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Dienstag, 5. Oktober 2021

Der Tag, an dem wir stumm wurden

QR Die ganze Wahrheit
Aus einem Begleittext zu dem Buch "Covid 19 - Die ganze Wahrheit" von dem New-York-Times-Bestsellerautor Dr. Joseph Mercola und Ronnie Cummins, Gründer und Leiter der Organic Consumers Association. Diese haben sich zusammengetan, um die Wahrheit über Covid-19 zu enthüllen und den Wahnsinn zu beenden. So schreibt der Verlag in seiner Werbeaussendung.

Weiter unten heißt es dann: 

Seien Sie das Licht, das dem »dunklen Winter« ein Ende bereitet!

»Regierungstechnokraten, milliardenschwere Oligarchen, Big Pharma, Big Data, Big Media, die Raubritter der Hochfinanz sowie der militärisch-industrielle Geheimdienstapparat lieben Pandemien aus den gleichen Gründen, aus denen sie Kriege und Terrorangriffe lieben. Katastrophen bieten praktische Gelegenheiten, sowohl die Macht als auch den Wohlstand zu mehren. (...) autoritäre Demagogen, Großunternehmen und reiche Plutokraten nutzen massive Verwerfungen, um den Wohlstand nach oben umzuverteilen, die Mittelschicht auszuradieren, die Bürgerrechte abzuschaffen, das öffentliche Gut zu privatisieren und die autoritäre Kontrolle auszudehnen.

Natürlich hatte es für das medizinische Komplott von Anfang an oberste Priorität, Dr. Mercola zum Schweigen zu bringen.«

Wissen Sie was, werter Leser? Werfen Sie diesen Blog weg. Schleudern Sie ihn weit weg von Ihnen. Denn wissen Sie, was ich glaube? Sie werden das, was ich hier zuletzt herauszuarbeiten versuche, nur dann begreifen und begreifen können, wenn es Ihnen bei der Lektüre von Texten wie dem obigen, die sich in letzter Zeit auffällig häufen, ähnlich oder gleich geht wie mir, dem Verfasser dieser Zeilen: Ich bin verstummt. 

Ich konnte nicht mehr sagen als daß sich darin das ganze Elend einer Gesellschaft offenbart, deren wahres Gefängnis durch einen Gestus, der die Befreiung daraus verspricht, der in Wirklichkeit aber aus demselben Material gewirkt ist, wie die Gefängnismauern. Sodaß in solchem Versuch die Hoffnungslosigkeit noch stärker weil grundsätzlicher wird. 

Mit einem fatalen Ergebnis, das ich so umschreiben möchte: Jacques Ellul schreibt in seiner großartigen Analyse des Wesens von Revolutionen, daß die große Masse der Bevölkerungen, DIE durch eine Revolution BEFREIT wurde bzw. die sich das von einer Revolution versprach - nein, der es von den Anführern einer Revolution versprochen wurde - schon nach kurzer Zeit nichts sehnlicher wünscht, als daß wieder Friede und Ordnung einkehre. Das Gesicht dieser Ordnung aber soll sich möglichst wenig von dem der vormaligen Zustände unterscheiden. 

Weder hatte sie das Problem wirklich, das die Revolution "unausweichlich" machte, angeblich, noch wünscht sie eine Lebensweise, die sich von der vorher gepflegten unterscheidet. Weshalb sie zu dieser binnen eines oder binnen zweier Jahre zurückkehren möchte, und spätestens im dritten Jahr zurückgekehrt ist. Um dort auf ihre wahren Probleme zu stoßen. Die - eiderdautz! - auch wieder und erst auf der Linie ihres Lebenssinns liegt.

Doch nun wird die Elite dieser Revolution, die sich in sich selbst, die sich in Machtkämpfen zwischen zwei Richtungen - den Fundamentalisten hier, den "die Revolutionsideen verratenden" Pragmatisten dort - zerfleischt, nun wird diese Elite aber dafür sorgen, daß die "Errungenschaften der Revolution" mit Gewaltmaßnahmen aufrecht bleiben. 

Nun wird also diese relativ kleine Elite, die in jedem Fall aus Personen zusammengesetzt ist, die im vorigen, nun überrannten System in der zweiten Reihe standen, 

frustrierten überzähligen, ungebrauchten Akademikern und Bildungs-Zertifikate-Trägern vergleichbar, deren Anspruch auf hohe Stellung und elitäre Lebensführung wie -anerkennung nicht erfüllt werden konnte,

oder jüngere Brüder, die keinen Anteil am Hauserbe erhielten und nun den älteren Bruder (den Hauserben) als Vertreter der systemerhaltenden Reaktion identifizierten, 

nun wird diese relativ kleine Führungselite das System, das sie gegen jede ursprüngliche Zielsetzung DOCH intakt halten wird, für das sie gegen alle ursprünglichen Parolen DOCH die Personen behalten wird, die dieses System zuvor betrieben haben (allen voran: Die Beamten)

dafür einsetzen, daß eines auf jeden Fall erhalten bleibt: Die Macht, und die Pfründe, die ihre Anstrengungen mit einer gebührenden Lebensweise entlohnen. 

Dem Swimmingpool Stalins vergleichbar, den er sich im Keller des Kreml einbauen ließ. Dem Golfplatz vergleichbar, den Fidel Castro zur abendlichen Entspannung nach den schweren Entscheidungen, die er tagsüber am laufenden Band treffen mußte, bauen bzw. schwer bewacht und durch hohe Palisadenzäune verborgen reservieren ließ. Den fetten Tantiemen vergleichbar, die sich Hitler aus dem nun zur Pflichtlektüre der gesamten Bevölkerung aufgestiegenen Schwarte "Mein Kampf" auszahlen ließ, die alleine ihn zu einem jener Millionäre machte, die er zuvor und immer so zu verachten vorgegeben hatte, auch wenn er das geschickt zu verbergen wußte.

Das ist der sicherste Weg in die Tyrannei, in der jede "erfolgreiche" Revolution endet.

Hätte ich, der Verfasser dieser Zeilen, auch nur irgendeine Hoffnung in irdische Lösungen, hätte ich auch nur irgendein Zutrauen zu menschengemachten Auswegen und eine von Menschen gewährten Freiheit, hätte mein Wort vor den Menschen auch nur drei Federn Gewicht, dann würde ich folgenden Satz schreiben: 

Tauschen Sie, werter Leser, tauscht Ihr, teure Bevölkerung dieser meiner Heimatländer, nicht eine Tyrannei dadurch, daß ihr einer Revolution beitretet, die diese erste Tyrannei beenden soll, mit einer nächsten, die ihrem Wesen nach sogar noch schlimmer ist als die erste, weil sie deren Wesen noch weiter zuspitzt, und mit dem merkwürdigen Versprechen wirbt, daß mit denselben Wirkweisen - ein viel viel besseres, ja ein fundamental anderes Ergebnis erzielt werden könne, und für mich damit offenbart, daß diese zweite Revolution nur die endliche, sondern die von zwei Sekunden nach dem Anfang der Zeiten an geplante, endgültige und vollkommenste Blüte der ersten ist, die aber ... nach unten wächst.

Aber ich habe diese Hoffnungen alle nicht. Warum also sollte ich solches sagen? Ich bin verstummt. Denn was ich Ihnen sagen wollte, was ich meinte, daß zu sagen wäre, können Sie, geschätzter Leser, nur noch ahnen, aus meinen Augen lesen, aus meinem Herzschlag fühlen. Aber diese unsere alltägliche Sprache wird versagen. 

Wir haben nicht darauf geachtet, aber nun ist es so weit: Sie ist uns entrissen. Wir sind heute aufgewacht, und waren stumm.