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Donnerstag, 18. Juni 2020

Wer Bücher verbrennt (2)

Teil 2) In der Geschichte der Menschheit gar es noch nie so viele Bücherverbrennungen wie heute - Aber nicht immer sind sie schlecht


Oder nehmen wir die "Neuschreibung" weiter Teile der europäischen Literatur, und hier vor allem der Kinderbücher! Legionen von Lektoren sind seit zehn, fünfzehn Jahren dabei, ganze Bibliotheken nach "unerwünschten Inhalten" zu durchsuchen, und diese zu eliminieren.

Ein dringender Rat an die werten Leser: Wer nach Kinder- und Jugendbüchern sucht, die ihn selbst noch geprägt haben, die er aus seiner eigenen Kindheit und Jugendzeit zu kennen meint, sollte STRENGSTENS darauf achten, daß er diese Bücher - vielleicht für seine eigenen Kinder? - nur ANTIQUARISCH anschafft. Sonst reißt er wie weiland die Trojaner die Mauern der Verteidigung nieder, um jenes Pferd ins eigene Haus zu holen, aus dem nächtens die Kräfte der Vernichtung entsteigen. Glaube der Leser nur nicht, daß es sich bei diesen Änderungen (=Bücherverbrennungen) um vernachlässigenswerte und unwesentliche Haarspaltereien handele!

Suche der Leser in seiner Lektüre möglichst nach Büchern und Ausgaben mit Erscheinungsjahren VOR 1980. Wobei ohnehin generell gilt, daß nur wenig an der heute erscheinenden Bücherflut es wert ist, gelesen oder gar angeschafft zu werden.

Stillschweigend hat man nämlich seither (Schweden war hier Vorreiter, und viele der bekanntesten, beliebtesten Jugendbücher stammen von schwedischen Autoren: Astrid Lindgren, Mira Lobe, und und und). ALLE älteren Kinder- und Jugendbücher neuen ideologischen Anforderungen angepaßt.

Und aktuelle Autoren schreiben ohnehin bereits unter neuen ideologischen Prämissen. Sind also nie Kunst, sondern wertlos, und sollten niemals gekauft werden. Es sei denn, man braucht sie zum Ausgleichen eines gebrochenen Standbeines beim Kellerregal für Winterobst.

Sogar bei der Heiligen Schrift sollte der Leser gut achtgeben. Auch die Bibel wurde und wird heute verbrannt. Millionenfach! Aktuelle Übersetzungen, die an die Stelle der Heiligen Schrift getreten sind, sollte der Leser meiden wie der Teufel das Weihwasser. Sie sind häretisch und damit heils- wie aktuell seelenvernichtend.

Das gilt auch für die neue Einheitsübersetzung. Deren "Verbesserungen", soferne es solche (aber es gibt sie) und nicht nur ideologische Anpassungen sind, sind meist ohne großen Schaden verzichtbar, in den wenigen "guten" Fällen aber auch durch andere Quellen zugängig.

Wie die bislang stets falsch übersetzte, also gar nicht oder nur häretisch verstehbare Stelle "Viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt." Die über lange Jahre den legendären dunklen Stellen im Koran glich. Die dort sogar ein Viertel aller Texte ausmachen, weil nicht verständlich sind (und auch dort lediglich Übersetzungs- und Überlieferungsfehlern zuzuschreiben sind, wie linguistische Forschungen ergeben.)

Eine Stelle, die sogar viel Verwirrung angerichtet haben, weil sie eine (meist im heutigen Sinn "jüdische") Vorstellung von Fatalismus und "Messianismus-Wahn" genährt hat, zu dem das führt. Es muß in richtiger Übersetzung heißen: "Viele sind gerufen, aber nur wenige antworten [diesem Anruf Gottes]".

Apropos Koran. Daß es heute nicht 80.000 Koranversionen, und 1,5 Millionen Hadithen (Episoden aus dem Leben Mohameds, die eigentliche Moralschrift des Islam) gibt, sondern nur ein paar Dutzend bzw. ein paar tausend, sodaß sich die Widersprüche halbwegs in Grenzen halten, verdankt der Islam den umfangreichen Bücherverbrennungen energischer Kalifen im 9. Jahrhundert.

Aber Purifikationen wird man in jeder "Religion" finden. Auch im Katholizismus. Denn so ungefähr ein Pendant zu den Vorgängen im Islam sind die Indexlisten des Vatikan, die auch eine Art Bücherverbrennung waren. Einerseits, um die Lehrgebäude sauber, verläßlich und widerspruchsfrei zu halten, anderseits um das Volk nicht zu verblöden und zu verwirren.

Die sogenannten "apokryphen Bücher", also sicher nicht in der wahren Tradition verfaßte Schriften, haben sogar ganze nächste Religionen gegründet. Der "Gnostizismus", der in der Geschichte schon so viel Schaden angerichtet hat und noch immer anrichtet, lebt davon. So wie die Esoterik heute. Sie bezeiht sich wesentlich auf "Bibelteile", die der Wahrheit widersprechen und eine andere, "bisher geheimgehaltene" Lehre verkünden. (Was natürlich Unsinn ist, die Irrtümer der Gnostik wie der Esoterik sind nicht "geheimgehaltene Wahrheit", sondern schlicht Denkfehler, die halt vielen nicht so einfach erkennbar sind.)

Mit einer Pikanterie am Rande, die vom Islam unterscheidet: Innerhalb der vatikanischen Bibliotheken gibt es von den verb(r)annten Büchern und Schriften ausreichend Studienexemplare, sodaß wir heute in den Lesesälen am Petersplatz rechts zugleich die Häretiker wie deren Korrektur studieren können.

Denn Häretiker und Verderber sind "Auswähler", die einen Teil zu ungunsten eines dadurch zerstörten Ganzen überbewerten. Einen gewissen Funken Wahrheit, und sei er noch so klein, hat aber jeder Häretiker (denn ohne Sein, also Gut, gibt es nichts). Nur braucht es zu dessen Erwägung Rezipienten, die fest im Ganzen verankert sind, sich also eher nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Deshalb sind für manche Menschen gewisse Schriften schädlicher als für andere. Anderseits ist so mancher "Feste" durch schlechte Schriften auch schon gefallen.

Es braucht also in jedem Fall Vorsicht im Umgang mit Schriften. Das scheint niemand so gut zu wissen wie die heutige Zeit!

Denn ganze Bibliotheken, die Generationen von Menschen geformt und deren Gedankenwelt geprägt haben, werden heute und mehr denn je umgeschrieben oder überhaupt aus dem Gedächtnis der Menschheit getilgt. Und nicht nur das, sondern durch ideologische Machwerke ersetzt. Durch nie gesehene technische Möglichkeiten in einer Totalität, die historisch nur noch mit der Sintflut vergleichbar ist.

Es ist nicht mehr drin, was auf (alten, bekannten) Büchern draufsteht! Es sind somit neue Bücher, die die Erinnerung nicht nur auslöschen, sondern - wie perfide! - in einem gigantischen "gaslighting"* in die Irre führen. Denn die alten Schriften sind zunehmend und oft genug sogar per Strafe verbannt! Hier ist auch das Wort von der Bücherverbrennung buchstäblich gemeint.
Was ist das, was heute mit Texten und Büchern geschieht, anderes als eine gigantische Bücherverbrennung?! Die aktuell läuft, die gegenwärtig geschieht, die die Geschichte der Bücherverbrennungen neu schreiben wird! Und die wir so gleichgültig akzeptieren? 
Wir akzeptieren sie, nein, mehr: Wir sind daran beteiligt. Und wir heißen sie zum mindesten gut. Durch unser Schweigen. Das ein Schweigen der Angst ist. Der VdZ hat selbst und permanent wahrgenommen, wie die gesamte Kunstszene - also jene Szene, die Bücher als Stein gewordene Wegmarken der Wahrheit herstellt - bis zur Katatonie von Angst geprägt ist.
Die Charakteristik ist überall gleich. Sie ist gewissermaßen "ewig", steht zur Zeit quer, ist der Zeit enthoben, ist ein "ewiges" Argument weil der Dimension der Wahrheit zugehörig, wie immer man es dreht und wendet. Aus einer dem Guten dienen sollenden Absicht werden Schriften weil bleibende, manifeste Aussagen bekämpft und vernichtet, die in den Augen hehrer, aber neuer Priester der Wahrheit der Entstehung eines Paradieses - als Kultur - im Wege stehen.

Was wir damit sagen wollen ist also, daß es von ziemlicher Unbildung und sogar Dummheit zeugt, wenn jemand die Rede von der "Bücherverbrennung" als unleugbaren Ausweis einer Absicht in der Kulturprägung mit nationalsozialistischer Gesinnung in eins setzt. Der steht zum mindesten in der Gefahr, die aktuell laufenden und im historischen Maßstab nie gesehenen Bücherverbrennungen zu ignorieren.
ACH SO, PARDON, DER VDZ HAT ETWAS ÜBERSEHEN - DANK AN LESER D, DER SOFORT UND MIT STAHLSCHARFEM BLICK DARAUF HINGEWIESEN HAT.  
DIESMAL IST - WIE IMMER - DIE VERNICHTUNG VON BÜCHERN RICHTIG UND NOTWENDIG. WEIL ES DEM GUTEN DIENT. 
UND ES IST RICHTIG, WEIL DIE SITUATION IN DER GESCHICHTE EINMALIG IST: 
IM GEGENSATZ ZU FRÜHER WISSEN WIR HEUTE NICHT NUR VIEL BESSER, SONDERN ERSTMALS, WAS GUT IST.
Es geht also gar nie um die Frage, ob Bücherverbrennungen an sich schlecht sind. Es gibt Bücherverbrennungen, die tatsächlich Sinn haben. Wer seinen Kindern Bücher vorenthält (und verbrennt), die schlecht sind, handelt tatsächlich gut.
Alles ist damit eine Frage nach dem Guten. Nicht nach Bücherverbrennungen. Die gerade die Gegenwart in historisch nie gesehenem Ausmaß vornimmt. Wer Bücherverbrennungen mit dem Wesen des Nationalsozialismus gleichsetzt, verharmlost und vernebelt die wirkliche Problematik maßlos, und will vermutlich nur vertuschen, was er selbst vorhat. 
Alles ist nämlich eine Frage nach Gott.



*Gaslighting ist eine Methode, jemanden geistig zu verwirren, indem man seine Erinnerung insofern täuscht, als man ihn davon überzeugen trachtet, daß er etwas wahrgenommen hat, das es "nicht gibt." Beginnt jemand seiner eigenen Wahrnehmung zu mißtrauen, erreicht man daß sich jemand für "verrückt" hält, macht man ihn restlos von äußeren Diktaten abhängig und beraubt ihn seiner Anbindung an die Welt - die Wahrhaftigkeit der Sinne.


*200520*