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Montag, 8. Januar 2018

Ja, auch ich bin ein Klimaleugner (1)

Naja, er ist halt ein wirklicher kleiner Schelm, und dafür lieben wir ihn auch. Schon gar, weil er wie jeder wirkliche Schelm ein ganz scharfer Denker ist. William M. Biggs nimmt nun in einer seiner jüngsten Kolumnen alle die auf die Schaufel, die da von "Klimarettung", "Klimaerwärmung", "Klimakampf", oder überhaupt einfach von "dem Klima" sprechen, das manche bekanntlich sogar "spüren". 

Und er nimmt auch den Papst auf eine (sanft ironische) Schaufel, der doch da an die Weltretter in Bonn - beim jüngsten "Klimagipfel" im November, wo wieder einmal 25.000 der Hochmächtigen, Hochgescheiten und Höchstgelehrten über die Rettung des Klimas konferierten - eine seiner überaus bedeutsamen Botschaften sandte. 

In der der Pontifex Maximus wieder einmal betonte, daß man im Klimawandel eines der besorgniserregendsten Probleme der Welt vor sich habe. Sodaß er sich auch noch bemüßigt fühlte hinzuzufügen, daß die Bemühungen den Klimawandel zu bekämpfen von jenen behindert würden, die die Wissenschaft, die dahinter stehe, leugneten, die indifferent wären oder meinten, ohnehin nichts machen zu können, oder die da gar meinten (hört hört!), man könne das Problem mit technischen Mitteln lösen. "Wir müssen vermeiden," meinte er schließlich, "in eine dieser vier perversen Haltungen zu fallen, die einer seriösen Forschung und einem ehrlichen, produktiven Dialog ganz sicher nicht dienlich sind."

Nun, schreibt Biggs, habe er ganz sicher nichts dagegen, das schöne alte Wort "pervers" wieder aus der Mottenkiste zu holen, in die man es vor langer Zeit gesperrt hat. Aber in einem Punkt müsse er dem Pontifex doch entschieden widersprechen: So etwas wie ein "Klima" GIBT ES NICHT, und deshalb kann man seinen Wandel nicht bekämpfen.

Woran uns Biggs in seinem vergnüglich zu lesenden Sermon erinnert, ist, daß wir alle fast schon vergessen haben, daß es kein Ding wie ein Klima gibt! Deshalb kann auch "sein Wandel" nicht bekämpft werden. 

Wie die Vergangenheit beweist, denn Biggs erinnert uns daran, daß die Wissenschaft in den 1970zigern von unwiderleglichen Beweisen dafür sprach, daß die Erde unrettbar dem Klima, das abkühle - die Beweise seien wissenschaftlich und außerdem evident, jeder sehe sie bereits, jeder fühle sie - einer Eiszeit entgegengehe. Mit verheerenden Folgen, wie Mißernten und Hungersnöten. Und außerdem würden die Meeresspiegel um siebzig Meter fallen, was eine Katastrophe für Küsten und Küstenstädte sei. Also müsse man sofort handeln, es sei keine Zeit mehr. Also kauften sich alle besorgten Bürger sofort eine zweite Garnitur wollener Unterwäsche und lagerten Ölvorräte für 30 Jahre ein, denn die Erde werde, wie es hieß, eine Eiswüste.

Eingetreten ist nichts davon. Im Gegenteil.

Denn es kamen die 1990ziger Jahre. Und plötzlich sagten dieselben Wissenschaftler, daß wir einem Klima gegenüberstünden, in dem die Erde verbrennen würde. Das Klima erwärme sich unaufhaltsam - die Beweise seien unwiderleglich, weil wissenschaftlich und außerdem evident, jeder sehe sie, jeder fühle sie - sodaß wir einem Hitzetod entgegengehen. Mit verheerenden Folgen, wie Mißernten und Hungersnöten. Und außerdem würden die Meeresspiegel um siebzig Meter steigen, was eine Katastrophe für Küsten und Küstenstädte sei. Also müsse man sofort handeln, es sei keine Zeit mehr. Also kauften sich besorgte Bürger einen noch größeren Kühlschrank, tauschten die Angora-Unterwäsche gegen Hawaii-Hemden am Flohmarkt von Kalkutta (wo noch nicht alle von dieser schrecklichen Zukunft wußten, die meisten waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich etwas zum Abendessen zu besorgen), bauten im Garten riesige Luftpropeller zur Kühlung auf und stellten sich in die Keller Tanks mit Wasservorräten (gleich neben die Tanks mit Öl), denn die Erde werde, wie es hieß, eine Sandwüste.

Eingetreten ist nichts davon. Im Gegenteil.

Heute, also 2017, sind dieselben Wissenschaftler natürlich vorsichtiger geworden, soll heißen: Sie haben dazugelernt. Deshalb sprechen sie heute vom "Klimawandel" (climate change), denn auch das mit der Erwärmung hat sich nicht erfüllt (auch die gibt es nur statistisch). Denn nun soll sich das, das sich weder abkühlte noch erwärmte, wenigstens ändern. Nein, eben nicht, es soll sich ja nicht mehr ändern. Erst dann kann ganz sicher nichts schiefgehen. Und man kann immer sagen: Na seht ihr, wir haben es Euch ja vorhergesagt. Das Klima ändert sich.* Und die Menschen nicken dankbar, und die Parlamente machen gerne und weit die Geldbörsen ihrer Bürger auf, um die Wissenschaftler weiter zu fördern, die uns die Haut retten werden, indem sie daran forschen, wie sich das Klima nicht mehr ändert.

Denn das sei wissenschaftlich unwiderlegbar bewiesen - das Klima ändere sich. Mit verheerenden Folgen, wie Mißernten und Hungersnöten ... 

Wie sollen wir aber feststellen, daß sich das Klima ändert? Keine Angst. Die Wissenschaftler werden es uns schon sagen.


Morgen Teil 2) Wer den Wandel bekämpft bekämpft das Sein
 - Sein heißt in Beziehung sein, heißt Wirkung, und damit Wandel





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