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Mittwoch, 13. Juli 2022

Regierung ist immer personal

Nicht zum ersten mal, wurde im Corona-Ausschuß 111 beklagt, daß staatliche Institutionen (Justiz, Polizei) durch private Interessensgruppen instrumentalisiert würden. Nun ist das zwar richtig, aber in einem größeren Zusammenhang gesehen ga rnicht anders sein kann. Denn wen nauch diese Corona-Aufklärer ständig von Demokratie reden, so bekritteln sie Zustände, die nicht die Demoikratie deformieren, sondern zu ihrem Wesen gehören. 

Das da wäre, daß sich auch in der Demokratie die wesensgemäß EINZIGE Organisationsform des Menschen - chthonisch, aber unvermeidlich weil ontologisch motiviert - ihre Bahn sucht. Und die ist nicht dmeokratisch, sondern monarchisch und hierarchisch, also ein System der persönlichen Gefolgschaft, die einer PERSON geleistet wird. 

Mittwoch, 1. Juli 2020

EB Viganò schreibt an Donald Trump

7. Juni 2020,  Dreifaltigkeitssonntag


Herr Präsident,



in den letzten Monaten haben wir die Bildung von zwei entgegengesetzten Seiten erlebt, die ich als biblisch bezeichnen würde: Es stehen sich die Kinder des Lichts und die Kinder der Dunkelheit gegenüber. 



Zwar bilden die Kinder des Lichts bilden den bei weitem überwiegenden Teil der Menschheit, während die Kinder der Dunkelheit eine absolute Minderheit darstellen. Dennoch sind die ersteren Gegenstand einer Art Diskriminierung, die sie in eine Situation moralischer Minderwertigkeit gegenüber ihren Gegnern versetzt, die häufig strategische Positionen in der Regierung, in der Politik, in der Wirtschaft und in den Medien innehaben. Auf scheinbar unerklärliche Weise werden die Guten von den Bösen und von denen, die ihnen entweder aus Eigennutz oder aus Angst helfen, als Geiseln gehalten.

Diese beiden Seiten haben eine biblische Natur, denn sie folgen der klaren Trennung zwischen den Nachkommen der Frau und den Nachkommen der Schlange. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die, obwohl sie tausend Mängel und Schwächen haben, von dem Wunsch motiviert sind, Gutes zu tun, ehrlich zu sein, eine Familie zu gründen, Arbeit zu leisten, ihrem Heimatland Wohlstand zu schaffen, den Bedürftigen zu helfen, und sich im Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes das Königreich des Himmels zu verdienen. 



Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die sich selbst dienen, keine moralischen Grundsätze haben, die Familie und die Nation zerstören, die Arbeiter ausbeuten wollen, um sich übermäßig zu bereichern, interne Spaltungen und Kriege zu schüren und Macht und Geld anzusammeln: Für sie wird die trügerische Illusion des zeitlichen Wohlbefindens eines Tages - wenn sie nicht bereuen - dem schrecklichen Schicksal nachgeben, das sie fern von Gott in ewiger Verdammnis erwartet.


In der Gesellschaft, Herr Präsident, existieren diese beiden gegensätzlichen Realitäten als ewige Feinde nebeneinander, und sie sind wie Gott und Satan ewige Feinde. Nun scheint es, daß die Kinder der Dunkelheit - die wir leicht mit dem tiefen Staat identifizieren können, die Sie bewußt ablehnen und in diesen Tagen offen und heftig Krieg gegen Sie führen - beschlossen haben, ihre Karten sozusagen aufzudecken, und ihre Pläne enthüllen. 



Sie scheinen sich also so sicher zu sein, daß sie bereits alles unter Kontrolle haben, da sie jede Umsicht beiseite gelegt haben, mit der sie ihre wahren Absichten bisher zumindest teilweise verborgen hatten. Die bereits laufenden Untersuchungen werden die wahre Verantwortung derjenigen aufzeigen, die den Covid-Notfall nicht nur im Bereich der Gesundheitsversorgung, sondern auch in Politik, Wirtschaft und Medien bewältigt haben. Wir werden wahrscheinlich feststellen, daß es in dieser gewaltigen Operation des Social Engineering Menschen gibt, die das Schicksal der Menschheit entschieden haben und sich das Recht einräumen, gegen den Willen der Bürger und ihrer Vertreter in den Regierungen der Nationen zu handeln.


Wir werden auch feststellen, daß die Unruhen in diesen Tagen von jenen provoziert wurden, die angesichts der Tatsache, daß die Gefahren des Virus verblassen und die soziale Dringlichkeit der Pandemie nachlässt, notwendigerweise zivile Unruhen hervorrufen mußten, weil ihnen Repressionen folgen würden.



Obwohl legitim, könnte dies als ungerechtfertigte Aggression gegen die Bevölkerung verurteilt werden. Das Gleiche passiert auch in Europa in perfekter Synchronität. Es ist ziemlich klar, dass der Einsatz von Straßenprotesten für diejenigen von Bedeutung ist, die sich wünschen, daß bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen jemand gewählt wird, der die Ziele des tiefen Staates verkörpert und dessen Ziele treu und mit Überzeugung zum Ausdruck bringt. Es wird nicht überraschen, wenn wir in einigen Monaten sogar erfahren, daß hinter diesen Akten des Vandalismus und der Gewalt diejenigen verborgen sind, die hoffen, von der Auflösung der sozialen Ordnung zu profitieren, um eine Welt ohne Freiheit aufzubauen: Solve et Coagula, wie das freimaurerische Sprichwort lehrt: Löse und verbinde.


Obwohl es beunruhigend erscheinen mag, finden sich die von mir beschriebenen gegensätzlichen Angleichungen auch in religiösen Kreisen. Es gibt treue Hirten, die sich um die Herde Christi kümmern, aber es gibt auch ungläubige Mietlinge, die versuchen, die Herde zu zerstreuen und die Schafe auszuliefern, damit sie von gefräßigen Wölfen verschlungen werden. 



Es ist nicht überraschend, daß diese Mietlinge Verbündete der Kinder der Dunkelheit sind und die Kinder des Lichts hassen: So wie es einen tiefen Staat gibt, gibt es auch eine tiefe Kirche, die ihre Pflichten verrät und ihre wahren Verpflichtungen vor Gott aufgibt. Der unsichtbare Feind, gegen den gute Regierende in öffentlichen Angelegenheiten kämpfen, wird also auch von guten Hirten im kirchlichen Bereich bekämpft. Und es ist ein spiritueller Kampf, über den ich zuletzt in jenem Aufruf gesprochen habe, der am 8. Mai veröffentlicht worden ist.


Zum ersten Mal haben die Vereinigten Staaten in Ihnen einen Präsidenten, der mutig das Recht auf Leben verteidigt. Der sich nicht schämt, die Verfolgung von Christen auf der ganzen Welt anzuprangern, der von Jesus Christus und dem Recht der Bürger auf Religionsfreiheit* spricht. Ihre Teilnahme am Marsch für das Lebern und Ihre Proklamation von diesem April als dem Nationalen Monat zur Verhütung von Kindesmißbrauch sind Maßnahmen, die bestätigen, auf welcher Seite Sie kämpfen möchten. Und ich wage zu glauben, dass wir beide in diesem Kampf auf der gleichen Seite sind, wenn auch mit unterschiedlichen Waffen.



Aus diesem Grunde glaube ich, daß der orchestrierte Angriff, dem Sie nach dem Besuch des National Shrine of St. Johannes Paul II Teil von den Medien ausgesetzt wurden, Teil einer Erzählung ist, die nicht der Bekämpfung von Rassismus und dem Schaffen einer gerechten sozialen Ordnung dient, sondern weitere Polarisierung bewirken soll. Es geht nicht darum, Gerechtigkeit zu bringen, sondern darum, Gewalt und Verbrechen zu legitimieren. Er soll nicht der Wahrheit dienen, sondern eine bestimmte politische Fraktion bevorzugen. 

Darin ist es beunruhigend festzustellen, daß es Bischöfe der katholischen Kirche gibt - wie die, die ich kürzlich angeklagt habe - die durch ihre Worte beweisen, daß sie an der Gegenseite ausgerichtet sind. Sie sind dem tiefen Staat, dem Globalismus, dem gleichgeschalteten Denken und der Neuen Weltordnung unterworfen, die sie im Namen einer universellen Bruderschaft immer häufiger anrufen. Das hat nichts Christliches an sich, sondern es beschwört die freimaurerischen Ideale jener, die die Welt beherrschen wollen, indem sie Gott aus den Gerichten, aus den Schulen, aus den Familien und vielleicht sogar aus den Kirchen vertreiben.



Das amerikanische Volk ist reif und hat jetzt verstanden, wie sehr die Mainstream-Medien nicht die Wahrheit verbreiten, sondern zum Schweigen bringen und verzerren wollen, um stattdessen jene Lüge zu verbreiten, die den Zwecken ihrer Herren und Meister nützlich ist. 

Es ist jedoch wichtig, daß die Guten - die die Mehrheit sind - aus ihrer Trägheit erwachen und nicht akzeptieren, von einer Minderheit unehrlicher Menschen mit unzulässigen Absichten getäuscht zu werden. Es ist notwendig, dass die Guten, die Kinder des Lichts, sich vereinigen und ihre Stimmen hören lassen. Wie kann man dies wirksamer tun, Herr Präsident, als durch Gebet den Herrn zu bitten, Sie, die Vereinigten Staaten und die gesamte Menschheit vor diesem enormen Angriff des Feindes zu schützen? Vor der Kraft des Gebets werden die Täuschungen der Kinder der Dunkelheit zusammenbrechen, werden ihre Verschwörungen aufgedeckt, und der Verrat demaskiert.



Herr Präsident, mein unentwegtes Gebet widmet sich der geliebten amerikanischen Nation, der ich das Privileg und die Ehre hatte, von Papst Benedikt XVI. als Apostolischer Nuntius gesandt zu werden. In dieser dramatischen und entscheidenden Stunde für die ganze Menschheit bete ich für Sie und auch für alle, die in der Regierung der Vereinigten Staaten an Ihrer Seite stehen. Ich vertraue darauf, daß das amerikanische Volk mit mir und Ihnen im Gebet zum allmächtigen Gott vereint ist.



In dieser Gemeinschaft gegen den unsichtbaren Feind der ganzen Menschheit segne ich Sie und die First Lady, die geliebte amerikanische Nation und alle Männer und Frauen guten Willens.



+ Carlo Maria Viganò

Titel Erzbischof von Ulpiana

Ehemaliger Apostolischer Nuntius in den Vereinigten Staaten von Amerika



Der Brief im Originalwortlaut. In einer ersten Reaktion schrieb Präsident Trump in einem Tweet, daß er sich von diesem unglaublichen Brief von EB Viganò sehr geehrt fühle. Er hoffe, daß alle Menschen, ob religiös oder nicht, ihn lesen würden.



*Anmerkung: Die Einführung dieses Begriffs in solch einem Schreiben kann nur taktischen Überlegungen geschuldet sein. Ob es klug ist, wagt der VdZ allerdings zu bezweifeln, denn es hinterläßt viele offene Fragen und könnte gar den Eindruck von Falschheit erwecken. Die Kirche kann niemals "Religionsfreiheit" wollen, sondern lediglich als Schlupfweg und vorübergehendes, bestenfalls geringeres Übel angesichts einer sonstigen offenen Unterdrückung akzeptieren, um ihr eigentliches Ziel, die Bekehrung zur einen wahren, katholischen Religion zu verfolgen. Im Munde katholischer Öffentlichkeit kann eine Forderung nach "Religionsfreiheit" als Argument für die freie Verkündigung des Katholizismus nur als "Kreide fressen" erscheinen.

Man sollte sich deshalb keine Illusionen machen: Die Feinde der Wahrheit ahnen und spüren diese "Halbwahrheit", die sich hinter dem Begriff "Religionsfreiheit" verbirgt. Der unglücklicherweise sogar Eingang in Dokumente des Zweiten Vatikanums gefunden hat, aber niemals ein genuines Ziel der Katholischen Kirche gewesen ist und sein kann. Vor diesem Hintergrund kann und muß es zwar Toleranz geben, aber als Faktor des öffentlichen gesellschaftlichen Lebens und im Dienste deren Einheit wie staatlicher Integrität kann nichts neben der katholischen Wahrheit "gleichberechtigt" sein.


Freitag, 29. Mai 2020

Strafe soll eine Rückkehr in Gottes Willen bewirken

Als sich einige wenige Kardinäle und Bischöfe zur Corona-Krise in einem Aufruf meldeten, in dem sie ihre größten Bedenken äußerten, ja Warnungen abgaben, daß sich in der sogenannten Corona-Krise in den Maßnahmen, die (wirkliche oder angebliche, in jedem Fall zum Verhaltensgebot ausgerufene) Pandemie zu bekämpfen, eine Struktur zeige, die die in den jeweiligen Landesgesetzen niedergeschriebenen und garantierten Freiheitsrechte der Menschen außer Kraft setze, und Regeln festlege, die frappierende Ähnlichkeiten mit diktatorischen, unterdrückerischen Staatstrukturen zeigten, distanzierte sich unter anderem die Deutsche Bischofskonferenz sofort davon. 

Unter vielen weiteren Reaktionen fand die von dem orthodoxen Rabbiner Jehoschua Ahrens eine der von den deutschen (und hier vor allem kirchlichen) Medien am meisten Beachtung. Interessanterweise, wenn auch nicht wirklich überraschend, begrüßt er nicht nur die distanzierende Haltung der Deutschen Bischofskonferenz, sondern Ahrens ortet nächste antisemitische Tendenzen darin. Und reiht die Warnungen der Bischöfe ins Fach der Verschwörungstheorien ein, denen jeder Bezug zur Realität fehle.

Weniger Beachtung, und auch das ist nicht überraschend (und man könnte sich doch zumindest auch fragen, warum das so vorhersagbar ist) fand dann die Reaktion eines der Proponenten des besorgten Schreibens, Erzbischof Viganò. Dabei sollte sie doch Beachtung finden, weil sie pointiert auf einige Fragen antwortet, die immer wieder aufflammen, und immer wieder von offizieller kirchlicher Seite auszutreten versucht werden. Doch wurde seine Stellungnahme auf Ahrens' Angriff erstens kaum wo erwähnt, und zweitens wenn, dann nicht vollumfänglich abgedruckt.

Daß der Mainstream dieses sehr wünscht, muß nicht extra erwähnt werden. Denn wer möchte schon gerne hören, daß Gott auch Strafen senden könnte? Aber das tut er. Ob und in welcher Form die Corona-Pandemie eine solche ist, oder ob die Strafe Gottes nicht eher in der Zulassung der Unterdrückungsstrategien der Regierungen liegt, ob bewußt oder unbewußt spielt dabei gar nicht die wesentliche Rolle, steht auf einem anderen Blatt Papier. 

Doch wollen wir hier die wesentlichen Teile dieser Antwort Viganòs in deutscher Übersetzung (als Übertragung einer englischen Übersetzung aus dem Italienischen) bringen. Sie ist lesenswert. Und man sollte nicht nur auf die Bischöfe schimpfen (worin man leider meist Recht hat), wenn es um ihr Verhalten in dieser Corona-Krise geht, sondern ab und an auch Bischöfe erwähnen, die wenigstens versuchen, sich ehrenvoll und achtbar in dieser geistigen Schlacht gewaltiger Dimension, mit der wir es heute zu tun haben, zu schlagen. 

Ferner hat derselbe Viganò in eben unseren Tagen den sehr wahren Satz geäußert, daß jede Diktatur zu allen Zeiten nur deshalb aufkommt, weil es zu wenige Gegenstimmen gibt. Daß sie also stets deshalb aufkommt, weil sie nicht gesehen, von den wesentlichen gesellschaftlichen Autoritäten und Kräften kleingeredet, unterschätzt und damit zugelassen wird. Heute wird insbesonders nicht gesehen, wie viele Dinge bereits auf eine Weise zusammenhängen, daß man von sehr real existierenden, mindestens vorbereiteten lückenlosen und umfassenden Strukturen sprechen muß, die durch die technischen Möglichkeiten der Gegenwart auf eine historisch einmalige Knechtung der gesamten Weltbevölkerung hinauslaufen. 

Zumindest die Möglichkeit muß man deshalb doch sehen. Und die Frage stellen, was überhaupt noch zwischen der bloßen Möglichkeit einer solchen Totaldiktatur und dem eingetretenen Anwendungsfall steht. Oder ob diese Kluft nicht schon überwunden ist - und zwar durch beziehungsweise in dieser Corona-Krise, als dem Schlüssel zum Tor eines globalen Totalitarismus, der dem Seelenheil der Menschen mehr als gefährlich ist.

[...]

Ich muss Ihnen sagen, Dr. Ahrens, daß ich von Ihren Worten nicht wenig überrascht bin, wenn Sie sagen: „Wir wissen seit einiger Zeit, daß es in den Kirchen Menschen gibt, die sich an solche Theorien halten. Aber jetzt haben sie den Mut, diese Meinungen noch offener zu äußern.“ 

Ich denke, es ist die Pflicht eines jeden von uns seine Besorgnis über eine Situation zum Ausdruck zu bringen, die unter Ausnutzung der Covid-Krise weit über angemessene Sicherheitsmaßnahmen hinausgeht und ganzen Nationen den Entzug der verfassungsmäßigen Freiheiten auferlegt. Dies trifft vielleicht nicht auf Deutschland zu, aber es ist ganz sicher in vielen anderen Ländern passiert.
Ich frage Sie, lieber Rabbi Ahrens: Ist es Ihrer Meinung nach noch zulässig, sich frei zu äußern, oder gibt es Themen, die nicht mehr zivil diskutiert werden können? Wenn Sie Ihre Ablehnung des Inhalts des Aufrufs zum Ausdruck bringen können, warum sollten „Menschen in den Kirchen“ nicht berechtigt sein, sich ebenfalls frei zu äußern? Und warum glauben Sie müsste man dazu „besonderen Mut haben“, als wäre es eine bloße Beschimpfung ohne Bezug zur Realität? 
Diese Bedenken - die darüber hinaus von seriösen Persönlichkeiten geäußert wurden - als „Verschwörungstheorien“ abzulehnen, scheint mir keine konstruktive Haltung zu sein. Insbesondere dann, wenn man nicht den Verdienst hat, das zu widerlegen, was als unwahr angesehen wird. Ich frage Sie daher: Inwiefern stimmen Sie dem Wortlaut der Beschwerde nicht zu? Was in der Berufung ist für Sie ein „Schock“? 
Glauben Sie mir: Ich hätte nie gedacht, daß der Appell Sie beleidigen könnte. Heute frage ich mich freilich schon, warum sich ein Rabbiner kritisiert fühlen sollte, wenn man von der Neuen Weltordnung spricht? 
Auch der Messias, auf den Israel wartet, ist doch ein Rex pacificus, Princeps pacis, Pater futuri saeculi [König des Friedens, Prinz des Friedens, Vater der kommenden Welt]. Und kein Tyrann ohne Moral, der die Welt beherrscht, indem er die Menschen zu Sklaven macht. Dies gilt eher für den Antichristen. 
Kommen wir nun zur spirituellen Bedeutung von Covid. Im Alten Testament gibt es viele Beispiele für Strafen, die Gott dem auserwählten Volk gesandt hat. Die Propheten warnten oft die Juden, den Götzendienst aufzugeben und kein Heidentum aufzugreifen. Sondern dem einen wahren Gott treu zu bleiben. Ich erinnere hier an die Worte des Propheten Jeremia nach der Verbrennung Jerusalems durch babylonische Heere im Jahre 585 v. Christus: „Ihre Bedränger triumphieren, ihre Feinde sind glücklich. Denn der Herr sandte ihr Kummer ob ihrer zahllosen Sünden.“(Klgl 1, 5). 
Diese Vision, die die Kirche Christi anerkennt, zeigt uns einen gerechten und barmherzigen Gott, der das Gute belohnt und die Gottlosen bestraft. Nur wer wie ein liebender Vater seine ungehorsamen Kinder auch bestraft, bringt sie zurück, um seinem heiligen Gesetz zu folgen. Sie wird dann auch erreicht, daß „das Negative in das Positive, einen Fluch in einen Segen verwandelt“ werden kann. Indem man erkennt, daß man eine Sünde begangen hat, daß man den Bund mit Gott gebrochen hat, und daß man dafür eine Strafe verdient hat. Dann wird die Epidemie auch zu einer Gelegenheit, zum Herrn zurückzukehren, ihn in seinem heiligen Tempel anzubeten und seinen Vorschriften zu folgen. 
Es gab eine Zeit, in der eine höllische Diktatur mit dem Gehorsam der Massen ein sehr schweres Verbrechen angestellt hat. Weil die Menschen sich so für die Deportation und den Tod von Millionen unschuldiger Menschen allein aufgrund deren Glaubens und derer Abstammung verantwortlich machten. Auch damals lobten die Massenmedien die Machthaber und schwiegen über ihre Verbrechen. Auch damals liehen Ärzte und Wissenschaftler ihre Arbeit einem wahnhaften Herrschaftsplan. Auch damals wurden diejenigen, die es wagten, ihre Stimmen zu erheben, der „Verschwörungstheorien“ bezichtigt. Man mußte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs warten, um mit Entsetzen die Wahrheit zu entdecken, über die so viele geschwiegen hatten.
Ich bin sicher, daß diejenigen, die heute den Appell als Ausdruck von „Verschwörungstheorien“ delegitimieren, die wirklichen Gefahren, denen die gesamte menschliche Familie ausgesetzt ist, nicht erkennen. Aber ich bin auch sicher, daß sowohl Katholiken als auch alle Menschen guten Willens - und ich denke, ich kann alle Kinder Abrahams hier mit einbeziehen - im Herzen die größere Herrlichkeit Gottes, den Respekt für die Würde des Einzelnen und die Freiheiten der Völker haben. Beatus populus, cujus Dominus Deus ejus. Selig das Volk, dem solches zu eigen, selig das Volk, dessen Gott der Herr. (Ps 143: 15).  
+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof, Apostolischer Nuntius
22. Mai 2020, Fest der Himmelfahrt unseres Herrn




*270520*

Dienstag, 4. September 2018

Warum der Erzbischof alles erzählte (3)

Teil 3) Übertragung eines Berichts auf OnePeterFive, in dem der italienische Journalist und Publizist Aldo Maria Valli darstellt, wie und warum ihn Erzbischof Viganò kontaktierte, um seinen Skandal-Bericht über Zustände in Vatikan und Weltkirche an die Öffentlichkeit zu geben.


Wie mir Erzbischof Viganò seine Erinnerungen übergab. Und warum ich mich entschied, sie zu veröffentlichen.  

Übertragung in die deutsche Sprache von Eberhard J. Ambrosius Wagner

Fortsetzung von gestern

Der Erzbischof erscheint diesmal mit Sonnenbrille und einer Baseball-Mütze am Kopf.  Er bittet mich, daß ich das Dokument das erste Mal während seiner Anwesenheit lese, direkt vor ihm, und zwar so, wie er meint, "daß, wenn Sie irgendetwas nicht überzeugt, wir das sofort besprechen können."
Ich lese das ganze Ding. Es hat elf Seiten. Er ist erstaunt wie rasch ich damit durch bin, und dann sieht er mich an: "Nun?"
Ich sage: "Es ist stark. Detailliert. Gut geschrieben. Ein dramatisches Bild."
Er fragt: "Werden Sie es veröffentlichen?"
"Monsignore, ist Ihnen klar, daß das eine Bombe ist? Was sollten wir tun?"
"Das zu entscheiden überlasse ich Ihnen. Denken Sie darüber nach."
"Monsignore, wissen Sie, was man sagen wird? Daß Sie sich rächen wollen. Daß Sie voller Groll über ihre Entlassung als Verwaltungschef sind, und alle solche Sachen. Daß Sie die Krähe sind, die die Vatileaks-Papiere an die Öffentlichkeit gebracht hat. Sie werden sagen, daß sie psychisch instabil und ein Konservativer der schlimmsten Sorte sind." (Genau das ist übrigens mittlerweile passiert; Anm. d. Ü.)
"Ich weiß, das ist mir klar. Aber das kümmert mich nicht. Das einzige was mich kümmert ist, die Wahrheit an die Oberfläche zu bringen, damit die Reinigung beginnen kann. An dem Punkt, den wir heute erreicht haben, gibt es keinen anderen Weg."
Ich habe keine großen inneren Kämpfe. In meinem Inneren habe ich längst entschieden, daß ich es veröffentlichen werde. Denn ich hatte stets das Gefühl, daß ich diesem Mann vertrauen kann. Ich stelle mir nur eine Frage: "Welche Auswirkungen wird das auf die einfachen Seelen haben? Auf brave Katholiken? Besteht nicht das Risiko, damit mehr Böses als Gutes anzurichten?"
Mir wird bewußt, daß ich diese Frage in ziemlich lautem Ton gestellt habe, der Erzbischof beantwortet sie. "Denken Sie darüber nach. Treffen Sie in Ruhe ihre Entscheidung." Wir geben uns die Hände. Er nimmt seine dunklen Brillen ab, und wir sehen uns in die Augen.
Der Umstand, daß er mich nicht zwingt, daß er keineswegs besorgt bei dem Gedanken scheint, alles an die Öffentlichkeit zu tragen, läßt mich ihm noch mehr vertrauen. Oder ist das ein Manöver? Will er mich manipulieren?

Zuhause spreche ich mit Serena und den Mädchen. Ihr Rat ist mir immer sehr wichtig. Was soll ich tun?

Es sind Tage der Fragen. Ich lese wieder und wieder das Memorandum. Es ist detailliert, aber es ist natürlich Viganòs Version von Ereignissen. Ich glaube, daß die Leser das verstehen werden. Ich bevorzuge die Version des Erzbischofs, und wenn jemand andere Versionen hat, kein Problem, dann soll er diesen folgen. 

Meine Frau erinnert mich. "Wenn Du es aber veröffentlichst, denn werden sie denken, und zwar schon nur weil Du es veröffentlicht hast, daß Du auf seiner Seite stehst. Kannst Du damit leben?"

Ja, das kann ich.  Werden sie mir vorwerfen, daß ich voreingenommen bin? Ja, nach alledem bin ich tatsächlich voreingenommen. Wenn ich Reporter bin, dann berichte ich über Neuigkeiten, und das reicht dann auch. Ich versuche immer so neutral wie möglich zu sein. Aber in meinem Blog nehme ich längst und deutlich erkennbar eine Position ein, und die Leser wissen sehr gut was ich über die Wende denke, die in der Kirche in den vergangenen Jahren vorgefallen ist.  Sollte mir irgendjemand zu einem späteren Zeitpunkt Dokumente präsentieren, die belegen, daß Viganò lügt, oder daß seine Version der Geschichte unvollständig oder unrichtig ist, werde ich mehr als glücklich sein, diese Richtigstellungen ebenso zu veröffentlichen. 

Ich rufe den Erzbischof auf seinem Handy an, und teile ihm meine Entscheidung mit. Wir haben dieselben Ansichten über den Tag und die Stunde der Veröffentlichung. Er teilt mir mit, daß an eben diesem Tag und zu eben dieser Stunde auch die anderen Blogger ihre Artikel hinausstellen werden. Er bestimmt den Sonntag, den 26. August 2018, denn zu diesem Zeitpunkt kommt der Papst aus Irland zurück, und er hat damit die Chance, noch im Flugzeug auf die Fragen von Journalisten zu antworten. 
Er warnt mich aber, denn mittlerweile ist zur Liste der Veröffentlicher auch eine Tageszeitung, die La Veritá, dazugekommen. Er teilt mir mit, daß er bereits ein Flugticket gekauft habe. Er wird das Land verlassen. Aber er kann mir nicht sagen, wo er hinfliegen wird. Ich soll ihn aber nicht suchen. Seine alte Handynummer wird nicht mehr länger aktiv sein. Wir verabschieden uns, zum letzten Mal.

So hat sich alles zugetragen. Nein, nicht daß die inneren Zweifel verschwunden wären. Habe ich das Richtige getan? Oder das Böse? Ich frage mich das noch immer. Aber ich bin recht ruhig. Und ich habe erneut die Worte des Erzbischofs gelesen, die er als Konklusio des Memorandums geschrieben hat. "Laßt uns alle für die Kirche und den Papst beten, und uns daran erinnern, wie viele Male er uns selbst gebeten hat, für ihn zu beten. Laßt uns alle den Glauben an unsere Mutter Kirche neu aufleben. Ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche! Christus wird diese Kirche nie verlassen! Er hat sie aus seinem Blut hervorgerufen, und er belebt sie unaufhörlich mit seinem Geist. Maria, Mutter der Kirche, bitte für uns! Maria, jungfräuliche Königin, Mutter des Königs der Ehren, bitte für uns!"

Aldo Maria Valli 




*290818*

Montag, 3. September 2018

Warum der Erzbischof alles erzählte (2)

Teil 2) Übertragung eines Berichts auf OnePeterFive, in dem der italienische Journalist und Publizist Aldo Maria Valli darstellt, wie und warum ihn Erzbischof Viganò kontaktierte, um seinen Skandal-Bericht über Zustände in Vatikan und Weltkirche an die Öffentlichkeit zu geben.


Wie mir Erzbischof Viganò seine Erinnerungen übergab. Und warum ich mich entschied, sie zu veröffentlichen.  

Übertragung in die deutsche Sprache von Eberhard J. Ambrosius Wagner
Fortsetzung von gestern

Es verging mehr als ein Monat, da rief er mich wieder an. Die Frage war die gleiche wie beim ersten Mal: "Können wir uns treffen?"

"Ja natürlich! Wollen Sie wieder zu mir nach Hause kommen?" Aber ich warnte ihn, denn dieses Mal würde eine weitere Tochter anwesend sein, meine älteste, und außerdem deren beide Söhne, meine beiden Enkelkinder.
"Das macht mir nichts," sagt Viganò. "Wichtig ist nur, daß wir an einem bestimmten Punkt einen Ort haben, wo wir unter vier Augen sprechen können. Nur Sie und ich."
Und also kam Seine Exzellenz, der frühere Nuntius in den Vereinigten Staaten, neuerlich in mein Heim. Man könnte fast meinen, er war darüber glücklich, bei dieser großen, ein wenig wilden Familie sein zu können. An einem bestimmten Zeitpunkt läutete sein Handy. Es war ein Video-Anruf aus den USA. Sein Neffe. "Oh, es tut mir leid, Onkel, ich wollte Dich nicht stören." Viganò lächelt amüsiert und zeigt über sein Handy die ganze Meute, die sich um den Tisch versammelt hatte, einschließlich meiner Enkel. "Welch wunderbare Gesellschaft!" meinte sein Neffe. Und dann wendet Viganò sich an mich. "Ich möchte diese Gelegenheit nützen um Ihnen zu sagen, daß ich großen Respekt vor Ihnen habe."

Die Spannung hat sich vollständig aufgelöst. Unser drei Jahre alter Enkel schwirrt rund um den Erzbischof und nennt ihn Carlo Maria. Viganò quittiert dies mit einem Lächeln, und es sieht fast so aus, als vergäße er für einen Augenblick alle seine Sorgen. 
Aber wieder, nachdem er den Tischsegen gesprochen hatte, wird er zum überströmenden Fluß. So viele Geschichten, so viele Situationen, so viele Namen. Aber dieses Mal konzentriert er sich mehr auf seine Jahre in Amerika. Er spricht über den Fall McCarrick, den Ex-Kardinal, der dafür bekannt ist, daß er sich unablässig der ernsthaftesten Mißbräuche schuldig gemacht hat, und Viganò macht klar, daß jeder, sowohl in den USA wie auch im Vatikan, davon wußte. Und zwar schon lange, und zwar schon viele Jahre. Aber alle haben es vertuscht. 
Ich frage: "Wirklich alle?"

Mit einem Kopfnicken bestätigt der Erzbischof. Ja, wirklich alle.

Ich möchte andere Fragen stellen, aber es fällt mir gar nicht leicht, mich damit zwischen den ununterbrochenen Strom von Daten, Memoranden, Treffen, Namen einzuschieben.

Der Kern der Sache ist, daß Papst Franziskus es auch wußte, behauptet Viganò. Und trotzdem hat er McCarrick gestattet, ungestört herumzureisen und sich über die Sanktionen, die Benedict XVI. über ihn verhängt hatte, lustig zu machen. Franziskus wußte zumindest seit März 2013 davon, als Viganò selber es ihm sagte, als er während eines Vieraugengesprächs auf eine entsprechende Frage des Papstes antwortete. Er teilte ihm mit, daß es im Vatikan ein dickes Dossier über McCarrick gibt, das er unbedingt lesen sollte.
Bei allem Respekt vor unserer derzeitigen Begegnung, aber es gibt doch eine neue Entwicklung hinsichtlich der Entdeckungen, die durch eine Untersuchung des Obersten Gerichts in Pennsylvania ans Tageslicht kamen. Viganò bestätigt, daß das Bild, das durch diese Entdeckungen entstanden ist, korrekt ist. Die sexuellen Mißbräuche sind ein Phänomen, das extensiver ist, als sich das irgendjemand vorstellen kann. Aber es ist falsch, von Pädophilie zu sprechen, denn in der überwältigenden Mehrheit der Fälle geht es um homosexuelle Priester, die jungen Männern nachstellten. Es ist deshalb zutreffender, meint der Erzbischof, von Ephebophilia (die Liebe zu adoleszenten Männern im Alter von 15-19 Jahren, Anm.) zu sprechen, wenn schon. Aber der Hauptpunkt ist, daß das Netz der Mittäterschaft, des Schweigens, des Vertuschens und der wechselseitigen Gefallen sich schon so weit ausgedehnt hat, daß es jeder Beschreibung spottet. Und alle sind darin verwickelt, selbst in höchsten Kreisen der Hierarchie, sowohl in Amerika als auch in Rom.

Neuerlich sitzen wir da und sind schockiert. Klar, schon durch meine Arbeit hatten wir eine schlimme Ahnung, daß es so etwas gibt. Dennoch ist es für Katholiken wie uns, die im Schoß der Mutter Kirche geboren und aufgewachsen sind, schwer, solche Happen zu verdauen. 

Deshalb fällt mir auch nur eine höchst naive Frage ein: "Warum?"
Die Antwort des Erzbischofs läßt mir das Blut in den Adern gefrieren. "Weil die Risse, von denen Paul VI. sprach, durch die der Rauch Satans in das Haus Gottes eingedrungen sind, zu Abgründen geworden sind. Der Teufel macht Überstunden. Das nicht zur Kenntnis zu nehmen, unser Gesicht davon abzuwenden, wäre unsere größte Sünde."
Ich bemerke, daß wir noch nicht einen Moment hatten, wo wir alleine sprechen konnten, von Angesicht zu Angesicht, wie es der Erzbischof ja gewünscht hatte. Er hat vor uns allen gesprochen. Ich frage ihn, ob wir in ein anderes Zimmer gehen sollen, um ohne meine Frau, ohne die Töchter, die Enkel zu sprechen. Aber er verneint das. Es ist schon gut so wie es ist. Es ist selbstverständlich, daß wir genau so diskret sind wie er es ist. Für uns ist das alles ja als würden wir unserem Großvater zuhören, der uns Geschichten von fernen Welten erzählt, und irgendwie wünschen wir uns, daß der Punkt kommt an dem er sagt, daß das alles nicht eine erfundene Geschichte ist. Aber zum Gegenteil. Die Welt von der er spricht ist tatsächlich unsere Welt. Er spricht von unserer Kirche. Er spricht von unseren obersten Hirten.
Freilich bleibt noch eine grundlegende Frage - warum erzählt uns der Erzbischof das alles? Was will er von mir?
Dieses Mal komme ich mit meiner Frage durch. Auf die er antwortet. Er hat ein Memorandum verfaßt, in welchem er alle Details zu dem anführt, was wir bei unserem letzten Treffen angesprochen hatten - einschließlich des Treffens mit dem Papst vom 23. Juni 2013. Als er, Viganò, Franziskus über das Dossier von McCarrick informiert hatte.
"Und nun?"
"Und nun," sagt er zu mir gewandt, "wenn Sie mir gestatten, dann würde ich Ihnen dieses Memorandum gerne aushändigen. Es belegt, daß der Papst alles wußte, aber nichts unternahm. So daß Sie, wenn Sie sich ein eigenes Urteil darüber gebildet haben, es auf ihrem Blog veröffentlichen können, oder nicht, wie Sie möchten. So daß es von vielen gelesen werden kann. Ich möchte dabei, daß Sie eines wissen: Ich mache das nicht mit leichtem Herzen. Aber ich glaube, daß es der einzige Versuch ist, der mir noch bleibt, einen Kurswechsel, eine authentische Umkehr zu bewirken."
"Ich verstehe. Und Sie werden es nur mir geben?"
"Nein, ich werde es noch einem anderen Blogger in Italien geben, einem in England, einem in Amerika, und einem in Kanada. Es wird ins Englische und Spanische übersetzt werden."
Neuerlich bittet mich der Erzbischof nicht um Vertraulichkeit, ich begreife, daß er mir vertraut. Wir stimmen darin überein, als er nachfragt, daß wir uns wieder treffen werden, und dann wird er mir dieses Memorandum übergeben. 
Nach ein paar Tagen ruft er auch zurück, und wir verabreden uns. Ich werde diesmal aber nicht sagen, wo wir uns trafen, denn ich habe ihm diesbezüglich mein Wort gegeben.


Morgen Teil 3)



*290818*

Sonntag, 2. September 2018

Warum der Erzbischof alles erzählte (1)

Dies ist mit Erlaubnis von Steve Skojac ein nächster Bericht von OnePeterFive, in dem der italienische Journalist, Publizist, Blogger und Familienvater Also Maria Valli davon berichtet, wie ihn der ehemalige Nuntius des Vatikan in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, kontaktiert, ihm die ganze Geschichte erzählt und sein Memorandum übergeben hat. In dem Viganò zeigt, daß der Vatikan bis ins tiefste Mark korrupt und von einer Homo-Lobby dicht durchwoben ist.

Den VdZ hat der erzählende Text auf Englisch eigentlich als "schönes Stück Literatur" angesprochen. Und er hatte schon beim Lesen den Wunsch, ihn in seine Muttersprache zu übertragen. Interessanterweise wählte Viganò ja keinen Publizisten oder Blogger aus diesem Sprachraum zum Vertrauten, als er seine Eröffnungen der Welt über Blogger bekanntzugeben beschloß.

Es ist außerdem gewiß nicht fehlspekuliert, daß der langjährige, nunmehr ehemalige Nuntius in den USA seine Offenbarungen (die es hier auf Deutsch zu lesen gibt) nicht so einfach abgesetzt hätte, wenn Valli nicht ... eine solide, verläßliche Familie - und das heißt: Frau - gehabt hätte. Und das heißt damit: Eine Familie, die hinter ihrem Vater steht.

All dieser Irrsinn, der sich heute in der Kirche - vom Vatikan abwärts bis in die kleinste Pimperlpfarre - (und DAMIT überall sonst) abspielt, ist aber nur möglich, weil die große, die weit überwiegende Mehrheit der Menschen weltweit nicht nur den Glaubenssinn, sondern auch den Wirklichkeitssinn, die Menschenkenntnis verloren hat und sich somit perfekt in die Irre führen läßt.

***

Wie mir Erzbischof Viganò seine Erinnerungen übergab. Und warum ich mich entschied, sie zu veröffentlichen.  

Übertragung in die deutsche Sprache von Eberhard J. Ambrosius Wagner


"Herr Doktor, ich muß Sie treffen."

Die Stimme ist ruhig, verrät aber doch gewisse Angespanntheit. Am Telephon ist Erzbischof Carlo Maria Viganò, der frühere Nuntius des Vatikans in den Vereinigten Staaten. 

Ich bemühe mich erst gar nicht, meine Überraschung zu verbergen. Wir haben uns ja schon mehrere Male bei verschiedenen öffentlichen Gesprächen getroffen, aber man kann deshalb nicht sagen, daß wir uns wirklich kennen.
Er erklärt mir, daß er einer meiner begeistertsten Leser ist, der meinen Mut und meine Klarheit schätzt, die oft mit Ironie verknüpft ist. Ich bedanke mich und frage: "Aber warum wollen Sie mich treffen?"
Er antwortet, daß er mir das nicht am Telephon sagen könne.
"Alles klar, dann treffen wir uns also, aber wo?
Naiverweise schlage ich mein Büro, oder ein Kaffeehaus in der Straße vor, das ja mein zweites Büro ist. 
"Nein, bitte, nicht dort. Ich möchte das Treffen so weit weg vom Vatikan wie irgend möglich, weit weg von allen indiskreten Augen."
"Selbstverständlich, dann schlage ich doch mein Haus vor? Zum Abendessen? Ich warne Sie aber, denn da wird auch meine Frau dabei sein und außerdem etliche meiner Kinder."
"Bei Ihnen zu Hause, das ist perfekt."
"Soll ich Sie irgendwo abholen?"
"Nein, ich komme mit meinem Wagen."
Und so ist er also gekommen.
Als er eintritt, es ist ein warmer Sommerabend, sehe ich einen Mann, der älter ist, als ich ihn erinnerte. Er lächelt, aber sofort kann man erkennen, daß irgendetwas ihn belastet. Er trägt eine Bürde am Herzen.

Nachdem ich ihm meine Frau und die Kinder vorgestellt hatte, und nachdem er das Tischgebet gesprochen hatte, scherzen wir ein wenig, um die Spannung etwas abzubauen, reden wir über unsere gemeinsamen Wurzeln in der Lombardei. (Er stammt aus Varese, während meine Familie aus Rho kommt). Der Erzbischof war pünktlich zur vereinbarten Stunde gekommen, das ist in Rom ein seltenes Ereignis.

Unmittelbar beginnt Viganò zu erzählen. Er sorgt sich um die Kirche, hat Angst, daß an ihrer höchsten Spitze Menschen stehen, die nicht daran mitwirken, das Evangelium von Jesus Christus den Männern und Frauen unserer Zeit zu verkünden. Sondern die vielmehr die Absicht haben, Verwirrung und Verdrehung in die Welt zu tragen und deren Logik auf den Kopf zu stellen. Er schildert seine langjährige Erfahrung im Staatssekretariat, seiner Tätigkeit als Chef der Stadtverwaltung im Vatikan und als Nuntius sowohl in Nigeria als auch in den Vereinigten Staaten. Viele Namen fallen, viele Ereignisse kommen auf den Tisch. Sogar ich, der ich mich seit mehr als zwanzig Jahren als Journalist mit dem Vatikan beschäftige, ist es nicht immer einfach, allem zu folgen. Aber ich unterbreche ihn nie, weil ich den Eindruck habe, daß er das Bedürfnis hat, zu sprechen. Mein Eindruck ist, daß er ein einsamer Mann ist, voller Trauer über das, was rund um ihn geschieht und das er beobachtet. Aber er scheint nicht verbittert zu sein. Nie findet sich in seinen Schilderungen auch nur ein böses Wort, das gegen irgendeine der erwähnten Gruppen oder Personen gerichtet wäre, von denen er berichtet. Das ist auch nicht nötig, die Fakten sprechen für sich. Von Zeit zu Zeit lächelt er, und sieht mich an, als wollte er sagen: "Was soll ich tun? Gibt es da einen Ausweg?

Er sagt, daß er mich deshalb angerufen hat, obwohl er mich ja gar nicht persönlich kennt, weil er mich schätzt, vor allem für meinen Mut und meine Freiheit, die ich an den Tag lege. Dabei fügt er hinzu, daß mein Blog "an Heiligen Plätzen" gelesen und geschätzt wird, auch wenn es nicht jeder so offen zugibt.

Ich frage ihn etwas über seine Erfahrungen in der Verwaltung, und er erzählt davon, daß er dem Haushalt des Vatikan viele Ausgaben erspart hat, indem er die Regeln gestrafft und Ordnung in die Konten gebracht hat. 

Meinen Kommentar "Nun, Monsignore, nach diesem Hausputz werden Sie sich aber nicht viele Freunde gemacht haben!", quittiert er mit einem Lächeln, und beantwortet ihn mit "Das weiß ich! Aber hätte ich es nicht gemacht, hätte ich meine Selbstachtung verloren."
Er ist ein Mann mit einem ausgeprägten Sinn für Pflicht. Zumindest sieht es für mich so aus. Schon nach wenigen Minuten hat sich zwischen uns stille Harmonie eingestellt.
Meine Frau, die in unserer Pfarrgemeinde als Katechetin tätig ist, und unsere Töchter bleiben buchstäblich sprachlos, als sie bestimmte Geschichten hören. Ich sage ja immer, so halb im Scherz, daß ein guter Katholik gar nicht wissen sollte, wie die Dinge auf den höchsten Ebenen der Hierarchie ablaufen, und das Gespräch an diesem Abend bestätigt mich. Dennoch bereue ich nicht einen Augenblick, den Erzbischof zu mir nach Hause eingeladen zu haben. Ich glaube, daß dieses sorgenvolle Zeugnis dieses Mannes, dieses langjährigen Dieners der Kirche, uns etwas Bedeutendes sehen läßt - etwas, das sogar mitten in aller Konfusion und in allem Schmerz unserem Glaubensleben helfen kann.

Der Erzbischof fährt fort. "Ich bin nun 78 Jahre alt, stehe am Ende meines Lebens. Mich interessiert das Urteil der Menschen nicht. Das einzige Urteil das für mich zählt, ist das vom Lieben Gott. Er wird mich einmal fragen, was ich für die Kirche Jesu Christi getan habe, und ich möchte dann in der Lage sein ihm zu antworten, daß ich sie verteidigt und ihr bis zum Ende gedient habe."

Auf diese Weise verging der Abend. Wir haben das bestimmte Gefühl, daß seiner Exzellenz gar nicht aufgefallen ist, was er jeweils auf seinem Teller hatte. Sein Redefluß stockte nur kurz, wenn er wieder einen Bissen zu sich nahm.

Als ich ihn zu seinem Auto begleite, stelle ich mir eine Frage: "Warum aber wollte er mich wirklich sehen?" Aus Respekt, aber auch weil ich noch nicht volles Vertrauen habe, frage ich ihn aber nicht danach. Doch kurz, bevor er sich verabschiedet, meint er: "Ich danke Ihnen. Wir werden uns wiedersehen. Rufen Sie mich aber nicht an. Ich werde Sie kontaktieren." Dann geht er zu seinem Wagen.

Ich bin ein Journalist, und mein erster Impuls nach diesem Abend war, mich an meinen Computer zu setzen und alles aufzuschreiben, was Viganò mir erzählt hatte. Der Erzbischof hat mir ja auch mit keinem Wort verboten, darüber zu schreiben. Er hat überhaupt nicht über dieses Thema gesprochen. Aber obwohl es keine Frage sein konnte, daß er mir einige heikle Enthüllungen präsentiert hatte, hatte ich dennoch den Eindruck, daß dieses erste Unternehmen lediglich so etwas wie ein Test war. Der Erzbischof wollte vermutlich vorerst einmal nur sehen, ob er mir vertrauen kann. 


Morgen Teil 2)





*280818*