Teil 3) Die Rolle des Internet im Rahmen einer Strategie
Also
ist es auch vernünftig, sehr vernünftig sogar, Institutionen, die in
einem Staat Einfluß und Macht zur Gestaltung der Zukunft haben, als Ziel
mehr oder weniger zahlreicher Einzelpersonen (sic!) zu sehen. So daß
diese Institutionen und Einrichtungen gar nicht so schwer die ganz
persönlichen Merkmale und Charaktereigenschaften dieser Einflußnehmenden
annehmen können. Da muß man gar nicht einmal Korruption annehmen. Es
genügt ganz einfach persönlicher oder subtiler Einfluß auf die Leiter
und Stellen dieser Institutionen. Und sei es durch persönliche
Sympathien. Oder gemeinsame Sichtweisen, oder Hobbies, was auch immer.
Genau das ist es ja, was "Netzwerke der Macht" in der Regel sogar sind:
Plattformen, wo sich mehr oder weniger Gleichgesinnte treffen,
austauschen, lieben, streiten, einigen. Und dabei gewisse Intimität
schätzen, wer täte das nicht. Es braucht also keine Paranoia, um hier
ganz natürliche Gesellschaften zu sehen, in die gar nichts
hineingeheimnißt werden muß. So ist die Welt, so sind alle Menschen,
auch wir.
Wir
nennen hier einmal mehr Caroll Quigley, der mit seinen Enthüllungen
über den "tiefen Staat" im anglo-amerikanischen Raum ("Establishment"),
von dem er selbst Teil war, genau das meinte: Es ist alles ganz
natürlich und normal. Kein Grund, darum ein großes, dunkles Geheimnis
aufzubauen. So läuft es, und diese verborgenen Gesellschaften gibt es
selbstverständlich. Aber sie sind nicht so mysteriös, wie die
Öffentlichkeit gerne annimmt. Und sie sind auch viel weniger
einheitlich, als sie meint. Ja, sie sind auf eine Weise
"Verschwörungen". Aber auch sie streiten untereinander, oder bekämpfen
sich gar, weil sie von unterschiedlichen Visionen getragen sind. (Das
gefällt dem VdZ auch an "Mister Dax Dirk Müller", der das sehr ähnlich
zu sehen scheint.)
Dies
alles gesagt, ist das Video von David Icke schon weit weniger
"verschwörungstheoretisch-paranoid" zu sehen. Und man ist frei dafür, so
manchen guten Gedanken aufzugreifen und in seine Überlegungen
einzubeziehen. Und die eine oder andere recht düstere Sichtweise mit
einem achselzuckenden Lächeln zu ertragen. Denn natürlich ist das
Internet "verkauft" worden. Und natürlich hat man es als große Freiheit
verkauft, so wird es ja von so vielen auch gesehen. Daß sie sich damit
in die Hände von Interessen begeben haben, aber auch der Logiken, die
diese Medientechnik aus sich selbst in dem abbildet, der sich ihrer
bedient, steht auf einem anderen Blatt Papier. Gerade das aber sind die
Punkte, die man mit der größten Sorge betrachten muß.
Der
erste Punkt im Rahmen dieser Gesamtstrategie war sicher, das Internet
zum Zentrum des Lebens der gesamten Menschheit zu machen. Das gehört zu
den Voraussetzungen für alle weiteren Überlegungen. Damit konzentriert
sich in den Händen der Netzwerkbesitzer Macht. Und mit Macht kann man
etwas machen. Diesen Absichten kommt natürlich der allgemeine
Denkstandard sehr entgegen. Die eben, wie oben ausgeführt, eine
Auffassung von Denken und Wissen und Erkenntnis sehr entgegenkommt, die
den Menschen im Verstand alleine begründet sieht ("Cogito ergo sum") und
die Information als bloßen Datenfluß, als bloßen Reizfluß nimmt. Analog
zur Auffassung der Gehirntätigkeit im Menschen, die als bloße
Verarbeitungsmaschine aus Sinnesreizen verstanden wird, gesteuert von
Wünschen und Trieben, die die Richtungen geben, nach denen diese
Nervenreize geordnet werden. Über diesen Hebel wird also auch das Denken
der Menschen steuerbar.
GLAUBEN
heute viele. Und - gerade "Studierte", "Gebildete" glauben das, deren
Denken von den wiederum eigenen Mechanismen des Universitätsbetriebes
gesteuert ist. Ihnen folgen zuhauf jene, die (auch das ein natürlicher
Prozeß) ihre Gewißheiten von Autoritäten holen. Denn das Wesen des
Menschen ist eben einmal: Gemeinschaftswesen, und dann: Hierarchizität.
Das schlecht zu machen ist in sich bereits revolutionäre Technik, und
hat nur dort seine Relevanz, wenn es darum geht, ANDERE Autoritäten
herauszubrechen, zu stürzen. In Wahrheit "funktioniert" der Mensch so,
weil das seine Ontologie ist.
Der
die katholische Lehre von der Erlösung in und durch Christus ja exakt
entspricht, denn der Mensch als auf die Wahrheit ausgerichtet braucht
einen persönlichen, fleischlichen Gott, als der obersten,
allerlegitimiertesten Autorität. An dem allen gibt es also nichts
Unnatürliches oder Verachtenswertes. So ist der Mensch, ganz einfach.
Kritisierbar, diskutierbar ist nur, an welche Autorität sich der Mensch
bindet. Nur: DASZ er an eine Autorität gebunden ist, das sollte man sich
ständig und wieder und wieder vor Augen halten.
Die
antiautoritäre Bewegung ist also nur ein Zucken des Revolutionären, das
sich Macht verschaffen will. Sie ist in sich blanker gedanklicher
Unfug. Sondern war immer nur Instrument, um (legitime) Autoritäten zu
stürzen, um dann deren Platz einnehmen zu können. (Wobei manchmal und
manchem schon reicht, bei Frauen sieht man das nicht selten, Kinder zum
Beispiel nur zu "ent-binden", ohne daß bestimmt wird, wer die nunmehr
leere Stelle der Autorität einnimmt. Das ist übrigens besonders
verwerflich und gefährlich, aber genau so erklärt sich die heutige
extreme (sic!) Vermassung der Jugend, in der jedes Reden von "Freiheit"
zur brutalen Täuschung wird. Stattdessen kennt die Jugend nur nicht
mehr, wer sie steuert. Und das, ja genau DAS erklärt auch die heutige
Bereitschaft, sich okkulten Verschwörungstheorien zuzuwenden. Dem
heutigen Menschen ist alles dunkel. Vor allem aber die Macht, weil er
gar keine eigene Macht (in seinem Lebensumfeld) mehr erlebt. Denn eine
ent-hierarchisierte Gesellschaft funktioniert in Wahrheit für niemanden
mehr. So merkt aber niemand, in welche neuen Hierarchien er eingebunden
ist.
Dieser Verweis auf die Autorität (Anti-Autorität) ist nicht zufällig. Denn dieser Irrtum ist einer der wichtigsten Motoren hinter dem Internet. Er macht erst das Internet wirklich zu einem Instrument.
Morgen Teil 4)
*211018*