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Montag, 22. Juni 2020

Sebastian Kurz und das Generationenproblem

Ebenfalls mit dem Übergang von Kulturstufen, der mit dem Wechsel in der Mitte der 1960er Jahre in einem Generationenwechsel als Übergang auf eine neue Art zu leben stattgefunden hat, der einen völligen Bruch mit der Tradition vollzogen hat, ist eine neue Haltung bei Politikern eingezogen. Welcher Natur die ist, hat sich in der Corona-Krise erstmals in voller Gestalt gezeigt.

Die jetzige Politikergeneration, die sich als Elite begreift, hat nicht die geringste Scheu mehr, der Bevölkerung als Menschen, die ihnen "unterstellt" sind, Vorschriften, Haltungen, ja ganze Lebensweisen bis in kleinste Details zu diktieren und aufzuerlegen. Eine solche Gängelung wie sie in den letzten Monaten stattgefunden hat, ist historisch beispiellos und entspricht eben diesem Totalbruch mit der Geschichte, wie er narzißtisch gestörten Menschen eigen ist. 

Die sich als einzigartige Innovation der Geschichte begreifen, mit denen eine neue Welt mit neuen Regeln und neuen Anforderungen anfängt. Diesem Sendungsbewußtsein, welche diese Generation trägt, entspricht das in den 1960ern als Generalhaltung eingezogene Definieren von "Kreativität" als "Schöpfung ex nihilo", also als wirkliche Neuschöpfung aus dem Nichts.
Wobei es sich dem Begriff Generation in diesen Zusammenhängen nicht primär um einen biologischen, sondern um einen haltungsgemäßen, geistig-psychischen Zustand handelt. In dem sich die rein dem Alter nach "Jüngeren" (in den Geburtsjahrgängen ab Mitte 1960er) eigentlich sogar um Adepten, perfekte Epigonen und Imitationen, ja Kreationen einiger Figuren der vorgängigen Generation handelt.
Auf eine ganz eigentümliche Weise hat sich also das schopenhauer-nietzschesche Verständnis der Welt als Produkt eines elitären Willens zur Macht (als Leichtfertigkeit in der Einführung von "Neuem") eingeschlichen. Wo sich das Nietzscheanische Konstatieren des faktischen Kulturzustands einer "Gott ist tot"-Realität mit dem Nihilismus und der Verantwortungslosigkeit des Buddhismus vermählt.

Damit ist auch klar, daß diese heutigen Eliten sich selbst von den von ihnen verhängten Maßregeln und Anordnungen ausnehmen. So harmlos es auch aussieht, wenn ein Kanzler Kurz bei seinen Veranstaltungen - bei denen es ihm, wie er treuherzig sagt, wie immer um den "Kontakt mit den Ängsten und Sorgen der Bevölkerung" gehe - keine der von ihm selbst in jeder Ansprache mit erhobenem Zeigefinger einfordernden Verhaltensregeln einhält (und erst auf Zuruf aus den Medien darauf reagiert), 

oder wenn ein Bundespräsident Alexander van der Bellen von der Polizei um halb ein Uhr nachts in einem Restaurant "mit Gläsern am Tisch gestellt" wird, womit er die Anordnungen über die Sperrstunden in Zeiten des Corona völlig mißachtet hat, wofür Gastwirte mit schweren Strafen (bis zu 30.000 Euro!) bedroht werden, dann bleibt das nicht einmal beim hartgesottensten Augenzwinkerer ohne Beigeschmack. 

Und mit Recht. Denn es zeugt von einer Arroganz der Eliten, die keineswegs Einzel- und Zufall ist. Sie hat vielmehr System! Natürlich - nicht "bewußt". Aber es ist eben auch Merkmal dieser Persönlichkeitsstruktur, alles Störende, alles die jeweils augenblicksgenerierte Befindlichkeit irritierende, tatsächlich und vollständig zu ignorieren und restlos aus dem Bewußten zu drängen. Wie jeder selbst überprüfen kann, hält sich ja Kurz (man kann sagen) permanent nicht an die unter seiner Ägide verhängten Maßnahmen. Und trägt die Maske offensichtlich nur, wenn Blitzlichter von Photoaufnahmegeräten drohen. "Quod non licet bovi - licet Iovi"?
Aber mehr noch. Der narzißtische, geschichtsvergessene, traditionsverhöhnende Einschlag dieser nun alle Hebel des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens in die Hand bekommenden Generation, die "alles besser weiß" und sich geschlossen Vorfahrengenerationen gegenübersieht, "die ihnen nicht gleichwertig und unterlegen ist", zeigt sich in der Leichtigkeit, mit der Entscheidungen von einer Reichweite getroffen werden, die nur noch dem Motto "je länger und größer desto leichter und besser" zu folgen scheint. 
Welcher Politiker der vorigen Generationen hätte es gewagt, einen Lockdown eines Landes zu verordnen, wo er noch dazu auf völlig ungewisser Faktenlage in einem emotionalen Anflug irrational handelt. Und es gab Zeiten, in denen Politiker (wie der Grüne Anschober) Ankündigungen von "langfristigen Weichenstellungen" zu vermeiden suchten, weil solch' große Worte (deren heute aber so viele bemüht werden) bei vielen Menschen früherer Generationen gewisse Magenverkrampfungen auslösten. Weil Zeiten mit einer Politik "epochaler Bedeutungsschwere" recht häufig, wenn nicht immer Überschreitungen von Schwellen hin zu einer Auslösung von Katastrophendynamiken bedeutet haben.
Da hat dann alles eine Tragweite, die "schicksalsentscheidend" ist, in denen es um die ganze Welt geht, und schließlich um das Schicksal des Kosmos.
Dazu brauchte es ein Sendungs- und Missionsbewußtsein, das wir jetzt als Teil einer Pathologie der Gegenwart erkennen können, vor dem zu fürchten allemal angebracht ist. Denn was soll man von Menschen halten, für die die Welt mit den Beatles jene Phase des Wassermannzeitalters begonnen hat, in der sie endlich einmal ernst genommen werden kann. Vorher war alles nur ein Herumgeplänkel von Dödels.

Genau diese Generation hat, von den Liedern der Beatles gelernt, an deren Inhalte sie echt glauben, das Zeug in sich, wirkliche Weltkatastrophen auszulösen. Und zwar weil irgendjemandem ... gerade einmal langweilig ist und er sehen möchte, wie es tuscht, wenn es zischt. So irgendwie muß sich ja auch Gott fühlen, warum sonst hätte er die Welt geschaffen außer um ein wenig Spaß zu haben?

Also - den Keil unter dem Stapel lösen, und dann los mit dem Gekicher, weil alles rumpelt und stürzt. Um dann auf jene (anderen) zurückzugreifen, die den Schaden wieder beheben. Denn mit Stapel war es halt doch schöner. Aber wer schuftet schon gerne? Es wird deshalb auf eine neue Form von Sklavenhaltung hinauslaufen - als gewaltsame Versklavung der wirklichen Schadensträger und -beheber. Der Leser kann aber sicher sein, diese Gruppe wird klein bleiben. Die große Mehrheit der Menschen ist nämlich freiwillig bereit, instrumentalisiert zu werden. Dafür kriegt er auch ein paar Krumen vom Tisch der Peitschenknaller.
Diese Haltungen gründen dabei in einem geistigen Strom, der in Reformation und Renaissance seinen historisch manifesten Ausgang nahm, und in der Aufklärung sein historisches Fundament erhielt. Wobei das alles natürlich nicht dort erfunden worden ist. Aber es wurde dort so salonfähig, daß es ab 1965 zu einem völligen Paradigmenwechsel, einer Revolution kam. Über Nacht bestimmten die Beatles, was Sache im allgewärtigen Disput war. Pilzköpfe können nicht lügen. 
Man könnte also sagen, daß der Subtext von Descartes' Traktaten und Voltaires Bildungsromanen die Karriererezeptur für die Beatles war. Deren Laufbahn bei Troja begann, als Holzpferd, für das die Abwehrmauern eingerissen wurden, auf daß das große Siegesfest beginnen konnte. 
Alles was wir seither erleben ist von dort ausgegangen, und wir erleben heute deshalb die Herabkunft des idealen Menschen in der Reinform eines Rousseau'schen Totalitarismus. Sie gebar in Marx, Lenin, Stalin, Hitler und Mao noch Einzelblüten, um schließlich zum Generationenphänomen zu werden. 
War die Politik bisher aber noch von "Alten" gehalten, an denen die neuen Generationen mehr oder weniger noch zerschellt sind, so stehen diese "Jungen" nun vor der definitiven Machtübernahme. Damit stehen wir vor einer neuen Form von Politik, einer Politik der schamlosen Großprojekte. Bereits beim Klimawahn hat es rumort, aber nun hat uns die Corona-Krise vollumfänglich DAS gezeigt, was die Politik der Zukunft kennzeichnen wird.
So brutal vereinfachend das klingen mag - die Vernunft sagt, daß es darauf hinausläuft. Und daß nicht mehr dahintersteckt. Wir werden uns also noch sehr warm anziehen müssen angesichts dessen, was uns noch alles durch diese neuen Eliten blüht.



*250520*

Montag, 27. April 2020

Also machen wir erst mal Diktatur?

Die Lächerlichkeiten überschlagen sich in dieser denkwürdigen Epoche unserer Geschichte. Das morgendliche Zeitungsstudium wird immer mehr zu einem Kramen im Fundus des Grotesken.

Aber dem Faß den Boden schlägt der österreichische Bundespräsident aus, wo Alexander van der Bellen in seiner seit Wochen extrem seltenen Äußerungen für die Öffentlichkeit meint, die dramatischen Beschränkungen der Grundrechte seien wegen der Gesundheitsgefahr gerechtfertigt. 

Das sagt ein Präsident, dessen Hauptaufgabe darin besteht, jedes vom Parlament verfaßte Gesetz auf seine Gesetzes- und Verfassungstreue, also auch auf Einhaltung der Grundrechte, zu prüfen. und gegebenenfalls ans Parlament zurückzugeben. ohne seine Unterschrift wird KEIN Gesetz gültig.

Aha? Macht nun jede Regierung gegebenenfalls halt eine Momentsentscheidung, je nachdem, welche Gefahr sie gerade festzustellen meint? Darf zukünftig jede Regierung machen, was ihr gerade einfällt, und irgendwann später wird dann geprüft, ob das noch rechtens war? Ist diesem Mann, der sein Amt auch und vor allem deshalb hat, damit er das Volk vor der Regierung schützt, überhaupt klar, was er da sagt? Soll das die gerade von ihm so vielbeschworene Demokratie sein? 

Machen wir also zukünftig erst mal Diktatur, Willkür "weil Gefahr droht" - welche? warum? - weil das auch geht, während der Herr Bundespräsident erst einmal in seiner Hofburg sitzt und eine Zigarette um die andere raucht. Und stellen nachträglich, irgendwann weil vielleicht einmal, fest, ob das denn überhaupt gehen hat dürfen?

War nicht genau das - genau das! - das Problem damals, im Jahre 1933folgende, und zwar genau in unseren Ländern? Wo auch die Regierung feststellt, ob und wann die "Notwendigkeiten der Situation" das Befolgen der Verfassung notwendig macht oder dem Glück des Volkes im Wege steht.

Wo auch 80 Prozent der Bevölkerung mit der Arbeit der Regierung zufrieden waren. Verfassungstreue ist ja eine Spitzfindigkeit und lästig, wie wir mittlerweile wissen. Denn endlich, endlich gehört Österreich zur Spitze der smarten Länder. Das ist doch eine Stimme für den Helden der Szenerie, das ist doch auch ein vorbildliches Leben wert, oder?

Und nicht vergessen, um diesen Spitzenplatz im Wettlauf der Sauberkeiten nicht zu verlieren, müssen wir noch einige Wöchelchen oder Monatelchen die Arschbacken zusammenkneifen, und die Augen schärfen damit nur ja keiner unserer Mitbürger ausschert. Sogar das Militär hilft da mit. Wie seltsam sich das anfühlt zu hören, welche (extrem kostenintensiven!) Maßnahmen das Bundesheer setzt, um alle Österreicher aus egal welchem Land der Erde zurückzuholen.
Ist der VdZ wirklich allein mit dem Gefühl, in der Äußerung der Frau Landesminister für Verteidigung eine ganz gefährliche Drohung zu sehen? Sich mit einem Mal seltsam mulmig zu fühlen, wenn er in dieser Situation hört, daß der Einsatz des Bundesheeres "im Dienste der Corona-Krise" und "zum Schutz der Bevölkerung" doch der Zeit geschuldet sei, weil die Aufgabenfelder der Jagdkommandos und Milizen und der "Reserven der Republik" immer einem Wandel unterliegen. Was ist selbstverständlicher und natürlicher. Wir müssen doch einsehen, daß die Tätigkeitsfelder des Militärs einem ständigen Wandel unterliegen. War das je anders?
Richtig. Die Geschichte hat es uns gezeigt.

Na Hauptsache, wir sind gesund.



*230420*

Freitag, 24. April 2020

Herr Kanzler Kurz, treten Sie SOFORT zurück! (2)

Teil 2) Wer Nochkanzler Kurz im Häfen 
(pardon, im Gefängnis) Gesellschaft leisten muß


Wie sieht es nun mit dem König aus, dem der Kanzler Kurz das Regieren abnimmt, weil ein König nicht regiert, sondern (nur) herrscht? Jenen König, den die "Österreicher" nie hatten, weil sie nie EIN Volk waren, sondern als Österreicher (sofern also Ober- und Niederösterreicher wie Wiener, mit ihrem frei erfundenen Erzherzog, aber nie Steirer, Tiroler, Salzburger ... wenigstens Völker, mit organischen Herzögen, Fürsten, oder Fürsterzbischöfen) dann, nach 1918, in der Position des Bundespräsidenten fabulierten, um ein Wunschdenken wahrzumachen?

Als Zellennachbar ist dieser Bundespräsident Alexander van der Bellen angebracht. Er hat versagt. Die "elegante" Verfassung verraten, die um die entscheidende Funktion des Königs wußte.

Der, weil es offenbar nicht um die Verfolgung von "Rechtsradikalen" oder "Weltrettung durch Klima irgendwas" gegangen ist, wo er persönliche  Neigung zum Amtsinhalt machen zu können glaubte, Gründer halt, zu allen Rechtsbrüchen, die geschehen sind, geschwiegen hat. Damit hat er sein Amt schwerstens vernachlässigt, beschädigt, ja pervertiert. Denn seine Aufgabe ist und wäre es, das Parlament zu kontrollieren, indem er die Verfassungsgemäßheit aller Gesetze prüft und gegebenenfalls diese ans Parlament zurückverweist. Sodaß sie nicht wirksam würden. Stattdessen hat er einen Zustand der Anarchie gedeckt!

Aber wir haben es auch mit einem nächsten, ungeheuren Medienversagen zu tun. Die schon gar keinen Euro Steuergeld wert sind, das haben sie einmal mehr bewiesen. Man kann gar nicht so viel kotzen, wie einem schlecht ist, denkt man an die hysterisierende, regierungsgleichgeschaltete Haltung der meisten Medien.

Und wir haben es mit einem nächsten Totalversagen jener Mechanismen zu tun, die die Wissenschaft in die Geschichte, in die Gesellschaft, in die Kultur einbinden. Nach der Klimahysterie nun die Corona-Hysterie - die Wissenschaft hat jeden Anspruch auf Geld von der Öffentlichkeit verspielt. Auch sie ist somit zu einer Gefahr für die Gesellschaft geworden.
Jawohl, die Welt NACH Corona ist eine andere und wird eine andere sein. 
Und zwar deshalb, weil ein ungeheures Aufarbeiten, das zu einem Aufräumen werden MUSZ, angesagt ist. In dem die sich allmählich steigernden Absurditäten der letzten Jahrzehnte, die bislang noch Schaden verursacht haben, der irgendwie bewältigbar schien, nun ein Ausmaß erreicht hat, das nicht mehr länger hinnehmbar und bewältigbar ist. 
Und sei es, daß der Wille fehlt, für völlige Sinnlosigkeiten, die die Eliten dieses Landes für selbstverständlich und "wahr" halten, aber unglaublich falsch weil wirklichkeitsfremd sind, das eigene Leben dermaßen schwer zu belasten, wie es der Fall sein muß und wird, will man die bereits verursachten oder in die Wege geleiteten Schäden bewältigen.
Wenn wir in unseren Ländern weiterhin in der Gesellschaftsform einer Demokratie leben wollen (weil aus pragmatischen Gründen müssen), dann muß auch die Rolle der Medien UND die Rolle der Wissenschaft völlig neu gedacht werden. 
SO GEHT ES in jedem Fall NICHT MEHR WEITER. 
Alles das kann nicht länger hingenommen werden. Die Menschen dieser Länder dürfen nicht mehr länger in einer Bedrückung gehalten werden, die einer Versklavung gleichkommt. Einer Versklavung unter Kriterien, die absurden, verrückten, vernunftlosen Vorstellungen einer ausgeflippten Generation entstammen, die noch nie die Kraft und Notwendigkeit der Wirklichkeit erfahren hat. Es wird Zeit, daß diese Erfahrung, die der Erfahrungssituation der untersten, sittenlosesten Elends-Schichten entspricht, durch Realitätsanpassungen nachgeholt wird.

***

Nachtrag: Die oben erwähnte Ausgabe von Fellner! LIVE vom 22. April 2020. Pointierter geht es kaum noch. 



Donnerstag, 23. April 2020

Herr Kanzler Kurz, treten Sie SOFORT zurück! (1)

Offensichtlich ist noch immer dem Großteil der Bevölkerung nicht klar, was wir derzeit erleben und erlebt haben. Wir haben ein dermaßen ungeheures politisches, medizinisches, wissenschaftliches Versagen zu beklagen, daß einem eigentlich der Atem stockt. Und alles war nicht nur "wissbar", es war vorhersehbar und vorhergesagt. Auch in diesem Blog, und zwar seit Wochen, seit Monaten. Weil von Anfang an klar war, daß die kolportieren Aussagen jedem wissenschaftlichen Anspruch nicht genügen, ja widersprochen haben.

Dieses Video ist nicht als "Begründung" hier eingefügt, es ist nur ein weiterer Beleg. Die Begründungen sind auf diesen Seiten seit Monaten zu lesen.




Ja, gewiß, die Medien - mit Millionen und Abermillionen (man denke dabei nicht nur an die direkten "Presse-Förderungen", sondern auch an die weit höheren Beträge, die durch Anzeigenaufträge öffentlicher Institutionen fließen) vom Staat bestochen - jubeln ihre Wunderwuzzis hoch. Und die Bevölkerung folgt ihnen. 

Dafür gibt es viele Gründe. Mit "Corona" und "Gesundheitsgefahr" hat das nur indirekt zu tun. Es liegt im Zeitgeist, nicht mehr, nicht weniger. Mit Sachlichkeit hat auch das irrationale, neurotisierte Verhalten weiter Teile der Bevölkerung nichts zu tun, es ist purer Hysterismus.

Und es ist purer Populismus, es ist der Rausch einer Wirklichkeitsflucht als Charakteristik der Gegenwart, die der Bevölkerung so hohe Zustimmung zur Politik entreißt, anders kann man das Stimmungsbild heute nicht interpretieren. Mit Tatsachen, mit Fakten, mit Wirklichkeiten hat das alles nichts zu tun. 

Jeder Mensch mit noch einem Rest Vernunft müßte spätestens jetzt erkennen, daß sich hier Ungeheuerliches abspielt. Ein Herr Kanzler Kurz, die junge Generation gestaltet die Welt nach ihren unreifen, absurden, Computerspielen entnommenen Erlebensbildern - und die sind nicht nur virtuell, sie sind Wunschbilder, geformt nach Science-Fiction aus Hollywood und einem aus Wirklichkeitsentscheidung ("Sozialstaat", "Emanzipation", "autonomistische Aufklärung" etc.) folgenden Kontaktmangel mit dem Wirklichen. Das reicht nicht für eine Stellung wie die Ihre, die aus historischen Gründen von der realen, faktischen Persönlichkeit dermaßen abhängig gemacht wurde, wie wir es seit Jahrzehnten erleben.

Eine Persönlichkeit, die ihren Stand in der Gesellschaft, ihren Ort, der subjektiven Willkür (vulgo "Ehrgeiz") verdankt, und durch jene Täuschung erreicht hat, die in einem pervertierten Gesellschaftssystem für diesen Weg "ausreichend" ist, wo der "Weg nach oben" prinzipiell dem "Oben", dem Ziel des Ehrgeizes, widerspricht: Und in einer kaum faßbaren Unreife und Naivität reine Perfektion im Dreschen von Phrasen, die im Zeitgeiststrom mitschwimmen, ist.
Der Schaden für unsere Länder, für deren Menschen, für das soziale Leben, für das Wirtschaftsleben, das die Steuern hervorbringt, von dem der Staat und ein von diesem abhängig gemachter mehrheitlicher Teil der Gesellschaft lebt, ist dermaßen gewaltig, da man aufhört, die realen Zahlen zu addieren, die sich ergeben.
Herr Kanzler Kurz, treten Sie deshalb sofort zurück! 
Und mit Ihnen diese gesamte, unsägliche Regierung. 
Noch ist Zeit, noch ist der Schaden begrenzbar, noch sind die Geister des Zauberlehrlings, die gerufen wurden, irgendwie abzudrängen. Aber nicht mehr lange. Denn es wird eine Geschichtsdynamik einsetzen, die alle überraschen wird.
Denn, Herr Kurz, Sie gehören sogar als Gefahr für das öffentliche Leben, als Gefahr für unsere Gesellschaft betrachtet, und deshalb ins Gefängnis. Eine andere, mehr der Gerechtigkeit verpflichtete Rechtslage würde sie ohnehin morgen aufs Schafott führen.
Sie haben den Amtseid, die Gesetze dieses Landes (Österreich) zu befolgen und zu schützen, schon gebrochen, da haben Sie noch nicht einmal den Anzug der Vereidigungszeremonie gewechselt. Da genügt nicht einmal mehr ein "Untersuchungsausschuß", da genügt auch kein Mißtrauensantrag. Da braucht es stärkere Kaliber ... die auch den Hintergrund aufdecken und die Sümpfe trockenlegen (Zitat +Ex-Präsident Kirchschläger) und die Hintermänner ihres Einflusses berauben, die mit solchen unreifen, wachsweichen Schießbudenfiguren ihre Wahlspiele mit einem Land treiben.
So verhält sich jemand, der sich als Messias begreift, der keine Gesetze kennt, sondern aus dem die Gesetze selbst hervorquellen. Bestenfalls hat er sie vom Vater ins Ohr geflüstert bekommen. (Ist das nicht die Sprache seiner realen, physischen Ohren? Nur so gefragt?) 
Der also immer recht hat. Und so inszeniert er sich auch: Als der Erlöser! Da hat der Alt-Sozi Josef Cap etwas Wichtiges (Fellner LIVE, heute besonders empfehlenswert weil köstlich) in die Debatte gebracht: Die Rolle, die das Erweckungserlebnis in der Stadthalle vor einigen Monaten gespielt hat. Wo eine "erweckte christliche Gemeinde" Kurz als den von Gott Gesandten bezeichnet und gesegnet hat. 
Der Leser möge sich doch einmal die Wortwahl bei diesem ganz aktuellen Fernsehauftritt im Hauptfernsehen Deutschlands, bei "Maischberger", ansehen. Kurz = Wiederauferstehung ... als wohlüberlegter Plan ... Ja, höre sich der Leser an, welche Worte Kurz selbst wählt! Jeder normale Mensch muß sich hier unerträglich gegängelt, bevormundet sehen. WAS BILDET SICH DIESER MANN EIGENTLICH EIN?! 
Ein kleiner Vorgriff noch auf einen Beitrag von übermorgen: Der Leser möge sich zu diesem medial auffrisierten Größenwahn den Hintergrund dieser ganz aktuellen israelischen Studie vorstellen. Und vor dem Hintergrund eines "aus Gesundheitsgründen ausgefallenen" katholischen Osterfestes! Es ist nur noch absurd ... 

Wird so nicht sogar begreifbar, warum der Jungkanzler schon mehrere Male (!) in Israel war? Denn was sich heute als Judentum versteht, ist genuin auf eine Erlösungserwartung ausgerichtet, ist von dieser Grammatik geprägt. Und wer sich in diese Nähe begibt, wird von derselben Charakteristik mitgeformt.
So erhellt sich sogar die Begrifflichkeit, in der Kurz sich ergeht. Wenn er von neuer Normalität spricht, in die er das Land geführt hat - was läßt ihn klarer als Schöpfer einer neuen Welt und Wirklichkeit erkennen, als der er sich begreifen muß? Betrachte man doch alleine diese "Rhetorik der Apokalypse", deren sich Kanzler Kurz wieder und wieder bediente.
So hat er ein ganzes Land paralysiert, in einen Zustand der Entrücktheit versetzt. Kurz hat nicht "Zustimmung", wie die Umfragen ergeben, sondern diese extrem hohen Positivwerte (die sich schon bei über 60 Prozent bewegen) sind Anzeichen einer sich immer weiter ausbreitenden Entrücktheit der Bevölkerung, die völlig neu "ausgerichtet" wird. 
Österreich gleicht immer mehr dem Reich der Wiedertäufer in Münster 1530/35. Der neue Bernhard Rothmann, heißt Sebastian Kurz, um den sich eine Reihe weiterer Prediger scharen. Um den Preis, wer den neuen Jan van Leiden etwa verkörpert, wird derzeit noch gerittert. 
Mit ihm fühlt sich ein ganzes Land in den Status eines "auserwählten Volkes" erhoben. Worin die Rezeption von Kurz (hinter dem sich das Volk "Gottes" schart) im Ausland eine extrem große Rolle spielt. Denn die Psychologie des Österreichers ist dafür prädestiniert. Bewohner eines Landes, das nie jemand gewollt hat, und das sich in der Situation befindet, daß es völlig "unnötig" ist. Weil es seine historische Sendung (der Ort, auf den hin sich ein Volk transzendieren muß, weil es sonst gar nicht "existiert") gar nicht erfüllen kann, auch gar nicht mehr begreift. Weil das Begreifen ein Denkverbot, ein Tabu berühren würde, das auf jeden Fall umschifft werden muß. 

Morgen Teil 2) Wer Nochkanzler Kurz im Häfen 
(pardon, im Gefängnis) Gesellschaft leisten muß



 *220420*

Sonntag, 18. August 2019

Dank den Vätern Österreichs! (3)

Teil 3) Exkursartige Anmerkungen
Nebensächlichkeiten? Hauptsachen!



*Es ist bemerkenswert, daß im Vergleich das Deutsche Grundgesetz die verfehlte Grammatik der Gründung dieses "Deutschland" 1871 exakt übernommen hat. Wo ein "Kaiser von unten" (was der Vater von Wilhelm I. abgelehnt hatte, aus genau diesem Grund) ausgerufen wurde. Das heutige deutsche Grundgesetz (schon das ist interessant: Es heißt nicht "Verfassung"; hat also offenbar bewußt nur "regelnde, ordnende Funktion", begründet aber nicht ein Volk oder einen Staat!) hat den Bundespräsidenten entsprechend geregelt: Er wird von den Abgeordneten gewählt. Also auch hier - von unten, als Spielball der Politik. 

Schon die Direktwahl erinnert in Österreich an den König, der ursprünglich - gegen die Eliten gestellt - ein Bündnis mit dem Volk hatte. Zwar wurde und wird immer auch in Österreich von den Parteien probiert, den Präsidenten zu dominieren, über die Wahl hinaus Vorteile zu erlangen. Und ihn zumindest durch den von ihnen betriebenen und finanzierten Wahlkampf für sich zu reklamieren, was speziell den SPÖ-Präsidenten kaum zu verbergen gelang. Wenngleich die Idee in Österreich nach 1945 viel Echo fand, daß der Präsident der Regierungsopposition entstammen sollte (woran sich viele dann doch nicht hielten, es war zu verlockend). 

Die Parteien müssen aber zumindest mit der Möglichkeit rechnen, daß - wie im Fall Kirchschläger (SPÖ) und Klestil (ÖVP) tatsächlich geschehen - der Bundespräsident sich doch der eigentlichen Macht dieser Position in Österreich zu besinnen beginnt und überparteilich wird. Das Amt ist es, das den Minister macht. Der Ort gibt das Wesen der Menschen vor, die auf ihm stehen. Das gibt immer Anlaß zu Hoffnung.

²Daß diese Statthalter-Regierung (per se weiblich) nichts Besseres zu tun hatte, als einige - und gerade die schönsten - Beschlüsse der ÖVP-FPÖ-Regierung zurücknahm oder zurückzunehmen angekündigt hat, zeigt, was für Verbrecher in der österreichischen Politik wirklich am Werk sind. Und welche Charakterlosigkeit die ÖVP prägt. 

Schon der Vater des VdZ - christlich-soziales Urgestein seit je, schon vor dem Krieg, nach dem Krieg persönlich sehr eng mit dem ersten Kanzler nach 1945, Leopold Figl (aber gut, das waren vermutlich viele) - hatte damit seine unübersteigbaren Probleme. (Immerhin hatte der Vater des VdZ die Mitglieder der österreichischen ÖVP-Zentrale in Wien regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt, was zu "Tänzen auf den Tischen" geführt hatte ... ;-) 

Im Gegensatz zu deklarierten Linken (wie die in der alten SPÖ), die halt einfach dumm sind, aber es oft subjektiv sehr gut meinen, und menschlich ziemlich "in Ordnung", ja "konservativ" sind, sind in der ersten Linie stehende ÖVP-Politiker grundsätzlich Charakterdesaster. Die wenigen Ausnahmen, die es geben könnte, zählen nicht, und werden auch innerhalb der Partei "nichts".

Der VdZ kann sich an zahlreiche Gespräche mit solchen, oft ehedem sehr engagierten Leuten, erinnern. Sie sagen alle dasselbe, haben sich alle aus denselben Gründen aus der ÖVP zurückgezogen. Die internen Prozesse machen es guten Leuten unmöglich, nach oben zu kommen. Sie sagen das, was schon der Vater des VdZ gesagt hat, diesem ersten Bürgermeister Neuhofens a. d. Ybbs nach 1945 und Gründer einer bis heute bestehenden Zeitung.

**Die oft zitierte angebliche "Erbschaftsfolge" im Adel bezieht sich ausschließlich auf das Haus! Nur hierin spielt die Zeugung eine Rolle, die aber bloß zufällig und akzidentiell ist. Wo sie biologisch-genetisch verstanden wird, ist sie aber schon degeneriert und delegitimiert (!)

³Es scheint niemandem aufgefallen zu sein, aber es hat in Wahrheit enorme Relevanz. Nur bereits entgeistete Leichen können darin eine "Nebensächlichkeit" erkennen. Überall war die Rede, daß Österreich eine "Bundeskanzlerin" habe. Herrschaften, damit hat Österreich KEINEN BUNDESKANZLER. Bitte, werter Leser, überdenke er diesen Satz einmal wirklich genau. Vergesse er, was die Gendertrottelei ihm bereits ins Hirn gesetzt haben könnte. 

Wir haben es hier mit einem VERFASSUNGSBRUCH zu tun. In der österreichischen Verfassung kommt nur das Amt des BUNDESKANZLERS vor. Eine Frau Bundeskanzler, meinetwegen. Aber KEINE BUNDESKANZLERIN. Nicht nur dem persönlichen Eindruck nach, sondern ontologisch, ist diese Regierung also eine pure, amüsante Farce. Halt typisch österreichisch: Man macht Nichts, und erwartet, daß die Welt verändert wird.




Samstag, 17. August 2019

Dank den Vätern Österreichs! (2)


Teil 2) Sedet ad dexteram patris



Die Bestellung einer Frau zur Frau Bundeskanzler (denn so war es ja wohl gemeint?! oder wird hier stillschweigend eine neue Republik, an der Verfassung vorbei, auf der Grundlage der üblichen links-grünen Begriffsvergewaltigung durchgeführt?*) gibt der Sache dennoch einen fast versöhnlich stimmenden Charme, den man fast mit der Hegelschen "List der Vernunft" begründen könnte: Da wollte jemand etwas Revolutionäres schaffen und hat das älteste, in allen deutschen Völkern (siehe Grimms "Germanisches Recht" etc.) verwurzelte Recht angerufen, das es gibt. Würde Van der Bellen nach persönlicher Leistung beurteilt, müßte er sein Amt gar damit bestreiten, würde Österreich kurz vor der Hölle stehen und an den Sünden eines Menschen als Haupt durch Sühne und Stellvertretungsverbundenheit leiden, der sich die Hölle redlich verdient hat.

Die Handschrift verblödeter Grüner trägt die Regierung nämlich freilich dennoch. In der Betonung von "Fachkompetenz".* Als gäbe es eine Sachkompetenz in einer Regierung, die NICHT politisch (also: logos-, sinnorientiert, also in ein sittlich-persönliches, wertbezogenes Bild eingebettet) wäre. Das sind bestenfalls die Vorstellungen eines zeitgeistversoffenen, postmodernen Konstruktivisten. Aber lassen wir das, seien wir froh, daß nicht Schlimmeres passiert ist.

Wobei man nervös werden kann. Eine der ersten Stellungahmen der neuen Bundeskanzler-Sitzhalterin lautete, daß sie das Ziel der Österreicher in einem "toleranten" Staat sehe. Angeblich eine uns sogar "Toleranz". Man meint schon, eine Folge der Serie verpaßt zu haben: Was? Ein tolerantes Österreich sei des VdZ Ziel?

Nein, werte Dame, das ist Pruntzgequatsche von pseudointellektuellen Liberalismus-Schmarotzern wie Alexander Kissler, die ihre rückgratlose Kriecherei in schwülstigen Sträußen von Zeitgeistprimeln verstecken und nachmittags um drei herumlaufen und allen grinsend erklären, wie der Witz gemeint war, den jemand um acht Uhr zum Frühstück gemacht hat. Wobei eh schon wissen: "Toleranz'" klingt natürlich immer klug. Ist aber das Geschwafel von Rumpflaufsimpeln. Nein, werte Dame, sinnloses Gequatsche - "Toleranz" - kann KEIN Volk einen, tun Sie nun nicht auf "Politikerin" machen. Auch nicht diese Zusammenwürfelung von Siedlern, die ihre Stämme und Wurzeln verlassen haben, um sich einem Territorialrecht (statt Personalrecht) zu unterstellen.

Aber genau das, genau das spricht für die Verfassung Österreichs: Die Struktur ist so stark, daß es auf die Personen gar nicht ankommt. Und DAS ist das Wesen der Monarchie, der einzigen (sic!) Grundverfaßtheit eines Volkes. Wehe einem Volk, das auf die Qualität oder "Kompetenz" von Menschen aufgebaut ist. Das gibt es nur bei Gott selbst, der das Sein - also die Struktur - selbst IST. Die Berufung auf persönliche Abstammung etwa wird immer dort heidnisch und damit unbeholfen und größenwahnsinnig, wo sie sich auf weltimmanente Belange (körperliche Abstammung, genetische Vererbung und ähnliches) beruft.**

Bleibt noch ehrlich zuzugeben, daß dieser Grüne am Präsidentenstuhl Österreichs³ doch Anzeichen zeigt, vom Amt geprägt worden zu sein. So ganz kann ihm auch der VdZ nicht gewisse Austriazität absprechen, die er angenommen zu haben scheint. Und sein seniles Gehabe hat auch mancher andere mit dem alten Kaiser Franz Josef I. verglichen.  Nicht zuletzt sei der hier sogar positiv zitiert, denn was er über "den Österreicher" sagt, zeigt zumindest, daß er sich vorstellen kann, wie das ist. Wir zitieren hier die Zeitung "Österreich":

Darüber hinaus betonte Van der Bellen, man könne in derartigen Situationen auch auf "das typisch Österreichische" aufbauen: Der erste Punkt dabei sei die Zuversicht - "auf gut Österreichisch: 'Na, das mach' ma schon, das krieg' ma schon hin', diese grundsätzliche Einstellung", so der Präsident. Es gelte, die positive Chance zu sehen. Zweitens verstehe er darunter den Mut, wie er mit Verweis auf die Bundeshymne sagte ("mutig in die neuen Zeiten"). Und das dritte Wesentliche sei es, im Gespräch zu bleiben. "Auf gut Österreichisch: 'Beim Reden kommen die Leut zsamm. Man setzt sich zusammen und diskutiert das aus. Gerade in den letzten Tagen und Stunden wurde das wieder sehr schön unter Beweis gestellt", sagte der Präsident.

Da ist schon was Wahres dran, aber auch das, warum man die Österreicher manchmal verwünschen könnte und am liebsten den Weltrekord im Dauerkotzen bräche ... Man sagt nicht zu Unrecht: In Deutschland ist die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos. In Österreich hingegen hoffnungslos, aber nicht ernst. Also beruhigen wir uns in Zeiten, wo plötzlich Bundespräsident und Bundeskanzler allen Österreichern erklären, wie sie eigentlich sind, und was sie wollen, ohne davon zu wissen.


Die Menschen, die sich hier nach dem Rückzug der Römer im 5. Jahrhundert angesiedelt haben, in erster Linie Bayern, Rheinländer (Adel!), Franken, Schwaben, zusammen mit einem Grundstock an Kelten, zurückgebliebenen Römern ("Walchen") und einigen Resten von Bergslawenstämmen, haben gelernt, sich mit vielen Einflüssen und Spannungen zu arrangieren. Das gibt dem Österreicher etwas Elastisches, das den übrigen deutschen Völkern, vor allem aber den Preußen, leider oft fehlt.

Aber noch etwas, und zwar genau deshalb: Die österreichische Verfaßtheit ist eine Struktur, die - das ist das vielleicht Interessanteste an der gegenwärtigen österreichischen Verfassung - eine Reinstallierung eines (konstitutionellen) Monarchen im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung MÖGLICH machen würde. Und das vermittelt doch ein gerüttelt Maß an Hoffnung?

Dank den Vätern!

Für den 132. Geburtstag des letzten Kaisers von Österreich, sel. Karl I., als sel. Karoly IV. auch letzter König von Ungarn, in die Artikelplanung dieses Blog gestellt.


Morgen Teil 3) Exkursartige Anmerkungen
Nebensächlichkeiten? Hauptsachen!

*Bitte, Leute, für wie dumm müssen wir gehalten werden ... ? Die jetzige "Bundeskanzlerin" ist ÖVP-wahltaktisch gewählt. Sie hat der vorhersehbaren Spitzenkandidatin der SPÖ, einer Frau, die mit dem Slogan angetreten ist (im Grunde allein Ausweis unendlicher Vertrotteltheit), "erste Bundeskanzlerin der Republik" zu werden, schon im Vorfeld zerstört. Wenn die SPÖ-Vorsitzende Pamela (wohl in der Kindheit zu viel Dallas gesehen? mit diesen Fernsehprodukt-Generationen haben wir es allmählich zu tun!) Rendi-Wagner (ein Doppelname bei einer Frau ist allein schon ein Grund für Ausschließung aus jeder ordentlichen Gesellschaft; soll im Fischerhüttlein achtzehn Kilometer flußaufwärts wohnen, wir bringen ihr zweimal wöchentlich Kartoffelsuppe; wer wählt Menschen, die keine Identität haben, sondern Federn im Wind sind?) das nun in den Wahlkampf wirft, wird sie nur noch Lächerlichkeit ernten. Herrschaften, seid Ihr wirklich dem Plumpsmärchen aufgesessen, es gehe hier um "Persönlichkeiten", nämlich um "Sebastian Kurz"? Dann handelt danach. Er ist das, als was er aussieht: Ein Ohrwaschelkaktus.





Freitag, 16. August 2019

Dank den Vätern Österreichs! (1)

Eines muß man der Verfassung Österreichs lassen: Sie ist von ihrem staatsrechtlichen Denken her so gut gebaut, daß es tatsächlich noch keinen Fall seit 1945 gab, der sie hätte sprengen können. Es war selbst möglich das Chaos vom Ende Mai zu lösen, wo es innerhalb von zwei Wochen zu drei Regierungen kam.

Wer sich die Männer ansieht, die damals in die Diskussionen um die Verfassung eingeschaltet waren, versteht auch warum. Es waren sämtlich Männer, die vor der Situation standen, daß das, was einzig ein Volk stabil halten kann - die Monarchie, die monarchische Struktur - unter den neuen Prämissen (und unter dem Diktat des Völkerbundes, der das 1919 verbot) nicht mehr möglich war. Also versuchten sie, die inneren Strukturen der Monarchie nachzubilden, und damit auf jeden Fall ein Chaos zu vermeiden, das ohne Monarchie zweifellos ausbrechen würde. Und dann (Stichwort "Diktatur") zu Gewaltstrukturen führt, die wieder dasselbe machen: Eine Monarchie nachbilden, der aber die Legitimität fehlt. 

So erklärt sich die dem König (Kaiser) ähnliche Stellung des Bundespräsidenten in Österreich, die diesem schon kraft der Struktur, auf die er sich berufen kann und sogar muß (!), die auch in solchen bewegten Tagen "für alles" eine Lösung parat hält. Wenn man heute also die letztlich wirklich ruhige Entwicklung ansieht, die Österreich Ende Mai trotz allem nahm, auf die Person Alexanders von der Bellen zurückführt, so zeigt sich nur der Verblödungs- und Unbildungsgrad der Menschen. Van der Bellen hat nichts davon "geleistet".*

Vielmehr muß man sogar sagen, daß wo immer er Persönliches einbrachte, die Sache stinkt - wie bei der Lösung, einen weiblichen Interimskanzler zu installieren. Was bestenfalls noch mit dem althergebrachten Volksrecht sanfter beurteilt werden kann, daß Frauen, Mütter, Ehefrauen, Witwen von Monarchen, den Thron in der Zeit der Abwesenheit eines Monarchen erstens ganz im Sinne des Mannes fortführen, zweitens aber nur "freizuhalten" hatten, bis der oder ein Monarch wiedergefunden oder zurückgekehrt war. Und exakt das hat Frau Brigitte Bierlein zu leisten: Den Stuhl stellvertretend bereithalten, bis der nächste Kanzler gewählt ist, und ihn in der Zwischenzeit niemand besetzen kann.² 

Das ist im alten Herzogs- und Königsrecht der deutschen Völker, also auch der Bayern (und das heutige Österreich ist zur Gänze - außer dem Burgenland - ursprünglich bayrisches Gebiet gewesen) sogar bildlich gesehen worden. Man denke an das alte Kärnten. Da steht im Zolllfeld in der Nähe des Magdalensbergs, der ältesten und ersten Hauptstadt des Herzogtums Kärnten (dessen Herzogshaus mit Arnulf sogar einen deutschen Kaiser stellte), noch heute der uralte, steinerne Herzogsstuhl: Ein (immer gewählter, zumindest der Zustimmung der Volksvertreter und Stammeshäupter unterliegende) Herzog hatte zur Inbesitznahme des Amtes den Stuhl drei Tage (wörtlich) "zu besetzen". Dann "besaß" er das Herzogtum. Und Besitz heißt nicht "absolutes Eigentum". Besitz heißt auch nach heutigem Recht nur "Verfügungs- oder Nutzungsrecht".

Wobei dieses heutige Recht immer noch das "ersessene Eigentum" kennt. Und auch in der deutschen Krönungszeremonie hatte die Stuhlergreifung ihren besonderen liturgischen Rang. Der König, der Kaiser war erst Kaiser oder König (etc.), wenn er "am Stuhl", also "inthronisiert" war. Thronus ... klingelt es? 

Wie heute also noch. Die Assoziationen fliegen dabei, die die Ahnung voller machen: Nicht nur bei Königen, auch bei einem Bischof, ja bei einem Papst spielt das reale Sitzen seine ungebrochene Rolle. Man denke noch weiter, denke an "ex cathedra", also "vom Stuhle aus". Sogar der Papst hatte sich sein Amt "zu ersitzen", diesen "Stuhl Petri" - und man kennt vom päpstlichen Zeremoniell die "sedes gestatoria", der Stuhl, auf dem der Papst getragen wurde oder einige Zeit zu sitzen hatte. Und jeder Katholik kennt sein Glaubensbekenntnis: "Sedet ad dexteram Patri" - "Sitzet zur Rechten des Vaters, von dort wird er kommen ..." usw. usf. Sitzen ist mehr als seine fleischbehangenen Knochen niederzufletschen ...

Oder man denke an den historischen Umstand und seine Implikationen, zusammen mit dem Größenwahnsinn, der in der Renaissance einsetzte. Man denke daran, daß man erst ab hier saß. Ja es ist ein Merkmal der Neuzeit, daß man nun allgemein "saß". Es ist noch relativ jung, daß in der Kirche gesessen wird. Auch das ist eine Vorbereitung des Zweiten Vatikanums und der ihm folgenden Liturgiereform, die alle diese inneren geistigen Wege in Zement goß. Vorher "saß" nur der Oberste, der König, Fürst, Leitende, Prälat etc. Es sei aber alles nur noch nebenbei erwähnt, denn wir schweifen wie üblich wieder einmal unzulässig ab.

Zurück. Nicht mehr als diese Stuhlwahrung hat auch diese gesamte "Regierung" zu bedeuten, die eben das nicht ist, als was sie verkauft wird, Regierung. Sie hält die Stühle warm. Bis eine Regierung wieder besteht und gewählt wurde. Jede Wette - sie wird sich nicht darauf beschränken ...

  
Morgen Teil 2) Sedet ad dexteram patris





Freitag, 12. Juli 2019

Mit dem Amt von "Desaster" auf "vielleicht erträglich" gewachsen

Jemanden, der sich dem Volk, das er zu regieren wünscht, zur Wahl stellt - man nennt das lächerlicherweise "Demokratie" (geht es noch blöder?) - nicht zu kritisieren ab dem Moment, wo er das Amt innehat, ist wohl nur siebenseichten Schwammköpfen begreiflich. Die dann plötzlich, von einem Tag auf den andern, denjenigen, der zu ihrer Disposition stand, als "von Gott verhängte Autorität" angesehen sein wollen. Die also erklären, daß ein heute durch eines eigenen Laune (pardon: Urteil) gewählter Kandidat wäre morgen durch die "Mehrheit" zum Gottdeszendenten geworden. Herrschaften, wir leben nicht nur in sittenlosen, wir leben in perversen Zeiten!

Oh, der VdZ kennt genug solche katholische Klerikerschwammerl, die genau so argumentieren und agieren, was heißt: Das von anderen zu verlangen. Und auch dem strunzdummen Stromlinienschwimmer Alexander van der Bellen huldigten, einem nicht einfach per Aussage, sondern per Verhaltensbeurteilung strohdummen Atheisten und Dämonisten. Gibt es einen Atheisten, der nicht strunzdumm ist? Nein, van der Bellen hat sich als Parteiobmann der Grünen viele Jahre gemüht, genug Beweise abzuliefern. Aber gut, gibt es einen einzigen nicht strunzdummen Akademiker und ehemaligen Universitätsdozenten? Nein. Er konnte also nicht anders.
Aber nun läßt sich feststellen, daß dieser substanzlose Niederländer, der sich die Einbürgerung in Österreich, wie so viele andere erschlich, mit dem Amt tatsächlich ein wenig wächst. Vom Niveau "Minus Nichts" aus geht es mittlerweile zu "fast schon ein wenig Plus". 

Erst trat er im Winter 2018/19 zur evangelischen Kirche (wieder) ein. Gut, was heißt das. Protestanten sind per se a-religiös, und Kirche haben sie schon gar nicht. Und ein Mann wie van der Bellen, der keine Gelegenheit ausläßt, die Abtreibung zu fördern, ist ja per se exkommuniziert.

Doch was zählt das für einen Protestanten. Da ist jeder seine eigene Kirche, und jeder "glaubt", was ihm halt so einfällt, und alle erklären, daß sie "an etwas glauben". Vergessen wir das. Denn nun liefert er die eine oder andere Aussage, die doch als gemessen und vor allem angemessen Österreich vertritt. Van der Bellen schafft es glatt, glaubt man der Kronen Zeitung, zu vermitteln, daß Österreich die 'EU-Sanktionen gegen Rußland nicht wirklich für gut heißt, die Position Rußlands sogar versteht, und doch irgendwie den EU-Beschlüssen treu sein muß. Wer hat ihn so sprechen gelehrt? Frau Außenminister Kneissl, zu deren Hochzeit Putin sogar eigens mit Jet und Sicherheitsbataillon eingeflogen war, wir haben darüber mit gewisser Rührung berichtet?

Aber glatt, jüngst in Sotschi, ist dieser österreichische Bundespräsident, ein Kommunist, mit dem russischen Ex-Kommunisten und Präsidenten Putin zusammengetroffen. Und was zumindest die Kronen Zeitung darüber berichtet, macht ein wenig staunen. Denn das klingt fast schon ein wenig klug, was dieser Kettenraucher (gut, das macht ihn eher sympathisch) von sich gegeben haben soll. Es macht fast verdächtig. Denn aus einem widerlichen Volldeppen ist möglicherweise im Druck des Amtes doch noch ein halbwegs tauglicher Rollendarsteller geworden. Und mehr brauchen wir ja gar nicht, als geringeres Übel. Wer hätte das geglaubt? Der VdZ jedenfalls nicht.

Gut, vielleicht ist der Proletenwurschtel einfach wieder einmal eingeknickt, und was wie Diplomatie aussieht, ist nichts als mangels Substanz notwendige Anpassung an eine Situation. Er hätte vielleicht auch Trump oder XinJi (oder wie der heißt) abgeschmust. Aber vielleicht war alles anders. Vielleicht ist er wie hunderte niederländische Priester in den 1960ern/1970ern auch ins Land gekommen, als Holland als blühendes katholisches Vorzeigeland so viele Priester "produzierte", daß es halb Europa beglückte. Auch der VdZ ist mit Niederländischen Priestern aufgewachsen, ja mehr, die gesamte Kindheit wohnten im Stock darüber (äußerst nette, freundliche, liebe) Niederländer! Sogar deren Hund war nett, obwohl ein abstoßendes, fettig-verfilztes Fellknäuel namens "Dunkie".

Aber mein Gott, wie dankbar sind wir schon für jede schwache Funzel. Wo ein holländischer Provinzarsch mit dem Horizont eines Beiselsäufers endlich einmal nicht glaubt, dem Präsidenten Rußlands (und Österreich ist es im Vergleich bis 1955 unter den Russen noch ziemlich gut gegangen, das hat der Vater des VdZ immer betont, der damals Zeitungsherausgeber und Bürgermeister des "Ur-Ortes" von Österreich war) erklären zu müssen, wie die Welt funktioniert.

Die also wenigstens einen winzigen Moment lang aufhören, die Dinge des Landes, das sie angeblich vertreten, während sie doch nur ihren subjektiven Kleinbürger-Neurosen gehorchen, noch schlechter zu machen. Wie es sonst das Wesen der heutigen Politik und spezielle Aufgabe der Diplomatie zu sein scheint.*

Vielleicht, weil er den Tod nahen ahnt? Denn ausschauen tut er seit geraumer Zeit wie eine wandelnde Leiche, die bereits in den Zustand der Verwesung übergegangen ist. Natürlich, wenn da überhaupt ein Funke Wahrheit in dem ist, was dieses dreckige amerikanisierte Volksmanipulationsblatt da überhaupt in die Welt setzt.




*Gibt es in Europa noch einen einzigen Diplomaten oder Politiker mit Macht, ob in Stadt, Kreis, Land oder Bund oder Himmelsparlament, der nicht ein widerlich stinkender, strunzdummer und sittenloser Kleinbürger ist? Bitte per Mail melden, diese Ausnahme ist jede Erwähnung in den Annalen wert.





Montag, 20. Mai 2019

Der Stoff, aus dem Demokratie gemacht ist (2)

Sie sollten zuvor Teil 1) gelesen haben

Teil 2) Diese Affaire ist damit nichts als das Raunen der Kräfte im Hintergrund




Einige gute, richtige Gedanken finden sich in dieser Stellungnahme von Martin Sellner. Der FPÖ fehlt seit je der geistige Hintergrund, die geistige Basis. Warum der Bezug zu Sellner? Weil sich um ihn und die Identitäre Bewegung eine der objektiven Merkwürdigkeiten rankt. Denn Kanzler Kurz bezog sich mit dem Spruch "Genug ist genug" auf "Einzelfälle", in denen die FPÖ angeblich "rechtsextreme Bezüge" unterhalte, von denen sie sich (und damit auch er, Kurz) zu distanzieren habe. Nur - warum die IB rechtsextrem sein soll ist nicht nachvollziehbar, und gehört zum Bereich der linken Verleumdungsbehauptungen, nach denen alles, was nicht links ist, rechtsextrem ist.

Da ist nur für jemanden keine Tatsache, der eben selbst auf linkem Boden steht. Objektiv hätte sich Kurz nie vom Rechtsextremismus abgrenzen müssen, weil in so gut wie allen "Einzelfällen" ein solcher gar nicht vorliegt. Entweder ist also Kurz (sagen wir es vornehm) etwas uninformiert, oder von Anfang an war diese Behauptung, das sei ein Dauerproblem mit der FPÖ, eine aus strategischen Gründen benutzte Falschbehauptung. Würde Herr Kurz die geistigen Grundlagen der ÖVP kennen, wirklich kennen (und dazu müßte er nur ihre früheren Proponenten studieren), würde er nämlich auch verstehen, daß in den Augen des heutigen Mainstreams die ÖVP mit ihren christlich-konservativen Kernaussagen ... unter diesen Rechtsextremismusbegriff fiele. Zumindest liegt der Verdacht nahe, daß Kurz bereits seit längerem einen Weg von der FPÖ weg vorbereitete, und dazu den Sack schlug, aber den Esel meinte. Wer weiß, ob nicht auch diese Abgrenzungen der letzten Wochen, medial geschickt eins nach dem anderen gesetzt, einen ganz anderen Hintergrund hatten. Weil Kurz vielleicht - wie Böhmermann! - schon lange von der bevorstehenden Explosion wußte.

Vielsagend... van der Bellen und Kurz - Photo: Kronen Zeitung
Denn die ÖVP hat sich doch nicht von heute auf morgen "mit Kurz" geändert! Dieselben Leute im Hintergrund, dieselben Kräfte am Werk. In Wahrheit geht es ihr immer noch ums social engineering, worin sie sich seit Jahrzehnten so engagiert zeigt. Es geht um einen Umbau der ÖVP in eine liberal-linke Weltanschauungspartei, also um Täuschung der ureigensten Klientel, der traditionsbewußten ÖVP-Wähler. Und Kurz ist bereits genau so sozialisiert, vergessen wir das doch nicht. Vergessen wir auch nicht, daß Liberale immer dann "rechts" werden, wenn sie mal was stört, das sie aber selbst zu verantworten haben.

So daß der Plan der ÖVP von Anfang an - sogar deutlich erkennbar unterbrochen durch das Gegensignal, die geschickt regionalisierte, nichts desto weniger offizielle Unterstützung für den linksliberalen Alexander van der Bellen bei den Präsidentschaftswahlen! - war, das Lager der "Unzufriedenen", das die FPÖ zu sammeln begonnen hatte, zu sich herüberzuziehen. Indem man sich vorerst vergemeinte, Identifikation möglich machte - und nun wieder zurückläßt in der Hoffnung, es haften genug blaue Wähler an ihren türkisenen Kleidern. Nein, meinte schon Nixon, in der Politik passiert nichts zufällig.

Der Spiegel-Redakteur Martin Knobbe sagt eindeutig, daß er davon weiß, daß etliche Leute in Österreich schon einige Zeit von der Existenz dieses Videos wußten. Ah ja. Und von denen hat niemand irgendjemanden informiert, etwa die ÖVP, oder die SPÖ, ganz sicher, denn die waren ja ethisch auf Vollzack, haben die Würde eines Menschen - ja, auch H. C. Strache ist einer, schon mal gehört? - durch Diskretion geschützt. Diskretion als Basis jedes Menschenrechts? ÖVP? SPÖ? Medien?

Nullo commento.

Möglicherweise hat aber eben dieser Sebastian Kurz mit der Ausrufung von Neuwahlen seinen schwersten, den entscheidenden Fehler gemacht. Denn die Festlegung, die er damit verbunden hat, die FPÖ abzulehnen (weil er, so ließ er es gar verlauten, immer schon um diese Unmöglichkeit gewußt habe, aber durch die Unbeugsamkeit der SPÖ quasi zu dieser Koalition gezwungen war ... geht es noch erbärmlicher? Gehe es noch klarer vorhersehbar (angesichts der Bubi-Physiognomie eines Hutsch-Schnürzel-Muttibabys?), läßt es nur den Weg zur SPÖ offen. Nun beginnen sich die Dinge ineinander zu verkrallen. Mal sehen, ob Kurz da noch einen Ausweg findet. Oder endgültig bei den Linksliberalen landet.

Wie auch immer, es braucht nicht viel Phantasie vorherzusagen, daß wir in den nächsten Wochen und Monaten - sechs bis sieben Stunden Filmmaterial intimster Gespräche! - noch mit "Eröffnungen" der einen oder anderen Art konfrontiert werden. Die Perfidie entwickelt sich immer in Häppchen, denn man will das Flämmchen am Leben halten, das die Wasser kocht. Getreu, wenn auch anders als manche meinen, im Sinne des Wortes interpretiert: Wer sich mit Hunden zu Bett legt, wird mit Flöhen aufwachen. Das war einer der Grundfehler der FPÖ unter Strache, an eine geläuterte ÖVP zu glauben. Wer immer geglaubt hat, daß das eine Lösung wäre, daß die Probleme graduell, nicht kategorial wären, hat eben von Politik und Gegenwartsproblematik keine Ahnung.

Wobei wir nicht bestreiten, daß H. C. Straches geistiges Profil nicht gerade das eines fundierten, stringenten Geistesmenschen ist, wozu ihm einfach die Persönlichkeit - der Stand! - fehlt. Anders als Sellner im Video behauptet ist Straches Aufstieg keineswegs der Erweis von Tüchtigkeit (=Tauglichkeit), sondern der heute so typische Irrtum über Stand, Identität und Berufung, ja: über Politik. Die keineswegs aus ihrer Sachproblematik erwächst, sondern bei der Gestalt beginnt. Also beim Ort.

Denn ontologisch ist es falsch, worauf Sellners Sichtweise offenbar beruht: Das Sein (als Existenz, als Seiendes also) schafft sich vielleicht ein Bewußtsein, wie Marx sagt, ja, aber nicht den Geist. Der ist immer ontologisch strukturiert, und nur in Bezug auf das Sein selbst begreifbar. Man kann also nicht seinen Stand wechseln aus "Leistung". Und "nach oben" zu gelangen ist eine wesentlich andere Qualität als "in einem Stand sein". Der "nach oben Gekommene" wird immer seinen Stand nur "behaupten" können. Ort, Stand muß immer initial von außen kommen. Das Handeln folgt dem Sein! Nicht umgekehrt. Damit ist auch klar, daß Bewegungen wie die IB in ihrem innersten Kern links-liberale Erscheinungen sind.

***

Der erste Video-Schnellschuß von Oliver Janich enthält ebenfalls einige bedenkenswerte Aspekte.

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Ansonsten muß man die Sache einmal sacken lassen, um sie im Abstand besser einschätzen zu können. So werden wir dann die Wirklichkeit besser erkennen können, mit der wir es hier zu tun haben, und die erste und emotionale Eindrücke immer einmal vernebeln. Aber vielleicht mündet alles dort, wohin der VdZ immer mehr kommt: In ein Begreifen, daß hier jemandem ein kaum faßbares Unrecht getan wurde. Das in Worte schwer zu fassen ist, aber umso gewaltiger ist. Weil es die Person eines Menschen zerstören möchte. Der zwar um einige Stufen zu hoch gegriffen hat, gewiß, aber nichts desto trotz ein Anrecht auf Würde und Respekt und Wahrung seiner persönlichen Integrität hat.

Jetzt, wann denn sonst, wären die Priester und Bischöfe gefragt, die in ihrem Abgrenzungswahn, um ihre menschliche Inferiorität zu verbergen und sich einzuschleimen, solch eine Menschenhatz sogar noch begünstigt haben. Jetzt wären sie gefragt, um diesen Menschen, H. C. Strache, von dem der VdZ sich immer distanziert hat, aus oben beschriebenen Gründen und hier nachzulesen, dennoch zu schützen, und zu einem Ende der Hatz aufzurufen. Im Namen der Christlichkeit, im Namen der katholischen Pflicht, steht auch die Kirche vor einer Nagelprobe, deren letzte sie ohnehin allesamt mit Bomben und Granaten versemmelt hat.** Aber einmal muß auch damit Schluß sein. Wie sagte Kurz? Genug ist genug!

Und wieviel da sogar auf der vorgeblichen Anklägerseite geklärt, auf seinen sachlichen Corpus gereinigt werden muß, zeigt schon dieses aktuelle Interview mit einem Spiegelredakteur am nächsten Morgen (also heute). Der davon spricht, daß z. B. die Aussagen zur Parteienfinanzierung durch Großspender in jeder möglichen Form fallen, also keineswegs zeigen, daß das Video belege, DASZ solche Parteispenden bereits getätigt wurden oder werden. Dennoch wurde aber in den Massenmedien diese Anschuldigung durch selektive Auswahl der kolportierten Aussagen so formuliert. Sinngemäß gilt dasselbe für die angeblich versprochenen Staatsaufträge.

Wer den derzeit zur Verfügung stehenden Videoausschnitten genau zuhört wird sogar sehen, daß Strache keineswegs solche Aufträge als Gegenleistung verspricht, sondern der (vermeinten) Oligarchin einen Weg nennt, wie sie an den Staatsaufträgen profitiert. Dazu muß sie ein Qualitätsangebot schaffen, Strache sagt das wörtlich, denn ginge es nach ihm, würde er sofort den Reihen-Auftragnehmer STRABAG-Haselsteiner (der offen die Opposition unterstützt, mit Geld, selbstverständlich) in die Wüste schicken.

Aufträge, die Haselsteiners STRABAG (übrigens, das nebenbei: Mit dem russischen Oligarchen Deripaska als Teilhaber, den Haselsteiner sogar vor der Pleite bewahrt hat, und der dafür die Großaufträge in Rußland - Sotschi! - gesichert hat) bis 2017 ganz sicher unter der ÖVP-SPÖ-Koalition ohne jedwede politische Intervention, aus rein objektiven Gründen sozusagen, erhalten hat. IN Wahrheit muß man sich aber beim Studium der Videoaufnahmen sogar fragen, warum Strache nicht mehr eingeknickt, sogar unter Alkoholeinfluß relativ standfest geblieben ist: Nichts außerhalb der Rechtsordnung, sagt er immer wieder.






Nachsatz: Zur Überraschung aller hat sich Strache auch für das Weiterverbreiten von Berichten über Kurz entschuldigt. Woraufhin das große Rätselraten einsetzte, was er damit gemeint haben könnte. Vielleicht ... diese Passage?


**In der Hölle wird genau das geschehen: Es ist alles offenbar, und die Bestandteile sind kaum oder gar nicht unterschieden von den Bestandteilen auf der Welt, die auch jene vorzuweisen haben, die in den Himmel gelangt sind. Was aber in der Hölle fehlt - und erst das ist der Stoff, aus dem das Gute ist, erst das ist der Stoff der Vernunft - ist die Ordnung. Was fehlt ist der liebende, wohlwollende und damit die rechte Ordnung (=Person) schaffende Geist.




*180519*

Dienstag, 17. Juli 2018

Gibt es nun eine neue Balkanroute - oder nicht?

Was nun? Während der Bundeskanzler durch hektische Reiseaktivität versucht, die Balkanländer an einem Strang ziehen zu lassen, um eine nächste Migrationswelle zu verhindern, melden sich der Bundespräsident van der Bellen und etliche andere Gutmenschen die meinen, es gäbe eine solche gar nicht. 

Der von Dieter Mateschitz ins Leben gerufene und von dessen Geld finanzierte Thinktank Addendum ist der Frage nachgegangen, ob es nun eine neue Balkanroute gibt oder nicht. Nachdem man die Lage jeweils vor Ort unter Augenschein genommen hatte, ist die Frage beantwortbar: Ja, es gibt sie! Und es ist auch tatsächlich eine neue verstärkte Migrationswelle an unseren Grenzen in allernächster Zeit zu erwarten.

Nachtrag vom 16. Juni 2018: So einen Bundespräsidenten hat Österreich (und die Welt) gerade gebraucht. Mittlerweile ist aus Deutschland publik geworden, daß es schon seit einiger Zeit zu neuen Hochständen an illegal Zutritt Begehrenden kommt. Die Demokratie ist ein leerer Witz, gut. Aber wann hören die Menschen endlich auf, all diesen Lügnern und Betrügern ihre Stimme zu geben, um sie so zu "legitimieren" und ihr eigenes Gewissen erdrücken zu lassen? Ideologieersoffene gibt es ohnehin bereits genug. Die ÖVP hat van der Bellen unterstützt. Sie hat danach versucht, sich unter einem Tarnanstrich - Sebastian Kurz - durch die Affäre zu drücken. Aber wir können davon ausgehen, daß es zu einem dramatischen Rückschlag kommt. 

Weil die ÖVP gigantische Schuld auf sich geladen hat, und zwar durch ihr Verhalten in den letzten Jahren und Jahrzehnten. In Wahrheit ist sie schon lange zu einer primitiven Vergemeinung von Trotteln herabgesunken. Daraus einige hellere Köpfe herausziehen zu wollen und damit eine ganze Partei von Missetätern, die das Migrationsdesaster, die die Verwirrnis im Land absolut mit zu verantworten hat, weißwaschen zu wollen, ist tumb. Man kann vor dem Verwesungsgestank der ÖVP und damit vor Kurz nur warnen.






*150618*

Montag, 15. Mai 2017

Was van der Bellens Aussage zeigt

Was sich in diesem kurzen Video, das die Ausagen des österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen wiedergibt, in der er aus "Zeichen der Solidarität" das Tragen eines Kopftuches für alle Frauen anrät, ausdrückt ist nichts anderes als der "Universalienstreit". In dem man geistigen Wirklichkeiten ihre Realität abspricht, sie zu bloßen Konstrukten des Bewußtseins degradiert. Damit wurde im späten Mittelalter alles aufzulösen begonnen. Denn es wurde geleugnet, daß die Wahrheit - in der Form des Denkens, Sprechens, des Abstrahierens - lediglich eine andere, aber den Dingen zugehörige Ebene ist, der zu folgen also eine Erfüllung der materiell angelegten, sichtbaren Wesenseigenschaften der Welt ist.

Somit werden auch Begriffe wie "Staat" inhaltsleer und zu bloßen zufälligen "Vereinbarungen" (wie es dann ja die Vertragstheorien verkündeten. Wo alles, bis hin zur Ehe, zu bloßer Übereinkunft wurde mit bestenfalls pragmatischem Nutzen. Damit hat auch der Staat Österreich in den Augen seines Oberhaupts keine gestalthaften Wesenseigenschaften mehr, er ist leer, und mit allem zu füllen, was eben genehm und gewollt ist. Denn er ist nur ein Vertrag, dessen Inhalte aber beliebig zu definieren sind. 

Es gibt nämlich für den Nominalisten keine wesenhafte Verbindung zwischen geistigen Entitäten ("Staat", "Volk" etc.) und einer realen Natur als etwas, das "auf ein ganz bestimmtes Eigensein hin" angelegt ist, wenn man so will: Von der einzelnen Zelle bis hin zum höchsten Gedanken.* Weil mit Marx "das Sein das Bewußtsein formt", im Bewußtsein aber alles endet (wie beginnt), ist auch das, wonach ein Staat strebt, beliebig (und nach bestimmten gewollten Moralvorstellungen als Leitlinien der Art zu leben) festlegbar. Diese Moral orientiert sich entsprechend an diffusen "Menschlichkeitsforderungen", die auf irgendeine (pseudo-rationalisierte) Weise Reste einer aus einem lange schon unverstandenen Christentum (denn der Nominalismus KANN das Christentum gar nicht mehr begreifen) gewucherten Weltanschauung verwursten.

Es ist von eigenem Reiz, diese Vertragstheorie in ihrer historischen Entstehung zu verfolgen. Denn sie war eine aus der Reformation entstandene Notwendigkeit, mit der die Raubzüge am (Kirchen-)Eigentum gerechtfertigt wurden. Und nichts anderes war die Reformation; ihre Spiritualisierung, ihre vermeintliche Religiosität war bereits ein Notgriff, ein schönes Kleidchen, das man der häßlichen Braut überzog, großmütig von den Fürsten gewährt, weil ja ohnehin nicht wesentlich - sie hatten ihr Ziel ja erreicht, als ließen sie den anderen ihre Spinnereien.  So wie man heute lauter Scheinprobleme (u. a. die Ökologie) in die Welt gesetzt hat, alle mit dem Signum allerhöchster Dringlichkeit und weltentscheidender Bedeutung, damit niemand dabei stört, die wirklichen Weltläufte, das Eigentum an der Welt in die Hand zu bekommen, mit dem man alles andere ohnehin beherrscht.

Mit der Verabsolutierung des zwischenmenschlichen Vertrages durch die Staatsmacht wurde erstmals ein absolutes Eigentumsrecht² implementiert, das somit befreit von Legitimationsfragen die Beute absicherte. Und absicherte, daß es zukünftig legitim war, ein Wirtschaften und damit ein Leben zu betreiben, das sich am Recht des Stärkeren orientierte, ja DIESEM die einzige Legitimität zusprache. Aus dieser Art zu leben wuchsen nach und nach jede Menge wweiterer Theorien, im besonderen solche der Naturwissenschaft. Bis hin zur Evolutionstheorie, die genau auf diese faktische Alltagserfahrung, die mittlerweile jeden betraf, Bezug nimmt.**

Van der Bellen zeigt sich also in dieser Stellungnahme buchstäblich und prinzipiell als atheistischer Materialist, eine der Früchte des Nominalismus, der die Wirklichkeit des Geistigen abstreitet und sich als Nominalist deklariert, den Geist also zu einer reinen Erscheinung faktischen Bewußtseins abwertet.*** Denn er ist ja (wie der Evolutionismus behauptet) lediglich ein "Epiphänomen", also er "erscheint uns" nur als etwas anderes, eine andere Ebene, ist aber rein materialistisch bedingte Innerscheinung materieller Prozesse (als rein physisch bestimmte Gehirnmechanik, also als angeblicher Gegenstand der Naturwissenschaften). 

Sodaß auch Geschichte (siehe Hegel) zu einer zufälligen, aber ganz gewiß nie "falschen" Zuständlichkeit im Faktischen wird, keine absoluten Gesichtspunkte kennt, sondern mechanistisch-automatisch zum dem Menschen Höchstmöglichen führt - dem Sozialismus. Wenn ein Staatsvolk freilich solche Menschen zu ihren Führern erwählt, setzt sie ihr Land auf eine Schiene des Verfalls und der Haltlosigkeit. Die Geschichte des Kommunismus ist ein lehrreiches Beispiel.






*Aus der Philosophie (Naturphilosophie, Metaphysik) ist aber logisch aufzuweisen, daß in allen Dingen immer dieselben geistigen Wahrheiten angelegt sind. Sie sind es aber nur auf je anderer Ebene. Homologie ist also vergleichbar einer Melodie, die eben nicht aus "Tönen" summarisch-resultativ aufgebaut und zusammengesetzt ist, sondern ALS MELODIE sogar in allen Tonarten besteht, selbst wenn sich jeweils völlig unterschiedliche Einzeltöne ergeben.

²Eigentum war und ist nach christlichem Gesichtspunkt immer relativ und ohne soziale Einbindung nicht zu verstehenh. Weil der Mensch eben ohne soziale Bindung nicht zu begreifen ist, und ohne sie nicht einmal "entstehen kann" (denn Menschsein als Menschwerden ist nur in sozialen Beziehungen möglich.) Deshalb war Eigentum mit Persönlichkeit, also mit Verantwortung und deren Umfassendheiten verknüpft, oder anders ausgedrückt: Mit sozialer Verantwortung verbunden. Die Größe von Eigentum hängt ja - auch darüber haben wir hier shcon mehrfach gehandelt - mit der Persönlichkeit, mit dem zusammen, was eine Person an Beziehungen in sich personalisiert, institutionalisiert. 

Der Treibsatz und Kitt aller dieser Beziehungen aber ist die Liebe, als Form der Verantwortung, des Willens zum Gut am anderen, und das heißt: am kleinen oder großen Gemeinwohl als Rahmen für Beziehungen. Sie sind also an Selbstüberschreitung gebunden, und damit am "Guten", am Wollen des Besten für das und den anderen, unter Rückgriff auf das sachliche Wesen einer bzw. als Beziehung.  Im nun aber entstehenden, ja aus Eigennutz bereits installierten Eigentumsbegriff wurde Eigentum zum bloß einem selbst dienenden Nutzenfaktor und vom Staat in seiner Absolutheit per Exekutivgewalt garantiert.

**Philip Morowski hat in seiner aufsehenerregenden Studie "More Heat than Light" (1989) aufgewiesen, wie sehr naturwissenschaftliche Theorien historisch aus dem Wirtschaftssystem heraus entstanden sind. Physikalische Thesen, auch etwa Newtons "Gesetze", sind 1:1 Entsprechungen zur konkreten Lebensumstände Englands (im durch die Reformation etablierten Kapitalismus als staatsgestützte Doktrine), wie sie seit dem 16. Jhd. vorzufinden ist.

***Was in Wahrheit eine Rückbindung an jede Menge von Mythen bedeutet, auch hierin irrt also der Rationalismus.  Denn man muß nicht auf den Mathematiker Kurt Gödel zurückgreifen um sagen zu können, daß jede Rationalität sich niemals aus sich selbst tragen und beweisen kann, sondern mytische, religiöse Fundamente HAT und BRAUCHT. Deshalb ist eine der Eigenarten des Materialismus, diese Wirklichkeit strikt zu leugnen, denn schon daraus wäre er widerlegt.




*290417*

Montag, 8. Mai 2017

Rationalismus verfehlt immer seine Ziele

Wie absurd eine nicht in der (göttlichen) Vernunft gründende Rationalität letztlich immer ist (denn sie muß einfach zu viel verschweigen, um Gott und dieser daraus erwachsenden absoluten Verbindlichkeit zum Gottesdienst auszuweichen) zeigt die Bemerkung des österreichischen links-grünen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen, alle Österreicherinnen sollten aus Solidarität mit Musliminnen und als Zeichen des Anti-Rassismus (und als Reaktion auf Bestrebungen, das Kopftuchtragen in Österreich verschiedentlich zu verbieten oder einzuschränken) zukünftig Kopftuch tragen. 

Sie hat genau die gegenteiligen Reaktionen bewirkt, die der Bundespräsident als Aufruf zu einer allgemeinen moralischen Tat beabsichtigte. Rationalismus (bei dem man im wahrsten Sinn von "der Welt - ohne Himmel - gehörig" sprechen kann) bewirkt eben immer wenn schon nicht das Gegenteil des vorgeblich Beabsichtigten, so doch das Verfehlen des vorgegebenen größeren Zieles. Er funktioniert eben nur für sehr sehr begrenzte technische Apparaturen, Maschinchen, deren Umgebung man lückenlos kontrolieren kann, nicht aber für derartig komplexe und offene Gebilde wie sie der Kosmos und der Mensch sind. 

Nur im logos, der absoluten Vernunft in Gott verankert, auf sie verweisend, mit ihr "kommunizierend", also von ihr her befruchtet, führt sich auch alle Teillogik der Welt in die Widerspruchslosigkeit selbst. Fehlt in der Teillogik diese Hinorientierung, muß sie zwangsläufig im Großen in Widersprüchen enden. Es gibt im letzten sogar überhaupt kein "weltimmanentes Ziel", das auch ohne Gott auskäme.

Denn selbstverständlich hat sich sofort eine muslimische Gemeinde gemeldet, und angemerkt, daß sie das keinesfalls wolle! Denn die haben sofort begriffen, daß ein Aufgehen dieses Identitätsmerkmals in ein bedeutungsloses, unspezifisches Allgemeines die Identität als Muslime angreift weil auflöst, und damit die Muslime selbst schwächt. Es wäre also sogar ein Akt einer gar nicht gewollten Assimilation durch eine abgelehnte, zumindest fremde Kultur und in diese gründende Religion. Denn auch der aufgeklärteste Rationalismus Europas ist ein Vexierbild des Christentums.

Der Obmann der Türkischen Gemeinde in Wien (die sich auf Atatürk beruft) sah das freilich banaler, profaner, wie Säkularisten es eben immer tun. Er lehnte die Forderung van der Bellens ab weil er meinte, daß das Kopftuchtragen auch innerhalb des Islam (in der Türkei auf jeden Fall) höchst umstrittenes Merkmal der Unterdrückung der Frau und auf jeden Fall Kennzeichen eines radikalen Islam sei, den diese türkische Gemeinde ablehne. Eine gewissermaßen religionsimmanente Forderung nach Kopftuch gebe es ja gar nicht. Die Forderung nach dem Kopftuch sei also kontraproduktiv, weil es die säkularisierenden und vor allem entpolitisierenden Strömungen innerhalb des (türkischen) Islam unterwandere.






*270417*

Samstag, 10. Dezember 2016

Noch einmal gelungen

Es ist ein guter Text, und der Lektüre wert, den Werner Reichel auf ortneronline veröffentlicht hat. Nichts Neues, gewiß, er ist auch nicht überuniversal, aber von Zeit zu Zeit ist es ganz, gut, wenigstens Teile dessen zusammenzufassen, was man in vielen Teilgedanken bereits gefaßt hatte. Unter dem Titel "Das letzte Aufgebot des Establishments" geht es um die Situation vor und nach der nunmehr entschiedenen Bundespräsidentenwahl in Österreich, in der der (extrem) Linke Alexander van der Bellen in einer Kollektivanstrengung der Linken den "rechten" Kandidaten Norbert Hofer gerade noch einmal in die Schranken weisen konnte. Einmal noch hat es funktioniert, jeden, der dem Establishment gefäührlich werden könnte, das Etikett "böse" umzuhängen. Aber diese Taktik hat ein Ablaufdatum.

Der VdZ erlaubt sich darüber hinaus den Hinweis auf den mehrteiligen Artikel vom Mai d. J., als er auch davon ausging, daß Hofer die Wahl verloren habe. Das meiste kann auch für diesen Wahlgang vom 4. Dezember als gültig beansprucht werden. Wo ermeinte, es sei noch zu früh. Noch habe das Establishment genug Kraft. Aber diese Kraft hat ihren Zenit überschritten, sie wird mit jedem Jahr, mit jedem Testlauf schwächer, weil sie sich selbst zerstört.

Ohne daß man übersehen darf, daß diese Wahl ein Schein- und Stellvertreterkampf war. In dem scheinbar reale Politik am Prüfstand stand, wie sie in dieser Form gar nicht in die Kompetenz des österreichischen Bundespräsidenten fällt. Und ein wenig hat der VdZ den Verdacht, daß die FPÖ und ihr Kandidat Hofer dieser Verlockung auf den Leim gegangen sind, und damit diese Niederlage eigentlich verursacht haben. Denn während Hofer mit Grundsatzprogrammen durch die Lande tourte, reiste van der Bellen - der noch vor wenigen Jahren lokale Verwurzelung als Krankheit, ja böse Tat verkündet hatte - mit sprichwörtlicher Lederhose und Trachtenjanker durch die Bauerndörfer. Die Städte, weil sich heutige Städte als Ansammlung wurzelloser, pseudowirlich "aufgestiegener" Ex-Bauern präsentieren, die zu funktionalistische orientierten Massen und Konsumenten degradiert sind, mit eigentlicher Stadt als hochkulturellem Organismus hochindividualisierter Menschen nichts mehr zu tun haben, also links sind, weil sie es nicht mehr besser wissen, damit Ansammlungen des Akademikerproletariats sind (und derer, die "oben" dazugehören wollen) - fielen ihm ohnehin wie von selbst zu. Weil die FPÖ sehr wesentlich "Restverwertung" ist, also Sammelbecken jener Bürgerlichen, die durch alle Roste fielen, sie sich als "Heimat" des Bürgertums (im besten Sinn) erst herausbilden muß, nach wie vor.

Eines aber ist in Anknüpfung an die Analyse vom Mai aber noch klarer: Das bürgerliche Lager hat nun endgültig ein neues Dach gefunden, unter dem es sich sammelt. Die ÖVP (als österreichische Version der deutschen CDU/CSU) ist nun endgültig erledigt. Die Äueßrung von Hofer, daß die ÖVP mit ihrer Aktion, ihre Bürgermeister (!) zur Unterstützung von van der Bellen aufzurufen ein Harakiri-Aktion gestartet hatte, ist völlig richtig. Zumal lange schon vorliegende Analysen zeigen udn bestätigen, daß die "Rechten" der Gegenwart aus dem früheren bürgerlichen Lager stammen und alles andere als "rechts-radikal" sind. 

Aber der ÖVP ist nicht mehr zu helfen, sie ist bereits durch die von ihr selbst immer mehr mitgetragene linke Schule gegangen und damit sich selbst entfremdet weil gleichgeschaltet. Der Vater des VdZ hat (als Politiker) bereits in den 1940er/50er Jahren diese Gefahr kommen sehen, als er den Griff der SPÖ nach den Akademikern anprangerte. Der nur gelang, weil man die Pardonierung der "Altnazi-"Bürger (10 % der Bevölkerung) vorantrieb (darunter ein äußerst hoher Prozentsatz von Akademikern, darunter nachweisliche Kriegsverbrecher) und so das ("sehr rechte") Bildungsbürgertum in die SPÖ (im Bund Sozialistischer Akademiker - BSA) integrierte. Heute ist "linksintellektuell" und "Akademiker" fast schon Synonym geworden, weil sämtliche Institutionan von SPÖ-Mitgliedern, die dieser Partei alles verdanken, strukturell durchgeformt wurden. Sie waren es, die die Universitäten in die Hand bekamen. Neben dem Fernsehen. Alles andere fiel damit, wie es fallen mußte.

Und das war ja die nicht einmal wirklich geheime Intention der linken Politik seit Bruno Kreisky, der wußte, daß die Mehrheit der Österreicher, ja jeder (!) Bevölkerung konservativ ist. Also mußte er diese Mehrheit aufspalten, sonst hatte linke Politik keine Chance. Und das mußte man über ihre Eliten tun. Der damit wenigstens noch Geist genug bewies, die Grundkonflikte einer Gesellschaft zu begreifen. Umso effizienter hat er diese ja zerstört, denn er wußte exakt um die neuralgischen Punkte - die Ehe, die Familie, die Elite. Als die ÖVP die letzte "echte", natürlich konservative Akademikergeneration (durch Alterung) verlor, war ihr Niedergang besiegelt. Sie ist seit den 1990er Jahren nur noch nützlicher Idiot der Linken. 

Der CDU dürfte es sehr ähnlich gegangen sein, aber das ist eine andere Geschichte.




*091216*

Samstag, 2. Juli 2016

Demokratie in Österreich gestärkt?

Daß mit der Aufhebung der Stichwahl zum Bundespräsidenten, die das österreichische Verfassungsgericht am 1. Juli per Urteil verfügt hatte, die Rechtsstaatlichkeit einen Sieg davongetragen hat ist unbestritten. Daß es aber auch einer der Demokratie gewesen sein soll ist ein etwas seltsamer Folgeschluß. Wenn war es einer der Verfassung. Denn ein Urteil, das gerade gezeigt hat, daß die demokratischen Verfahren NICHT funktionieren als Beweis zu deuten, daß die Demokratie funktioniere, ist ein recht seltsamer Schluß. 

Oder sollte das Volk vielleicht nun der Politik dankbar sein, weil sie sich dem Recht doch noch unterwirft, denn sie könnte ja auch ganz anders?* Noch dazu wo es zu dieser Erkenntnis gar nicht gekommen wäre, wenn nicht eine Partei (die FPÖ) geklagt hätte. Sonst hätte das den Verfassungsgerichtshof gar nicht erst interessiert.**

Funktioniert hätte die Demokratie, wenn der Sieger aus dieser Stichwahl, Alexander van der Bellen, angesichts der sehr bald aufgetauchten Berichte über Unregelmäßigkeiten auf sein Amt verzichtet bzw. sich der Klage am Verfassungsgerichtshof angeschlossen hätte. Das wäre demokratische Größe gewesen, wenn van der Bellen unter dem Hinweis, daß bei so vielen Unregelmäßigkeiten das Vertrauen in die Wahl und damit in seine einigende Kraft für Österreich kaum gegeben sein könne, er diese Wahl nicht akzeptieren könne. So aber hat er einfach versucht durchzutauchen, AUCH WENN evident war, daß diese Wahl nicht ordnungsgemäß abgelaufen ist.

Und da sind ja durchaus mehr Gründe anzuführen als die reklamierten formalen Fehler. Die gravierend genug waren, daß die Wahl "manipuliert hätte werden können", obwohl faktische, reale Manipulationen festzustellen nicht Aufgabe des Gerichts war. Wenn nämlich bei den (dann wahl-um-entscheidenden) Briefwahlstimmen fast 20 % der abgegebenen Stimmen aus formalen Fehlern UNGÜLTIG sind, muß man sich doch zumindest fragen, ob mit dem Prozedere prinzipiell etwas nicht stimmt, das man als demokratiegefährdend ansehen müßte. Denn die muß an der Praktikabilität für alle Maß nehmen.

Ferner muß man sich die Frage stellen, was da bei den Wahlen in den letzten Jahrzehnten wohl schon gelaufen ist. Denn die verniedlichend als "Schlampereien" bezeichneten Unregelmäßigkeiten sind nach übereinstimmenden Aussagen (wie es auch im Wahlaufhebungsurteil steht) "schon viele Jahre üblich". Und alle Parteien sind - erst aufgrund dieses von der FPÖ begehrten Urteils! - nun der festen Überzeugung, daß die Wahlvorgänge selbst reformiert und heutigen technischen Möglichkeiten angepaßt werden müssen. Die auch Manipulationen erleichtern.

Wenn man aber nun begreifen muß, daß die Demokratie nur dann funktioniert, wenn jemand BEMERKT, wenn sie einmal nicht funktioniert, kann man auch die Frage stellen, wo in der Demokratie jene Kontroll-Mechanismen wären, die AUF JEDEN FALL GARANTIEREN, daß die per Volksentscheid periodisch neu ausgeschnapsten Machtverhältnisse ihrem eigenen Anspruch auf technische Regelung genügen.² Sonst könnte sie schnell in den Ruf kommen so lange "fair, gerecht und überhaupt heilig" zu sein, als die Wege, sie zu manipulieren, nicht bekannt werden. 

Aber - ohne ein Ungefähr wird es nie gehen. Wo ein Ungefähr nicht mehr möglich ist, fehlt die Menschlichkeit. Ablauftotalität heißt: Verlust der Freiheit. Demokratie braucht aber genau deshalb nicht nur Vertrauen, daß im letzten egal wie Wahlen ausgehen alles irgendwie beim Alten bleibt, man also weiterhin leben kann wie man lebte (und das war und ist immer der Hauptanspruch eines Volkes an die Politik!), sondern sie braucht das, was das Vertrauen erst bildet: Einen durch Lebensweise einheitlichen Volkskörper, der in seinem Rechtsempfinden so einig ist, daß es keine Flucht in die perfekte Ablauftechnisierung braucht. Und eine Elite, die sich diesem Volkswillen verpflichtet sieht, und nicht nach Abstimmungszahlen giert, weil diese dann egal zu welcher Willkür ermächtigen. Und etwa einen Teil des Volkes als "irrelevant" von der demokratischen Willensbildung ausschließt.***

Das Legitimitätsprinzip der Demokratie ist eben NICHT bloß technische Richtigkeit. Es gibt unter Menschen nie eine formal erschöpfbare Richtigkeit. Wenn menschliche Verhältnisse dort gelandet sind, kann von Zusammengehörigkeit gar nicht mehr gesprochen werden. Weil das Vertrauen fehlt. Und diese Grenze dürften wir bereits überschritten haben.






*Dasselbe gilt ja bezüglich des Verfassungsgerichtshofs. Mittlerweile hält man es nämlich tatsächlich für MÖGLICH, daß diese Institution zum Werkzeug der Politik verkommen ist. Auch in Deutschland: Der jüngste VGH-Entscheid in Karlsruhe bezüglich EZB wurde von manchen bereits als Beweis für die direkte Unterordnung des Rechts unter die Politik gewertet. Ein Verfassungsgericht muß aber die Grundlage eines Volkes wahren und schützen! Indem er eine objektive Grundlage (Verfassung) inhaltlich auslegt und beide Seiten - Regierung und Volk - voreinander schützt und beide Seiten bewahrt, sofern sie der Verfassung als ausgesprochenem Volkswillen, als ausgesprochener Volksnatur entsprechen.

**Der in Österreich in den letzten Jahren einen massiven Umbau des Rechtssystems zu verantworten hat, indem das Recht nur noch nach Formalprinzipien, nicht mehr nach Inhalten und ethischen Rechtsprinzipien bewertet wird, wie sie aber eine Verfassung bedeutet. Denn das sei Sache der Politik. Dieser Werterelativismus, der dahintersteht, ist in Wahrheit eine Unterordnung der Rechts unter die Politik, die dann die "Werte" vorgibt. Das ist das Prinzip jedes Totalitarismus. Auch unter Hitler waren die Gerichtsurteile "formal rechtmäßig". Insofern hatten die Kläger vielleicht auch Glück, denn sie klagten auf Verstöße gegen Formalprinzipien.

²Man hat traditionell diese der Kirche sowie der Kunst zufallende Aufgabe - der Spiegelung der faktischen Ereignisse vor dem Hintergrund des Ewigen, Unverrückbaren, also der gewissermaßen inneren Verfassung, ja Sinndefinition eines Volkes - als "Vierte Gewalt" den Medien zugeschrieben. Der Leser erlaube die Frage, ob er meint daß das Volk daran glaubt, daß die Medien diese ihre angestammte Aufgabe noch erfüllen? Oder ob er nicht meint, daß die Politik sich AUCH DIESE Instrumente (die eigene Kontrolle!) bereits gefügig gemacht hat.

***Man hat gerade in letzter Zeit viel davon gesprochen, daß die Menschen den politischen Eliten nciht mehr vertrauen. Ja, das stimmt tatsächlich. Denn die Eliten haben den Menschen Veränderungen untergejubelt, und wollen das nach wie vor tun (siehe die Plaudereien um CETA und TTIP), denen niemals jemand zugestimmt hätte. Ihre sogenannte "Transparenz" wirkt meist nur noch wie die im Speisewagen heftig angeregte Diskussion um Huhn oder Schnitzel (ach ja, Problem! der dort will nur Salat!), damit niemand beim Fenster hinaussieht und bemerkt, daß man die Richtung des gesamten Zuges verändert hat.




*010716*