Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Dieses Blog durchsuchen
Montag, 2. Mai 2022
Worin wir irren, wenn wir irren (2)
Samstag, 29. Januar 2022
Endlich schuldenlos werden (2)
Freitag, 28. Januar 2022
Endlich schuldenlos werden (1)
Mittwoch, 25. November 2020
Totalschaden der Aufklärung (4)
ausgestattet mit einer neuen Funzel, die das Dunkel erhellen möge
- wie nimmt der Leser nun diesen Film auf?
Gewissermaßen zur Abrundung, aber auch ein wenig zur Überprüfung dieser neuen Art, die gesamte Sache "Corona-Krise" zu sehen, möge der Leser ausprobieren, wie dieser Film auf ihn wirkt. Wie er ihn und was er sieht. Er stammt aus der Schweiz, und gehört mit zum Besten, was der VdZ bislang zum Thema gesehen hat. Und ist ein ganz respektabler Dokumentationsfilm, der viele Fragen aufwirft. Vielleicht können wir nun gemeinsam ein paar Antworten finden.
Unerhört! from Unerhört! on Vimeo.
Dienstag, 24. November 2020
Totalschaden der Aufklärung (3)
Aber es hat mehr Antriebskräfte gegeben, und der VdZ meint: Ganz am Anfang. Denn er ist sicher, daß im Fall, daß diese alle nicht reagiert hätten, genug Kräfte am Werk gewesen wären - unter Umständen dieselben, die nun kritisieren, wer weiß ... - die massives Versagen zu orten meinten, weil die "verheerenden Wirkungen des Corona-Virus" vertuscht worden waren. Samt Behandlungsfehlern. Ist es da wirklich verwunderlich, daß man "die sichere Seite" - also das aggressive Handeln - gewählt hat?
Was wiederum manche sehr nützlich fanden ...³ Aus vielen großen, zahllosen kleinen Quellen faßte sich, durch immense Inkompetenz sachlicher wie charakterlich-menschlicher Art gesteuert und von Ebene zu Ebene der Dynamik gehoben, alles zu einem großen, riesigen Strom zusammen, einer Corona-Pandemie.
Dahinter steht aber hier kein großer, einheitlicher Plan. Sondern eine gewisse Koordiniertheit, die eher eine Koinzidenz ist, zeigt sich, und zeigt sich schlicht und ergreifend auch hier als typische "Strategie und Taktik" (als Eigenart) in den Mechanismen eines letztlich vom Bösen angeheizten, von zahllosen Widersprüchen bezeichneten Chaos. Dem nun zu seinem weiteren Betrieb nützt, daß hier wie anderswo die dafür Verantwortlichen alles tun und vor allem tun werden, um Zusammenhänge und Verantwortlichkeiten zu verschleiern. Sofern sie sie überhaupt erkennen können.
Man kann sich die Auslösung einer Corona-Pandemie als tödliche Gefahr, die jede politische Maßnahme rechtfertigt, wie jenen Moment vorstellen, zu dem man ein aus zahllosen, zuletzt dichtest gesetzten Sprengkörpern über Jahre und Jahrzehnte gezielt wie zufällig vorbereitetes Minenfeld vorstellen. Alle für sich "rational" und "begründet", meist ohne viel Aufhebens und Druck gesetzt, sehr oft aber auch durch Nachlässigkeit und Zulassung der Feldeigentümer. Bis zu dem Augenblick, bis eine Initialzündung gesetzt wurde.
Eine Mine nach der anderen ging nun hoch, immer schneller, und teilweise bald gleichzeitig, ausgelöst durch die Explosionen im nächsten Umfeld, mit dem man eben die engste Beziehung hatte. Die meisten für sich genommen klein, oder nicht so groß, wie z. B. daß Krankenhäuser erhöhte Entschädigungen der Versicherungssysteme erhielten, sobald jemand Pandemie- und Corona-Opfer "war".
Unbewußt aber werden sie alle, die da involviert waren, und das reicht in bestimmter Weise bis zu jener Hälfte der Bevölkerung, die dieser Panik (auch das oft genug durch Schuldverstrickung und fragwürdigen Motiven) angehangen sind, von diffuser oder erkannter Schuld angetrieben. Und Schuld ist der größte Antrieb des bewußten, positiven Willens. (Insofern ist die in Vorbereitung befindliche Klage des Dr. Fuellmich sehr spannend, weil sie sachlich den einzig richtigen Ansatz verfolgt und auf Schuldfragen abzielt.)
Was meint aber der Leser was passieren würde, wenn solche Behandlungsfehler aufkommen? Was meint der Leser, wie es den Verantwortlichen und Funktionären im kommunistischen China, in Wuhan, in der ganzen Provinz gegangen ist, als irgendjemand auf die Idee kam, es könnte - könnte! - sich hier eine nächste Pandemie entwickeln? Ist eine größere Erschütterung des Gesamtsystems, das so etwas möglich macht, denkbar?
Und ist es da nicht viel einfacher, ja sogar bald "der geringere Schaden", eine alles niederstampfende Pandemie auszurufen und darauf zu beharren? Unsere Systeme, die sämtlich auf der vorgeblichen Rationalität der Aufklärung beruhen, würden total zusammenbrechen, es gäbe nichts mehr für die Bürger, worauf sie noch vertrauen und das mit dem herkömmlichen liberal-demokratischen System identifizierbar ist.
Das eine interne Logik entwickelt hatte, aus der kein Entkommen mehr möglich war, und wo nur noch die Wahl zwischen diesem oder jenem Desaster bestand und besteht.
Mit der spezifischen Rolle der Medien, die schon Tocqueville vor zweihundert Jahren als in dieser westlichen (in den USA erstmals aufgestellten) Form der Demokratie entscheidende Kraft erkannte. Was meint der Leser in diesem Fall, wie die Medien reagiert hätten?
Hätten die nicht etwa eine Beschwichtigung durch Politiker, Funktionäre, Mediziner, es handele sich lediglich um eine in großem Maßstab gesehen harmlose (wenn auch im Einzelnen wie bei Grippeviren u. U. gefährliche) Variante der Art eines Grippevirus, ebenfalls zu Sensationsmeldungen aufgebauscht?
Hätte es dann nicht auch geheißen, China würde eine Katastrophe vertuschen? Wären nicht dann ebenfalls Bilder aufgetaucht, auf denen auf den Straßen Menschen reihenweise umfallen und tot sind?
Sieht er, ahnt der Leser also, zu welch fatalem Komplex sich die gegenwärtige Welt und Lebensweise entwickelt hat?
Solche Dynamiken anzunehmen hält der VdZ insgesamt also für realistischer als Spekulationen darüber, ob hinter der Corona-Panik eine perfide und perfekte Gesamtstrategie steht, die zentral gesteuert - geplant - umgesetzt wurde.
Weil es sich so ausgezeichnet mit (angenommenen oder tatsächlichen) Wünschen und Plänen eigentlich gar nicht bekannter Menschen, Interessen und Gruppen handelt.
Man überschätze doch um Gottes Willen nicht das Böse, man tue ihm doch nicht diese Ehre an, auch nur annähernd Gottes Weite im Denken und Wissen zu haben!
Gegeben hat es solche Interessen und Absichten zwar sicher, manche haben es ja auch gesagt und vermeldet, und diese haben gewiß viele Momente und Ereignisse für ihre Zwecke zu nützen versucht, und im Einzelnen (weil immer nur im Einzelnen möglich!) angeschoben. Nach dem Motto: "Laß nie eine Krise ungenützt vorbeiziehen."
Aber ob diese alle wirklich "die Corona-Krise gemacht" haben?
Ist nicht vielmehr die Corona-Krise ein Ausweis eines Zustandes der gegenwärtigen Welt, der zeigt, und der sogar enorm viel mehr zeigt, wie lächerlich und fragil die Welt in der wir leben geworden ist? Wie irrelevant, wie leicht wirklichkeitsfern, wie irrational sie ist, und zwar genau zu einem Moment, in dem wir vor lauter Überzeugung, alles zu kontrollieren und zu wissen aus allen Nähten platzen?
Und ist eine solche These anzunehmen nicht zumindest eine Überlegung wert? Ist es nicht vor allem realistischer? Anzunehmen, daß wir in die Corona-Krise genauso "gestolpert" sind wie vor hundert Jahren in den Ersten Weltkrieg, der auch in eine Pandemie überging?
WENNGLEICH diese Corona-Pandemie als Kulmination eines Systems, das auf der Aufklärung aufgebaut ist, deren wahre Welttragekraft ans Tageslicht geführt hat. Damit stehen wir tatsächlich in einer interessanten Phase der jüngeren Menschheitsgeschichte. In der sich die Vorhänge auf eine Weise heben, die wie ein Blitz, von einem Ende der Erde bis zum anderen, die Menschen mit der wirklichen Wirklichkeit konfrontiert. Wenn sie es denn sehen können. Denn sehen ist vor allem Gnade, weil Licht Gnade ist. Nur "Evidenz" ist wertlos.
Montag, 23. November 2020
Totalschaden der Aufklärung (2)
Aber dennoch ist die Corona-Krise in den Augen des VdZ die vielleicht größte vorstellbare Konsequenz eines vernunftlosen Denkens, das sich seit Jahrzehnten (und progressiv beschleunigt durch das Computerwesen und zuletzt vor allem das Internet in seinen social media-Tentakeln bis zum letzten Erdenbewohner) mehr und mehr etabliert und als Autorität festgesetzt hat.
Dieser Rationalismus führt zwangsläufig zu einem Totalzusammenbruch des Denkens, das in Irrationalität endet. Und in diesem Chaos, in dieser Irrationalität, in diesen unermeßlichen Kollateralschäden, die den Hauptschaden bei weitem übertreffen, zeigt sich die (im Letzten und im Insgesamt aber nicht widerspruchsfreien, ja unlogischen) Grammatik des Bösen. Das nur noch zum Mittel der Täuschung und Verhüllung greifen kann, in der ständigen Angst vor dem Licht, vor der Vernunft.
Wir haben über Jahrzehnte hinaus immer mehr ein Netz von Beziehungen aufgebaut, das auf Unwahrheit (weil Rationalismus) beruht. Das wiederum hat zu einer Dynamik der Beziehungen geführt, die in einem regelrechten Cluster des Wahnsinns kulminiert ist. Wo scheinbar (!) alle Einzelfaktoren "rational" oder "logisch" sind, das Gesamtbild aber dennoch irrational und unrettbar in Widersprüchen verstrickt ist. Man kann, ja man muß es sogar als höchste Konsequenz der Aufklärung bezeichnen. Wie in einer paradoxen Intention stehen wir vor der letzten, voll ausgeblühten Konsequenz des Vernunftbegriffs der Aufklärung.
Auch die Mathematik braucht und hat Paradigmen, und kommt ohne Annahmen über die Wirklichkeit nicht aus. Die nur vom Menschen festgelegt werden können. Nur die Mathematik kann somit nicht Wahrheit ergeben! Sie kann nur im Vorfeld zu dieser hinweisen, und zwar im Sinn von: Die Wahrheit (wenigstens) nicht verhindern.*
Eine Änderung dieses Gesamtzustands wäre (oder ist; denn ein Teil der Menschheit tut es) nur von außen, durch den jedem mathematisch-rationalistischen Denken zur Vernunft hin wieder rückgeholten Kontakt mit einem nur durch Glauben herstellbar. Das ist der Grund, warum sich die Menschheit tatsächlich in zwei Lager geteilt hat und immer mehr teilen wird. Wo sich durch einen unüberwindlichen Graben geteilt hier die Vernunft, dort die durch Teilrationalität gestützte Irrationalität gegenüberstehen.
Wobei sich für beide Seiten nicht dieselben Bedingungen feststellen lassen. Die Vernunft hat immer eine Offenheit hin zum Wahren. Die Irrationalität aber nicht. Sie ist existentiell an Annahmen, an Geglaubtem festgekrallt und deshalb unerreichbar. Eine Reziprozität läßt sich also nur so definieren, daß die (letztlich immer wirklichkeitsoffen, sonst wäre sie das nicht) Vernunft von den hier definierten Gegenüberstehenden als Bedrohung wahrgenommen wird. Weil sie das auch ist. Aber nicht durch dieselben Mittel. Die Vernunft muß nicht um Existenz kämpfen, denn sie wird durch Wahrheit frei und weiß das.
Somit führt diese Zustandsfeststellung direkt zur Wahrheitsfrage. Denn Glaube ist nicht als schlichte Bewältigungsstrategie zu sehen, also psychogen, sondern das Transzendente ist die Grundlage des Denkens, ist jene erste Grammatik, die jedes Denken erst zur Vernunft macht, das darauf aufbaut.
Deshalb ist entscheidend, WAS geglaubt wird. Denn nur, wenn dieses Geglaubte, dieser Glaubensinhalt auch mit der erfahrbaren Realität übereinstimmt und dieser nicht nur nicht widerspricht, sondern sie erst aufschließt und begreifbar - also nicht zum Widersprüchlichen, Unlogischen - macht, ist es gerechtfertigt und verantwortbar, nicht nur notwendig. Und hier kann es nur EINE WAHRHEIT geben. Sie ist somit auch die Bedingung für eine Einheit der Menschen.
Diese Verbindung zur Transzendenz ist aber nicht aus eigener Kraft erreichbar, das ist das Entscheidende. Und das beweist die Geschichte ebenso wie nun der Corona-Wahnsinn. Die Möglichkeit, sich auf die Grammatik der Wirklichkeit ausgehend auf die Welt hin auszurichten, die nunmehr begreifbar wird, ist ein freier, ungeschuldeter Akt (Gnade) des Transzendenten selbst. Die real sein, also ein Sein an sich haben muß, das in die Welt sozusagen "hineinragt."
Welches somit personal sein muß, weil man nur zu einer Person, die der Vernunft entsprechend reagieren und diese damit sogar "schenken" kann (Vernunft ist also ein Geschenk, als Teilhabe an den Geber des Vernünftigen selbst), eine wirkliche Beziehung haben kann.
Sonntag, 22. November 2020
Totalschaden der Aufklärung (1)
Es gibt die Erhebung leider nur vom März/April 2020, also für den Zeitraum des "ersten Lockdowns" in unserern Ländern. Man kann sie mit einem Satz zusammenfassen:
Alleine der Anstieg (sic!) an Selbstmorden in Deutschland übertrifft (ausgehend von den Anstiegen zur Zeit des Lockdowns März/April) wahrscheinlich die Zahl der Toten durch Covid19 im Jahr 2020.
Ein signifikanter Anstieg der Gesamtsterblichkeit im Jahre 2020 ist hingegen weltweit nicht festzustellen.*
Der Leser sei dazu auch auf die vermutlich verläßlichsten statistischen Zahlen über Covid19- und Todeszahlen hingewiesen, die er - samt Analysen (!) und Interpretationen - im Netz finden wird. Die wissenschaftlich-mathematische Evidenz ist eindeutig: Es gibt keine in Todeszahlen oder in statistischen Daten feststellbare Corona-Pandemie. Eine solche kann sich nur auf Fehldeutungen vorhandener Daten und/oder durch hinterfragbare oder nachweislich irrig entstandene Prognosen berufen.
Screenshot des recht launigen Vortrags von Robert Stein "Tabula Rasa"
Wenn es aber keine evidente Gesundheits- und Sterblichkeitskrise gibt, muß die Frage zulässig sein, WARUM - bis auf ganz wenige Ausnahmen weltweit - dennoch das Leben der Menschen dermaßen beschränkt und ausgelöscht wird. Der VdZ glaubt allerdings nicht an eine konzertiert und geplant verhängte Corona-Krise. Diese Intelligenz hat das Böse nicht. Aber das Böse hat etwas anderes: Es kann durch Zulassung Gottes seine Vollgestalt annehmen. Und die hat es hier getan.
Gewiß, manche Personen, manche Interessengruppen haben Absichten verfolgt, indem sie die Gefahr durch dieses Virus verstärkt und Bewegungen nachgeholfen haben. Darüber kann, darüber muß, darüber darf auf jeden Fall spekuliert werden. Denn es gibt Interessencluster, es gibt Lobbyismus, es gibt Einfluß auf Medien, auf Politiker und Autoritäten, das heißt in diesem Fall vor allem auf Proponenten der Wissenschaft.
Sonntag, 9. Dezember 2018
Geburt aus dem Eid (2)
Erneut gilt der Dank Leser B, der auch dieses Video "abschrieb" und den (spontan) gesprochenen Text somit dem Leser auf diese Weise zugängig macht.
Sonntag, 1. April 2018
Warum Hierarchie die Vernunft begründet (3)
Sie alle dienen (wenn auch auf unterschiedliche Weise) der Begründung jenes Ortes, den ein fehlender zentraler Kult, wie er die das Abendland begründende katholische Liturgie war, mangels formierender Tektonik nicht mehr zu begründen mag. Damit zerfällt aber auch das, was als Basis der Vernünftigkeit gesehen werden kann und muß. Und damit zerfällt die Vernunft überhaupt.
Nicht zufällig ist Vernunft am stärksten noch dort anzutreffen, wo Menschen an die Wirklichkeit angepreßt bleiben, das heißt: wenn schon nicht in Religiosität (die bei entleertem Kult nicht mehr hilft, was unfaßbar tragisch ist), dann doch durch ihre Lebensrealität. Wo sie also existentiell abhängig sind, und damit den Grund der Welt als unerzwungen gebend, ja als personal erfahren. Vor allem wird ihre Sittlichkeit noch als transzendentaler Akt formiert, wenn auch bereits viel Information, vor allem aber die Transzendentalität fehlt und die Vernunft sich in der Welt abschließt.
Der Spruch "Religion ist Privatsache" und "Jedem seine Religion" wird von diesen deshalb als durchaus vernünftig angesehen - klar, weiter reicht eben ihre Erfahrung des Wirklichen nicht, denn das Wirkliche eint sich erst im Wahren zur alles umfassenden Vernunft, wenn auch bei weitem nicht zum Allwissen, aber zur Fähigkeit, Widersprüche im noch-nicht-Gewußten zu erkennen, wenn es ihnen als Wissen präsentiert wird.
Deshalb vermag jeder Laie mit völliger Sicherheit zu erkennen, ob etwas, das ihm als "wissenschaftliche Tatsache" präsentiert wird, in seinen Grundzügen als wahr oder falsch zu erkennen, wenn er es auch nicht sprachlich zu begründen vermag. Umgekehrt vermag man Menschen in ihrem Vernunftgrund und damit in ihrer Sittlichkeit zu beurteilen, die klar Unvernünftiges als "Wissen" ansprechen.
Die Frage nach der Irrationalität der Gegenwart ist also nicht eine Frage mathematisch präzisen "Wissens" und "Denkens" - gerade Unvernünftige versuchen ja ihren fehlenden Vernunftansatz durch umso präziseres "Denken", durch exakte Methodik etc. quasi zur Vernunft zu taufen - sondern eine des Kultes als der Grundlegung der Vernunft selbst. Als Grundlegung in der Tektonik des Menschen, die ihm dann "ge-/informierte" Sinne herausbildet, durch die er auch die Welt in allen Ebenen erkennt. Dessen Wahrheit sich insofern beweist, als es der Welterfahrung auf allen Ebenen einmal entspricht, also nicht widerspricht, zum anderen aber diese erhellt.****
Weil aber diese (noch einmal, wenn es aus dem bereits Gesagten zu wenig deutlich wird: Von der Wahrheit ungeschuldete, also nur gnadenhaft dem Bittenden geschenkte, nicht erleistbare*****) Teilhabe an der Arche-tektonik des Wahren, die Überführung deren Grundlagen der Welt überhaupt also in die Tektonik des Einzelnen (was sich in der konkreten Gestalt äußert) eine Frage der Hierarchie ist, also der personellen Zueinanderordnung der Menschen (um nicht zu sagen: der Menschheit) ist, die im religiösen Kult nur die alle einende Spitze des Zueinander aller Weltgestalten (beginnend mit der Erfahrung von Vater und Mutter) darstellt, ist der Zerfall von gesellschaftlichen Hierarchien (die nur deren Verwischung bedeutet, s. o.) auch eine Entgründung der Welt-Erkenntnis-Fähigkeit, zerstört damit die Vernunftfähigkeit der Menschen.
*****Das einzig Erleistbare an der Wahrheit ist das immer neue redliche (sittliche) Bemühen um jene Grundlagen, die die Wahrheit aufnehmen können. Das heißt auch das Bemühen um Logizität innerhalb menschlichen Denkens, wobei Logik selbst eine Aussage über die Bezüge innerhalb der göttlichen Vernunft sind.
Samstag, 31. März 2018
Warum Hierarchie die Vernunft begründet (2)
Aus diesem Blickwinkel heraus ergibt sich dann auch die Frage, wo denn diese Wahrheit personal sitze. Und damit sind wir bei der Gottesfrage angelangt. Denn nur in einem Gott, der die Wahrheit IST kann Wahrheit und damit Vernunft (sic!) überhaupt verankert werden, kann also überhaupt Vernunft SEIN. Sie wird somit zur Teilhabe, eher zur sittlichen Leistung sohin (als Wahrhaftigkeit) als zu einer der Ratio. Es ist also die Vernunft, die die Ratio informiert, nicht umgekehrt. Die Ratio (und damit auch die Mathematik) kann nur hinweisen, nur zeigen, daß alle Weltimmanenz, alle bloße Weltlichkeit auf ein Übersteigendes hin (Transzendenz) offen und nicht anders zu schließen ist.
Erst darauf kann dann menschliche Freiheit gründen. So ist damit zu verstehen, wenn man sagt, daß sie nur in Gott gründen kann. Denn nur dann wird sie zum freiheitsbegründenden Fundament des Menschen. Vernunft braucht also Sittlichkeit, und diese Sittlichkeit ist zuvornehmst eine des Hörens, des Gehorsams.** Der als Grundhaltung in der realen hierarchischen Gesellschaft aufgebaut wird, in die ein Mensch hineingeboren wird. (Mit den Eltern als ersten Bezugspunkten, weil Informationsträgern zur Verfaßtheit der Welt.)
Damit kann nur eine Gesellschaft - und der Einzelne ist ein Gesellschaftswesen, das ist weit mehr als eine psychologische Zufallstatsache von Schwachen, worauf es für die Psychologie meist hinausläuft - auch ein Klima der Vernunft aufbauen, die sich hierarchisch-strukturiert in Gott begründet. Und diese hierarchische Verfaßtheit muß ganz konkret sein, weil sie sich sonst auf den Menschen auch nicht auswirkt. Denn der Mensch erkennt über die Sinne, die ihm dann im Nach-denken die intellektuellen Inhalte zeigend liefern. Dieses verstandesmäßige Verstehen hängt wiederum in den übermittelten Deutungshorizonten verankert, die dann die Sinnesdaten zu einer Information machen, weil sie im Rahmen eines gesamten Bildes Sinn ("logos") ergeben.
Dieses Gesamtbild ist in sich noch nicht einfach "rationell", es ist nur (in expliziten Weltbildern) rational, also widerspruchsfrei zu den Sinnesdaten. Es selbst ist ein Insgesamt, einer Art Kugel zu vergleichen, die man in die Hände bekommt, die einem übermittelt wird. Und wodurch wird sie übermittelt?
Durch den Kult. Im Kult wird die Eigenschaftlichkeit Gottes samt der Bezogenheit des Menschen darauf in den Haltungen übermittelt. Der im Kult Beteiligte, der am Kult offen Teilnehmende läßt sich somit von der kultischen Archi-tektonik zu einer Art "Bewegungsgespann" formieren. Dieses Bewegungsgespann, das sämtliche Weltbeziehungen enthält, die für den Menschen vorgesehen sind, ist das jede bloße Rationalität endlos übersteigende Eine in Gott. Das zwar direkt adressiert für den Menschen unergründbar ist (denn sonst könnte man ja gar nicht von Gott sprechen), weshalb Ehrfurcht (in des Wortes buchstäblichster Bedeutung) die einzige mögliche Haltung ist, das sich aber in die Geschöpflichkeiten der Welt hinein (also mit der Ausfaltung des Menschen als handelnden Menschen) immer deutlicher auch als logisch und sogar rational präsentiert - also als widerspruchsfrei.***
Deshalb ist es auch nicht egal, welchen Kult jemand ausübt, an welchem Kult er teilhat. Es ist somit leeres Gefasel, wenn man davon spricht, daß alle Kulturen "gleich" wären. Sind sie natürlich nicht, es gibt eine qualitative Stufung, je nach der Analogie zur Wahrheit selbst nämlich. Der Kult ist es, der des Menschen gesamte rationale und handelnde Verfaßtheit bestimmt, weil (in der Teilhabe) vorprägt.
Wir haben es heute dabei nicht mit dem Umstand zu tun, daß kaum noch jemand an einem Kult teilnimmt, etwa weil nur noch zwölf Prozent der Deutschen sonntags noch zur Messe gehen, sondern wir haben es mit dem Umstand zu tun, daß wir nicht mehr sagen können, in welcher Hierarchie, an welchem Punkt jemand steht (was sich direkt in der Frage um Narzißmus - als Suche nach Ortsbestimmung - und Identität ausdrückt) und an welchem Kult er teilhat. Das ist die Folge des Auflösens der traditionellen hierarchischen Strukturen unserer Gesellschaften.
**Jede Unsittlichkeit ist ja nichts anderes als der Versuch, sich NICHT im Transzendenten, also nicht in Gott zu begründen, sondern innerhalb bzw. aus der Welt alleine. Unvernunft ist deshalb das sicherste Zeichen für eine Abwendung von Gott.
***Man spricht hier von "Syndeiresis", also von den ersten Prinzipien der Vernünftigkeit, die allen Menschen "seltsamerweise" gleich sind. Sie sind auch die Grunderfahrungen mit der Welt überhaupt, die ansetzen noch lange bevor so etwas wie "Rationalität" (die ja Sprache ist, weshalb nur logisch-rational denken kann, wer sprachlich präzise ist) entwickelt ist. Es sind die ersten Grundsätze der Logik überhaupt, auf denen jede weitere Logik aufbaut: Daß es etwas gibt und nicht nichts. Daß etwas es selbst ist und nicht ein anderes. Daß etwas nicht zugleich ein anderes sein kann. Diese ersten Prinzipien über die Welt sind zugleich "selbstevident", das heißt: Sie sind da ohne daß man sagen kann oder muß, warum sie das sind. Der Grund der Welt ist dem Menschen also selbsteinleuchtend! Auch wenn er auf seinem ersten Stadium noch nicht zur Sprache und zum bewußten Denken kommt, also die Offenbarung (durch andere Menschen) braucht.
Freitag, 30. März 2018
Warum Hierarchie die Vernunft begründet (1)
Und Beziehung heißt immer: In einer hierarchischen Gestuftheit, denn es gibt keine Gleichheit, wie jeder Blick beweist. Innerhalb dieser personalen Verhältnisse erfolgt das Wesentliche: Die Zustimmung, die einer Zustimmung zur Vernunft gleichkommt. Die im Falle einer nicht-katholischen "Religion" (wie auch immer sie aussieht, ein religiöses Verhältnis ist sie immer) freilich einer Spaltung gleichkommt zwischen göttlicher Vernunft und menschlicher Vernunft. Nichts desto trotz läßt sich der Satz formulieren, daß sohin Vernunft (die sich später immer mehr in Ratio, in Verstand etc. äußert und ausdifferenziert) immer auf Religion aufbaut. Die freilich nur dann zur Freiheit des Menschen führt, dazu ist er berufen (kraft der similitudio Dei, also der Ähnlichkeit mit Gott), wenn die Religion auch die Wahrheit selbst bedeutet. Erst diese Wahrheit macht den Menschen fähig, sich im Selbststand zu halten (was einem ständigen Kampf gleichkommt.)
Das ist die hervorragendste Frucht der Aufklärung, ja der Entwicklung des abendländischen Vernunftbegriffs hin zu einer mathematisch-summativen Verstandestätigkeit, worunter wiederum die bewußte Verstandestätigkeit* zu verstehen ist.
Sonntag, 5. Juni 2016
Ja. Religion ist Ideologie. Katholizismus ist aber keine Religion. (3)
In dieser "hinweisenden Eigenschaft" auf Gott verdient jede Religion in ihrem menschlichen Bemühen gewissen Respekt, gewiß, und eben WEIL der Katholizismus für uns Menschen nicht ausreichend positivistisch formulierbar ist, kann man auch nícht endgültig ausschließen, daß Menschen guten Willens irgendwie auch zu Gott in personaler Erlösung finden. Wie, wissen wir aber nicht. Die entsprechenden offiziellen Dokumente jüngeren Datums, wie etwa die des Zweiten Vatikanischen Konzils, sind nicht anders zu verstehen. Sie sind gewissermaßen "diplomatischer Austausch von Höflichkeiten", nicht mehr. Irgendwie ist auch in der Kerze Licht.
Aber umgekehrt ist uns auch nicht möglich, distinkt zu sagen, daß eine "Religion" als Weg des Menschen zu seinem Heil zu sehen ist. Eher müssen wir davon ausgehen, daß es nicht so ist. Und noch weniger bei jemandem, der dem Katholizismus und damit dem inkarnierten Gott (der in der Kirche unter uns Menschen weilt, gewissermaßen als "Pharmakon zur Heiligkeit", wie Mosebach es einmal ausdrückte) bereits begegnet ist. Der MUSZ sich entscheiden, der muß sich zum Anruf der Wahrheit verhalten.
![]() |
| Unverwester Leichnam des Hl. Padre Pio |
Doch um das zu verstehen, müßte sich auch der Liberalismus, auch viele sogenannte "Katholiken" oder "Christen", aber jeder Mensch erst einmal von seinen Ideologien trennen; aus deren Entführungen herauskommen. Im Schritt in die Insecuritas dieser personalen Entscheidung und Begegnung. Denn zwar hat jede Ideologie, jede Religion eine Entscheidung zur Grundlage, gewiß, aber sie ist eine der Angst, der Suche nach letztlich doch innerweltlicher Sicherheit. Hier hat sogar die Religionskritik eines Feuerbach und Marx oder gar Freud eine gewisse Richtigkeit.
![]() |
| Heiligkeit als ganzer Mensch Unverwester Leichnam Hl. Bernadette v. Soubirous |
Und DAS ist das Wesen des Christentums. Und die Schwierigkeit, das Bemühen jedes Getauften ist nicht, "die Lehre Christi umzusetzen". Katholizismus ist in seinem Wesen keine Lehre. Das Schwierige jedes Menschen aber ist, aus der Religion herauszufinden, die als Versuchung an jeder Ecke lauert, und eben KATHOLISCH ZU WERDEN. Das actu des Katholiken muß ein organischer Habitus der Wirklichkeitsoffenheit werden, reale, fleischliche Gestalt sein - Seinsverfaßtheit.
![]() |
| Unverwester Leichnam des Hl. Pfarrer von Ars |
Samstag, 4. Juni 2016
Ja. Religion ist Ideologie. Katholizismus ist aber keine Religion. (2)
Freitag, 3. Juni 2016
Ja. Religion ist Ideologie. Katholizismus ist aber keine Religion. (1)
Freitag, 17. April 2015
Aber wir wissen wenig (2)
Was er also auch etwa über Darwin zu sagen hat, ist damit Zeugnis einer beachtlichen wissenschaftlichen Redlichkeit. Es ist, sagt er, davon auszugehen, daß der Beginn des Lebens außerhalb der Darwin'schen Postulate gesehen werden muß. Denn es muß so etwas wie einen horizontalen Gentransfer gegeben haben, noch ehe Arten entstanden. Evolution von Leben auf der Erde ist also eher als kollektiver, zusammenhängender Prozeß zu sehen. Von Spezies ist damit erst ab dem Moment zu sprechen, in dem dieser Gentransfer durch Individualisierung aufhörte, und hier erst setzt das "Darwinistische Zwischenspiel" ein, das vor 10.000 Jahren endete, als die menschliche Kulturentwicklung einsetzte, in der es um Ideen geht, die sich viel rasanter entwickeln als biologische Evolutionsprozesse es vermögen. Sie wird nicht von darwin'schen Gesetzen geprägt, sondern mündet in einer Renaissance des horizontalen Transfers - der Globalisierung, der Einmündung in eine "open source community".
Interessant auch seine Sichtweisen der Armut. Die, so Dyson, sei in den Dörfern begründet, würde aber in der Verstädterung in den Städten sichtbar. Das hat seiner Ansicht nach mit einer je unterschiedlichen Technologie zu tun - "green" und "grey". Anpacken müsse man das Problem also in den Dörfern, nicht in den Städten. Daß Dyson also die Zukunft der Menschheit in der Verlagerung auf "green technology" - dem "Erfinden" neuer Pflanzen- und Tierarten, grob gesprochen - sieht, liegt in dieser Sichtweise. Spätestens hier zeigt sich die problematische, nihilistische Anthropologie, auf der Dyson aufbaut. Es ist der Optimismus der Renaissance.
Aber ein wenig kann man von seinem Fazit durchaus mitnehmen: Daß nämlich die Entwicklung der Zukunft nicht einfach ein unveränderbarer Ablauf von schicksalhaften, über uns verhängten Komponenten ist, sondern in unserer Hand liegt. Alles, wovon wir heute so fest überzeugt sind, wird seiner Ansicht nach in 35 Jahren Schnee von gestern sein. Uns muß klar sein, daß wir (im rationalen Sinn) nur Ungewißheiten haben. Neue Wege zu finden braucht aber den Mut zur Häresie.
Donnerstag, 16. April 2015
Aber wir wissen wenig (1)
Befragt nach den Ursprüngen des Lebens, äußert er bestenfalls Vermutungen, aber er - der seit vielen Jahrzehnten an biologischen Fragen arbeitet - hat keine Theorie darüber. Zwischen den bekannten chemisch-physikalischen Vorgängen und dem Moment, wo Leben auftaucht, klaffe nach wie vor eine riesige Lücke der Nicht-Verstehens. Und man ist in dieser Frage seit er sie beobachte nicht viel weitergekommen. Von RNA oder Proteinen als erste Stufen zum Leben auszugehen halte er nicht für richtig. Sie spielen eine wichtige Rolle, gewiß, sind aber äußerst komplexe Geschehen. Es gebe noch viel mehr, das davor dagewesen sein müsse.
Und selbst, wenn es gelinge, stimmmige Theorien zu formulieren, hieße das noch immer nicht, daß sie auch wahr seien. Gödel, so Dyson, habe bewiesen, daß selbst die Mathematik kein geschlossenes System darstelle. Es blieben immer Fragen, die nicht aus ihr heraus beantwortet werden könnten: als Regeln, die von außen kommen und sie eigentlich bestimmen. Dasselbe gelte für Computer, wie Thuring bewiesen hat. Auch sie könnten zwar viele Aufgaben lösen, aber vieles werden sie aus prinzipiellen Gründen nie können.
Vorhersagen könnten nicht davon ausgehen, zu stimmen. Sie sind dazu geeignet, die Vorstellungskraft zu befeuern, aber sicher könne man sich ihrer nie sein. Normalerweise seien Vorhersagen falsch, auch seine. Und selbst wenn er etwa glaube, daß die Neurologie, das Verstehen des menschlichen Gehirns (mit allen Auswirkungen auf die Computertechnologie) das 21. Jhd. bestimmen werde, so glaube er, daß die Zukunft ANALOG und NICHT DIGITAL aussehen werde. Thuring hat zwar schon 1936 sein berühmtes Theorem aufgestellt, daß digitale Computer in der Lage wären, alles zu imitieren.
Aber etwa 1980, vor 30 Jahren wurde von zwei Amerikanern ein Theorem aufgestellt und veröffentlicht, das noch völlig unbekannt ist, dem er eine höhere Bedeutung beimesse: Es hat bewiesen, daß es Zeichen gibt, die man analog, nicht aber digital abbilden könne. Langfristig wird deshalb seiner Meinung nach die analoge Technik zurückkehren. Denn Dyson glaubt, daß auch Gehirne weit eher analog als digital arbeiten. Das Gehirn ist jedem Computer enorm überlegen, etwa wenn es darum geht, Gesichter zu erkennen, oder Sprache zu benützen.
Es hat die erstaunliche Eigenschaft, äußerst rasch Bilder zu vergleichen, oder Tonsequenzen zu erkennen, und das funktioniert nicht über digitale Prozesse, sondern auf geheimnisvolle Weise und in Lichtgeschwindigkeit. Das alles sieht für ihn weit eher nach einem analogen Prozeß aus. Er sieht es als Ursache dafür, daß es immer noch nicht gelingen will, künstliche Intelligenz herzustellen: Man setzt auf digitale Technik, die aber menschlichen Denkprozessen nicht gerecht wird, weil es sie nicht adäquat abbilde. Will man hier weiterkommen muß man sich von der digitalen Computertechnik verabschieden, und beginnen, analog zu denken. Aber das Gegenteil ist der Fall, man konzentriert sich nach wie vor auf diese (falsche) Technik. Facebook geht für Dyson in diese Richtung: die Welt der Informationen entwickelt sich von Symbolen (Zahlen) hin zu Bildern.
Die Bedeutung von Quantencomputern, die für Dyson ein dritter Weg wären, könne er aber nicht einschätzen, denn man verstehe sie eigentlich überhaupt nicht.
Eine weitere Zukunft sieht er - neben der Genforschung - in der Expansion des menschlichen Lebens ins Weltall, auch wenn er das eher für das nächste Jahrhundert erwartet. Übrigens vertritt Dyson die Ansicht, daß Poesie und Wissenschaft sich decken. Seine Thesen sieht er immer wieder als "erzählte Geschichten", in denen er sich als "Häretiker" heutiger Weltsichten begreift. Unnötig zu erwähnen, daß er in einem allfälligen Klimawandel weit mehr Chancen sieht, als eine drohende Katastrophe.
Montag, 18. März 2013
Grenzen der Optimierbarkeit
Das zeigt sich auch in der Einschätzbarkeit der Kosten, die bei solche Projekten regelmäßig versagen. Hier mit Korrumpierbarkeit Einzelner zu argumentieren verschiebt die Argumentation nur nach hinten, ändert sie aber nicht. Es bleibt die Tatsache, daß Projekte je umfangreicher sie werden sich im Gesamtverhalten zunehmend dem nur noch durch Wahrscheinlichkeitsrechnung beschreibbaren Verhalten kritischer Systeme (siehe: Kybernetik) angleichen. Deren Gesamtverhalten irgendwann nicht mehr vorhersehbar ist, weil ab einer gewissen Komplexität kleine und kleinste Ursachen größte Auswirkungen aufs Ganze haben. Je größer solche Systeme (Projekte) werden, desto umfangreicher werden die Wirkfaktoren, und desto unvorhersagbarer wird ihr Gesamtverhalten, OBWOHL jeder Prozeß im Einzelnen scheinbar eindeutig nachvollziehbar und beherrschbar ist.
Zumindest ... nachträglich betrachtet. Und genau hier hebt das Problem an. Denn dadurch entsteht immer noch beim Technizisten heutigen Zuschnitts die Illusion, die Gesamtprozesse müssen steuerbar sein, wenn die Einzelprozesse es sind. Genau das aber ist eine wirklichkeitsfremde Illusion.
Ähnlich wie in Japan, steuern wir in riesen Schritten auf ein "nichts geht mehr" zu - weil nichts mehr greift. Weil die Wirkhebel (öffentliche Investitionen, in diesem Fall) in sich gesehen mehr Wirtschaftskraft (der Menschen, sie sind es ja immer, die alles erwirtschaften müssen, durch konkrete Arbeit und Produktion) KOSTEN als generieren. Während (auch das ist gewiß und logisch nachvollziehbar, aber auch präzise vorhersagbar) nur Einzelne davon zumindest kurzfristig profitieren. Wie z. B. Unternehmen, die staatsnah agieren. Zu denen übrigens auch kleine einzelne Windrad- oder Solaranlagenbetreiber gehören.* L. v. Mises zeigt das überzeugend.
Auf eine Weise könnte man also in Ruhe abwarten, bis sich das System selbst und endgültig schachmatt setzt. Nur leider passiert dies nicht ohne laufend enormen Schaden anzurichten. Wir werden in wenigen Jahrzehnten nicht mehr dieselben Voraussetzungen haben, wie heute.
*Volkswirtschaften mit hohem direktem Staatsfaktor kennzeichnen sich zum einen durch Zentralismus, zum anderen durch zunehmende Tendenz der unteren Ebenen, sich an diese Zentrale anzuhängen. In diesem Fall: Durch Subventionen, etc.




