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Donnerstag, 30. Dezember 2021

Viele Wege führen ins Heute (3)

Wenn eine Organisation nur noch sich selbst verwalten kann. Nur das Schöne ist auch effizient. Aber es kann nicht nachgeliefert werden. - Das mag zwar gewollt worden sein, ja man kann davon ausgehen, aber nur von der Staatspolitik. (Während die Regionalpolitik vermutlich mit der Knackwurst der "Vereinfachung" oder sogar "Kostenersparnis" gelockt worden ist.) Der Bürger aber wurde getäuscht. Ihm wurden Kriterien als gewünscht vorgemacht, die verglichen mit den wirklichen Konsequenzen solcher "Verwaltungsreformen" nicht nur gar nicht erfüllt werden, sondern von den negativen Folgen für eine Gesellschaft als Ganzes bei weitem (!) übertroffen werden.
 
Was (um zu verdeutlichen was gemeint ist) so weit gehen könnte, daß ab einer bestimmten Größe ein Organisationsapparat überhaupt NUR NOCH mit sich selbst beschäftigt ist. Also nicht nur immer weniger, sondern gar keine Leistungen für ein Außen mehr erbringen kann. Dem dann der Bürger somit als Feind gegenübersteht, als lästiger, unnötiger Kropf, als Störer der Ordnung schon nur, weil es ihn gibt.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Viele Wege führen ins Heute (2)

Wie wir die Prügelpolizei begrüßt haben. Wie die Exekutive eine fremde Identität annahm, ohne daß wir es merkten. Denn das Wirkliche ist unsichtbar. - Was so kompliziert umschrieben ist, ist einfacher gesagt. Die lokalen Ordnungskräfte waren immer ein bißchen menschlicher, und paßten sture Gesetze der menschlichen Ungefährheit an. Denn es spielt eine Rolle, in welcher -Situation jemand persönlich gerade steht, wie er sich dann öffentlich verhält. Weiß das der Beamte, der "einschreitet", kann er es berücksichtigen. Und als junger Mann habe ich so manches erlebt, wo (etwa bei der Maturafeier) eine jugendliche Ausgelassenheit leichtsinniges Verhalten (das am Rande eines Schadens spazierte, aber eben: noch am Rande blieb) mit sich brachte, das durchaus "nicht gesehen" werden muß, weil es eine Ruptur in ein Leben bringt, die völlig unnötig ist.
 
Speziell daran dachte ich immer wieder, als ich Videos über die seltsamen Eingriffe der Polizei bei den Anti-Corona-Demonstrationen der letzten Monate und Jahre sah. Einen eigentlich völlig friedfertigen jungen Mann, der nicht einmal keine, sondern eine "ungenügende" Mund-Nasen-Maske trägt, wie einen Schwerverbrecher zu Boden zu werfen, seines Besitzes zu berauben, und in Handschellen abzuführen entbehrt nicht einer gewissen Befremdlichkeit. 

Dienstag, 28. Dezember 2021

Viele Wege führen ins Heute (1)

Ich kann mich nicht erinnern, außer auf diesen Seiten je eine wirkliche Kritik an den in der ersten ÖVP-Regierungsära 2000 - 2006 als "Erfolg" an die Fahnen geheftete Zusammenlegung sämtlicher Exekutivkräfte Österreichs gesehen zu haben. Brav trottelte das Land hinter der Karotte einher, auf der geschrieben stand, daß diese Zentralisierung Effizienz und vor allem Kostenersparnis brächte. Sämtliche Begleiterscheinungen (was tun mit nun drei Dutzend Generälen?) wurden als Übergangsprobleme dargestellt. 

Bis heute aber hat sich nie eine sinnvolle Evaluierung der damals durchgeführten Zusammenlegung der Gendarmerie, der Lokalpolizeien (jede Stadt ab einer gewissen Einwohnerzahl mußte eine eigene Ordnungspolizei betreiben) und der damals noch wenigen Bundespolizeistellen gefunden. Ist heute alles Bundespolizei, gab es eine solche Bundesstelle früher lediglich in kleinen Umfang. Etwa als Kriminalpolizeistellen für Verbrechen einer bestimmten Dimension, oder in Form einer paramilitärischen Anti-Terror-Eingreiftruppe, die in ihren Anfängen als WEGA sogar zu beachtlichem internationalem Ansehen kam. Ähnlich der deutschen GSG9, die ihr entschlossenes Eingreifen in Mogadischu weltberühmt machte. 

Dienstag, 23. November 2021

Gräben, die die Haßerfüllten zurückhalten

Sämtliche der 18 Intelligence-Agenturen der USA (von CIA bis zu NSA und NRI) mit insgesamt 100.000 Beschäftigten haben ein Ultimatum gestellt, das am heutigen 22. November ausläuft. Bis heute hätten sich alle diese 100.000 Mitarbeiter zu impfen - bei ansonstiger Entlassung. 

Natürlich gibt es besorgte Stimmen, auch aus dem Kongress, daß dies nicht nur ein hohes Sicherheitsrisiko darstelle - immerhin wüßten viele Mitarbeiter ziemlich viel, das nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt sei - sondern die Geheimdienste vor ernste Probleme stellen könnte: Woher sollen von einem Tag auf den anderen so viele Mitarbeiter rekrutiert und eingestellt werden? 

Noch dazu wo es aus denselben Sicherheitsgründen nicht vorstellbar sei, allenfalls durch Impfverweigerung gekündigte Mitarbeiter vielleicht noch so lange beschäftigen zu wollen, bis Ersatz für sie gefunden ist. Man stelle sich die psychische Lage dieses Mitarbeiters vor, die Wut, den Haß auf die Agency, und was für Schaden der eine oder andere Rachefeldzug anrichten könnte. Immerhin war bis Mitte November zwar der CIA zu 96 %, andere Agencies aber noch nicht einmal zu 60 % durchgeimpft. 

Dennoch beharrt ein Sprecher der Geheimdienste auf dieser Impfpflicht. Die Begründung dafür schlägt aber dem Faß den Boden aus. Denn der Mann sagt allen Ernstes, daß die erlassene Vorschrift, sich impfen zu lassen, ein wertvoller Loyalitätstest sei. 
Mitarbeiter würden so geprüft, ob sie bereit wären, alles für ihre eigene Gesundheit (die ja auch der Allgemeinheit dient) und die ihrer Mitmenschen zu tun, WENN ES IHNEN BEFOHLEN WIRD. So stellen sie ihren Gehorsam unter Beweis.

Mittwoch, 17. November 2021

Wer wen angesteckt hat (2)

*Eine Anmerkung zum Adel der Schallenbergs: Wer "Witiko" von Adalbert Stifter gelesen hat, sieht in jedem der Landadeligen des Mühlviertels des Dichters Vorbild. Der so herrlich und nachvollziehbar die Entstehung von Adel oder gesellschaftlicher Hierarchie generell anhand derer in der Mühlviertler-Böhmischen Landschaft darzustellen vermag.
 
Dennoch hat der VdZ beim Adel der Schallenbergs so seine Bedenken. Nicht zuletzt wegen deren Sproß, der jüngst ins Kanzleramt Österreichs geschossen wurde. Einmal mehr, weil damit ein Schallenberg in den Beamtenadel "vergoldet" wurde? Als der Adel nämlich begann, fraglich zu werden. 

Auch aus der Geschichte dieser Mühlviertler Adelsfamilie könnten sich Rückschlüsse auf einen gewissen Familiencharakter ergeben, der sich im jüngsten Sproß durchaus wiederfindet. Weil dieses Haus, wie man hört und liest, sich auch zu Zeiten im Kreise der sich um das berühmt-berüchtigte Freimaurerschloß Rosenau im Waldviertel sammelnden Landadeligen hervorgetan hat. Immerhin war ja auch ein Schallenberg einmal Landeshauptmann dieses Österreich unter der Enns, zu dem das Waldviertel gehört.

Dienstag, 9. August 2016

Kirche ohne Insecuritas ist Kirche ohne Gott

Peter Wust hat dazu ein wunderbares Buch geschrieben - über die "Insecuritas" als den eigentlichen Moment des Einlasses Gottes in diese Welt, als deren eigentlichem schöpferischem Augenblick. Alles christliche Leben läßt sich im Grunde darauf reduzieren: Erst im Hinaussteigen in das Ungewisse liefert sich der Mensch an Gott aus. Natürlich heißt das nicht, ins Irrationale einzutreten. Im Gegenteil. Die Vernunft ist der Moment der Gottebenbildlichkeit in der Freiheit. Aber jedes Bedenklichwerden (nach Vernunftmaßgabe), jedes Zögern, jede Mutlosigkeit ist eine Glaubenslosigkeit, und darin (siehe u. a. Kard. Newman) ein Aussperren Gottes aus dem Weltenlauf, ein Herausnehmen der Welt aus der Vorsehung Gottes.

Das ist der Grund, warum der VdZ immer so vehement gegen eine so abgesicherte Kirche wettert, wie sie in einer einzigen Bewegung über den "rationalistisch aufgeklärten" Kaiser Josef II. bis zu Adolf Hitler zur Vollendung kam. Denn die sogenannte Kirchensteuer, als Höhepunkt einer Entwicklung seit Josef II., der die Kirche enteignete, ihr Vermögen im "Religionsfonds" sammelte, und so den Klerus staatsabhängig machte, die Verpflichtung zum Erhalt verstaatlichte (was übrigens für ihn ein Verlustgeschäft war, worüber er sich sehr enttäuscht zeigte), machte die Kirche zu einer wohlgesicherten Sonderanstalt, die mit der Welt nichts mehr zu tun haben mußte. 

Welt? Das waren fortan die anderen. Wirklichkeit? Die abzupuffern war nun Aufgabe des Staates. Niemand hatte sich mehr zu fragen, ob die tägliche Wirklichkeit, dieses tägliche Hineinwerfen in die Vorsehung Gottes, von Bedeutung war. Nun mußte man nur noch mit dem Kaiser (dem Staat) "verhandeln". Und alles und jeder hatte sein Auskommen.

Hitler hat das perfektioniert. In dem typischen Ausgang jeder gottfeindlichen Bewegung. Die in ihr Gegenteil umschlägt (weil es ohne gott keine Vernunft gibt), und doch genau damit erreicht, was der (wegen Gottesferne eben unvernünftige, nicht mehr klar denken könnende) Atheist beabsichtigte. Aber ohne daß er es weiß. Er stellte die Kirche auf sich selbst, und verlangte von ihr die Einhebung einer Kirchensteuer, in der Meinung, damit würden sich die Gläubigen ohnehin von der Kirche abwenden. Das Ergebnis war genau gegenteilig. Selbst 19444 und 1945 hatte die deutsche Kirche mehr Einnahmen, als VOR den katastrophischen Kriegsereignissen, die das deutsche Volksvermögen so schädigten. Aber genau damit ... hat er die Kirche ins Mark getroffen. Ohne es zu wissen. Er hat sie verbeamtet.

Damit ist auch schon alles dazu gesagt, daß die Diözese München-Freisinig unlängst ihren Vermögensausweis offenlegte. Der zeigte, daß sie über ein nominelles Geldvermögen von 5,5 Mrd. Euro verfügt. Man rechne das auf ganz Deutschland hoch. München ist dabei beileibe nicht die reichste Diözese Deutschlands. Mainz, Paderborn, Köln ... schwimmen im Geld. Der halbe Vatikan, und mit ihm halb Afrika hängt direkt am Geldtropf Deutschlands.  (Ein Schelm, wer da an Korruption auch der theologischen Inhalte dächte. Wie hieß es einmal in einem Buchtitel? "Der Rhein fließt in den Tiber!")

Dafür auch noch ein Nutzen-Argument anzuführen ist mehr als armselig. Es ist häretisch. Denn die Kirche ist eben kein gottabgewandete-weltliches Unternehmen, das sich auch gegen Gottes Vorsehung absichern muß. Ach, Rückstellungen für Pensionen? Sieht man einmal von etwas ab, wovon man gar nicht absehen dürfte. Daß nämlich Geldrückstellungen keineswegs "neutral" sind, sondern jenes Elend vergrößern, jenen unmenschlichen Leistungsdruck auf die Menschen, der diese Wertabsicherung täglich - täglich! - erarbeiten muß, denn Geld ist nur als relativer Leistungswert überhaupt ein Wert, und jeder Prozentpunkt Zinsen auf investiertes Kapital muß von produktiven Kräften (Arbeitern, der Wirtschaft - KEIN Beamter hat noch je einen Schilling produktiv erwirtschaftet, das darf man nicht vergessen, auch wenn sie nicht "unnötig" sind) erarbeitet werden. Sehen wir also davon einmal ab.

Dann ist nicht einzusehen, warum die Kirche als "societas perfecta" nicht genau das vorzeigen muß, was der Gesellschaft auferliegt: Das Umlageverfahren nach Generationen. Daß also die Pensionslast der Kirche nie jenes Maß übersteigen darf, das von der aktuell aktiven, tätigen Generation erarbeitet wird. Aber genau das hat die Kirche auf abscheuliche Weise ignoriert. Die Zahl der deutschen Kirchenbeamten stieg von 1960 bis 2015 von 150.000 auf über 700.000. Bei auf ein Drittel gefallenen Priesterzahlen, bei einer Reduktion der Kirchenmitglieder um die Hälfte, Tendenz anhaltend.

Deshalb ist ein Vermögen der Kirche in Deutschland (und Österreich; wo es freilich nicht ganz so krass ist; Österreich war durch Josef II. bereits besser "vorgerichtet"; das Konkordat war deutlich schlechter ausgefallen, als das des Stammreiches, geschlossen 1933, wo Hitler noch mehr meinte, er bräuchte die Kirchen) Unrecht. (Von dem Schwachsinn der linksgesoffenen Schwammgehirne, die ihre historischen Bauten, Kunstschätze etc. als "Vermögen" sieht, wollen wir da freilich nicht reden.) 

Wegen seiner Verwendung, wegen seiner Funktion. Denn dadurch ist es Blutgeld. Das ließe sich nur reinwaschen, indem man einerseits sofort (!) die Kirchensteuer aufgäbe udn die Kirche auf ihr eigentliches Fundament - freie Gabe, Almosen - zurückstellte, und anderseits mit dem vorhandenen Überfluß dutzende oder hunderte großartige und neue Kathedralen errichtete. Die getreu der Tradition der Kirche als kulturbildende Kraft das Handwerk, die Baukunst in Deutschland neu aufblühen ließen (und so nebenbei: vielen tausend Asylanten Sinn, Brot und Arbeit gäbe). Samt einer Prunkentfaltung in liturgischem Gerät, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. So und nur so wäscht man dreckiges Geld rein. 

Als Startschuß für eine sinnvolle Neuevangelisierung. Mit einem Klerus, der sich täglich neu in die Hände Gottes begibt, am und vom Tisch der Gläubigen Gast, ihr Schicksal direkt und täglich neu teilend. So Gott in diese Welt einläßt. Und ihn nicht durch gesicherte und gelangweilte Existenzen ohne jede Gefahr eines Wirklichkeitseinbruches täglich neu aussperrt.

Aher dazu müßte man halt in das als Wirklichkeit einsteigen, von dem es sich am Sonntag so bequem predigt. Glauben, wagen, was man lieber anderen auferlegt, und im Zweifelsfall halt auch erläßt, immerhin - man glaubt es ja selber nicht. Und in einem fast übermenschlichen Einsichtsakt endlich jene zu hassen aufhören, die den Nerv des Christentums noch treffen und treffen wollen: Die Freien, die Mutigen, die Wagemutigen, die nur im Rückblick - nicht in aktualer Selbstzusprechung - als Heilige Erkennbaren. Die sich halt in einer so Kirche der Schmerbäuche und selbstzufriedenen Gutmenschen so gar nicht wohlfühlen.






*220616*

Samstag, 23. Februar 2013

Wucherungen (2)

Teil 2) Warum sie sich beeilen
ihre Schäfchen aufs Trockene zu bringen




Daß solche Menschen auch keine Beziehung zu "Steuern" haben, deshalb problemlos zu besteuern sind (womit man ihnen ja lustigerweise einen Gutteil ihres Zuviel ohnehin wieder abnimmt, allerdings mit den entscheidenden  Nebeneffekten) oder - wie bei EU-Beamten - keine Skrupel haben, Maßnahmen zu verhängen, die von Subsidiarität so weit entfernt sind wie Stanzösen von schöpferischer Arbeit, liegt somit in der Natur der Sache. Sehen sich solche Menschen doch zwangsläufig (weil im eigenen Erleben verankert, das ihnen die Struktur des "Wirklichen" vermittelt) gesellschaftliches Geschehen als Geschehen von für sich bestehenden und lenkbaren Mechanismen. Womit sie den heute gerade über "höhere" Bildung vermittelten Inhalten bestens entsprechen. Es ist im gegenständlichen Fall also conditio sine qua non, daß EU-Beamte vor allem formal höchste Qualifikationen vorweisen können.

Wie weit auch entfernt vom ursprünglichen Gedanken des Beamten, der sein Amt als Ehrenamt ansah, als Pflicht zum Dienst an der Gemeinschaft übernahm, als Priester der Reichsidee. Sodaß sich mit seiner Amtsführung ganz andere Qualitäten verbanden, als sich Menschen, die nach allen Richtungen abgesichert und von der Lebenswirklichkeit wie in Kokons eingehüllt abgepuffert sind, auch nur vorstellen können.

Man stelle sich nur vor, wie sich ein Beamter einem Staatsminister gegenüber verhält und positioniert sieht, dessen Einkommen noch deutlich unter seinem liegt. Hier drücken sich sehr reale Machtverhältnisse und konkretes Machterleben aus. Hier drückt sich sehr konkret das innere Selbstverständnis der EU aus, als Machtzentrum, das sich nicht auf Bereiche beschränkt, die im Einzelstaat nicht gelöst werden können aber - sagen wir es so - im Rahmen des Weltgefüges notwendig geworden sind, sondern das sich überhaupt als übergeordnete Instanz der Staaten überhaupt begreift.

Der Kaiser - und die EU ist und war exakt diese Instanz als Nachbildung, ein Otto von Habsburg (und einige Gründerväter der EU gleichfalls) war davon beseelt - hat sich nie als Regulator für alles und jedes verstanden. Sondern seine Aufgaben als die Aufgaben des Reiches waren klar auf jene Agenden beschränkt, die dieses Reich auch direkt betrafen: auf Verteidigung staatsübergeordneter Strukturen (wie Kirche, Religion, aber auch kontinentale Fragen, wie in der Auseinandersetzung mit Großmächten, wie großen Feinden aus anderen Kulturgefügen), und auf die Garantie der inneren Rechtssicherheit, dabei aber nicht einmal auf einzelne Rechtsinhalte, sehr wohl aber auf die allen gleichen Rechtsprinzipien (die ja wiederum in der Religion des Einzelnen gründen).

Das Reich war nie als Super-Staat zu verstehen (und wenn wurde es mißverstanden), sondern war auf eine Kultur kulturbezogen. Während die EU zielgenau dorthin strebt: zu einem josefinischen System der Zentralmacht, unter dem jeder Bürger direkt der EU gegenüber steht, Staaten nur noch Verwaltungs- und Umsetzungsorgane der Zentrale sind.

Alles das ist und war in der EU politisch gewollt und durchgesetzt, dabei in der Regel bloße Folge mangelnder geistiger Durchdringung.  Weil längst zuvor in den meisten Staaten selbst Prinzip der Politik. Wer aber die wahren Ursachen des Umstands sucht, daß unsere Wirtschafts- und Staatssysteme außer Rand und Band geraten und nicht mehr sanierbar scheinen, wer die wirklichen Ursachen selbst für die Finanzkrise sucht, die nur ausdrücken, was in den Wurzeln nicht stimmt, sollte dort ansetzen, diesen Zusammenhängen nachgehen. Er wird überrascht sein.
Aus den persönlichen Beziehungen und Formen von Arbeit und Lohn entfremdet, hinausgeschleudert in abstrakte Systeme und neue, abstrakte Werte, deren Definitionsnotwendigkeit zwangsläufig in den Händen der Systemschöpfer liegt, wurden die Arbeitenden zu manipulierbaren, technisch organisierten Massen, in denen der Einzelnen nur noch technischen, abstrakten Gebilden gegenübersteht.

Von denen eine neue und beachtliche Schichte von Funktionärseliten blendend lebt, die eifrig versucht, sich für alle Zukunft abzusichern. Und währenddessen die entindividualisierten Massen mit Scheinwohlstand und Scheinmacht am Gängelband hält, und dabei elegant mundtot macht. Wenn sie aufwachen, was nur heißen kann: wenn die Menschen zu ihrer eigenen Wahrnehmung wieder aufwachen, soll es zu spät sein. Weil das aber nur eine Frage der Zeit ist, ist Zeit wesentlichstes Material der Eliten. Denn sie stehen tatsächlich unter Zeitdruck.**







**Wenn sich aus zahlreichen Berichten und Beobachtungen über Hitler EINES mit Sicherheit sagen läßt, so ist es sein manchmal eigentümlich wirkendes Getriebensein. Carl J. Burckhart berichtet z. B. eindrücklich, wie seltsam es ihn anmutete, Hitler als jemanden zu erleben, der sich ständig unter Zeitdruck fühlte. Er ahnte, ja wußte aber, daß ihm nicht viel Zeit bleibt, daß er vor allem durch ständige Aktivität das Zusichkommen der Menschen verhindern und hinauszögern mußte. Es war sein größter, sein wirklicher Feind.

Warum "Hitler", und überhaupt an dieser Stelle: so oft Hitler? Als Faschismuskeule? Nein. Sondern weil Hitler prototypisch und erstmals in Vollgestalt das Wesen heutiger Politik und Gesellschaftspolitik verwirklichte. Wer daraus weitere Lehren ziehen möchte, sei dazu durchaus ermuntert. 





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Freitag, 22. Februar 2013

Wucherungen (1)

Die Welt veröffentlichte jüngst eine Gehaltsstatistik, aus der hervorgeht, daß es weit über 4.000 EU-Beamten in Brüssel gibt, die mehr als die deutsche Bundeskanzlerin, weitere 1.760, die mehr als der deutsche Bundespräsident, und weitere 37.400, die mehr als Bundestagsabgeordnete verdienen. Denn die Steuersätze dieses Eigengebildes EU mit seinen 45.000 Beamten liegen auch noch deutlich unter nationalen Einkommenssteuern.





Nicht eingerechnet sind dabei jede Menge "Zusatzgeräusche", Spesen und Zulagen, die für einen guten Teil der Brüsseler Beamten höhere Netto- als Bruttogehälter bedeuten, wie die Bild-Zeitung berichtet. Daß solche Entlohnung natürlich besonders niedrige Sozialabgaben und großzügige -regelungen nach sich ziehen, liegt auf der Hand.

Wie die EU selbst das sieht? Sie brauche doch die Besten. Also müsse man auch entsprechend zahlen. So kann man es auch sehen - daß die EU vor lalem jene holt, die ihren Zwecken am besten dienen. Trösten wir uns somit: über uns wachen in Brüssel tausende Staatssekretäre und Ministrable.* Und alle Mär über Politiker, die weil sie im jeweiligen Inland scheitern, nach Brüssel auf Versorgungsposten weggelobt werden - umoveatur ut amoveatur - ist pure Verleumdung. 

Was mit Menschen charakterlich passiert, die zu viel verdienen, deren Selbstwertgefühl über nicht ihrem wahren Grad des Selbstbesitzes als Mensch entsprechende Gehälter aufgetrieben wird, kann man im Alltag hinlänglich beobachten. Man braucht sich nur umzublicken. Politisch-ideologische Zielsetzungen haben die notwendige Entsprechung von Weite der Persönlichkeit und Weite der Mächtigkeit (die sich auch in Geld ausdrückt) der konkreten Lebenskreise völlig ausgehebelt. Aber hinter diesen Charakterlandschaften steht die Bewegungsmacht von 1 Billion Euro (EU-Budget), schreibt die FAZ. Das liegt der Größenwahn auf der Fensterbank. Was sollte solche Menschen hindern sich berufen zu fühlen, ganz Europa zu verändern?

Diese Erscheinungen sind natürlich keineswegs auf Brüssel beschränkt. Sie stellen sich hier nur markanter dar. Sie sind ein Krankheitsbild ganz Europas. Mit der fatalen Folge, daß der weit überwiegende Teil der Bevölkerungen Österreichs und Deutschlands zu viel verdient, während ein kleinerer Teil zu wenig oder gar viel zu wenig verdient. Denn der heutige Mensch verdankt sein Einkommen abstrahierten Rechenmodellen, nicht dem Zueinander von individueller menschlicher Gesamtwirklichkeit (auf welchem Grundsatz erst das entsteht, was "freier Markt" genannt wird).

Unser gesamtes Wirtschaftsgefüge wird bzw. wurde dadurch bis in die Branchenverteilung hinein in eine abstrakte technizistische, nicht mehr in sich stimmige Richtung verschoben. (Jüngstes Großbeispiel: Die "Energiewende".) Getrieben noch dazu von einem Verhalten, das dem von Dieben analog ist (ohne hier natürlich Menschen auf diese Weise direkt zu inkriminieren, sie sind meist nicht einmal "schuld" an ihren hohen Einkommen, nützen lediglich die Gelegenheit). 

Der Umgang mit Geld hat so mit einem Geschehen, in dem Menschen mit Bedarf in den Produkten wie in ihrer Hervorbringung schöpferischen Wirklichkeiten begegnen, nichts mehr zu tun. Sehr viel Geld wurde damit nie Eigentum in seinem eigentlichen Sinn, als gewissermaßen ausgelagerter, entsprechender Teil der Persönlichkeit, die das Außen mehr oder weniger weit ergriffen hat. Es ist Eigentum nur dem Namen nach, und muß gesetzestechnisch entsprechend abgesichert werden. Als technisches Mittel von Menschen, die lediglich die Bedienungsanleitung "Geld" gelesen und mehr oder weniger gelernt haben. Das ihnen bloß über die Anwendungsklugheit mehr Macht zur Bewegung des Außen einräumt, als ihrer Reife entspricht. Das sie deshalb als Charaktere verdirbt.

Ein Merkmal überhaupt dieser Zeit, das systematisch durch die Technik dem kleinen Geist große Hebel überantwortet. Ja, meist steckt hinter der Hauptlosung vieler - Demokratisierung - gar nicht mehr als die Unbotmäßigkeit kleiner Kinder, die nach der Fernbedienung der Welthebel schreien. Und das in ganz konkreter Weise durch die Einkommenssituation der Menschen diese in Möglichkeiten versetzt, die sich dahingehend auswirken, daß das Kleingeistige die großen Wirkungsebenen bestimmt. So, wie man einem Fünfjährigen einen Herkulesarm überläßt, mit dem dieser dann seinen Willen durchsetzen kann. Was sich darin deutlich zeigt, daß diejenigen, die die Folgen wirklich zu tragen haben, sehr wohl sehr substantiell in der Pflicht bleiben.*

Als Gegenreaktion beginnt die Politik Lüge und  Manipulation als Notwendigkeit zu sehen. Medien, die (durch die Technik umgewandelte, abstrahierte, nur noch daran schwach erinnernde) Agora der Antike, das Althing der Germanen, Nachfolge und Ersatz der Marktplätze und Bäder, werden politisch essentielle Instrumente.



Teil 2 morgen) Warum sie sich beeilen,
ihre Schäfchen aufs Trockene zu bringen




*Vielleicht interessiert den geneigten Leser in diesem Zusammenhang das im Netz kaum noch aufzutreibende weil wegen "Urheberrechtsverstößen" sorgsamst (aber doch noch nicht lückenlos) entfernte Video (bzw. über dieses Link) über die Arbeits- und Entlohnungsmoral in Brüssel.

**Das eigentliche Thema von "Atlas shrugged" von Ayn Rand, übrigens. Bei allen Fehl- und Schieflagen, die Rand's Philosophie sonst hat, drückt sich in ihren Werken genau diese (berechtigte) Wut aus. Daß in einer Zeit allgemeiner Unanständigkeit selbstverständlich und in gesetzlich bemerkenswert klar artikulierten Ausnützungs- und Enteignungsverhältnissen die immer weniger werdenden Substanzträger die Last dessen zu tragen haben, was andere in ihrem Rausch anrichten. Dabei sind sie es - auch und gerade heute - denen die Gesellschaften es verdanken, daß sie nicht abstürzen. Der Schwanz wedelt auch bei uns längst mit dem Hund. Und wenn es eine hervorstechendes Merkmal des heraufziehenden Neuzeit gibt, so ist es das, daß Fortschritt und Machtgewinn durch jene kam, die auf Anstand pfiffen, es nur verstanden, die Substanz anderer auszunützen. Napoleon ist ein illustratives Beispiel dafür. Sie sind es auch, die bedenkenlos Technik implementieren. Von der die Menschheit in ihrer Geschichte immer wußte, daß sie zum Mittel der Unanständigkeit wird, die Welt letztlich destruiert, und deshalb nur höchst vorsichtig und begrenzt einzusetzen ist. Nicht Mangel an Wissen hat den Menschen der Antike gehindert, technizistische Gesellschaften aufzubauen, sondern Mangel an Niedertracht, die Welt derartig ihres Wesens und ihrer Würde zu berauben. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Prometheus-Mythos zu lesen: nicht als Held, wie es heute meist getan wird, sondern als wahrer Übeltäter.

Diese Tendenz aber, diese in Tat umgewandelte Wut (über eine tatsächliche Ungerechtigkeit, keine Frage) bedeutet das Aufkündigen des Staatsganzen, sein wirklicher Zerfall, der ein Zerfall der Solidarität ist, des pars pro toto. Und solche Tendenzen zeigen sich heute in vielfacher Hinsicht, und an Enden, wo man es nicht vermuten würde. So im Kommentar von Robert Menasse zum Ausgang der Abstimmung über das Bundesheer in Österreich, wo sich die Bevölkerung gegen ein vorgeschlagenes Berufsheer, für die allgemeine Wehrpflicht entschied. Menasse fordert aus dem Umstand, daß sich Ältere für die Wehrpflicht, Jüngere eher für das Berufsheer entschieden, daß nunmehr auch die Älteren durch Pensionskürzungen bezahlen sollten, was die Jungen ohnehin ablehnten. Menasse hätte damit aber gewaltigen Erklärungsbedarf, was er unter Demokratie - die sonst in seinem Munde in goldenen Lettern glänzt - überhaupt versteht.

Wobei uns das aus seinem Munde eben gerade nicht überrascht. Denn Fazit seiner monatelangen (übrigens von ausreichenden Subventionen getragene) Befassung mit der EU in Brüssel selbst war eine nachlesbare Stellungnahme, in der er die EU begeistert akklammierte, ja ein bedingungsloses Ja zur Zentralisierung Europas aussprach, WEIL sie als josefinischer, aufklärerischer Überstaat auftritt. 






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Samstag, 12. Juni 2010

Entsittlichung der Politiker

Scharf und nüchtern sieht Max Weber die Verpolitisierung des Beamten, auch wenn Weber selbst nie Stellung dazu nimmt.

Aber er weist darauf hin, daß das Wesen des Beamten sein muß, neutral und unparteiisch zu VERWALTEN. Die spezifische Ehre eines Beamten war und ist es nunmehr, auch Verwaltungsvorgänge, die ihm persönlich zuwider wären, durchzuführen, und zwar im Sinne seiner ihm übergeordneten Dienststelle, im Sinne eines technischen Verwaltungsvorgangs.

Umgekehrt ist es die Ehre des politischen Führers, für alles, was unter ihm passiert, die ungeteilte Verantwortung zu übernehmen, und den Kopf hinzuhalten für alle Vorgänge, auch wenn er sie nicht persönlich "getan" hat.

Verpolitisiert der Beamte, wird gar der Beamte Politiker, so ist es unausweichlich, daß auch die Politik verantwortungslos und bürokratisch wird.

Verbeamtet der Politiker, gilt dasselbe. Die Durchmischung dieser Sphären hat also den sittlichen Tiefstand der Politik zur Folge. Ja, gerade sittlich hochstehende Beamte sind dann - sittlich TIEF stehende Politiker. Denn ein Staat - und den zu führen, ist die Aufgabe der Politik - IST nicht seine Verwaltung, sondern braucht die Gestaltung durch freien Geist, der Gestalt laufend in die Zukunft vorwirft. Die es dann, von nur dazu fachlich fähigen Schichten, den Beamten, jeweils effizient zu verwalten gilt.

Übrigens: Annähernd zwei Drittel der österreichischen Parlamentsabgeordneten rekrutieren sich ... aus dem Beamtenstand.



*130610*