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Freitag, 14. Juni 2019

Gottes eigenes Volk - Logos vs. Gesetzesreligion (2)

Teil 2)



Es geht hier um nichts Geringeres, als den bis heute virulenten "Universalienstreit", in dem das Mittelalter sich aufgelöst hat. Haben Begriffe (Universalia, auf eine Weise also Abstrakta, die Reales zusammenfassen bzw. definieren) eine Realität, oder sind sie bloße Gedankendinge, die KEINE Relevanz für die Dinge und die Welt haben. Wenn man letzterer Meinung anhängt, löst man die gesamte christliche Erlösung, die gesamte Heilsökonomie, in Nichts auf. Es bleiben dann tatsächlich nur noch "Moralismen", Gebote. Was seine Vollendung in der Aufklärung fand. Seither wird definitiv bestritten, daß jeder Mensch (und alle Dinge) in universale(re) Formen (=weltformende Ideen aus Gott, dem Geist) schon nur kraft seines Daseins, seiner Existenz gestellt ist. 

So daß es so etwas wie "Volksschicksal" oder die "Haltung eines Volkes vor Gott" gibt, dem jeder Einzelne daraus zugehört und deshalb davon gleichermaßen betroffen ist. Man kann sogar so weit gehen, daß diese Haltung, diese Universalia abzustreiten, diesen "ontologischen Zusammenhang" abzulehnen, in einer psychologischen, sittlichen Haltung und Entscheidung gegründet gesehen werden kann. Der in sich bereits anti-transzendent, irdisch, weltimmanent ist. Dazu braucht es gar keine explizite "Zustimmung" mehr, wie die aufklärerische Idee eines "contract sociale" meint. Daß auf diese Haltung schließlich Hegel folgte, der diesen Geist weltimmanent sah und identifiziert zu haben meinte, so daß alles von menschlicher Ratio (die in der Dialektik auf eine Inkarnation Gottes im Wort hinausläuft, sozusagen) abhängt, ist nur mehr logisch.

Genau diese Wirklichkeit der Sprache und damit Vernunft - sie braucht eine lebendige Einbindung in den logos, sonst ist auch das irdische Rationale nicht vollständig und zwar nicht summativ, sondern qualitativ, so daß es Gnade braucht, um letztendlich vollendet "rational argumentieren und denken und verstehen" zu können - ist möglicherweise eines der Grundprobleme am Denken von E. Michael Jones. Der auf einem etwas zu oberflächlichen Verständnis von Hegel*** aufbauend an eine mögliche rationale Übereinkunft durch den Dialog aller Menschen glaubt. Eine solcher Dialog ist aber immer beschränkt! Er kann Unlogik aufzeigen, ja, aber nur bis zu einer gewissen Grenze, und insofern den Hunger nach Logik (und damit logos) wecken. Aber nur bei den Menschen, die "guten Willens" sind! Das war ja deshalb die Botschaft der Engel bei der Geburt des logos: "Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen, die guten Willens sind."

Mit anderen Worten: Die Logik innerhalb der Sprache und damit des Denkens läßt sich OHNE LOGOS gar nicht vollziehen, sie bleibt defiziös, und zwar in sich qualitativ. Erst im Anschluß an den logos, also im Glauben, im Guten Willen, kann deshalb auch innerweltlich wirklich logisch argumentiert werden. Dialektik im Sinne Hegels aber ist bereits ein defiziöses, nur immanentistisches Sprechen, dem seine eigentliche Komponente - die "Sprache hinter der Sprache", wie Heidegger es nannte - fehlt, oder dem eine falsche Voraussetzung (als jeder Sprache, jedem logischen Vorgang implizite Annahme zahlloser Bedingungen, William M. Briggs zeigt das sehr schön in der Mathematik) zugrunde liegt. 

Und deshalb - weil die Universalia abgelehnt werden, und das ist bereits die Verweigerung des logos als der stillen Grammatik der Welt und des Menschen, der in der Inkarnation Christi in der Welt Zugang zum logos hat, das ist ja das Große an der Menschwerdung Gottes - führt so eine Diskussion, wie sie hier stattfindet, zwischen einem Juden und einem Katholiken, regelmäßig zum selben Ergebnis: Was ein Jude IST, ist nicht zu erfassen. Denn auch Moscowitz sagt in dem Moment, wo JUDEN etwas tun, das er als gegen die Torah gerichtet sieht, daß das eben KEINE JUDEN seien. Er gibt sogar zu, daß das Judentum durchsetzt ist von Irrlehren, ja von satanischen Lehren, und es gibt strukturell keine Möglichkeit, das zu bereinigen. Wenn das gelänge, könnte das "wahre Judentum" bleiben, und das entspricht nicht den Kriterien des Anti-Logos, die Jones (so richtig) aufzeigt. 

Daraufhin trennt auch Jones im Gespräch "Judentum" von "Juden", und bezeichnet das, was er kritisiert, als Geisteshaltung des "jüdisch revolutionären Geistes" als eine im Judentum verbreitete Haltung. Es bezieht sich also auf Figuren wie Trotzki, der ein Jude war. Und zwar ein Jude ganz im Geiste des "Jewish Revolutionary Spirit". Moscowitz geht sogar so weit zu sagen, daß Trotzki ein anti-jüdischer Revolutionär war. Und es ist leider nicht von der Hand zu weisen, daß viele Juden in revolutionäre Geschehen verwickelt waren. Aber das hat auch konkrete Gründe, wie den Holocaust, die Verfolgung, die sie erleiden mußten. Die Sache dreht sich also im Kreis ... reduziert sich der jüdisch-revolutionäre Geist also doch auf ein paar Personen, auch historisch, denen der ganze Rest der Juden dieses schlechte Image zu verdanken hat, der zu den Pogromen, Ausgrenzungen etc. führte?

Denn wenn man etwa von der französischen Revolution ausgeht, so war natürlich John Dee mit seinen Agenten, die er nach Frankreich schickte, um das dortige katholische Land zu zersetzen, maßgeblich an den historischen Ereignissen 1789 beteiligt, das stimmt. Aber gibt es nicht weit effektivere, mächtigere Geheimbünde und Mächte - wie die Illuminati? Und die haben nichts mit Juden zu tun. Ihr Gründer Adam Weishaupt, deren Gründer (wie Gründer von Freimaurerbünden), war ein Rechtsgelehrter aus Bayern. Diese nicht-jüdischen Geheimbünde verfolgten dann das belegbar definierte Ziel einer Weltregierung, einer Zerstörung des Klerus und der Kirche, und der Implementierung einer internationalen Ordnung, die auf Kollektivismus aufgebaut sein sollte.  

Diese Freimaurerbünde, die dann für die Französische Revolution letztlich verantwortlich waren, sind, wirft Jones ein, aus den Puritanern hervorgegangen. Und deren Geist ist der Geist des Judentums, ihr Ziel war wie Juden zu handeln. Von dort kommt die Idee eines "Tempels" (Kern- und Angelpunkt des Judentums, nun auch der Freimaurer- und Illuminatibünde), und von dort kommt das Schema sämtlicher europäischer Revolutionen. Die Illuminati ins Zentrum zu schieben, war der Versuch, die jüdischen Spuren zu verwischen, denn die stießen in Europa auf Widerspruch. Ohne diese puritanischen Judaisierer hätten sich die Illuminati nie so entwickeln können. Die tatsächlich eine genuin katholische Bewegung waren. Die die Jesuiten ersetzten und deren Rolle übernahmen.**** Aus dieser Konstellation heraus kamen die Illuminati in eine Einflußposition, in der sie die katholische Lehre auf den Kopf stellten und als Mittel politischer Kontrolle mißbrauchen konnten.


Morgen Teil 3)


*Hier haben wir das Dilemma des Mißverständnisses was "Vernunft" anbelangt, im Englischen noch dazu geplagt vom sprachlichen Mangel, der es für die Philosophie so untauglich macht: Es kennt keine Unterscheidung zwischen Vernunft und Rationalität. Israel ist "rational", ja, aber ohne Ausrichtung zum logos wird "Rationalität" zur simplen "Cleverness". Ohne sittliche Haltung zum logos hin verdorrt die Sprache (als Denken beziehungsweise Ort und Material des Denkens) zur a-moralischen Cleverness. Und das meint man heute sogar, wenn man "Intelligenz" sagt, weil man damit eigentlich nur jene Fähigkeit meint, bestimmte (logische) Teiloperationen durchzuführen. Also kommt auch im Judentum zur Ratio - die Moralität durch "Gebote" VON AUSZEN dazu. Es kennt eben nur als separaten, ergänzenden "Teil", was im logos ein die Sprache, das Denken DURCHDRINGENDER, FORMENDER Aspekt ist. Egal welches Judentum man also meint, auch das vorchristliche, es ist deshalb eine Gesetzesreligion.

**Wenn man der Blutslinie als Merkmal für "Volk" folgt, sind sogar alle Menschen EIN Volk, weil ja alle (auch nach dem Glauben der Juden als Torah-Bezogene) von einem Paar abstammen. Dann läßt sich ein "jüdisches Volk" schon gar nicht mehr argumentieren.

***Also nicht sieht, daß Hegel das Problem, wie ein transzendenter Geist in die Welt kommen sollte, nicht lösen kann. Des Pastorensohn Hegel "treues" Bekenntnis zu einem Gott ist also bereits zutiefst leer. Karl Marx hat deshalb ganz richtig erkannt: Hegel ist der perfekte Philosoph des Weltimmanentismus, des historischen Materialismus. Es braucht für seine Weltkonzeption keinen Gott. Was sich perfekt mit dem Ideologiegebäude des Darwinismus als "naturwissenschaftliche Wahrheit" trifft.

****Und aus diesen Einflüssen ging später Siegmund Freud hervor, dessen Lehren die abendländische Kultur von innen heraus zersetzt haben - die sich somit als konzentrierter Ausfluß des jüdisch-revolutionären Geistes darstellen. Weil sie die Motivik des Menschen als materialistisches Geschehen darstellen und relativieren, somit deren absoluten Wert und Dimension (weil sie immer eine Stellung vor Gott betreffen, nur von dorther also Sinn haben) ablehnt.





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