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Donnerstag, 12. Februar 2015

Kultur und Islam schließen sich aus

Das ist natürlich interessant, weil es einen gehörigen 'Batzen Wahrheit enthält: Da moniert der Wiener Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker, daß vieles, was dem Islam zugeschrieben werde, mit diesem nichts zu tun habe, sondern ein Produkt der Geschichte sei. Diese zwei Dinge würden gefließentlich unzulässig vermengt.

Der Artikel im Standard ist deshalb nahezu eine Sensation, weil es unter völlig anderer Motivation den Kern der Sache auf den Punkt bringt. Beginnen wir damit, daß die Katholische Kirche, das Christentum, das von sich NICHT sagt. Denn das Christentum versteht sich NICHT als quasi hermetische Lehre, die einen hermetischen und definierbaren Zustand herbeiführe. Der Unsinn mit dem Archälogismus, der sogar an theologischen Hochschulen gelehrt wird, nachdem nach einem "urchristentum" gesucht werde, das es nachzubilden gelte, denn nur dort ist das Christentum, ist NICHT christlich, ist NICHT katholisch. Auch wenn es katholische Hochschulen mit grinsenden Kardinälen als vorgebliche Wächter der Lehre so verbreiten. Vermutlich ist auch ihr Grinsen das der befreiten Christen im Jahre 33.

Aber das Christentum IST aus seinem Wesen heraus historisch. Real. Ein Wirkfaktor in der Geschichte. Nur deshalb ist es so geschichtsmächtig geworden, daß es die mächtigste Kultur, die jemals den Erdball erfüllt hat, regelrecht GESCHAFFEN hat. 

Diese Geschichtsmächtigkeit, diese Realität im Fleische, hatte der Islam nie. Und was der gebürtige Emsener vermutlich mit positiver Konnotation versieht, ist in Wahrheit eine der wahrsten und tiefsten Analysen des Islam der letzten Jahre. Selbst was man ihm heute zuschreibt - das Reich Cordoba, die Höhe der Kultur im persisch-arabischen Raum vor dem Jahre 1000: es war nie islamisch. Und nichts an der Eroberungsstrategie der Osmanen war je islamisch. Sieht man von praktischen Verwendbarkeiten ab.

Daß der Islam nach dem allmählichen Verdunsten seiner auf natürlicher, regionaler Religion und Resten christlich-jüdischer Offenbarungsreligon basierenden Spiritualität (was noch vor den Osmanen der Fall war) sich immer mehr auf ein Moralsystem, ein System von Verhaltensregeln reduziert hat, beweist dies umso mehr. Es war der Versuch, diesen erlebbaren Mangel des Verdunstens jeder geschichtsbildenden Kraft, diese historisch sich erweisende Schwäche zu kompensieren. Durch Kultursimulation. In Wahrheit aber waren die Triebkräfte des islamischen Raumes rein weltlicher Natur. Der Islam war lediglich nützlich.

Hier, in dieser Geschichts-Unmächtigkeit, wurzeln exakt die eigentlichen Grundprobleme der Muslime bzw. muslimischen Staaten. Hier wurzeln die tief verankerten und tief gegründeten Unterlegenheitsgefühle gegenüber dem Christentum und Judentum, die so vieles - auch am Terror! - motivieren. Mit Streicheleinheiten einer proklamierten "Liebe" ist da nichts gewonnen.

Und wie exakt paßt dazu eine Aussage, die Martin Mosebach einem der Proponenten in seinem Roman "Das Blutbuchenfest" (dessen Lektüre der VdZ jedem nur wärmstens anempfehlen kann) in den Mund legt: Keine regionale Kultur, die vom Islam über längere Zeit beherrscht war, hat sich jemals wieder erholt. Dem Islam fehlt die Kulturbezogenheit ab ovo, aus seinem Wesen heraus. Er lehnt jede Abbildung Gottes ab, womit er aber jede Abbildung überhaupt ablehnt, weil die Welt eine Analogie Gottes ist.  Ohne Gestalten, ohne Abbildungen, ohne Figuren aber kann es konkrete Kultur gar nicht geben. Sie bleibt ein Gedanke. Jede, wirklich jede urtümliche Religion und Kultur, dies nur als Beispiel, hat deshalb ihren Moment, in dem Gott zur Welt kam.


Wo der Islam spirituell tief, anerkennenswert tief sogar ist, rührt er nicht an jenem Gott, der ACTU selbst ist, dessen Wesen aus sich heraus fließt, um sich liebend in den Schöpfungsakt zu neigen, die Welt im ewigen Jetzt, der zeitlosen Vernunft zu erhalten. Er bleibt eine abstrakte, statische Aussage. Der Sufismus erzählt viel dazu, wo sich zur Begegnung mit Gott der Mensch (in der Trance) ausschaltet.* Weil als einzige Wirkdimension sonst die Moral, das Verhalten bleibt. Nur: Kultur entsteht nicht über Verhalten.  Und sie entsteht auch nicht durch methodisches Sich-Aus-Der-Welt-Nehmen, wie immer man es auch spirituell deuten mag.

Sodaß die These hier lautet: Es gibt Kulturen, es gibt Kulturen, in denen sich muslimische Menschen einhausen bzw. den Islam annehmen. Aber in dem Moment, wo der Islam zu sehr nach der Welt greift, erstickt die Kultur. Genau das war ja das Problem des spanischen Cordoba - immer wieder und wieder und völlig falsch als Blüte islamischer Kultur gepriesen - mit dem Kalifat in Arabien. Cordoba galt als glaubensfeindlich, als Häresie, als Verweltlichung des Islam. Es bleibt bestenfalls ein voluntaristisch aufrecht erhaltener Staat, der zu einer Art Selbstzweck wird.

Auf dieser Ebene lassen sich zwar Staaten, und auch über lange Zeiten, aufrechthalten, aber nur, wenn sie sehr starke disziplinatorische Regulative (Polizei) haben. Und solche Regulative können sogar Kulturen überlagen, meist um sie zu nutzen, sodaß beides wie eines aussieht. Aber durch eine unüberwindliche Kluft getrennt bleibt. Kultur selbst entsteht und lebt nur aus der ontologischen Dimension einer Wirklichkeitsbeziehung.

Wer mit offenen Augen den arabischen Frühling, oder das Verhalten der Türken der faktischen westlichen Zivilisation gegenüber in unseren Tagen betrachtet, kann nicht anders als Parallelen zum Gebahren von Kindern zu sehen, die meinen, in der Beherrschung von (technischen) Abläufen, wie sie im christlichen Westen zu sehen sind, läge auch die Aneignung und Beherrschung dieser Kultur. Muslime glauben auffallend oft, und zwar gerade dort, wo sie modern sein wollen, daß sich Politik und privates Streben, moderne Entwicklung, um das Gleichziehen in zivilisatorischen Phänomenen drehe. Was zu erstaunlicher Naivität führen kann, sodaß etwa manche Türken in Wien ganz genau jenen Optimismus aufweisen, der Älteren, wie den VdZ, noch aus den Zeiten des naiven Readers-Digest-Optimismus der 1960er Jahre bekannt ist.

Überspitzt formuliert: Man ist am Tahrir-Platz für bessere Bestellmöglichkeiten bei amazon gestorben. Weil die Handhabung eines iPhone (oder die Erbauung des höchsten Turmes der Welt ... die Beispiele sind fast ohnendlich) gleichbedeutend ist mit kulturellem Hochstand. Umso unbegreiflicher war jenen allen, daß sich nach den Umstürzen ... nichts tat! Sie hatten also nur mitgewirkt, die bestehende Ordnung zu zerrütten, und damit fremden bzw. partialen Interessen gedient. Ordnungen, die sie nun entweder gar nicht mehr herstellen können, wie in Libyen und Tunesien, oder wo nur noch durch eine noch weit diktatorischere Staatenlenkung als zuvor, wie in Ägypten oder Syrien, wenigstens irgendeine Ordnung wiederherstellbar ist.

Weshalb viele Muslime, die den Islam ernstnehmen, völlig richtig eine prinzipielle Unvereinbarkeit zwischen westlicher Lebensart und Islam erkennen. Und DORT liegen interessanterweise viele Koinzidenzen mit dem Westen. Denn dort herrscht, in einer vor hunderten Jahren begonnenen und nun längst eigendynamisch gewordenen Entwicklung (d. h. daß man genau das wünscht, aus Leidensdruck, das dieses Leiden erst geschaffen hat), in weiten Teilen der Bevölkerung das Bestreben, die Kultur abzuwerfen.

Die vielgerühmte Toleranz des Islam war in seinen Expansionsjahren nichts anders als daskkluge Nützen vorhandener Kulturen, schreibt der Belgier Henri Pirenne, im übrigen einer der anerkanntesten und wirkungsvollsten Historiker des 20. Jhds. Wobei: nur dort, wo die vorhandene, eroberte Kultur bereit war, sich den neuen Herrschern zu unterwerfen. Dann hatte man kein Problem. Was so lange gut ging, als diese Kulturen oder Kulturreste noch innere Kraft hatten.

Im Gegensatz dazu ist die Kraft des Christentums niemals das "Gebot" gewesen, wie heute viele glauben. Sondern es ist die vom fleischgewordenen, in den Sakramenten präsenten Gottmenschen Jesus Christus den (defekten; s. Thomas v. A.) Sinnen erfaßlich gewordenen Gestalt, die im Erkennenden, im Rezipierenden offenen Herzens, ein simile, eine Jesus ähnliche (Kern-)Gestalt und damit analoge Schöpfungskraft bewirkt. Worüber man mit einem Protestanten oder einem Muselmanen natürlich nicht zu reden braucht. (Die tiefen Ähnlichkeiten zwischen Protestantismus und Islam sind sowieso ein eigenes Thema.)

Aber eine mit christlichem Abendland und Wirklichkeitsbezogenheit vergleichbare Kulturkraft hatte der Islam nie. Es bleibt bestenfalls Technik. Und dasselbe Schicksal blüht dem Abendland, wenn es seine katholischen Nährwurzeln noch weiter erstickt.


*Zum Vergleich: Der Gott des Christentums ist niemals einer, der immer auf die Vernunft des Menschen abzielt. Es gibt deshalb keine christliche Methode der Mystik, weil Mystik und methodisches Beseitigen der Freiheit sich ausschließen, was immer für Unsinn diesbezüglich auch heute erzählt werden mag. Wer die großen Mystiker liest wird es bestätigt finden.




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Mittwoch, 11. Februar 2015

Frau


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Marsch durch die Institutionen

Man sollte es schon einmal gehört haben, was klar definierte politische Ziele Einzelner waren, die die politische Landschaft Europas prägten. Wie Antonio Gramsci (1891-1937), einem italienischen Kommunisten, der zahlreiche Werke zur Veränderung Europas und der Welt schrieb. Nicht Bomben, nicht Krieg - sondern stillschweigende Infiltration bestehender Insitutionen, vor allem der Kirche. Nur so könne man die christliche Kultur aushebeln. Und aus marxistischen Kreisen, nicht aus jenen des Kapitalismus, stammt auch das Wort von der "Neuen Weltordnung".

Nur so aber könne sich die Revolution bis in den letzten Winkel der Gesellschaften ausbreiten: indem man vor allem die Kirche zu einem Instrument der Weltrevolution umwandelte. Wenn es gelingt, einer Kultur ihre spirituellen und geistigen Wurzeln zu nehmen, fällt sie wie eine reife Pflaume. Und das ist keine Frage der Ökonomie, keine Frage der Politik - es ist zu allererst eine Frage der Religion.

Der Film ist sehenswert (Englisch!). Auch wenn er die typische amerikanische Sichtweise zeigt, in der die Dinge immer einfach auf Urheber und Wirkung zurückzuführen sind. Weshalb sie alles "beweisen" können. Sie nehmen sich selbst zu ernst, und damit auch alles, was ihnen begegnet. Vor allem, was sie sprechen, und was andere sprechen. Daran erkennt man in der Regel die Dödel am leichtesten. Immerhin liefert der Film auch ein gewisses Sittenbild des heutigen Amerika.

Mit interessanten Details. Die Zahl der Katholiken in den USA verdoppelte sich unter Papst Pius XII. Ein wahrer Babyboom unter Katholiken setzte ein, und die Hochschulen und Colleges konnten nicht schnell genug gebaut werden, um die Zahl der Edukanden aufzunehmen. Priesterseminare boomten. 80 % der Katholiken besuchten jeden Sonntag die Messe. Spirituelle Tiefschöpfer wie (der mittlerweile seliggesprochene) Bischof Sheen hatten wöchentliche Sendungen in prominentesten Kanälen. Dann kam die Revolution, das 2. Vatikanum, der geistige (gezielte) Umbruch, die Modernisierung. Frucht der geplanten Unterwanderung, die das Video behauptet.

Heute sind es kaum noch 25 %, die die sonntägliche Messe besuchen. Fast 40 % der Katholiken wechselten zu anderen Kirchen, bzw. traten aus. 45 % der Katholiken haben noch nie in ihrem Leben gebeichtet. Die Katholische Kirche wird im öffentlichen Leben kaum noch wahrgenommen - außer durch Skandale.

Der Trick war, die Tradition auszuhebeln. Aber man ist, was man war. Bricht man die Tradition, bricht das Selbst, und wird zum Spielball einer bodenlosen Zeit, die sich gar nicht mehr zur Gegenwart findet. Das Christenum, das Mysterium Jesu aber, bringt uns zu dem zurück, was wir einst gewesen sind, und damit zu einem Sein, und damit zu einer Gegenwart.

Revolutionen sind aber immer eine Angelegenheit von Minderheiten, niemals eine der Mehrheit. Und sie werden - zugelassen. Ihre Todfeinde sind diejenigen, die an der Tradition festhalten. Nur durch ihr Blut aber wird die Realität der Erlösung aufrechterhalten. Nur so wird die schöpferische Wirklichkeit aufrechterhalten, und zum Samen für eine Zukunft. "In order to go to heaven, we have to go to war."







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Dienstag, 10. Februar 2015

Papst dogmatisiert den Klimawandel

Soweit mußte es ja kommen, und der VdZ hat es in seiner bereits wenige Wochen nach Amtsübernahme angefertigten Analyse der bestürzenden Persönlichkeit des derzeitigen Papstes Franziskus vorhergesagt, wenn er auch noch ein wenig zweifelte, ob es tatsächlich soweit kommen würde: Aber in einer Ansprache vom 12. Jänner 2015 kündigt der Papst an, daß das beabsichtige "Klimaabkommen" eines der brennenden Ziele der Menschheit sei.*

Ein Ziel, das als reales Motiv überhaupt nicht existent, sondern reines Medien- und Propagandaprodukt ist, dessen Natur sich bei näherer - lauterer - Befassung mit Wissenschaftstheorie und -philosophie jederzeit und klar erkennen läßt. Das aber die pseudologische, wirklichkeitsferne und bösartige Natur dieses Pontifikats auf eine erschütternde Weise offenlegt.

Eine Rede, in der er wirklich so gut wie kein Klischee ausläßt. Die allesamt nur ein Problem haben: Sie  sind - so - gar nicht wahr. Sie sind einfach Schatten der Scheinmoral, mit der der Zeitgeist hausieren geht, wenn er mit Luftballons von "Furchtbarem" hausieren geht, um alle mundtot zu machen, sodaß man die eigene Vernunft am bestern gleich mit "Post Vatikan" abschickt, um auf nächste Publikationen zu warten (man muß nicht lange warten, sie erfolgen täglich, und mehrmals), die einem dann erklären, was Sache ist. Auch das war übrigens vorhergesagt. Vielleicht mögen Sie, werter Leser, es nachlesen, auch wenn es (wie üblich auf diesen Seiten) sehr lang ist.

Wer (auch ohne besagte Lektüre, oder trotz ihr ...) aber noch einen letzten Rest Vernunft behalten hat, möge ruhig den Kopf schütteln. Und gelassen die Exkommunikationsprüche der treufanatischen nützlichen Idioten - pardon: der Verfechter der These, daß dieser Papst ein wahrer Segen für die Welt und -kirche sei - über sich ergehen lassen. Und zusehen, wie die Kirche in einem Ausmaß vorgeführt und beschädigt wird, das bei KEINEM der so gerne angeführten "bösen" Päpste aus Mittelalter und Renaissance auch nru annähernd erreicht war. Denn diese waren persönliche Schurken, aber sie wußten das - und versuchten, das über umso größere Hochschätzung des Amtes verbergen. Sodaß sie wie kein heiliger Papst es besser zustandegebracht hätte, das Amt und damit die Kirche als Leib des Hauptes sogar noch beförderten. Selbst damit, daß sie jeden ins jenseits beförderten, der sie ihres unzüchtigen, sittenlosen Lebenswandels öffentlich zieh, denn sie wußten, daß das nicht öffentlich werden sollte.

Heute ist es fast genau umgekehrt. Fast, weil sich die Schurken und Lügner von heute als Heilige ausgeben und erklären, der Kirche den Garaus machen zu wollen, um ihr damit erst recht zu dienen. Die sich selbst öffentlich als Sünder bezeichnen, um von den wirklichen Vergehen, zu denen sie alle verführen wollen, abzulenken. Und der Welt erklären, daß es doch nur darauf ankäme, Frieden zu schließen, abzulassen von ihrem Neid und ihrer Gier, die alleine dem Frieden im Wege stehe! Welch Spiritualität! Welch geistige Tiefe! Indem man alles sagt, was einem noch irgendwie einfällt, ist auch irgendwie alles Gute dabei, und man ist nicht angreifbar. Man hat es doch eh gesagt!

Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und zwei macht neune, 
ich mach mir die Welt widewide wie sie mir gefällt.

Wetten darüber, wieviel unsäglich dummen, aber ganz gewiß frommen Schmonzes - schön unter Allgemeinfloskeln verpackt, denen natürlich niemand widersprechen möchte, und auch gar nicht "kann" weil ja so viel "Richtiges" oder "irgendwie Richtiges" auch drin steht: Friede, Freude, Liebe, Eierkuchen und fünf Halleluja! - die schon zur Jahreswende angekündigte (zwischenzeitlich angeblich, lt. Pressespecher Lombardi, "gründlich entschlackte") Enzyklika über "Ökologie" enthalten wird, werden jetzt bereits angenommen.

So ein Papst ist nur möglich, weil die Spiritualität aus der Kirche verschwunden ist. Sodaß man den Menschen einfach alles erzählen kann, weil eh niemand weiß, wovon die Rede ist. Da wollen wir den Herrn Papa Bergoglio einmal so richtig beim Wort nehmen. Wie böse muß eine Kirche gewesen sein, daß sie vom Heiligen Geist in seiner Gerechtigkeit mit so einem Papst quittiert wird.


*Apropos Ansprachen: Bei DIESER Ansprache, in der der Papst das Unbedingte Techt auf Eigentum bestreitet, muß man schon sehr sehr mit dem spitzen Bleistift suchen und "hineindeuten", um noch Worte genug zu finden, um sie noch als "katholisch" bezeichnen zu können. Denn selbstverständlich hat der Mensch ein Recht auf Eigentum, und ein Staat, der das nicht beherzigt, wird ein massives Problem - nämlich das des Elends - bekommen. (Natürlich fehlt nicht: "ABER ich bin kein Marxist.") Daß es vor Gott kein "unbedinges Recht auif Eigentum gibt" mag konzediert sein. Das betrifft die Armen übrigens nicht weniger. Aber was heißt schon "Bedürfnisbefriedigung"? Niemand hat das Recht, das Eigentum des anderen zu konfiszieren, weil jener "vor Gott kein absolutes Recht" darauf habe, abends im Frack und mit Perlenkettchen an der Herrin Hals im Rolls Royce zur Oper zu fahren, um La Traviate mit Janos Botha in der Hauptrolle zu sehen, während jener seine schimmelte Knackwurscht am offenen Lagerfeuer brät, und kaum die Fourage für Schusters Rappen aufbringen kann.

Was für eines Wahnsinns kecke Beute muß denn ein Papst geworden sein, wenn er einerseits - ach, wie bescheiden, stöhnte die Heiligkeitskommission! - sich NUR als Bischof von Rom zu verstehen vorgibt, und anderseits in täglich kaum noch zählbaren Botschaften (war alles vom VdZ vorhergesagt!) bis in die intimsten Pfarrangelegenheiten jeder Pfarre der Welt einmischt, die ob der päpstlichen "unfehlbaren" Wünsche kaum noch "papp'" zu sagen wagt, schon gar, weil ihm jeder x-beliebige machtbesoffene Kirchenbesucher, der endlich seine Stunde gekommen sieht, beim Schlaffittchen packen kann, er sei nicht "katholisch" weil "nicht papsttreu", hier, hier stehe es doch geschrieben? Das ist doch Zentralismus und Papismus, wie er überhaupt noch nie, und das ganz sicher: NOCH NIE, aufzufinden war, denn dazu braucht es die heutigen technischen Strukturen, allen voran das Befehlsmedium par excellence: Twitter. Prompt, sofort, effektiv. Und zwar im allereigentlichsten, und im allerinfamsten Sinn. Die Folgen sind längst zu erkennen, der Gutwollende möge nur seine Augen so richtig aufmachen. Der andere kann es gar nicht sehen, man muß sich da keine Mühe mehr geben.

Er wird aber noch mehr Fehler machen, der Herr Bergoglio, viel gröbere, man warte nur ab. Denn er wird - straflos - längst schon keck, und er wird noch kecker, ja er wird ausschweifend werden, um die alte römische Weisheit zum Ende zu führen. Das hat die Sache so an sich, unter der er antrat, und eine im (echten, gottgefälligen) Gehorsam geschulte Gefolgschaft im Quadrat springen lassen wird. Dazu muß man nicht in der mensa des Gästehauses des Vatikan seine Spaghetti verdrücken, oder abends von einer keuchenden Stimme "Sono Papa!" angerufen werden. 

Die Papstgemächer sind verwaist. Der eine sitzt leutselig in der Mensa und spielt mit unüberbietbarer Nonchalance (die nur lebt, weil das Gegenüber sich auf ein völlig anderes Papstbild bzeieht, als dieser Papst verfolgt) vor, was es heißt, heilig zu sein. Der andere, der stumme Papst, sitzt im Kloster nebenan und betet. Man möge darüber denken, wie man will.


Nachtrag, einige Wochen nach Verfassung obigen Artikels eingefügt (bis auf wenige Ausnahmen sind ja alle Beiträge in diesem Blog sind aus prinzipiellen Gründen vier bis sechs Wochen vor Erscheinen verfaßt worden): Daß die Katholische Kirche nach wie vor besonnene Köpfe hat, zeigt eine Rede des australischen Erzbischofs und Kardinals George Pell, die dieser vor der Global Warming Policy Foundation in London 2011 hielt. Darin faßt er recht gut zusammen, was es zu diesem Thema eigentlich zu sagen gibt.

Daß von der angekündigten päpstlichen Äußerung das Schlimmste zu erwarten ist, bestätigt ein Interview mit Bischof Marcelo Sánchez Sorondo, Vorsitzender der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, im Spiegel vom 27. Jänner 2015. Darin sagt er, daß der Papst "von der Klimakonferenz in Lima enttäuscht gewesen sei", weil er konkrete, "mutige" Maßnahmen erwartet hätte. Deshalb die Enzyklika. Denn, so Sorondo, der Papst sehe die ärmsten Länder vom Klimawandel "am meisten betroffen". Sie hätten Folgen für den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu trage, die ihnen selber gar nicht zur Verfügung stünden. Darin berufe er sich auf die Wissenschaft. (Genau darauf geht übrigens Kardinal Pell ein.) Die nächste Verwirrung, die unter die Menschheit gestreut wird, ist also ernsthaft zu befürchten.




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Auch das gehört in den Fasching

Es gehört in den Fasching, und zwar in den eines gecken Provinznests. Das wird allen Ernstes als "religiöser Aufbruch der Jugend" bezeichnet. Papstmesse am Katholischen Weltjugendtag 2013 in Rio De Janeiro.







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Montag, 9. Februar 2015

Bibliothek



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Das gehört in den Fasching

Eine Interpretation der Aufgaben der UNO, und eine Definition der größten Herausforderungen, aus dem Munde des UNO-Generalsekretärs Ban Ki Mun. "Wir brauchen weltweit öffentliche Erziehung zu diesen Zielen."

"I will keep pressing leaders."







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Sonntag, 8. Februar 2015

Frau


Gesehen auf everyday_i_show





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Wahrheit ist absolut

Nicht die Wahrheit ist relativ, nicht subjektiv und deshalb in ihrem absoluten Gehalt nicht bestimmbar. Sondern der Zugang zu ihr, die Durchlässigkeit auf sie hin. Deshalb kann nur der Ganz-Heilige - Gott - die Wahrheit selbst nicht nur darstellen, sondern auch sein. Hier ist also Denken und Vollzug in einem, hier ist sie Sakrament. So, wie der Eid daran rührt, in dem sich der Mensch zum höchsten ihm Möglichen ausstreckt, ohne es aber zu berühren.*

Eben nicht aber im Menschen. Denn der Zugang zu ihr, der ist subjektiv. Und nur im Sittlichen kann sie überhaupt jene Gestalt annehmen, die ihn auch wahrhaftig handeln - nicht zufällig richtig treffen -  läßt. 



*Im alten Rechtsgut der Germanen, aber eigentlich: aller Völker, war der Eid vor Gericht deshalb die Überwälzung der Beweispflicht und damit Gerechtigkeit auf eine Person - den Eidleistenden. Dieser stellte sich im Eid direkt Gott gegenüber, und zog damit auch alle Folgen auf sich, wenn das Urteil ungerecht war, und damit Gott beleidigte. Im Eid mußte das Gericht (der Richtende) deshalb nicht mehr subjektiv für wahr halten, urteilen.



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Samstag, 7. Februar 2015

Wege aus der Korrumpierung der Wissenschaft

Ein empfehlenswerter Vortrag von Prof. Erich Weede (39 min.), ein Soziologe, der sich auf leicht nachvollziehbare Weise mit Wesensaspekten, Möglichkeiten und Grenzen von Wissenschaften befaßt, mit besonderem Bezug zum Wesen der Klimaforschung als exemplarischen Fall. 

Weede weist auf die soziologische Tatsache hin, daß es bei allen Beobachtungsvorgängen zu Gruppeneinigungen kommt. Und zwar auch, wenn diese Einigung den objektiven Gegebenheiten widerspricht. Gruppenkonsens geht so gut wie immer über Fakten, und führt zur Bekämpfung der Dissidenten, nicht zur Konkurrenz. Die aber für die Wissenschaft rein praktisch gesehen lebensnotwendig ist, weil Theorien wissenschaftlich betrachtet nur falsifizierbar, nicht verifizierbar sind.

Wissenschaft kann und darf deshalb auch NIE für die Obrigkeit arbeiten. Dies führt unweigerlich zur intellektuellen Korruption. Deshalb ist schon die bloße Existenz eines Weltklimarats (der fast ein Monopol darstellt) eine Gefahr, keine Förderung von Wissenschaft. Korruption durch das Gefühl der eigenen Wichtigkeit ist dabei noch gefährlicher für Korrumpierung als Geld. 

Das gilt natürlich auch für wissenschaftliche Publikationen. Meist herrscht dort dasselbe Prinzip - die Mehrheit (der Begutachter) entscheidet über die Veröffentlichung. Damit ist die Relevanz der Veröffentlichung bereits prinzipiell in Frage zu stellen, weil schon die Auswahlkriterien nichts über den Wahrheitsgehalt, die wissenschaftliche Relevanz aussagen.

Es spielt auch keine Rolle, aus welchem Fachgebiet eine Theorie stammt, auch wenn sie zu anderen Gebieten spricht.

Die Schwächen, mit denen man es hier zu tun hat, sind ja nichts Ungewöhnliches, sie sind allgemein menschlicher Natur. Das Problem liegt nur darin, in Machtpositionen zu kommen. Dann sind es dieselben Schwächen - aber mit weit größeren Auswirkungen.

Es gibt kein Mehrheitsprinzip in der Wissenschaft. Die Wahrscheinlichkeit, daß "Dissidenten" richtiger liegen als der Mainstream der Wissenschaft, ist sogar immer äußerst hoch gewesen. Es waren praktisch immer Einzelleistungen, die wissenschaftlich neue Wege eröffneten (die dann zum Konsens wurden ...). Eine gewisse Feindseligkeit der Wissenschaftler untereinander sogar ist einem Konsens vorzuziehen, wenn diese Feindseligkeit nicht den Gegner mundtot macht und aus dem Weg räumt.

"Konsens entlastet von Sorgfaltspflicht." Wer sich vom Konsens gestützt weiß, neigt automatisch dazu, seine Fragestellungen zu verkürzen. Weede verlangt daher die ganz bewußte Förderung eines "Team B", das sich in bewußtem Dissens zum "Konsens über den Klimawandel" befindet. Und das genauso gut mit Chancen (auch in der Karriere) und Geldern ausgestattet werden muß, wie die Konsenspartei. 

Ja, man bräuchte sogar noch ein "Team C". Das sich mit den wirtschaftlichen Folgen einer ANPASSUNG an verändertes Klima befaßt, nicht mit denen einer VERHINDERUNG. Nur sich auf Konsens zu verlassen, wie es passiert ist, birgt die hohe Wahrscheinlichkeit furchtbarer Fehlentscheidungen in der praktischen Bewertung wissenschaftlicher Ergebnisse durch die Politik.

Denn heute passiert das genaue Gegenteil: Indem man sich auf diesen Konsens verläßt, dessen Anfälligkeit für wissenschaftliche Fehler siehe oben äußerst hoch ist, werden jene mit anderslautenden Einsichten zu Feinden gemacht, die es zu bekämpfen gilt. Damit nimmt man den eigenen Entscheidungsgrundlagen aber die Chance auf Läuterung durch Erkenntnis. Obwohl man doch wissen müßte, daß JEDE Theorie Fehler enthält. Speziell beim Klimawandel (aber nicht nur dort) wird stattdessen alles getan, um die vorhandenen Gegentheorien, die die gängigen Thesen falsifizieren, zu unterdrücken.

Genauso wenig kann Wissenschaft absolute Aussagen setzen. (Anm. Nicht aus sich heraus. Das zeigt am deutlichsten die Sitte, sich beim Klimawandel auf "Wissenschaft" zu berufen. Absolute Aussagen, Prognosen als Vorwegnahme von Zukunft, haben mit Wissenschaft selbst nichts mehr zu tun. Denn eine Prognose KANN gar nicht wissenschaftlich sein, weil sich Wissenschaft nur auf Vergangenes beziehen kann. Fragt man einen Wissenschaftler über Wahrscheinlichkeiten von Entwicklungen oder praktische Maßnahmen, so fragt man ihn als Privatmann. Denn hier kommt ein zweites, ein ethisches Element dazu, das zwar der philosophischen und religiösen und politischen Diskussion unterliegen kann, nicht aber der fachwissenschaftlichen. Dieses Element ist ein Entscheidungs-, ein Gestaltungselement, das immer (!) formuliert oder im Hintergrund mitführt, wie Zukunft "sein soll". Von "Alternativlosigkeit" unter Berufung auf Wissenschaft kann da keine Rede sein. So zu sprechen zeigt nur einen Mangel an Gestaltungswillen und Bereitschaft zur Verantwortung.  

Auch über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge kann die Wissenschaft keine absoluten Aussagen machen. Denn dieselben Daten lassen sich immer durch einander sogar widersprechende Theorien erklären. In der Allgemeinheit, die heute glaubt, man müsse ja nur "messen" etc., herrschen völlig irrige Auffassungen über die Erklärungswirklichkeit der sogenannten Empirie.*)

Ein solches Vorgehen wäre gar nicht neu. Es fand im Kalten Krieg statt. Man erkannte damals, daß die praktischen Konsequenzen aus der politischen Gegnerstellung auch die Erkenntnisse der involvierten Wissenschaften färben würden. Also schuf man wissenschaftliche Gruppen aus Gegnern der gängigen Auffassungen. Das zu tun ist ein Akt der Selbstrettung und stoppt die Dynamik, der sich aus Eigendynamik verdichtenden Verwobenheit von Interessen und wissenschaftlicher Relevanz.








*Selbst ein Galileo Galilei hat nicht "entdeckt, daß sich die Erde um die Sonne bewegt". Auch das ist lediglich eine teilhafte These, die unter bestimmten Postulaten bislang nicht falsifiziert werden kann. Aber von absoluter Aussage - so unverständlich das für den Normalbürger klingen mag - kann keine Rede sein. Und auch ein Newton hat nicht "das Gravitationsgesetz entdeckt", sondern er hat der beobachtbaren Tatsache, daß unter bestimmten Bedingungen (!) Körper sich so und so verhalten, einem Phänomen also, einen Namen gegeben. Diese Wahrscheinlichkeit macht technisch viel möglich, gewiß, aber sie hat Grenzen, und ist keine absolute Aussage. Wie die Quantenphysik beweist. Sie ist als Generalgesetz des Kosmos, das quasi alles "mechanistisch" erklärt, nicht verwendbar, weil im streng physikalisch-empirischen Sinn "körperliche Masse" gar nicht existiert. Nur unter bestimmten Betrachtungsparadigmen gibt es sie. Was zu der recht amüsanten Beobachtung führt, daß gerade die Mehrheit der Menschen, die sich an "wissenschaftliche Erkenntnisse" klammert, diesen um Jahrhunderte hinterherhinkt, also sich genau NICHT auf wissenschaftliche Erkenntnisse bezieht, und heute gerade mal bei Newton im 17. Jahrhundert angekommen ist.


*070215*

Frau


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Freitag, 6. Februar 2015

Meinungen eines Gewährsmanns

Ewald Stadler, österreichischer Politiker, in einem Vortrag (der Vortrag selbst: ca. 1 Stunde, danach Diskussion) nach seinen Besuchen im Donbas im März (zur Abstimmung über den Beitritt der Krim) und November 2014, zum Referendum zur Unabhängigkeit des Donbas - als "Neurußland" - in Donezk. Die Gesamtschau, in die Stadler das Problem stellt, mag vielfach bekannt, auch akzeptiert sein, etwa bei vielen Lesern dieses Blog, ist in einem Gesamtbogen mit vielen Details aber recht hörenswert. Der VdZ ist nicht unbedingt ein großer Freund Stadlers, dessen Haken in der Politik der vergangenen Jahrzehnte zumindest bemerkenswert sind, um kräftigere Ausdrücke zu vermeiden.  Stadler ist eben vom Charakter her sehr typischer "Konvertit", ein "Überzeugungstäter". Als solcher ist man eigentlich an sich bereits unkatholisch. Aber das soll hier nicht bewertet werden.

Denn dennoch. Dr VdZ schätzt ihn, wenn auch mit Distanz, als Gewährsmann, und hält viel von dessen persönlichen Eindrücken. Denn den Willen zur Wahrheit kann man Stadler gewiß nicht absprechen. Etwas, das den meisten Berichterstattern zu dem Thema mangelt. Seine Hintergrundsichten sind zum mindesten mit Respekt zu betrachten. Zumindest mehr als von sämtlichen Journalisten oder gar Politikern österreichischer oder sonstiger westlicher Provenienz. Vielleicht ist Stadler sogar die einzige Erscheinung der Politik in Österreich, die das Niveau eines Kindergartens noch um Dimensionen übertrifft, zumindest hier, die sich zum Guten entwickelt. Auch das liegt ja in den Möglichkeiten des Konvertitentums.

Die Glaubwürdigkeit des Berichts Stadlers gründet aber in den Augen des VdZ darauf, daß das, was Stadler erzählt, genau dem entspricht, wie der VdZ eben die Menschen und die Politik, gerade auch die "große" Politik, kennen- und einschätzen gelernt hat. Stadler würdigt dabei sogar Journalisten, auch des ORF, der sicher nicht zu seinen Freunden gehört, sondern ihn wie einen Feind verleumdet und bekämpft.

Und sie wird noch größer, wenn Stadler beschreibt, wie EU-Parlamentarier wirklich sind und handeln. Das kennt der VdZ aus eigener Anschauung mehr als genug.  Das Ausmaß der Inkompetenz und Niedrigkeit der Politik (und, so nebenbei, in der Kirche) ist dem normalen  Menschen gar nicht mehr vorstellbar. Stadler hat einfach recht - da ist  nichts zu erwarten. Die Eliten sind - komplett - Abschaum und Nieten.

Auch wenn jene, die es betrifft, es nicht glauben - die pseudowirkliche Abgehobenheit der meisten Berichterstatter aus westlichen Medien entlarvt ihre "Augenzeugenschaft" bereits im Ansatz als lächerlich, intentional eingeschränkt und unwahrhaftig. Logischerweise weicht das in den westlichen Medien - fast ausnahmslos - aufbereitete Bild von der Ukraine und der Krim völlig den Schilderungen ab, wie sie von Stadler aus Augenschein zu erfahren sind, und die in der Regel klar erkennbare verleumderische Absicht haben. Aber solche Berichte sind wesentlich zur Bewertung der Vorkommnisse, ja selbst der Glaubwürdigkeit von Aussagen etwa Putins. Und wirken auf die Realitätseinschätzung hinter Aussagen westlicher Politiker alles andere als schmeichelhaft zurück. Insofern haben sie allmählich wirklich ... revolutionäre Kraft. Und das schreibt ein ... Reaktionär, wie es der VdZ vermutlich ist. Selbst der Zorn Stadlers, etwa über das politisch motivierte Versagen der OSZE, die er da und dort äußert, kann nur als begründet geteilt werden.








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Recht geht vor Staat

Jeder Staatsbegriff, der nicht davon ausgeht, daß dem Staat an sich das Recht an sich vorausgeht, sondern der Recht aus sich, aus der Macht also, ableitet, führt sich selbst ad absurdum. Denn er konstituiert sich genau nur aus dem Bezug auf seine Funktion als Mittler und Garant des Rechts - nicht der Macht. Carl Schmitt belegt dies in "Der Wert des Staates und die Bedeutung des Einzelnen" außergewöhnlich sauber und klar.

Recht aber hat nur Sinn, wenn es als Norm verstanden wird. Nur darauf also kann sich auch die Legitimität eines Staates beziehen - als Vollzugsorgan des Rechts, und damit jener Norm, die dem Lebensvollzug seiner Bürger, die sich im Staatswillen zusammengefaßt sehen bzw. deren Willen es ist, "Staat" zu sein, selbst zugrunde liegt. So ist das Auffassen des Analogon jeden Rechts - Sittlichkeit - auch zu begreifen. Recht aber ist etwas völlig anderes als Sittlichkeit!²

Deckt sich deshalb der Normenbezug der Bürger nicht mit dem faktischen Rechtssystem eines Staates, verliert der Staat seine Legitimität und Macht, ihm bleibt bestenfalls noch die Gewalt als Gewalt einer machtinteressierten Gruppe.³

Damit ist der Finger auf die Wunde des "Pluralismus" gelegt, auf den heute so manche stolz sind. Denn ist die Normenquelle der Bürger nicht mehr einheitlich, zerfällt auch das Rechtssystem. Weil die Interpretation der Gesetze - die immer auf die Norm hin erfolgen muß, die sie ja zur Durchsetzung bringen soll - ihren einzig möglichen Anhaltspunkt verliert. Damit führt sich religiöser Pluralismus gleichermaßen ad absurdum, weil nur Religion (als Bezug auf das Absolute) diese Norm in Kontinuität verwalten kann.* Denn im Gesetz wird eine in der reinen Norm noch quasi frei seiende Pflicht zum Zwang durch eine weltliche Macht, den Staat, und nur aus jener Norm kann sich dieser Zwang rechtfertigen. 

Was aber, wenn diese Norm in einer Bürgerschaft auseinanderklafft?**

Das war bis in die mittlere Neuzeit noch jedem Herrscher klar. Und darin gründen Leitsätze wie "huius regio cujus religio". Als schon rein faktische Notwendigkeit EINER einheitlichen Religion als Bezugsquelle der Norm, sodaß im Gesetz diese Norm als Verbindlichkeit und Zwang für alle Bürger gilt. Denn es ist nur der Staat, der kraft seiner Macht eine Norm durch Gesetze erzwingen kann, nicht die Norm aus sich. Das sind zwei verschiedene Sphären, die in einem Staat aber zur Deckung kommen müssen, weil sonst die Bürger (oder ein Teil von ihnen) nicht mehr an seiner Legitimität festhalten kann.

In dem Moment auch, wo der Staat seine positive Rechtssetzung rein aus dem Faktischen nimmt, zerstört er deshalb gleichermaßen seine eigene Legitimität, weil seinen Sinn. Recht wird zur reinen Frage der Macht, sich faktisch durchzusetzen. Damit wird jede Rechtssicherheit zerstört, der Staat ist nicht mehr Rechtsstaat.

Seltsamerweise wird dieses so fundamentale Problem des Staates als Rechtsstaat in der Frage der Migration, der Zuwanderung, der Integration, bis heute nicht ernsthaft öffentlich diskutiert. Dabei ist es genau diese Frage, die längst als faktisches Problem aufgetaucht und bekannt ist. In eigenen Rechtsräumen, die sich in deutschen Städten bereits gebildet haben, und die die Autorität des Staates nicht mehr anerkennen, weil (durch den Normenbezug aus anderen Religionen etwa) anerkennen können. Weil sie sich auf unterschiedliche Normengefüge und -quellen beziehen. 

Und sie düpiert den aus christlicher Barmherzigkeit und Anthropologie erwachsenen Grundsatz, daß eine Schuldfrage nicht ohne Heranziehung der Erkenntnis der Normenbedeutung des Beschuldigten gewichtet werden kann.

Fehlt dieser "freiwillige" Normenbezug, so wird das Recht als Gesetz, das sich ja nur auf äußere Handlungen beziehen kann, fast zwangsläufig zur bloßen Rechts- und Gesetzestechnik. Die jene bevorzugt, die diese Technik am skrupellosesten ausreizen.




²Darum irren alle die, die meinen, Recht wäre ein Zweck, wäre dazu da, um die Menschen sittlicher zu machen. Nur von dort her, übrigens, ist deshalb Rechtsetzung und -sprechung sinnvoll zu kritisieren: Vom Begriff und Begreifen von Sittlichkeit, was sich seit der Aufklärung zum "pädagogischen Streit", der viel fundamentaler ist, als die meisten Heutigen es sich vorstellen, entwickelt hat. Ja, die sich meist nicht einmal vorstellen können, daß es hier tatsächlich völlig gegensätzliche, und tief argumentierte Gegenauffassungen gibt. Und deshalb müssen alle jene auch scheitern, und das ist historisch belegbar, die meinen, man könnte die Sittlichkeit eines Volkes durch Gesetze heben. Woraufhin der Staat und das Gesetz in Polizei aufgehen. Denn daraus erwächst automatisch die Sicht der Gesetze, des Staates, als göttlich, und damit die Legitimität von Zwangsmaßnahmen der "Sittlichung". 

Man kann Sittlichkeit - durch falsche Gesetze - allerdings zerstören.

³Diese Gruppe als durch "Mehrheit" legitimierte Plutokratie-Diktatur zu sehen, d. h. aus der Mehrheit gewisser Wählerstimmen auch prinzipiell recht-schaffende (nicht: setzende, oder vollziehende) Kompetenz abzuleiten, ist eine der Errungenschaften der sogenannten modernen Demokratie, in der sich das Recht aus dem Faktischen, nicht aus der Norm ableitet. Übrigens: Eine der Nachwirkungen Hegels, dem das Faktische eines Gegenwärtigen - als "Synthesis" historischer Vernunft=Gott=Seins-Dialektik - zum damit auch Guten, Absoluten gerann.

*Das steht hinter dem Schritt des Staates, eine Religion "anzuerkennen": er muß prüfen, ob sie, die ja nur eine Selbstbehauptung sein kann, mit seinem Rechtssystem und damit der diesem sinngebenden Norm prinzipiell vereinbar ist, und wieweit Ausnahmen, die deren Norm erzwingt, verträglich sind. Er DARF sonst einer Religion ihre freie Ausübung in seinem Rechtsbereich gar nicht zugestehen. Es sei denn, er akzeptiert und verwaltet unterschiedliche Rechtssysteme. 

Was es in Europa bis heute übrigens gibt, wie z. B. in Spanien, wo das alte Grundrecht der Vandalen für bestimmte Bevölkerungsgruppen noch gilt, obwohl es vom allgemeinen Grundrecht Spaniens abweicht. Und wer die frühere Verfaßtheit von Universitäten (speziell bis ins 18. Jhd.), oder heutige Standesgerichte, oder "Tendenzbetriebe" wie die Kirche, oder die Militärgerichtsbarkeit (und noch viele andere Bereiche, bis hin zu Betriebs- und Hausordnungen) betrachtet, trifft auf dieselbe Situation eines mehr oder weniger ausgebauten, parallelen, teilautarken Rechtssystems.

Die Gefahr, der sich ein Staat aber damit aussetzt, ist, daß er zumindest tendentiell seine politische Handlungsfähigkeit (man denke nur an die Außenpolitik) einschränkt, weil er sich in jedem Fall schwächt. Das kann einerseits erwünscht sein (man denke an die Integrität von Familien als Rechtsraum, der heute fast ganz aufgelöst ist), anderseits bedrohlich werden.

Dieses Problem war in der Vergangenheit deshalb manchmal scheinbar kein Problem, weil der Normenbezug aller Staatsbürger, selbst ihre Lebensführung, ursprünglich mehr oder weniger europaweit einheitlich war. (Und man unterschätzt meist die Reisetätigkeit der damaligen Zeiten, das Maß des Austausches, der wechselseitigen Einflußnahme, gehörig.) Das gilt auch für die Kirchenspaltung unter Luther, denn noch jahrhundertelang hielt eine ursprünglich gleiche religiöse, kulturelle Prägung der Menschen. Erst allmählich begann die andere Lehre und Praxis real zu wirken, und heute erkennt man Protestanten und Katholiken an weit mehr, als ihnen lieb sein mag: an der Persönlichkeitswurzel. 

Auch die berühmte Religionstoleranz der KuK-Monarchie beruhte darauf, blieb aber schon nicht ohne Folgen: Die zunehmende innere Schwäche der Monarchie im 19. Jhd., die sie dann 1918 so leicht zerfallen ließ, ist nicht zuletzt auf diesen Pragmatismus zurückzuführen. 

Die Frage stellt sich heute aber weit vehementer, weil der Lebensvollzug auseinandergefallen ist, und hat schon deshalb zu einer weitgehenden Auflösung paralleler Rechtsräume geführt.


**Mit dem Stichwort der Religionsfreiheit, auch in katholischen Dokumenten wie "Lumen Gentium", wird - wie in anderen Bereichen auf exakt dieselbe Weise - deshalb meist Mißbrauch getrieben. Denn zwar ist richtig, daß kein Mensch zu einer Religion gezwungen werden kann, weshalb ihm Freiheit zuzugestehen ist, ja sich Heil ohnehin nur in Freiheit ereignen kann. Aber für einen Staat heißt das noch lange nicht, daß er Menschen anderer Religion auf seinem Staatsgebiet (das nur ein Volksgebiet sein kann) in jedem Fall dulden oder aufnehmen muß. Eine Religion (und damit ein Rechtsempfinden/Normenbezug) KANN gar nicht glauben, daß auch die andere Religion zum Heil führt, sie (es) würde sich damit auflösen. Sie kann diesem nur mehr oder weniger (nicht) im Wege stehen. Aus etwas, das richtig ist, läßt sich noch lange nicht schließen, wie damit zu verfahren ist. Es gibt deshalb kein Staatsvolk ohne konkrete und verbindliche Lebensform. Und solche Form und "alles ist möglich" schließt sich aus. Letzteres gibt es nämlich gar nicht.

Nehme man aber durchaus ein konkretes Beispiel zur weiteren Illustration: Wenn die Türkei sich nun (das Motiv einer Zurüstung als EU-Braut wollen wir hier einmal beiseite lassen) als religionstolerant zu positionieren sucht, steht sie vor einem ganz anderen Problem als Deutschland oder Westeuropa. Denn in der Türkei sind nur noch knapp 0,1 % der Bevölkerung, 30-100.000 insgesamt, verstreut lebend noch dazu, Christen bzw. Nicht-Muslime. Darf man die Vorstellung gemühen bei der Frage, was oin der Türkei passieren würde, wenn eine Auswanderungsbewegung nach Antalya binnen 20 Jahren 4 Millionen deutsche Christen dorthin verbrächte, die den Anspruch erheben, sich vom Land zu ernähren, und 800 Kirchen (alleine im Rhein-Ruhr-Gebiet gibt es über 800 Moscheen) bauten?

In Deutschland aber leben alleine in Berlin Kreuzberg oder in Wien Favoriten MEHR (vorwiegend türkische) Muslime, als Christen in der Türkei. Mit eigenen Rechtsräumen, die - unter Duldung! - das staatliche Rechtssystem nicht anerkennen. Die Türkei muß niemals fürchten, daß Christen ihre Kultur und ihr Rechtssystem umprägen. Da läßt sich leicht großzügig sein, indem man auf das Abschlachten der letzten Christen verzichtet und ihnen sogar einen Kirchenneubau gestattet. In Deutschland und Österreich aber sind Muslime (bzw. türkische Muslime) eine hochrelevante Bevölkerungsgruppe von Kulturrelevanz geworden, mit 6-10 % der Bevölkerung (eine exakte Erhebung ist schwierig, weil es keine quasi islamische Kirche gibt.) Da stellt sich das Problem völlig anders. Und es ist menschenverachtend, nämlich: die Muslime in ihrem wie bei jeder Kultur: religiös motivierten Kulturwillen verachtend, das NICHT so zu sehen.  




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Donnerstag, 5. Februar 2015

Auf dem Weg zur Hölle auf Erden (2)

Teil 2) Gendersprache löst das Denken auf & Anmerkungen




Nur wer weiß, daß es eine Idee der Leiter gibt, sieht mehr als Stangen und viele Vierecke. Diese Idee aber ist nicht vom Menschen "erfunden", sondern sie ist reale Transzendenzerfahrung, sie baut sich aus seinem Namen auf, sie ist gegeben. Denn die Dinge selbst sind nie sichtbar.

Wo die Sprache aber untauglich (weil unbestimmt) wird, wird die Vernunft also unmöglich, weil unhaltbar, sodaß sich auch das Gewissen verflüchtigt, ungreifbar wird. Wo aber keine Vernunft besteht, herrscht Hölle - Unmöglichkeit zu verstehen, oder verstanden zu werden. Ein Volk, das seine Sprache verliert, ist also auf dem Weg zur Hölle auf Erden. Versklavt von den Bösen, die nach Willkür ... Sprache und damit das Denken erfinden und verwenden, damit skrupellos herrschen, weil es keine Wahrheit mehr gibt. Die Menschen fallen ins Nichts, unfähig gemacht, sich noch in einer Identität zu halten, weil ihr Gedächtnis zerstört ist - die Erzählung, die die Sprache selbst ist, in der sie in Analogie das Sein, das Wort, den Sinn mitführt.

Wird dieser Sinn relativiert, so gibt es überhaupt kein Wissen mehr. Und damit fällt die gesamte Welt ins Sinnlose, das Ich bzw. das Selbst als dessen Konkretion löst sich auf. Weil aber das Materiale der Erkenntnis sich in der Sprache befindet, wird eine Sprache, die ihre Begriffe ins Begrifflose schiebt, nicht mehr Hilfmittel der Erkenntis - es folgt Erkenntnislosigkeit, und damit Unfreiheit. (Diese Gedanken ganz auszuführen würde hier jeden Platz - und gewiß des Lesers Geduld - sprengen.) So, wie Freiheit des Menschen also in der Sprache liegt, liegt dort seine Unfreiheit. Jeder Totalitarismus hat immer noch mit größter Energie den Sprachgebrauch, die Begrifflichkeit geregelt. Das Ich (und das Selbst) des Menschen ist Wort!

Mit dem Spracherwerb nimmt der junge Mensch also den Geist wie in einem Archiv auf. Die Sprache ist ihm Anhalte und Maßstab, und damit Richtschnur des Denkens. Als komplexes Gebilde, in dem eins aufs andere aufgebaut wurde. Jede Sprache läßt sich nämlich auf ein Wort zurückführen. (Deshalb ist "Frau" eine Ableitung aus "Mann", aus "Mensch" - Menschin.) Somit drückt sich in jeder Sprache auch eine Weltursprungserzählung aus, und damit bildet sie Identität. Selbst das Urteilskonstrukt, aus dem heraus Gendering seine Kriterien bezieht und sich zum Handeln bem´üßigt fühlt, stammt also aus diesem Wertgefüge. Es könnte unter seinen eigenen Bedingungen gar nicht existieren! Weil es nicht mehr differenzieren - Begriffe bilden - könnte.

Geist ist nicht und niemals aus Materie ableitbar. Das ist notwendige Annahme aus einem logischen Beweisgang, kein willkürliches Postulat. Johannes Pöltner (und bei weitem nicht nur er) hat nachgewiesen, daß nach logischen Gesichtspunkten die Evolutionäre Erkenntnistheorie, die dies behauptet (worauf sich auch die Gendertheorie bezieht), ein logischer Widerspruch, ein Zirkelschluß (in bester Schule Hegels) ist. Und gerade die Gendertheorie bezieht sich doch auf Logik?!

Der Mensch stammt also aus dem gegebenen Namen. Denn es ist der Name, mit dem ein Mensch GERUFEN wird. Jedes Wort bezieht sich dann darauf, und drückt die Beziehung zu einem anderen eigenschaftlichen, bewegten Sein (Seienden) aus. Ein Vorgang, der nur in Gehorsam, in genauem Hören möglich ist, weil die Welt dem menschlichen Erkennen voraus geht. Sprache kann also nur aus dem Hören entstehen. Und deshalb muß sie weitergegeben werden. Kein Mensch spricht "aus sich", er würde nie mehr als lallen.**

Der Mensch aber der meint, er könne aus sich heraus, willkürlich Begriffe entwerfen, müßte sich in den Zustand des Schauens versetzen, um so im Begriff das Wort selbst zu feiern. Ein Zustand, der uns aber unmöglich ist. Aber genau die Verstiegenheit dieser Selbstüberhebung herrscht heute bereits. Und er hat jene erfaßt die meinen, sie hätten das Recht, die Grundlagen des Menschseins neu zu erfinden.

Wir haben nur einen Trost: Die dramatischen Auswirkungen (denn: wer wird das rückgängig machen? lächerlich, das von einer heutigen politischen Kraft anzunehmen) werden kaum noch registriert werden. Weil ein debil gemachtes Volk sie gar nicht mehr sehen wird.



²"Dieser Arzt ist Ärztin, dieser Arzt ein männlicher (sic!) Arzt" ist ein sinnvoller deutscher Satz. "Diese/r Arzt/Ärtzin ist ein Arzt, diese/r Arzt/Ärztin ist eine Ärztin" ist hingegen Tautologie, und kennt vor allem keine Idee des Arztes, der beide Geschlechter unterliegen.

*Sind doch auch sämtliche "Fachleute" überfordert. Als der VdZ vor mittlerweile 20 Jahren als Diözesansekretär Briefe an fünf Universitätsdozenten für Deutsch richtete mit der Bitte, die fachwissenschaftliche Sicht auf den in der Kirche (!) bereits damals in Entfaltung begriffenen Genderismus mitzuteilen, waren die Antworten, ausnahmslos, in ihrer Inhalts- weil Ahnungslosigkeit (neben dder moralischen Beflissenheit) erschütternde Menetekel. 

**Weshalb der Taubgeborene nicht sprechen, und damit auch nicht denken kann. Und kann er nicht denken, kann er kein Selbst aufbauen, er existiert gewissermaßen als Mensch gar nicht. Er kann nur Abläufe nachahmen bzw. ineinander schachteln, was solcherart Beschädigte scheinbar mit Begabungen segnet, die etwa in mathematischen Aufgaben zum Vorschein kommen. Daraus Vernunft - oder gar "Hochbegabung" - zu schließen ist aber ein grotesker Fehler. Denken kann dieser Mensch erst, wenn er die Welt mittels anderer Symbole begreifen kann - wie in der Zeichensprache - um sie so später, entwickelter, im Nachahmen der Mundbewegungen zur Sprache zu bringen. Enthält man ihm die Zeichensprache, die Symbolik also, vor, wird er zwangsläufig debil. Wenn er später, als Herangewachsener, auch noch ein wenig nachholen kann, so fehlt ihm eine unaufholbare Basis: sein Verhältnis zur Sprache, und damit sein Selbstverhältnis, ist anders, kann nur noch willkürlich sein. Der VdZ weist darauf hin, daß mit bestimmten heute modernen "Reparaturmaßnahmen" der Taubheit - etwa dem Cochlea-Implantat - unter abstrusesten technizistisch-mechanistischen Vorstellungen menschlichen Hörvorgangs und Geistes, schwerste Verbrechen an taubgeborenen Kindern passieren. Denn dem Hören geht das Bild des Gehörten - das erst so zum Gehörten wird - voran, und das gründet im "begreifenden" Geist des Menschen, in seinem Bewegungsbild. 




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Frau


Gesehen auf everyday_i_show





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Mittwoch, 4. Februar 2015

Auf dem Weg zur Hölle auf Erden (1)

Versuch über die kulturzerstörerischen Auswirkungen des Sprach-Gendering



Wie erst jetzt in der Öffentlichkeit diskutiert wird, wurde spätestens letzten Herbst an allen Grundschulen Österreichs die gendergerechte Sprache eingeführt. Da liest man dann etwa Folgendes, schreibt die Presse:

„Arbeitet zu zweit“, heißt es in einem Deutschbuch: „Eine/r ist Zuhörer/in, der/die andere ist Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen.“

Nun geht es bei dieser Angelegenheit ja nicht um Absurditäten der Praktikabilität. Die sind nur noch (wenn auch vielsagender) Ausdruck, und eigentlich sekundär. Es geht um viel mehr.

Wer die Sprache anfaßt, faßt den geistigen Raum eines Volkes, das sich dieser Sprache bedient, an. Weil die Sprache direkt das Denken - und damit das Wesentlichere: Das Denken HINTER dem Denken, die Sprache HINTER der Sprache - anfaßt. Wird wie in diesem Fall die Begrifflichkeit aufgelöst, weil unbestimmt (und das Gemeinte unbestimmbar, also im Denken weil in der Sprache nicht vorhanden), nimmt man dem Denken jeden Boden. Gendersprache greift also direkt das Denken an, und es zerstört es, weil es seine Begriffe zerstört hat.

Dahinter muß direkte böse Absicht - in schizoider Infamie als "Gute Tat" maskiert - vermutet werden, und der VdZ hat auch stets die Erfahrung gemacht, daß Anhänger des Gendering nicht nur unfähig zum Denken sind, sondern auch böse.

Bereits die sogenannte Rechtschreibreform hat ja längst gezeigt, was diese Art der Sprachwillkür bewirkt, die den Kern jeder Grammatik auflöst: der nämlich in der geistigen Struktur liegt. Grammatik ist keine willkürliche Erfindung, oder pragmatische Einführung, sondern Ausdrück der Wirklichkeit, die jeder Sprache zugrunde liegt, und der Stellung der Menschen dazu. Aus der sich groteskerweise auch jener theoretische Unterbau, unter anderem, ergab, der Gendersprache überhaupt erst denkbar machte. 

Die Verwirrung, die mittlerweile angerichtet wurde, und zwar in direktem Zusammenhang, ist ohnehin längst manifest: Das Vermögen der Schulabgänger, sich auch nur halbwegs in der deutschen Sprache auszudrücken, spottet jeder Beschreibung. Samt einem enormen Anteil an funktionalen Analphabeten, die zwar formell Buchstaben "kennen", also "lesen" können, aber den Sinn eines Textes nicht mehr verstehen.

Nun aber geht man noch einen Schritt weiter. Denn dieser Schritt greift direkt die Wahrheitsfähigkeit des Menschen an. Das ist auch die Absicht jener Minderheit, die zu den schlimmsten Methoden des Totalitarismus greift.

Und niemand bietet Gegenwehr. Denn das vom einfachen Volk zu verlangen, das die Unrichtigkeit zwar spürt, aber nicht benennen kann (Sprache! Denken!), ist nicht möglich.* Vielmehr müßten sich sämtliche Geistesarbeiter, Künstler und Kirchen vehement dagegen auflehnen, denn hier geht es um ihre eigene Basis.

Wäre ihnen allen die Wahrheit nicht ohnehin bereits längst gleichgültig. Weil sie zu beschäftigt damit sind, "gut" zu sein.

Als Kind nimmt der Mensch Hörbild (Symbol) und Ding in eins. Es kann sich dazu noch nicht verhalten. Darauf baut dann sein späteres Entwickeln des Geistigen auf, die Vernunft. Allmählich lernt das Kind, sich zu diesen Symbolen zu verhalten, und sie zu gebrauchen. Die Sprache stammt also aus einem ursprünglichen Ineinssetzen von Wort und Ding. Ist dieses Wort unklar, weil es genau das verweigert, auf das sich der Begriff bezieht (DER ARZT = der/die Ärzt/in usw. usf.) wird ihm eine Unbestimmtheit vermittelt, die ihm kein Weiterbauen seines Denkens ermöglicht. Bestenfalls ein "weiterfühlen", das aber diffus und vor allem situationsrelativ ist, und nie Boden eines Persönlichkeit sein kann. Die Welt zerfließt solchem Menschen regelrecht.

Der Erwachsene also kann sich gegen Gendersprache noch irgendwie wehren, wenn auch nicht auf Dauer, nicht wenn sie lückenlos ist. Sie wird dann auch ihn neurotisieren. Denn er kann sich dazu verhalten. Das Kind, der Jugendliche aber können sich noch nicht dazu verhalten. Weshalb bisher mit jedem Geburtenjahrgang neu das "alte" Mann-Frau-Polarität neu auflebte. Die ist den Genderirren aber ein Dorn im Auge. Denn beim Erwachsenen können sie kaum noch wirken. Der Erwachsene hat ein entwickeltes Abstraktionsvermögen, er kann zwichen zeichen und Ausdruck bereits unterscheiden, auch wenn es form (hier greifen auch die Praktischen Einwände gegen das Sprach-Gendering) wie inhaltlich (auf Dauer) schwierig ist. Das kann das Kind aber noch nicht, und auch noch nicht der Jugendliche. Also greifen Genderideologen so weit wie möglich in die Kindheit.

Es ist überhaupt kein Zufall, daß einer der bösesten und geistlosesten Menschen, die in Österreich jemals in hohen politischen Funktionen tätig war, die Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, an der Schwelle solcher Eingriffe steht.

Die sich ganz konkret auf eines richten: Auf die Idee. Denn "der Arzt" ist die Idee, die die Materia formiert, die sich im konkreten Menschen dann zur weiter spezifizierten Individualform baut.²

Hinter der Gendersprachen-Ideologie steckt also eine konkrete, substantielle, aktualistische Anti-Metaphysik, und keineswegs eine "gute" Absicht. Die das von jedem erfahrene, erfahrbare Weltgefüge nicht mehr kennt. Denn dieses ist ein Verhältnis von Idee zu Vereinzeltheit. Letztere bezieht aber ihr Sein aus dem Ersteren, nicht umgekehrt. Der Erkenntnis stehen nur Allgemeinbilder bzw. -ideen zur Verfügung, sonst kann sie auch Einzelnes gar nicht erkennen.


Morgen Teil 2) Gendersprache löst das Denken auf  & Anmerkungen




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Die Unausweichlichkeit von 1914

Wenn Jörn Leonhard in "Die Büchse der Pandora" auch recht gut nachvollziehbar macht, und das auch auf den Punkt einiger Sätze bringt, daß sich der Krieg 1914 aus einer allmählichen Eigenlogik heraus vorbereitete, in dem sich die Handlungsspielräume der Einzelnen mehr und mehr verengten, so kann ihm der VdZ doch nicht darin zustimmen, daß der Krieg nicht "notwendig" gewesen wäre. Im Gegenteil sieht der VdZ mehr und mehr die Welt auf diesen Krieg zusteuern. Und zwar aus der Eigendynamik heraus, die Systeme annehmen. Auch wenn sie, wie die Welt seit 1815, so sehr auf Harmonisierung angelegt waren. Diese Harmonie aber war der ständigen Expansion geschuldet. Die Konflikte wurden auf Nebenschauplätze ausgelagert, und dort wurden jene Spannungen zur Entladung gebracht, Interessensprobleme in Europa scheinbar ausgeglichen, die einen großen Konflikt am Kontinent verhindern konnten. Bis 1914.

Das ist auch das, was sich auf die Gegenwart als Erkenntnis übertragen läßt. Denn es ist auch für viele andere politische Entwicklungen aussagbar, ja überhaupt für Lebensdinge. Und nicht zuletzt trifft es für die Gegenwart zu. Logische Systeme entwickeln sich zu Anfang noch relativ breit, bis sie sich aus eben dieser fortgeführten Logik mehr und mehr verjüngen. 

Anfangs waren die Konflikte in Europa noch auf viele Nebenäste auszubreiten. Aber das ist keine unendliche Möglichkeit. Zwangsläufig reduzierten diese sich auf immer weniger Hauptstränge, die aber auch immer bedeutendere Grundfragen berührten. Bis schließlich alles auf die Frage hinauslief, wer zuerst den Krieg anfängt. 

Wenn Leonhard also schreibt, daß keine Entwicklung zu 1914 zwangsläufig war, so stimmt der VdZ ihm da nur bedingt zu. Denn die logischen Optionen haben sich immer mehr reduziert, und sind schließlich zur Grundfrage um die Existenz der Staaten gelangt. Sie haben sich also nicht nur reduziert, sondern diese Reduktion war ein Ausläutern des Wesentlichen. Sodaß ein Aufdröseln der Entscheidungsknotenpunkte 1914 auf wieder breitere Nebenäste, hinter denen sich die Hauptfragen verdrängen ließen, nicht mehr wirklich möglich waren, weil die Wucht des Wesentlichen bereits unübersteigbar geworden war. 

Es sieht nur in einer rückblickenden Außenposition so aus, als wären auch 1914 noch Auswege gewesen. Die aber dem Sein zu wenig Raum und Gewicht gibt, und alles in Funktion aufgelöst hat, wofür im übrigen bereits eine Vorentscheidung über das Sein notwendig bzw. solchem Denken immanent ist. Erst der heutige Mensch, der (seins-)schwache, unschöpferische Mensch, dem das Sein prinzipiell zum existentiellen Druck wird, dem er zu entfliehen sucht, denkt so. Und hält die Vermeidung von Schmerz selbst schon für ein substantielles Gut, dem er die Gestalt jederzeit zu opfern bereit ist. Aber - das Gut liegt eben in der Gestalt selbst, das heißt: an ihrem Grund, oft schwer zu finden, weil verdeckt, verbogen, unkenntlich. Aber die ist zu suchen, und sie ist die Referenzstelle, auf die hin sich Gutsein bezieht. Nicht einfach in einer abstrahierten Idee von Gut und Gutsein, die einfach mal so auf das Konkrete auch verzichten kann.

Im Klartext: So kann man nur denken, wenn man die reale Bedeutung des Staates und der Staatsidee unterschätzt oder gar nicht (mehr) kennt. Wie es heute bedauerlicherweise ja der Fall ist. Denn es ist nicht der Bürger, der den Staat macht - es ist der Staat, der den Bürger macht. Das ist zwar "nur" ein Vorrang der Ideen, denn real ist beides ein untrennbares Ganzes, aber die reale Bedeutung und Rangordnung von Ideen (die man nicht mit "Ideologie" verwechseln darf!) ist an den ganz konkret werdenden Wirkungen erkennbar.

Man ist also nicht unabsichtlich in den Krieg "gestolpert", nur weil man die Gesamtkonsequenzen nicht absehen konnte. Es gab diese unausweichliche Logik in der Wurzel des Seins. Man hat ihr nur hundert Jahre lang auszuweichen versucht. Und dabei aber die Energie der Entladung aus Grundfragen immer weiter erhöht, weil man in gewisser Weise mit der Summe der Faktoren auch die Quantität der Hauptentladung vorbereitet hat, in der diese zusammengeflossen sind.

Das ist auch die Lehre, die sich für heute ziehen läßt, und die dringend gezogen werden müßte. Und die in Jörn Leonhard's "Die Büchse der Pandora" recht gut herausgearbeitet wird, wenn man es denn über Leonhard hinaus zu lesen versteht. Denn auch heute schiebt Politik (und Wirtschaftspolitik, um das noch herauszugreifen) das Prinzipielle weg, das Substantielle, um gewisse Funktion - als Schmerzvermeidung - aufrechtzuhalten.

Deshalb führt auch die Frage zu nichts, ob denn die einzelnen Mächte und Beteiligten Krieg explizit gewollt hätten oder nicht. Das ist ohne Aussagekraft, schon gar in Medien-Landschaften, unter der hohen Bedeutung von Propaganda für formale Entscheidungen und Machtverhältnisse. Heute würde jeder Politiker der Welt diese Frage mit "nein" beantworten, sonst ist er seinen Job los. Von Krieg als Handlungsoption wagt heute doch niemand mehr zu sprechen. Er würde augenblicklich moralisch desavouiert, in einem "shitstorm" ungekannten Ausmaßes erledigt. Also lügen alle, oder reden wegen des Denkverbots, bis hin zum Papst, von Dingen, die sie gar nicht mehr durchgedacht haben, Hauptsache man folgt der "öffentlichen Moral". Pastoral geht auch in der Politik vor Inhalt.

Ex factis, non ex dictis amici pensandi! Wichtig ist nicht irgendeine Äußerung, die hat meist höchstens abgeleitete Bedeutung. Wichtig ist die wirkliche Wirklichkeit einer Situation, um richtige Entscheidungen zu treffen.²

Übrigens war auch die Überraschung über die die gesamte Staatenwelt erschütternde Wucht, in der sich moderne Kriege nun entluden - schon alleine durch Waffentechnik, und wie erst durch die Millionenheere, die nun aufgeboten werden konnten, anders als früher - nur schwach entschuldigend. Denn in einigen Konflikten zuvor hat sich bereits angedeutet, was moderner Krieg, der eine derartige Zusammenballung von Technik und Massen- bzw. Volksheeren brachte, bedeuten würde. Und es gab ja einige, die es klar gesehen haben. Nur glaubte es niemand so richtig. Aber Menetekel waren bereits der Amerikanische Bürgerkrieg 1861/65, der auf einen Vernichtungskrieg von Völkern hinauslief, und sogar der Balkankrieg 1912/13, der definitiv zeigte, was Volkskriege mit diesen technischen Mitteln bedeuteten. Was 1914/18*, ja 1939/45 nur noch in größerem Umfang abrollte.

Die Frage nach "Schuld" ist dabei völlig ohne Relevanz. Denn so zu fragen ist bereits eine Hinzufügung der späteren Zeit, bzw. war eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, um es so zu sagen. Sie geht nämlich von einer grundsätzlichen Unmoral eines Krieges aus, sodaß die Frage nach dem Anfang scheinbare Bedeutung bekommt. Speziell die Amerikaner haben diese Denkweise entwickelt, weil sie keinen wirklichen politischen Grund für einen Kriegseintritt nach auch in den USA herrschender Auffassung über das Völkerrecht hatten (in dem jeder Staat ein Recht auf Krieg hat). Denn ein vom Staat her gesehen politisches Interesse hatten sie nicht.

So haben sie ihn durch die Einführung "universaler Werte" psychologisch gerechtfertigt, deretwegen alleine Krieg gerecht sein könne, und damit das Völkerrecht um- bzw. neu gedeutet. Darin hatten sie ja Übung. Weil sie es schon bei der Revolution 1776, und eben im Bürgerkrieg 1861 ebenso gemacht haben. Denn ein Staat, der aus einer Revolution - als Abspaltung also - hervorgeht, hat eine bereits prinzipielle Rechtfertigungs- und Daseinsschwäche, trägt einen Widerspruch in sich. Aus reinem Staats- und Rechtsdenken läßt er sich nicht mehr ableiten. (Siehe unter anderem die Überlegungen von Carl Schmitt dazu.) Er braucht eine darüber hinausgehende, absolute, und damit religiöse "Sendung".**

Aber nicht Krieg ist unmoralisch, oder ungerecht, sondern nur die Art, wie man ihn im Einzelnen, ja im sehr Konkreten führt.



²Und hier muß man Österreich ganz klare Vorwürfe wegen unzähliger Versäumnisse und Fehler das gesamte 19. Jahrhundert hindurch machen. Beginnend mit der Zurücklegung der römischen Kaiserkrone 1804/06. Damit schon ist der Kontinent instabil geworden, bis er 1914 implodiert ist. Selbst die EU ist nichts anders als der dilettantische Versuch, das seither verloren gegangene Ordnungsprinzip wieder zu etablieren.

*Man unterschätzt ja die Betroffenheit der Zivilbevölkerung, noch immer. Alleine die im Deutschen Reich hungers Gestorbenen, direkte, zivile Opfer der britischen Seeblockade, werden auf 800.000 geschätzt. So viele, wie im Bombenkrieg 25 Jahre später. Für Österreich gilt Ähnliches, dessen Seehäfen an der Adria durch Frankreich abgesperrt waren. Beide Länder waren aber schon zuvor auf Nahrungsmittelimporte angewiesen.

**Daraus erklärt sich die affirmative Nähe USA - England. Mit Kulturäquivalenzen ist das längst nicht erklärt. Die Amerikaner haben ein prinzipielles und unlösbares Schuldproblem England (und Europa) gegenüber, denn ihre Sendung stammt nicht aus jener Sphäre, der Politik, auf die sie sich bezieht. Sie hätten von England (etwa) initiatorisch (nicht wie später, unter Zwang) freiGESPROCHEN werden müssen, um einen legitimen Staatsgrund zu haben. Ein Problem vieler Staaten, im übrigen, auch das von Deutschland, und in seinen realen Wirkungen praktisch immer unterschätzt. Denn diese Staaten können dann nur zwischen Selbstauflösung und Nationalismus pendeln, einen Mittelweg der Gelassenheit, der Seinsruhe, gibt es nicht. Hier hilft auch nicht die Zeit. Wenn, dann kann es nur zu einer "sanatio ex radice" kommen. Dazu aber braucht es eben dieses Initium aus dem Göttlichen. Und um nichts anderes ringen ja die Amerikaner so deutlich - in ihrer Berufung auf göttliches Recht. Denn Recht (und damit Staat als Rechtsstaat) kann es nur von Gott her geben. Die psychologische Situation eines Volkes gerade in republikanischen Demokratien beweist es täglich. Keine Gruppierung, die um Macht buhlt, die sich nicht auf absolutes Recht bezöge.




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Dienstag, 3. Februar 2015

Methodik des Mißbrauchs

Hier, nimm das Auto.
Ich will kein Auto.
Willst Du rot oder grüne Innenausstattung?
Ich will kein Auto.
gefällt die ein Ledersitz besser als ein grüner Textilsitz?
Ich will ...
Na, was gefällt Dir besser? Leder?
Ja, Leder.
Und das Lenkrad in Holz, ist das nicht toll?
Ja, es ist toll, aber ...
Man sagt, daß es bei Unfällen gefährlich ist. Bist Du auch der Meinung, daß Holzlenkräder bei Unfällen gefährlich sind? Wir beschließen ein Gesetz, das es verbietet.
Sicher, Kunststofflenkräder sind bei Unfällen unproblematischer.
Bist Du nicht für Sicherheit, für Lebensschonung?
Ja, sicher.
Hier ist das Auto, sieht nur die Ausstattung! Wie sind die Sitze?
Leder.
Siehst Du, das ist jetzt Dein Auto.
Aber ich habe doch nur ...
Und alles ist so, wie Du es ausgesucht hast.

Und fortan wird nur noch über Leder- oder Textilsitze diskutiert.

Die Grundentscheidung liegt aber woanders. Sie mit gefällt zu haben, wird dann unterschoben, indem das Sprechen auf eine andere Ebene gehoben wird - von der bloßen formellen Sprache wird (beliebig, für das Gegenüber nicht festmachbar) zur eigentlichen Sprache (die ein Sprechen vom hinter dem Sprechen sich Aussprechenden ist) gewechselt.

Das funktioniert beim TTIP derzeit genau so: Als sich voriges Jahr an einem Detail - Unternehmen sollten Staaten vor ordentliche Gerichte ziehen könne, wenn sie den Wettbewerb einschränken - das Thema entzündete, und sofort zum Grundsatzthema wurde, schwenkte man um. DIESE Regelung soll ja nun verhindert werden, versprachen die Politiker. Und nun hat die EU auch erstmals einen Teil der Verhandlungspunkte öffentlich gemacht (im Netz abrufbar). Um die diffusen Ängste der Menschen auszutrocknen.

Aber das ist eine Täuschung, eine Täuschung durch Ablenkung vom eigentlichen Thema, das damit elegant vermieden wird. Denn über den Grundsatz selbst - ob eine solche Freihandelszone sinnvoll ist oder nicht - wird überhaupt nicht diskutiert. Das scheint sogar längst beschlossene Sache, als ginge es nur noch um den modus vivendi. Also hat man dafür gesorgt, daß zukünftig nur noch über Vertragsdetails diskutiert werden wird. Dafür sind alle zufrieden, daß einige Lebensmittelmarken geschützt werden sollen, und es kein Chlorhuhn geben wird. Und die Frage wird zum Schluß lauten: Hat man nicht alles berücksichtigt, was die Menschen wollten?

So manipuliert man die Menschen? Nein. So mißbraucht man sie. Denn dieses Vorgehen ist eben das Vorgehen eines Mißbrauchers, der die Zustimmung zu einer eigentlich irrelevanten Teilfrage - denn es geht ja um etwas viel Grundsätzlicheres - zum Hauptentscheidungsprozeß umbenennt. Auch mit dem TTIP werden ganz andere Grundsatzfragen entschieden als Teilfragen wie Chorhuhn oder Markennamen für Thüringer Bratwurst, die in Chicago hergestellt etwas anders heißen muß wie die aus der Schlachterei in Erfurt.

Die Ängste aber, das Unbehagen, bleiben. Denn das die Welt Bewegende ist das Sein, der Geist. Wort, das aber zum Wort kommen muß. Bleiben die wirklichen Seinsfragen, die Hauptfragen unbenannt, werden sie zur diffusen Wirkkraft, die sich ganz andere Betätigungsfelder wählen muß. Die aus dem auswählt, was benannt werden kann. Nur darauf kann sich Wille bewußt richten. Und plötzlich tauchen durchaus fragwürdige Bewegungen auf, die aber eigentlich etwas anderes meinen, das das Eigentliche ist, das sie mitführen, das sie aber nicht zum Ausdruck bringen können.

Doch in einem täuschen sich die Mißbraucher. Zwar gelingt es ihnen, das Bewußtsein abzulenken, fehlzuleiten. Aber die ontologische Kraft selbst, die aus dem Ich kommt (das aber erst zum Selbst werden muß), wendet sich an das, was ihr fundamental entgegensteht. Sie sucht nur andere Wege.

Es ist wie im Verkauf: Das eigentliche Motiv, um das es dem Käufer geht, liegt zwei oder sogar drei Antwortschichten unter dem zuerst genannten. Fehl geht DER (Verkäufer), der sich an die erste Schichte klammert und meint, den Kunden darauf festnageln zu können. Und wenn es ihm doch gelingt, auf dieser ersten Sprechbasis die Unterschrift zu erspielen, wird er es in den allermeisten Fällen (denn es gibt natürlich solche, aber nur sehr wenige, die bewußt genug sind, um die eigentliche Basis bereits auf der Zunge zu tragen) mit auf seltsame Weise unzufriedenen Kunden zu tun haben. Die etwa über ein Detail streiten, in das sie all jene prinzipiellere Kraft legen, die sie aber nicht begrifflich fassen konnten. 

Oder: wollten. Weil das, was sie eigentlich wollten, jenem Moralcodex nicht entspricht, der das Wesen der Sprache - die ein Allgemeinwesen ist - autoritativ kennzeichnet. Niemand gibt zu, betrügen zu wollen. Niemand gibt aber auch zu, gegen einen offiziellen, nominalen, per Definition inhaltlich festgelegten Wert verstoßen zu wollen. 

Im wesentlichen heißt das: gegen die "Gutheit", die in bestimmten Verhaltensweisen spezifiziert ist. "Leder oder Textil? Leder? Du bist also für die grausame Massentötung vom Aussterben bedrohter Aligatoren?" "Schutz der Identität? Du bist also für die Diskriminierung von Zuwanderern und das Ertrinkenlassen der Boatpeople vor Sizilien?" "Du findest ein Papstwort falsch? Damit stellst Du Dich außerhalb von Kirche und Heil!"

Der sicherste Weg übrigens, um Gutheit und Sittlichkeit zu verhindern.*

Die eigentlichen, die ontologischen Bewegungen unter, hinter aller Sprache zu erkennen, im Begreifen, im Benennen, darum geht es. Und erst daran entscheidet sich Sittlichkeit, und damit: Freiheit. Sein, das der Mißbraucher eben methodisch ignoriert.

Deshalb ist Mißtrauen hoch berechtigt, sobald man mit dieser Methodik konfrontiert wird. Denn es verbirgt sich dahinter eine nicht benannt werden sollende Absicht, das Sein, vor dem man sich aber fürchtet, weil es die Absichten durch Freiheit des anderen zerschlagen könnte.


*Wenn auch, umgekehrt, noch lange keine Garantie, daß man die eigene Freiheit besitzt. Aber außerhalb von Freiheit und Verantwortung (und damit Wahrheit) gibt es erst gar keinen Weg ZUR Sittlichkeit. Für den Erwachsenen, wohlgemerkt. 

Das Freiheitsproblem bei zu Erziehenden stellt sich ja  anders. Denn Erziehung heißt: Erziehung zur (möglichen) Freiheit hin (die ein Akt der Selbstbestimmtheit in Vernunft ist), sodaß der Weg zum Erwachsenen einer des allmählichen Vorbereitens auf die einmal mögliche Freiheit (die in Wirklichkeit ja freier Gehorsam dem Sein gegenüber ist) sein sollte. Denn das Baby, der Jugendliche - sie sind NOCH nicht frei. Erziehung kann Freiheit auch nicht "machen", sie darf sie aber nicht verhindern, sondern muß auf die Selbstergreifung in Allmählichkeit hinlenken. Mit klaren - gegenüberstehende Objekte späterer Entscheidung! - Ver- und Geboten, deshalb auch mit Strafen. (Der Geisteskranke, der psychisch Gestörte, ist u. U. ja nie frei.) Edukanden zu führen heißt, sie zur Freiheit bereit machen, die sie dann bei ausreichender Kenntnis der Seinskonturen der Welt (=Wahrheit) ausüben können. Von der Körperbestimmtheit, der Bestimmtheit durch das Einzelne (auch sinnlich solange noch Dominante) weg - hin zum Logos, zum Sinn in der Ordnung des Gesamten (=Vernunft). 

Weshalb erst der alte, erfahrene Mensch die menschliche Freiheit in voller Dimension kennt - der das Leben kennt, dem der Alltag nichts formal (!) "Neues" mehr bringt, der in gewisse Weise "lebenssatt" ist.

Diese Befähigung kann erstens überhaupt erst bei völliger Ausdifferenzierung zum Menschen (Körperwachstum etc.) - als Erwachsener, auch, ja vor allem in den sozialen Umfeldern - der Fall sein, und ist zweitens aber auch als Erwachsener eine immer gefährdete Frucht, die tägliche Einbindung des je Neuen, Einzelnen, ins Sein, das Ganze (Eine) verlangt. Freiheit (Sittlichkeit) die nicht ständig neu erworben wird, weicht der Unfreiheit. (Weshalb christliche Lebensordnung auch täglich-abendliches "Nach"denken, Ordnen der Tageserfahrungen, Sehen des Wirklichen im Vergleich zum Faktischen (Gewissenserforschung) braucht.)




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Bologna II

Über die Bildungsexplosion. Paul Pizzera.







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Montag, 2. Februar 2015

Ein alter Hut

Der Film (51 min.; englisch) ist zwar schon aus dem Jahr 1988, aber das tut der Sache keinen Abbruch, und ist ganz offensichtlich irrelevant. Er geht aber auf ganz erstaunlich klare Weise den Argumente nach, die da behaupten, es gäbe eine globale Erwärmung, oder einen Anstieg der Meere, etc. etc. Das macht ihn durchaus sehenswert. 

Die Kernargumente haben sich nämlich nicht geändert, und sie stammen von Wissenschaftlern selbst: Aus wissenschaftlichem Gesichtspunkt gibt es nicht den geringsten Hinweis einerseits auf Erwärmung, anderseits auf Folgen wie einen Anstieg des Meeresspiegels. Solche Aussagen liegen jenseits aller Wissenschaftlichkeit. Das Aktuelle des Films macht auch aus, daß er die sehr relativen Methoden beschreibt, nach denen dann Aussagen und Interpretationen erfolgen. Es gibt weder wissenschaftlich zu bezeichnende Evidenz für den Treibhauseffekt, noch für Klimaerwärmung.

Oder, wie es ein Nobelpreisträger einmal ausdrückte: Wie verstehen nach wie vor nicht, wie Klima und Wetter wirklich entsteht. Seine Entwicklugn vorherzusagen kann deshalb in keinem Fall seriöse Wissenschaft sein? Speziell die Bezüge zur Vergangenheit sind derartig vage, schon methodischgar nicht ein heutige Meßreihen einordenbar, daß es unmöglich ist, hier zu konkreten Aussagen zu kommen. Es gibt historisch dafür jede Menge Evidenzen die zeigen, daß sich das Klima, das Wetter lokal, immer in Zyklen und Schwankungen bewegt hat. Schon gar aber einer Konstruktion eines Zusammenhangs mit CO2 fehlt jede wissenschaftliche Basis. Nicht einmal Korelationen - die noch immer nichts sagen, ob die Dinge zusammenhängen (die Zahl der Störche im Burgenland hat keine Aussage über die Zahl der Geburten, auch wenn sie gleichzeitig steigen; Anm.; übrigens - genau das glaubt der VdZ NICHT ...) - sind wirklich festzustellen.

Pikantes Detail: Ein Wissenschaftler, der 15 Jahre zuvor vor einer nahenden Eiszeit gewarnt hatte, um nun eine Klimaerwärmung zu prophezeien, die um sie abzuwenden Milliarden Investitionen notwendig machen sollten.

Geheimnis? FUNDING. Zumindest eines davon. David Dickson beschreibt bereits 1983 in "The New Politics of Science" die dramatischen Auswirkungen der Art, wie sich Universitäten und Forschungsstätten finanzieren, auf deren Forschungsfelder und -ergebnisse. Die Zusammenhänge zwischen Klimaforschung (CO2-Wirkung) und amerikanischer internationaler Politik (!) zeigt er bereits 1983 auf. "Wissen bedeutet internationale Macht!" Wieviel mehr bei dem, der definiert, was gewußt wird. Denn "Wissen ist Macht". Macht liegt also bei dem, der das Wissen kontrolliert. Denn Wissen bedeutet: Technologie. Jedes Wissen muß in Technologie münden. Bereits in der Regierung Reagan, schreibt Dickson, war der Satz unumstritten, daß weltweite Macht nur noch der ausüben könne, der auch die Wissenschaft weil damit die Technologie besitze. Denn der besitze auch die Menschen, die diese Technologien anwende, sich daran gewöhne, ja zum Boden seiner Existenz mache. Eine analoge Entwicklung zu der in der Privatindustrie: Denn (technologisches)Wissen besitzt damit der, der Kapital hat. Diese Erkenntnis habe, so schreibt Dickson, zu einer fundamentalen Wende in der amerikanischen Politik geführt. Denn kein Gut ist als übreall akzeptierte Währung für politische Macht so geeignet, wie Wissen und Technologie. Mit Amerika als Bank.

Wie auch immer man es sehe, so Dickson, muß Wissenschaft ob ihrer Bedeutung in einer globalen Welt eindeutig als politisches Instrument angesehen werden. Diese Bedeutung übertrifft den realen Nutzeneffekt für die Wirtschaft noch bei weitem. Und wer die Aussagen zum Klimawandel beherrscht, der beherrscht die Welt tatsächlich. Dazu aber muß man es schaffen, daß die Menschen eine These glauben. Dann hat man auch die Regierungen. Und wer die Wissenschaft führt, führt damit die Welt im immer aktuellen Kampf des Guten gegen das Böse. Aber die Auswirkungen auf die Wissenschaft selbst sind katastrophal. Es gibt keine amerikanische Universität mehr, die nicht in globale strategische (und darin vor allem wirtschaftliche und militärische) Überlegungen eingebunden ist.

Das hat bereits unter Gerald Ford in den 1970ern als definitive Strategie ausformiert, hat sich unter Jimmy Carter beschleunigt, und unter Ronald Reagen endgültige Formen angenommen. Und hat sich, schreibt Dickson, nicht einfach in höheren staatlichen Forschungsgeldern ausgedrückt, das wäre zu simpel. Sondern durch Gesetze, die die soziale, "demokratische" Kontrolle von Forschung zunehmend ausgeschaltet haben. Das war die Antwort auf eine sich abzeichnende globale Konkurrenz, die der prizipiell unschöpferischen amerikanischen Wirtschaft (alleine: Bildungsniveau!) schlechte Karten zuteilen würde.

Etwa durch Patentgesetze, die - als Anreiz - monopolartiger Entwicklung aus Patenten jede Tür geöffnet haben, weil gleichzeitig die Anti-Trust-Gesetze entsprechend geändert wurden, die einen Beifaktor der internationalen Wirkung erhielten. Oder Verbesserungen in der Nutznießung von Forschungsergebnissen durch private Geldgeber. Oder die schärfere Kontrolle des Technologietransfers in andere Staaten, als Mittel der Politik. Wesentlich war aber vor allem auch, daß jeder kontrollierende Zugriff der Öffentlichkeit auf Forschung weitgehend ausgeschaltet wurde. Die Forschungsausgaben in den USA haben sich (bei ent-relativiertem Wertindex) von 1955 bis 1983 verzehnfacht.

Nur kurzfristig gestört durch die "grass-roots-"Bewegung der 68er, deren Anti-Modernismus-Affekt (Technik = Fortschritt = gut) für die USA-Politik als substanzgefährdend angesehen wurde, sodaß alle Zugeständnisse an diese "demokratische" Bewegung spätestens nach der Krise in den späten 1970ern umgangen und damit rückgängig gemacht wurden. Und das gelang nicht zuletzt durch ... die soziale Bedeutung des Etiketts "Wissenschaft". Denn nunmehr war - politisch kontrolliert, um es zu überzeichnen - alles in der Öffentlichkeit legitim, das auch "wissenschaftlich" war.

Was aber könnte das geostrategische Interesse der USA an einem Klimawandel-Katastrophen-Szenario sein? Die Auswirkungen sind so evident, daß es fast peinlich ist, sie zu erwähnen. Fällt denn niemandem auf, daß seit vielen Jahren etwa aus Deutschland Produktion um Produktion in die USA wandert? Das etwa durch eine völlig irrationale, "wissenschaftliche" Energiewende seine Qualität als Industriestandort aus freien Stücken (?!) nachhaltig völlig zerstört, während Europa - entkernt wie Omas Hausschlapfen nach 50 Jahren - als Absatzmarkt durch das TTIP-Abkommen etwa geknackt werden soll wie eine Walnuß?

Wie sollte man den Moment aber anders sehen, in dem das regelrecht vertrottelte, primitive Machwerk eines Kastraten und Losers namens Al Gore sogar mit einem Film-Oskar bedacht wurde, und weltweit die Klimahysterie endlich auf Schiene stellte? Seine 500-Mio-Dollar Villa zeigt, wie aus jeder Situation der amerikanische Traum (vom Tellerwäscher zum Millionär) möglich ist ...

Kritik, so Dickson, wird seither als "unwissenschaftlich" diffamiert, und zwar prinzipiell. Sorgen um Auswirkungen von Technologien waren fortan "irrationale Ängste technischer Analphabeten". Und in jedem Fall taugte das Wort der "Wissenschaftsfeindlichkeit." Man braucht nur die Macht, wie gesagt, zu definieren, was Wissenschaft ist - ein strategisches Überlebensinteresse!* Schon deshalb sind die Medien natürlich unabdingbarer Teil dieser Politik, und Dickson zeigt auch auf, wie der Einfluß der Politik darauf systematisch gesteigert wurde.

Dickson schreibt, daß er vor allem von europäischen Journalisten überrascht war, auf welch naive Weise diese meinten, Politik würde durch solitäre Entscheidungen der Politiker selbst gemacht. Politik, schreibt er, ist in Amerika - gewiß mehr als in Europa - doch die Sache von Pressure-Groups, von völlig außerparlamentarischen Einflußfaktoren. Empirische Daten etwa, die dann öffentlich herangezogen werden, sind seiner Erfahrung nach (Dickson war u. a. fünf Jahre im Kongress tätig) reine Interessensbomben.

Das Schwache macht das Starke schwach, damit die Schwäche Stärke wird, läßt der VdZ eine Figur in einem seiner Stücke sagen. Und die Amerikaner machen die Regeln, und definieren, wer gewinnt.

Im übrigen (wen interessiert das aber noch?) gibt es jede Menge Evidenzen, daß die Steigerung des CO2-Gehalts in der Luft ein forciertes Wachstum der Pflanzen bewirkt. Die Ernteerträge, das Volumen der Pflanzen, haben sich weltweit alleine 2015 um bis zu 15 % weiter gesteigert.

Oder, wie es ein anderer Forscher im Film ausdrückt: Wir geben Milliarden von Dollars aus, um festzustellen, daß es im Winter kalt, und im Sommer heiß wird.









*Nur so nebenbei: Dickson zeigt auch die Verschleierung der enormen sozialen Kosten dieser technologischen Fortschrittsdogmatik auf, die natürlich die Allgemeinheit trägt.





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Frau


Gesehen auf everyday_i_show





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Sonntag, 1. Februar 2015

Neue Klassen

Rasend schnell veränderten sich sozial wirksame Klassifizierungen und Abgrenzungen zu Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Erste Weltkrieg verschob endgültig sämtliche überkommene soziale Rollen und Funktionen, in denen sich die Menschen gegenüberstanden. Neue Schichtungen entstanden, Konstellationen mit neuen Gewinnern und Verlierern. Das nimmt der Ungar Sándor Márai in "Bekenntnisse eines Bürgers" fassungslos zur Kenntnis, wo er ein neues Mietshaus in jenem Ort in der heutigen Slowakei beschreibt, in dem er aufgewachsen war.

"Ich glaube, es war wohl doch ein unwirtliches, ungestaltes Haus. Niemand wußte, wie er dorthin geraten war, keine Freundschaft verband die Bewohner, kaum auch gute Nachbarschaft. In diesem Haus lebten bereits Kasten, Klassen, Konfessionen. In den alten Häusern, den ebenerdigen, lebten noch Familien, Feinde oder Freunde, jedenfalls aber Menschen, die unauflösbar miteinander zu tun hatten."




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Diskretion über alles

Als König Ludwig I. (dessen geheime Geschichte mit Lola Montez Legende ist, vor allem: in deren Behandlung durch das bayrische Volk) ein von der Geheimen Hofkommission abgefangener Brief hinterbracht wurde, in dem ein Verschwörer bösartige Absichten gegen den König kundtat, weigert sich der Bayer, ihn zur Kenntnis zu nehmen, und verbot auch seinen Kanzleien, ihn zu berücksichtigen. Schon gar verbot er, den Inkriminierten zu verhaften. 

Nach den Beweggründen gefragt, antwortete er einfach: 

"Der Brief ist nicht an mich adressiert."

"Aber Majestät! Der Mann trachtet Ihnen nach dem Leben!"

"Ach,"meinte der leutselige Monarch, "man schreibt schnell einmal etwas. Aber die Diskretion ist ein viel wichtigeres Gut, und sie betrifft die Decke, die das Land erst zu einem macht. Ich breche doch nicht das Briefgeheimnis?! Ein Schuß, mein Gott, der trifft nur mich, und mich muß  man erst einmal unter die Erd bringen. Die Bürger sollen aber wissen, daß Sie von der Obrigkeit respektiert werden. So, wie ich respektiert werden möchte, der ich zufällig die Bürde dieses Amtes trage, und auch in einem Geheimnis zu leben das Recht habe. Grad so, wie jeder Mensch ein Geheimnis ist, das man nicht brechen darf. Ich will freie Personen als Untertanen haben, sonst freut mich das ganze Geschäft doch nicht. Und frei kann man nur sein, wenn einen jeder so behandelt, als hätte man auch ein Geheimnis. Außerdem - wozu hab ich meine Leibwache?" 

Es kam übrigens nie zu diesem Anschlag. Obwohl Ludwig nach wie vor im offenen Wagen fuhr, und in den üblichen religiösen Prozessionen (unschützbar) mitging, und sein Bier am öffentlichen Wirtshaustisch trank. 

Bayern galt zu der Zeit als "extrem rückständig". So, wie Tirol.


P. S. Ach ja, einer der zahllosen Geheimdienste des selbst dazu ausgerufenen Mutterlandes aller Freiheiten, USA, hat nun auch die (fast) letzten Codes geknackt, die private Schriftverkehre im Internet schützen könnten. Wen wundert's. Bei einem Land, das sich nicht innerhalb des Wertebogens des christlichen Abendlandes befindet und deshalb schon lange geächtet werden müßte.




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