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Samstag, 24. November 2018

Der Samstag-Nachmittag-Film

Diesmal ist es eine Produktion der DEFA, also ein DDR-Musik-Film aus dem Jahre 1968. Aus jener Zeit also, wo man Sonne und Sommer noch mit Freiheit, Frische und Aktivitätslust verband. Michael Krüger schreibt dazu, daß es einer der an Zuschauern gemessen erfolgreichsten Filme der DDR-Zeit war.

Und das ist nachvollziehbar, auch wenn so manche dramaturgische Schwäche auftaucht, die so einen Film außerhalb seiner Zeit gesehen manchmal zäh macht, weil die Stimmung anders resoniert.  Aber es kommt eine jugendliche Frische durch, auch in der Musik, die auch heute wohltut, und nach der man sich mit Recht sehnen darf. Eine Gesundheit, wie sie Unbekümmertheit ausdrückt, und die tatsächlich vor Jahrzehnten noch damals die Jugend an der Schwelle zur Erwachsenheit auszeichnete. Hüben wie offenbar auch drüben. Mit denselben Grenzüberschreitungen, doch darüber spricht man nicht. Mit derselben "Selbstbestimmtheit" der Frau, die später alles aushebeln wird. Da kommt dann aus dem Munde der Frau (mit kurzgeschorenen Haaren):"Ich will was erleben, weil ich heut in Stimmung bin."

So daß sich analog zum Westen das Wesen der sexuellen Befreiung andeutet, wie sie auch den Westen zeitgleich überrollt hat.  Als Individualisierung des Lebens. Und das überrascht auf den ersten Blick. Aber nur auf den ersten. Denn man erkennt dabei, daß diese Befreiung im Osten dieselbe systemdienliche Rolle spielte. Oder, sagen wir es anders: Wie im Westen wird den jungen Menschen diese Freiheit zugestanden, ja zu dieser Ventilation ermuntert, weil sie damit das System der Knechtschaft nicht mehr kritisieren. "Ich tu, was ich will!" Deutlich spürt man, wie damit die Einheit brüchig wird, gar nicht mehr aufzurichten ist. Ratlos bleibt der Mann davor stehen.

Die Folgeschäden waren überall dieselben: Verhütung, Abtreibung, Scheidung. Sie zu legalisieren sollte die Wesenwidrigkeiten verschwinden machen. Wenigstens unsichtbar. Auf der Strecke blieben die Menschen, denen diese Lügen eingeredet wurden.

Dazu kommen nicht unkluge, immer gut arrangierte, manchmal sogar schöne Lieder. Alles bleibt dabei im Rahmen einer allgemeinen Menschlichkeit. Es ist also kein Propagandafilm. Wenn schon, dann spricht die Lebenswirklichkeit für sich. Und erzählt darin genug. Das Spiel zwischen Mann und Frau, das in jungen Jahren so deutlich wird, hat auch in seinem Torkeln zwischen Richtigem und Falschen keine ideologische Systemabhängigkeit. Nicht einmal heute. Auch wenn es schwer ist, das zu erkennen, weil die Masken so verzerrt sind. Insofern ist dieser DDR-Film (sic!) sogar freier, ehrlicher.

Man hat damit eine Stimmung konserviert, wie sie auch der VdZ in seiner Kindheit in den 1960er Jahren erlebt hat. Als wäre das ganze Jahr darauf ausgerichtet, auf diese Zeit, wo das Leben wieder in seine Eigentlichkeit kommt. Und das Wesentliche durchbricht - Liebe, Lebenslust, Freude. Und genau so hat der VdZ auch den heurigen Sommer 2018 erfahren. An den er sich dankbar in diesen Tagen erinnert, die das Jahr wieder in Dunkel und Kälte und Tod des Winters und des Jahresendes zurückführen. Von wo es in einem Monat - Gott sei's gedankt für diese Hoffnung! - wieder als Same in den ersten Austrieben umkehrt, um die Welt zu eben diesem Leben zurückzuführen.

So beginnt in diesen Tagen die Fastenzeit, die der Advent immer war. Als Zeit des Wartens, des bangen Hoffens auf diese Wende zum Leben. Die keineswegs mit technisch berechenbarer Sicherheit kommt, weil alles Wirkliche nur durch die Wirklichkeit der Liebe Gottes reale Welt wird. Somit auch das durch Erfahrung scheinbar "Selbstverständliche" an der Nadelspitze Gottes hängt, und nur in der Haltung des Erbittens auch gegeben wird.








*171018*