Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 22. September 2026

Überall Um- und Auswege

 Selbst die bemühtesten "Liberalen", die im Namen der Freiheit eine neue Kultur der Offenheit und des Realitätssinnes einfordern, zeichnen sich durch grandiose Vermeidungsstrategien aus. Sodaß sich die Verschweigungsbilder nur verschoben, aber das Grundthema um nichts verbessert haben. Denn diese angeblich so freie weil "liberale" Gesellschaft - seit langem hat das sogar zu einer Umdeutung geführt, die bemerkenswert ist: 

Es geht nicht mehr um Demokratie als Organisationsform unserer Staaten, sondern es geht um "freiheitlich-LIBERALE" Gesellschaften. (Aha. Seit wann?) In deren Erscheinungsbild nun Kriterien eingeschummelt wurden, die expressis verbis in keiner Verfassung vorkommen, die im eigentlichen Sinn auch nirgendwo so zu verstehen sind. "Toleranz" gegenüber diesem und jenem 

Und der Umfang der angeblich zu tolerierenden Fakten, die zu ignorieren sind, SOLANGE sie IM NUR PRIVATEN RAHMEN stattfinden, ist beachtlich. Wird aber von einem dramatischen (!) Denk- und Verstehensfehler getragen. Nämlich dem, daß der NUR PRIVATE BEREICH überhaupt nicht nur privat bleiben kann, weil fast alles, was der Mensch "für sich" tut (und sogar was er denkt) durch den Umstand, daß JEDER Mensch in ein hautenges Netz von BEZIEHUNGEN eingewoben ist, GAR NICHT NUR PRIVAT IST. 

Montag, 21. September 2026

Alles in einem

Heiligkeit bedeutet letztlich, mit der "wahren Natur" der Schöpfung in eins gekommen zu sein, also vollkommen erkennen. Denn in allem ist Gottes Wort enthalten, und in allem sohin die eine einzige Wahrheit als Schatten erkennbar. Jeder Irrtum ist somit auch ein Abweichen von der Anähnlichung mit Gott (und das bedeutet Heiligkeit: nicht Göttlichkeit, aber größtmögliche Ähnlichkeit mit ihm.)

Das heißt aber nicht, daß dem Heiligen ALLES offensteht, und er ALLES in der Schöpfung (in Gott bzw. aus ihm heraus) gleichermaßen erkennbar ist, oder erkannt wird. Sondern Heiligkeit ist an den Ort gebunden, in den hinein ein Mensch geboren wurde, und worin sich sein Lebensauftrag (an und in dem er heilig werden soll) birgt und offenbart. Aber weil Gott in allem ist, ist er es in der Tiefe, aber nicht unbedingt in der Breite. 

Ja, gerade in der Bescheidung kann ein Auftrag der Heiligkeit liegen. Ja, auf eine Weise liegt er genau darin. 

Sonntag, 20. September 2026

Das Land ist der Bezugspunkt

 Wir haben an dieser Stelle bereits davon berichtet, worin der größte Unterschied der österreichischen Länder (denn das ist Österreich, ein "Reich", also eine Zusammensprechung von Ländern, und damit Völkern) zu den Völkern des heutigen Deutschland besteht. Österreich war durch das Land gegründet, das dann besiedelt wurde. Und so sind auch seine Gesetze zuallererst an das Land gebunden, von dort ausgehend. Den letzten Rest an Volksgebundenheit hat die (völlig fälschlich) hochgelobte Kaiserin Maria Theresie durch ihre Rechtsreformen ausgelöscht. Die über die gesasmte Habsburger-Monarchie ein einziges Gesetz legte, und alle die vielen, immerhin noch bestehenden Regionalgesetze, die noch die ureigenste Struktur der Bindung an Personen, an Landherren, an "Feudalherren" 

Übrigens vielfach protestantisch und im geduldeten, quasi heimlich geduldeten Gegensatz zu den katholischen Oberherren) eine ganz eigene Ursachenverkettung, die in Österreichs Ländern etwas behielt, was in den vielen protestantischen Ländern Deutschlands viel früher ausgelöscht worden war.

Erst das Land - dann die Bewohner. Und es waren zuerst die Strukturen der Klostergemeinschaften, die die Grundlage für die Kultivierung bildeten. Die Bewohner waren gewissermaßen zweitrangig, austauschbar. Österreichs Länder waren in ihrer Hauptmasse Durchgangsländer für Völker gewesen, ehe das deutsche Königtum daraus geographisch Strukturen, Ordnungen herausschnitt.  In die dann - lustigerweise - dieses Königtum herüberwanderte! 500 Jahre, bis zur völligen Neuordnung, war es dann diese "Aftergründung", das Habsburgerreich, das die Macht und die Kraft und die Idee für das Gesamtreich der deutschen Völker hatte, ja überhaupt so etwas wie Deutschland darüberlegte. Wurde Wien, das so am Rande des Reiches lag, zum Hauptort, dem es tatsächlich gelang, den Großteil der umfaßten Völker kulturell zu prägen und durch ein Gewand zusammenzuhalten.

Diese Tatsache läßt sich nun aus einem anderen Umstand belegen. Nämlich aus dem der NAMEN, der Bestimmungsnamen, die man heute Nach- oder Familiennamen nennt. Und die im Grunde nur spezifizierten, WELCHE eigentlichen Namen (also Personen) gemeint waren. Denn Namen im eigentlichen Sinn waren natürlich nur die VORNAMEN. Und sie sind es überall dort, wo wirkliche menschliche Kultur geschaffen wird. Die Nachnamen waren stets nebensächlich, und niemand hätte daraus eine Person spezifizieren können. 

In einem Volk - unter Menschen - wurden (und werden noch immer weitestenteils) Menschen (die immer Personen sind) also an den NAMEN wie an Trageschlaufen umfaßt wie gemeint, und die Zugehörigkeit zu Häusern (was man heute meist Familien nennt) war die Zugehörigkeit zu den Vätern. Also waren die Nachkommen Söhne und Töchter, -son und -dottir/-in, -itsch und -ova, vereinfacht natürlich auch nur die -s oder -n, oder -er und -in, -ne oder -on. 

Aber in Österreich sind die häufigsten Namen (und weit mehr als in Deutschland) eben ORTSNAMEN, also an einen Ort gebundene Personen. Die auch viel über die geographischen Gegebenheiten erzählen, die Siedlungsbedingungen. Steiner, Gruber, Ecker, Ebner, Wieser, Holzer, Brandstätter, Eichinger (und -ing ist für den bayrischen Kulturraum ohnehin so überaus typisch), Stadler, Schweiger, Bruckner etc. - also nicht einmal Berufsbezeichnungen, wie in Deutschland! - sind (mit allen Spielformen), oder gar Rechtsbezeichnungen wie Lechner (von "Lehensnehmer" oder "Leihe"), Meierhofer ("Maier" als "der Obere", "Major") oder Reiter (von "roden", nicht von "reiten"), oder Huber (von "huob", auch ein Rechtsbegriff, als "ganz", das heißt "voll abgabenpflichtig"), und schon gar natürlich Hofer. Denn inmitten einer Urwaldlandschaft, der der Ernährungsboden so hart abgerungen werden mußte, war ein Hof ein äußerst wichtiger Ort, ja überhaupt ein Ort. Das sind die häufigsten Nachnamen in Österreich.

Geworden, muß man ja sagen. Denn Nachnamen, die Aussagekraft hatten, wurden erst im späten Mittelalter eingeführt. 

Und sie dominieren Österreich noch immer. Noch. Denn was mit den Zuwanderern kommt sind eben genau das, was ein "organisches" Volk kennzeichnet - personenbezogene Namen. Aber das ist ein anderes Kapitel. Wenn auch keineswegs ein neues. Nicht in Österreich. Wo die Verbindung zum Land die erste Gemeinsame war, die die hier ansässigen Menschen als Band der Einigung hatten. Wo kaum ein Ort "wuchs".

Dieses kleine und interessante Video zeigt genau das. Und darum empfehle ich es an dieser Stelle. Es soll uns an uns selbst erinnern.

Samstag, 19. September 2026

Viel zu viele Antworten, viel zu wenige Fragen

 Oh wenn die Menschen wüßten, wie leicht durchschaubar sie sind. Sie würden sich nur noch verbergen, sich in die Büsche schlagen. Wie Kain. Wie Adam und Eva nach dem Sündenfall. 

Und daran ist auch erkennbar, zu welcher Art der Existenz sie gerufen sind! Daran, wie sie auf den Anruf Gottes reagieren. 

Jeder Mensch hört nur das, was seinem Sein - und das ist das allem und jedem VORAUSGEHENDE URBILD, das es vor allem zu erkennen gilt, das einem in gesunden Kulturen von (elterlichen) Autoritäten DURCH PRÄGUNG, DURCH GEWÖHNUNG vorgegeben wird, DAMIT MAN ES ERKENNT (weil man een nur erkennt, was man ist, usw.) - entspricht.

Vielleicht kann man wirklich sagen, daß Leben schlicht und ergreifend EINE LIEBGEWORDENE GEWOHNHEIT ist. Umso mehr als man doch aus Erfahrung, aus Anschauung sagen muß, daß die Natur eines Menschen aus seinen Gewohnheiten geformt und nachgebildet wird. Ist nicht Welt und Leben Ausbildung von Strukturen - und das war es dann auch schon!? 

Umso mehr als man aus ebensolcher Erfahrung ganz sicher auch sagen kann, daß FALSCHE Gewöhnungen der sicherste Weg zum raschen und frühzeitigen TOD, zur tragischesten Selbstverfehlung sind? 

Was sind aber Gewohnheiten mehr als GEHORSAM gegenüber Strukturen, die einen umgeben, die man sieht (s. o., siehe die Bemerkungen zum Zusammenhang von sehen und erkennen, usw. usf.) oder sehen muß?

Wenn man das einmal begriffen hat wird auch der Zustand der gegenwärtigen Gesellschaft (Kultur) begreifbar. Der vor allem der ungesättigten Anforderungen des eigenen Seins geschuldet ist. Wenn die Strukturen einer Gesellschaft unsicher werden und sind, reduziert sich alles, woran Identität und Anruf erkennbar wird, auf die ANTWORTEN. 

Freitag, 18. September 2026

Die Grundgrammatik jeder Existenz

  Die immer stärkere Betonung religiöser Fragestellungen an dieser Stelle ist nicht, wie mancher Leser meinte, subjektive Wahl und eigentlich Rückzug. Wie zu vermuten stünde: aus Resignation, an sich ja eine Feststellung für sich, und nicht unwahr, aber aus Gründen, die in den heutigen Aussagen enthalten sind. 

Vielmehr ist es ein Resultat der Empirie, insofern sogar wissenschaftlich, der Beobachtung, und Zusammenfluß aller Erfahrungen in dieser Welt, und der aus der bewegten Lebenslinie gewonnenen Menschenkenntnis. Die oft genug einem Prinzip gefolgt ist, das für viele Mitmenschen nicht nachvollziehbar war und ist. Die daraus sogar meinen, mir gewissen "Seltsamkeit" zuschreiben zu müssen. Dabei halte ich mich keineswegs dafür. Aber es hat mich mein ganzes Leben oft kaum das Ergebnis, der "Erfolg" interessiert, als die Erkenntnis, die sich wie in einem wissenschaftlichen Experiment durch Veränderung der Untersuchungssituation steigern lassen. 

Dienstag, 15. September 2026

Alles ist Gnade. - Leistung ist immer Ausweis einer funktionierenden Struktur

Besonders deutlich wird die Geschenkhaftigkeit (Gnade) der Existenz im Beruf des Schauspielers. Denn er lebt von einer Wirkung, die in seinem bloßen Existieren gründet. 

Der fatale Irrtum entstand mit dem Hochmittelalter, an dessen Spitze sich alles (also nicht nur im Schauspiel, aber in den Künsten am deutlichsten) auf ein "Können", auf individuelle Technik umgelegt hat. 

Beim Schauspiel läßt sich aber nur "füllen", was in jedem ganz normalen Leben vorhanden ist. Deshalb glauben auch so viele (schon gar heute), daß sie zum  Schauspiel "befähigt" (talentiert usw.) sind. Der Schauspieler (meinte schon Max Reinhard) braucht also jene Fähigkeiten, die in einer Zeit, einer Kultur "normal" und gebräuchlich sind. Er muß also ein guter Bauarbeiter, Verkäufer, Landarbeiter, Kaufmann, Politiker sein, um es dann auf einer Bühne "sein" zu können.

Montag, 14. September 2026

Man lebt, weil man eine Idee Gottes erfüllen soll

Vorgedachtes (und zu denkendes) Maß der Lebenslänge ist sohin die Frage, ob aus eines Idee noch zu erfüllende Dinge bestehen. Daran muß man sich selbst bemessen. Doch tut es nicht unbedingt die Welt, die aus der Erbsünde (Ursünde) defekt ist und defekt an einem handelt. 

Das ZU ERFÜLLENDE, das was noch zu tun bleibt, ist somit das, was den Tag von Sonnenaufgang an füllt. Bis ein Leben in der Vollendung (Heiligkeit) steht. Außerhalb der Zeit. Lediglich noch in der Welt, beibt die Zahl der Tage, die man auf Erden hat daran zu erkennen, ob ein Wille Gottes, eine von Gott gewollte Tat (bzw. Ding, das von der Person getrennt in der Welt auf alles wirkt, mit dem Beziehung besteht) erfüllt ist, oder (noch) nicht. 

Sonntag, 13. September 2026

Zeugt sich das Tun aus dem Tun

Alles Schreiben ist - so wie jedes Tun, Arbeiten, Wirken - das Ausfüllen einer Lücke in diesem unendlichen Netz der Schöpfung. Wo eines das andere im ACTU in die Existenz (im Sein) hält. Nur also im Aktiven, wo alles durchblutet wird, vom Herzschlag jener Gnade getrieben, in der alles Seiende als Sein in der Welt in Gott selbst (dem Sein) gründet und west. 

Also ist alles nicht nur eine Frage der Hingabe, dem Tor der Welt zum Sein hin, dem Sterben alsohin, sondern ist Welt eben eine Frucht des Sterbens. 

Weil also diese Hingabe, die ein Gehorsam ist, der jeden Winkel eines Existenz ausfüllen muß, das Tor ist, über das die seinsschaffende Gnade die Welt betritt (in der Fleischwerdung zur Welt wird - das Sein selbst ALS Trinität!) zeugt sich das Tun (im ACTU, im Tätigsein) über sich selbst. Bringt den Sinn selbst in die Welt, der damit die innere Grammatik der Dinge (der Welt) ist.

Mittwoch, 2. September 2026

Wie die KI massive Strömungen der Gegenwart (insbesonders bei den "Rechteren", den "Durchblickern" und "Kritischen") zusammenfaßt, wenn man gut fragt

Ich dachte erst, daß es Papst Benedikt XV. in RERUM NOVARUM gewesen ist, der den AMERIKANISMUS verurteilt hat ("anathema sit"). Aber es war schon lange vor ihm Papst Leo XIII., und nicht in einer Enzyklika. Also lege ich doch wieder die mittlerweile vor sich hin staubende zweibändige Biographie von Papst Leo XIII. auf den riesigen Stoß "Endlich zu lesen!" Möge sie dort weiter stauben.

Denn ich habe anderes dringend zu lesen, und das wird mehr denn weniger. Durch meine Krankheiten ist das Lesetempo bejammernswert niedrig. Dafür das des Denkens entzückend hoch. Denn so wird mein Abstand zur Welt noch größer und entfremdender, sodaß das Erkennen mitterweile Gegenstände sieht, die die Weltgegenwart noch tiefer, noch hintergründiger begreifen lassen.