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Mittwoch, 25. Januar 2023

Feierabendgespräche

Wie groß der Wahnsinn ist läßt sich am besten daraus ableiten, als man sieht, daß es den Menschen in Europa nicht einmal aufgefallen ist. Oder sagen wir doch besser: Den Eliten. Der Politik. Den Menschen, die etwas zu sagen haben im Westen. Den Menschen, die erspektiert werden. 

Sergeij A. Karaganow
Den Menschen, zu denen man aufsieht. Den Menschen die die Dinge der Völker in der Hand haben. Den Menschen, die man liebt und auf die man schaut. Es ist niemandem aufgefallen, daß Europa den ardikalen Umbruch in der Welt, die in einem nie vorstellbar gewesenen Tempo von Europa Abschied nimmt, weil es ihm einfach nicht mehr folden weill. Seinem Wahn, seinen Obsessionen, seinen ständigen falschen Entscheidulngen, seiner Unfähgkiet Dinge noch zu planen, und Pläne so umzusetzten, daß sie auch zum gewünschten Erfolg führen. 

Europa ist, sagt Sergej Alexandrowitsch Karaganow, ohne daß es jemandem aufgefallen zu einer ANDEREN KULTUR geworden. So anders, daß man das, was der russische Poloitikwissenschaftler in einem Gepsräch mit Alexander Mercouris äußert, pars pro toto für die ganze Welt nehmen kann.

Die "!Ganze!" Welt? Eben, da beginnt sich das Problem zu äußern. Europa hat DESHALB nicht mitbekommen, daß es selbst NICH TMEHR DIE GANZHE WELT IST. Daß es zur MInderheit auf diesem Planeten geworden ist, der niemand mehr zutraut, die Leitposition einzunehmen. Und Vier Fünftel der Welt wissen das. Nur Europa nicht. Das glasubt nach wie vor, daß es die weltbestimmende Macht spielen kann, der alle zu folgen haben. Siehe Ukraine. Siehe all die globalen Desaster, die der Westen anrichtet. Nicht mal eines, dann wieder nicht, nein, JEDES MAL

Dienstag, 15. März 2022

Was in digitalien Medien zu erkennen ist

Aus den dem Betreiber zugängigen Zugriffsstatistiken auf dieses Blog läßt sich so manches erkennen, wenn man weiß, worauf man achten muß. So habe ich erkannt, daß die regelmäßigen Besuche von gewissen PR-Komplexen sowie die gewisser Detektionsseiten, die offenbar Stimmungen in der Öffentlichkeit zu erfassen sucht, auch Art und Inhalte öffentlichen Disputs analysiert.

Die Bedeutung dieser Durchsuchungen in einer bestimmten Nuance ist mir erst jetzt (bei internationalen Konflikten wie derzeit, im Ukraine-Konflikt, sind diese Seiten ganz besonders aktiv) klar geworden. Ausgangspunkt waren die regelmäßig aufzufindenden Besuchspuren einer Seite, die sich auf Plagiate spezialisiert zu haben scheint.

Nun ist mir klar, daß es bei der Bestimmung einzelner Personen und deren Veröffentlichungen für deren Relevanz offizielle Zahlen (wie über Nennungen, Berufungen, Verlinkungen) kaum einen Wert haben. Denn bis zu einem eigenen Text auf Blogs und Internetseiten ist noch ein weiter Weg. Bis dorthin ist jeder Hinweis längst verduftet. 

Dienstag, 23. November 2021

Eine erschütternde Tragödie

Wie ver-rückt diese Welt geworden ist - geworden? nein: gemacht worden ist - zeigt ein Filmchen, das die penny-Markt-Kette hergestellt hat. Man sehnt sich nach einem Leben in Unperfektion, in allen Fehlern und Fehlgriffen. Das dennoch nie aus einer gewissen Eingeflochtenheit in eine Ordnung fällt, deren Träger die Eltern, die älteren Generationen sind. Man wünscht sich Streit und Disput um das Richtige, man wünscht sich die Rebellion der Jugend gegen die Ordnung.

Ich habe es schon oft gesagt. Die große Enttäuschung, die ich mit dem Beobachten der Heranwachsenden erlebt habe ist, daß sie nicht GEGEN das Establishment gekämpft haben. Hier war ich wesentlich radikaler und meinen früh erkannten Grundsätzen treuer, viel aufmüpfiger, viel rebellischer! Gegen Schule, gegen Beton, gegen die Einschließung und für die persönliche Freiheit. Diese Heranwachsenden aber haben sich erhoben, um FÜR die Eingliederung ins Establishment zu kämpfen. Das hat mich immer wieder fassungslos gemacht. Und dazu gehört die Identifikation mit den Müttern ebenso, wie die Aushebelung der Väter.

Mittwoch, 29. September 2021

Warum der starke Kain den schwachen Abel schlug (2)

Technik, Geld und Liebe. Kain der Eisenschmied, Kain der Hephaistos, Kain der Prometheus. - Damit sind wir bereits bei der Bedeutung von Technik. Denn Geld ist eine Technik, kein "Ding", wie es schließlich auch heute bereits (in dem Gequatsche um dessen "Erhaltung", "Mehrung oder Minderung in der Krise", "Absicherung" etc.) weil im Zeitalter der pathologisch gewordenen Verdinglichung geistiger, rationaler Gedankendinge, Begriffe, Ideen, im Allgemeingebrauch verstanden wird. 

Dabei ist Geld der Begriff für eine Dynamik der menschlichen Beziehung, die sich aus der Weltdarstellung (Darstellung, noch vor Nutzung oder Bewältigung) dem Wesen sozialer Beziehungen gemäß - die Verbindlichkeiten sind: "Schulden", "Ansprüche" - konstituiert. (Also nicht "erfunden wurde, um ...". Darin bestand höchstens in der einen oder anderen konkreten Ausgestaltung Spielraum.)

Wer solcherart aus jeder Ordnung herausgefallen ist, wer wurzellos wurde, der hat nur noch einen Ort, den er betreten kann, und das ist - die Stadt. In ihr ist es möglich, die menschlichen Beziehungen aus der Ordnung des göttlichen Ideenmosaiks, ja des ganzen in der Welt-seins in bloße Nützlichkeiten, Willkürlichkeiten, Wünsche und Funktionen aufzulösen. In der Stadt "funktioniert" alles, der Raum weicht dem Symbol. 

Dienstag, 28. September 2021

Warum der starke Kain den schwachen Abel schlug (1)

Die Problematik des Kain gehört trotz (oder wegen?) kaum verstanden. Dabei ist sie so populär! Wie gut kennen wir die Konstellation, den Neid, der das Böse evoziert, die Flucht, sogar der Kommissar paßt zu einer schönen, dicken Kriminalgeschichte, in der der Täter dann gebrandmarkt und in die böse, chaotische Welt verbannt wird. Raus aus dem väterlichen Landgut, raus aus der familiären Tradition, und gezwungen, ein neues Leben "im Hafen" - wurzellos, und unter ebensolchen Gesellen - zu führen.
Hat das nicht alles seine hinlängliche Logik? Was soll es dabei also noch weiter zu verstehen geben? Naja ... da ist zuerst einmal von Interesse, was weiter mit Kain geschieht. Er wird davongejagt und gründet eine Stadt. Warum eine Stadt? Oder ist sie nicht der Ausdruck der Unruhe des Kain?
Heinz Flügel schreibt, daß "die von Abels Blut getränkte Erde" die Erinnyen, die mit Schlangenhaar bekrönten Rachegöttinnen, die nun beginnen, den Täter in unlösbare Unruhe zu versetzen. Das ganze Leben eines Mörders wird zu einem Zustand der Gehetztheit und Flucht.

Montag, 3. Februar 2020

Vaterschaft ist Adoption, Kindschaft Erfüllung einer Bitte

Jede Vaterschaft ist eine Adoption, eine Annahme eines Kindes. Insofern gibt es keine "biologische" Determinante, die über eine gewisse Formträgerschaft hinausgeht, aber das Kind selbst nicht fatalistisch festlegt. Ist diese Annahme der erste Akt* der Beziehung Vater - Kind, kann dieses Verhältnis nur noch angenommen werden.** In dieser Annahme ist auch die Eingliederung in die Religion der Väter - Religion ist immer "Religion der Väter" - mit gegeben.²

²Deshalb kann auch die Taufe (mit ihrem Hauptgeschenk, dem Glauben) nur "erbeten", nicht "gewählt" werden. Denn sie bedeutet die Aufnahme in ein neues Volk, das nur "qualitativ" in die Welt wirkt, dem also die Welthaftigkeit erst beigegeben werden muß. In der konkreten Familie, dem konkreten Ort, Volk, etc. Alles das ist wiederum insofern gleich, weil man nicht "beitreten" kann, sondern "aufgenommen werden" muß. Das auch in Richtung so mancher verworrener Vorstellung beim Thema "Integration" oder "Zuwanderung", aber auch "Patchwork-Familie" gesagt. Was immer nur eine "Bitte", nie ein "Recht" sein kann, und mit Gehorsam beantwortet werden muß.

Eine "freie Wahl" der Vaterschaft (wie der Religion) ist dem Kind nicht möglich, es wäre ein unlösbarer Widerspruch zum Wesen der Identität als Geschenk, als Zuschreibung, als Aufgabe. Eine frei gewählte Identität wäre tot und starr. Insofern ist Gehorsam und Fügsamkeit dem Kind wesentlich.

Und das muß auch Inhalt der Erziehung bzw. Prägung durch die Mutter sein: Das Kind muß sich auf das Haus des Vaters hin transzendieren, das seinem Dasein vorausgeht, und ihm das Dasein (mit der Existenz als Aufgabe) zuordnet. Erst dadurch hat es die wesentlichen welthaften Voraussetzungen, Mensch zu sein. 

Denn dieses ist es, das ihm den Platz auf der Erde gibt, den Ort, der das Wesen festlegt, das es dann zu erfüllen gilt. Und nur in dieser Dynamik des Erfüllens gibt es das, was Dasein bedeutet, in der Dynamik der Existenz.

Weist das Kind diese Zugehörigkeit zurück, lehnt es sie ab, schädigt es sich selbst in seinem geistigen Aufbau, der nunmehr zerfallen muß und zu keinem schöpferischen Aufbau kommt. Sein ganzes Leben wird nur noch eine Auseinandersetzung mit diesem "Stehen neben der Ausgangsspur". Es ist damit auch die Geburt des Revolutionären.

Somit ist auch Volk - als Angehörigkeit in eine weitere Form der Vaterschaft - eine Angelegenheit des Geistes, der Zugehörigkeit unter ein Haus in Selbstüberschreitung (Transzendenz). Eine "rassisch", eine "biologische" Volkschaft gibt es nicht, sie ist, soweit sie vorkommt, eine zufällige Koinzidenz. Was sich auch in der Geschichte zeigt. 

Deshalb ist der Fortbestand eines Hauses (es ist mit Familie vergleichbar, aber dieser Begriff umschreibt es zu wenig präzise) abhängig von der Weitergabe des Geistes des (ersten) Vaters und Gründers.***

***

Das macht das Kind nicht zum Objekt willkürlicher Auswahl nach der Geburt, sondern es zeigt nur die wesenhafte Gleichheit von Adoption und "persönlicher Zeugung". Der freilich bei der Aufnahme eines "leibfremden" Kindes (mit dem besondere Verheißung verbunden ist) eine irdische Erfüllung versagt bleibt - das leibliche Abbild im persönlich gezeugten Kind zu sehen.

Aber dem Sexualakt beim Menschen geht diese Adoption bereits ZUVOR, bzw. ist mit ihm untrennbar verbunden, bleibt aber eine Adoption, kann also auch durch den Vater (bzw. die Eltern) aufgelöst werden (sic!). Etwa, wenn das Kind den Gehorsam verweigert, sich also einem fremden Vater (Haus) unterstellt.

Nur bei Vorliegen dieser Adoptionserklärung (was hier speziell den Mann betrifft) ist jedoch das geschlechtliche Zusammensein wesensgemäß, und darin gründet auch die Auffassung der Ehe als Sakrament, als Anknüpfung an den vor-erbsündlichen Fall bzw. dessen Restauration. Wo im "Ja" der Ehe alles eingeschlossen war bzw. sakramental (als Getaufter ist er das automatisch) ist, sich somit Wort und Leiblichkeit untrennbar einen. Darin ist aber auch eingeschlossen, daß mit dem Ehe-Ja Mann und Frau einander in der hierarchischen Ordnung bejahen, die sie einander zusagen³, und damit auch den (apriori adoptierten) Kindern (und das ist der eigentliche Ort, in den Gott den Menschen schafft) ihren Ort zusagen: Der Sexualakt schafft den Ort, an den dann ein Kind eintreten kann.  

***

Der Rückgriff auf körperliche (biologische) Abstammung ist immer ein "Notgriff", der aus der Schwäche geboren ist, oder politischen, interessengesteuerten Zielen folgte. Insofern hört auch jede Rassentheorie damit auf, irgend etwas an begründender Relevanz zu haben. Er ist im Wesentlichen heidnisch, weltimmanent, weltverschweißt, steht somit dem Geistigen (und damit wirklicher Vaterschaft) zuwider, und ist eine Erscheinung der Degeneration: Aus der ursprünglichen Einheit von Wort und Tat herausgebrochen, in der sich beide Seiten (Geist und Leib, Wort und Tat) sakramental zu einem Wirkmoment umfassen (wie also vor dem Sündenfall).

Insofern ist es zwar - als Erinnerung, als Sehnsucht nach der einstigen Vollkommenheit des Existierens, insofern als Gespanntheit auf eine verlorene Größe, die wiederzuerlangen der Mensch sich sehnt, weil sie seine ursprüngliche Hingeordnetheit, seine wesensgemäße Geschaffenheit und Sinnorientierung erfüllt - häufig zu sehen, und hat auch viel Verwirrung in der Definition von Volk, Familie, Kindes- wie Vaterpflichten und -rechte angerichtet.

Unsere Alltagssprache, unser Alltagsleben ist sogar regelrecht durchtränkt von den Widersprüchlichkeiten, die sich daraus ergeben, und deformiert von dort aus unser Denken und Erkennen. Um diese Widersprüchlichkeit zu bereinigen, ist wie bei ähnlichen solchen Fällen eine Zeit der Vorsicht nötig, in der jedes Wort, das gesprochen wird, jeder Gedanke, der sich formieren will, auf diese Voraussetzungen hin von uns selbst überprüft wird. Wer einen Irrtum erkennt, den er sehr wahrscheinlich schon lange begangen hat, sollte deshalb immer eine Zeit lang schweigen.




*So, wie der erste Akt der Zugehörigkeit zum Volk Gottes die Taufe ist.

**Darauf bezieht sich der Wortlaut des 4. Gebots, das dem "Du sollst Vater und Mutter ehren" anfügt: "auf daß Du lange lebest und es Dir wohlergehe auf Erden"

***Aus diesem Grund findet sich im Stammbaum Jesus Christi, der in den Evangelien immer wieder angeführt wird, keine (sic!) biologische Abfolge dargestellt (Männer und Frauen wechseln, manche gehören im "biologischen" Sinn von "biologischer Abstammung" sogar nicht einmal zum Haus Davids), sondern es ist die beweisende Rückführung auf den Geist des Vaters! Der von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Nur dort, wo dies der Fall war, ist auch die "Abstammung" und die Tradition ungebrochen.

³Die Abwesenheit dieses Ja in seiner gottgewollten, wesensgemäßen Ordnung (die mit der Ehe definitiv begründet wird) macht die Frage nach der Gültigkeit von Ehen im Zeitalter der "Gleichberechtigung"  so brisant. Denn es erhebt sich nicht nur die Frage, ob solche Ehen überhaupt noch gültig sind, sondern es macht die Ehe selbst in ihren Grundfesten unsicher.




Freitag, 26. April 2019

Warum der Deutsche keine Selbstachtung hat (3)


Teil 3) Die Instrumentalisierung dieses Schuldgefühls, 
das selbst wir so ungern nennen
1 + 1 = ?



Aber dann kam die große Erklärung für dieses eigene Schuldgefühl - ES WAR DER HOLOCAUST! Plötzlich bekam man verbrieft (von den Juden; denn man steht ja immer in der Verfügung dessen, dem man schuldet), daß dieses eigene, tiefe Schuldgefühl legitim war. Nicht nur das, es war die logische Folge aus der Tradition, der Ehre den Eltern gegenüber, der eigenen Geschichte. 

Und so beobachtet Jones dasselbe, was auch dem VdZ auffällt und man ebenfalls als Probe s. o. verwenden kann: Je weiter die Zeit des Hitlerismus zurückliegt, je weniger der damals lebenden Personen noch leben, DESTO SCHLIMMER und dominanter werden die darauf projizierten Schuldgefühle. In einer Zeit, in der der Pornokonsum alle Rekorde bricht, also die Selbstentwürdigung (und die daraus aufsteigenden Schuldgefühle) im Internet/social media historisch vermutlich noch nie dagewesene Höchststände erreicht, desto lautstärker und aggressiver werden die Pflichtaufrufe zum Schuldbekenntnis.

Und hier haben wir sogar den wohl stärksten Grund für die zunehmende Aggressivität, mit der jedem "Rechten" begegnet wird. Den Grund für die absurde Leichtigkeit, mit der der Vorwurf "Nazi" so vielen auf der Zunge liegt. Und hier haben wir sogar den wohl tiefsten Grund dafür, warum sich in der heutigen politischen Landschaft nicht herkömmliche Rechte und Linke gegenüberstehen, sondern daß der eigentliche Bruch zwischen Vernunft und Unvernunft besteht! Es ist ein Bruch zwischen den durch Selbstentwürdigung mit Schuld Beladenen - und denen, die das nicht und deshalb noch zur Vernunft fähig sind.

Man hört ja auch oft die Frage, wie es möglich ist, daß die Linke genauso wie die Grünen ihre eigentlichen Anliegen - Arbeiter und Umweltschutz - so vernachlässigt haben, daß sich hier kein Arbeiter und dort kein Umweltschützer mehr vertreten fühlt. Und für die christlich-demokratischen Parteien gilt das nicht weniger, wenn auch auf andere Weise, hier ist es mehr Schwäche und Verkündigungsversagen der Kirche, wobei dort auch wieder - durch Selbstverdunstung aus denselben Gründen! Wobei die Mehrheit der AfD-Wähler nicht zufällig aus dem CDU-Lager kommt. (Nicht weniger, aber aus genau den umgekehrten Gründen, ist das bei den Grünen der Fall.) Stattdessen hängen sich alle in "Identitätspolitik", in "sexuelle Befreiung", in "Gender-Thematik", in "Holocaust-Schuld" und "Nazi-Jagd". Die Antwort darauf kann sich der Leser, der bis hierhin gefolgt ist, schon selber geben.

So wurde der Holocaust zum Herrschaftsinstrument, mit dem die Juden - daran kann kein Zweifel bestehen - die Deutschen gefügig gemacht haben und machen. Das geht ganz leicht, weil sie auf ein vorhandenes Schuldgefühl, das aus ganz anderen Regionen stammt, und das jeder sehr gerne umdeutet, über Verhütung und Abtreibung (als die effektivsten Instrumente, ein Volk in Schuldgefühle zu tunken) in breitem Umfang verstrickt ist, aufbauen können. 

Diese "Schuldmasche" läßt sich übrigens noch viel weiter ausbauen. Man denke an die "Kolonialfrage", man denke an die "Klimafrage", man denke an alle möglichen Probleme, an denen wir (angeblich) Schuld tragen. Alle diese "Schulden" sind Ersatzziele, Scheintheater, die von der eigentlichen, viel tiefer liegenden Schuld ablenken und ihr Scheinlösung vermitteln.****

Wer über Europas Politik und Politiker klagt, sollte sich abschließend einmal eines vor Augen stellen und überlegen, ob hier nicht Zusammenhänge bestehen könnten: Es gibt derzeit kein einziges Staatsoberhaupt (sieht man von Königen ab), keinen einzigen Regierungschef in Europa, der ... Kinder hat. Wer wählt die und ihre Programme aber, und ... warum? Könnte es also gar sein, daß es überall um Entschuldungsmechanismen geht, die den belohnen, der den besten Übertragungsmechanismus bietet, um von der tiefsten, eigentlichsten Schuld abzulenken?

Wenn wir aber Freiheit von Schuldgefühlen haben wollen, in aller Tiefe, um uns vernünftiger Schuldbewältigung zu widmen, wenn wir mehr Selbstbewußtsein wollen, mehr Stolz auf uns selbst und unsere Eigenheit, dann müssen wir nicht im Außen suchen. Dann müssen wir zuerst bei uns anfangen. Und uns aus Schuldverstrickungen befreien, die mit Politik und fremden Interessen vorerst nichts zu tun haben, sondern von diesen aber sehr effizient instrumentalisiert werden. Selbstbewußtsein und Würde kommen aus der Sittlichkeit. Oder es gibt sie nicht, und sie bleiben Einbildung.

Das heißt nicht, daß wir vollkommen sein müssen. Das schafft kein Mensch.***** Aber das heißt, daß wir vollkommen sein wollen müssen. Das heißt, daß wir mit Schuld richtig umgehen müssen, deshalb, und nur deshalb ist das Abendland christlich: Weil es die Beichte hatte! Wer also das christliche Abendland und "seine Werte" verteidigen will, der muß zuerst einmal wieder lernen, zur Beichte zu gehen, um sich von einer Schuldgetriebenheit zu befreien, die all sein Denken und damit Sehen vernebelt.






****Die "Migrationsfrage" ist dabei hoch interessant. Sie dient nämlich allen Seiten. Und man darf nicht übersehen, daß sie für viele, die "dagegen" sind, es nicht in erster Linie so wichtig ist, weil sie das Althergebrachte wirklich lieben und pflegen und erkennen. Sondern es hat für viele eine Ableitungsfunktion, wo die oben geschilderte Grundschuld auf andere "hinausgestellt", entladen wird. Da die eigene Schwäche als verweigerte Mühe, die Tugend zu entwickeln, ein Pflegen und Leben des werten Eigenen in Würde somit zu wirklichen, weil also diese Schwäche plagt und siegt, wird die eigene Schuld auf Migration projiziert. Es ist diese fatale Doppelfunktion, die es möglich macht, daß wir trotz aller Kritik und Streits um dieses Thema fast ungebremst weiter Migration erfahren. Und sich die Migrationsgegner in lauter (eher kleine) Teilfragen (Abschiebung, Integration, Vergewaltigungsfälle, etc.) verbeißen. Während wir immer mehr und wie unter Schock und Trauma eine ganz reale Überfremdung erleben, der wir gelähmt gegenüberstehen. Der VdZ behauptet, in all dem hier dargestellten Zusammenhang gesehen, daß alle Seiten nicht (oder: noch nicht) in der Lage sind, das Thema überhaupt zu denken!

*****Der sogenannte "Gutmensch", der also meint, daß er "gut ist, weil ...", ist nur eine Sonderform des Schuldgetriebenen. Seine von ihm selbst (und der von ihm sortierten Umgebung) attestierte "Gutheit" ist eine Form der Schuldbefreiung durch sich selber.





Donnerstag, 25. April 2019

Warum der Deutsche keine Selbstachtung hat (2)

Teil 2) Wirkungen und Nebenwirkungen



Wie in den USA versagten auch in Deutschland in den 1950er, vor allem aber dann in den 1960ern die kirchlichen Mechanismen, verloren wie in Amerika Schlacht um Schlacht gegen die beständigen Versuche der Medien (das Fernsehen kam auf, und machte den bisherigen Vertriebswegen wie Kino oder Druckwerken immer schärfere Konkurrenz; diesen Fehler hat die Unterhaltungsindustrie mit dem Internet bekanntlich ja nicht mehr gemacht), im Kampf um Konsumenten (und deren Geld) mit immer freizügigerem "Sex" zu punkten. Mit nun sogar als Weg zum Glück "wissenschaftlich attestierter" befreiter Sexualität wurde am effizientesten die Vernunft ausgeschaltet, der immer perfektere Konsument herangezogen, der mit allem zufrieden war, wo er seine aufgestachelten Gelüste befriedigen konnte, sich dafür um das große Ganze nicht mehr kümmerte.

Noch dazu befeuert von einer um sich greifenden "Lust an der Psychologie", die aufbauend auf Freud zur psychischen Destruktion und Auflösung jeder seelischen Ordnung führte (die im allerbesten Fall durch ein neues, künstliches Gerüst ersetzt wird, das eingezogen wird und immer eine Weltanschauung ist oder als giftige Frucht enthält, die NICHT der natürlichen sittlichen und religiösen Ordnung entspricht). Dieser in sich "subversive" Moment in der Psychologie nach Freud ist es, den E. Michael Jones als "jüdische Wissenschaft" bezeichnet. Deren revolutionären, gegen den logos gerichteten inneren Impuls er attackiert und sich damit in die innerste Linie der katholischen Kirche eingliedert. Die das ebenfalls immer so gesehen hat.

Die bedeutendste "Nebenwirkung" der sexuellen Befreiung aber, die bei uns ab den späten 1960er Jahren voll einsetzte (Oswalt Kolles "Aufklärungsbücher"; Filme wie "Schulmädchenreport", "Laß jucken, Kumpel", die Aufmachung der Boulevardpresse wie "Stern", "Quick", man denke an "Bravo" und seinen "Doktor Sommer", etc. etc.), der auf direktem Fuß (warum wohl?) die materialistischen Ideologien wie "Evolutionismus" folgten, war die Entwürdigung, in der Pornographie sogar selbst vorgenommene Entwürdigung der deutschen Menschen. Wenn diese Selbstherrschaft nicht besteht, wenn damit auch die Vernunftfähigkeit schwer beschädigt, wenn nicht überhaupt verloren wird, ist ein Volk, und vor allem jeder Einzelne in diesem Volk, Spielball jeder stärkeren, skrupelloseren Macht. Aus dem Verlust der Selbstherrschaft heraus ist auch seine Würde schwerstens beschädigt schließlich sogar verloren. Wenn man also nach Ursachen sucht, warum es wie sich gezeigt hat, so leicht gelingen kann, das "Deutschsein" derartig als Ziel und Eigenwesen abzulehnen, dann muß man zuerst (!) dort suchen. 

Ein Mensch, der von seinen Lüsten und Begierden gelenkt wird, kann überhaupt kein Selbstbewußtsein entwickeln. Ihm fehlt das Grundlegendste, die Ehrfurcht vor der eigenen Würde. Ein solcher Mensch verliert jedes Vertrauen in die "Gutheit" des Leiblichen, also auch - des Volkes, des Landes, in dem er lebt, mit dem er verbunden ist, der Bräuche und Gepflogenheiten, die dort herrschen, und in die Moral. "Schuld" wird zur Dauerbefindlichkeit!² Wenn jetzt noch jemand daherkommt wie Wilhelm Reich oder die Frankfurter Schule, die das Eigensein, die herkömmliche Ordnung zum Schuldigsein an sich erklärt, findet er reiche Ernte. Seine Argumente (auch als "Wegweisung von sich selbst" - also auf eine "historische Schuld der Väter" etwa) werden mit Handkuß aufgegriffen, denn diese Schuld zu überwinden würde Mühe, Anstrengung brauchen, und zwar in der eigenen tiefsten Wurzel. Wie gerne hört man da, daß man an dieses Problem nicht heran muß, weil es "natürlich" und "gut" ist ...**

Die nächste Folge daraus ist noch etwas, auf das bereits Augustinus hinweist: Es ist die "libido domandi", die aus der Niederlage vor sich selbst (wenn es Haltung ist, ist es sogar eine Dauerniederlage, also ein Zustand der Erniedrigung) aufsteht. Der Antrieb, den anderen zu beherrschen. Denn wer selbst unterlegen ist, sich selbst nämlich bereits unterlegen ist, und darin auf jeden Fall der Welt, kann sich nicht mehr anders "behaupten", als den anderen zu beherrschen. Auch das möge der Leser als Urteilskriterium in seine alltäglichen Beobachtungen einbauen, es erhellt ungemein.***

Nur auf der Basis der Ehrfurcht vor der Leiblichkeit, nur vor dem Hintergrund des Logos, der sich in jeder Leiblichkeit verfleischlicht hat, vor allem aber verfleischlichen will (als Sinn, als das, auf das zu er sich entfalten muß, will er er selbst sein, denn Selbstsein ist ein Aktivum, ein actu), nur auf der Grundlage der Ehrfurcht vor sich selbst kann auch jene Hochachtung entstehen, die die weiteren Lebenskreise - Familie, Dorf, Landstrich, Land, Staat, Volk und seine Kultur - durchtränkt und als Ausdruck freier, starker, selbstbewußter Menschen durchformt. Wenn dieses erste und wichtigste Selbstbewußtsein nicht da ist, zerstört ist, kann es gar kein weiteres, höheres Selbstbewußtsein mehr geben. 

Und der Leser soll ruhig einmal die Gegenprobe machen: Er soll einmal prüfen, ob nicht die Achtung vor dem Vaterland mit dem sittlichen Zustand der Personen direkt korreliert. Und dann durchaus die Gegenprobe machen, also aus dem einen auf das andere rückfolgern. 


Morgen Teil 3) Die Instrumentalisierung dieses Schuldgefühls, 
das selbst wir so ungern nennen
1 + 1 = ?



²Es verwundert also überhaupt nicht, daß die ersten und gröbsten Verstöße gegen die "decendy" (den Anstand) in den USA 1965 durch einen ... Holocaustfilm aus Hollywoods Studios stattfand. Mit "The Pawnbroker" hatte man die Kirche verblüfft, die bis dahin noch halbwegs über Züchtigkeit in Filmen gewacht hatte. (Übrigens zeigen die Brüder Coen in ihrem Film "Hail, Caesar!" recht humorvoll das prinzipielle Funktionieren dieser Mechanismen. Zumal sie auch zeigen, wie die Moral der Religionen unter das Joch des Amerikanismus=Freiheit=Reich Gottes=Antikommunismus im Kalten Krieg gekommen war.) Aber die nun mit jedem Einwand gegen die explizit gezeigte Schamlosigkeit des Films unter dem Verdacht stand, den Holocaust zu befürworten oder zumindest nicht abzulehnen, also "antisemitisch" zu sein. Damit war aber der Damm gebrochen, der "Production Code" hinfällig, und gegen "Deep Throat", der kurz darauf folgte, kam schon kein Einwand mehr.

**Und wie gerne hört man, daß andere an dieser eigenen Unfreiheit schuldig sind. Der Umgang mit "Mißbrauch" in unseren Tagen, die Art, ihn zur größten Lebenstragödie hochzustilisieren, die vielleicht gar nicht mehr überwindbar weil reparabel sein soll, trägt ganz deutlich diese Züge der Selbst-Entschuldung, um sich die Lebensmühe zu ersparen.

***Die Einführung eines für alle verbindlichen allgemeinen "Aufklärungsunterrichts" hat genau diesen Hintergrund: Es ist die bösartige Dominationsneigung, in den kommenden Generationen jedes Sein in der Würde der Selbstherrschaft gar nicht erst aufkommen zu lassen, das man selbst zähneknirschend nicht erreicht.



Sonntag, 23. Dezember 2018

Geburt aus dem Eid (4/2)




Audio + Video Teil 4/2






Teil 4/2


In diesem Sinn kann es auch Tradition - vor allem wo sie lange schon währt, denn über kurze Frist kann auch eine Täuschung bestehen, wenn auch nur auf ihre Art - nur als Gutes geben. Denn was nicht gut ist, ist nicht wahr, und es muß deshalb vergehen. Irgendwann vergeht alles, was nicht gut, nicht schön, nicht wahr ist. Weil ihm das Sein fehlt, zu dem es die Teilhabe nicht aufrecht halten kann.

Diese Tradition wird aber nicht einfach nur durch Personen in aktuellen, heutigen Akten und Gesprächen und Ansprachen vermittelt. Sondern sie lebt in allem, was die Menschen, die einem bei der Geburt schon voraus gegangen sind, in ihrem Leben gewirklicht haben. Womit die Welt, sagen wir, vollgestellt ist, in die wir geboren werden, und die im Ergreifen dann unsere Welt wird.

Als Kultur, in der wir leben. In einem Volk als Gemeinschaft der sich ans selbe Erinnernden, also mit einer gemeinsamen Geschichte, in seinen Gewohnheiten, seiner Sprache, seinen Bräuchen und Kulten und Riten, seinen Tänzen und Liedern, kurz in allem, was das ausmacht, was man Lebensvollzug nennt. Dort liegt auch unsere Basis als Individuum, weil wir uns zu allem diesen auch verhalten. Also kommunizieren. Einzelner und Tradition haben damit etwas Unauflösbares, weil die Kommunikation wie gesagt zwei Seiten braucht, sonst fällt Sprache ins Leere, löst sich auf.

Man muß dazu auch die Seite sehen, daß ein Mensch, der ja auch leiblichen Ursprung hat, durch das ihm Mitgegebene auf diese Umgebung hin vorgeprägt ist. Der mitgegebene Leib ist das Sehwerkzeug, um es einfach zu sagen, die Raumstation, von der aus man der Welt begegnet. Der man nie entfliehen, die man bestenfalls und langsam etwas verändern kann. Über den Geist als einzige Brücke, damit ... über die Gnade, also nicht von uns alleine zu schaffen. Weil, wie gesagt, die Sprache der Sprache nicht aus uns kommt, sondern uns voraus geht. Wir haben also einen Leib, eine Basis, mit all ihrer Geschichte. Auch in negativen, verweigernden Haltungen, was immer heißt: Ein Gut ausklammernd. Aber genau so und noch weit mehr in allem, was uns überhaupt ausmacht. Was uns ... über die Sprache, über die wir verfügen, und damit erst über die Grammatik denken läßt. Was uns jenen Boden gibt, auf dem wir stehen. Von dem aus wir urteilen und planen.

Wenn es heute also Meinung ist, was man als Postmoderne bezeichnet, daß sich jeder Mensch zur Lebenserfüllung in einen Zustand der "tabula rasa" bringen muß, wo es keine vorgegebenen Gedanken und keine vorgegebene Grammatik gebe, so ist das nicht nur sinnlos und unmöglich. Es ist selbstzerstörerisch. Und daneben ist es auch müßig eine Sprache zu suchen, die keine "Macht" oder "Hierarchie" enthält. Als Wille und Absicht. Das tut sie notwendig, sonst gäbe es Sprache gar nicht, sonst gäbe es keine Grammatik als geistiges System, als Struktur von Beziehungen, und damit keine Sprache.

Der Mensch erhält die Sprache, er erhält die Erzählungen, die nicht nur "Inhalte" weitergeben, sondern die in sich jene Basis und Weltstruktur enthält, aber auch an ihrem Ursprungsende sozusagen die Grammatik des transzendenten Seins, des Wortes, der Wahrheit (die bereits die welthafte Gestalt der Sprache der Sprache ist), die zuerst einmal die Basis aller seiner weiteren Urteile und Entscheidungen bildet.

Wer die Tradition ablehnt, lehnt zuerst einmal sich, und darin seine Vorfahren ab. Er vertraut ihnen nicht, und damit sich selbst nicht. Das ist der wirkliche Grund, warum wir social media brauchen. Sie sind die ständig notwendige Selbstvergewisserung, weil wir uns nicht mehr trauen, weil wir unseren Vorfahren nicht mehr vertrauen.

Gerade zu Weihnachten erleben wir etwas Besonderes. Wir erleben, daß sich das Geheimnis der Welt in einer Erzählung kundtut. Und Erzählung heißt: Einer dargestellten Grammatik. Einer mündlichen Erzählung, die in der Schrift leichter erinnert werden kann, deren Schriftzeichen zumindest Bojen sind, die uns zu den innersten Inhalten der letztlich transzendenten oder transzendenzoffenen Sprache führen.

Und diese Offenheit hat Sprache übrigens immer. Deshalb ist es durchaus lohnenswert, auch dem Lügner genau zuzuhören. Letztlich sagt er die Wahrheit, oder eine Wahrheit, nur auf eine andere Art. Und irgendwann verrät er sich. Irgendwann führt sich die Lüge ad absurdum, und verkündet die Wahrheit, als Grund, warum sie zur Lüge umformiert wurde. Also zur Täuschungsabsicht über die Welt wurde. Aus der heraus man eine andere, neue Welt schaffen wollte. Sie ahmt damit Gott nach, will sein wie Gott. Lüge und erste Sünde liegen wie im Ehebett beieinander.

Damit kehren wir zum Anfang dieser Ausführungen zurück. Daß die Sprache in seinen Urgründen ein Eid ist. Ein Versprechen auf Weltschöpfung. Unsere Sprache ist die ikonenhafte Offenbarung jener Sprache, auf der die Welt insgesamt beruht.

Die Erzählung enthält die Grammatik der Welt, haben wir gesagt. Umso mehr trifft das auf die Erzählungen vom Anfang der Welt zu. So ist es auch bei Weihnachten, diesem neuen Anfang der Welt. Im Weihnachtsevangelium. Und wird in der Lesung am ersten Weihnachtstag, dem Prolog des Johannes Evangeliums, ausgelegt. Wo die tiefe Grammatik der Weltschöpfung, die Eidhaftigkeit des Wortes vor Augen steht: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Indem dieses Wort auf die Erde kommt, fleischlich wird - als Gestalt, in der alles enthalten ist: als fleischgewordener Gott, der zugleich in einer der drei Personen Mensch, also Sohn Gottes ist - wird die Welt tatsächlich neu geboren, weil nicht nur durch eine Ikone, sondern durch den nunmehr welthaft gewordenen, Fleisch gewordenen Urgrund neu geschaffen.

Die Welt erhält in ihrem weltlichen Kreislauf, in dem sie gewissermaßen in sich steht bzw. stehen sollte, der ohne Verbindung mit Gott, dem Sein, aber nicht sein kann, diese Bestandsquelle neu zurück. Gott wird eingeschleust gewissermaßen in diesen Kreislauf der Sinne und Beziehungen, der die Welt ist.

Es sind ja die Sinne, über die wir an jenem Außen teilhaben können, das uns grundlegt und dann immer wieder von neuem nährt, also bestehen läßt, was dem Menschen als Ebenbild Gottes zubedacht war. Die in der Ähnlichkeit enthaltene Disposition der Teilhabe an jener innergöttlichen Gnade, zu jener Liebe, in der Gott ist, und Fleisch geworden wieder unter uns weilt. Und nun wie im Paradies unter uns wandelt, und damit auf eine Weise - in der Kirche - die Welt in ein Paradies verwandelt. Jenes Paradies, von dem die Propheten gekündet haben, daß es eines Tages kommen wird - in der Fleischwerdung Gottes.

An ihn angebunden, und nur insoweit, sind wir Bewohner dieses Paradieses. Dessen Vollgestalt freilich noch nicht da ist, dazu muß das Schlechte wie bei der Ernte als Spreu ausgesondert werden. Beim Jüngsten Gericht. Aber wir Getaufte dürfen bereits in dieser geistigen Welt und Wirklichkeit leben. An der wir freilich nur im Glauben ganz teilhaben können. Aber einmal, nach dem Jüngsten Tag, werden wir nicht mehr glauben müssen, sondern werden es sehen.

Im Weihnachtsfest machen wir diesen Anfang Realität. In dem Paradies gehörigen Spiel des Ritus, des Kultes, der in den Gebräuchen deren konkrete Weltwerdung vollzieht. Uns damit zeigt, wie Geist Welt wird, so wie Gott Mensch wurde.

Lassen wir uns das deshalb nicht nehmen. Sondern begehen wir mit heiligem, ehrfürchtigem Ernst jenes Spiel, als das die Welt überhaupt nur sie selbst ist. Mit allen Traditionen, mit allen Gesten und Riten, mit allem Kult. Wie es uns übergeben wurde. So daß wir aus Weihnachten heraus, vom Eid Gottes aus, der sich uns zugesagt hat, der uns seinen Eid gegeben hat, weil er gesprochen hat, weil sein Wort in der Welt ist, in ein neues Jahr gehen, das somit im Wort begonnen zu einer Weltschöpfung wird. Die Wandel und Wechsel zur Eigenschaft hat, damit auch die Jahreszeiten braucht, weil Sein in der Welt - Freiheit - nur jeweils aktiv, im Vollzug an einem Begegnenden, überhaupt da sein kann.

Wir können von hier aus die letzte Linie ziehen. Daß nämlich diese Weltschöpfung in einer Person gründet. Und diese Person wiederum in einem Namen, dem ersten und eigentlichen Wort - Jesus. Dem Grund- und Schlußstein der Welt, in dem er sie in das Universale der göttlichen Gegenwart hebt. Zum himmlischen Jerusalem. Dem Urbild jeder Ikone, jeder Schrift, jedes Wortes, jedes Dings auf der Welt. In ihm ist alles enthalten.

Und so können wir auch unser Sprechen - unserem Hauch - spiritus, spirare, atmen - als Träger (als Träger! als Ikone! nicht als dieser Gott selbst!) des göttlichen Hauchens innerhalb der Dreifaltigkeit - als Weltzeugungsakt begreifen. Das in der Wahrhaftigkeit den Eid - zum schönen, guten, Welt werden sollenden Wort geworden - erfüllt.

Im hinausgestellten Wort ist alles eine Idee aus dem unendlichen logos, dieser nach außen drängenden, lebendigen, beziehungsvollen Grammatik des Geistes. Der sich im Wort in die Welt hebt, die im Gehörtwerden - auch in unserem eigenen Hören, denn wir hören uns selbst, ja denken ist sprechen und hören, ist nicht leise, ist nicht stumm, sondern tönt in uns - bewegt und somit Welt schafft.

Je mehr unser Sprechen zum Eid wird, und in dieser Haltung also Fenster zur Gnade wird, desto mehr schöpferische Kraft haben wir. Weil wir Gott ähnlich sind, und so an seinem inneren Leben teilhaben können.

Das wird uns in Weihnachten durch die Fleischwerdung Gottes des Sohnes wieder geschenkt.


*181218*

Geburt aus dem Eid (4/1)

Wenn aber der Anfang von allem das Wort war, das bei Gott war, und das Gott war, stehen wir nicht nur vor der Welt als Schöpfung, dann stehen wir nicht nur vor dem Menschen als Ebenbild Gottes und seiner Sprache als seiner ersten, ihn grundlegenden Bedingung - die Sprache ist also nicht "vom Menschen erfunden", das trifft nur auf eine bestimmte Weise zu, als anpassendes, tastendes Bemühen zur eigentlichen Sprache zurückzufinden, wo das "Ja" ein "Ja", das "Nein" ein "Nein" ist. Dann stehen wir auch vor der Tatsache, daß sich in der Sprache die Eigenschaften des Sprechenden offenbaren, und dazu gehört, daß er die Ursache der Dinge der Welt ist. Im Wort, im Gedanken, in der Sprache ist die Ursache der Welt.

Worte, Sprache, die mehr ist als ratio, als Verstand, sind nur ein Aspekt davon, sondern die die Sprache als jenes Gewebe betrachten, auf dem die Welt - ja letztlich Gott - überhaupt aufruht und insofern die Welt ist. Damit stehen wir vor der Tatsache, daß die Grammatik dieses innerste Wesen des Sprechenden - also die Wahrheit - erkennbar macht. Die Gesetze der Grammatik der Welt sind somit Hinweis auf Struktur und Gesetz der Wahrheit.

Das macht begreifbar, warum in einer Zeit, in der die Wahrheit als "nicht vorhanden" bezeichnet wird, sowohl die Welt als auch die Sprache verkommen muß, und verloren geht. Beides verliert nicht nur ihren Wahrheitsgehalt, sondern mit dem Wahrheitsgehalt auch ihre kommunikative Möglichkeit. Denn ohne Wahrheitsbezug gibt es kein Sprechen. Und damit keine Welt. 
Wo die Sprache ihre Verbindlichkeit, ihre Eidhaftigkeit verliert, verliert der Mensch die Welt.

Das wird auch durch die viele Schrift (fälschlich weil vorschnell als "Information" bezeichnet) nicht anders, die heute mehr und mehr das ad personam gerichtete, gesprochene Wort ersetzen soll, was ein furchtbarer Irrtum genauso ist wie ein verzweifelter Versuch, ihre Tragfähigkeit in der Welt wieder zu finden.

Weil die Schrift auf eine Symbolhaftigkeit zurückgeht, in der die ins Transzendentale, alles Welthafte, Geschöpfliche, Begründende reichende Tiefe als Sprache der Sprache (wie Heidegger es nennt) hinweisend, aber als Ganzes, Integeres, als ikonenhaftes Bild repräsentiert und damit als Fenster dorthin gegenwärtig gesetzt wird.

Das ist der Grund, warum Schrift und Bild (als Symbol, also als Kunst) auch in unserer Kultur anfänglich keine zwei Dinge, sondern eins waren. Die alte Buchmalerei, aber auch die alten Bilder oder Kirchenmalereien drücken genau das aus. Ich behaupte: das ist auch der einzige Hintergrund der Höhlenbilder. Sie sind keine "Zeichnungen", sie sind Schrift, die einmal Ikone war. So wie jedes Ding, jedes Lebewesen, einfach alles ... Schrift war und ist.

Schrift ist die Ikone der Sprache, Fenster zu einer geistigen Wirklichkeit - zu der des logos, in dem aller Grund zusammen-, mit Gott in eins fällt. Wo Sein, Wille, Handeln, Liebe nicht mehr auseinanderfällt, wie beim Menschen, dem die Göttlichkeit fehlt, weil er Gott nicht mehr in allem gleicht. Sondern in einer innergöttlichen Beziehungshaftigkeit west und nur im Aktiven, im Handeln, im Vollzug IST.

Beim Menschen ist genau dies, was bei ihm in Ähnlichkeit, also Analogie da war, in der Sünde auseinandergefallen. Weil er sich vom Einen, dem Urbild seines Ganzen, abgewandt hat. Ihm ist nun Hintereinander, Nacheinander, was in Gott eins war und ist.

Schrift ist deshalb in ihrer eigentlichen Form Abbild vom Urbild, und Fenster zum Unendlichen Geist. Und jeder, der sich viel mit Schriftsprache auseinandersetzt, wird bestätigen, daß im Schreiben die reinste Form des Denkens welthaft wird. Der Schriftsteller, der Philosoph DENKT IM SCHREIBEN, bestenfalls (weil flüchtig) noch im Gespräch. Und sonst nicht.

Damit ist auch klar, daß ein gesprochener, noch mehr aber ein geschriebener Text immer verweisenden Charakter hat, sich nie selbst genügen kann, sondern als Kommunion für Sprechenden wie Hörenden da ist. Sie ist wie ein Molekül, dessen Bindungsverlangen nach vielen Seiten ausgreift. Und in gewisser Weise auch in dieser Beidseitigkeit entsteht. Jeder Schreibende, jeder Sprechende spricht FÜR jemanden. Und wenn es nur einer ist. Und wenn es nur Gott ist.

Schrift - Bild, Ikone - ist aber auch Erinnerungshilfe, so daß ein Bild aufs andere kommen kann - Denken als Gebäude möglich wird. Sie weist mehr noch auf eine Erinnerung hin, die allen Menschen gleich ist, nur in vielem vergessen, verdrängt, abgelehnt wurde. Eine Erinnerung an die Fundamente der Welt. Die ein Bild sind. Das eine Grammatik enthält. Die Grammatik der Welt.

Die ursprünglich allen Menschen gleich war, und die innere Nähe aller Sprachen zueinander begreiflich macht, in der sich alle Menschen auch heute noch letztlich verstehen können.

Ich bin vor 12 Jahren nach Ungarn gezogen. Und habe mich bis heute geweigert, auch wenn es nicht immer leicht war, die Sprache zu lernen. Ich habe dabei von Anfang an die Erfahrung gemacht, daß das für eine Alltagskommunikation auch gar nicht notwendig war. Es gab noch so viel, das eine Kommunikation möglich machte, Geste, Tonfall, Laute, nur als Beispiele, daß ich für die alltäglichen Dinge auch so durchkam. Es genügte Aufmerksamkeit. Und Rückgriff auf menschliche Erfahrung.

Wenn eine solche Kommunikation auch nicht immer leicht ist. Weil sie ursprünglich von einer einzigen Tradition ausging, von einer einzigen Weitergabe und von dort aus immer wieder weitergegeben wurde und wird, die heute - das ist der Inhalt der Erzählung vom Turm zu Babel, die Ursache dafür liegt im Hochmut, in der Abweisung der Spache der Sprache - in viele Teileigenheiten und -traditionen zerfallen ist.

Denn es ist nicht nur in allen Sprachen eine Erinnerung enthalten, die weitergegeben wird, sondern auch in ihrer Einzeltradition ist die einem weitergegebene Sprache das Fundament der eigenen Weltsicht, des eigenen Denkens. Als Sprechen und Denken IN ewigem Raum, an einem Ort, in einer Landschaft und Kultur. Eingeschränkt, spezifisch.

Das Erinnerte bildet dann den Boden jeder Person, jedes Menschen. Wer einmal mit Alzheimer-oder Demenz-Patienten zu tun hatte, weiß, daß diese mit der Erinnerung auch ihre Persönlichkeit verlieren, nicht mehr greifbar werden, so etwas wie "verschwinden" - weil die gewirklichte Gestalt der Person, die es nur in einem In-der-Welt-sein geben kann, also mit Bezügen, nur durch Erinnerung in der Welt bleibt. Dem Demenzkranken, oder machen wir es einfacher: dem Vergeßlichen, ist es nicht möglich, Persönlichkeit zu bewahren. Und umgekehrt. Der Unsittliche zeigt auch immer ein "schlechtes Gedächtnis". Das erst heißt, alle Bezüge in sich zu tragen und zu repräsentieren. Er wird in vollem Sinn wieder zum Kind, auch in seiner Verdienstlosigkeit.

Das heißt, daß ihm das entschwindet, was ihm als Mensch und Persönlichkeit übergeben wurde und laufend wird. Durch die Eltern, aber auch und je älter jemand wird, desto mehr durch die weitere oder engere Umgebung. Weil alles Welthafte, alles Dingliche auf dem Wort beruht, sind auch alle Dinge, die Welt, Erinnerungsträger, und damit Gerüst und Stütze einer Persönlichkeit. Der Demenzkranke, der Erinnerungslose kann nur diese Dinge nicht mehr lesen. Oder ... will sie nicht mehr lesen. Wie es bei manchen sogenannten Geisteskranken oft so deutlich erkennbar ist. Die Verweigerer mehr sind als angeblich Kranke.

Damit ist es die Erinnerung, die einem Menschen in dem Maß Freiheit, also Verfügungskraft über seine Möglichkeiten zu haben - das alleine zeigt schon die Verbindung von Freiheit mit dem Guten - als die Umgebung einerseits der Sprache der Sprache wahrhaftig, gerecht wird, und auch, als er den Dingen richtig, wesensgemäß begegnungsfähig und vor allem begegnungswillig ist.

Und damit auch in dem Maß, als diese Umgebung auch wahrhaftig ist. Also in ihrer Sprache das symbolisiert, was auch dem Kind (weil allen Menschen gleichermaßen) zugrunde liegt und ihm somit Welt wie Transzendentes erschließt. Als Wahrheit. Die als Schönheit sichtbar, im Guten erfahrbar und im eigenen Tun als Ergreifen der Wahrheit lebendig wird.

Ebenfalls heute) Fortsetzung - Teil 4/2



*131118*

Sonntag, 16. Dezember 2018

Geburt aus dem Eid (3)



Video + Audio



Auch diesmal gilt unser Dank Leser B, der mit ungeheurer Geduld und Mühewaltung den Text aus dem Video in geschriebenen Text übertragen hat.

Wir haben davon gesprochen und wir sprechen davon, daß alles Denken auf einen Eid zurückgeht, auf ein Sprechen, auf etwas, das wirklich wird, hinter dem ein persönliches Verhältnis steht. Das ist wie alles menschliche Sprechen für uns sehr schwierig. Deshalb schwierig, weil unser Sprechen letztlich ein Umkreisen ist. Das heißt aber, daß wir in diesem Umkreisen auf etwas hinweisen, das all‘ unserem Denken, und von mir, wie von Ihnen von etwas Erfaßbaren ausgeht. Dieses Erfaßbare geht unserem menschlichen Sprechen voraus. Wie das zu erreichen wäre, daß wir wirklich ganz präzise sprechen, daß wir sagen können, das „Ja“ ist ein „Ja“, das „Nein“ ist ein „Nein“ hat – greifen wir vor – mit Heiligkeit zu tun. Mit einem Zustand des Himmels, des Paradieses, den wir nicht haben. 

Daß wir aber das aber als zukünftig voraussetzen können, zeigt uns an, daß es schon einmal da war, sonst würden wir es nicht kennen. Man kann sich nur auf etwas freuen, sich auf etwas hin zu bereiten, das man kennt. Also muß es in unserer Erfahrungswelt bereits vorhanden sein, in irgendeiner Form und sei es der Ahnung, der Erinnerung. Und diese Erinnerung wurde uns von unseren Vorfahren, also von allen Menschen, die vor uns gelebt haben, weitergereicht. Es gab also einmal eine Zeit, in der das Wort Eid war und damit sehr ähnlich dem, was das Wort überhaupt ist aus dem die Welt herausgeht. Und warum geht sie daraus heraus? Weil in jedem Wort ein persönlicher Anspruch, ein persönliches Wollen liegt. Diese Eidhaftigkeit des Wortes, das wir aus dem Wort selbst herausgehend als Ähnlichkeit annehmen müssen, war unverbrüchlich. Der Eid ist unverbrüchlich. Das heißt, der Eid verheißt, wie die Welt wirklich wird, wenn wir ihrer mächtig sind. 

Das ist der Hinweis auf die Verbindung mit der Sittlichkeit. Aber die Welt selbst ist aus dem Eid geboren, sie entstand aus dem Eid. Und erst der Eid, die Verbindlichkeit unseres Wortes, also damit das Wort überhaupt, wenn es ein Wort ist, ist es nämlich nur Wort, weil es Eid ist, ist der Eid also schöpferisch, und damit ist das Wort schöpferisch. Kein Wort aus Gottes Mund, das nicht wirklich wird, real wird, Realität wird. Und das hat nur im Eid diese Kraft. Ohne Eidesqualität, ohne die eigentliche Sprache gibt es also gar keine Welt. Mensch werden, heißt deshalb auf dem Weg zu einer Sprache zu sein, die ein Eid ist. Also ist der eigentliche Mensch immer nur erst der ganz Wahrhaftige, der Heilige. Deshalb drängt auch die ganze Welt auf eine Sprache, die Eid ist und zwar, es war ihr Beginn. Alles, was auf der Welt ist, erinnert sich auf eine Weise darauf und will es wiederhaben als Seligkeit.

Es gab etwas, was diese Seligkeit zerstört und gebrochen hat. Aber alles was ist, klammert sich an seinen Anfang, also an sein Gründungswort. Und dieser Anfang ist zugleich auch damit, weil er ein Versprechen ist. Ein Eid ist ein Ziel. Dieser Anfang richtet alle weiteren Lebenswege auf dieses Ziel aus. Das gilt auch umgekehrt. Jeder Beginn hat nicht nur einen Eid zugrunde liegen, sondern es ist gar kein Beginn, weil er gar keine Kraft hat, ein Ziel zu erreichen, sondern jeder Beginn trägt diese Verheißung eines Eides auf Welthaftigkeit. Erst in der Welthaftigkeit kommen die Dinge zu sich, weil sie damit einen Ort haben und damit in einem Netz von Begegnung stehen, das alle Dinge umschließt wie der Fisch das Wasser. Hinter allem Seienden, hinter allem Dinghaften steht also, wenn wir die Gedanken zurückgehen, eine sittliche, eine ethische Qualität, ein Wille. Hinter der Welt steht Liebe.

Nächsten Sonntag 4. Teil




*131118* 

Sonntag, 9. Dezember 2018

Geburt aus dem Eid (2)


Video + Audio




Erneut gilt der Dank Leser B, der auch dieses Video "abschrieb" und den (spontan) gesprochenen Text somit dem Leser auf diese Weise zugängig macht.


Wir haben also, wenn wir davon sprechen, daß das Wort, die Sprache damit, auf einen Eid zurückgeht, auch davon gesprochen, daß damit alles Sprechen und damit alles Denken auf ein persönliches Verhältnis zurückgeht. Jetzt könnte man sagen, ja, wie kommt man dazu? Wir glauben ja heute doch etwas anderes, wir glauben, daß das Denken doch eine Art Summe aus irgendwelchen rationalen Gegebenheiten, Tatsachen ist. 


Wir kommen auf den Punkt, zu überlegen, woraus setzt sich Rationales denn überhaupt zusammen? Und werfen wir hier einen Mann ein, der sehr wenig bekannt ist, und das hat einfach damit zu tun, glaube ich, daß sein Denken sehr sehr korrekt war, aber damit eine hohe – wir greifen vor – eine hohe Sittlichkeit voraussetzt und damit eine ganz große Anstrengung bedeutet. Eine ganz große momentane Prüfung von Moment zu Moment – Prüfung – ob das, was ich denke, wirklich wahr ist, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Denn das ist ja Wahrheit, eine Adäquatio, also eine Adäquatheit des Denkens der Begriffe des menschlichen Denkens mit der Wirklichkeit, mit dem Sein. 


Wir kommen also auf einen Österreicher zurück, der Kurt Gödel geheißen hat und der seine Hauptwerke Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre im Rahmen des sogenannten Wiener Kreises, verfaßt und gedacht hat. Aber auch innerhalb des Wiener Kreises, aus dem Leute wie Karl Popper oder Kurt Wittgenstein hervorgegangen sind, nicht wirklich die große Karriere gemacht hat, dann noch nach Amerika gegangen ist, geflohen vor Hitler usw. und dort ein sehr enger Vertrauter von Albert Einstein war. Wie man den Biographen glauben kann, haben sie sich täglich auf ein mehrstündiges Gespräch getroffen und Einstein, so heißt es, war sehr beeindruckt über Gödels Gedanken. Gödel hat nämlich mit einer mathematischen Präzision nachgewiesen, daß alles Denken auf ein persönliches Verhältnis, ja, auf ein persönliches Annehmen zurückgeht. 

Er ist damit nicht der allererste, es gab schon andere, mehrere, Henry Poincaré zum Beispiel. Aber er hat gezeigt, daß das Denken aus sich selbst heraus, nicht begründbar ist, damit auch nicht die Mathematik begründbar ist, auf den sich unser heutige Wissenschaftsanspruch so gerne beruft, sondern, daß auch alle Mathematik, also die angeblich oder scheinbar oder präziseste aller möglichen Denkarten auf Persönlichem bzw. auf Annahmen beruht und eigentlich damit auf einem Glauben beruht, auf einer Annahme, wie die Welt ist, also auf eine Gesetztheit - und damit auf einen persönlichen Akt.


Ich habe, um diese Gedanken nachzuvollziehen, ich sage es ganz ehrlich, zwei Wochen gebraucht, zwei Wochen nur mich mit dem zu befassen, um das nachzuvollziehen, und ich würde heute wieder zwei Wochen brauchen, um es Ihnen oder egal wem auseinandersetzen zu können, warum das so ist.

Man muß da wirklich sehr sehr genau vorgehen. Aber dann läßt es sich nachvollziehen.



Gödel ist sehr tragisch geendet. Er ist verhungert im Grunde, in Amerika, aber nicht, weil man ihn hat verhungern lassen, sondern weil er in einen ganz seltsamen Obskurantismus gefallen ist, in Spiritismus, das heißt, er hat alles Mögliche geglaubt, geistiger Seelenspuk usw. Er hat halt kein Glaubensgebäude gefunden, indem er das Geglaubte in eine rationale Form bringen konnte. 


Wir haben hier etwas sehr Wichtiges. Glaube muß gegeben werden und damit muß auch das Denken gegeben werden. Das widerspricht unserem heutigen Anspruch, indem wir voller Stolz sagen, wir können alles selber denken, wir können auf alles selber kommen, jeder einzelne kann das alles aus sich selbst heraus. Nein. Wir verdanken uns, wir verdanken unser Denken unseren Eltern, unseren Vorfahren, unserer Umgebung, der Allgemeinheit. Und das, was wir dazu beisteuern, ist meist nur etwas ganz ganz ganz ʹwas Kleines - meistens eigentlich, ganz etwas Kleines, aber darauf kommt es auch gar nicht an.


Nächsten Sonntag 3. Teil




*131118*

Sonntag, 2. Dezember 2018

Geburt aus dem Eid (1)

Video + Audio



Mit speziellem Dank an Leser B hier auch noch "nur der Text", vom Video übernommen. Denn es war im Wesentlichen "spontan" gesprochen,  mußte also nachgeschrieben werden. Verstehe der Leser diese "Drei-Gestaltigkeit" des Inhalts als Versuch, wie diese komplexen Inhalte am besten darzustellen sind. Ausnahmsweise sei der Leser ermutigt sich unter office@eberhardwagner.com zumelden, welche Form ihm am geeignetsten erscheint.

Guten Abend!


Ich möchte heute darüber sprechen, daß alles Sprechen, jedes Wort aus einer Verbindlichkeit herauskommt. Das heißt alles Sprechen stammt aus dem Eid, jedes Wort ist in seinem Wesen ein Eid.

Nun, wie kommt man darauf, wie kann man über so etwas überhaupt sprechen, wir haben es ja nicht vor uns liegen wie in einem Bilderbuch. Der Weg dazu ist die Deduktion, die Ableitung, das heißt, ich gehe davon aus, daß wenn eines stimmt, auch das andere stimmen muß. Und auf diesem Weg kommen wir zu einem seltsamen Grundverhältnis, indem die Welt und alle Dinge stehen. Das nämlich alles Denken auf einem Für-Wahrhalten, als auf einem Etwas und letztlich damit jemandem glauben aufruht, ohne das gäbe es keine Welt. 


Unter Kindern - das kenne ich gut - gibt es diesen lieben Spruch: „Versprochen wird nicht gebrochen!“ In dem Moment, wo das besprochen wurde, stand das, was man hier zugesagt hat, was hier besprochen wurde, in einem heiligen Raum, das heißt, es hat hier wirklich niemand gewagt, dagegen zu verstoßen und hat einen anderen nachher erinnert: „Du hast es versprochen!“



Und dieses Versprechen, Ver-sprechen, Zu-sprechen, ist eine Form des Eides. Und gerade auch bei Kindern, aber auch unter uns Großen und Erwachsenen läßt sich feststellen, daß alles was wir miteinander sprechen, darauf beruht, daß ich es dem anderen nicht nur glaube, sondern indem ich es ihm glaube, davon ausgehe, daß es sich erfüllt. 


Wer über menschliches Handeln nachdenkt, wird letztendlich entdecken, daß alles menschliche Handeln auf einem Versprechen beruht. Ja, ein Versprechen ist bzw. die Erfüllung eines Versprechens ist, dem ein solcher Eid vorausgeht. Der Eid steht also am Anfang aller Dinge, der Eid, die Zusage, daß es so wird, wie es ist, wie es also im Wort gesagt ist, sich auch erfüllt. Kein Wort aus Gottes Mund, daß nicht wahr wird, daß nicht wirklich, daß nicht Realität wird.



Wir arbeiten also auf das große Weihnachtsevangelium zu, ohne daß das so beabsichtigt war, aber, es erfüllt sich eben. Wo es heißt: „In principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum.“ Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, ja, das Wort war Gott.





Nächsten Sonntag 2. Teil



*061118*


Sonntag, 14. Oktober 2018

Splitter zum Tag (2)

Das ist die Crux des Redens von "männlichen und weiblichen" Polen im Menschen.  Diesen Fehler findet man sogar bei Otto Weininger. Wo ihn wohl ein wenig der Mut verlassen hat. Denn das ist dann fatal und hat enorme Auswirkungen im Denken, indem es zur Fehleinschätzung führt, daß Mannsein und Frausein "graduell" auf ein und derselben Skala verliefe. In Wirklichkeit ist jeder Mann ganz Mann, und jede Frau ganz Frau, vom ersten Moment der Zeugung an, nur in unterschiedlicher Ausgestaltung und (meinetwegen) Vollkommenheit weil Aktualisierung. Aber das Menschsein beginnt und ist grundgelegt in der geistigen Seele, die ontologisch der Physis vorangeht.  Darin liegt die unbedingte Würde des Menschen verankert, ja NUR darin kann sie gründen, nicht im Grad der Aktualisierung.

Letztere wird nach ersterer geformt - wenn sie das kann! Sonst bleibt der Wesensdruck in der Unerfülltheit stecken und wird nie Ruhe geben. Und Unerfülltheit ist das Prinzip des Menschen, der nur in Aktualisierung lebt, also in jeweiliger Wesens-Realisierung, die sich in einem ununterbrochenen Wechselspiel mit der Umgebung als ständig ändernde Historie jeweils neu durchsetzen muß.

Hier kommt die Bedeutung der sozialen Welt in der Identität als Mann und Frau zum Tragen. Denn die Umwelt ist für die Aktualisierung der Geschlechtsidentität von äußerster (wenn auch ontologisch gesehen nicht gründender) Bedeutung. Kultur ist also kein Zuckerguß, der dann und wann aufs Leben draufgegossen wird, sondern ist untrennbar mit dem Menschsein verbunden, ist die Art des Menschseins einerseits, aber auch maßgebend für dessen Höhe, also des "Menschseins selbst".* Wo immer der Mensch sündigt, sich verfehlt, ist er nämlich (noch) nicht Mensch. Und für diese Verfehlung gibt es vielerlei Ursachen, wenn auch nie "Ausreden", die eine Realisierung endgültig verhindern. Nicht, wenn sie kultureller Natur sind. Denn Kultur ist die Art, wie eine Menschengemeinschaft zu dem Menschen wird, wie man ihn als Ziel und Bestimmung erkennt.

***

Der Fehler des Genderismus liegt genau hier: In der Vorstellung, Mannsein und Frausein läge auf ein- und derselben Skala eines gewissermaßen (ontologisch) "sonst in allem gleichen" Menschen. Eine Gleichheit der Menschen, die es gibt, liegt aber auf einem völlig anderen Gebiet - in der strukturellen und weitgehend abstrakten Sittlichkeit, nicht in der Realisierung, nicht also im ergriffenen "Material". Ja, sie wird erst dadurch real, indem genau diese Differenzierung als der "Ort" des Menschseins (als Menschwerden) ernst und als jene Aufgabe genommen wird, die jedem auf gleiche Weise gestellt ist.²

Umgekehrt liegt der Fehler im Anti-Genderismus oft dort, diese sozialen Komponenten einseitig weg- und auf "biologische Tatsachen" hinzureden. Real wird Geschlecht erst durch das Soziale! Und damit auch oft erst eindeutiger, als es manche rein biologische Seltsamkeit ("Hermaphroditen" werden geboren und sind Fehler im physisch-materiellen Vererbungsvorgang) nahelegen könnte.** Gerade "konservative Gutmeinende" geraten hier (aus an sich berechtigtem Abwehrimpuls des Genderismus als Subjektivismus und Relativismus)*** leicht in die Gefahr, die wahre Rolle der Kultur zu verkennen. Sie machen damit Kultur ohne es zu wissen zu einer "kleinbürgerlichen Veranstaltung".

***

Die jeweiligen anderen Anteile - weiblichere Neigungen im Buben, männlichere im Mädchen - sind nicht innerhalb derselben Skala, sondern auf je andere Weise im Gesamtcharakter (und hier spricht man von Charakter) eingefügt. Sie können auch bewirken, daß z. B. ein Bub später eine scheinbar völlig andere Frau sucht, als es seine Mutter war. Reziprok für Mädchen. Was einem wohl psychisch bedingten stärker ausgeprägten, notwendigen Ablöseprozeß gleichkommt. 

Der auch viel mit der Gesamtstruktur einer Familie zu tun haben kann. Denn was man ist - Ort, Identität - ist komplex und immer nur aus dem Gesamtfeld besser begreifbar, in diesem Fall: Das Feld der gesamten Familie, aus deren realer Charakteristik heraus aber manchmal auch noch weiter. 






*Insofern hat also der weithin beobachtbare Umstand, daß Menschen eines Kulturraumes Menschen eines anderen solchen Raumes nicht als "Menschen" sehen, durchaus sein fundamentum in re, wird zumindest verständlich. Es ist mehr als "Rassismus" etc. Es braucht schon eine gewisse Abstraktionsfähigkeit, um über das faktische "So-sein" auch in einem "Anders-sein" das Humanum zu erblicken. Ansonsten gibt es keinen Grund davon auszugehen, daß auch andere Formen des Menschseins als in der eigenen Kultur gegebene (und das ist in jedem Fall hoch zu schätzen, ja muß unbedingt geschützt werden, es ist ein Auftrag Gottes) zum Menschsein an sich führen. Oder wo sie das aus bestimmten kulturellen Gegebenheiten auch nicht können, denn es gibt durchaus versagende Kultur.

²Versuchen wir es durch eine Illustrierung verstehbarer zu machen: Gleich sind der Bahnschrankenwärter und der Generaldirektor und der König in der Sittlichkeit, IN DER sie ihr jeweiliges Amt ergreifen und ausfüllen. Und darin MÜSSEN sie die Unterschiede zum jeweiligen Anderen so realisieren, als wären diese absolut. Erst in dieser Hinsicht sind sie tatsächlich (vor Gott) gleich und können im Himmel dieselbe "Höhe" erlangen. Weil sie das Konkrete geliebt haben, also sein Eigensein (zu dem vor allem auch dessen Ort im sozialen Gefüge gehört, denn alles Eigensein ist ja wesentlich konkrete, reale Beziehung) wollten und bejahten. Man kann ja nur "etwas" (bzw. an etwas) lieben. Erst so wird die gesamte Schöpfung zum Lobpreis Gottes geführt. Durch den Menschen, der (kraft Taufe und Gnade, also Sittlichkeit) "in Christo" und "ex Christo" lebt. Hierin gründet übrigens der wahre, der einzig richtige "Individualismus" des Christentums.

**Der VdZ sieht hier auch die sehr sehr seltenen Fälle eingeschlossen, wo durch Vererbungsdefekte ein Mann oder eine Frau ihre je eigene, immer und unvermeidbar durch die (Vernunft-/Geist-)Seele klar geschlechtlich definierte Seite der Körper diese ontologische Wahrheit fast vollständig verbirgt. Die Rede ist von den wie gesagt sehr seltenen Fällen von wirklichem Transsexualismus, der mit einer charakterlichen Störung wie "Transvestitentum" etc. nichts zu tun hat. Der VdZ hält aus der Begegnung mit Betroffenen heraus, die er für glaubwürdig hält, für möglich, daß so gravierende Fehler in den rein physischen Vererbungsprozessen möglich sind.

***Hier liegt der leider weithin zu beobachtende Fehler begründet, wie er uns in der "Flüchtlingsfrage" heute begegnet und der Kirche jede Glaubwürdigkeit genommen hat, ja sie als Feind der eigenen Kultur verstehen läßt. Was sogar zu guten Teilen stimmt. Aber nur im Faktischen, nicht in dem, was Kirche eigentlich ist. Wenn es nämlich heißt, man müsse sich um den Armen (Flüchtling, in Not Befindlichen, was auch immer) kümmern und dabei die Unterschiedlichkeit ausblenden. Nein! Denn Liebe zielt ja nur auf Unterschiedlichkeit ab, diese ist der Ort an dem sich Liebe erfüllt! Und das kann auch heißen, den anderen aus der eigenen Gemeinschaft auszuschließen, ihn zugleich aber in seinem Eigensein zu stärken, wo dieses ihm dient, oder aber von ihm Änderung verlangen, wo es ihm dienlicher wäre, um "Mensch zu werden". Und das heißt in der Regel auch: In seiner eigenen Kultur als ihm gegebener Ort, seine Sittlichkeit zu verlebendigen. Nächstenliebe heißt aber nicht und niemals, das Eigensein über Bord zu werfen! 

Daß das im ganz Persönlichen für einen "Figurlosen" (wie es Priester sind, die schon durch ihre Kleidung "neutral", also sopra-kulturell sind, wenn das auch nicht für die Liturgie gilt, die eben wiederum nur kulturelle Gestalt haben kann, weil sie Teilhabe der Menschen an einer Gestalt bedeutet, die prinzipiell immer in eine Kultur gekleidet ist) eine andere Form hat oder haben kann steht auf einem ganz anderen Blatt. Und ist doch nicht so einfach zu generalisieren, denn für einen Pfarrer, der ja das Ortsprinzip zu seinem eigenen gemacht hat, ist Kulturverflochtenheit in gewisser Hinsicht Liebes-Pflicht: Er muß den Menschen in ihrer jeweiligen Kultur begegnen, darin quasi als Neutraler "schwimmen", die ihm als Seelsorger aufgegeben sind. 

Um das Gesagte vorstellbarer zu machen, möge der Leser nur an die ungeheuren und weltweiten Erfolge der Jesuiten-Mission denken, die bis ins 18. Jahrhundert andauerten, ehe man sie auf politischen Druck hin verbot, weil sie dem Kapitalismus im Wege standen. Sie haben dieses Prinzip der Kulturbezogenheit verstanden, sind aber auch sehr vorsichtig damit umgegangen. Kein Jesuit hat einfach eigenmächtig Kulturformen adaptiert, immer hat er Rücksprache mit den theologischen Konsilien gehalten. Aber an sich haben sie das Leben der Kultur gelebt, in die sie gegangen waren, dabei aber aussortiert, was in dieser Kultur NICHT zum Menschsein führte, und höhergeführt, was dort dem Sein, dem Ziel des Menschen zuarbeitete. Beliebtes Beispiel: Die Chöre der Indios in Paraguay, die nämlich auch sonst so gerne und schön sangen. Oder den fälschlich als "Sozialismus" mißdeuteten Umgang mit Kollektivgütern, weil diese Menschen einen individuell kaum ausgeprägten Begriff von Verantwortung und damit Besitz hatten. Heute sind dieselben Jesuiten freilich zu den Vorreitern einer kulturrelativistischen, auflösenden und damit häretischen, tatsächlich sozialistisch-nihilistischen Haltung geworden, die eine Gefahr darstellt und dringend zu einem Verbot der Ordensorganisation führen müßte.





*120918*

Samstag, 13. Oktober 2018

Splitter zum Tag (1)

Wo immer Kinder ihren Blick auf die Mutter richten, vom Vater weg, ja diesen ausblendend, endet es in Dummheit. Denn die Welt liegt in der Gestalt des Vaters, und Gestalt läßt sich nicht eigenschaftlich, funktional, technisch ersetzen. 

Schlimm wird die Verblödung dort, wo sie sogar den Vater ablehnen und ihm bzw. dem, wofür er steht, entgegenarbeiten.

Wo sie aber gar den Zielen der Mutter folgen, die die Ziele des Vaters (und damit Sinn des Ortes, als Ort, auf den hin ein Mensch in die Welt kam) durch eigene, andere Ziele ersetzen, und sei es, um den Vater zu übertreffen, ihn damit zu marginalisieren, werden die Kinder in Lebensverfehlung, Unglück und Chaos geführt.

Vernunftlosigkeit und Feminismus sind deshalb zwei Seiten einer Medaille, weil Vernunft als lebendige Kommunikation aus der Hinausgestrecktheit in die Welt erwächst - die es nur von einem Standort aus gibt, und dieser ist vom und im Vater vorgegeben - und deshalb der Feind einer weiblichen Haltung ist, die sich als Maßstab (und sei es "mit dem des Mannes gleichgestellt", es läuft auf dieselbe Vaternegierung hinaus) festlegen möchte.

Es gibt keine Ausnahmen von dieser Regel. Sie ist in der Ontologie des Menschseins, in seiner grundlegenden geistigen Matrix also, festgeschrieben. Denn sie ist das Prinzip der Trinität, und deshalb auch das erste Wesen des Menschen als Abbild Gottes.

***

Weil aber der Mensch in diesem Wesen Vernunftmensch ist, weil er ohne Vernunft gar nicht leben, nicht Mensch in Persönlichkeit und damit Identität sein kann, gründet darin die grundlegende Suche jedes Menschen nach seinem Vater. Arm sind die dran, die ihn nicht einmal kennen, also seine Gestalt nicht in ihrer Erinnerung tragen. Noch ärmer jene, denen das bewußt vorenthalten wurde und wird. Ihnen bleibt nur die Annahme eines Ersatzvaters.

Was bei Buben in der Identifikation - in ganz jungen Tagen undifferenziert, später differenzierter, das heißt: individualisierter, weil ja auch die Welt historisch nie dieselbe ist - stattfindet, findet sich bei Mädchen in der reaktiven Zugewiesenheit durch die Gestalt des Vaters, der die Identifikation mit der Mutter in eben dieser Bewegung zur Seite steht. In eben dieser Haltung, die auch die Söhne in ihrer Reaktion auf die Mutter in ihrer Haltung zum Vater zu sich selbst kommen lassen.

Ist auch nur irgendetwas in dieser Polarität als Wesen der Beziehung gestört, kommt es im Kind zu Identitätsstörungen. Als deren Folge auch die Vernunftfähigkeit gestört wird. Die nur sekundär mit Intelligenz - als in sich blindes Werkzeug der Vernunftgrundlage, also durchaus auch in destruktiver Möglichkeit - zu tun hat. (In diesem Sinn wird an dieser Stelle immer von der Sittlichkeit als Grundlage der Vernunftfähigkeit gesprochen.)

Es ist der Sinn, der logos, die "Gerichtetheit auf" (den Vater), aus der Vernunft erst möglich wird. In den beiden Geschlechtern aber auf je andere Art und Charakteristik.

Und in dieser Hinsicht sucht tatsächlich und als Lebensschicksal jeder Mann seine Mutter, jede Frau ihren Vater. Hier wird über die Geschlechterfolge sogar die Anbindung an den aller ersten Ursprung weitergegeben. Und hier liegt die Herkunft des Menschen als Geschöpf Gottes wie eine verschlüsselte Botschaft jedem Herzen eingeschrieben.

Das ist der Sinn des 4. Gebotes, das nicht zufällig das erste der sieben weltzugewandten Gebote ist. Und mit Volltext ja alles sagt: "Du sollst Vater und Mutter ehren, auf daß Du lange lebest und es Dir wohlergehe auf Erden." Es verbindet in dieser Bedeutung mit den ersten drei (direkt gottbezogenen) Geboten.

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Das heißt aber nicht, daß der Vater stets physisch präsent sein muß, wir haben darüber schon geschrieben. Seine Gestalt ist entscheidend, und diese wiederum ist in der Mutter (als Antwort) eingeschrieben. Der Vater ist also in der Mutter präsent (oder eben nicht), und damit erfahrbar (oder eben nicht). Denn die lauteste Botschaft einer Eigenschaft zeigt sich im Mangel, wenngleich er über den Verstand anders umgesetzt werden muß (denn der Verstand liefert nur die Anleitung, nicht das Ding selbst.) So wird z. B. seine Schutzfunktion im Erleben der Schutzbedürftigkeit erkennbar, was somit noch stärker zu ihm hin bewegt und auf ihn verweist.

Das Präsenzprinzip gilt damit aber sehr wohl für die Mutter. Denn sie ist die erste Identifikationseinheit, aus der sich das Kind erst zur Persönlichkeit - über die Gestalt des Vaters - ablöst.


Morgen Teil 2)






*120918*

Sonntag, 10. Juni 2018

Fluch der 68er

Viel wird in diesen Tagen über die sogenannte "68er-Generation" gesprochen und geschrieben. In Wahrheit ist nur eines dazu zu sagen: Sie sind verflucht. Sie sind verflucht. Sie haben das 4. Gebot, das am Tor zum irdischen Leben steht - das erste Gebot, das sich mit der Welthaftigkeit befaßt - mit Füßen getreten. Kein Gnadenhauch wird sie für das, was sie getan haben und heute wortreich rechtfertigen, um ihren Hals zu retten, noch beleben.

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Die 68er waren eine Abwendung von der Vernunft. Hans Langbein (oder hieß der Rainer Langhans? Egal, es lohnt nicht, sich die Namen solcher Staubflockerl am Klopapier zu merken) gab es bei einer jüngst vom VdZ gesehenen TV-Diskussion offen zu, ja, der mittlerweile alte Mann meinte immer noch die große Heilsbotschaft zu verkünden, indem er verlangte, daß wir von der Vernunft abkehren sollten. Das sei ja die große, menschenrettende Botschaft auch seiner Kommune gewesen.

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Heute stehen wir ein einer Situation, in der sich einfach alle verarscht fühlen. Und hilflos um sich schlagen und Schuldige suchen. Die Industrie. Die Linken. Die Rechten. Der Kapitalismus. Der Zins. Bis man merkt, daß sie ein Motiv elegant zu umschiffen versuchen. Da muß man aufmerken. Da liegt es wohl denn.

Unsittlichkeit. Und die aus ihr stammende Vernunftlosigkeit. Sie ist eine ganzpersonale Hinwendung zum Sein, zu Gott, der Person ist. Vernunft ist eine Ganzzuwendung, eine ganzpersonale Ausrichtung. Eine Weichenstellung in der Wurzel, am Beginn alles dessen, was wir mit Denken bezeichnen. Das fast immer nur ein "Wortstellen" ist, ein Ausrichten unseres Wortgebrabbels auf unsere längst gefaßten Entscheidungen. Insofern - interessanterweise - der Wahrheit nicht unähnlich, ja ähnlich, was sonst. Denn auch die ist ein Ausrichten auf den Urgrund aller Wahrheit, auf die Wahrheit selbst: auf Jesus Christus.

Achten wir also darauf, worauf sich jemand ausrichtet. Deshalb haben die meisten Dispute nicht rationales Argument zur Aufgabe, sondern Zurechtweisung ob der Zumutung, der Vergewaltigungsversuche, die das Gegenüber veranstaltet. Und sich mit Wortkaskaden tarnt.

Alles übrige, all die Diskussionen, all die Dispute - wir können sie uns sparen. Sie sind (außer für standesmäßige Beobachter) nutz- und sinnlos.






*170518*

Sonntag, 5. März 2017

Als Quelle des Lebens

Das Heldentum ist die Materia des Menschen und eines Volkes als Punkt dessen, woraufhin sich der Einzelne transzendiert - Ort als Beziehungsknoten zur Welt als Welt, Sinn, logos - inkarniert und damit als Haltung und Gestimmtheit Verweis auf die Quelle seines Lebens überhaupt. Es geht dabei weniger um den Kampf, den Tod selbst, sondern um die unbedingte Bereitschaft dazu, die Haltung jederzeit zu sterben bereit zu sein. 

Um so der Vorsehung Gottes, die sich auf den logos, den Ort bezieht, das zu geben, was Raum ist. 

Stirbt die Heldenverehrung, stirbt die Bereitschaft zum Krieg, der nur und erst im Helden human wird, stirbt mit absoluter Sicherheit das Volk.

Alle Völker aller Zeiten wußten darum, als Analogie, als innere Schematik findet sie sich immer und überall. Kein Volk, das keine Helden kennt. Es hat absolut nichts mit Nutzen und Pragmatismus zu tun, daß jedes Volk aus einer Selbsterzählung hervorgeht und diese als heilig mit sich weiterträgt, die die Quelle - die Gründung durch den oder die Helden - immer gegenwärtig hält. Die Legenden eines Volkes sind sein Herdfeuer, das nie verlöschen darf, weil sonst alles in Dunkelheit und Nichts fällt.

Wer die Väter verachtet, fällt ins Nichts. Dem erlischt die Kraft der Lebensgestaltung, weil er das Pferd der göttlichen Vorsehung nicht mehr zu reiten vermag. Und ohne Gestaltung gibt es kein Leben.






*270217*

Sonntag, 23. Oktober 2016

Unter der Drohung der Einsamkeit

"Je stärker die gesellschaftlichen Bedingungen (der Bevölkerungen in Demokratien, Anm.) sich einander angleichen, desto größer wird die Zahl der Individuen, die zwar nicht mehr reich und mächtig genug sind, um einen großen Einfluß auf das Schicksal ihrer Mitbürger ausüben zu können, die aber hinreichend Bildung und Güter erworben oder behalten haben, um sich selbst zu genügen. Sie sind niemandem etwas schuldig und erwarten sozusagen von niemandem etwas; sie gewöhnen sich daran, sich immer nur in ihrer Isolierung zu betrachten, und stellen sich gern vor, daß ihr Schicksal nur von ihnen abhänge.

So sorgt die Demokratei nicht nur dafür, daß ein jeder seine Ahnen vergißt, sondern sie verbirgt ihm auch die Nachfolger und entfremdet ihn auch seinen Zeitgenommen; ständig wirft sie ihn auf sich selbst zurück und droht, ihn gänzlich in die Einsamkeit seines eigenen Herzens einzusperren."

Alexis de Tocqueville, "Demokratie in Amerika" (ca. 1830)


Was Tocqueville hier für den Staat schreibt, gilt analog uneingeschränkt für jeden sozialen Organismus, dem seine hierarchische Struktur genommen wird. Nicht zuletzt, ja vor allem - von der Familie, die der sozialistische Sozialstaat als verfeinertes Instrument des Demokratismus als Tyrannei der Mehrheit direkt und nachhaltig zerstört hat.




*310816*

Sonntag, 16. Oktober 2016

Im Anfang ist das immanent Geglaubte

"Wäre der Mensch gezwungen, sich selbst Beweise für die alltäglich gebrauchten Wahrheiten zu liefern, so würde er nie ein Ende finden. Er würde sich durch elementare Beweisführungen ausgeben, ohne weiterzukommen. Da er wegen seiner kurzen Lebenszeit und der Begrenztheit seines Geistes weder die Zeit noch die Fähigkeit hat es durchzuführen, ist er darauf angewiesen, eine Menge von Tatsachen und Meinungen für begründet zu halten, die selbst zu untersuchen und zu prüfen er weder Muße noch Kraft hatte.
Sie waren entweder von Geschickteren entdeckt oder von der Menge aufgenommen worden. Auf dieser ersten Grundlage errichtet er selbst das Gebäude seiner eigenen Anschauungen. Diese Art des Vorgehens liegt nicht in seinem Willen. Das unbeugsame Gesetz seiner eigenen Daseinsbedingung zwingt ihn dazu.
Es gibt keinen noch so großen Philosophen auf der Welt, der nicht zahllose Anschauungen von anderen übernimmt und der nicht viel mehr Wahrheiten voraussetzt, als er selbst aufstellt."
Alexis de Tocqueville

Wenn also eine Generation der Überzeugung ist, sie wüßte endlich alles besser als ihre Vorfahren, so muß man nicht fragen, ob das denn stimmte, oder was sie denn besser wüßte, sondern WEM sie NUN glaubt, und warum sie ihm glaubt, wenn sie ihren Vorfahren nicht mehr glauben will. Will. Denn ohne jeden Zweifel glaubt sie ihnen unermeßlich viel. Sodaß die Frage auftaucht, warum sie sich davon befreien will, weil sie im Urteil über ihre Väter auch sich selbst verurteilt.

In jedem Fall aber ist es eine unumstößliche Tatsache, daß das Weltgefüge Menschheit ein gewaltiges System von pyramidal geordneten Personen ist, wo jeder Mensch anderen anhängt weil ihnen glaubt. Bis zu dem Punkt, dem letztlich alle nur einem glauben, ohne es meist aber zu wissen und über Inhalte auch gar nicht prüfen zu können, weil sie nur den je nachfolgenden Trägern dieser Inhalte, die wie in einer ununterbrochenen Staffette bis vor jedes einzelnen Türen reichen, glauben können.

In Zeiten der Gleichheit, wie sie die Demokratie bewirkt, schenken die Menschen dem anderen immer weniger Vertrauen. Zugleich aber wächst die Neigung, der Masse zu vertrauen, denn wenn alle gleich aufgeklärt sind, bleibt nur noch das Gesetz der Masse. Denn während er den anderen als "gleich" erkennt, erkennt er sich selbst als klein und unbedeutend im Verhältnis zur Masse. Dieselbe Gleichheit die ihn vom anderen unabhängig macht isoliert ihn, und damit steht er dem Einwirken der großen Zahl wehrlos gegenüber. Sodaß es am Ende die öffentliche Meinung ist, die die Menschen führt. Sie wird bei demokratischen Völkern unendlich groß.

Anders als bei aristokratischen Völkern ist es nun nicht die individuelle Vernunft, die eine Überzeugung bewirkt, sondern die Öffentlichkeit, die sich aufdrängt und ihre Anschauungen mit enormem Druck - dem Druck der Massenseele (im Gewande der Allgemeinheit, und damit der Wahrheit selbst) auf den Einzelgeist - in die Gemüter treibt.

Selbst die Religion herrscht dann nicht als einzeln geglaubte, geoffenbarte Glaubenslehre, sondern als öffentliche Meinung. Denn nichts, schreibt Tocqueville an anderer Stelle, ist dem Menschen so geläufig als dem Vertrauen zu schenken, der die größere Macht über ihn hat, ja der ihn unterdrückt. Denn, fügen wir wieder hinzu, darin ist die Grundtypologie des Menschseins überhaupt abgebildet - die Verankerung in einer göttlichen Person. Und Gott ist nur, was die größte Macht hat.

Deshalb drückt sich in diesem pyramidalen Aufbau, in dem jeder in einem anderen verankert ist, DEM er glaubt, die Grundsituation des Menschen vor Gott aus. Die zugleich ontologisches Gepräge ist, und das Dasein im Einzelnen nicht anders kennzeichnet wie im großen Ganzen, nur auf je anderer Ebene.

Die Frage kann deshalb auch nie sein, OB und WAS wir unseren Eltern und Vorfahren verdanken. Schon so zu fragen, entzweit sich mit sich selbst.

Aber die Ursache liegt auch hier in der falschen Anhänglichkeit an JEMANDEN. Wo die Sicherheit in Gott durch die vermeintliche Sicherheit eines Einfügens in die öffentliche Meinung ersetzt, das Religiöse also zu einem Gott wechselt, dessen Prophet die Mehrheit ist. Und was "alle" für richtig halten, muß doch auch richtig sein. 

Die Tragödie, die das für den Einzelnen darstellt, hat also auch hier mit der Erbsünde zu tun, nicht mit der Verfaßtheit des Menschen. Die ist immer gleich "richtig". Falsch ist nur der aktuelle Kurs. 

Es ist somit leicht als Verteidigungstaktitk zu durchschauen, wenn es dieser selben Mehrheitsmeinung genau darum geht, das Richtige zu verleumden, und das Falsche zu bewahren - der Abfall von Gott ist dann die Grundtatsache, um die es geht, welche Meinungsfarbe das hat ist gleichgültig. Die Eingliederung als Gehörende aber immer dieselbe.

Die Person muß gewählt werden, das erspart auch nicht die ontologische Verfaßtheit in ihrer Richtigkeit weil Wesensgerechtheit. Sie muß als das gewählt werde, bei dem man bleibt, noch ehe das individuelle Urteil ausgebildet werden konnte. Gott, aus dem wir hervorgerufen wurden, und die Zugehörigkeit zu ihm ist nämlich das Natürliche. Alles später ist ein Abkehren von dem, was er uns als unsere innerste Grammatik ins Herz gelegt hat.



*300816*