon bei der Einführung der gemeinsamen Währung ohnehin schon. Das hatte zur Folge, daß die Regierung Arbeitsmarktmaßnahmen durchführen mußte, die wiederum senkend auf das Lohnniveau wirkten. Während die Sozialausgaben stiegen. Zum Ausgleich wurden die Ausgaben für Investitionen und Infrastruktur zurückgefahren.

In den Jahren nach 2003 stieg zwar das BIP dennoch (also die Summe aller erzielten Einkommen im Land) weiter, aber langsamer als vor der Euro-Einführung. Und langsamer im Vergleich zu Ländern, mit denen man sich vorher auf einem Niveau sehen konnte. Die Unternehmen konzentrierten sich noch mehr, darauf, billiger zu produzieren, nicht besser, wir früher.  

Für die deutschen Arbeitnehmer verschlechterte sich aber noch mehr. Zehn Jahre lang stagnierten die Einkommen der deutschen Durchschnittsbürger überhaupt. Während die Kaufkraft sogar sank. Denn vor dem Euro waren Importwaren vergleichsweise günstig. Nun nicht mehr, Importware wurde teurer. Gleichzeitig wurden durch die immer niedrigeren Zinsen, die man immer weiter senkte, um den Volkswirtschaften im Süden Europas zu helfen, die Sparer enteignet.

Das gilt auch für Urlaube im Euroraum. Also stiegen die Urlaubsflüge in Länder außerhalb Europas. Türkei und Nordafrika statt Griechenland oder Italien also. Das wiederum half den traditionellen europäischen Urlaubsdestinationen nicht gerade. Die zwar  einen scheinbaren Boom erlebten, der sich aber bald als durch die niedrigen Zinsen bewirkte Kreditblase herausstellte und etliche Länder (Spanien, Portugal, Irland, Griechenland, Italien) spätestens 2008 vor erhebliche Probleme stellte. 

Um das zu beheben, setzte man überall weiter auf Kostensenkungen. Die stagnierenden Löhne brachten aber auch weniger Steuereinnahmen für den Staat. Zugleich stagnierte die Inlandsnachfrage. Der Exportzwang (und damit der Zwang, auf niedrige Preise zu schauen) wurde noch größer - eine Spirale war in Bewegung gekommen. 

Zwar blieb die Nachfrage nach deutschen Waren im Ausland hoch, aber nur durch deren immer weiter steigende Verschuldung. Dadurch fiel in diesen Ländern die Produktivität weiter, denn man konnte ja billig importieren, anstatt die Waren selbst zu produzieren. Und bezog diese vor allem aus Deutschland, wegen der niedrigen Preise. In Deutschland selbst kam es zu einer deckungsgleichen Fokussierung auf diese Exporte. Damit gingen die inlandsorientierten Arbeitsplätze und Unternehmen zurück, weil nur Exportfiemen profitierten. 

Dabei sind die Zahlungen durch die "Target II"-Vereinbarungen geregelt. Für welche Zahlungsart aber auch die Deutschen mithaften. Es ist also recht wahrscheinlich, daß hier auf die Deutschen noch erhebliche Belastungen zukommen, denn an eine "Bezahlung" dieser Schulden durch die Hautschuldner (im Süden) glaubt niemand wirklich.

Fazit? Die Aussage, daß die Deutschen vom Euro profitiert hätten, ist nicht haltbar. In Wahrheit ist er eine Umverteilung "von unten nach oben". Während er die Volkswirtschaften der schwächeren Länder weiter schwächt. Wer bleibt dann noch als Profiteur übrig? In Wahrheit ist der Euro nämlich nichts als ein Subventionsprogramm für die Industrie. Und zwar nicht nur in Europa.

"Ohne den Euro hätte es die Schuldenparty im Süden nicht gegeben, aber auch nicht die großen deutschen Exportüberschüsse. Dafür einen höheren Lebensstandard und bessere Infrastruktur in Deutschland. Zugleich sind unsere Exportüberschüsse vor allem der Schwäche des Euro und der fehlenden Möglichkeit zur Abwertung in den anderen Ländern des Euroraumes geschuldet. Beides funktioniert auf Dauer nicht. Kommt es zur unvermeidlichen Neuordnung des Euroraumes und dem Austritt einzelner Länder – wahrscheinlichster Kandidat ist meines Erachtens Italien –, droht eine heftige Krise bei uns." (Zitat aus Tichys Einblicke)





*221018*

Geoengineering aktuell, nicht nur in der Vergangenheit beweisbar (3)

 Teil 3) Indizien aus Satellitenbilder - Und anderes



Auch von der NASA hat der Innsbrucker Franz Miller jene Satellitenbilder, aus denen er weitere Indizien für seine These bezieht, dergemäß Geoengineering seit den frühen 2000er Jahren, vor allem aber seit 2013, voll im Gang ist. Daraus meint er zu sehen, daß fallweise der halbe Planet "zugenebelt" von durch Flugzeuge ausgebrachten Chemikalien ist. Dann wieder zeichnen sich klar geographisch abgegrenzte Gebiete ab, wo die einen betroffen, die anderen (gerade) nicht sind. Um dann der Frage nachzugehen, warum gerade Österreich derartig von Geoengineering betroffen ist.

Die Erklärung liegt in meteorologisch-topographischen Gründen. Der Alpenhauptkamm ist die Wetterscheide zwischen Nord-/Mittel- und Südeuropa. Sowohl von Norden wie von Süden stoßen die Luftmassen an das Bergmassiv. Dort steigen sie auf, kühlen ab, und regnen oder schneien ab. Deshalb ist ja Tirol so wasserreich. Wenn man das Wetter in Europa beeinflussen möchte, muß man also das gesamte Inntal, ja den gesamten Alpenhauptkamm im Griff haben. Also geht es nicht nur um Tirol, sondern auch um Salzburg, die Ober-Steiermark und Vorarlberg. Darüber hinaus um einen Teil der Schweiz. Diese Teile müssen dann mit Sphären-Harmonieanlagen begradigt werden, dazu sagt Miller am Schluß mehr. Vorerst zitiert er Stimmen, die meinen, daß es nirgendwo auf der Welt so massive Eingriffe wie in Österreich gebe. Die sich vor allem auf die Bergketten erstrecken, die das Tiroler Inntal umfassen. Denn diese Ketten verlaufen nahezu perfekt (und lang) von Ost nach West.

Aus den beobachtbaren Effekten schließt Miller (und das "hat was"), daß er somit der Meinung ist, daß das Geoengineering selbst (sic!) für die Klimaerwärmung zuständig ist. Denn diese künstlich erzeugte Wolkenbedeckung isoliert, und schließt die Erdwärme somit ein. Was also als Lösung angeboten wird, ist erst das eigentliche Problem! Der Innsbrucker kommt also aus realen Wetterbeobachtungen zu Schlüssen, die der VdZ aus einer ganz anderen Richtung kommend hier bereits gezogen hat.

Österreich wird derzeit von allen Seiten in die Zange genommen, meint er. Als wollten es manche nun wissen, als ginge es jetzt ums Eingemachte. Denn da scheint alles einem Kalkül zu folgen. Er meint auch beobachtet zu haben, daß die Flieger jeweils so fliegen, daß sie bei Nordwind nördlich von ihr (die quasi in der Mitte des Tales ihren Lauf nimmt), bei Südwind südlich. Damit sich die Chemiewolke jeweils unter die Sonne schiebt.

Ab jetzt nimmt der Vortrag freilich eine Wendung, die den Bereich der Indizien verläßt und schon recht in die Spekulation geht, also das Bild verdichtet, demgemäß diese Himmelsereignisse von "jemandem" beabsichtigt und geplant sind. Muß die Verdichtung des Flugverkehrs in bestimmten Zeitfenstern wirklich auf "Plan" verweisen? Oder ist es nicht Alltag, daß eben zu bestimmten Zeiten auch das Flugaufkommen deutlich stärker ist? Und konzentriert sich das im Fall Tirol nicht eher auf die Mittagszeit, weil Tirol quasi "in der Mitte" liegt? Miller meint aber sogar, daß er draufgekommen sei, daß die Wetterstation am Patscherkofel (Innsbruck) von einem Amerikaner eingebaut worden ist. Dabei hat Österreich doch selbst die besten Leute dafür?

Die Formen, die die Kondensstreifen am Himmel zuzeiten annehmen, haben eine geometrische Form, die ideal für die Bedampfung einer Fläche ist. Das kann ein Indiz für die These sein, muß es aber nicht. Daß aber die Trails so dichte Konsistenz haben, könnte wirklich eines sein. Diese Streifen verlassen auch nicht konisch die Düsen, sondern machen genau das, was jeder technische Entwickler (Miller ist so einer) immer vermeiden möchte: Turbulente Strömungen. Denn durch die daraus entstehenden Widerstände erhöht sich der Energieverbrauch beim Flug.

Nimmt man die Daten weltweit zusammen, so sei, sagt Miller, von einem bisher erzielten Effekt von 10 % bis 20 % Minderung der Sonnenenergie auszugehen. Davon sind alle betroffen. Tier, Mensch, Boden ... Auf den Begriff gebracht sei das sogar "Global Dimming" zu nennen. Den Beleg dafür liefern auch Videoaufnahmen, die andere Piloten von solchen austragenden Flugzeugen gemacht haben. Aber wer tut das?

Privatrecht ersetzt öffentliches Recht. Plausibel.

Und nun gewinnt plötzlich der Vortrag erneut große Glaubwürdigkeit. Mit der auf den ersten Blick an der am weitesten herbeigeholten Erklärung, wie denn das alles möglich sei, die bei näherem Hinsehen aber die größte Wahrscheinlichkeit hat. Denn möglich ist das nicht einfach durch Militär, sondern durch die Auslagerung der militärischen Aktivitäten auf ... Privatarmeen. Und das stimmt tatsächlich. In Fakten, aber auch aus der Entwicklung der strategischen Überlegungen weltweit heraus. Über deren Konsequenzen tatsächlich am wenigsten geredet wird. Denn weltweit (mit den USA als Vorreiter) werden militärische Aktionen und Einsätze in gewaltigem Ausmaß bereits seit einiger Zeit (Stichwort "Blackwater", bekannt geworden durch den Irak) an Privatarmeen im Auftrag vergeben, wie sie seit geraumer Zeit entstanden sind und entstehen. Damit ist auch die Ausbringung von Chemie in die Atmosphäre schlicht "Lohnarbeit". Und diese Privatarmeen werden natürlich alles dafür tun, daß sie ihre Aktivitäten geheim halten, denn da geht es um unglaublich viel Geld einerseits, und anderseits ist die Frage um Akzeptanz bei den Bevölkerungen sicher heikel.

Denn diese Privatarmeen haben - auch das ist nur zu logisch - weitgehende "Immunität", also die Vollmacht alle Mittel einzusetzen, um das Auftragsziel zu erfüllen, ohne sich je dafür verantworten zu müssen. Damit entzieht sich diese Art der Kriegsführung auch jeder (!) parlamentarischen und justiziellen Kontrolle. Für diese Behauptung, daß diese Form von Geoengineering von Privatarmeen ausgeführt wird, gibt es, sagt Miller, Aussagen von Aussteigern. Die erklären, daß zum einen jedes Flugzeug mit Bomben versehen ist, um bei Entdeckung bzw. Landung die Selbstvernichtung auszulösen. Als Personal sind Menschen tätig, die keinerlei sozialen Hintergrund im Land haben. Wie Waisenkinder, oder gar psychologisch "programmierte" Personen. (Daß es DAS in Diensten der USA - und wer weiß welcher Nationen noch - gibt, geht aus anderen höchst glaubwürdigen Fällen hervor. "Jason Bourne" ist mehr als eine Fiktion!) Das sind alles keine Spekulationen, sagt Miller, hier geht es um Aussagen von Zeugen und Aussteigern, die trotz Lebensgefahr "ausgepackt" haben.

Als weiteren Beleg zeigt Miller Photographien vom Interieur solcher Flugzeuge. Die ausgebaute Sitze zeigen, deren Platz von Tanks eingenommen wird. Auf die Spitze gebracht könnte man sogar sagen, daß die Klimatologen, die diese Dinge erforschen und oft genug bei Einsätzen dabei sind, ihren eigenen Tod erforschen. Denn wenn auch jetzt noch "ausgewählte, ferne" Gebiete davon betroffen sind - irgendwann werden auch ihre Heimstätten davon betroffen sein. Trotzdem geben sich, sagt Miller, viele Wissenschaftler und Klimatologen für solche Programme her. Moral gibt es in der Wissenschaft längst nicht mehr. (Was groteskerweise genau deren angeblichen Motiven widerspricht. Das glaubt auch der VdZ auf jeden Fall: Die "Klimamoral" ist eine einzige Lüge und der Türöffner zur Gewalt aus Machtträumen, auch und gerade bei diesen "Wissenschaftlern")

Daß Militärmaschinen eine gewisse Responderfunktion abschalten, ist bekannt. Nur stimmt es sachlich nicht, daß sie dann nicht mehr am Radar erkennbar sind. Sie sind nur nicht mehr sicher identifizierbar, wie das Zivilmaschinen (die das deshalb nicht tun) nicht gerade brauchen können. Der Abschluß der Malaysia-Maschine über der Ukraine vor ein paar Jahren hat wohl genau damit zu tun.

Und pro Jahr werden über Europa derzeit mehr als 10 Millionen Flüge registriert, Tendenz deutlich steigend. Ergibt das nicht schon alleine eine Abgasbelastung, also ein "Geoengineering", ein Ausbringen von Chemie, die beachtlich ist. Alleine das Anrollen einer Boeing 747 vom Gate zur Startbahn braucht 1,8 Tonnen Treibstoff. Das entspricht 1,8 Liter pro SEKUNDE und pro Turbine in Betrieb. Die ETH Zürich hat voriges Jahr eine Untersuchung über Abgase bei Flugzeugen gestartet (erstmals hat man das in Europa gemacht, eigentlich verwunderlich) die ergab, daß aus diesen Verbrennungsprozessen gewaltige Mengen an Aluminium, Bor, Barium ... in der Luft sind. Meßbar. Die zu Boden sinken. Meßbar. (Alleine ein "Klimakongress" wie Paris, der die Welt vor Abgasen retten will, versudelt durch die anreisenden 50.000 Wichtigen und Klugen die Luft durch dieselben Abgase, die ganz Deutschland in sieben Tagen ausstößt. Der VdZ kennt Leute - welche Leute der kennt, eigentlich ungustiös - die praktisch pausenlos in der Welt zur deren Rettung herumjetten.)

Moment. Sind das nicht genau die Stoffe, die als "Geoengineering" moniert werden?



Morgen Teil 4) Da stimmt doch etwas nicht





*201018*

Donnerstag, 29. November 2018

Zum Wesen des Internet als Wesensmerkmal einer Zeit (4)

Teil 4)



Das bisher Gesagte muß nicht einmal bedeuten, daß die Implementeure solcher Netzwerke (und deren gibt es viele; sie sind nicht zufällig immer dann historisch nachweisbar, wenn sich eine Gesellschaft in Zentralismus verkrampft; das geht bis zum Umbau der Infrastruktur im späten 19. Jahrhundert hin zu Stromnetzen, Kanalnetzen, Wasserversorgungsnetzen, Bahnnetzen - alles Kinder eines und desselben Geistes einer Zeit) bewußt eine Strategie verfolgt haben. Denn es genügt dazu, sich innerhalb der Impulse einer Zeit zu bewegen, also in gewisser Hinsicht (und das hat mit Sittenlosigkeit als Boden revolutionärer Kraft zu tun, ist den 68ern also eingeschrieben) zu tun, was die Zeit von einem fordert. Denn eine Zeit hat immer eine Gesamtbewegung, also auch - eine Strategie. Und an sich wäre auch daran nichts auszusetzen. 

Aber es gibt eben sehr wohl ein absolutes Maß für die Qualität und damit erst Höhe einer Kultur. Seit über 150 Jahren aber wird Kultur nur noch als technischer Fortschritt gesehen, während das, was Kultur einzig trägt, der Kult, die Sittlichkeit die daraus erfließt, immer bedeutungsloser wurden. Ohne Kult als erste Quelle wird aber Technik zur bloßen Ablaufperfektionierung bestehender sittlicher Impulse. Im Internet haben wir genau das. Besser, schneller - egal wovon. Menschlichkeit als das eigentliche Menschsein wird zur bloßen Simulation. Gefühl, Ahnen zur Sentimentalität und subjektivistischen, irrationalen Hysterie (wie die Klimaangst, die Angst vor allen möglichen "Giften", die Ernährungsneurosen zeigen.) Fällt eine Kultur, ist das natürliche Verhalten der Menschen damit ein sicherer Weg zum Scheitern. Ist sie hoch, steigt sie, ist es umgekehrt. Dann gelingen auch die individuellen Lebensentwürfe fast "automatisch". Weil dann das Allgemeine auch (mehr oder weniger) das Richtige heißt.*

Was David Icke im weiteren Verlauf seiner Analyse vorträgt hat durchaus seine Richtigkeiten. Es ist aber nur noch Detail, und dem wollen wir uns hier gar nicht weiter widmen, das macht ohnehin er. Wie diese Vorgänge im Einzelnen funktionieren wird aber erst begreifbar, wenn man die großen Gesamtbewegungen - also die Wirklichkeit von etwas - erfaßt hat. 


(Wird fortgesetzt)









*Damit ist auch Wesen, Verhalten und Funktion der Mütter in seiner "Gutheit" relativ. Denn die Mütter sind als Frauen tendentiell immer (über das unerläßliche Wesensmerkmal des Gehorsams) auf die Allgemeinheit ausgerichtet, ja sie sind selbst Allgemeinheit. Die Individualisierung, auch in der Bestimmung einer Richtung zur Gestalt in der Welt (als der Wahl eines Zieles, auch gegen die Allgemeinheit) kommt aus dem Mann. Genauer: Aus seinem Namen, metaphorisch wie buchstäblich. Eine Zeit wie die unsere, wo die Frauen den Namen des Mannes nicht mehr annehmen (und das steckt vielleicht sogar bestimmend hinter der heutigen Eheverweigerung der Jugend), oder diesen "zu stehlen", also als Bestimmer seiner Inhalte zu deklamieren, sagt alles über sich selbst: Sie zieht zur Vermassung, vor allem in den Kindern.






*211018*

Geoengineering aktuell, nicht nur in der Vergangenheit beweisbar (2)

Teil 2) Indizien aus Beobachtungen, die die Behauptungen belegen



Millers Beobachtungen nach - er hat als langjähriger Paragleiter den Himmel natürlich stets intensiv studiert - begannen vor allem seit 2011 diese Programme in großem Ausmaß. Am meisten fiel ihm dabei auf, daß die Luftmassen und Wolken früher klare Abgrenzungen mit einem satten, blauen Hintergrund zeigten. Das hat sich seit etwa 2011 völlig geändert. Seither verschwimmt das Himmelsbild europaweit, wenn es nicht gerade geregnet hat, zu einem grauen Schleier. Dieses Phänomen nimmt seither ständig zu. Daß das auf jeden Fall von Flugzeugen stammt, hat der VdZ ebenfalls immer geglaubt. Der Flugverkehr hat ja in den letzten zwei Jahrzehnten exponentiell zugenommen. Miller meint aber, daß das nun durch Geoengineering-Austräge bewirkt wird.

Daraus ergeben sich Konflikte mit der zivilen Luftfahrt. Denn die Flugzeuge, die Chemie ausbringen, fliegen in Höhen von fünf Kilometern, gerade über den Cirrhuswolken, denn genau solche sollen ja erzeugt werden, aber unter der Tropopause in elf Kilometern. Genau dort fliegen aber auch Zivilflugzeuge. Aus den Belegen der Flugkontrolle (Karten mit Flugkorridoren) geht hervor, daß diese immer kerzengerade unterwegs sind. Das macht Flüge mit Geoengineering-Absichten leicht identifizierbar. Denn diese fliegen NICHT gerade, sondern ziehen Schleifen, kehren um, etc.

Sie fliegen auch oft viel langsamer als zivile Maschinen, die durchschnittlich mit 700 bis 900 km/h unterwegs sind. Das ist der Grund, warum sie oft auch niedriger fliegen, oft bis 4000 Meter tief. Weil es aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit in dünneren Luftschichten einen Strömungsabriß geben könnte.

Manchmal hat er auch beobachtet, daß zweistrahlige Maschinen plötzlich vier Kondensstreifen bilden, die auch wieder abgestellt oder phasenweise unterbrochen werden. Zudem kreuzen sie die zivilen Flugbahnen oft genug im 90-Grad-Winkel - zur gleichen Zeit! Ein ziviler Pilot würde das unterlassen, alleine wegen der zu erwartenden Turbulenzen, aber auch aus Gründen des Abstands. Ihm war zudem aufgefallen, daß zu bestimmten Zeiten (etwa 12 Uhr) wie auf Kommando 30, 40 Flugzeuge auftauchen, als wäre das koordiniert, die noch dazu ihre Flugbahn mit der Sonne ändern. In Folge wird ein zuvor tiefblauer Himmel immer fahler, bis nur noch ein Schlierenteppich übrigbleibt.

Weitere Beobachtungen schließen sich an. Da gibt es etwa Flugzeuge ohne Fensterreihen. Selbst Transportflugzeuge haben aber Fenster, weil sie (außer beim Militär) lediglich anders eingerichtete Zivilmaschinen sind.  Ferner zeigen sich an den Kondensstreifen oft sehr gleichmäßig den Himmel bedeckende Gitterformationen. Kondensstreifen, die oft mäandern und sich noch dazu nicht auflösen und mehrere Kilometer (in einem Fall hat er durch Satellitenbilder 180 km messen können) lang sind, also sich nicht binnen Minuten von hinten her auflösen, wie es bei normalen Turbinen der Fall wäre. So daß sie verschlieren und stundenlang am Himmel stehen bleiben, manchmal einen ganzen Tag. Und dadurch rasch spür- und meßbaren Einfluß auf die Temperaturen am Boden haben. In Tirol seien das bis zu acht Grad. die die Temperatur dann falle. 

Hier nun das Video des ersten Teils des Vortrags. Der nächste Teil folgt morgen.






Morgen Teil 3) Indizien aus Satellitenbilder - Und anderes





*201018*

Mittwoch, 28. November 2018

Zum Wesen des Internet als Wesensmerkmal einer Zeit (3)

Teil 3) Die Rolle des Internet im Rahmen einer Strategie




Also ist es auch vernünftig, sehr vernünftig sogar, Institutionen, die in einem Staat Einfluß und Macht zur Gestaltung der Zukunft haben, als Ziel mehr oder weniger zahlreicher Einzelpersonen (sic!) zu sehen. So daß diese Institutionen und Einrichtungen gar nicht so schwer die ganz persönlichen Merkmale und Charaktereigenschaften dieser Einflußnehmenden annehmen können. Da muß man gar nicht einmal Korruption annehmen. Es genügt ganz einfach persönlicher oder subtiler Einfluß auf die Leiter und Stellen dieser Institutionen. Und sei es durch persönliche Sympathien. Oder gemeinsame Sichtweisen, oder Hobbies, was auch immer. Genau das ist es ja, was "Netzwerke der Macht" in der Regel sogar sind: Plattformen, wo sich mehr oder weniger Gleichgesinnte treffen, austauschen, lieben, streiten, einigen. Und dabei gewisse Intimität schätzen, wer täte das nicht. Es braucht also keine Paranoia, um hier ganz natürliche Gesellschaften zu sehen, in die gar nichts hineingeheimnißt werden muß. So ist die Welt, so sind alle Menschen, auch wir.

Wir nennen hier einmal mehr Caroll Quigley, der mit seinen Enthüllungen über den "tiefen Staat" im anglo-amerikanischen Raum ("Establishment"), von dem er selbst Teil war, genau das meinte: Es ist alles ganz natürlich und normal. Kein Grund, darum ein großes, dunkles Geheimnis aufzubauen. So läuft es, und diese verborgenen Gesellschaften gibt es selbstverständlich. Aber sie sind nicht so mysteriös, wie die Öffentlichkeit gerne annimmt. Und sie sind auch viel weniger einheitlich, als sie meint. Ja, sie sind auf eine Weise "Verschwörungen". Aber auch sie streiten untereinander, oder bekämpfen sich gar, weil sie von unterschiedlichen Visionen getragen sind. (Das gefällt dem VdZ auch an "Mister Dax Dirk Müller", der das sehr ähnlich zu sehen scheint.)

Dies alles gesagt, ist das Video von David Icke schon weit weniger "verschwörungstheoretisch-paranoid" zu sehen. Und man ist frei dafür, so manchen guten Gedanken aufzugreifen und in seine Überlegungen einzubeziehen. Und die eine oder andere recht düstere Sichtweise mit einem achselzuckenden Lächeln zu ertragen. Denn natürlich ist das Internet "verkauft" worden. Und natürlich hat man es als große Freiheit verkauft, so wird es ja von so vielen auch gesehen. Daß sie sich damit in die Hände von Interessen begeben haben, aber auch der Logiken, die diese Medientechnik aus sich selbst in dem abbildet, der sich ihrer bedient, steht auf einem anderen Blatt Papier. Gerade das aber sind die Punkte, die man mit der größten Sorge betrachten muß.

Der erste Punkt im Rahmen dieser Gesamtstrategie war sicher, das Internet zum Zentrum des Lebens der gesamten Menschheit zu machen. Das gehört zu den Voraussetzungen für alle weiteren Überlegungen. Damit konzentriert sich in den Händen der Netzwerkbesitzer Macht. Und mit Macht kann man etwas machen. Diesen Absichten kommt natürlich der allgemeine Denkstandard sehr entgegen. Die eben, wie oben ausgeführt, eine Auffassung von Denken und Wissen und Erkenntnis sehr entgegenkommt, die den Menschen im Verstand alleine begründet sieht ("Cogito ergo sum") und die Information als bloßen Datenfluß, als bloßen Reizfluß nimmt. Analog zur Auffassung der Gehirntätigkeit im Menschen, die als bloße Verarbeitungsmaschine aus Sinnesreizen verstanden wird, gesteuert von Wünschen und Trieben, die die Richtungen geben, nach denen diese Nervenreize geordnet werden. Über diesen Hebel wird also auch das Denken der Menschen steuerbar. 

GLAUBEN heute viele. Und - gerade "Studierte", "Gebildete" glauben das, deren Denken von den wiederum eigenen Mechanismen des Universitätsbetriebes gesteuert ist. Ihnen folgen zuhauf jene, die (auch das ein natürlicher Prozeß) ihre Gewißheiten von Autoritäten holen. Denn das Wesen des Menschen ist eben einmal: Gemeinschaftswesen, und dann: Hierarchizität. Das schlecht zu machen ist in sich bereits revolutionäre Technik, und hat nur dort seine Relevanz, wenn es darum geht, ANDERE Autoritäten herauszubrechen, zu stürzen. In Wahrheit "funktioniert" der Mensch so, weil das seine Ontologie ist. 

Der die katholische Lehre von der Erlösung in und durch Christus ja exakt entspricht, denn der Mensch als auf die Wahrheit ausgerichtet braucht einen persönlichen, fleischlichen Gott, als der obersten, allerlegitimiertesten Autorität. An dem allen gibt es also nichts Unnatürliches oder Verachtenswertes. So ist der Mensch, ganz einfach. Kritisierbar, diskutierbar ist nur, an welche Autorität sich der Mensch bindet. Nur: DASZ er an eine Autorität gebunden ist, das sollte man sich ständig und wieder und wieder vor Augen halten. 

Die antiautoritäre Bewegung ist also nur ein Zucken des Revolutionären, das sich Macht verschaffen will. Sie ist in sich blanker gedanklicher Unfug. Sondern war immer nur Instrument, um (legitime) Autoritäten zu stürzen, um dann deren Platz einnehmen zu können. (Wobei manchmal und manchem schon reicht, bei Frauen sieht man das nicht selten, Kinder zum Beispiel nur zu "ent-binden", ohne daß bestimmt wird, wer die nunmehr leere Stelle der Autorität einnimmt. Das ist übrigens besonders verwerflich und gefährlich, aber genau so erklärt sich die heutige extreme (sic!) Vermassung der Jugend, in der jedes Reden von "Freiheit" zur brutalen Täuschung wird. Stattdessen kennt die Jugend nur nicht mehr, wer sie steuert. Und das, ja genau DAS erklärt auch die heutige Bereitschaft, sich okkulten Verschwörungstheorien zuzuwenden. Dem heutigen Menschen ist alles dunkel. Vor allem aber die Macht, weil er gar keine eigene Macht (in seinem Lebensumfeld) mehr erlebt. Denn eine ent-hierarchisierte Gesellschaft funktioniert in Wahrheit für niemanden mehr. So merkt aber niemand, in welche neuen Hierarchien er eingebunden ist.

Dieser Verweis auf die Autorität (Anti-Autorität) ist nicht zufällig. Denn dieser Irrtum ist einer der wichtigsten Motoren hinter dem Internet. Er macht erst das Internet wirklich zu einem Instrument.


Morgen Teil 4)







*211018*

Geoengineering aktuell, nicht nur in der Vergangenheit beweisbar (1)

Dieser zweieinhalbstündige Vortrag (in zwei bzw. drei Filmteilen) eines Innsbrucker Technikers ist bislang die stichhaltigste Faktenzusammenstellung, die der VdZ zum Thema Geo-Engineering und Chemtrails im Netz gefunden hat. Sie sei dem interessierten Leser empfohlen. Denn sie vermag tatsächlich das Thema aus dem Dunst der Verschwörungstheorie deutlich herauszuführen. Und zwar durch die ruhige, unaufgeregte Aneinanderreihung von Indizien, vor allem aber durch sehr genaue und langjährige Beobachtungen.

Franz Miller arbeitet also in großer Nüchternheit durch, was er weiß, kennt, nachgeprüft, recherchiert hat, und damit beurteilen kann. Und liefert für seine Aussagen so gut er eben kann eine Reihe von Belegen, die natürlich vor allem aus Beobachtungen bestehen. Denn einen anderen Zugang hat er - haben wir - nicht als den der Indizienkette.

Woraus aber deutlich wird, daß sich das Geoengineering bei weitem nicht nur auf Ausbringung von Chemie in die Atmosphäre beschränken dürfte.

Miller erzählt, daß wir es in unseren Ländern etwa seit dem Jahr 2000 nicht mehr mit "natürlichem Wetter" zu tun haben. Seit dieser Zeit wird regelmäßig das Wetter manipuliert, besser "ruiniert", wie er zu dem sagt, was er als "Wahnsinn und Größenwahn" bezeichnet. Dabei weist er darauf hin, daß Geoengineering als "Klimaschutz" nur ein Vorwand ist. Denn die wirklichen Motive dafür sind militärischer Natur. Und das ist ja nicht einmal neu, denn dafür gibt es Beispiele in der Vergangenheit, die niemand mehr bestreitet. Agent Orange ist ein berühmtes, aber nicht das einzige Beispiel für großflächigen Chemieaustrag in der Vergangenheit, der auch das Wetter beeinflussen sollte. Regen über den Urwäldern Vietnams zu machen gehörte zum Standardrepertoire der US-Militärs.

Immerhin würde das, wenn es stimmt, und das versucht Miller zu belegen, eine andere Problematik, die den VdZ immer umtrieb, etwas plausibler machen: Wie es denn möglich wäre, solche Maßnahmen so hermetisch zu handhaben. Beim Militär wäre das tatsächlich gegeben. Denn dort stehen sämtliche Beteiligten in Befehlsgewalt. Einzementiert durch das militärische Verschwiegenheitsgebot, das bei Verstoß wegen seiner Bedeutung - Militär ist immer in einem Quasi-Kriegszustand (Landesverteidigung), folgt deshalb anderen Prämissen als das sonstige Staatsgeschehen - vom Gesetz sanktioniert wird. Hier läßt sich nicht nur absolute Geheimhaltung gegenüber der Bevölkerung erreichen, sondern sogar innerhalb eines Staates der allgemeinen Parlamentenlandschaft gegenüber. Warum sollte es das Militär tun? Aus Gründen der Kommunikationstechnik, sagt Miller, und weil offenbar das Schicksal des Saatguts als militärisch bedeutsam eingestuft wird.
Solche Maßnahmen werden in nächster Zeit deutlich zunehmen, meinte der Innsbrucker schon 2015. Entsprechende (und oft frei zugängige!) Studien gibt es lange schon, mittlerweile jüngeren Datums gar zuhauf, auch von fast allen Regierungen, und nicht nur unter militärischen Aspekten. Wobei Miller Österreich als Täter ausnimmt. Das dortige Militär wäre schon rein ausrüstungstechnisch gar nicht in der Lage zu solchen Dingen. Österreich ist aus anderen Gründen so stark betroffen, darüber später.

Mit Verschwörung hat das deshalb wenig zu tun, weil man gar keinen Hehl macht, es bestenfalls mit dem Konjunktiv - "man könnte ..." - kaschiert. Aber man denke nur an "Hagelflieger", die schon lange mit Silberjodid-Ausbringung arbeiten - wirklich neu ist das alles also wirklich nicht. Neu ist nur das Ausmaß.

Die aktuelle Technik arbeitet außerdem zum Unterschied von der alten mit Nanopartikel. Diese bilden winzig kleine Wassertröpfchen. Daraus formiert sich der "Schleierhimmel", den viele ja tatsächlich beobachten und als "neu", als "früher nicht da" einstufen. Obwohl derzeit, so Miller, noch vorwiegend in Entwicklungsländern experimentiert wird, ehe man sich wirklich Europa zuwendet. Wer ist man? Mit gewaltigen Geldbeträgen finanzierte "Forschungsanstalten", die es weltweit gibt. Vor allem in "Scopex" sieht er den einflußreichsten Proponenten dieser Szene, weil sich hier viele Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen haben.

Haupttreiber in diesen Programmen, in denen ein "Wetter nach Wunsch" das Ziel ist, sind aber Deutschland, England und die USA. Dort gibt es auch die meisten Gelder und Institute dafür. Dennoch sind vor allem Deutschland und ... Österreich betroffen. Warum macht er im nächsten Teil plausibel.


Morgen Teil 2) Indizien aus Beobachtungen, die die Behauptungen belegen





*201018*

Dienstag, 27. November 2018

Das erklärt sich selbst

Dieser 15minütige Mitschnitt eines Auftritts von Ludger K. in Hamburg ist nicht nur gutes Kabarett, er ist noch aus einem anderen Grund sehenswert. Denn er enthält auch jene Stellen, die der NDR zwar aufgenommen, aber dann herausgeschnitten und nicht gesendet hat.  Interessant ist, was der Sender herausgeschnitten hat. Dazu muß man sagen, daß Ludger K. regelmäßig für das liberale Magazin Tichys Einblick schreibt. Also nach den Kriterien mancher "ein alter Nazi" ist. Oder so. Die ganze Geschichte rund um diese Sendung bringt er auf eben deren Webseiten. Sie ist fast spannender als der Auftritt.








*221018*

Zum Wesen des Internet als Wesensmerkmal einer Zeit (2)

Teil 2) Warum es nicht unvernünftig ist, so zu denken




Doch gibt es eine Situation, in der jeder Staat sogar ganz offen die Kontrolle über die Vorgänge in seinem Land an sich zieht. Und das ist der Krieg. Unter dem obersten Ziel des Erhalts des Bestandes des Ganzen nimmt er sich das Recht, alle Vorgänge, die nicht direkt diesem Ziel dienen, zu beschränken und zu bekämpfen. Und formt sich selbst zur Ideologie um.

Damit kommen wir auch möglichen Motiven näher, die ein Staat (wie die USA) haben könnte, solche Totalüberwachung und Manipulation einzusetzen. Und damit stehen wir mitten in den Auswirkungen des Kalten Krieges, wie er die USA spätestens ab 1947 - obwohl gerade ein Weltkrieg zu Ende gegangen war - in den Zustand eines Dauerkriegs versetzte. Mit direkten Auswirkungen, wie sie sich dann in Maßnahmen des "social engineering" ausdrückte. Die Auflösung ethnisch-religiöser Identitäten, die sich besonders gegen den Katholizismus wandte, weil der immer als "fünfte Kolonne im Staat" Opposition sein konnte, ist nur eine davon, wir haben davon schon oft gehandelt. Letztlich läßt sich sogar der angebliche Grundsatz der freien Demokratien - die Trennung von Staat und Kirche - darauf zurückzuführen. Denn er heißt ja in Wahrheit: Unterwerfung der Religion und damit aller Menschen unter die Ideologie des Staates.

So nebenbei: Wir reden hier vom "Staat" als wäre er ein Täter. Sind es nicht immer Personen, mit denen wir es zu tun haben? Ja und nein. Denn gerade als Staat ist ein Volk in dieser Eigenschaft, sich zum Staat geformt zu haben, er zu einer Idee geworden, die auf eine Weise tatsächlich wirklichende Kraft für alle seine Mitglieder hat und sogar haben muß. Denn wenn er sich nicht als Idee aufgreift, der alle Staatsdiener, Präsidenten etc., aber auch jedes seiner Mitglieder in gewisser Weise dienen müssen (im König sogar restlos und immer, wie im Priester, oder im Dichter, im Philosophen, in denen Sinn und Aufgabe in ihrer Gestalt Fleisch SIND*), hängt sein Bestand und Schicksal auch an den Zufälligkeiten von Personen. 

Das ist nicht einmal in der Monarchie so, auch wenn es in Revolutionsbewegungen der Vergangenheit immer wieder so behauptet wurde. (Und tatsächlich im Absolutismus seit der Renaissance manchmal so verstanden wurde. Schon Friedrich II., der Staufer, dachte sehr ernsthaft darüber nach, ob nicht alles, was er in aller Zufälligkeit und Willkür sage und wolle auch automatisch Gesetz des Staates ist.) Ohne "Staat" als Idee zu begreifen, ist das Wort "Staat" als Rechtsgarantie, die er in erster Linie ist, sinnlos. Und ohne dieses Wort mit Eigenschaften zu füllen, die als Wesen des Staates gedacht sind, kann er nicht begriffen werden.

Wenn es aber plausibel ist, daß einzelne sub-staatliche Institutionen (Geheimdienste) eingegriffen haben, ist es auch vernünftig die Möglichkeit zu sehen, daß diese Institutionen von Einzelinteressen und Interessensgruppen beeinflußt werden können. Wer immer die dann sein mögen. Und weil es genauso vernünftig ist davon auszugehen, daß das Menschen mit Öffentlichkeitsgewalt sind (Medienbesitzer, Großkapitalisten) ist es auch vernünftig, ja anzunehmen, daß diese (nun sind wir schon bei) Einzelpersonen direktes Interesse haben, Einfluß auf das Ganze zu nehmen, sind Thesen, die das annehmen keine (neurotischen) Verschwörungstheorien sondern eben - ernstzunehmende Theorien.

Zum Wesen von geheimen, "dunklen" Netzwerken

Zu denen noch insofern Menschenkenntnis hinzuzufügen ist als oft fälschlich angenommen wird, daß es solchen Personen "um Geld und noch mehr Geld" gehe. Wer einmal wenigstens irgendwie reich gewesen ist, also viel Geld bewegen konnte, der weiß, daß das falsch ist. Mehr als leben können auch Reiche nicht, und es ist in dieser Zeit der social media jedem offenbar, daß sie gar nicht viel anders leben als Du und ich. In so einem Stadium wird anderes wichtiger. Erst ist es Ehre und Ruhm, und dann die Stellung, der Einfluß auf die allgemeinen Geschicke. Die wirklich Reichen also haben weniger an Geld und Ehre Interesse, lieben die Verborgenheit sogar viel mehr. (An die Öffentlichkeit drängen ja nur die Neureichen.) Sie wollen Geschichte schreiben. Richtige Geschichte. Wollen die Zukunft selbst gestalten, bis hin zum Wunsch, die Menschheit zu gestalten und nach ihren Vorstellungen zu verbessern.

Was hier als letzter Punkt (und damit als gar nicht so wichtig) angeführt scheint, ist in Wahrheit sogar der erste. Als Sinnfrage. Denn es gibt keinen Unternehmer, der nicht von einer mit der Allgemeinheit zusammenhängenden Vision befeuert ist, sonst trägt er seine Unternehmensidee gar nie durch. Denn das heißt auch immer Opfer, Mühen und Schmerz. Wer diesen Weg glaubt vermeiden zu können, wird sein Unternehmen, seinen Reichtum nicht lange haben.


Morgen Teil 3) Die Rolle des Internet im Rahmen einer Strategie



*Weshalb jede Revolution an einer Kritik der Personen, also ihrer fleischlichen Gegenwart und Gestalt ansetzt, um die mangelnde Legitimität der gegenwärtigen Machtpersonen - und ihre eigene Legitimität durch Versprechen, das zu ändern - zu beweisen. Das läßt sich recht schön an der Reformation oder an der französischen Revolution ablesen, die beide bereits Medien-Revolutionen waren. Selbst 1918 war es bei uns nicht anders, wo es allerdings durch echte und allgemeine Noterfahrung (Niederlage, Kriegsopfer) ganz leicht war, die Legitimität der Herrscher in Frage zu stellen.




*211018*

Montag, 26. November 2018

Zum Wesen des Internet als Wesensmerkmal einer Zeit (1)

Der VdZ nimmt dieses Video eines Engländers - das man vielleicht nicht in allen Punkten ganz ernst nehmen muß, vieles aber ist richtig beobachtet (wenn auch recht eigen gedeutet) - um auf die vielen Artikel zu verweisen, die er schon vor etlichen Jahren an dieser Stelle veröffentlicht hat. Und die sich mit dem Internet und den social media auseinandersetzen. Sie sind nach wie vor gültig und aktuell.

Darin bezieht er sich auf die Tatsache, daß der Idee des Internet hegelianische, der Aufklärung und dem Nominalismus entstammende Begriffe zugrunde liegen. Die von einer rationalen Weltvernunft ausgehen, die als bloß summarisch verstandene "Wahrheit" (als Rationalität, die von jedem metaphysischen, religiösen Grund befreien zu müssen weil zu können behauptet - "Göttin Vernunft") auch einer bloßen Technik überantwortet werden kann. Im Gegenteil, diese Technik wäre dann sogar die Erfüllung dieses Traumes einer absolut perfekten Ratio, also der Wahrheit.

Daß das aus rationalen Gründen nicht möglich ist hat Gödel bewiesen, auch dazu haben wir längst geschrieben. Aber im Internet haben wir es tatsächlich mit dieser Vorstellung zu tun. Weshalb David Icke gar nicht so verkehrt liegt, wenn er behauptet, daß die Zielvorstellung hinter dem Internet, dieser weltweiten Verknüpfung von Menschen und damit Verstand, der Anschluß an eine zentrale Künstliche Intelligenz (KI oder AI, Artificial Intelligence) ist.  Die damit sämtliche Vorgänge und Menschen der Welt ins Paradies führt, weil sie alles "total vernünftig" zu regeln vermag. Damit ist das irdische Paradies verwirklicht, das hinter dem Rationalismus als treibende Utopie steckt.

Das Internet ist aus diesem Geist der Utopie geboren. Sämtliche maßgebliche Gründerfiguren, denen wir diese Sache verdanken, kommen aus der New Age Bewegung der 1968er. Die vom Anbruch des Wassermannzeitalters träumten, und dies als Zeitalter verwirklichter vollkommener Menschlichkeit sahen. Darin gründet auch der Trieb, alles Vorhandene, alles Traditionelle abzustreifen und zu zerstören, auf dem sich dann Philosophien wie die von Foucault entwickeln und durchsetzen konnten. Denn es gab nun einen Schuldigen für alle Lebensprobleme, die vor allem seelische Probleme waren, mit denen man sonst mühsam zu kämpfen hatte. 

Das alte Konzept der Sittlichkeit und Tugend wurde zum feindlichen Unterdrückungsmuster, seine Vertreter zu Diktatoren erklärt, die nur aus Machtphantasien heraus handelten. Zum Gegenteil verhieß der neue Leitstern der grenzenlosen Freiheit auch im Kopf (wie durch Drogen und grenzenlose "Offenheit" als Aufgabe aller übernommenen Verhaltensregeln und Standes- wie Identitätsmerkmale verstärkt), daß der Mensch aus sich heraus gut wäre, und daß auch alles gut würde, wenn er sich völlig unbeeinflußt seinen Antrieben, Trieben, Wünschen und Begierden ausliefere, sich aber von allen als behindernd empfundenen Vernunftrelikten befreie. Damit wird auch eine Gemeinschaft von Gleichen geschaffen, die miteinander in ungehemmtem, durch nichts als persönliche Wünsche und Ziele bestimmtem Verkehr stehen. Natürlich auch sexuell.

Identität wird zur Erfüllung von Wunschvorstellungen, die auch täglich wechseln können. Dem kommt ein Medium entgegen, das an sich ein Medium der Flüchtigkeit ist. Denn elektrische Zustände - und auch alle Denkvorgänge, Gefühle, Triebe etc. etc. werden als solche verstanden, auch das eine alte aufklärerische Vorstellung - sind eben flüchtig. Bleiben nur, wenn sie mit Energie versorgt werden, um sich dann in Nichts aufzulösen. Endlich also war man von den Folgen der eigenen Identität befreit, denn ohne Erinnerung zerrinnt tatsächlich alles ins Nichts.* 

Aber damit haben wir uns einer Gefahr ausgesetzt, an die der Einzelne nie wirklich gedacht hat.  In dieser totalen Vernetzung, die an ein Zentralgehirn angeschlossen ist (egal ob Maschine oder Mensch), wurden wir so manipulierbar und täuschbar wie noch nie. Und noch nie von so wenigen! Nicht nur untereinander. Und wir werden erpreßbar, weil wir uns einem unbekannten Speicher gegenüber öffnen, oft extrem öffnen, von dem wir nicht wissen, was er damit macht. Wir sind nur angreifbar, und im Ganzen gesehen: Angreifbar, ja zerstörbar wie noch nie. 

Das öffnet das Internet aber auch Kräften, mit denen wir nicht gerechnet haben. Weshalb es gar nicht so verwegen sein muß davon auszugehen, wie Icke es im Video macht, daß hinter der raschen Verbreitung des Internet (und wenn, dann war es dieses Internet, das sich vor 25 Jahren fast explosionsartig ausgebreitet und zu einer enormen Bedeutung entfaltet hat) Geheimdienste stehen. So daß das Internet zwar von Einzelnen entwickelt und ausgedacht, aber von Mächten verbreitet und kontrolliert wird, die selbst kaum kontrollierbar sind. (Das CIA etwa kann man als "Staat im Staat" bezeichnen. Es unterliegt keiner wirklichen Kontrollmöglichkeit des Washingtoner Kongresses, also der Volksvertreter.) 

Um das so zu sehen muß man kein Verschwörungstheoretiker sein. Wer nämlich die Menschen kennt, weiß umso mehr, daß der Mensch so handeln kann und mit großer Wahrscheinlichkeit auch tun wird, wenn es ihm möglich ist. Weil aber diese Dinge im Geheimen bleiben, im Verborgenen (und davon auszugehen ist ebenfalls nur vernünftig), liegt die Gefahr am Fensterbänkchen, daß die eigenen Mutmaßungen, die durch Realitäten nie ganz geformt und eingegrenzt werden (können), über jedes Ziel schießen und eine Form von Paranoia bewirken. (Das meint man in Wirklichkeit, wenn man von Verschwörungstheoretikern spricht.)

Viele Indizien sprechen dafür, das solch eine Theorie zumindest im Wesentlichen der Realität entspricht, also wahr ist. Eingrenzbar, von einer pathologischen Paranoia abgrenzbar ist solch eine Annahme nur, wenn es gelingt, alle Welt- und Lebenserfahrung, alle Menschenkenntnis, alles Wissen, alle Bildung zu mobilisieren, um eine These auf ihren Wirklichkeitsgehalt, also auf Wahrheit zu prüfen.

Das ist nicht immer leicht. Denn noch dazu ist leider aber unsere Zeit nicht gerade angelegt, die es verstanden hat und versteht, die Menschen immer mehr von der Wirklichkeit zu trennen. Und sei es durch den Sozialstaat, der Ursache und Wirkung trennt. Nur daraus aber läßt sich ein Gedankenbild testieren: Entspricht die Annahme über einen Vorgang in der Welt meiner Vorstellung davon? Das hat zur Folge, daß die Meinung "vieler", also der Allgemeinheit, oft schrecklich falsch ist. Allgemeinheit aber hat eine wesentliche Aufgabe in der Frage des Bezugspunktes "Wahrheit". Denn wenn es eine Wahrheit gibt, so muß sie alles und alle gleichermaßen umgeben. Also hat Wahrheit auch eine natürliche Position "im Allgemeinen" - man nennt deshalb die Vernunft (die nur auf der Wahrheit gründen kann) auch "Hausverstand" oder "gesunder Menschenverstand", "common sense", usw. usf. Wir stehen hier übrigens mitten in einer der Grundfesten des katholischen Glaubens.


Morgen Teil 2) Warum es nicht unvernünftig ist, so zu denken



*Schon das ist ein schwerer Irrtum. Denn wie sich ja herausstellt, erinnert sich oft GERADE das Internet.  Tut es aber zumindest tendenziell, weil auf das, was man ins Netz eingibt, weniger Gewicht legt, als Notizbuch der schwachen Stunden, der Stunden des Versagens.  Es ist damit ein ideales Medium, um jemanden später zu erpressen. Denn wie sich im Leben herausstellt, braucht jeder denn doch eine "feste", über die Zeit kontinuierliche, von aller Geschichte unabhängigen, aber doch geschichtlichen weil fleischlichen, festen, konkreten, mit Merkmalen ausgestatteten Identität. Das beweisen sogar GERADE Plattformen wie Facebook und wie sie alle heißen. Die getragen sind von dem Wunsch, ein festes, dauerhaftes Bild von sich gestalthaft in der Welt zu errichten. Das freilich unter dem Mangel leidet, daß es nur besteht, solange der Strom der Nachrichten und Worte und Bilder reihum fließt. 

Dabei aber bedeutet Person in erster Linie ... Intimität, Geheimnis! Denn das Wesentliche im Menschen ist in seinem Handeln immanent, nicht explizit. Persönlichkeit heißt damit selbstverständliches "Geheimhalten". Denn im Tun, in der Gestalt also, wird ohnehin alles sichtbar, was für die Welt von Relevanz ist. Über die Wirklichkeit der Tatsache, daß heute pausenlos "aufgedeckt" wird, möge der Leser sich also selbst eine Meinung bilden. Ist Snowden oder Wikileaks wirklich Heldentum?





*211018*

Ziimmlich erntste Klaubensfrage

Wußte der geneigte Leser, daß Plastik, das wir in unsere deutschen Flüsse werfen, überhaupt nie in die "Weltmeere" gelangen kann? Kann! Zumindest nicht in die Flüsse, die in die Nordsee entwässern. Weil die Meeresströmungen in der Nordsee, die wiederum von den Winden getrieben werden, es verhindern. Wenn es nicht zuvor bereits die natürliche Gewesung der Flüsse verhindert hat, den was (trotz Mülltrennung und Recycling) doch noch in Flüsse durchschlüpfte, meist schon an den Ufern angelandet ist. Was dennoch im Meer ankommt, kann sich nie in die Weltmeere bewegen. Wenn wir also an unseren Stränden Plastikmüll vorfinden, dann stammt er recht wahrscheinlich aus dem Westen des Atlantiks. Aus Großbritannien etwa.

Dennoch werden unsere Kinder tagtäglich indoktriniert. Nein, verbildet, verblödet. Statt sie zu lehren, vernünftig zu schreiben, werden sie angehalten, "gute Menschen" zu sein. Also ohne Vernunft "richtig" zu handeln. Was heißt: Zu Erfüllungsgehilfen irgendwelcher unbegründbaren Gebote zu werden. 

Mittlerweile muß man es offen sagen: Unsere Schulen sind zu Verblödungsanstalten verkommen. Fluch über die Lehrer. Noch mehr aber: Fluch über die Bildungsverantwortlichen. Wehe, noch einmal nimmt jemand Sprüche wie "Bildung ist die Währung der Zukunft" in den Mund. Und meint damit Schule.

Wer das Bild sehen will, das diesen Kommentar auslöste, möge diesem Link auf sience sceptical folgen. Vorsicht. Es könnte zimmlich ernßte Fracken über den Wert unseres "Bildungssystems Schule" aufwerfen.






*171018*

Sonntag, 25. November 2018

Von der Wahrheit und dem Künstler (3)

Teil 3) Von der Rückversicherungsgarantie des Künstlers



Und doch, und doch haben Künstler gewissermaßen eine Rückversicherungsgarantie zur Wahrheit und zur Vernunft. Und diese liegt im Material, deshalb im Tun. Denn es ist eben die konkrete Welt als Gefüge der Dinge, die die Gesetze Gottes, den logos, in sich trägt. An dem er dann im Tun teilhat. Tut der Künstler nicht, fällt er buchstäblich ins Nichts. Tun ist seine einzige Chance zu sein. Denn Sein (als Analogie zu Gott) ist ein actu, ist Tätigkeit.

Diese Welt ist das Buch Gottes, in dem der Künstler, der um Wahrhaftigkeit ringt, liest, an dem er zu sich kommt. Wer deshalb dem Material, das er bearbeitet, treu bleibt, wirklich treu, daran geschmiedet wie Prometheus an die Felsen des Kaukasus, worin auch die Erfahrung seiner selbst enthalten ist, und zwar gerade in der Nichterfüllung dessen was "ein Leben des Alltags" ausmacht, geleitet von den im Material enthaltenen Eros der Formen (zu dem er sich aus seiner Natur heraus - wenn, dann kann man hier von Talent sprechen - hingezogen fühlt), wird auch über kurz oder lang zu Gott finden und an seine Türe klopfen. Es bleibt nur zu hoffen, daß er die richtige Tür findet. Und früh genug.

Weil er sich sonst der Gefahr aussetzt, seine einzige Inspirationsquelle zum Guten, Wahren, Schönen zu versäumen. Und die ist das Tun in der Teilhabe am Kult, an der konkreten, fleischlichen und lebendigen Schönheit, Wahrheit, Gutheit. Durch ein immer besseres Kennen geliebt, und damit auch im Opfer der Selbstüberschreitung von allen Schlacken gereinigt hergestellt. Denn im Entfernen des Unnötigen, nicht Dazugehörigen, wird das Geschaffene, das dann über sich hinausweist - auf die wirkliche Wirklichkeit, auf Gott. Aus ihm, aus dem unendlichen Geist an sich, kommt alle Form urbildhaft, wir bilden dann nur noch nach. Ohne Gehorsam kein Gelingen. Ohne Gehorsam kein Kunstwerk. Aus dem Nebel entreißen, aus dem diffusen, amorphen Stein meißeln.

So werden auch die künstlerischen Werke zu dem, was ein Kunstwerk ausmacht: Zu wirklich lebendigen - originären, einmaligen - Werken, wie alles Dingliche einmalig ist. Weil sie sind, also die unsichtbare Wirklichkeit zeigen weil aus diesem Weltgrund kommen, was sie darstellen. Am Kult als jener Quelle der Inspiration der Begegnung mit dem unendlichen Geist, aus der heraus dann auch eine Kultur alleine lebt weil Substanz zum schöpferischen, originären Tun hat. Und diese Substanz ist die lebendige Vernunft, als Einheit von Wahrheit (Verstand), Gutheit (Liebe) und Schönheit (Gefühl).

In diesem Sinn kann man erst davon sprechen, daß wirklich "jeder" zum Künstler berufen ist. Aber er ist es an seinem Ort. Deshalb sind Kunstformen, wie sie uns entgegentreten und die wir als "Kunst" bezeichnen - Literatur, Malerei, Architektur, Musik - in ihrer Form von der Kultur abhängig. Sie stehen aber zu deren funktionalem, zweckhaftem Gefüge "quer". Ihr Gesicht ist dem Universalen zugewendet. Sie werden aus einer Kultur damit geboren, weil sie diesen Platz freiräumen - konkret: Künstler sind Menschen, die man zweckhaft nicht "braucht", oder die nicht brauchbar sind, Kunst (in diesem eingeschränkten Sinn) als ultimo ratio ausüben, denn was sollten sie sonst machen?

Das unterscheidet damit auch den Künstler von allen anderen Teilnehmern am Gesellschaftsspiel (vereint sie aber mit dem Priester, dem Philosophen und dem König, die alle strukturell gleiche Probleme der Legitimität weil von der "Handauflegung abhängigen", also Gott verdankten Autorität haben): Die Existentialität seines Tuns. Erst wenn das der Fall ist, ist er in diesem engeren Sinn Künstler. Und das unterscheidet sein Tun von dem des Hobbys und der Muße, das ja auch keinen Zweck, wohl aber Sinn hat.

Dennoch ist es jedem Menschen aufgegeben, sein Tun an seinem Ort und in jedem Tun, also in jedem Beruf, zu jener Reinheit zu bringen, die in der Kunst und im Künstler ihre absolute Gestalt findet. Denn in der Grundbedingung - wenn auch nicht in der Gestalt - sind alle Menschen letztlich tatsächlich gleich.

Fazit

Fassen wir das nunmehr Gesagte zusammen, läßt sich eines sagen: Wenn es heute heißt, daß der Künstler (oder überhaupt der Mensch) "aus sich heraus" schaffe, so trifft genau das Gegenteil zu. Nicht aus sich heraus schafft er, sondern in etwas hinein! Alles, was er selbst dazu beiträgt ist nicht explizit, sondern allem seinem Tun immanent. Denn die Wahrheit liegt in der Sache, und um sie zu finden, muß er Urteile der Vernunft fällen. Tut er das nicht, glaubt er "aus sich heraus" schaffen und urteilen zu können, verliert er seine Freiheit, weil er sich Kräften ausliefert, die er nicht mehr kennt, weil ihm die Urteilsbasis des Ich fehlt.

Und deshalb erkennt er sich im Tun, aus der Wahrheit des Materials, und wird im Tun zu sich selbst. Im Gehorsam dem Material und der Sache gegenüber, die er darstellen möchte, weil er muß. Warum muß er? Weil er einen Auftrag dazu erhält. Erteilt eine Kultur den Künsten aber diese Aufträge nicht mehr (oder wie im 19. Jahrhundert, wo sie zwar Aufträge gab, aber diese nur noch die Wünsche des Funktionalen und Epigonalen waren), hat der Künstler in ihr keinen "Raum" mehr, keinen Ort, bricht die Kunst in sich zusammen, weil die Wahrheit zusammenbricht. (Auch dafür ist das 19. und dann das 20. Jahrhundert, dann so richtig Beleg.) So daß dann die Künstler in sich zusammenfallen, die diese Wahrheit nicht mehr verfleischlichen können. Ja, sie werden verdrängt von einer simulativen Pseudokunst, der es nicht mehr um Wahrheit geht, sondern darum, zu gefallen.





*181018*

Das konnte natürlich keiner ahnen

Bisher war offiziell nur eingestanden worden, daß die Windstärke hinter Windrädern bis zu einer Entfernung von 14 km abnimmt, wie man aus Dänemark durch Studien weiß. Das hatte vor allem bei Windparks seine Auswirkungen, wo die Windräder gestaffelt hintereinander standen. Die hinteren Windräder (nach Windrichtung wechselnd) haben Einbußen bis zu 50 %. Aber niemand hielt es wohl für notwendig, daraus weitere Schlüsse zu ziehen. Vermutlich, weil es nicht in die Sendungseuphorie paßte, die Welt durch die Energiewende zu retten.

Das wird jetzt aber allmählich nachgeholt. Die Windmeßstellen in Deutschland melden eine Abnahme der Windstärken, und zwar seit 15 Jahren, zeitgleich also mit dem Beginn der Weltrettung durch Windräder. In Einzelfällen sind Rückgänge von 13 % gemessen worden, tendenziell gilt das für ganz Deutschland. Aber nicht, weil die Windstärke generell abgenommen hätte. Im offenen Meer wird sogar seit Jahren eine leichte Zunahme gemessen. Sie wird erst weniger, nachdem die landeinwärts strömende Luft die Spaliere der Kraftwerksrotoren passiert hat. Natürlich sind an der Abnahme der Windgeschwindigkeit auch andere Faktoren beteiligt, etwa die Zunahme der Verbauungsdichte und -höhe. Aber diese Effekte werden von denen, die Windräder haben, deutlich übertroffen.

Mit Auswirkungen. Denn die verringerte Windgeschwindigkeit bewirkt, daß regional Luftschichten langsamer abtransportiert werden. Damit steigt die Belastung durch Abgase und Feinstäube, die schlechter abgeführt werden. Zudem steigt die Temperatur, was sich vor allem in Städten auswirkt - sie werden immer heißer, weil die Wärme buchstäblich "steht". In Wien führt man die Erwärmung der letzten Jahrzehnte von über 2 Grad im Sommer sogar weitgehend darauf zurück: Sie ist hausgemacht. Im Umkehreffekt fallen die Investitionsrenditen.

Diese Temperatursteigerungseffekte "alternativer Energieanlagen" sind freilich seit langem bekannt. Diesmal ist auch die Solarenergie Mittäter. Es ist schon lange durch Studien aus den USA belegt, daß sich im Umfeld von Wind- und Solaranlagen die Temperaturen erhöhen.*

Wie überraschend. Man entzieht der Luft Energie (bzw. leitet diese ab), und prompt hat sie weniger, prompt wird die Luft statischer. Na damit war ja wirklich nicht zu rechnen. Zeit für neue Studien, sonst weiß es ja wieder keiner.




*Das hat freilich auch positive Effekte, wir wollen nicht nur jammern. Weil sich dadurch die lokalen Niederschlagsmengen erhöhen und die Begrünung anschieben, wie man aus Wüsten weiß.





*181018*

Samstag, 24. November 2018

Von der Wahrheit und dem Künstler (2)


Teil 2) Wahrheit, Tun und Material




Das erkennt man zumindest mit der Zeit am Werk (je nach Ausgangsbasis.) Es wird immer weniger vom Geist der Freiheit weil Wahrheit gestaltet, wird zufällig und willkürlich, was dann meist auch noch mit "experimentell" fehlinterpretiert und gerechtfertigt wird. Aber damit liefern sie sich dem Zufall aus. Sie erleben sich also genau nicht als schöpferische Individuen.

In Wahrheit ist das Experiment jedoch nur ein Stadium des immer wieder nötigen, als Gegenphase zum Schöpferischen zu sehenden Eintauchens ins Chaos, in dem sich durch befristete Selbstauflösung die eigene Basis frei zur Reform wird. Das ist im Sinne einer Erhaltung ihrer Schaffenskraft zu sehen, nicht primär einer "Erweiterung". Also als Basis historischen Wachstums durch Erfahrungsvermehrung, die zu immer weiteren Verfeinerungen ihrer Fähigkeit führt.

Es ist damit kein "Neuerfinden", sondern kann nur auf der Basis der bisher erworbenen Kenntnis der Welt (und damit des Materials, in dem sie tätig sind) erfolgen, also: In der Vernunft. So erst bleibt das tun immer wieder frisch, neu, originell und ein Entwicklungsweg zur Vollkommenheit. Die Formenkreise der Willkür und Irrationalität weil Unvernunft, in denen sonst gelebt wird, erschöpfen sich hingegen schnell. Sie können nicht wachsen, und man kann bestenfalls "neue Kreise" versuchen.

Künstler (so sie solche in dem Sinne sind, als sie bestimmte Materialkreise suchen, die man heute als "Kunst" bezeichnet, an sich unterscheiden sie sich in Nichts vom Menschen des Alltags - außer im Streben nach Universalität, also nach "einem Werk, das alles enthält"; dazu unten) ahnen das. Immer. Und haben deshalb - auf der Grundlage einer inneren "Defiziosität", in der sie jede figurale Gestalt (die von Interessen gesteuert ist, die ohne "Ort" auf den sie sich transzendieren nicht auskommt, also konkret immer ein "als" sein müssen, "als" Tischler, Schneider, Vater, Kunde, Luftikus ... - aus innerem Wesen ablehnen, eine gewissermaßen natürliche Tendenz zur Religiosität. 

Aber wie sollten sie die richtige Religion finden, die der Wahrheit, und nicht die Defizite aller unwahren Religionen, die schon deshalb immer grundsätzlich von der Freiheit entfernt sind, mitschlucken, sich damit der eigenen Freiheit berauben? Es bleibt ohne Wahrheit, ohne Vernunft Zufall. Auch wenn es manchen noch gelingt, wenigstens im hohen Alter, wenn sie müde von den vielen Irrwegen werden. Und zur Kirche stoßen, von der sie schon gehört haben, während alle übrigen Konzepte der Freiheit und Wahrheit versagt haben. Und nun erkennen, daß das, was sie immer gesucht hatten - Freiheit und Wahrheit - direkt vor ihrer Nase lag. Aber sie haben es aus Irrtum nicht gesehen.

Denn die Vernunft abzulehnen, weil angeblich alles "aus dem Inneren" käme, ist ein solcher Irrtum. Ist das Ausgießen von Nebel, um die Fehltritte der Unsittlichkeit (denn nur darin verweigert man Wahrheit) zu verschleiern. Es ist eine in der Luft unserer Zeit liegende Fehlsicht (weil Unsittlichkeit) des Menschen, die ihm sogar die Freiheit abspricht und dafür das trockene Simulationsbrot der Willkür in die Hand drückt, deren Maßstab in bloßen, egal woher stammenden "Impulsen" gesucht wird. 

Aber wie wäre der Mensch leichter steuerbar als ... über egal welche Impulse, damit auch über seine Begierden, weil über deren Anstachelung? Sodaß der Mensch das Entscheidende in der Kunst nicht mehr kann: Sich zu sich selbst frei zu verhalten, und damit Gestalt zu schaffen.


Morgen Teil 3) Von der Rückversicherungsgarantie des Künstlers





*181018*

Der Samstag-Nachmittag-Film

Diesmal ist es eine Produktion der DEFA, also ein DDR-Musik-Film aus dem Jahre 1968. Aus jener Zeit also, wo man Sonne und Sommer noch mit Freiheit, Frische und Aktivitätslust verband. Michael Krüger schreibt dazu, daß es einer der an Zuschauern gemessen erfolgreichsten Filme der DDR-Zeit war.

Und das ist nachvollziehbar, auch wenn so manche dramaturgische Schwäche auftaucht, die so einen Film außerhalb seiner Zeit gesehen manchmal zäh macht, weil die Stimmung anders resoniert.  Aber es kommt eine jugendliche Frische durch, auch in der Musik, die auch heute wohltut, und nach der man sich mit Recht sehnen darf. Eine Gesundheit, wie sie Unbekümmertheit ausdrückt, und die tatsächlich vor Jahrzehnten noch damals die Jugend an der Schwelle zur Erwachsenheit auszeichnete. Hüben wie offenbar auch drüben. Mit denselben Grenzüberschreitungen, doch darüber spricht man nicht. Mit derselben "Selbstbestimmtheit" der Frau, die später alles aushebeln wird. Da kommt dann aus dem Munde der Frau (mit kurzgeschorenen Haaren):"Ich will was erleben, weil ich heut in Stimmung bin."

So daß sich analog zum Westen das Wesen der sexuellen Befreiung andeutet, wie sie auch den Westen zeitgleich überrollt hat.  Als Individualisierung des Lebens. Und das überrascht auf den ersten Blick. Aber nur auf den ersten. Denn man erkennt dabei, daß diese Befreiung im Osten dieselbe systemdienliche Rolle spielte. Oder, sagen wir es anders: Wie im Westen wird den jungen Menschen diese Freiheit zugestanden, ja zu dieser Ventilation ermuntert, weil sie damit das System der Knechtschaft nicht mehr kritisieren. "Ich tu, was ich will!" Deutlich spürt man, wie damit die Einheit brüchig wird, gar nicht mehr aufzurichten ist. Ratlos bleibt der Mann davor stehen.

Die Folgeschäden waren überall dieselben: Verhütung, Abtreibung, Scheidung. Sie zu legalisieren sollte die Wesenwidrigkeiten verschwinden machen. Wenigstens unsichtbar. Auf der Strecke blieben die Menschen, denen diese Lügen eingeredet wurden.

Dazu kommen nicht unkluge, immer gut arrangierte, manchmal sogar schöne Lieder. Alles bleibt dabei im Rahmen einer allgemeinen Menschlichkeit. Es ist also kein Propagandafilm. Wenn schon, dann spricht die Lebenswirklichkeit für sich. Und erzählt darin genug. Das Spiel zwischen Mann und Frau, das in jungen Jahren so deutlich wird, hat auch in seinem Torkeln zwischen Richtigem und Falschen keine ideologische Systemabhängigkeit. Nicht einmal heute. Auch wenn es schwer ist, das zu erkennen, weil die Masken so verzerrt sind. Insofern ist dieser DDR-Film (sic!) sogar freier, ehrlicher.

Man hat damit eine Stimmung konserviert, wie sie auch der VdZ in seiner Kindheit in den 1960er Jahren erlebt hat. Als wäre das ganze Jahr darauf ausgerichtet, auf diese Zeit, wo das Leben wieder in seine Eigentlichkeit kommt. Und das Wesentliche durchbricht - Liebe, Lebenslust, Freude. Und genau so hat der VdZ auch den heurigen Sommer 2018 erfahren. An den er sich dankbar in diesen Tagen erinnert, die das Jahr wieder in Dunkel und Kälte und Tod des Winters und des Jahresendes zurückführen. Von wo es in einem Monat - Gott sei's gedankt für diese Hoffnung! - wieder als Same in den ersten Austrieben umkehrt, um die Welt zu eben diesem Leben zurückzuführen.

So beginnt in diesen Tagen die Fastenzeit, die der Advent immer war. Als Zeit des Wartens, des bangen Hoffens auf diese Wende zum Leben. Die keineswegs mit technisch berechenbarer Sicherheit kommt, weil alles Wirkliche nur durch die Wirklichkeit der Liebe Gottes reale Welt wird. Somit auch das durch Erfahrung scheinbar "Selbstverständliche" an der Nadelspitze Gottes hängt, und nur in der Haltung des Erbittens auch gegeben wird.








*171018*

Freitag, 23. November 2018

Einige Wahrheiten zu Geld und Wirtschaft (2)

Teil 2) Weiterer Widerspruch




Während man Müllers Aussage, die er an anderer Stelle ebenso richtig trifft, daß es im Kapitalverkehr mit Zinsen automatisch zur Kapitalkonzentration in immer weniger Händen kommt, erst genau dadurch begreiflich wird: Weil die mathematische Zinsberechnung IMMER der Lebensrealität überlegen bleiben wird. Deshalb bedeuten verzinste Schulden IMMER Knechtschaft und Kapitalkonzentration.

Und das ist bei Unternehmen nicht anders. Warum gerade deshalb Prost der Meinung ist, daß es einen gerechtfertigten Zins brauche, ist dem VdZ nicht nachvollziehbar. Bestenfalls, weil Prost vielleicht wirklich so viel Glück hatte, wie er sagt, und mit seinem Unternehmen nie in ernste Probleme kam. Mit diesem (vermuteten) Erfahrungshintergrund stimmt er dem Zins vermutlich deshalb zu, weil er meint, daß es sonst für Kapitalbesitzer keine Anreize gäbe, überhaupt Geld zu verleihen, Geld für Wirtschaftsunternehmen aber notwendig ist, so daß dann kaum investiert werden könne. Das meinen nämlich viele (und bis vor ein paar Jahren tat es auch der VdZ in diesem Punkt, ehe er die Sache konsequenter durchdachte), aber es ist falsch. "Zins" darf nie mehr sein als bei der Geldvergabe entstandene Aufwandsabgeltung, also eben kein Zins. Auch wenn er vom Staat als Wirtschaftssteuerungsinstrument verwendet werden kann. Doch darf der Staat eine "Volkswirtschaft" überhaupt direkt "steuern"? Und wenn: Darf er es auf diese Weise?

Auf einen weiteren Widerspruch sei hingewiesen, diesmal betrifft er "Mister Dax", also Dirk Müller. Denn hier sagt er, daß es im Abstand von einigen Jahrzehnten zu einem Crash komme. Der, wie auch Prost bestätigt, jedesmal dazu führt, daß die großen Kapitalien (Banken vor allem) vom Staat, also von den Bürgern, mit Geld saniert werden. Geld, das also von den einfachen Menschen stammt. (Weshalb der liberalistische Kapitalismus im Grunde wirklich nur "state sponsored usury", also staatsgeförderter Wucher ist.)

Müller aber sagt nun, daß das dazu führe, daß sich die Geldverteilung regelmäßig wieder umkehre. Daß also die großen Kapitalien (über den Staat) Geld nach unten verteile. Warum das so sein soll, wird aber dabei nicht klar! Meint er: Durch Sozialhilfen? Die zahlen doch erst recht die Steuerzahler selber! Wann hat der Staat denn einfach Großvermögen konfisziert? Und wenn - was blieb dann noch davon, etwa in Rußland? Was bleibt von einer Fabrik, die konfisziert wird, aber nun nichts mehr (oder nicht mehr vernünftig) produziert? Viele der Werte der Großvermögen sind doch äußerst relativ, Beispiele gibt es genug davon. Also hat in Krisenzeiten zum Gegenteil der Staat erst recht Interesse, daß die Großvermögen intakt bleiben, weil sonst alle Steuerleistung zusammenbricht.

Noch dazu, wo Müller an anderer Stelle (richtig) sagt, daß die großen Geldvermögen der Welt immer im Anschluß an große Krisen entstehen und entstanden sind. So, wie es nach 1929 war, als die Kennedys und Rockefellers zu ihren Vermögen kamen. Die nämlich geschickt und gerade zu diesen Zeiten die niedrigen Preise für Aktien, Immobilien und Unternehmen ausnützten und auf Deibel komm raus kauften, was sich bot. Oft sogar mit Kredit. Weil die allgemeine Deflation (Ware wird aus Gründen der Armut nicht gekauft, die Preise und Löhne fallen) auch Geld billig macht, weil mangels Rendite niemand mehr investiert. So daß diese Krisengewinnler nur noch warten mußten, bis die Preise wieder stiegen.

Müller kann diesen Widerspruch in seinen Aussagen nicht erklären. Oder meint er wirklich "Revolution"? Dann zeige er doch eine Revolution, die das erbracht hat. Wenn er nicht die Judenpogrome meint, die tatsächlich diesen Zweck hatten.* In jeder Revolution aber gibt es nur eine Gewinnerseite: Das (bestenfalls umbesetzte) Establishment. Also wieder: Oligarchen. Das Großkapital. Oder wie Müller es nennt: "Die Reichen." Revolutionen beseitigen nur die Legitimität, nicht die prinzipiellen Strukturen.








*Aber nur leidlich erfüllten. Weil die jüdischen Geldverleiher (Christen war ja Zinsnahme bei Exkommunikation verboten) und Bankhäuser - meist Pfandanstalten, immer mit horrendem Zins von 45 und 50 Prozent - sehr rasch geschickt genug waren, über ihre internationalen Verbindungen (Diaspora!) das Geld "verschwinden" zu lassen.  Was zur Mythenbildung rund um das magische Geld (als "Blut der Welt"; aus dieser wörtlich verstandenen Metapher stammen im Wesentlichen die "Blutlopfer-Legenden", die man vielen Juden anhängte) und die "alchemistischen" Juden (Kaballa!) mehr als genug beitrug. So daß die Pogrom-Revolutionäre zwar ihre Schuldscheine verbrennen konnten, aber keine Entschädigung für den bezahlten Zins erhielten. Es kam also auch hier nicht wirklich zur Umverteilung von oben nach unten.




*191018*

Von der Wahrheit und dem Künstler (1)

Es ist bei vielen Künstlern zu beobachten, daß sie einen groben Denkfehler begehen, wenn sie an die Gestaltung ihres Lebens gehen. Zwar haben die meisten den richtigen und ein Künstlerleben erst gründenden Impuls, daß es vor allem einmal ums Tun gehe, aus dem sich dann alles weitere ergebe (wir kommen darauf unten zu sprechen), und daß sie dazu - auch das ist ein richtiges Ahnen - im Kopf frei und offen bleiben müßten, sich deshalb also in keine Bindungen begeben dürften, um so von Interessen gelenkt zu werden statt universal und damit quer zur Welt stehend. Doch meinen sie mit dieser Freiheit und Bindungslosigkeit auch die Wahrheit, und das macht sie zu tragischen Fällen. Die Auswirkungen sind mit der Zeit erkennbar.

Sie meinen mit der Wahrheit damit auch die Kirche und Gott. Denn dort ist ja die Wahrheit fleischlich, konkret, also Welt geworden. Also lehnen sie den entscheidenden Ritus ab, der sie selbst zur Wahrheitsgestalt MACHT - den Kult, die Religionsausübung. Ein schwerer Fehler. Der verkennt, daß die Wahrheit der Kirche und Religion zwar zu bestimmten festen Aussagen und Urteilen befähigt, aber nur deshalb, WEIL sie eben "dynamisch" ist. So daß die Archetypen gewissermaßen, die die Wahrheit eigentlich darstellen, auf jede konkrete Situation passen und die Welt damit ordnen und in ihrer Gestalt, die eine Inkarnation der (unsichtbaren weil geistigen) Wirklichkeit ist, erkennen lassen.

Dieser Fehler verdirbt die Künstler heute reihenweise, und behindert sie oft entscheidend. So daß sie oft genug zu Dienern von Interessen (im Speziellen deshalb von Ideologien) werden, um Halt zu finden, den ihnen das Tun seltsamerweise nicht zu bringen vermag.

Warum? Weil sie sich so gegen das stellen, was ihnen im Inneren erst "sich selbst" (als Gottes Ebenbild, als Geist) gibt und "stabilisiert", so daß sie auch in ihrer Distanz zur Welt, in der sie zwar Sinn, aber keine "Funktion" haben, leben könnten.

Stattdessen bleiben sie in einem historisch-faktischen Zustand, in dem sie eben gerade sind, und ihre Freiheit wird mangels Wahrheit notwendig zu Zufall und Willkür. Zufall heißt aber genau nicht - schaffen, heißt nicht im eigenen Urteil gestalten. Denn weil es die Wahrheit ist, die erst zur Vernunft kommen läßt - ein langer, immer vitaler und dynamischer Prozeß der Entflechtung aus dem Alltäglichen - fehlt ihnen somit jener Stand, aus dem heraus sie in der Lage wären, die verlangte, notwendige Freiheit im Urteil zu erlangen und zu bewahren. 

So werden sie zu Opfern zufällig einfallender Einflüsse und innerer Zustände, die zu beurteilen sie gar nicht mehr in der Lage sind. Sie beginnen somit, sich "in sich selbst" zu drehen, und das hat zur Folge, daß ihnen jede innere Basis zwischen den Fingern zerrinnt. Sie lösen den Grund auf, auf dem sie stehen. Und verlieren so erst recht ihre Freiheit! Was sie einst die Wahrheit hat ablehnen lassen, die Angst vor starren Aussagen und Urteilskriterien, kommt über die Hintertür, nur sind ihre Kriterien nun nicht mehr "selbstbestimmt", aus der Vernunft also, sondern fremdbestimmt. Denn ohne festen Grund kann kein Urteil bestehen. Woher aber kommt dann der feste Grund, Entscheidungen zu treffen, Material zu gestalten? 

Nur wer fest steht, kann urteilen, nur wer fest steht, kann ästhetische Entscheidungen treffen. Und nur wer vernünftig ist (also die Wahrheit "hat" und "hält") kann frei, also wirklich unabhängig urteilen. Wer die Wahrheit ablehnt, lehnt damit Freiheit ab, und damit den einzigen Grund, auf dem der Mensch in Vernunft frei - "selbstbegründend" - stehen und damit sein Wirken erst gestalten kann. Stattdessen wird er Opfer fremder Kriterien, die er noch dazu nie wirklich erkennt. In Wahrheit wird er damit Opfer des Zeitgeists und immer mehr zum Symptom. Denn auch die Entscheidung, die Wahrheit abzulehnen, ist bereits dessen Frucht. Sie ist nie überlegt, durchgedacht, nie als wirkliches Vernunfturteil getroffen worden. Sie ist zufällig.


 Morgen Teil 2) Wahrheit, Tun und Material





*181018*

Donnerstag, 22. November 2018

Einige Wahrheiten zu Geld und Wirtschaft (1)

Die Sendung von Markus Lanz lief zwar schon 2011, aber die Aussagen, die hier von Ernst Prost und Dirk Müller getroffen werden, sind nach wie vor interessant, denn geändert hat sich nichts. Das betrifft auch die Analysen der Vorgänge um Geld und Zinsen. In denen vor allem der Unternehmer Prost zu Hochform aufläuft. Der eben weiß, daß Geld nur dann Sinn hat, wenn es den produktiven Prozessen dient wie entstammt. Und als solcher ist auch der Konsum ein produktiver Prozeß, weil letztlich alles in der Arbeit gründet. Also in einem Humanum gründet - dem menschlichen Selbstvollzug als Beziehungswesen. 

Dem steht der Zins gegenüber, den Prost richtigerweise als "unproduktives Einkommen" bezeichnet, weil Geld steril ist, sich nicht "vermehrt". Was alles also immer zu Lasten der Arbeitenden geht, damit jeden Wirtschaftsprozeß belastet weil Produktivität entzieht. Abgesehen vom eigentlichen, ethisch-prinzipiellen Problem: Zinsen sind ein mathematischer Vorgang, der von jeder Lebensrealität, die immer ein Wechselspiel von Glück und Unglück, von Erfolg und Unbill ist, abgekoppelt ist. Aber aus dieser letztlich nie ganz beherrschbaren Lebensrealität bestritten werden muß. Ein Schuldner kommt dadurch unausbleiblich unter Druck und Herrschaft eines Zinsen verlangenden Kreditgebers. Zinsen (und nicht nur Zinseszinsen, das verschwimmt im Talk ein wenig - Zinseszinsen verschlimmern nur noch mehr dieses Problem) können - KÖNNEN - deshalb auf Dauer NICHT erwirtschaftet werden.

Deshalb ist nur jene Kreditvergabe ethisch gerechtfertigt (und auch die Kirche hat bis zum heutigen Tag die Zinsnahme als Todsünde klassifiziert, nur spricht seltsamerweise niemand davon), in der sich der Kreditgeber am Lebens- und Investitionsrisiko des Kreditnehmers voll gleichberechtigt beteiligt. (Zinsen sind dann also nur der Anteil am Gewinn.) Oder anstelle eines Kredits ein Geschenk (etwa in Notlagen) moralisch geboten ist.  Alle anderen Formen von Kredit sind unmoralisch. Sie finanzieren nämlich in jedem anderen Fall eine Unmoral, die immer zu Lasten des Gemeinwohls (neben dem Individualwohl) geht und der Unfreiheit dient.

Seltsam ist freilich die Aussage von Müller, daß Geld prinzipiell aus Schulden käme. Denn das ist schlichtweg falsch. Er kann nur die zusätzliche Geldschöpfung der Nationalbanken (also die "Münzschneiderei", um es beim alten Namen zu nennen) meinen. Dafür stehen tatsächlich die Bürger als Gegengewicht gegen das vom Staat verteilte Geld.

Geld an sich ist aber das Äquivalent zu Ware, zu Leistung, zu Wert. Daraus ist es entstanden. Es hat den reinen Warentausch als Zahlungsform aus verschiedenen Gründen nur abgelöst, flexibler gemacht, was keineswegs prinzipiell abzulehnen ist. Wobei auch Schulden dasselbe sind, nur sind die Werte zediert und erst in der Zukunft als Verpflichtung zu schaffen. (Woraus sich der Knechtschaftscharakter von Schulden ergibt.) Wenn man das begreift, erkennt man die Zutreffendheit der Argumente von Prost sogar umso mehr.



 Morgen Teil 2) Weiterer Widerspruch







*191018*

Wie es damals in den 1970ern war

Was erzählt einem dieser Herr Harald Lesch da? Er erzählt, um in seiner Dramatisierung der Gegenwart diese (somit im 5. Akt, als Peripetie) als "schlecht" zu beweisen, wie gut alles in seiner Kindheit angeblich gewesen war. 

War das so? War das wirklich so? Der Film zeigt, wie es "damals", also in der Kindheit des Herrn Lesch war. Damit in der Kindheit des Professor Lesch ebenso wie in der Jugend des VdZ (der offenbar älter ist als der Mann aus München.) Denn das Zustandsbild, das das Video zeigt, stimmt schon. 

Dennoch würde der VdZ seine Kindheit als "glücklich" bezeichnen. Und das hat mit ganz Anderem zu tun. Und ganz gewiß nicht mit Umweltzerstörung, obwohl die wohl dagewesen sein muß. Nur hat er damals noch "gedacht", nicht Rationalformeln als Denken mißverstanden.

Der Mann ist einfach - man muß es sagen - zum Trottel mutiert. Also: Der Köhlerglaube an die Evolution ist in diesem Fall ausnahmsweise gestattet. Denn vom Gauner geht der Weg direkt zum Trottel. Naja, das gilt auch umgekehrt.

Die Frage kann also nicht lauten, was hat diesen Mann, der vor 10 Jahren noch halbwegs brauchbare, interessante Wissenschaftssendungen gemacht hat, zum Trottel gemacht. Sondern ob dieser Mann jemals wirklich gedacht, sondern immer nur das Gesollte nachgeplappert, also niemals gedacht hat. Und dazu verführt "die Wissenschaft" halt leider ungemein. Sie verspricht uns, daß SIE FÜR UNS denke. Also könnten wir das Denken einstellen, es sei ohnehin irrelevant. 

Lustigerweise war das tatsächlich einmal der Sinn der Wissenschaft. Er wurde mißbraucht, wie alles. Das ist ja das Merkmal einer Kultur im Abstieg. Dieselben Worte - aber ohne Sinn. Also dumm. Wieso es zu dieser Entwicklung kam? Weil Wahrheit nicht eine Frage der "Wissenschaft" ist, sondern der Sittlichkeit. Und damit ist Wissenschaft eine Frage der Persönlichkeit als sittliches Gebilde. Nicht des "Wissens", wie Lesch meint. Wissen ohne Sittlichkeit ergibt eben, was Lesch heute verkündet: Unsinn. Ideologie. Wirkungsabsicht. Manipulation.










*171018*

Mittwoch, 21. November 2018

Die Wirklichkeit im Iran

Zwar spitzt der VdZ immer die Ohren und stellt seine Rückenhaare auf, wenn er hört, daß ein Land "sozialistisch" ist, und dann auch noch dieses Attribut im Rahmen einer utopischen Weltvision auftritt, wie in diesen beiden Filmen. Aber vielleicht ist auch das eine Fehleinschätzung, wenn auch nach der anderen, "gutgemeinten" Richtung. Zu leicht wird oft ein moderat soziales, nicht kapitalistisches, sondern freies, aber nicht liberalistisch-brutales Wirtschaftssystem ins selbe Fach gelegt. Und wer die Filme ansieht wird feststellen, daß das Gezeigte eher dieser Auffassung entspricht, und nicht jenem utopischen und lebensfeindlichen Marxismus, mit dem diese Form leicht in eins gesetzt wird. Zumal Marxismus dem Oligarchentum direkt in die Hände spielt.

Wer natürlich das Verbot von Pornographie im Iran, oder die Beschränkung des Internet als Eingriff in die Freiheit sieht, der sollte sich nämlich ernsthaft fragen, ob er verstanden hat, was Freiheit oder politische Verantwortung überhaupt sind.

Ob im Iran alles so toll ist, wie in diesem Film behauptet, kann der VdZ nicht sagen. Nicht, weil er sagen muß, daß er noch nie dort gewesen ist. Das hilft oft auch nichts. So viele Menschen heute sehen viel, erkennen aber nichts, sehen also nichts. Zum Gegenteil kann dieses Vielsehen erst recht ein falsches Urteil bewirken. Der Aufruf im Video, hinzureisen, um "sich ein eigenes Bild" zu machen ist also cum grano salis zu nehmen. Ein Hinreisen ist nicht immer das Notwendige, um zu einem gerechten Urteil zu kommen. Die Auswahl der richtigen Gewährsmänner ist oft sogar vorzuziehen. Ob jemand ein solcher ist, der wie hier vom Sozialismus schwärmt, sei dahingestellt.

Aber eines glaubt der VdZ sofort, und man hört und liest zu oft etwas, reiht Indiz um Indiz aneinander, um zur Einschätzung geneigt zu machen: Daß das medial und politisch gewollt bei uns aufgerichtete Bild vom Iran komplett falsch sein könnte. Weil man uns aus politischen, aus geopolitischen Interessen einen Schreckensstaat vormalt, der mit der Wirklichkeit im Land nichts zu tun hat.










*191018*

Wie Genderismus auch hier den Frauen ihr Selbstbewußtsein stiehlt

Es ist übrigens weit mehr amüsant als tragisch, daß sich die Fälle mehren, in denen Männer, die sich "als Frauen fühlen", im Frauensport alle Preise abräumen. Und oft sogar "beweisen", daß Frauen dasselbe zu leisten vermögen wie Männer. Wie hier und hier.

Wir können das mit Gelassenheit betrachten, ja mehr noch: Es birgt Hoffnung, daß der Genderwahnsinn sich wo, wie jeder Wahnsinn, irgendwann selbst das entscheidende Bein stellt und zu Fall kommt. Weil irgendwann einmal auch die Frauen doch wieder wissen und erkennen werden wollen, was und wie sie wirklich sind.
 
Denn was immer die vertrottelten und gehirnerweichten Genderisten behaupten: Frauen sind eben Menschen, damit Personen. Und als solche wollen auch sie wissen, wie sie sind. Real. Nicht durch das Gequatsche von akademisch-etikettierten Idioten.






*171018*

Dienstag, 20. November 2018

Warum es keine geförderten Künstler geben darf

Es gibt einen klaren Grund, warum man einen jungen Künstler, der am Anfang steht, nicht "fördern" darf. Oder nur mit der allergrößten Behutsamkeit, weshalb solche "Förderung" nur durch Personen, Mäzene geschehen darf, die selber letztlich Künstler oder Philosophen sind, weil sie das verstehen müssen. Man muß nämlich verhindern, daß er nicht erkennt, daß er nur durch sein Material (also sein künstlerisches Tun darin) lebt! Daß nur darin sein Existieren gründen kann. Und zwar gerade - gerade! - bei den begabtesten, talentiertesten.  Also muß er strikt ans Material gepreßt sein, und begreifen lernen, als Haltung, daß nur darin seine Rettung liegt, er nur daraus als Mensch erstehen wird.

Das ist der wahre Hintergrund hinter der Tatsache, daß die allermeisten Künstler einen sehr harten Weg gegangen sind, handfest hart. Daraus stammt der Spruch, daß Kunst erhungert worden sein muß. Erhungert, erstritten, erkämpft. Und deshalb darf in den allermeisten Fällen die existentielle, rein materielle Situation nicht von der des künstlerischen Tuns abgetrennt sein. Denn im Künstlertum vereinen sich im Idealfall später auch diese beiden Seiten. Sie müssen auch am Beginn geeint bleiben.

Bis er in seiner innersten Haltung losgeeist aus dem gesellschaftlichen Gefüge aus Nutzdenken und Funktion ist. Indem er lernt, daß nur er wissen kann, und das muß sich auch ständig prüfen und reinigen, ob er zu einem solchen Weg berufen ist. Und sich stählen muß in diesem Kampf des sich selbst Versagens dessen, was alle übrigen Leben ausmacht. Die auf die Mitwelt ausgerichtet sind! Wo es im Wesentlichen und als Lebensweg sogar darum geht, die Beziehung zu den Menschen zu gestalten. 

Im Künstler ist es aber genau umgekehrt. Er muß lernen, daß er KEINE materiale Beziehung zur Mitwelt hat. Er ist der pure Asket und Einsiedler. Denn was er FÜR die anderen sein kann, erwächst erst aus dieser Zurückgezogenheit und Einsamkeit. Weil das der Mitwelt aber diametral entgegensteht, wird sie es auch nie verstehen, bestenfalls respektieren. Also wird das, was sie fördert, immer auf das ausgerichtet sein, was ihrem eigenen Wesen gemäß ist, und damit den Künstler sogar verhindern.* Es verführt diesen ungemein, sich nicht auf Entwicklung, sondern auf "Interessantheit", Verblüffung, Irrationalität (Simulation von poetischem Geheimnis) etc. zu beschränken. Was ein Verrat an der eigentlichen Berufung ist.

In den allermeisten (wenn auch nicht in allen) Fällen verhindert also eine zu rasche (weil nachgeworfene, also geförderte, also nicht aus dem Werk Gestalt gewordene) "Identität als Künstler" deren innere Konstituierung und Festigung. Die künstlerische Existenz wird deshalb (gerade beim besonders Materialaffinen, Begabten) ganz leicht zu einem Leben der Taschenspielereien und -tricks, der oberflächlichen Effekte aus "Gekonntem", aus "Virtuosität", aus "Nachfrage und Beliebtheiten", die man mit leichter Hand hervorrufen und an denen man sich scheinbar nähren kann. Deshalb ist z. B. viele Literatur nur Sophistik, Rhetorik. Viel Musik nur "gefällig". Viel Malerei nur "beeindruckend gemacht". Damit wird das Publikum, die Umwelt, die Mitmenschen "Material", nicht das eigentliche Material. Und er entwickelt sich nicht oder uneigentlich weiter. Gerade wegen der "Förderung".

Das ändert sich erst, wenn der Künstler durch diesen Knochengang gegangen ist, und gereift ist. Sich also nur im Material zu erhalten gelernt hat, als Haltung. Dann also, wenn er wirklich seine Existenz im Tun, im Material hat, darf auch die weltliche Existenz folgen. Das ist der Grund, warum es gerecht ist, Künstler zu ehren, wenn sie älter sind und ein gereiftes Werk vorweisen. In dem immer das letzte das einzige ist, das gültig sein kann. Er selbst jedenfalls wird das so sehen, und das Vorherige immer verwerfen. 

Denn der Künstler arbeitet sein Leben lang nur an einem einzigen Werk. Wenn er es zur Vollendung bringt, zur Vollkommenheit, dann ist er tatsächlich auch am Ende seines Lebensweges angelangt. Er ist buchstäblich zur Ruhe gekommen. Sein aktualer Aussagewille, der daraus erstiegen ist, daß er sich in einer Existenz (die zwar nicht materiell zu verstehen, aber doch damit verknüpft ist) versiegt. Er ist durch sein Werk in dieser Welt ersetzt, verschwindet hinter ihm.

Kunst braucht also nicht Förderung der Künstler, unabhängig von ihrem Werk! Sie braucht lediglich Auftrag. Aber den braucht sie absolut notwendig. So daß das auch die einzig legitime Form der Förderung ist. Deshalb hat jede Kultur die Künstler, die sie verdient, weil sie diese beauftragt, und die Lieferung erhält, die sie bestellt. Deshalb wird eine Kultur im Hochstand nur hohen, eine im Niedergang nur niederen Stand der Künste, weil der Entwicklung der Künstler haben, und wenn sie noch so viel Geld hineinsteckt und sich einen "Kunstapparat" hält, um sich etwas vorzumachen. Der aber wie das Blut in einem Aortenaneurysma mit dem wirklichen lebendigen Kreislauf nichts mehr zu tun hat und thrombosiert, bis es platzt.





*So nebenbei: Das ist der Grund, warum aus Künstlerfamilien sehr häufig wieder Künstler hervorgehen. Denn hier besteht eine gewisse Identität bereits, neben der Sachkenntnis, die sich die allermeisten Künstler erst mühsam schaffen müssen. Die aber eigentlich der Beginn eines Schaffens wäre. Aber auch hier: Identität kann man nicht jemandem einfach "zusprechen". Er muß diesem Standesfach auch vor- und zugeformt, von Geburt an amorph eingeschrieben sein. Künstler wird man nicht als "Karriere" wie beim Bankfachmann. Erfolg, Ansehen, Ruhm sind beim Künstler nie von seinem Werkschicksal und damit von seinem Schaffensauftrag zu trennen, sind selbst Teil seines Wirkschicksals, haben direkt mit ihm und den Anforderungen an sein Wirken zu tun. Haben mit "Können" aber so gut wie nichts zu tun. Wer etwas kann, sagte der legendäre Schauspieler +Fritz Muliar einmal, soll in den Zirkus gehen, nicht in die Kunst. 

In diesem Sinne kann man zum Künstler auch nicht "ausbilden", sondern höchstens durch Kritik zu richtigen Haltungen anleiten, darin Fehler bewußt machen, und Handwerkliches zeigen. Weil das heute aber meist nicht mehr verstanden wird, haben es Künstler noch schwerer, von ihrem Tun auch zu leben, sich durch Auftragsdichte gedeihlich zu entwickeln. Weil es viel zu viele Scharlatane und Narzißten (und viel zu wenig Kunstverständige) gibt, die die Künstler noch dazu bestehlen, indem sie imitieren, was jene sich mühsam erlebt, entwickelt, erarbeitet haben, bei ihnen aber bloße Simulation bleibt.





*191018*