Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Montag, 26. Dezember 2022
Transeamus usque Bethlehem! (2)
Dienstag, 31. August 2021
Die klarsten Argumente (1)
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| QR EM Jones im Podcast |
Warum war es notwendig? - Ganz offensichtlich verfolgt "Traditionis Custodes" die Intention, so Jones, die Alte Messe nur noch für jene zuzulassen, für die sie einen ursprünglichen Kult darstellt - also die "Alten" (wie den VdZ), die damit aufgewachsen sind. Das bedeutet, daß mit ihnen über kurz oder lang auch die Alte Messe verschwinden wird.
Aber ob Jones denn nicht der Ansicht sei, daß das eine Katastrophe sei und sich gegen die Tradition der Kirche richte? Wo doch die Liturgie eine Lebensfrage der Kirche sei, man möge doch schauen, welchen Zulauf sie gerade bei den Jungen hätte. Und die Piusbruderschaft sei auch nicht mehr als schismatisch eingestuft, die Exkommunikation aufgehoben!
Da erzählt Jones von seiner Begegnung mit Bischof Richard Williamson, den er an anderer Stelle sogar als "lieben Freund" beschreibt.
Freitag, 19. April 2019
Der Sünder haßt das Sein, haßt die Welt
Wie kann man sich die Aussage, daß Abtreibung ein weiteres Mittel dazu ist, die Bevölkerung zu kontrollieren, konkret vorstellen? Jones trifft den Punkt exakt: Jede Frau, die abgetrieben hat, ist schwer belastet mit der Schuld der Tötung ihres Kindes. Wie soll nun diese Frau (und die an ihrer Entscheidung Beteiligten) mit der Schuld umgehen?
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: In der Beichte zu bereuen und Vergebung zu erlangen, oder: Das ganze weitere Leben damit zu verbringen, das Falsche zum Richtigen zu erklären. Also sucht man "Gemeinschaften", "Bewegungen". Man hat es getan, also darf/kann es nicht falsch sein. Und andere bestätigen einen, mit vielen Rechtfertigungen und Begründungen. Dazu gehört auch, "Gutmenschen" in demokratischen Wahlen zu wählen, um sich doch auf der Seite der Richtigen zu wissen. (Das steckt am allermeisten hinter den für Hillary Clinton "Begeisterten". Es ging um millionenfache Schuld. Hillary Clinton verhieß allen diesen, daß sie ihrer Schuld ledig würden.)
Aber es gibt noch einen anderen Aspekt. Der sich in der Vorgehensweise von Rabbi Shoeman zeigt. Der zwar in den USA für Abtreibung eintritt, aber sie in Israel strikt ablehnt? Warum? Weil Abtreibung und Verhütung Mittel demographischer Kriegsführung sind. Eine Gruppe dominiert die andere, indem sie die Geburt von deren Kindern verhindert. Das ist auch alles, worum es in Afrika geht. Politische Macht baut eben ausschließlich auf demographischer Macht auf. Frauen aber, die abgetrieben haben, haben das ständig im Vordergrund ihres Bewußtseins. Darum wird die Frage ständig so hochgekocht, ja zur Gretchenfrage um Menschenrecht gemacht.
Mittwoch, 12. September 2018
Pädophilie als Ablenkungsmanöver
Denn Homosexualität, die LBGT-Agenda, ist eine Form der politischen Kontrolle. Vor allem aber ist sie (und es gibt eine Menge von Aussagen von Oligarchen) eine "Wirtschaftsagenda", denn ein alle Vernunft (die erst über den Augenblicksimpuls hinaus trägt) in "Spontanität" (weil der Begierde, momentanen Lüsten folgend) auflösende Klientel ist der ideale Konsument, der von der Werbung perfekt zu steuern ist.
Sonntag, 12. Januar 2014
Erstaunlich richtig
Aber der Ruf der Menschen nach Sinn ist nicht immer zu unterdrücken. Die Energie, die sich sammelt um das System zu zerstören, wird immer größer, das steht außer Zweifel. Ihre berechtigten, zumindest verstehbaren Ziele: die Politik, und die (faktische) Kirche als kaum anders mehr zu verstehen als Barriere zur Wirklichkeit, impotent gemacht durch die Gefangenheit in der Zweitwirklichkeit.
Freitag, 12. Juli 2013
Über Verbindendes und Gleiches (2)
Wollen die also beide, tun sie also beide nicht das Gleiche? Worin unterscheiden sie sich überhaupt? Nicht einmal im Brustkreuz, wenn man es genau nimmt. Sie verwenden sogar die selben Worte, reden vom Frieden, und il presidente Mujica wird das eine oder andere mal auch schon jemanden diabolo genannt haben, und die Zuhörer werden begeistert geraunt haben: endlich einer, der mutig die Wahrheit spricht. Da ist ihm papa Francisco also sicher auch nicht voraus.
Dann wäre diese Moral aber ja überhaupt äußerst ... modern, sagt man so? Gewissermaßen von zeitlosem chique. Zeitlosigkeit, auf die wir uns ja hinentwickelt haben oder hinentwickeln wollen, selbst da stimmen beide überein. Und Zeitlosigkeit heißt nun einmal nicht sinnenfällig, also gestaltlos.
Und man sieht es ja überall und allerorten. Selbst in Schauspielerkreisen wird seit je geherzt und gebußt, daß es eine Freude ist. Und Geld haben sie auch nicht. Dann wäre ja überhaupt vielleicht die ganze (halbe) Welt schon erlöst, wir begreifen es nur noch nicht, weil sich Gestalt ja global zur Funktion er-, nein: auflöst, und je mehr sie sich er-, nein: auflöst, desto mehr wird querfeldein geherzt und gebusst und aufs Outfit geschi... also: wenig Wert gelegt, und vor allem: geliked und gefriendet? Vielleicht wäre dann überhaupt das Internet DIE Erlösung, als Lösung des lästigen Fleischproblems, mit dem jeder zu tun hat?
Donnerstag, 11. Juli 2013
Über Verbindendes und Gleiches (1)
| Compagnero Jose Mujica, il presidente - Photo Die Presse |
[...] Er bekenne, dass er das Fehlen von persönlichen Besitztümern als Freiheit empfinde. Wer ständig vor dem Verlust seines Vermögens Angst habe, sei eigentlich nur unfrei. „Ich muss mich nicht als Präsident verkleiden. Ich bin, wer ich bin.“
Dienstag, 28. Mai 2013
Das Heilige Experiment (4)
Montag, 27. Mai 2013
Das Heilige Experiment (3)
Und obwohl die Guaranis das Privileg des Waffenbesitzes hatten, kam es nie es auch nur zur geringsten Insubordination. 7-12.000 Guaranis kämpften so in über 50 Auseinandersetzungen für die spanische Krone, bei einem Einwohnerstand, der sich von insgesamt rund 28.000 innerhalb der Reducciones auf bald 100.000, ja mit einem Höchststand von 130.000 sogar, entwickelte. Übrigens mit interessanten Schwankungen, auch durch eingeschleppte Krankheiten.
In ihrer jeweiligen dörflichen, klar patriarchalischen Ordnung waren die Guaranis hingeordnet auf den Pfarrer, dem von allen geliebten und glaubwürdigen Hort der Gerechtigkeit und des geordneten Wohlergehens, dem Schutz auch gegenüber schlechten Regeln des eigenen Stammes. Dabei erwies sich das jesuitische interne Ordenssystem als besonders fruchtbar, weil es die Vielfalt und charakterliche Prägung der Einzelnen hervorragend nützte. Wobei sich herausstellte, daß deutsche Pater - die bald ein Viertel der Missionare stellten - bei den Indios ganz besonders beliebt waren. Die rund 80 Pater, die eingesetzt waren, wurden immer als eine erstaunliche Mannigfaltigkeit der Individualitäten gerühmt.*
Natürlich gab es auch Straftaten und Strafen. Sie orientierten sich an Strafsystemen für Kinder: Stockhiebe auf den Allerwertesten etwa, oder in schweren Fällen (begrenzt auf 10 Jahre) als Gefängnisstrafe, die VOR ORT, also im Dorf, in dem der Täter gelebt hatte, zu büßen hatte. Eine Todesstrafe gab es nicht, wohl aber eine Ausweisung aus dem Gebiet. Alle Berichte erzählen, daß die Indios das Strafsystem als gerecht empfanden, ja mit Genugtuung zur Kenntnis nahmen und sogar forderten.
Sonntag, 26. Mai 2013
Das Heilige Experiment (2)
Aber für immerhin mehr als 150 Jahre konnten die Jesuiten ihr Bekehrungsprojekt entfalten, das vor allem einmal ein schwieriges Erziehungsprojekt war. Einem nomadisierenden Indianerstamm gegenüber, der in zahlreichen zuverlässigen Berichten als "Kinder" bezeichnet wird, die gedanken- und sorglos in den Tag hineinlebten, Arbeit in unserem Sinn nicht kannten und bewältigen konnten, und zu Recht als schwurunfähig galten, also mit Gesetzen bedacht waren, wie sie in Europa für Geistesschwache, Arme, Witwen und Waisen sowie dauernd Kranken galten.*
Die aber auffallend eines hatten: Eine große, allerdings nur (das dafür mit größter Begabung) interpretierende, nicht aber schöpferische Liebe zur Musik. Jedes Dorf hatte bald eine 40köpfige Kapelle und Chorgemeinschaft, die lateinische Choräle oder Tänze und Lieder darbrachte. Oder die Padres schrieben Stücke, inszenierten Theateraufführungen, oder kreierten wie in einem Fall 70 Ballettchoreographien, die von den Indios mit Begeisterung einstudiert wurden.
Sie begannen immer mit der behutsamen Einführung in eine andere, seßhafte Lebensform, mit vorsichtiger Gewöhnung an Arbeit, mit der Nachahmung an das vorgelebte Leben der Jesuiten selbst, die selbst, meist als hochgebildete Männer, zu Holzfällern, Zimmerleuten und Saatbauern wurden.
Die eigentliche Christianisierung begann erst ab diesem Zeitpunkt, und unter sorgfältiger Aufnahme alter Vorstellungen, deren religiöser Kern aufgegriffen und neu entfaltet wurde.
Dabei nützten die Padres die Musik- und Spielfreude, worin sich ein neues Band der Zusammengehörigkeit bildete. Und für das sich die Liturgie hervorragend eignete, für deren feierliche, ausgeschmückte Riten die Indios sehr empfänglich waren. Die geistige Abstraktion konnte so auf dem zuerst bereits Erfahrenen aufbauen. Soziales und religiöses Leben wurden so ein Ganzes. Und bald begannen die Indianer sich sogar schon untereinander zu missionieren.
Verfolgung und Zerstörung standen am Beginn - Vertreibung und Zerstörung am Schluß ihres Missionierungswerkes 1768. Mit dem sie aber zeigten, was Europa zu tun gehabt hätte. Dessen Menschen sich aber anders entschieden. Ein Experiment, das mit kommunistischen, aufklärerischen Utopien überhaupt nichts gemein hatte, sondern ein kluges Aufbauen auf dem vorgefundenen Kulturstand, mit behutsamer Weiterentwicklung zu höherer Kultur und damit Lebensentfaltung (größere Steinkirchen folgten erst nach etwa 100 Jahren) bedeutete. Kein Staatsvolk war der Krone mehr ergeben, als diese Reducciones. aber es wurde kein überlegenes Kultursystem einfach aufgepfropft, sondern eine sehr primitive Kulturstufe aufgegriffen, und behutsam weitergeführt.
Wo es Kommunaleigentum gab, war dies bereits eine alte Sitte der Indios selbst, und darin gar nicht unähnlich Europa, wo es auch Kommenden - Gemeindewiesen, -wälder etc. - gab. Diese wurde in bestimmtem Maß weitergeführt, ein Eigentums- weil Verantwortungsbegriff (und vor allem: der Pflicht zur Privatinitiative, die mit Eigentum verbunden ist, und die diese Menschen nicht aufbringen konnten!) mußte sich erst entwickeln. Die Jesuiten bauten also auch hier lediglich auf dem vorhandenen Fundament auf, führten keineswegs einen Kommunismus ein, wie oft dargestellt wird. Daß diese Gemeindegüter (bei zwei Tagen gemeinnütziger Arbeitspflicht pro Woche) freilich auch die eigentliche Versorgungsquelle war und meist blieb, die Privatäcker verkamen, lag eben an der Sittlichkeit der Guaranis selbst, nicht an der Ordnung.
Es gelang in diesen 170 Jahren nicht, die Indianer zu Vorratswirtschaft anzuregen, nur in ganz kleinem Maß zu Privatinitiative. Ein Erbrecht war deshalb obsolet. Sie blieben immer noch eine "Menschheits-Kindheit", wie es ein Pater niederschrieb. Ihre Arbeitsleistung über ein Jahr entsprach etwa dem, was ein europäischer Bauer in vier Wochen bewältigte.
Der Wohlstand der sich bald einstellte, und bald auch in Silber klang, war vor allem der Findigkeit der Padres - und der Geschicklichkeit und Fähigkeit zur Nachahmung der Guaranis - zu verdanken. Bald blühte vielfältigstes Handwerk, und die (kollektive) Rinder- und Schafzucht oder (die kollektiven) Anbauplantagen für Yerba-Tee, Tabak oder Mais brachten durch kluge Bewirtschaftung der Jesuiten höchste Erträge. Sogar eine Druckerei wurde installiert, wo 1705 das erste Buch Südamerikas** erschien.
Auch der Handel blühte. Aber auch der mußte von den Jesuiten durchgeführt werden, denn den Indios fehlte überall jede Eigeninitiative. Wo doch Kontakt mit (weißen) Siedlungen, z. B. durch unvermeidlichen Handel, stattfand, waren sofort die schädigenden, verrohenden Einflüsse durch Verführungen festzustellen, denen die Indianer nicht gewachsen waren. Weshalb er auf das Notwendigste eingeschränkt wurde.
*Natürlich soll diese Passage nicht verstreichen, ohne auf die Tumbheit jener hinzubeißen, die da meinen, welch überlegen Ethik sie selbst nicht verträten, verglichen mit den Vorvätern, und wie erst den Kirchenvätern, die die "Wilden" oft nicht als Menschen bezeichnet hätten. Auch unsere Gesetze kennen die eingeschränkte oder gar entzogene Mündigkeit und damit Handlungsfähigkeit - das "Menschsein" wird auch bei uns definiert und hat - Abtreibung! - eindeutige historische Definition. Nichts anderes war der Kern der damaligen Überlegungen, ohne zu berücksichtigen, daß die materielle Gier vieler sehr darnach verlangt hat, sich jeder menschlichen Gewissenspflicht zu entheben. Es waren die Könige und die Kirche, die diese Pflicht wieder und wieder eingefordert haben! Ohne sie würde es uns heute mit Sicherheit normal erscheinen, den Indianern nach wie vor Menschenqualität abzusprechen. So, wie wir es ja mit Föten oder in der Euthanasie (pardon, "Sterbehilfe" ...) tun. Nur aus dem Transzendenten, als Abbild Gottes, wird der Mensch unabhängig von seiner AKTUALISIERUNG, zu einem in jedem Fall zu Liebenden.
**"Temporal y Eterno" von Pater Nierenberg
Samstag, 25. Mai 2013
Das Heilige Experiment (1)
Sämtliche Versuche, den riesigen neuen Kontinent, den dem Abendland entdeckt zu haben man sich im 16. Jhd. allmählich bewußt wurde, durch dem europäischen Lehenssystem (ein Gewährsmann des Königs übernimmt treuhänderisch Aufbau und Verwaltung eines Gebiets) ähnliche Gebilde zu organisieren mündeten in der nicht zu kontrollierenden Praxis neue Instrumente der brutalen Unterdrückung. Denn welche Europäer verließen den Kontinent? Die Abenteurer, die Gierigen, die Wurzellosen, denen das Leben in Europa zu mühsam war, die Nervenkitzel und Reichtum suchten. In einem Europa, in dem der Adel ja bereits sinnlos wurde, weil Beamtenmechanismen ihn verdrängten.
Also schlugen die Jesuiten einen Versuch vor: Man mußte die Identifikation von Christentum mit Europäern verhindern. Man mußte die Indios für sich lassen, und an der natürlichen Religiosität ansetzen, um von dort aus die Liebe Christi begreifbar zu machen. Als vollkommene räumliche Trennung von Kolonisten und Indianern hieß das auch für die zweifellos gut meinenden, verantwortungsbewußten Könige ein großes Wagnis eingehen: das Land konnte genau so gut erst recht in Chaos versinken. Schließlich stimmte aber die Krone zu.
