Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Türkauf (Max) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Türkauf (Max) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 16. September 2012

Alpha und Omega

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Die Schöpfung ruht auf dem Ton, der im Geist ruht, der aus dem Ton im Rhythmus - im Geist! - zum Wort Gestalt nimmt, und dieses Wort baut die Dinge auf.

Ist nicht die Kernphysik genau an dem Punkt, ob sie es weiß oder nicht? Ist es nicht so - Türkauf hat mich auf den Gedanken gebracht - daß die sinnliche Unfaßbarkeit dieser Atomwelten genau darauf hinweist? Es ist nur noch Geist, in dem uns diese Welt faßbar ist, das ist der entscheidende Punkt. Und wenn wir uns in einem Geist befinden, der Gott ausklammert, kann jede Wissenschaft nur noch in der Eitelkeit münden. Weil wir dann in unserem Selbst gefangen bleiben. Denn wir sehen nur, was wir sind. 

Auch und gerade in der Atomphysik wird es deutlich! Heisenberg‘s Unschärferelation kratzt genau an diesem Punkt: Unsere Beobachtung, unser Festlegen wollen des Atoms, scheitert daran, daß unser Sehen, unser Blick, die Art unseres Sehen, die Atome verändert, beeinflußt, sodaß wir nicht mehr sie, sondern uns sehen!

Deshalb ist zu dieser Welt der "Nicht-Dinge" nur noch Zugang über die Mathematik, als Ausdruck - nicht als rationalistisches "Gesetz" an sich! - dieser kosmischen Strukturen. Das macht auch das Problem des Experiments aus, wie Türkauf schreibt. Denn mit ihm wird unsere Erkenntnis plötzlich "gemacht". Es drückt aber nur noch aus, was wir selbst sind. Wissenschafter wurden aber seit Galilei zu Machern, sind erst in zweiter Linie Denker.

Wir sehen die Welt in dem Geist, der in uns waltet. Wir sehen sie nicht „objektiv“, von uns getrennt. Auch die Meßapparaturen drücken nur unsere Art des Zugangs aus, und messen nur innerhalb dieser Selbstreferentialität. So sehr die Welt außerhalb von uns besteht. Aber auch hier: in einem Dialog mit uns, immer! Denn alles in der Schöpfung ist aufeinander bezogen, und ist letztlich auf den Menschen bezogen. 

Als Abbild Gottes trägt der Mensch in sich jene Strukturen - man verzeihe die Begrifflichkeit, die aber hier versagen MUSZ - die der gesamten Schöpfung zugrunde liegen. In Jesus Christus ist uns dies endgültig klar geworden. Denn er IST somit wirklich der Weg, die Wahrheit, das Leben.

So wird unsere Art des Denkens zu unserem Denken selbst, denn in dieser Art drückt sich unsere Ähnlichkeit zum fleischgewordenen Logos aus. Auch unsere Lebensgeheimnis ist an diese Fleischlichkeit untrennbar gebunden. In dessen Seinend-Sein sich das Sein repräsentiert.

Aber Seiende werden wir nur, wenn wir uns in das Begegnende hinein geben, uns übersteigen, um so unser punkthaftes ich zum Selbst werden zu lassen. Gegeben also, nicht gemacht.

Wird aber aus der Haltung ein Ego, aus unserem Selbst, so wird auch unser Selbst gemacht, ist nicht mehr organisch lebendig, wo es seinen Halt in der kulturellen Gestalt hat, die deshalb immer vorläufig bleibt. Das Ego macht starre Kulturformen, es bringt jede Kultur zum erlöschen, erstickt das Leben.

Denn in ihm stellt sich nicht mehr das Wort dar, aus dem alles ist und wird und wurde.

So läuft die ganze Schöpfung in diesem einen Wort zusammen ... dem fleischgewordenen Jesus Christus. Gott gab uns seinen Namen, in dem alles sich umfaßt, wo Gott sich selbst umfaßt, und in dem alles ist. "Quod es super omne nomen."

Anton Bruckner, "Christus factus est"



Dresdner Kreuzchor (23. April 2011)

***

Mittwoch, 5. September 2012

Erkenntnisprinzip Glaube

Was soll das, schreibt mir M, das mit dem Türkauf? Das ist doch wie mit dem alten Witz:

Der Franzel, ein gestandener Lausbub vom Huberhof, geht ab Herbst in eine Klosterschule. Eines Tages gibt die Lehrerein - Nonne - ein Rätsel auf: Was denn das sei? Es sei rotbraun, habe einen buschigen Schwanz, fresse Bucheckern, und hüpfe von Ast zu Ast?! Da meldet sich der Franzel, und die Nonne nimmt ihn erfreut dran, der Franzel war gar so zurückhaltend bisher.

"Ja," wispert sie lächelnd, so freundlich wie sie nur kann, nur ja nicht verschrecken, den Buben!

"Also an und für sich würde ich ja sagen: ein Eichhörnchen. Aber wie ich den Laden hier kenne, ist das sicher wieder das Liebe Jesukindlein."

Flickt also Türkauf einfach auch überall halt "Gott" dran? Weil er glaubt? Aber: Ist DAS Glaube?

Nein, Max Türkauf erwähnt die Notwendigkeit des Glaubens für die Wissenschaft aus erkenntnistheoretischen Gründen! Und ich gebe zu, daß mir das vor etlichen Jahren noch keineswegs bewußt war. Auch da habe ich bei manchen seiner Aussagen "Frömmlereialarm" gegeben. Heute weiß ich, daß ich mich getäuscht habe.

Der Mensch sieht, was er IST. Er nimmt wahr, was seiner Verfaßtheit gemäß ist. Hört er auf, sich zu transzendieren, und hört er auf, an einen personalen Gott zu glauben, bleibt er aber in sich gefangen! Was sollte er von einem Außen auch erwarten? Transzendenz weil Wahrheit aber läßt sich nur in einer absoluten Wahrheit, in Gott, verankern. An Wahrheit kann man nur teilhaben, sie läßt sich nicht "konstruieren".

Und DESHALB kommt er zu einer Aussage wie die vor ein paar Tagen hier veröffentlichten: Ein Wissenschafter, der nicht mehr an Gott glaubt, und zwar an einen personalen Gott - nicht an die pervertierte nihilistische Form eines nicht näher bestimmbaren "göttlichen Wesens" - bleibt zwangsläufig in sich gefangen. Er wird sich selbst zur Wahrheitsinstanz, ob er das glaubt, weiß, oder nicht. Und DESHALB endet er zwangsläufig in der Eitelkeit, deshalb wird sein Forschen zwangsläufig taub (wie Einstein es nannte). Weil jeder Mensch nur sieht, was er IST. Kann kein "Anderes" eintreten, bleibt seine Erkenntis in sich gefangen. Das "Andere" aber kann nur in der Offenheit personal bezogener Transzendenz in die Wirklichkeit hinein, in die Erkenntnis WEIL ins Fleischliche einfließen.

Nur so werden auch die natürlichen Erkenntnismatritzen offen, und entgehen der In-sich-Gefangenheit.



***

Dienstag, 4. September 2012

Die Welt scheint, wie wir sie sehen

Was man liebt, schreibt Max Türkauf, zerlegt man nicht. Zugleich entzieht sich die Erkenntnis eines Dinges, wenn man es nicht liebt! Denn nur so ermöglicht sich - via Sinne - der Übergang in uns selbst, sodaß wir, nachempfindend, Erfahrung abstrahierend, etwas erkennen können. Dinge lassen sich aber nur als Ganzes lieben!

Der Atomismus der Physik, schreibt er weiter, ist an seinem Zirkelschluß erstickt. Denn er übersieht, daß das was er sieht, nur ein Spiegelbild dessen ist, wie er es zu sehen meint, wonach also die Apparatur, mit der etwas meßbar sein soll, überhaupt sucht. Oder, um es mit Goethe (im Faust) zu sagen: "Du gleichst dem Geist, den Du begreifst ..."

Niemand hat je ein Atom gesehen, es ist prinzipell unsichtbar, weil jede Beobachtungsenergie Ort oder Effekt beeinflußt. Kein Atom, und keines seiner Teile, ist räumlich verortbar. Atome gibt es  nur in Modellen, in mathematischen Gleichungen. Die etwas beweisen, das sinnlich nicht nachvollziehbar ist, nur auf Wahrscheinlichkeiten beruht. Die wiederum beweisen, was den Modellen entspricht - denn nur darauf können sie experimentell erprobt werden.

Man übersieht auch gerne die Vorläufigkeit der gebräuchlichen Atommodelle. Die erste Atombombe wurde sogar fabriziert, obwohl das diesen Forschungen zugrundeliegende Atommodell kurze Zeit später verworfen wurde. Die von der Physik geschaffenen Wahrheiten kollidieren mit der Wahrheit an sich, denn Wahrheit bleibt immer bestehen, ändert sich nicht.

Bei allem Wandel der Atome (Atommodelle) im Lauf der Atomforschung ist eine Prägung geblieben: die den Maschinen eigentümlichen Rhythmen und Polaritäten. Die Atome gleichen also in dieser Hinsicht den Mitteln, mit welchen die Phänomene hervorgebracht werden, die sich mit Hilfe der Atome plausibel erklären lassen; sie gleichen den Atomforschungsapparaten.

Die Ausgrenzung eines Schöpfers aus der Wissenschaft bedeutet, schreibt Türkauf, eine Entwissenschaftlichung der Wissenschaft, sowie eine Entgöttlichung der Religion. Ohne Religion gibt es keine Wissenschaft, weil ohne Religion alles eitel ist.


***

Sonntag, 2. September 2012

Was zu glauben gilt

Der Glaube an die Technik, schreibt Max Türkauf einmal, gründet im Glauben der Materialisten, die glauben, nicht zu glauben

Aber man müßte noch hinzufügen, daß das Machbare in der Technik im Rahmen des Selbstvollzugs des Menschen zum Imperativ wird, zum Gesollten, sodaß die Technik im Bewußtsein des Anwenders sich aus sich selbst zur Entwicklung treibt. Denn das Leben ist Selbstaffizierung, ist eine Erfahrung zu leben, in der Bewegung, die sich im Geist widerspiegelt, bewußt wird. 

In der Erfahrung der puren Technik wird diese Erfahrung des "Können-Könnens" sehr rasch, und fast mit Zwangsläufigkeit, zum Selbstzweck. Als abstraktes Erleben als "Leben", in dem das Grunderfahren des Lebens - das "Können können" - in der technischen Anwendung (im Erfahren der Mächtigkeit, eben des "Können-Könnens") sich im Selbst abgekoppelt vom wirklichen Lebensvollzug solipsistisch vollzieht.

Wir bedienen das Internet, vereinfacht gesagt, weil es uns das Erleben des Können-Könnens ermöglicht. Das ist sein Gehalt für den Nutzer, darin steckt seine Kraft als Ersatz des wirklichen Lebens. Deshalb werden die Verweilzeiten auf Internetseiten immer kürzer. Inhalte spielen im Netz so gut wie keine Rolle. Man weiß aus Untersuchungen, daß die typische Leseweise im Netz das bloße "Überfliegen" ist, von rechts oben, nach links unten. Ein kurzer Akt der Vergewisserung, nicht mehr.

Das alles aber scheinbar ohne Mühe der Selbsttranszendenz, ohne die Last, die wir uns selbst sind, zu spüren. Deshalb werden im Internet zunehmend sämtliche Lebensvorgänge virtuell nachgebildet, "ins Internet verlegt", wie es dann heißt. Mit der gewaltigen, aber hoch willkommenen Täuschung: denn diese Vorgänge vollziehen sich nicht mehr wirklich, sie sind ... virtuell. Mit einem hohen sozialen Druck, nein, der via öffentlicher Meinung enorm betriebenen Stärkung des Glaubens, daß dieser Druck bestehe, dies mitzuvollziehen. (Denn der Glaube an die Relevanz von Vorgängen im Internet ist gleichfalls in hohem Maß ... virtuell, eigentlich damit: dämonisch, und irrational.) Womit wir die wirklichen Lebensvollzüge austrocknen. Umso höher wird darum neuerlich der Druck, "ins Internet zu gehen".

Weiter schreibt Türkauf: Alle Lebewesen bereichern die Erde, sie beschenken durch ihr Leben die Welt mit mehr materiellen Gütern, als sie von ihr nehmen. Nur die Maschinen nehmen mehr, als sie geben. Durch die moderne Technik wird die Erde von Jahr zu Jahr ärmer, und zwar - weil das Geistesleben über den Körper mit der Materie verbunden ist - sowohl geistig wie materiell. Was sich im Geistigen vermehrt hat ist lediglich das Wissen um die Maschine und ihre Kreise.


***