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Mittwoch, 1. Februar 2017

Das trojanische Horrorpferd

Spätestens hier zeigt sich, wie grotesk und widersprüchlich dieses scheinbar so "gerechtfertigte" weil scheinbar "notwendige" Verlangen nach Integration (in dem sich alle Politker, alle Talarträger, alle Gutmenschen etc. einig sind) führt, dessen sich so gut wie alle Seiten heute bemächtigen. Im Urteil des Europäischen Menschengerichtshofes, der in diesen Wochen in einem Grundsatzurteil entschied, daß die "soziale Integration" VOR der "Religionsfreiheit" zu reihen sei. Damit ist eine Schleuse geöffnet, die unabsehbare Folgen haben wird, und zwar auch, ja GERADE für Christen, das ist so sicher die das Amen in der Kirche.

Der Menschengerichtshof entschied so im Falle einer muslimischen Personengruppe, die geklagt hatte, daß sie sich dem Schullehrplan nicht beugen wollte, der einen Schwimmunterricht vorsah, an dem auch muslimische Kinder teilnehmen sollten. Zwar hatte man den Muslimen Burkini und separate Umkleide angeboten, aber das war den Eltern zu wenig. Dies nahmen die Elten nicht an, klagten, und gingen bis nach Straßburg. Sie wollten ihre Kinder vom Schwimmunterricht überhaupt befreit haben, den sie aus religiösen Gründen ablehnen. Der Bumerang kam postwendend. Mit diesem einstimmig gefällten Urteil, das ein Skandal ist:

Der Staat hat das Recht, die Religionsfreiheit in diesem Falle einzuschränken, um zu garantieren, dass die Schülerinnen am Sportunterricht teilnehmen. Schule spielt im Prozess der sozialen Integration eine „herausgehobene Rolle“, besonders für Kinder mit Migrationshintergrund. Es ist im Interesse der Kinder, an allen Bildungs- und Erziehungsangeboten der Schule teilzunehmen. Dieses gesamtgesellschaftliche Interesse wiegt schwerer, als die persönlichen religiösen Vorstellungen der Familie.
Diese Nachricht ist der Facebook-Seite von Frauke Petry entnommen, schreibt "Unser Mitteleuropa". Und es steht zu befürchten, daß beide - Petry und die Betreiber dieser Plattform - tatsächlich glauben, es sei ein Erfolg. Es ist in Wahrheit eine katastrophale Niederlage unserer Kultur und ein verheerendes Versagen der Politik, die durch ihre verbrecherische Unfähigkeit und Untätigkeit alle grundlegenden Probleme abgeschoben hat und damit, genau damit, die Kultur erst recht zerstört. So wurden - noch dazu: durch politisch initiierte RECHTSBRÜCHE! - Einzelfallprobleme, die anfänglich sofort (oder: je früher, desto leichter noch) zu entscheiden gewesen wären, zu allgemeinen Kulturproblemen gemacht, und sind nur noch durch allgemeine Lösungen zu "beheben", die sich aber auch jederzeit gegen uns selbst richten können - und werden.
Plötzlich sind unverantwortlich und permanent von der Politik ungelöste, einfach weitergeschobene Grundsatzprobleme (und sie sind es am laufenden Band) Fragen persönlichen Guten Willens, etc. etc. etc.
Integration ist aber sowieso keine Lösung!
Der Skandal, das Versagen war generell, Muslime (und schon gar in diesen Mengen) nach Europa einzulassen. Damit, DAMIT war Europa zu Parallelgesellschaften VERURTEILT. Was nun versucht wird ist, diese Tatsache, DIE SCHON VOR VIELEN JAHREN ENTSCHIEDEN WURDE, nun zu vertuschen. Und der Witz ist - sogar prononcierte "Kultur-Identitäts-Verteidiger" jubeln. Als wäre durch solche Zwangsintegration, die gegen das Naturrecht, damit gegen die Ontologie des Menschen verstößt, auch nur irgendetwas zu lösen! Es wird nur Konflikte nähren, die chthonisch gären, bis sie ausbrechen und auch noch in einen offenen Religionskrieg münden, von dem jetzt schon gesagt werden kann, wer der Sieger ist. Ein kleiner Tip - die Christen werden es nicht sein.

Denn wer da glaubt - und das tun sogar "super-katholische" Gruppen - daß man Menschen integrieren kyann, in dem man sie möglichst vollkommen aus ihrer Herkunftskultur entwurzelt, ihnen also ihre Identität möglichst vollkommen nimmt, DANN wären sie integriert, der muß ganz schwer einen an der Waffel haben, und im übrigen dumm sein. Die Folge der Entwurzelung ist nämlich HORROR, ist völlig haltlose Lebensführung, ist Chaos, ist völlig entschränkte, dem Augenblick ausgelieferte Triebhaftigkeit, ist Verlust jeder Freiheit. Und wer mit solchen Menschen schon einmal zu tun hatte (und man hat heute oft schon mit solchen zu tun), weiß, was da auf uns zukommt.
Dies also NICHT gesagt, weil der Islam intergriert werden sollte. Denn das ist unmöglich. Davon reden nur die Besoffenen kirchlicher Fassadenlächerlichkeit, und die ebenso ahnungslosen Politiker offenbar ALLER Couleurs. Leser dieser Seiten wissen, daß der VdZ immer darauf hingewiesen hat, daß der in Europa nichts zu suchen hat, weil er in jedem Fall eine ANDERE Kultur bewirkt und trägt, und DAMIT automatisch anti-christlich ist. Muslimen eine solche "Integration" vorzuschreiben ist aber tatsächlich barbarisch, und es wird sich noch rächen, das ist absolut sicher. Noch dazu, wo die Kirche es sogar schon ablehnt, überhaupt noch zu bekehren. Sich also an den Bosporus stellt und jeden, der seinen Fuß ins Europäische setzt, entweder tauft, oder zurückweist.
WEIL es ohne Religion - und die ist in Europa das Christentum - gar keine Kultur gibt, und weil eine einheitlich-christliche Kultur ein Heilsinstrument (sic!) ist. (Was mittlerweile sogar schon die Kirche vergessen hat, und das ist eine himmelschreiende Schande!) Es ist außerdem eindeutiges  und erstes Naturrecht, daß Eltern immer die Erziehung ihrer Kinder bestimmen können müssen. Zu glauben, daß im Namen der Integration gegen Naturrecht verstoßen werden könne ist mit absoluter Sicherheit eine kulturelle Katastrophe. Und eine schwere Sünde vor Gott, so nebenbei.
Auch weil fortan auch das Christentum und ein (ohnehin bereits mit Füßen getretenes) Elternrecht unter dieselbe Nachrangigkeit fällt. Was immer fortan eine Regierung fordert und es mit sozialer Integration (und, mit Verlaub, wer möchte in diese besoffene Zeitgeistgesellschaft "integriert" sein, außer verwirrte Jugendliche und der Klerus? Nicht einmal die Politiker, die fliehen in ihre Sonderghettos) begründet, wird nunmehr Gewissensgründe (und die sind immer religiös) ausschalten können. 
Das ist der direkte Weg zur sozialen Einebnung, zum ethnic cleansing, zum Einheitsmenschen. Und das ist gelinde gesagt ein Rückfall in schlimmstes Barbarentum, ja es ist satanisch, weil es die Identität und Verwurzelungsfähigkeit der Menschen und damit den Menschen selbst zerstört. Die werden nur noch als "Meinungszombies" Horror inszenieren. Man muß sich also einmal mehr die Frage stellen, von welchen Wahnsinnigen wir bereits beherrscht werden.





*110117*

Dienstag, 29. November 2016

Da ist schon viel Gutes dabei

"Wir brauchen eine Wende. Nicht nach rechts, sondern zur Vernunft, zu einer Politik des Machbaren und des Augenmaßes." Frauke Petry in einer hörenswerten, ja textlich beachtlichen Rede zum Tag der Deutschen Einheit 2016 in Stuttgart. Die umso mehr wirkt, als Frau Petry rhetorisch so zurückgenommen agiert, daß sie den Text fast nur "vorliest". 

Aber das in Verbindung mit dem Umstand, daß Frauke Petry hier wirklich als Frau auftritt (man beachte alleine ihre Beinstellung!), nicht als Politikerin, ob sie das weiß oder nicht und ob sie diese Wirkung wollte oder nicht, klingt so etwas wie eine fast berührende Vision an. Als Traumbild von Normalität für Deutschland vorgestellt, das im Aussprechen als Sehnsucht des Volkes (der Frau, der Mutter ...) bewußt wird, und damit umso eindrücklicher zeigt, wie weit wir bereits davon entfernt sind.

Vielleicht, ja wahrscheinlich ist es Petry nicht bewußt, daß diese Vision aber nicht wirklich neu ist. Sie war die Vision vieler Deutscher in der Zeit vor 1871 und nach 1945, und Inhalt heftiger innenpolitischer Konflikte, auch rund um Adenauer. Denn damals war der Weg zwischen dem realpolitisch Machbaren und dieser Vision noch weit weniger klar, unterlag Deutschland noch viel offener staatspolitischen Außenzwängen, die sich innenpolitisch fortsetzten. Zwänge, die es mittlerweile aber nicht mehr hat oder - haben dürfte. Durchgesetzt haben sich in den späten 1960ern andere, und sie taten es durch die vielfache Bestechung durch Konsumismus. Diese Weichenstellung fiel mit dem Umschlag auf sozialdemokratische Politik zusammen. 

Es geht also heute auch um die Korrektur eines falschen Weges, den Deutschland eingeschlagen hat, und der deshalb vielleicht wirklich in vielen ostdeutschen Bürgern wirkmächtiger erhalten blieb. Der deshalb vielleicht auch die Chance bietet, den Geburtsfehler den dieses Deutschland hat zu erkennen und zu korrigieren. Denn die Identität der Ostdeutschen Länder ist mit Sicherheit verwurzelter und damit lebenskräftiger als die der westlicheren Länder. Und davor hat das Establishment Angst. Denn nichts braucht es so wie eine entwurzelte "allgemeine" Menschheit, die bereit ist, ihre Wurzeln zu kappen, und in die schöne neue Zweitwirklichkeit bloßer Vorstellungen wie ein Ballon aufzusteigen. Nur in dieser Regionalität könnten die deutschen Völker aber wieder zu dem werden, was sie einmal waren - einem Deutschland das mehr ist als nützliche, verführerische Ideologie.









*061016*

Dienstag, 1. November 2016

Vom Bessersein der Mütter

In einem unlängst öffentlich abgelaufenen Wortgefecht kam es zu folgenden Aussagen: Erst hatte Frauke Petry (AfD) der Kanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, daß diese keine Kinder (Petry aber vier) geboren habe, weshalb ihr Blick nicht jene Weite habe wie der von Müttern. Dem entgegnete Daniela Wakonigg vom Humanistischen Pressedienst (was immer das ist), daß es keinesfalls so sei, daß Mütter "besser Menschen" seien. Wozwischen Mathias Heitmann in Achste des Guten zu vermitteln versucht (auf welchen Seiten man es mit Begriffen leider recht oft nicht so genau nimmt, dabei läge die Lösung für viele Fragen schon alleine darin). In dem er bestätigt, daß Mütter keine besseren Menschen seien, aber immerhin träfe das auch auf Nicht-Mütter nicht zu. Das ist aber nicht nur ein unbeholfener Eiertanz, sondern es ist ... falsch. Zumindest prinzipiell.

Denn das Gute hat mit dem Grad der Vervollkommnung zu tun. Was immer man als "gut" bezeichnet, ist es, weil es seine Arteigenschaft sehr weitgehend darstellt. Das trifft für Wein nicht weniger zu wie für Frauen, und generell für den Menschen.

Mensch ist der Mensch aber in der Ergänzung von Mann und Frau. So ist er das Ebenbild Gottes. Das heißt, daß seine Gutheit mit der Ehe beginnt, und sich dort im Vater- und Muttersein definitiv erfüllt. Selbst, wenn jemand auf die Ehe in der Form des Zusammenspiels und der erfüllten Sexualität von Mann und Frau verzichtet, tut er dies unter bewußter Inkaufnahme eines Mangels, um diesen Mangel in einer höheren Vater- oder Mutterschaft auf geistiger Ebene zu einer höheren Gutheit zu heben. Für jene, die unfreiwillig nicht heiraten und Kinder haben, wird es immer aber zu einer schweren Aufgabe, in einem zeitlebens als Mangel erlebten Zustand, den der Betroffene hoffentlich lernt, zu sublimieren, oft genug sogar nur als Sühne aufzunehmen - aufgrund fehlender Gutheit also. 

Zuvor, ja immer dort, wo eine Vollkommenheit besteht (und das tut sie bei allen Menschen, denn jeder ist mangelhaft), bezieht sich das Attribut Gutheit auf die Würde. Das heißt: Auf das, was er sein könnte (weil an seinem Daseinsort angelegt), was zugleich heißt: was er sein sollte, was er also nach Magabe seines Ortes anstreben muß, um gut zu sein, soweit es ihm möglich ist. Und dieser Ort ist für jeden zuallererst das unvollendete Menschsein als Mann oder als Frau, das erst über Ehe und Kinder als Voraussetzung für Gutheit in Aufgabe erfüllt wird. Und dort erst erfüllt sich auch seine Vernünftigkeit, die nicht neutral gesehen werden kann, sondern mit dieser Konkretheit untrennbar verbunden ist.

Lange Rede - kurzer Sinn: Sehr wohl also kann oder muß man sogar den Menschen, der verheiratet ist und Kinder hat, als "besseren" Menschen ansehen. Denn erst er hat (prinzipiell) jene Startbasis, aus der heraus er auch seine Aufgaben gut, das heißt in allen Beziehungen (die immer Beziehungen "als" sind) erfüllen kann.

Das ist keine Haarspalterei der Lustigkeiten, sondern hat mit der dringenden Aufgabe zu tun, das Muttersein als eigentliches Frausein in seiner Idealität zu schützen und auf jenes Podest zu stellen, auf das es gehört. Denn erst die (auf der Ehe basierende) Mutter ist die Frau selbst. Und hier ist es sogar unabhängig davon, ob die Ehepartner getrennt leben oder in Gemeinsamkeit, denn das Band ist unauflöslich und wirkt real wie in Gutheit als anthropologisch eingeprägtes Merkmal, auch wenn beide nicht täglich an einem Tisch sitzen. Denn diese Gutheit des Menschen steht noch vor allem Nutzen. Es ist also auch nicht zulässig, irgendwelcher demographischen Überlegungen wegen diese Tatsache hervorzuheben. Es geht vielmehr grundsätzlich ums Menschsein.*

In dieser Hinsicht ist es sehr wohl relevant, ob eine Frau Mutter ist oder nicht. In dieser Hinsicht kann man sehr wohl von einem Mangel bei Angela Merkel sprechen, der sich auch ganz real in ihrer Amtsführung beobachten läßt, wenn man es zu sehen vermag. Gerade im aktuellen Debattensturm um die Zuwanderung zeigt sich bei ihr ein Fehlen mütterlicher Liebe, die nämlich auf Grenzen und Konturen (weil Liebe immer auf ein Wesen abzielt, sonst ist sie gar nicht) aufbaut und nur "in sich" grenzenlos sein kann, nicht in Hinsicht auf ein aufgelöstes Liebesgut. Damit ist Merkels "christliche Nächstenliebe", die sie in dieser Frage behauptet, mehr als fragwürdig - sie ist unglaubwürdig und bleibt kalter und willkürlicher Moralismus, der seinen eigentlichen Bezugspunkt durch Überzogen- weil Grenzenlosigkeit zu kompensieren versucht. Das ist sogar wörtlich zu verstehen. Merkel fehlt sehr deutlich die mütterliche Bezogenheit (weil wohl aus fehlender mütterlicher Erfahrung) auf jenes Volk, dem vorzustehen sie zur Aufgabe (Ort) hätte.

Denn anders als der Rationalismus meint, ist Aufgabenerfüllung kein technisch-physikalisch neutraler Ablauf, der vom Ausführenden selbst zu trennen wäre, sondern unterliegt dem Kairos. So, wie die Qualität der Sicht auf Dinge eine Frage der Qualität des Sehenden ist. Wo sich aber Menschsein nicht gerundet hat, ist diese Sicht nicht universal, sondern immer vom Mangel und damit von der Selektion durch Interessen bestimmt, nicht von der Selbsttranszendierung. Denn Mangel "hält zurück". Jede Tat ist aber immer eine Beziehungstat, die sich aus dem Ort ergibt, den man betreten hat oder an dem man steht weil gestellt ist, und deshalb immer eine Tat "als" jemand. Und in dieser Hinsicht hat also Frauke Petry recht, und man müßte sie in diesem Punkt um der Mütter wegen unterstützen. Aber mehr noch müßte man Petry zugeben: Denn der Mangel der Angela Merkel ist nicht einfach nur, daß sie keine Mutter ist, sondern daß sie diesen Mangel an Ganzheit nicht zu erkennen scheint, also getrieben bleibt, und deshalb nicht nur an eine Physik der Welt, sonden auch an eine Physik der Gutheit über den rationalistischen Moralismus glaubt. Und in Berlin wie ein Experimentator agiert, der hinter den Fensterscheiben eines Physiklabors steht und die Reaktionen der von ihm provozierten Wirkungen beobachtet.




*Die Frau der höchsten Gutheit, der vollkommene Mensch, ist eben deshalb die (verehelichte) Gottesmutter Maria - Mutter als Frau! Und das Ideal jeder Ordensschwester ist gleichermaßen und unverändert ihr Leben als "Braut Christi" zu leben, und (auf höherer Ebene) Mutter für viele Menschen zu sein. Analog zum Vatersein des Priesters, wenn auch in anderer Stellung und damit Aufgabenart.




*200916*

Sonntag, 10. Juli 2016

Tragisch

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. (Video gefunden auf EIKE.) Tragisch, wenn 19jährige plötzlich den Schock erleben, daß das, was ihnen 19 Jahre eingetrichtert worden ist - daß sie toll und super seien, überall mitreden könnten - so gar nicht stimmt. Da muß man dann schon ziemlich an seinem Weltbild festklammern und Schuldige identifizieren.









*230516*

Donnerstag, 4. Februar 2016

Sie können es nicht lassen

Kaum ist etwas mehr Bereitschaft zur Realität in die Medien eingekehrt, kaum hat also eine breitangelegte Kampagne eingesetzt, die immer offensichtlichler verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, greift der nächste Reflex. In Österreich nicht weniger, als in Deutschland. Denn nun wird aus einer harmlosen Aussage von Frauke Petry von der AfD ein Skandal herbeikonstruiert, der bei näherem Hinsehen lächerlich ist. 

Man lese einmal, was Petry in dem inkriminierten Interview - aus dem die Medien nun einen brutalen "Schießbefehl auf Flüchtlinge" machen - wirklich sagt.

In dem sie von den Reportern ganz gezielt und wieder und wieder auf den Punkt getrieben werden soll, das auszusprechen, was in den Gesetzen verankert ist, und worin sich bei Grenzwächtern aus Polizei und Militär das Tragen von Schußwaffen ergibt. Die den Auftrag haben zu schießen, wenn alle sonstigen Mittel, einen Grenzübertritt zu verhindern, nicht fruchten. Aber das wissen auch die Reporter, zweifellos, denn sie treiben eben Petry genau auf diesen Punkt, bis sie gar nichts anderes mehr sagen kann. 

Im Originaltext hört sich das so an:

Noch mal: Wie soll ein Grenzpolizist in diesem Fall [wenn alle übrigen Bemühungen, einen Zutrittsbegehrenden am illegalen Grenzübertritt zu hindern, nicht fruchten; Anm.] reagieren?
Petry: Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz.
Es gibt in Deutschland ein Gesetz, das einen Schießbefehl an den Grenzen enthält?
Petry: Ich habe das Wort Schießbefehl nicht benutzt. Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt. Entscheidend ist, dass wir es so weit nicht kommen lassen und über Abkommen mit Österreich und Kontrollen an EU-Außengrenzen den Flüchtlingszustrom bremsen.

Um nun in einer regelrechten Kampagne über sie und die AfD, die seit Monaten in den Umfragen steigt und steigt, während die etablierten Parteien (v. a. Grüne und SPD) in nie gekannte Tiefen stürzen, herzufallen, und es auf den Satz zuzuspitzen: Frauke und die AfD verlangten, daß man auf Flüchtlinge schieße. Und das sogar bei einer ehemaligen DDR-Bürgerin, die ja wissen müsse, was "Schießbefehl" heiße. (Das Wort haben Petry dabei die Journalisten in den Mund gelegt.)

Das ist damit eine Lüge, auch wenn sie nominell zu stimmen scheint. Oder wozu, glauben Journalisten, tragen Grenzbeamte überhaupt Waffen? (Und warum sollten sie sogar welche tragen?) Zur Elchjagd? 

Das hätte, wäre sie einmal so gefragt bzw. getrieben worden, nicht einmal eine Frau Merkel anders sagen können, hätte sie nicht (neuerlich) die Gesetze Deutschlands eigenmächtig aushebeln wollen. Denn hätte sie gesagt "Nein, selbstverständlich schießen wir nicht auf Flüchtlinge oder Menschen" hätte sie jeden Grenzschutz (von dem nun ja längst auch sie spricht) zur Makulatur erklärt, und die nächste Einladung verschickt: Macht, liebe Flüchtlinge, was ihr wollt, wir tun dafür halt so, als würden wir es verhindern, werden es aber nur ein bißchen zu verhindern suchen. Eben darum spricht man das gar nicht an. Das Aussprechen selbst ist eine andere Tat, als die stillschweigende Abschreckung, von der jeder, der die Grenze eines Staates betritt, eben rechnet. 

Worauf sich also die Autorität der Exekutive - stillschweigend - stützt: Durch das Moment des möglichen Allerletzten. Aber  niemandem würde es einfallen zu sagen: "Regierung sagt: Die Polizei hat Schießbefehl für die eigene Bevölkerung." Obwohl sie das tatsächlich tun würde und tut. Gerade deshalb vertraut man ihr nämlich.

Die größten Lügen arbeiten eben mit nominell richtigen Daten. Sie stellen sie nur in einen anderen Interpretationshorizont. Der "Schießbefehl" der DDR war deshalb und dort (nach unserem Rechtsempfinden) Unrecht, weil er sich auf das Recht jedes Menschen ein Land zu verlassen bezieht. Dieses Recht zu gehen muß jeder Mensch haben. So sehen zumindest wir das. Ohne daß dem ein Recht gegenübersteht, daß jeder Mensch jedes Land einfach betreten darf. Auch das sehen wir so. Unsere Rechtsordnung drückt es so aus. 

Daß umgekehrt jeder, der illegal in die DDR einreisen wollte, mit der Konsequenz des Schußwaffengebrauchs der Grenzorgane zu rechnen hatte war deshalb auch für uns keineswegs Unrecht, sondern ist bis heute unausgesprochene und ausgesprochene Selbstverständlichkeit und Recht wie sogar Pflicht jedes Staates der Welt. Schußwechsel an Grenzübergängen aus diesem Grund gab es deshalb auch schon in Österreich und in Deutschland. Dazu hat der Staat eben das weitgehende (niemals aber totale!) Gewaltmonopol: Er muß die Souveränität seines Staatsgebietes sowie dessen Rechtsordnung schützen. Auch mit Waffengewalt.

Illegaler Übertritt von Staatsgrenzen ist nach wie vor ein Delikt, auch bei uns. Selbst im Schengenraum hat jeder Bürger im Ausland Ausweispflicht, denn daran kann man erst ermessen, ob er sich zu Unrecht im Land aufhält. Und ein Staat hat nicht nur die Pflicht, ein Delikt zu ahnden, sondern er muß es nötigenfalls auch verhindern, so schwierig im Einzelfall die Abwägung sein mag. Daß die Flüchtlinge (dem VdZ gehen die Gänsefüßchen aus) die Absicht haben und hatten, die Grenzen illegal zu überschreiten, wird aber wohl auch das schmierigste Käseblatt nicht bestreiten. Das zu verhindern war ja Inhalt der Diskussionen seit letztem Sommer. Das nícht zu tun Inhalt der schwersten und berechtigten Kritik.

Soll also aus einer Verdrehung der Tatsachen Glaubwürdigkeit entstehen? Oder pfeifen die Medien und die Politik ohnehin schon drauf, verloren ist verloren? Wenn etwa die österreichische Die Presse* laut mitbellt und erzählt, daß Frauke Petry "die AfD mit ihrem Schießbefehl auf Flüchtlinge ins Abseits geschossen" habe, weil sie hofft wieder ein klein wenig ins Schälchen der Manipulation "qua Behauptung" dazugelegt zu haben, um im Endeffekt Kapital für den Medienkampf gegen die FPÖ (als "österreichische AfD", auch in der Funktion als Gottseibeiuns der Parteien des Establishment) zu schlagen, indem man bösen Geruch über diesen bösen Realismus verbreitet. Und gleich auch die Foren schließen zu müsssen meint, weil die vor Empörung - über die Medien, nicht über Petry - wieder einmal überquellen? Denn nicht Frau Petry hat die AfD ins Abseits geschossen, sondern die Medien versuchen das. Wie immer man zu ihr oder ihrer Partei stehen mag.

Glauben die Medien (und die Politiker, die die AfD mittlerweile völlig ausgrenzen) wirklich, daß sie damit erreichen, daß man ihnen ihre Unparteilichkeit und ehrliche Absicht glaubt? Sie erreichen das genaue Gegenteil. Aber das Grundübel der Eliten ist eben, daß sie die Wahrnehmungsfähigkeit der Menschen, ihr Vermögen, den Ton der Musik, die Wirklichkeit hinter den Daten zu erkennen, unterschätzen. Das geht auf Dauer nicht. Aber das begreifen sie nicht. Und das zeigt zugleich, auf welchem Wirklichkeitsboden sie stehen.

Insofern kann man nur den Kopf schütteln. Dummheit und Bosheit sind eben zwei Seiten derselben Medaille.



*Unnötig zu erwähnen, daß der Kurier gleich noch intensiver ins selbe politische Quadrat springt? Beide Zeitungen (wie alle Medien Österreichs nicht aus eigenem Tun überlebensfähig, sondern direkt staatsabhängig durch hohe jährliche Subventionen und noch höhere öffentliche "Werbeeinschaltungen") gehören (der ÖVP-Domäne) Raiffeisen und der Kirche (sic!). Welch letztere besonders intersssatn ist, weil sie eine der größten Medienmächte in Österreich (hier ist sie im Printbereich sogar die stärkste) wie in Deutschland ist. Am Zeitungsmarkt ebenso wie in der Filmproduktion (Überraschung, gelle?! Produktionsfirmen im Eigentum der Kirche(n) stellen jährlich ca. 1/3 der gesamten TV-Produktionsvolumens!) Sodaß die Jammerei, die mediale Öffentlichkeit trüge Schuld an der sinkenden Bedeutung der Kirche nur Würgreize erzeugt. Der Kurier hat sich ja überhaupt und ganz offen deklariert die "Bessermachung von Österreich" auf die Fahnen geschrieben, und glaubt allen Ernstes (wie die Kirche), daß das erstens christliches Gebot sei (manipulativ zu "erziehen"), und zweitens, daß sich damit Glaubwürdigkeit erringen lasse, was im übrigen inkompetent, nicht christlich oder nicht ist. 




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