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Dienstag, 25. August 2020

Gut gesagt, und das Merkmal des Mißbrauchs (1)

Es ist ein wichtiger Aspekt, den Bernard-Henri Lévy, dieser franko-jüdische "Popstar der Gegenwartsphilosophie" (dict. The Timesan der Corona-Krise scharf kritisiert. Der Lockdown hat nicht nur weltweit hunderte Millionen von Seelen getötet, weil der das Humane am Menschsein verboten hat, sondern die Angst vor diesem Virus hat Egoismus zur Pflichtveranstaltung gemacht. 

Dabei wird vergessen, daß die Hingabe auch des Lebens um eines Wertes wegen vielleicht sogar die Essenz des Abendlandes ist, die diese Kultur getragen hat und erst möglich machte, daß sie überhaupt entsteht. 
Ja, entsteht nicht der Mensch und damit die Kultur, die immer mit dem Menschsein einhergeht, nicht zufällig, sondern als conditio sine qua non, als lediglich andere Seite des Menschseins, nicht als etwas Hinzukommendes. Wo keine Kultur - und auch das ist möglich - da kein Menschsein. 
Stattdessen machen wir uns selbst blind für die Welt und die Aufgabe, die wir darin haben, und schließen uns in unsere eigenen vier Wände ein, um ... was?! ... zu retten. Um was zu retten? Denn anders, als uns vorgemacht, wird nicht DAS LEBEN gerettet, sondern eine barbarische Reduktion des Lebens auf Körper und Gesundheit.

Die Politik mag Recht gehabt haben, sagt Lévy, das Virus so energisch zu bekämpfen. Obwohl es in der Vergangenheit weit schwerere Pandemien gegeben hat, und in der Zukunft noch weit schwerere geben wird. Denn Viren gehören zum menschlichen Leben, das ist nun einmal so. 

Aber sie hätte nie vergessen dürfen, daß die Entscheidung, ob wir im Kampf gegen die mögliche Krankheit und deren Ausbreitung nicht das unveräußerliche Recht hätten behalten müssen, uns selbst die Frage zu überlassen, ob und wo und wie weit wir unser eigenes Leben riskieren, UM DAS HUMANE AUFRECHT ZU HALTEN. 

Niemals etwa hätte ein Staat verbieten dürfen, Sterbende NICHT BESUCHEN ZU DÜRFEN, indem man sie in Quarantäne stellt, niemals hätte man ihren Nächsten und Liebsten verbieten dürfen, mit ihnen diesen Akt des Sterbens zu begehen. Wenn man das als gefährlich einstuft, warum auch immer, dann hätte man zumindest etwa die Möglichkeit schaffen müssen, sich in der Folge in Quarantäne zu begeben, NACHDEM man sich von einem sterbenden Angehörigen gebührend verabschiedet hat. Soweit Lévy, von dem die (LondonTimes schreibt:
Lévy ist wütend - sehr wütend - darüber, wie die Welt auf Covid-19 reagiert hat. Er hat ein kurzes Buch herausgebracht: Das Virus im Zeitalter des WahnsinnsEs endet mit einem Sammelruf „dem Wind des Wahnsinns zu widerstehen, der über die Welt weht“.
Führen wir aber nun diesen obigen Gedanken einmal fort, spielen wir mit der Sprache, stellen wir die Worte um, fügen wir welche hinzu, nehmen welche weg, bis wir ein schönes Muster finden.

Bis wir sogar sagen (und das läge vermutlich ganz im Strom des Denkens von Lévy): Niemals hätte der Staat den Besuch von Gottesdiensten und die Veranstaltung von öffentlichen Kulten verbieten dürfen. Wer die damit eventuell einhergehenden Risiken eingehen will, muß das auch dürfen! Der Mensch muß immer die Freiheit haben (denn das ist dann überhaupt erst Freiheit, die ein Akt, kein Dauerzustand äußerer Umstände ist) sich auf das (in seinen Augen) höhere Gut hin zu übersteigen.
Menschsein heißt deshalb auch in der Corona-Krise, UM EINES WERTES WILLEN zu handeln, DER HÖHER IST ALS GESUNDHEIT. 
Hm, werter Leser, klingt das nicht gut, was Bernard-Levi da in der Times sagt, und wir so elegant verlängert haben? Er fordert doch da Humanes, er begehrt doch gegen die Corona-Maßnahmen als Tod hunderter Millionen von Seelen auf? Er schreit doch, daß es inhuman ist, alles per Totaldiktat dem Ziel zu unterwerfen, "die böse Pandemie zu überleben"? 
Schreit nicht auch dieser angebliche "Rockstar der Gegenwartsphilosophie", daß wir es in der Corona-Krise mit einem Kollektivwahnsinn zu tun haben? Wer so spricht, der muß doch ein Guter sein? 
Gieren wir (seltsamerweise) so Ausgedörrten nicht sogar nach solchen, die wie wir sprechen?

Morgen Teil 2) Aufwachen, es geht ums Ganze!


*060820*

Montag, 24. August 2020

Rationalität und Archetyp

Bei der US-Firma Betty Crocker Foods stand man in den frühen 1950er Jahren vor einem Rätsel. Sämtliche Markterhebungen und -umfragen hatten ergeben, daß Instant-Lebensmittel, die viel Arbeit der Zubereitung ersparten, genau im Trend der Zeit lagen. Die amerikanische Hausfrau, an der Schwelle zur Beschafferin des Zusatzeinkommens, das die Konsumbereitschaft durch höheres Familieneinkommen entscheidend erhöhte, wollte solche Produkte, die Zeit sparten. 

Aber die Produkte hatten Absatzschwierigkeiten. Am schlimmsten war es beim Betty Crocker Fertigkuchen. Dabei wurde laut Umfragen die Idee eines Fertigkuchens, den man nur noch ins Rohr zu schieben hatte, am begeistertsten begrüßt. Warum aber kauften die Hausfrauen (die die Einkäufe in den Supermärkten erledigten, also DAS Zielpublikum für Werbung war) ihn dann nicht?

Die Lösung entdeckte ein Marketing-Psychologe. Sie hieß ... Schuldgefühle. Und zwar unbewußte Schuldgefühle. Die Hausfrauen fühlten sich unbewußt schuldig, wenn sie sich durch Produkte von ihren Pflichten entlastet wußten. Niemals aber hätten sie das zugegeben!

Deshalb wiesen das die Umfragen nicht aus. Aber es waren sehr wahrscheinlich die geheimen Schuldgefühle, den Kuchen nicht selbst gemacht zu haben, also die Pflichten als Hausfrau verletzt zu haben. Das war die entscheidende Barriere, das Produkt zu kaufen, wie sich bald herausstellte. 

Denn man schrieb hinkünftig groß auf die Packung, daß man zum Fertigmachen des Kuchens noch ein Ei dazufügen müsse. Das wurde sogar groß beworben. Dabei wurde sogar so getan, als käme es auf dieses eine Ei und die Art, es beizufügen, an.

Mit einem Schlag wurde der Betty Crocker-Kuchen zum Verkaufsrenner. Nun hatte die amerikanische Frau keine Schuldgefühle mehr, weil sie den Kuchen "doch noch selbst gemacht" hatte.  

Das Produkt wurde zum Lehrbeispiel für die Konsumindustrie. Kaum ein Betrieb wollte noch ohne einen Psychologen auskommen, der feststellte, wo bei den Konsumenten allfällige Barrieren bestanden, und was ihre heimlichsten Wünsche waren, die es dann zu erfüllen galt. Plötzlich gab es nicht mehr Produkte, die einen Bedarf durch ihre Funktion erfüllten, sondern nun gab es den Tiger im Tank. Oder die in der Werbung fast unanständig sichtbar befriedigte Frau, nachdem ihr der Mann die Schlüssel zum neuen Wagen übergeben hatte. Rauchen wurde zum Sein eines Cowboys (Marlboro), oder zum Ausdruck der emanzipierten Befreiung. Usw.

Den Schritt zur eigentlichen Erklärung fand die Freudsche Psychologie freilich nie. Daß sich der Mensch nämlich immer an archetypischen Orten und damit Bezügen und damit Kräftediagrammen befindet, deren Ausdruck jenen Komplexitätsgrad annimmt, den die Zivilisation hat, verschließt der relativistische Evolutionismus des freudschen Menschenbildes. Der immer im Faktischen hängenbleibt, ohne eine definitive Begründung zu finden.

Das ist der Grund dafür, daß Freud in der "Sexualität" hängenblieb, als dem scheinbar stärksten Antrieb des Menschen. Nur - das stimmt gar nicht. Nicht in der expliziten Form, in der Freud es ansetzte.

Das wirkliche Geschehen in der Welt ist immer gleich, denn es folgt defacto immer gleichen geistigen Konstellationen, also der Grammatik der Worte "hinter allen Worten". Es ist lediglich historisch relativ, und muß damit immer neu kommunikativ entschlüsselt werden. So werden Produkte zu einem Schlüssel, einem gewollten Beziehungsort - also einem vollkommenen, "runden" Sein, das aber in seinem Wesensgrund immer gleich ist - beizutreten. Dort befindet man sich jeweils so lange, als dieser Besitzzustand (als Teil der Fülle der Existenz) aktualisiert wird.

Für den Freudianismus aber, der die heutigen Köpfe so fatal beherrscht, sind diese tiefsten Antriebe des Wirklichen irrational. Dabei sind sie das genaue Gegenteil: Höchste Form der Rationalität, nämlich ... die Wahrheit. Für die Psychoanalyse sind hingegen Schuld und Leiden Elemente der Psyche, die in jedem Fall falsch und ungerechtfertigt sind, weil es keinen absoluten, objektiven Bezug des Menschen gibt. Damit wird menschliches (seelisches) Leiden auf jeden Fall unberechtigt, und das Leiden selbst ist das Ziel, das es vom Antlitz der Erde auszulöschen gilt. Es geht um die Herstellung von Wohlbefinden, egal wie, egal wodurch.

Das aber ist Ideologie, das ist Weltanschauung, keine Wissenschaft.

Somit sind auch Empfindungen von Schuld keine relativen Empfindungen ohne absoluten Wert, sondern die Spitzen der tiefsten Grundverfassung der Welt, die gewissermaßen "in den Menschen hineinragt" und trägt. Schuldgefühle sind damit Anzeige eines echten Verstoßes gegen die Wahrheit. Die Psychologie arbeitet somit bestenfalls mit Tricks, diese echte Verfaßtheit zu umgehen, und auf Ersatzziele - auf Sündenböcke, also Stellvertreter - zu lenken.

Es muß aber darum gehen, das historische Kleid der Schuld zu dechiffrieren, um so die wirkliche Sünde - als Seins- und damit Selbstverfehlung - zu entdecken. Denn es geht um echte Schuld, immer. Diese ontologische Tatsache zu verneinen und auf lediglich relative, in sich also substanzlose Schuldkonstrukte umzulenken ("zu schieben"), stattdessen das Sein (und seine Vertreter) selbst als "schuldig" zu identifizieren (den Bezug auf das Sein also als "Machtmittel" zu verleumden), ist das Wesen von Manipulation.



*020820*

Sonntag, 23. August 2020

Noch einmal - Mythos Aids

(Ein Artikel aus 2018, damals nicht veröffentlicht, in der Zeit der vorgeblichen Krise DURCH einen Corona-Virus aber erstaunlich aktuell.)

Bis heute ist nicht nachweisbar, daß es einen HI-Virus gibt, und dieser eine unheilbare Krankheit namens Aids auslöst. Aids ist im wesentlichen nur ein neuer Begriff für alte, längst bekannte Krankheitssymptome. Die Isolierung eines "Aids-Virus" ist nie gelungen. Das behauptet die deutsche Ärztin Juliane Sacher, und sie belegt und begründet es überzeugend. Es gibt ja nicht einmal einen anerkannten Standard, der die Anwesenheit eines HI-Virus im Blut beweisen würde. 

Was testet man also, wenn man einen "Aids-Test" macht? Ein HIV-Antikörpertest schlägt so schnell an, daß jeder an HIV-positiv wäre - wenn man an dem Blut nichts tut (es verdünnt). Man bestimmt es einfach als Krankheit fast willkürlich ab einer gewissen Menge.

"Krankheit ist die gesunde Reaktion des Körpers auf etwas, das nicht in Ordnung ist." Die Senkung der angeblich bei "Aids" markanten Senkung bestimmter Abwehrzellen (TH2) hängt mit der Erhöhung der aggressiveren Abwehrzellen TH1 zu tun, und das hängt als Abwehrreaktion mit Umweltfaktoren zusammen. Und darunter sind Pestizide, Antibiotika, schmutziges Wasser, Schwangerschaft, und Impfungen. Die AZT-Therapie, mit der lange Zeit "Aids" bekämpft wurde, hat deshalb mehr Menschen getötet als die angebliche Krankheit.

Es geht nicht um eine neue Krankheit, es geht um eine Entvölkerung, die man mit angeblichen Gesundheitsvorsorgen betreibt - und Impfung ist am prominentesten Platz dabei. Eine "Ansteckung" gibt es nicht, die epidemiologischen Muster stimmen nicht mit den Verbreitungsmustern von sexuellen Ansteckungskrankheiten zusammen. Auch die Verteilung in der Gruppe der Betroffenen paßt nicht zu einer Viruserkrankung.

Aber Sacher hat Unrecht wenn sie meint, es müsse bei Viruserkrankungen bei jeder Verhaltensgruppe dieselben Erscheinungen geben. Das wäre eine materialistische, funktionalistische Sicht des Menschen.






Samstag, 22. August 2020

Da wird nur noch (profitabel) gelogen

Es stimmt ganz einfach nicht, und das IPCC gibt das auch zu, sagt Judith Curry in diesem Gespräch mit Marijn Poels, daß das CO2 für den Klimawandel verantwortlich sein soll. Was wir vielmehr beobachten ist eine völlig natürliche Variabilität, die mit der Multidekaten-Ozen-Zirkulation zu tun hat. Die in den letzten Jahrzehnten ähnliche Phänomene hervorrief, wie in den 1930er Jahren, die nun aber umschwenkt, sodaß wir für die nächsten Jahrzehnte - auch in Zusammenhang mit dem beobachteten deutlichen Rückgang der Sonnenflecken, auch das ein Zyklus - davon werden ausgehen müssen, daß das Klima wieder deutlich abkühlt.

Es ist unverantwortlich, meint die renommierte Wissenschaftlerin, die vor Jahren spektakulär aus dem offiziellen Universitätsbetrieb ausstieg, weil der sich nicht mehr mit Wissenschaft sondern mit Politik und Propaganda befaßte, daraus eine Hysterie aufzubauen, die so tut, als könnten wir tatsächlich das Klima maßgeblich beeinflussen. Der Einfluß von CO2 jedenfalls ist so minimal, daß er bedeutungslos ist.

Die Klimathematik ist aber generell zu einem Karriereobjekt geworden. Von wissenschaftlichem Anspruch hat sich die Debatte lange schon entfernt. Also setzt sich jeder auf dieses Pferd, das Geld und Ansehen verspricht, und sondert wichtige, hysterisierende Äußerungen ab, obwohl er vom Thema nichts oder so gut wie nichts versteht. Und WER sich da alles nun zu Wort meldet!

Allerdings gibt es schon einen Punkt zur Sorge, und der ist der Eispanzer in der Westantarktis. Der aber mit Klimawandel ebenfalls nichts zu tun hat, sondern von Vulkanen bewirkt wird, die sich unter ihm befinden und seit längerem aktiv sind. Wenn dieser Eispanzer wirklich kollabiert und schmilzt, und das könnte im 21. Jahrhundert tatsächlich der Fall sein, muß man von einem Anstieg der Weltmeere um rund einen Meter ausgehen. Dabei schmilzt derzeit nicht das Eis, sondern es fließt, es bewegt sich, die gesamte Situation dort ist durch die Vulkane unterm Eis instabil. Wenn die Gletscher ins Meer wandern, werden sie abschmelzen. Gegen diese Prozesse kann man, wenn sie denn passieren, nichts unternehmen. Also sollte man sich ernsthaft damit befassen, wie man sich vor den möglichen Folgen schützen kann. 





Freitag, 21. August 2020

Offener Brief an Herrn Vona von der Jobbik (2)

Teil 2) Auch hier ist Realismus einerseits, 
Vision anderseits höchst notwendig. 
NOTWENDIG.


Erst, Herr Vona, müssen Sie die Ungarn an die Wachheit, Leistungsbereitschaft Österreichs und Deutschlands heranführen. DANN können wir über gleiche Löhne reden, ja - dann würden sie sich auch automatisch einstellen. Bestellen Sie einmal einen Handwerker, lassen Sie ihn eine Leistung erbringen, kaufen Sie hier Fleisch, Obst, Gemüse, Therapiestunden, was auch immer - und dann kaufen Sie die dem Begriffe nach selbe Leistung in Österreich. Dann wissen Sie, wovon die Rede ist. Wollen Sie dieselben Leistungen auch in Ungarn, dann bezahlen Sie auch dasselbe, ja noch mehr. Und dieses "noch mehr" ist das wahre Problem, an dem sich die Schwierigkeiten Ungarns tatsächlich abzeichnen.

So, wie die Ungarn sich heute gerieren, verstärkt die Jobbik nur die elendige Haltung vieler Bürger der Staaten des ehemaligen Ostblocks, als wäre der Wohlstand des Westens in der Lotterie gewonnen worden. Nein! Wer wie der VdZ viele Jahre Vergleichserfahrung hat (und viele kennt, die diese Erfahrung bestätigen), der weiß, warum der Durchschnittslohn der Ungarn kaum die Hälfte eines Österreichers ausmacht, ja oft noch viel weniger.

Hier zeigt sich vielmehr also eine seltsame "Absolutheit" des Geldes, die in keiner Volkswirtschaftstheorie bislang ausreichend reflektiert wurde. Deren Richtigkeit, Zutreffendheit der VdZ aber immer und wieder festgestellt hat. Daß sich nämlich Preise, Einkommen, Leistungsprofile und Leistungen auf ganz seltsame Weise (und in ihrer Art) WELTWEIT gleichen. 

Wenn man etwa bei Urlauben im Ausland feststellt, daß es irgendwo wesentlich billiger ist, dann nur, weil man nicht bedenkt, wieviel an Abstrichen man in Kauf nimmt. Die einen hier und dort nur nicht stören, weil man sie unter "Eigenart" verbucht. Einfach aber nun Begriffe beliebig gleichzusetzen - sagen wir: "Essen gehen", oder "Taxi fahren", Dienstleistungen erbringen, was auch immer - um "Preise" und "Löhne" zu vergleichen zwischen Österreich und Thailand oder Ghana oder Ungarn, das, werter Herr Vona, ist schlichtweg grotesk. 

Denn grundsätzlich gilt tatsächlich, daß die Preise von Leistungen (also: der geschaffene Wert) zu den Löhnen (und deren Wert) irgendwie in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Und wenn es den Ungarn absolut verglichen (relativ ist der VdZ gar nicht der Meinung, denn die Ungarn haben auch andere Prioritäten, die sich in ihrer Lebensweise ausdrückt) schlechter geht, dann weil er sich keine Vorstellungen davon macht, was ein Österreicher oder Deutscher für diese verglichenen Einkommen geben muß. Und was er sich nicht leisten kann, was sich aber Ungarn oft und oft leisten (nur hier ist leisten anders gemeint).
So oft leistet, daß man jeden Österreicher nur warnen kann und muß, denn er ist in Ungarn beliebtes Jagdobjekt einer Neidgesellschaft, die darauf abzielt, ihn zu bescheißen. Die nur Geld möchte. 
Gier ist ein schweres Problem Ungarns, Herr Vona, wie überhaupt das weithin fehlende Gefühl für Wert! Aus dem heraus dann noch gejammert wird, daß man zu wenig verdient.

Und wenn der VdZ noch weniger an Miete zahlt (wiewohl nur hier im Stadtvergleich die Mieten niedriger sind) so nur, weil es absolut solche Wohnungen in Österreich nicht mehr gibt - weil es dort Substandard, weil es dort Abbruchhäuser, wie sie hier bestehen, die aber noch voll bewohnt werden, nicht mehr gibt, weil er auf Standard verzichtet, auf den er zu verzichten bereit ist, weil er - wie viele Ungarn - andere Prioritäten hat.

Ja, das trifft keineswegs immer zu, der VdZ hat auch positive Erfahrungen gemacht, und hat sich seine Lieferanten, Restaurants etc. mit der Zeit ausgesucht. Aber immer wieder, wenn er vertrauensselig seine Vorsicht ablegt, erfährt er dasselbe. Was ist das für eine Volkswirtschaft, wo man mit der Ausnahme die Regel zu erstellen versucht? Denn was immer der VdZ gegen Österreich und Deutschland zu sagen hat - das ist dort wirklich anders. 

Freilich, auch dort wird es sich drehen. Diese jungen Generationen, diese Zuwanderer - wer soll nach dem Abtritt dieser derzeitigen Leistungsgenerationen (und das ist bald, sehr bald, in zehn, fünfzehn Jahren!) das so lange gewohnte, alltägliche Leistungsniveau erbringen? Aber dann werden auch dort die Einkommen und der Wohlstand fallen. Vermutlich sind sie also bald auf heutigem ungarischem Niveau. 

Löhne und Leistungswert, das ist die Parität, auf die es ankommt. Und hier hat jede Volkswirtschaft ihre Maßstäbe, ihre Harmonien. Die einen mehr, die anderen weniger, ja, aber im großen Ganzen sind das die Verhältnisse. Änderungen sind dort zu leisten, wo es um Umschichtungen geht. Frauen wieder in die Familien etwa. Dann verdient der Mann wieder mehr. Aber solche Programmpunkte hat auch die Jobbik nicht. Familienförderung wird auch dort als plumpes Zuschieben von Geld verstanden, ohne Nachdenken, welche Auswirkungen auf die innere Beziehungsstruktur das hat. So wird auch die Jobbik zu einer simplen Sozialstaats-Partei, die auf Umverteilung setzt, und damit nur eine "bessere" sozialistische Bewegung wird.

Die Ungarn wollen leben wie die Deutschen? Dann müssen sie auch wie die Deutschen SEIN. Nicht nur deren Ernten fordern, oder so tun als wie jene tun, in der Hoffnung, niemand merke den Unterschied.
Simulation ist sogar eine der Grundkrankheiten ungarischer Wirtschaftsleistung, die dem Volkscharakter nicht immer in seinen besten Seiten entgegenkommt. Auch das ist historisch in Ungarn nicht ohne Beispiel. Wollen Sie das weiter pflegen, Herr Vona? Weil die EU (und das stimmt wohl schon) sowieso blöd ist?
Was Ungarn zuerst und substantiell bräuchte wäre eine Leistungsinitiative, lange VOR jeder Einkommensinitiative. Was Ungarn bräuchte wäre ein Begreifen von Wert, dann kann man auch Arbeit und Einkommen richtig taxieren, weil man begreift, daß gerechter Lohn ein Recht ist. Diesmal, aber nur diesmal wirklich. Aber das muß einem keiner mehr sagen. Wer ehrlich arbeitet hat keine Scham, gerechten Lohn zu fordern. Wer nicht ehrlich arbeitet hat diese Scham aus natürlichen (ontologischen) Gründen. Der glaubt eben, Lohn, Einkommen, Wohlstand wäre so etwas wie ein Diebesgut, das man sich sichern müßte. Wovon? Von welchem Wert?

Was Ungarn bräuchte, wäre ein Begreifen, daß freie Marktwirtschaft NICHT heißt, daß der gewinnt, der den anderen besser ums Ohr haut, der mehr "clever" ist - das glauben auch im Westen nur all jene Träumer von Politikern, die wir haben, jene "Wirtschaftstreibenden", die von nichts eine Ahnung haben und in Wahrheit Schmarotzer am Gemeinwohl sind. Denn der Westen, Österreich, Deutschland, lebt in Wahrheit seit je von jenen, die noch wirkliche, ehrliche, wahre Leistung erbringen, die einzig (!) Werte schaffen.

Wer ehrlich gearbeitet hat bekommt auch ein Gefühl für Wert und damit für gerechten Preis und damit für gerechten Lohn, das ist der Ehrlichkeit, aus der alleine wahres, substantielles Selbstbewußtsein entsteht, immanent. Nur die die gar nicht an ehrliche Leistung denken, träumen von höheren Löhnen als Gerechtigkeit weil Adäquatheit von Wohlstand zwischen hier und dort. Da haben den Ungarn sogar die Tschechen und Polen und Slowaken viel voraus! Und manche Putzfrau auch hier in Sopron weiß es besser als Sie, Herr Vona.

Herr Vona, es gibt noch einen Punkt, den noch kein Parteiprogramm in Ungarn aufgenommen, vermutlich auch nie wahrgenommen hat.  Denn Ungarn hat sich 1946 durch Ausweisung einerseits, durch Depotenzierung anderseits, jener Schichte an Bürgern (Deutsche) entledigt, die bis dorthin seit dem 13. Jahrhundert und zunehmend mit der Geschichte jene Leistung erbracht hatten, die auch deutsches und österreichisches Niveau und deshalb Einkommen und deshalb Wohlstand hatten. Aber welches Land, bitte schön, verkraftet es, seine Mittelschicht zu entsorgen? Wo sollen denn all die Leistungsträger, Kleinunternehmer etc. etc. herkommen? An Ungarn sieht man: Sie konnten nicht ersetzt werden. Viele Handwerksberufe etwa gibt es nicht mehr, und das Niveau vieler Handwerksbetriebe und Produkte ist erbärmlich. (Viele! Nicht: Alle!)

Hat die Jobbik schon einmal daran gedacht, die einst ungerecht Vertriebenen (denn sie waren nicht jene "Nazis", die kommunistische Gier, kurzsichtig wie alles linke Denken, als solche deklariert hat, um ihren Besitz zu konfiszieren, sich zu bereichern - wie dumm!) offiziell (und unter Raunen einer Entschuldigung) einzuladen, zurückzukehren? Noch heute kommen "Deutsche" - Vertriebene oder deren Nachfahren - und stehen vor den oft so verfallenen, nie geliebten (wie auch?) Ödenburger Häusern und weinen ...

Theoretisch klingt das alles richtig und gut - Löhne, von denen man gut leben kann. Und der VdZ weiß aus vielfacher Erfahrung auch, daß westliche Firmen ungarische Löhne brutal ausnützen. Und dagegen sollte man vorgehen! 

Aber das wäre nicht möglich, wenn nicht das Leistungsniveau in Ungarn tatsächlich so unzuverlässig wäre. Man kann Österreich und Deutschland da und dort Verkrustetheiten vorwerfen, gut, manchmal mit Recht. Meist aber nicht. Denn diese Verkrustetheiten stammen letztlich alle aus einem System der Qualitätskontrolle. Über Jahrhunderte gewachsene - nicht "verordnete, staatsbedingte" - Systeme, die in Ungarn ganz offensichtlich fehlen.

Praktisch und allgemein gesagt braucht es für westliche Löhne "für alle" auch Bedingungen. Die bestehen derzeit nicht. Deshalb sieht der VdZ Gerechtigkeit keinesfalls hergestellt, wenn man (einem guten Teil der Ungarn) Löhne auszahlte, die nicht auf adäquater Leistung beruhen, sondern auf Schreibtisch-Abstraktionen von Gleichheit, die real nicht besteht. Man würde dem Land und seinen Menschen keinen Gefallen tun.

In diesem Sinne verbleibt, mit den besten Wünschen

Ihr

Verfasser dieser Zeilen (VdZ)  = Eberhard Johannes Ambrosius Wagner, vulgo "Ambrosius", der den Ungarn gegenüber immer noch sehr wohlgesonnen war wie ist, das Land, die Menschen, seine Geschichte, seine Stärken wie seine Schwächen etwas kennt, der Ungarn so liebt, daß er schon oft überlegt hat, ob er nicht - wie so viele Hunderttausende Deutsche vor ihm - "Ungar werden" sollte. Denn das geht bei einem Königsvolk.

Der VdZ, der seit 2007 in Sopron/Ödenburg mehr oder weniger wohnt. Die Stadt hat sich ja offiziell als zweisprachig definiert. Deshalb auch der Freimut, in Deutsch solche Dinge zu schreiben. Ödenburg hat offiziell immer noch zehn Prozent Deutsche als Bürger, trotz aller Magyarisierung. Trotz der Vertreibung eines Viertels - inoffiziell; offiziell waren es mehr, aber die Ungarn sind eben auch oft sehr sehr liebenswerte, menschliche Menschen; und es war genau der Mittelstand, die Weinbauern, die Handwerker, die Gewerbetreibenden ... Sopron hat bis heute seinen Mittelstand ersetzen können, die Folgen sind entsprechend - seiner Bewohner 1945.

Mailadresse: office@eberhardwagner.com
Webseite: http://www.eberhardwagner.com



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