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Donnerstag, 7. Januar 2021

Totalitarismus ist immer so natürlich (1)

Was meint der Leser? Meint er nicht auch (mit dem VdZ), daß der Totalitarismus ganz klammheimlich und auf der Schiene der "Selbstverständlichkeit", ja der "Natürlichkeit" liegt? Sodaß es einem lange Zeit gar nicht auffällt, daß die Kriterien des Totalitären längst erfüllt sind, und er wie immer erst nur ganz kleine "Randschichten" erfaßt. Randschichten, die sowieso böse, schlecht, schlimm sind, sich den "notwendigen" Kriterien nicht fügt? 

Oder meint er (mit so manchen, mit so vielen sogar), daß der Totalitarismus mit einem großen Schild in Schreckfarben daherkommt, auf dem geschrieben steht "wir sind totalitär"?

Die Lösung des Rätsels ist bereits geliefert, der Leser weiß, was der VdZ meint. Und er wird es gleich mit einem Beispiel belegen, das jüngst in den Zeitungen stand. Natürlich in Nebennotizen. Und unter ganz anderem Titel. Aber da haben die Proponenten des Totalitarismus ein wenig die Maske gelüftet. Und sie heißen nicht "Extremisten-Partei", nein, sie sind Minister und Funktionäre der "Guten", der ÖVP, der Grünen, unterstützt von den ach so vielen Gutmeinenden, vor allem aber von den Widerstandslosen der sogenannten Opposition. 

Die sehr natürliche Landwirtschaftsministerin von Österreich - Photo: Kronen Zeitung

Die ohnehin nie bei der Beurteilung der Politik der Regierungen von deren ontologischer Qualität ausgingen, also von dem, was WIRKLICH passiert, was WIRKLICH eingeleitet, durchgeführt, geplant ist. Denn dazu bräuchte es Geist und Ruhe und Abstand. Den eine Opposition sich angeblich ja nicht leisten kann, weil sie zuerst das Maul aufreißen muß, womit das Denken übertönt wird. Denken kommt dann später, heißt es seit hundert und mehr Jahren Parlamentarismus. Da gab also nun gleich zum 2. Jänner ein Minister der ÖVP-Regierungsriege ein Interview in der Kronen Zeitung. Die so wie alle Zeitungen (Medien) des Landes nicht nur von der Regierung kräftig bezahlt wird. 

Von der Regierung, nicht "vom Volk", denn solche Phrasen werden den Leuten nur erzählt, um sie weichzustopfen, damit sie den Unsinn von der Selbstbeteiligung an den Entscheidungsprozessen der Politik auch weiter schön glaubt. 

Und von den Medien wie der Kronen Zeitung. Die wie alle Zeitungen (Medien) des Landes in internationalen Redaktionsgemeinschaften verhangen sind, die von Bangkok bis San Francisco, von Redlife bis Berlin, von Nouknouk (Grönland) oder

Kinshasa bis Wien die Redaktionen mit Artikeln füttern. Und dafür noch kräftig in die Töpfe der Steuerzahler langen, die sie als Objekte ihrer Erziehung betrachten und gleich der Politik und gleich den Oligarchen als jene Sklaven behandeln, als die sie sie sehen.

Denn wir sind ja, der Leser weiß und schätzt es gewiß, in Zeiten der globalen, universalistischen, also über allem Lokalen und Verwurzelten schwebenden Meinungsbildung angelangt. Weil wir ja alle mit denselben Belangen und Beziehungen, mit denselben Problempunkten und Problemen zu tun haben, weil alles nur noch in globalem Maßstab zu sehen und zu bewältigen ist, und so weiter und so fort mit all dem Unsinn, eh schon wissen.

Also, zurück, da spricht nun denn der Minister für Arbeit, seines Zeichens eine Frau mit dem schönen lokalen Namen Christine Aschbacher, über die Zukunft des Landes. Über die Arbeitslosenzahlen, die nach Corona leider ein wenig höher bleiben werden, denn daß sie von derzeit fast 1,2 Millionen (bei neun Millionen Einwohnern) auf 500.000 zurückgehen werden, ist ja ausgemacht.

Und die Zeitung bringt Schaubilder, Statistiken, Zahlen, also "Fakten", die das belegen. So wird es sich entwickeln, so "ist" es, und so weiter. Aber dieses Wörtlein von den Arbeitslosenzahlen, die "nicht ganz auf Vorkrisenniveau zurückgehen werden" ist nur ein erster dezenter Hinweis, auf die wirkliche Bombe, die das Blondschöpfchen da liefert. Das sicher seinen Magister der Wirtschaftswissenschaften mit so viel Bravour hingelegt hat, daß aus ihrem Hobby - Studentenpolitik - ein Beruf wurde, sie von irgendeinem Funktionär "entdeckt" und in den Hafen der ÖVP-Partei geschleust hat.
Da sagt nämlich Frau Aschbacher, daß "wir nicht alle Betriebe retten können". 
Also, zum Mitschreiben: Da ist das erste, was die ÖVP macht (die Grünen haben sowieso von nix eine Ahnung, die nicken alles durch, wofür sie dann ein paar Leckerbißchen zugeworfen bekommen, auf denen "grün" und "nachhaltig" und "Welt retten" draufsteht, das reicht, auch für ihr Klientel), sobald eine sogenannte "Pandemie" auftritt, ein Gesetz in die Rundablage zu befördern, das seit je und immer verlautete, daß ein Unternehmen einen Rechtsanspruch auf Entschädigung erhalte, sobald die Regierung Maßnahmen beschließe, die landesweite Epidemien und so weiter bekämpfen sollten. 
Aus dem Rechtsanspruch wurde mit Federstrich ein mit lauter und bunter Pressestimme unterstützter "Covid-Rettungsplan". Der angeblich dieselben Wirkungen habe, der also die Unternehmen für erlittene Schäden, die aus "höheren Interessen" von der Politik in Kauf genommen wurden, entschädigen solle.
Ist das nicht dasselbe? Haben wir uns nicht längst daran gewöhnt, daß wir nur noch in "Endeffekten" rechnen und denken, der Weg, die Art der Entstehung des Effekts gleichgültig wurde? Ist nicht "Der Zweck heiligt alle Mittel" zum neuen Paradigma des Lebens geworden. 
Schauen wir mal näher hin, ob es egal ist. Denn diese Änderung in der Entschädigung, die im "Effekt" angeblich gleich ist, hat seinen guten Grund. Wir werden nämlich einmal mehr sehen, daß die Mittel keineswegs gleichgültig sind, sondern einem anderen Gesetz des Zieles folgen, und daß durch die Wege zum angeblich gleichen Ziel in Wahrheit ein völlig anderes, übergelagertes Ziel erfolgt ist. 
Der Zweck heiligt also nicht nur nicht alle Mittel, weil das irgendwie "moralisch" sein könnte, nein. Dieser Grundsatz der katholischen Morallehre gründet wie alle Moral in Sein und Wirklichkeit: Die Mittel entscheiden nämlich über den Zweck. So auch hier: Die veränderten Wege führen zu einem anderen, einem übergeordneten Ziel! Aus einem Rechtsanspruch wurde ein Mittel des Totalitarismus.
Wobei zuerst einmal der Grund dafür erklärt sein soll, aus dem der Staat entschädigen MUSZ. Denn ohne Unternehmen ist das Leben sämtlicher Bürger nicht aufrecht zu halten. Aber auch das Leben des Staates hängt davon ab. Weil dessen Handlungsfähigkeit und damit Bonität und somit natürlich auch dessen Geld (das hier "Währung" ist) immer von der Fähigkeit abhängt, ob er seine Ausgaben (oder Schulden, also die Zukunftsbelastungen) aus den Steuern und Abgaben bezahlen kann, die die Bürger leisten. Keine Abgaben - kein Staat, kein Staat - keine Währung, so einfach ist das. 

Zumindest keine Währung, weil kein Geld mehr da ist, dessen Beschaffenheit und Zahlungskraft weiter reicht als die direkten persönlichen, also die sozialen Vertrauensverhältnisse reichen, und somit nie einen Staat, sondern nur lokale, kleine Organismen durchbluten kann. Damit diese dem Wesen und Auftrag der Welt entsprechen können, wo es da kurz und bündig heißt, daß eines von der Gabe des anderen lebt. Somit alles von- und miteinander ab- und zusammenhängt. 

Daraus jedenfalls ergibt sich eine gewisse Priorität, die dem freien Wirtschaften der Menschen entspricht. Das frei sein muß, weil es nur dann produktiv und schöpferisch ist. Und zwar nicht einfach frei "von", sondern frei "für", wir haben davon schon oft gesprochen. 
Mit der kleinen Änderung in der Gesetzeslage wurde aber nun nicht, wie verkündet und dahergelogen, DASSELBE bewirkt wie mit dem alten Gesetz. Sonst hätte man es ja nicht geändert! Nein, die Herrschaften haben schon gewußt, was sie machen. Dazu muß man nur all die Aussagen und Jahreswendebotschaften und Autobahneröffnungsreden dazuschustern, damit aus alledem ein komplettes Bild wird. 

Wo da überall von "zukunftsfähig" und "modern" gesprochen (und ab und zu auch, aber nur in Ausnahmen - "a jedes Schrifterl ein Gifterl" oder so - geschrieben) wurde. Von zeitgemäß und auf die Erfordernisse der Weltgemeinschaft ausgerichtet, auf internationale Standards und globale Freiheit zum Wirtschaften. Wovon ganz sicher der (leider leider schon längst geschlossene) Bäcker ums Eck am meisten profitiert hat, denn der hätte seine Weckerl auch nach Singapur liefern können, einfach so, wenn er die neuen Anforderungen kapiert hätte. (Vermutlich war er eben auch zu wenig gebildet.)
Kurz und gut, die Wirtschaftsbonzen (oft genug gar keine Unternehmer mehr, sondern Manager), Experten (fast immer nur reine Ablaufoptimierer) und Politiker (oft genug ... ach lassen wir das) wissen, wo es langgeht. Sie wissen, wohin sich die Wirtschaft zu entwickeln HABE. 
Denn um dieses HABE - ein Imperativ, diminuiert zum Konjunktiv - geht es. Nur dann ist der Staat und sind die von ihm abhängigen Unternehmen zahlungsfähig, nur dann potent, nur dann ist ihr Hauptziel, das Geld (und damit die aufdiktierte Macht, denn das ist das Geld, das nun in wechselseitiger Abhängigkeit mit der sogenannten Wirtschaft das Blut ist, von dem alle zu trinken haben, das Blut des Lebens) vital und real.
Nur dann sind auch genug Steuern und genug Gewinne zu lukrieren. Sodaß es auch ein Wirtschaftsleben geben kann, das den von der Politik an die Wand geworfenen Schaubildern einer Menschheitszukunft entspricht. 
Und dazu gehören eben vor allem "Unternehmer", die diese Ziele mittragen und sogar erfüllen. Große Industrieunternehmen, für die Urumji wirklich ein lohnenswerter Markt ist, und die mit geifernden Händen nach dem Soja aus Brasilien greifen. 

Um die Zahlen des Fünf-Jahres-Plans (pardon, das heißt ja heute "Statistik" und "Wahrscheinlichkeit- und darauf folgender Entscheidungsgewißheit" und "Wissenschaft") für landwirtschaftliche und sonstige Güterversorgung zu erfüllen.

Denn darum geht es längst in diesen statistischen Querhirnen, die sich Politiker nennen. Und von der Statistik abhängen, weil die jede Verantwortung übernimmt und abnimmt. Weil jede Entscheidung gewissermaßen "notwendig" war. 

Man muß heute einfach weiter denken, umfassender, globaler, universalistischer, wissenschaftlicher, dann weiß man das. 

Also hat die Politik auch die Kriterien, die entscheidend für das Urteil sind, welche Wirtschaft erwünscht und welche nicht so ganz erwünscht (weil nicht zukunftsfähig) ist.
Morgen Teil 2) Ein großer Reset braucht 
die alternativlose Bereinigung als Vorstufe


Aktualitätsnachtrag vom 9. Januar 2021: Sehe der Leser selbst, was am selben (heutigen) Tag des Erscheinens dieses eine Woche zuvor erstellten Artikels über Frau Minister Christine Aschbacher in den Medien aufgetaucht ist. Die wir hier nun bewußt ohne "akademischen Titel" führen. 

Wie sagt im Video der Investigator so schön und richtig? Wissenschaft sei, wenn jemand eine Frage habe, der er nachgehe, und damit eine Aussage in seiner Arbeit. Leider aber ist es heute üblich, akademische Titel anzustreben, egal wie, weil man sich davon einen Aufstieg auf der sozialen Leiter erwartet.



*020121*