Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Donnerstag, 30. Dezember 2021
Viele Wege führen ins Heute (3)
Mittwoch, 29. Dezember 2021
Viele Wege führen ins Heute (2)
Dienstag, 28. Dezember 2021
Viele Wege führen ins Heute (1)
Dienstag, 23. November 2021
Gräben, die die Haßerfüllten zurückhalten
Sämtliche der 18 Intelligence-Agenturen der USA (von CIA bis zu NSA und NRI) mit insgesamt 100.000 Beschäftigten haben ein Ultimatum gestellt, das am heutigen 22. November ausläuft. Bis heute hätten sich alle diese 100.000 Mitarbeiter zu impfen - bei ansonstiger Entlassung.
Natürlich gibt es besorgte Stimmen, auch aus dem Kongress, daß dies nicht nur ein hohes Sicherheitsrisiko darstelle - immerhin wüßten viele Mitarbeiter ziemlich viel, das nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt sei - sondern die Geheimdienste vor ernste Probleme stellen könnte: Woher sollen von einem Tag auf den anderen so viele Mitarbeiter rekrutiert und eingestellt werden?
Noch dazu wo es aus denselben Sicherheitsgründen nicht vorstellbar sei, allenfalls durch Impfverweigerung gekündigte Mitarbeiter vielleicht noch so lange beschäftigen zu wollen, bis Ersatz für sie gefunden ist. Man stelle sich die psychische Lage dieses Mitarbeiters vor, die Wut, den Haß auf die Agency, und was für Schaden der eine oder andere Rachefeldzug anrichten könnte. Immerhin war bis Mitte November zwar der CIA zu 96 %, andere Agencies aber noch nicht einmal zu 60 % durchgeimpft.
Dennoch beharrt ein Sprecher der Geheimdienste auf dieser Impfpflicht. Die Begründung dafür schlägt aber dem Faß den Boden aus. Denn der Mann sagt allen Ernstes, daß die erlassene Vorschrift, sich impfen zu lassen, ein wertvoller Loyalitätstest sei.
Mitarbeiter würden so geprüft, ob sie bereit wären, alles für ihre eigene Gesundheit (die ja auch der Allgemeinheit dient) und die ihrer Mitmenschen zu tun, WENN ES IHNEN BEFOHLEN WIRD. So stellen sie ihren Gehorsam unter Beweis.
Mittwoch, 17. November 2021
Wer wen angesteckt hat (2)
Dienstag, 9. August 2016
Kirche ohne Insecuritas ist Kirche ohne Gott
Aher dazu müßte man halt in das als Wirklichkeit einsteigen, von dem es sich am Sonntag so bequem predigt. Glauben, wagen, was man lieber anderen auferlegt, und im Zweifelsfall halt auch erläßt, immerhin - man glaubt es ja selber nicht. Und in einem fast übermenschlichen Einsichtsakt endlich jene zu hassen aufhören, die den Nerv des Christentums noch treffen und treffen wollen: Die Freien, die Mutigen, die Wagemutigen, die nur im Rückblick - nicht in aktualer Selbstzusprechung - als Heilige Erkennbaren. Die sich halt in einer so Kirche der Schmerbäuche und selbstzufriedenen Gutmenschen so gar nicht wohlfühlen.
Samstag, 23. Februar 2013
Wucherungen (2)
Das Reich war nie als Super-Staat zu verstehen (und wenn wurde es mißverstanden), sondern war auf eine Kultur kulturbezogen. Während die EU zielgenau dorthin strebt: zu einem josefinischen System der Zentralmacht, unter dem jeder Bürger direkt der EU gegenüber steht, Staaten nur noch Verwaltungs- und Umsetzungsorgane der Zentrale sind.
Von denen eine neue und beachtliche Schichte von Funktionärseliten blendend lebt, die eifrig versucht, sich für alle Zukunft abzusichern. Und währenddessen die entindividualisierten Massen mit Scheinwohlstand und Scheinmacht am Gängelband hält, und dabei elegant mundtot macht. Wenn sie aufwachen, was nur heißen kann: wenn die Menschen zu ihrer eigenen Wahrnehmung wieder aufwachen, soll es zu spät sein. Weil das aber nur eine Frage der Zeit ist, ist Zeit wesentlichstes Material der Eliten. Denn sie stehen tatsächlich unter Zeitdruck.**
**Wenn sich aus zahlreichen Berichten und Beobachtungen über Hitler EINES mit Sicherheit sagen läßt, so ist es sein manchmal eigentümlich wirkendes Getriebensein. Carl J. Burckhart berichtet z. B. eindrücklich, wie seltsam es ihn anmutete, Hitler als jemanden zu erleben, der sich ständig unter Zeitdruck fühlte. Er ahnte, ja wußte aber, daß ihm nicht viel Zeit bleibt, daß er vor allem durch ständige Aktivität das Zusichkommen der Menschen verhindern und hinauszögern mußte. Es war sein größter, sein wirklicher Feind.
Warum "Hitler", und überhaupt an dieser Stelle: so oft Hitler? Als Faschismuskeule? Nein. Sondern weil Hitler prototypisch und erstmals in Vollgestalt das Wesen heutiger Politik und Gesellschaftspolitik verwirklichte. Wer daraus weitere Lehren ziehen möchte, sei dazu durchaus ermuntert.
Freitag, 22. Februar 2013
Wucherungen (1)
Nicht eingerechnet sind dabei jede Menge "Zusatzgeräusche", Spesen und Zulagen, die für einen guten Teil der Brüsseler Beamten höhere Netto- als Bruttogehälter bedeuten, wie die Bild-Zeitung berichtet. Daß solche Entlohnung natürlich besonders niedrige Sozialabgaben und großzügige -regelungen nach sich ziehen, liegt auf der Hand.
Wie die EU selbst das sieht? Sie brauche doch die Besten. Also müsse man auch entsprechend zahlen. So kann man es auch sehen - daß die EU vor lalem jene holt, die ihren Zwecken am besten dienen. Trösten wir uns somit: über uns wachen in Brüssel tausende Staatssekretäre und Ministrable.* Und alle Mär über Politiker, die weil sie im jeweiligen Inland scheitern, nach Brüssel auf Versorgungsposten weggelobt werden - umoveatur ut amoveatur - ist pure Verleumdung.
Was mit Menschen charakterlich passiert, die zu viel verdienen, deren Selbstwertgefühl über nicht ihrem wahren Grad des Selbstbesitzes als Mensch entsprechende Gehälter aufgetrieben wird, kann man im Alltag hinlänglich beobachten. Man braucht sich nur umzublicken. Politisch-ideologische Zielsetzungen haben die notwendige Entsprechung von Weite der Persönlichkeit und Weite der Mächtigkeit (die sich auch in Geld ausdrückt) der konkreten Lebenskreise völlig ausgehebelt. Aber hinter diesen Charakterlandschaften steht die Bewegungsmacht von 1 Billion Euro (EU-Budget), schreibt die FAZ. Das liegt der Größenwahn auf der Fensterbank. Was sollte solche Menschen hindern sich berufen zu fühlen, ganz Europa zu verändern?
Unser gesamtes Wirtschaftsgefüge wird bzw. wurde dadurch bis in die Branchenverteilung hinein in eine abstrakte technizistische, nicht mehr in sich stimmige Richtung verschoben. (Jüngstes Großbeispiel: Die "Energiewende".) Getrieben noch dazu von einem Verhalten, das dem von Dieben analog ist (ohne hier natürlich Menschen auf diese Weise direkt zu inkriminieren, sie sind meist nicht einmal "schuld" an ihren hohen Einkommen, nützen lediglich die Gelegenheit).
Ein Merkmal überhaupt dieser Zeit, das systematisch durch die Technik dem kleinen Geist große Hebel überantwortet. Ja, meist steckt hinter der Hauptlosung vieler - Demokratisierung - gar nicht mehr als die Unbotmäßigkeit kleiner Kinder, die nach der Fernbedienung der Welthebel schreien. Und das in ganz konkreter Weise durch die Einkommenssituation der Menschen diese in Möglichkeiten versetzt, die sich dahingehend auswirken, daß das Kleingeistige die großen Wirkungsebenen bestimmt. So, wie man einem Fünfjährigen einen Herkulesarm überläßt, mit dem dieser dann seinen Willen durchsetzen kann. Was sich darin deutlich zeigt, daß diejenigen, die die Folgen wirklich zu tragen haben, sehr wohl sehr substantiell in der Pflicht bleiben.*
Als Gegenreaktion beginnt die Politik Lüge und Manipulation als Notwendigkeit zu sehen. Medien, die (durch die Technik umgewandelte, abstrahierte, nur noch daran schwach erinnernde) Agora der Antike, das Althing der Germanen, Nachfolge und Ersatz der Marktplätze und Bäder, werden politisch essentielle Instrumente.
**Das eigentliche Thema von "Atlas shrugged" von Ayn Rand, übrigens. Bei allen Fehl- und Schieflagen, die Rand's Philosophie sonst hat, drückt sich in ihren Werken genau diese (berechtigte) Wut aus. Daß in einer Zeit allgemeiner Unanständigkeit selbstverständlich und in gesetzlich bemerkenswert klar artikulierten Ausnützungs- und Enteignungsverhältnissen die immer weniger werdenden Substanzträger die Last dessen zu tragen haben, was andere in ihrem Rausch anrichten. Dabei sind sie es - auch und gerade heute - denen die Gesellschaften es verdanken, daß sie nicht abstürzen. Der Schwanz wedelt auch bei uns längst mit dem Hund. Und wenn es eine hervorstechendes Merkmal des heraufziehenden Neuzeit gibt, so ist es das, daß Fortschritt und Machtgewinn durch jene kam, die auf Anstand pfiffen, es nur verstanden, die Substanz anderer auszunützen. Napoleon ist ein illustratives Beispiel dafür. Sie sind es auch, die bedenkenlos Technik implementieren. Von der die Menschheit in ihrer Geschichte immer wußte, daß sie zum Mittel der Unanständigkeit wird, die Welt letztlich destruiert, und deshalb nur höchst vorsichtig und begrenzt einzusetzen ist. Nicht Mangel an Wissen hat den Menschen der Antike gehindert, technizistische Gesellschaften aufzubauen, sondern Mangel an Niedertracht, die Welt derartig ihres Wesens und ihrer Würde zu berauben. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Prometheus-Mythos zu lesen: nicht als Held, wie es heute meist getan wird, sondern als wahrer Übeltäter.
Diese Tendenz aber, diese in Tat umgewandelte Wut (über eine tatsächliche Ungerechtigkeit, keine Frage) bedeutet das Aufkündigen des Staatsganzen, sein wirklicher Zerfall, der ein Zerfall der Solidarität ist, des pars pro toto. Und solche Tendenzen zeigen sich heute in vielfacher Hinsicht, und an Enden, wo man es nicht vermuten würde. So im Kommentar von Robert Menasse zum Ausgang der Abstimmung über das Bundesheer in Österreich, wo sich die Bevölkerung gegen ein vorgeschlagenes Berufsheer, für die allgemeine Wehrpflicht entschied. Menasse fordert aus dem Umstand, daß sich Ältere für die Wehrpflicht, Jüngere eher für das Berufsheer entschieden, daß nunmehr auch die Älteren durch Pensionskürzungen bezahlen sollten, was die Jungen ohnehin ablehnten. Menasse hätte damit aber gewaltigen Erklärungsbedarf, was er unter Demokratie - die sonst in seinem Munde in goldenen Lettern glänzt - überhaupt versteht.
Wobei uns das aus seinem Munde eben gerade nicht überrascht. Denn Fazit seiner monatelangen (übrigens von ausreichenden Subventionen getragene) Befassung mit der EU in Brüssel selbst war eine nachlesbare Stellungnahme, in der er die EU begeistert akklammierte, ja ein bedingungsloses Ja zur Zentralisierung Europas aussprach, WEIL sie als josefinischer, aufklärerischer Überstaat auftritt.
Samstag, 12. Juni 2010
Entsittlichung der Politiker
*130610*