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Samstag, 6. Juni 2015

Ums Wesentliche herumgedrückt (1)

Sie wird vor allem in katholischen Kreisen wie eine Art Ikone der Anti-Genderbewegung gehandelt, aber die Frage ist, ob das zu Recht geschieht. Denn die Vorträge und Publikationen von Barbara Gerl-Falkovitz hinterlassen immer wieder eine Art Ratlosigkeit beim Zuhörer oder Leser. man sagt sich "ja, schon, gut, richtig," aber irgendetwas ist nicht aufgelöst, irgendetwas dreht sich wie am Stand. Daß es auch den Teilnehmern dieser Diskussion in Krakau so geht, wo sie anläßlich einer Tagung an der dortigen Universität "Johannes Paul II." referierte, wird aus dem Video ersichtlich. Auf deren Einwände hin die em. Philosophieprofessorin ein wenig ins Schwimmen kommt. Nicht zufällig, auch wenn man gewisse Zufälligkeit in solchen Situationen berücksichtigen muß - man kann nicht immer zu allem etwas sagen, das Denken ist kein Lexikon, in dem man nur nachzuschlagen hätte, es braucht eine innere Bewegung innerhalb eines Themas, und das heißt immer auch: eine gewisse Richtung, in die man gerade denkt. Da kann einen schon manchmal etwas "im Rücken" erwischen.

Aber in allem, was auch der VdZ von ihr gelesen oder gehört hat, bleibt eine seltsame "Abstraktion" dessen, wovon doch so konkret zu reden wäre. Immerhin nährt es eine mächtige Politikströmung, die sich anmaßt, etwa ins persönlichste Leben der EU-Bürger einzugreifen. Ein ähnliches Fazit, das sich auch aus den von ihr so empfohlenen Schriften des + P. Johannes Paul II. über eine von ihm entworfene "Theologie des Leibes" sagen läßt. Wo sich über hunderte von Seiten nichts zu bewegen scheint, als kriegte der verstorbene Papst das Thema einfach nicht zu fassen. Auch wenn man zugestehen muß, daß ein Philosoph nicht auch der sein muß, der praktische Ratschläge gibt. Aber beim Papst wie bei der Professor bleibt eine Vorläufigkeit, die fortgedacht durchaus zu einem historischen Relativismus führen könnte, zu einer Form von Existentialismus also, dem man einen Hauch an zuviel Hegel nicht absprechen kann.

Hat Gerl-Falkovitz zudem eine gewisse Affinität zum Feminismus? Nicht, weil sie völlig richtig darauf hinweist, daß an der Gender-Theorie immerhin stimmt, daß Geschlecht AUCH eine soziale Konstruktion ist, und diese sogar braucht. Man IST nicht einfach nur ein Geschlecht, sondern man muß es auch zur Gestalt bringen. Aber woran bringt man es zur Gestalt? Einfach nur an der "Geschlechterdifferenz"? Was ist das? Werden Mann und Frau also aneinander, weil der eine schärfere Steaks lieber ist als die Frau, die sanfte Zucchini bevorzugt, was schon geschlechtsspezifischer wäre (nur: woran?). Oder auch nur, daß der eine den Frühstückskaffee mit Zucker, der Partner ihn lieber mit Milch und Honig trinkt? Auch das sind Differenzen. Wird man daran dem anderen seine Ergänzung, wird man daran "ein Dach"? Können wir gar auf Rousseau vertrauen, der ja auch davon ausgeht, daß wir "zurück zur Natur" finden müssen? Gibt es eine menschliche Natur als Wirklichkeit - ohne Kultur?

Ein Wort, das der VdZ aber noch nie aus dem Munde der zweifellos gescheiten Frau gehört hat, ist nämlich das, worum sie sich nicht weniger zu drücken scheint wie es der verstorbene Papst tat: Daß das Zueinander von Mann und Frau das einer hierarchischen und damit ziemlich konkreten Ordnung ist. Und das ist aber der springende Punkt, denn dort wird die Geschlechterdifferenz erst wirklich, und bleibt kein warmes Gerede über den Wolken. Das heißt nicht, daß einer oder der andere weniger oder mehr an personaler Würde hätte, das stimmt schon. Aber es heißt, daß sich erst und nur in dieser Zueinanderordnung das Geheimnis der Weltwerdung (!) und damit die Sinnerfüllung des Menschen vollzieht.

Denn aus der Polarität Form - Materia, wie es Gerl-Falkovitz in einem jüngst auf kath.net erschienenen, durchaus schönen Arbeit auch nannte - ergibt sich auch eine Ordnung. Sie stellt den Mann ins Außen, sie überträgt ihm die Sphäre der Öffentlichkeit, des Wirkens in der Welt, des Gestaltens von Staat und Gesellschaft zur Kultur. Diese Agenden sind seine Aufgabe. Daß sie ohne die Frau ins Leere steigen, daß der Mann die Frau lebensnotwendig braucht, weil sonst sein Werk kein leiblich-fleischliches Konkretum hat, ist dabei selbstverständlich, und das kommt in diesem Text auch schön zum Ausdruck.

Ja, man muß es noch klarer, noch direkter formulieren, und hier hat man den Rückenwind der Anthropologie des verstorbenen (heiliggesprochenen) Papstes Johannes Paul II., der vom konstitutiv "ehelichen Charakter" des Menschen spricht. Was heißt das aber?

Es heißt, daß die Ehe nicht ein Hinzugefügtes zum Menschen ist, in dem er sich ein wenig besser zu Gott hin, und damit zu sich selbst hin, entwickeln kann. Sondern es heißt, daß dieses "Formfeld" (H. Plessner) dem Menschen vorausgeht, und ihm jene Innengesetzlichkeit darstellt, die er gar nicht umgehen kann, will er sich entwickeln - und zwar: zu sich selbst, als Mann, als Frau.

Und noch mehr heißt es: Es heißt, daß sich diese Ganzheit - "Als Mann und Frau schuf er sie!" (Genesis) - auch in einer Gesetzlichkeit des Zueinander entfalten muß, sonst entfaltet sie sich nämlich gar nicht. Mann und Frau brauchen also nicht einfach "Polarität", sie brauchen diese wesengemäße Zueinanderordnung, und das heißt: diese Hierarchie, in der beide gleicherweise dem Gehorsam unterstellt sind. Der Mann Gott und dem Weltauftrag gegenüber, die Frau - dem Mann gegenüber, durch den Gott sie anspricht. Sie muß seinen Samen austragen, hegen, wachsen lassen, nähren. Und tut sie das nicht, ist das Wohl und Wehe der ganzen Familie untergraben, ja verunmöglicht.

Man hat stattdessen ja gar den Eindruck, daß sich die Kirche schon längst damit begnügt, von "Familie" und "Ehe" zu sprechen, auch wenn es dabei diesen Wildwuchs der "Gleichheit" (die mit "Gleichheit der Würde" dann gerne vernebelt wird) gibt. Doch wie soll es zum Gelingen des Menschen selbst kommen, wenn man seine Grundkategorien übersieht, ja gar meint, sie wären zu umgehen, "weil es halt so ist, heute"? Das ist dem Versuch vergleichbar, ein Haus vor dem Regen zu schützen indem man das Dach repariert, ohne zu sehen, daß seine Fundamente fehlen, und das Haus selbst längst in den Wellen der Wasser fortgeschwommen ist.



Morgen Teil 2) Deshalb kann es gar keine gleiche Rechtssituation geben




Freitag, 5. Juni 2015

Formung des Instinkts

"Erziehung bedeutet ja zu einem guten Teil nichts anderes als durch geistigen Einfluß die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß instinktiv das Richtige geschieht."


Romano Guardini, in "Welt und Person"







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Der Irrtum schafft sich seine Wirklichkeiten selber

Sie fühlen sich belogen, sie fühlen sich betrogen - die Schätzungen über psychische Schädigungen amerikanischer Soldaten, die an der Niederwerfung des Irak beteiligt waren, schwanken je nach Definition zwischen 10 % und 50 %. Wir kamen, um den Terrorismus zu bekämpfen. Die einzigen Terroristen, die im Irak waren, waren aber wir. So eine der Aussagen eines der beteiligten Soldaten, die sich in den USA an die Öffentlichkeit gewagt haben und von ihren eigenen Eindrücken berichten. Wir sollten die amerikanische Freiheit verteidigen. Das einzige, was wir verteidigt haben, waren die Profitinteressen von Unternehmen an diesem Krieg. Dafür haben wir ein Land besetzt.

Wenn es nur ein Krieg gewesen wäre. Wir erleben in den USA vielmehr das Kulminationsstadium einer christlichen Häresie, des Puritanismus. Die Amerikaner erfassen in einer Stimmung, daß es so nicht weitergehen kann, daß sie an die Wand fahren. Aber es bleibt ein Gefühl, die Ziele, die Gegnerauswahl bleibt zufällig und widersprüchlich. Denn zur begrifflichen Distinktheit, um die wirklichen Wirklichkeiten zu erfassen, fehlt ihnen die sittliche Kultur. Denn Erkenntnis ist ein sittlicher Akt. Um aber Sittlichkeit zu erkennen, fehlte den Puritanern die Freiheit, der Geist. Sie wurde so zur statischen Moral.









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Donnerstag, 4. Juni 2015

Impotente Eliten wollen ein rasches Ende

Es ist ein Anfall von Müdigkeit, Entmutigung, ja, eingestanden, der die sich aufbauende Gefahr des TTIP für Österreich und Deutschland und Europa nur noch zur Kenntnis nimmt. Sie wird in einer weiteren Umgestaltung des menschlichen Wirtschaftens in eine abstrahierte, unmenschliche, nur noch an verdinglichten Abstraktionen orientierten Scheinwirtschaft  - als Geld- weil Steuerproduktion für die politischen Eliten; es war noch nie anders! - enden. Denn die Menschen sind nicht einfach nur nicht in der Lage, die Dinge zu beurteilen; sie sind bereits gekauft, können die wirklichen (ontologischen) Konsequenzen gar nicht abschätzen. Das macht die Bevölkerung zu willigen Opfern absurd offensichtlich geistesgestörter Eliten. Aber die Menschen sehen, aber sehen nicht.

Stattdessen ein Video aus dem amerikanischen Raum, das die Folgen des NAFTA, des Nord- mit Mittelamerika zur Freihandelszone kombinierten Wirtschaftsraumes, andeutet und zeígt. Der Mittelstand in diesen Ländern, ohnehin schwach, wurde nahezu ausgerottet. Die Völker teilen sich nun in reiche Kapitalisten, und bloße Handlanger, die man noch Lohnarbeiter nennt. Dieselbe Problematik, die 1994 bei der österreichischen Abstimmung zum EU-Beitritt schlagend war. Aber genau nicht von den Eliten erkannt, sondern durch hirnlose Rationsolistensprüche abgewiesen wurde. Dasselbe passiert auch heute. Damals war es Flohschokolade, heute ist es das Chlorhuhn, an dem die "Vernünftigkeit" der Vorhaben der politischen Eliten demonstriert wird. Dazu brauchen sie entwurzelte Menschen, entwurzelte Völker. Diese sind dann für diese Verdinglichung von Abstraktionen bereit, weil ihnen der Wirklichkeitseindruck - der nur verortet, verwurzelt entsteht - fehlt.

Man wird müde. Weil entmutigt. Die Dinge sind immer dieselben. Der Katholik kann den Niedergang der Welt nur verlangsamen. Er kann ihn nicht aufhalten. Er ist des Menschen Schicksal. Und von den als solche aufgebauten impotenten Eliten, die nichts sehnlicher wünschen als sich nicht beweisen zu müssen, bewußt beschleunigt, damit ihre Qual - vermeintlich - ein baldiges Ende hat. Es ist nicht der einzige Fehler einer entgeisteten, denkunfähigen Welt. Das TTIP dient nur der formalen Prolongation des status quo. Die Abrechnung ist immer in die Zukunft verschoben.










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Bedeutung der Historizität (2)

Teil 4) Der Islam ist nicht a-kultural, er ist anti-kultural - 
Und: Einige Worte zur Türkei




Historisch gesichert ist, daß die Entstehung des Islam überall und immer von zunehmendem Fanatismus begleitet, ja initiiert war, in dem jeder, der den Islam anzweifelte, zum Bürger zweiter Klasse herabsank, wertlos, bestenfalls nützlich war, oder überhaupt als Todfeind verfolgt wurde. Schon mit dem ersten Islam als solchem, wo er sich also manifestierte, und er tat es immer mit Anspruch auf totale Macht, war deshalb die Philosophie, die Vernunft, die sich in freiem Akt der Realität stellt, um daraus die Wirklichkeit zu erkennen, ein Hauptfeind, den es zu verbieten galt.

Das Christentum baut genau auf dem Gegenteil auf.  In Jesus Christus hat die Wahrheit, die Vernunft dmait, ihre äußerste Gestalt erhalten. Keine Vernunft kann deshalb "wider" Gott sein. Sondern in ihr zeigt sich das uns Menschen äußerst mögliche Erkennen einer Welt, die in sich Gestalt aus lebendiger Vernunft - weil aus lebendiger Wahrheit, aus logos, dem Wort, dem Sinn - ist.

Deshalb kann eine von der islamischen Religion dominierte Kultur gar nicht anders enden, als in Weltfremdheit und Zivilisationsabsenz. Der Islam ist nämlich nicht nur a-kultural, er ist anti-kultural. Während das Christentum im genauen Gegenteil die Kultur als Ort seiner Wirklichung sucht. Weil Gott in der Hingabe an das real Begegnende, das nach der Wahrheit zu beantworten ist, Mensch wurde. Und deshalb die Welt der Wahrheit angeähnlicht werden muß, so gut es geht, trotz aller menschlicher Fehler und Fehlgeneigtheit. (Zu glauben, daß sie ein Paradies wird, ist die christliche Überspannung - in die irreale Utopie.)

Weil also dem islamischen "Kulturkreis" - der in Wahrheit (und nicht nur in den Augen des VdZ) auf dem Stand von Nomadenstämmen in Zelten einfror - das Kunststück selbstverständlich auch nicht gelang, nämlich ein Abstraktum in ein dingliches Ziel zu verwandeln, kann er nur in immer weiter wachsender Unzufriedenheit enden. Und wenn man einen Muslim heute fragt, so sind am kulturell armseligen Zustand der muslimischen Kulturen - von Nordafrika bis Pakistan und Bangladesh - immer ... ANDERE SCHULD. 

Und die selbst schon längst "islamisierten" Europäer (als Wirklichkeit ...) "glauben" das auch noch.




*Die Türkei nicht ausgenommen, dazu ein andermal mehr. Vorerst nur so viel: Atatürk wußte 1923f genau, was er tat; das läßt sich belegen - er erkannte nämlich den Islam als Anti-Kultur. 

Erdogan macht heute hingegen dassselbe, was im frühen Islam passierte: Er trifft nun auf eine - nur durch Fernhalten des Islam gelungene! - relativ gesunde Volksgemeinschaft. Und dieses Kapital glaubt er, einsetzen zu können. Er würde und wird, sollte er sich durchsetzen, die Türkei binnen weniger Jahrzehnte in den Boden zurückstampfen.  

Selbst wenn man ihm zuschreiben will, wie manche es tun, daß er einen Spagat probiert (was man ihm erst einmal glauben müßte), in dem er einen "vorgetäuschten Islam" etabliert, weil zu zähmen versucht, und ihn auf einen "Wertekonsens" (Frau, Familie etc.) reduziert.

Das Kriterium des Scheiterns ist aber schon nur durch die Rolle des Islam vorgegeben, dessen Dynamik nicht zu bremsen weil wesensbedingt ist, wie die Geschichte beweist. Die Menschheit, jedes Volk der Welt, hat nur eine Möglichkeit: Entweder christlich zu werden, oder eine mehr oder weniger schlimme Hölle zu ertragen. 

Die Sehnsucht der alten Völker nach einem Erlöser kam  nicht von ungefähr, auch wenn diese Dringlichkeit, die die Menschheit (und auch den Araber) immer so bewegt hat, dem heute im Zeitalter der Vollgefressenheit durch Sozialstaaten dem in die Oberflächlichkeit entselbsteten, social-media-bewaffneten, papstgeschwängerten Virtualchristen, der Weltauftrag in hermetische Sphären scheinfrommer kath.net-Onanie ableitet, kurz: dem wirklichkeitsfernen Menschen westlicher Wohlstandsdurchfickung kaum mehr nachvollziehbar scheint.

Heißt das also, daß der Atheismus noch immer die bessere Lösung als ein Islam, oder ein entartetes Christentum ist? Gerade am Beispiel Türkei? Nein, er ist nicht nur keine Lösung, auch kein geringeres Übel, er führt genauso in den Untergang, wenn auch über eine Zwischenstufe, weil er die ihm bedeutungslose, bestenfalls moralistisch, in Wahrheit utilitaristisch hochzuhaltende Welt zuvor noch auspreßt wie eine Zitrone. 

Aber aus persönlicher Erfahrung weiß der VdZ, daß aus dem muslimischen Raum stammende Menschen einen dem Katholischen völlig entgegenstehenden Begriff von Religion und Glaube haben. Denn sie KENNEN NUR eine fideistische, totale Religion. Und diese Auffassung transponieren sie auch ins Christentum, zu dem der Islam noch dazu so viele Äquivokationen hat. Daß ihnen im Protestantismus und in den weithin ja bereits protestantisierten Katholiken ja tatsächlich in dieser Form entgegentritt, die jeder Mensch guten Willens ablehnen MUSZ. Das wirkliche, reale, fleischliche Christentum des Katholizismus, eine fleischlich-wahrhaftige, Person seiende Wahrheit, kennen sie nicht. Und es wird immer schwieriger, es noch kennenzulernen. Soviel dazu.





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Mittwoch, 3. Juni 2015

Folgen der Umgebungsveränderung

Im 38. Buch des Livius finden sich jene Passagen, die Voktor Hehn in "Kulturpflanzen und Haustiere - in ihrem Übergang aus Asien nach Griechenland und Italien sowie in das übrige Europa" zitiert. Livius weist darin auf den Umstand hin, daß jede Pflanze, jedes Tier, die in eine Umgebung versetzt werden, die nicht ihr Ursprung ist, entartet. Denn die Umgebung in Boden und Klima wirken mächtig, und unterdrücken viele vererbte Eigenschaften. "Alles entwickelt sich vollkommener an dem Orte seines Ursprungs; bei Versetzng auf einen fremden Boden verwandelt es seine Natur nach den Stoffen, die es aus diesem aufnimmt," schreibt Livius. 

Und führt Beispiele an, wie sich auch Menschen in anderen Umgebungen verändern. Meist nämlich zu ihrem Nachteil. Livius verweist nämlich vor allem auf den Verlust schöpferischer Lebenskraft durch einen Wechsel zu entgegenkommenderen, angenehmeren Bedingungen. Die selbst ursprünglich starke, mutige Völker durch Verweichlichung in ihrer Substanz angreift, vor allem aber träge und geistlos macht. 

Jede Landschaft hat und zeugt einen Charakter, sodaß sich das Menschsein auf je eigene Weise entfalten muß. Dieser Charakter erhält in neuer Umgebung aber andere Stoffe als jene, auf die er hinorientiert war. Und in die hinein er nunmehr mitgebrachte, "fremde" Neigungen wirklichen muß. Ein "neutrales, abstraktes Menschsein" gibt es eben nicht. Alles Leben, ja alles irdische Sein ist auf "unauflösbare Ehe" angelegt.

Hehn stellt deshalb die Frage in den Raum, ob nicht viele "Veredelungen", die die europäische Kultur an importierten organischen Lebensformen vorgenommen hat, um eine bestimmte "Fruchttrage" zu verbessern, in Wahrheit deren Organismus zugefügte Erkrankungen sind. In der nur der daraus erzielbare Fruchtgenuß im Mittelpunkt steht. Am deutlichsten wird das bei Heilpflanzen, die stets in ihrem Ursprungsland kräftiger wirken. Es gab immer ein unendlich komplexes Ursachen- und Reaktionengefüge, das diese oder jene Lebensform genau hier und dort ausdifferenzieren ließ, und jede Eigenschaft ist eine Antwort auf genau diese Bedingungen.*

Obzwar das beim Menschen gewiß etwas anders ist. Weil er zu abstrahieren, sich zu sich verhalten, und auch seinen Leib über Rhythmen (Lebensvollzug als Tanz, als Gefüge von Rhythmen, das den Menschen über die Gewohnheit durchwest; nichts gibt aber dieses Gefüge mehr vor als Klima und Landschaft) zu prägen, zu gestalten vermag. Aber es braucht je nach der Stärke der Ursprungsprägung oft sehr viel Zeit, bei Wanderungen von Völkern sogar viele Generationen. Wenn sie denn dazu bereit sind und diese Bereitschaft aufrechthalten. Und nicht in neuen Lebensräumen lediglich konservierte alte Neigungen befriedigen wollen, wie es der Puritanismus der Nordamerikaner (der aus seinem Wesen heraus nicht nur wurzellos ist, sondern Wurzeln ablehnt; und damit in Konflikt mit der menschlichen Natur gerät, die ihn immer irgendwie zu überwältigen droht, weil immer nach Wurzeln strebt**) tat und tut.

Aber noch einen Aspekt erwäht Hehn. Daß nämlich der Mittelmeerraum in gewissermaßen "vorzivilisatorischen Zeiten" mehrheitlich bewaldet und eher arm an Arten war. Erst die menschlichen Zivilisation hat ihn in einen "immergrünen Garten" verwandelt, indem sie die Bäume verdrängte, und durch Gärten und Anbauflächen ersetzte. Der beobachtbare Rückfall in trockene, karge Landschaften hat somit sehr wahrscheinlich mit dem Verfall der mittelmeerischen Kultur zu tun. 



*Jakob von Uexküll hat sein Lebenswerk der Beobachtung gewidmet, daß sogar die Rezeptionsfähigkeit eines Lebewesens auf diese Umwelt abgestimmt ist. Anderes, dieser Umwelt Fremdes, nimmt ein Lebewesen nicht einmal wahr, und ordnet Begegnendes immer in die Kategorienwelt seiner angestammten Lebenswelt ein.

**Eine Untersuchung über die Zusammenhänge des Ahnenkults, seiner Form, und der Art der Verwurzelung von Menschen wäre also höchst lohnenswert. Eine träge, satte Gesellschaft wird dabei tendentiell jeden Ahnenkult ablegen, die Ahnen vergessen, ihre Herkunft vermutlich aber auf virtuelle Weise sogar verstärken. So, wie die Rolle des Internet heute Symptom der Wurzellosigkeit ist. Und entsprechend sind dann auch die "Probleme", die diese Generation zu "lösen" sucht - eine Aneinanderreihung von Abstraktionen, die über Virtualität "verdinglicht" werden sollen. 

Der "Klimawandel", aber überhaupt die seit Jahrzehnten überbordenden Weltbedrohungsszenarien, die die völlig richtig gefühlte existentielle Bedrohung durch Wurzellosigkeit ausdrücken, illustrieren das. Ja mehr noch, solche Weltbedrohungsszenarien (man denken nur an den Malthusianismus!) entwickelten ihre Rolle ab dem Moment so konkret, als die sozialen Gefüge Europas auseinanderbrachen, spätestens zu Beginn des 19. Jhds. Und sie gingen einher mit einer Ablehnung des Erbes der Vorfahren (Materialismus, Sozialismus, Multikulti-Ideologie, bis zum Genderismus) einerseits, bei gleichzeitiger Virtualisierung (Nationalismus, Rassismus) ihrer Rolle als gleichlaufende Gegenbewegung auf derselben Ebene anderseits. 

Mittlerweile haben sich selbst allererste Verwurzelungen wie die Religion bereits virtualisiert, wie sie die Entwickungen des Kults in der Katholischen Kirche seit den 1960er-Jahren mittlerweile sogar schon zum Erbe zementiert haben, die virtuelle "Erneuerungsbewegungen" zur logischen Gegenbewegung haben. Und so den Katholizismus als Kraft der Lebensform definitiv auflösen, weil sie ihn auf dieselbe virtuelle Ebene mit den das Abendland überschwemmenden Religionsderivaten der Welt stellen, und die eigentliche Religiosität ins Irrationale, Chthonische, Dämonische abdrängen, sie regelrecht unerkennbar und zufällig machen. Das genau ist Barbarismus.



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Bedeutung der Historizität (1)

Eines muß klar sein: Ohne Historizität wäre das Christentum leerer Wahn. Denn der Glaube an Jesus Christus ist ein Glaube an seine Geschichtsmächtigkeit, ja, die Geschichte wird überhaupt zu einer Konfrontation im Angesicht der Wahrheit. Deshalb ist er heutig, deshalb ist er auch heute ganz real DA. Personal. 

Aber diese Wahrheit ist in gewisser Weise nebensächlich, weil sie als historische Tatsache nur belegt, was in dem Moment erschlossen wird, als diese Historizität begriffen wird. Dann wird Jesus Christus tatsächlich, dann wird er sogar zum Gegenüber des täglichen Daseins. Ja, er wird zum Schlüssel dafür. Und diese Wahrheit erhellt jedes tägliche Geschäft, jedes tägliche Tun. Sie läßt in der Prägung der Vernunft jede noch so kleine Faktizität, Tatsächlichkeit, überhaupt erst erkennen. Sie erschließt deshalb zur Kulturleistung, weil sie in die Lage versetzt, der Warhehit gemäß zu handeln. Und es gibt nur eine Wahrheit. Deshalb erschließt sich auch das, was als "Wissen" einzubuchen ist. Wer glaubt, bäckt bessere Brötchen, um es salopp zu formulieren. Wer nicht glaubt, bäckt schlechtere.

Und das unterscheidet, ja das wird zum Gegenteil zum Islam, der an Anti-Christentum ist. Denn zwar stimmt, daß die Wirklichkeit zeitlos ist,  daß die Geschichte nur die Spielart immer derselben Wirklichkeit(en) ist, aber sie ist nicht NUR zeitlos. Sodaß die Faktizität bedeutungslos würde. Im Gegenteil, ist das Wesen der Wirklichkeit, daß sie nach Tatsächlichkeit strebt, ja nur Tatsächlichkeit bedeutet. Nur was tatsächlich ist, ist auch wirklich. Gott ist auch reine Tatsächlichkeit.

Einem Islam, aus dem Arianismus geboren, diese Faktizität Gottes bestreitet. Gott ist ihm fern. Das Wesen der Welt, ihre Geschichtlichkeit, hat mit Gott nichts zu tun. Darin lassen sich die Wurzeln des Arianismus - im Manichäismus, der das Leibliche dem Bösen, Gott unvereinbar Fernen zuordnet - erkennen. Deshalb ist Gott alles möglich, die Welt ist ihm bedeutungslos, und dem Gläubigen ist das nicht-kausale Wirken das eigentliche Wirken Gottes.

Damit wird die Welt unerkennbar, ihre Logik hat mit Gott nichts zu tun. Gott ist der Demiurg, der fernsteht, und wenn er will eingreift. Deshalb ist dem Muslim Logik, Ablaufnotwendigkeit, ein unnötiges Accessoire, eine menschliche Täuschung, der er nicht verpflichtet ist. Der Muslim ist Fatalist. Alles wird zwar von Gott gelenkt, aber es hat mir unserer Vernunft nichts zu tun. Kein größerer Technizist deshalb, als ein Muslim. Lüge in der Welt ist ohne Bedeutung. Alles, was in der Wlet passiert, ist ohne Bedeutung.

Während es dem Christen Erzählung über Gott ist. Deshals ist das tatsächliche Geschehen nicht ohne Bedeutung, ja im Gegenteil, dort liegt die Selbstaussage Gottes. Wenn man sich um Wahrheit müht, sich selbst transzendiert, auf die Wahrheit des Begegnenden hin, ist diese auch erkennbar. 

Im Islam zeigt sich deshalb die Folge extremer Äquivokation. In der abstrakte Inhalte, die es real nicht "gibt", wenn sie auch wirksam sind, also Wirklichkeit, zu Dingen werden, zu realen Dingen, ja, zu den eigentlichen Dingen. Nominal ist das, was der Islam im Wesentlichen sagt - man nehme nur "Es gibt nur einen Gott!" - nicht zu widerlegen, ja "wahr". Aber es ist nur ... richtig. Es ist nicht wahr.  Denn der Islam kennt keine Wahrheit, kann er gar nicht kennen. Denn jede Wahrheit fundiert in einer Person.

Wenn aber Jesus Christus NICHT Gott war, nicht Gott und zugleich Mensch, wie es der Arianismus, der sich vor allem im Orient (und von dort in den Norden, zu den Germanen etc., als "versimpeltes Christentum") stark ausbreitete, schon sehr früh (ab dem 2. Jhd.) behauptete, dann kann es auch keine fleischliche, in der Welt wirksame Wahrheit geben. Dann bleibt Wahrheit eine Aussage der "Richtigkeit", und nicht im Insgesamt der Sittlichkeit als personales (im Fleisch wirksames) Geschehen verankert. Gott ist nämlich damit fern. Und jeder Gotteskünder sinkt herab zum Propheten. 

Deshalb die zweite Aussage des Hauptspruches des Islam, die man in ihrer Akzentuierung nur richtig erkennen muß: "Und Mohammed ist sein Prophet!" - Wenn man weiß, daß "Mohammed" nie ein Eigenname war, sondern ein dem Aramäischen entstammendes Gerundium, also zu lesen ist als "der Gesendete, der Gesegnete", und damit nur transkribiert, was "Christus" bedeutet, wird die Herkunft des Islam aus dem arianischen Christentum, das damals auch noch ganz Nordafrika erfaßt hatte, noch klarer.

Damit baut der Islam auch sein zweites Standbein auf einer Fiktion auf. Auf ... Poesie. Er leugnet die Bedeutung der Historizität, weshalb das Abstraktum "der Gesendete" auch als "historische" Person möglich wird. Denn es geht ja immer nur um ... Wirklichkeit. Das ist die Wirkweise Gottes, das ist der eigentliche Grund der Welt. Und nominell stimmt das auch! Aber es reißt die Welt aus ihrem Weltsein. Es zerstört die Bedeutung der Gegenwart. Und es macht die Vergangenheit wertlos, weil jedes Ereignis ersetzbar, umkleidbar durch ein anderes Gewand. 

Genau das ist die frühe Geschichte des Islam, geht man von seiner eigenen Erzählung seiner Entstehung aus. Die deshalb nicht zufällig je später entstanden, desto detailreicher ausfällt, und ab dem 14., 15. Jhd. den "alten Geschichten" jede und eine immer wachsende Menge Details beifügt. Als erfundene Geschichten, die nur eine Wirklichkeit zur Aussage haben. Die aber nicht historisch ist, weil sein muß. Weil die Welt, ihr Wesen, für Gott ohne Bedeutung ist.

Deshalb ist dem Islam jede Umdeutung ganz anderer Vorkommnisse - wenn etwas die Kämpfe arabischer Stämme um Vorherrschaft um den von Byzanz ins Vakuum gestürzten arabischen Raum zum "Kampf des Propheten gegen Byzanz" stilisiert werden - eine interpretatorische Abstraktion also, die einen sehr spät (9. BIS 11. Jhd.) entstehenden, definitiven, sich allmählich realpolitisch durchsetzenden "Islam" legitimiert, und interessanterweise: denn doch in der Geschichte verankert - deshalb ist ihm diese Umdeutung nicht "Lüge". 

Sie ist nur die besondere Sichtweise Gottes, der nur in zeitlosen Wirklichkeiten existiert. Und als solche ist es bedeutungslos, was "real" passiert ist. Selbst wenn Franz gegen Heinz kämpfte, in Wahrheit (!) war es ein Kampf, in dem (weil sich später aus dem Sieger dieses Kampfes entwickelnd) Mohammed gegen die Ungläubigen kämpfte. Historisch gibt es nicht einen einzigen Beleg, der eine historische Figur dieses Namens auch nur andeuten würde. Und das ist bei diesen historisch weltumstürzenden Bewegungen, die die Islamerzählung schildert, doch bemerkenswert.

Deshalb kann auch nicht ander Existenz des Propheten "Mohammed" gezweifeltwerden. Denn ob es so eine Person gab oder nicht - es ist bedeutungslos. WEIL es dann den Islam gab, MUSZ es so eine Person gegeben haben, wie immer sie sich manifestierte, darüber kann weil darf man nicht nachforschen, das ist alles. Denn forscht man nach, verstößt man bereits - weil im Zweifel - gegen das Prinzip des Islam. Der sich nur über totale, fideistische Unterwerfung erschließt. Fideismus aber heißt, daß ich bedingungslos "glaube", also nie anzweifle, was gesagt wird.




Morgen Teil 4) Der Islam ist nicht a-kultural, er ist anti-kultural - 
Und: Einige Worte zur Türkei





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Dienstag, 2. Juni 2015

Vom islamistisch-christlichen Klimawandelkommunismus (4)

Teil 2) Islam, Papst und Klimawandel - mißbrauchte, unverstandene Poesie




Und Simulation, Nominalismus ist überhaupt das Wesensmerkmal der Religionen der Gegenwart, auch innerhalb der Kirche. Es gibt nicht unbegründete Theorien, die den Nominalismus Europas, der sich als definierbare Bewegung im 13. Jhd. zeigt, auf den islamischen Einfluß (Averroes!) zurückführen. Die Wahrheit ist in den Augen des VdZ natürlich subtiler, komplexer. Auch der Byzantinismus hat seine nominalistischen Elemente, jeder Irrtum, jede Häresie ist ein mögliches Abweichen vom ganzen Wahren, das immer da war, und sein wird, je nach Kulturstimmung mehr ausbricht, oder weniger.

Auch die Poesie des Klimawandelkampfes ist geliehen, eigentlich: mißbrauchte Poesie. Und ihrer sozialen Herkunfsschichte liegt die "wahrere Religion" zugrunde (worauf sich ja jede Häresie als selektive Höherwertung ausgewählter Aspekte der Herkunftsreligion beruft). Denn dieses Paradigma der Gegenwart fordert immer aggressiver die Höherrangigkeit vor jeder "religiösen Religion". Wenn erst jüngst die amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton fordert, daß alle gesellschaftlichen Elemente verboten werden müssen, die die Werte der Gegenwart infrage stellen - Feminismus, Anti-Diskrminierung von Homosexualität, Klimawandelskeptiker - dann haben wir schon direkte Hinweise darauf, daß sich dieser Wandel vollzieht. 

Es ist dieselbe Entwicklung aus einer christlichen Häresie heraus, ja wir erleben heute überhaupt die Bildung einer riesigen, mächtigen Religion - wenn der Protestantismus in Deutschland noch stärker als die Katholische Kirche über "Schwunderscheinungen" zu klagen hat, dann deshalb, weil er seine Mitglieder an diese neue Religion verliert! 

Deren geistige Grundlagen mit den geistigen Grundlagen des Protestantismus (und damit den Schichten der seit langem - etwa durch das ganze Spektrum der charismatischen Erneuerungsbewegungen, aber überhaupt durch viele Entwicklungen im Folge- und Dunstkreis der Rezeption des 2. Vatikanum - systematisch protestantisierten Katholiken) deckungsgleich sind, und sich als "Neuheidentum" (in unterschiedlichsten Facetten) manifestiert. Genau von dort gingen auch die gesellschaftlich revolutionären (erneuern sollenden) Bewegungen der 1960er Jahre aus. Gingen aus! 

Denn jede Kultur setzt im Kult an. Die Kirche ist damit nicht OPFER gesellschaftlicher Entwicklungen, sie ist deren Motor, so wie immer die Religion der (einzige!) Motor einer Kultur war. Auch und gerade, wenn dieser Motor selbstvergessen stottert.²

Und hiermit sind wir beim Ausgangspunkt zurückgekehrt, bei der Grundthese angelangt: Aus alledem wird klar, daß eine Zeit des aufbrechenden Islamismus genauso nur eine der Seite eines geschwächten, häretischen Christentums ist, wie es der "Kampf gegen den Klimawandel" bzw. die Umweltbewegungen sind. 

Auf dem Boden einer diffundierenden Kirche hat sich immer eine neue Religion gebildet, die erst noch '"Konfessionsverschiedenheit" zu sein scheint, sich aber mit der Zeit (und aus sehr konkreten psycho-sozialen Gründen) zu einer Religion ausbildet. Die Systematik, mit der sich das vollzieht, hat, wenn sie nicht in eine Bekehrung aufbricht (was sie individuell ja auch ab und zu tut), hat die Ablaufnotwendigkeit eines Gesetzes. Mit der derzeitigen Kirchenpolitik düpiert die Kirche aber sogar noch stärker jene, die sehnsuchtsvoll auf den Erlöser warten, und treibt sie anderen, greifbareren Erlösern in die Hände.






²Wenn man der Kirche gerne Sünden und Verbrechen der Vergangenheit vorwirft, was der VdZ im übrigen (meist zumindest) keineswegs so sieht, weil bereits der Kriterienkatalog, nach dem geurteilt wird, falsch ist, ja manche Vorwürfe gar die Forderung nach einer Häresie sind, so sind wir mitten in einer Zeit, wo die Kirche WIRKLICH schwerstens versagt und Blut an ihre Hände schafft. Denn sie hat schon vor geraumer Zeit begonnen, sich aus der Rolle der Religion zu verabschieden, als Taktgeber der Zieledefinition und Lebensweise. Der Kampf, den sie heute angeblich führt, gegen Abtreibung etc., ist nicht nur halbherzig, er ist überhaupt nur ein Scheinkampf auf der Ebene des von der Eidechse abgeworfenen Schwanzendes, ein Schattenkampf mit Phänomenen und Gespenstern. Die wirklichen - GEISTIGEN - Herausforderungen weist sie immer strikter sogar von sich. In diesem Papst hat dieses Versagen gar eine neue Qualität erreicht, weil es erstmals zum kirchenpolitischen ("pastoralen") Programm gemacht wird.  Pastoral aber ist bereits die Ebene der Macht. Nicht die der Autorität. 




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Von Liebe versteht er schon gar nichts (3)

Teil 3) Rücktritt JETZT - Der völlige Vertrauensverlust




Es ist müßig darüber zu spekulieren, wie der Mythos aufgekommen ist, daß Papst Franziskus ein "Mediengenie" sei. Am ehesten sind hinter solche Aussagen sehr persönliche Interessen einzelner Gruppen anzunehmen, die den nicht erklommenen, damit realpolitisch vogelfreien Papstsitz - die Residenz des Papstes ist nach wie vor leer - usurpieren wollen. Und Gruppen, die das betreiben, gibt es jede Menge. Denn in Wahrheit ist Bergoglio das genaue Gegenteil, und seine Medienpräsenz verdankt er nicht seinem persönlichen Genie, sondern der Groteske, die dieser Papst ALS Papst darstellt. Denn von Beherrschung der Medienklaviatur kann nicht die geringste Rede sein. Das einzige, was er erreicht ist MedienPRÄSENZ. Und dazu braucht es nicht viel, schon gar nicht im höchsten Amt der Welt (!). 

Tatsache ist, daß der Papst selbst oder Nachrichten in seinem Namen ein Ausmaß der Verwirrung angerichtet haben, und das in kürzester Zeit, wie es bislang gar nicht vorstellbar war. Wie manche zu der Auffassung kommen, daß Franziskus die Glaubwürdigkeit des Papstamtes in unerhörte Höhen geschraubt habe, ist dabei völlig unerfindlich. Und wer eines aus zahllosen, wirklich zahllosen Beispielen für diese Behauptung lesen möchte, möge sich etwa einen Pressekommmentar aus jüngster Zeit zu Gemüte führen, der aus der Feder eines der sogenannten "Kirchenreformer" stammt. Er zeigt sehr genau, was dieser Papst wirklich verkündet - denn unter ihm scheint "endlich" alles disponibel. Und dem folgt natürlich sofort der nächste Dreck, den die längst besoffenen, unzurechnungsfähigen Medien in dei Welt setzen - genau dazu ermuntert, was eben diese "geheime" Kardinalsversammlung provoziert hat: Liebe als neues Gesetz - ohne Wahrheit. So wie es der Besoffene am Balkon am Petersplatz regelmäßig verkündet, und täglich hundertmal vertwittert.

Wer beweist das am stärksten? Genau jene Kreise, die mit enormer Energie zu beweisen versuchen, daß in dem ganzen Wirrwarr, den dieser Papst pausenlos anrichtet, eine geheime Botschaft der wahren Lehre zu vernehmen sei, man müsse sie nur hören bzw. aus den Mediennachrichten herausfiltern. Sie beweisen GENAU, was nun der Fall ist: Man traut diesem Papst einfach ALLES zu. Und zwar auch den größten Unsinn. Nennt man das also neuerdings "Vertrauen"? Nennt man das Fähigkeit, mit Medien umzugehen?

War da nicht einmal etwas mit "Euer ja sein ein Ja, Euer Nein ein Nein"? Wer ständig mißinterpretierbare Botschaften sendet muß in strenger Befragung gefragt werden, ob er nicht damit genau das wolle: daß damit der Fehlinterpretation das eigentliche Gewicht zubemessen werde. Kein Zufall also, daß dieser Papst Jesuit ist, das hat einen sehr tiefen Zusammenhang.

Wenn man von Umgang und Beherrschung spricht, kann doch nur gemeint sein, wenn Ursache und Wirkung beherrscht werden. Genau das aber ist bei diesem Papst überhaupt nicht mehr der Fall. Und kann es auch gar nicht sein, weil man in dieser Regelmäßigkeit davon ausgehen MUSZ, daß genau das beabsichtigt ist, allen Beteuerungen zum Trotz - die sind dann Ausreden. Wer ständig unüberlegt, das heißt: nicht auf das Eine zurückgeführte, ins Eine geführte, von dort belebte Äußerungen ausstößt, ja das sogar noch als "schlecht" darstellt, der ist in Wahrheit nicht nur dem Apparat völlig hilflos ausgeliefert, sondern der beabsichtigt genau das: Alle Macht dem Apparat; weg mit dem Personalitätsprinzip der Kirche, des Glaubens, der Menschheit.

Entsprechend werden ein und dieselben Aussagen einmal von jenen verwendet, die sich diebisch darüber freuen, daß sich die Kirche so für ihre Zwecke verwendbar darbietet, zum anderen von jenen "gutgedeutet", eine wahre Profession mittlerweile, die darin doch "in Wahrheit" die Verkündigung der wahren echten Lehre seit Anbeginn erkennen wollen. Und sie hineindeuten. Kaum jemand hat weniger Respekt vor der Autorität des Papstes, als jene "Papsttreuen".

Dieser Zustand wird nicht besser, im Gegenteil, er wird von Tag zu Tag noch schlechter. Für niemanden mehr ist zu unterscheiden, was Lehre der Kirche ist, und was einem sittenlosen Plappermaul im Papsttalar aus einer Laune heraus gerade einfiel. Das benützen mittlerweile so gut wie alle, weltweit, um sich aus dem wirren Wortsalat herauszulesen, was sie eben als Glauben wünschen. Das unten angefügte Video ist nur ein Beispiel von vielen.

Deshalb kann es nur ein Fazit geben: Bergoglio muß als Papst zurücktreten. Nicht nächstes Monat, nicht übermorgen - SOFORT. Gleichzeitig sind die wahlberechtigten Kardinäle der Welt zusammenzufassen. In einem Konklave sind diese dann nicht nur (von weltlicher Macht, die um die Bedeutung der Ordnung weiß, denn der Klerus ist fast ausnahmslos impotent bis zur Verächtlichkeit geworden) einzuschließen (historisch alles andere als erstmalig), um SOFORT zu einer Neuwahl zu kommen, sondern zuvor ist von einem (europäischen bzw. vom europäischen Kirchenvolk, einer Art "Basisversammlung" vorgeschlagenen) Konsilium Mann für Mann auf Herz und Nieren zu prüfen, nach welchen Kriterien er wählen möchte.

Nur so kann der Schaden wenigstens noch begrenzt werden. Denn nur noch wenig, und die Kirche ist als Welterscheinung regelrecht in Grund und Boden gestampft - und aufgelöst, weil ihre weltlichen Organe sehr real nicht mehr in der Lage sind, ihre geistige Einheit in Christus zu wahren. Die Kirchengeschichte ist voll von solchen Situationen. Aber der Mensch braucht die Kirche, lebensnowendig!

Die Kirche begann am Kopf, und sie bleibt nur vom Kopf aus. Der Handlungsbedarf ist dringender, als die meisten sich vorstellen können. "Wenn der Menschensohn wiederkommt, wird er dann noch Glauben finden?

So - nicht.*

Und um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Der VdZ hat sich keineswegs fanatisch in das Thema Klimawandel verbissen. Vor einem Klimawandel hat oder hätte er keine Angst, warum auch (wenn er ihn freilich überhaupt sähe.) Es ist aber die derzeit größte Psychose, ja Dämonie, die die Menschheit zu plagen aufgebaut wurde und wird, folgenschwer wie noch nie und totalitär bis in die kleinsten Lebensdetails, und deshalb ist ihrer zu wehren. Um "wisenschaftliche" Aussagen geht es nur insofern, als es hier um Mißbrauch der Wissenschaft bzw. ihrer gesellschaftlichen Stellung und Aussagemöglichkeiten als politischer Hebel geht. Klimawandel ist eine Frage der Politik also, eine der Lüge, der Charakterformung, der Sittlichkeit, und nicht eine der Wissenschaft. Und deshalb eine Frage der Ehtik, des Rechts, und damit eine der Religion. Eingebettet in eine umfassende mechanistische, materialistische Weltanschauung, die hier nur eine weitere spezifische Fratze ausgebildet hat. Nur insofern interessiert ihn dieses Thema, nur deshalb hält er es für so bedeutend: mit dem Köder "Klimawandel" schlucken die Menschen eine Weltanschauung.







*Er wäre auch darin nicht der erste Papst, bei dem man zweifelt, ob er überhaupt Glauben habe. Genau so wenig wie es der erste Fall wäre, wo ein Papst per Volksakklamation zum Papst gewählt würde. Genau so wenig wie es zum ersten mal ein Konklave wäre, das von weltlichen Kräften zu einer guten Wahl gezwungen würde. Erstmalig in der Geschichte ist nur die Paralyse des Glaubenssinns, in diesem Fall vor allem durch das verkündete (nicht: inhaltlich-dogmatisch!, sondern als kirchenpolitischen Akt, eine völlig andere Wirkebene) Unfehlbarkeitsdogma.  





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Montag, 1. Juni 2015

Vom islamistisch-christlichen Klimawandelkommunismus (3)

Teil 3) Parallelen - Eine neue Religion am Horizont - 
Eine Häresie der nur einen Wahrheit



Hier also schließen sich die Kreise Islam - Kommunismus und - Klimahysterie. Allen reichen die Fakten, die Tatsachen der Welt nicht aus, weshalb sie in eine andere Lesart flüchten. Und diese quasi "höherwertigen" Prämissen und Forderungen unhinterfragbar dogmatisieren.  Weil schon ein Hinterfragen der Zielsetzung selbst, die nur absolut gesetzt werden kann, entgegenläuft. Eben weil sie abstrakt ist, und nicht verdinglicht werden dürfte - abstrakte Ziele sind aber aus ihrer Natur heraus nicht direkt erreichbar! 

Sie sind deshalb nicht zufällig in göttliche, absolute Sphäre gehoben, als einziger Weg, sie zu "verdinglichen". Um sie historisch aber "zu erreichen", verlangen sie den völligen Stillstand, ein Einfrieren des status quo, der immer ein Rückgriff auf vergangene Zustände ist.

Wenn die Stimmen innerhalb der "Klimaerwärmungsfraktion" immer stärker werden (und dem VdZ liegen einige ganz aktuelle Publikationen vor, die genau das sagen), daß es eigentlich unmaßgeblich sei, ob die Wissenschaft den Klimawandel "beweisen könne" (auch Gott läßt sich ja nicht linear-wissenschaftlich oder physikalisch beweisen, weil nominalistische Wissenschaft ja prinzipiell gar nichts beweisen kann), denn seine inneren, moralischen Ziele seien ja das wesentliche, dann haben wir es mit derselben Entwicklung zu tun, die auch der Islam durchgemacht hat. Auch dort hat man bis ins 11. Jhd. keineswegs von einer eigenen "Religion" gesprochen. Nirgendwo. Es war Christentum als Basis, zumindest wie man es verstand, das durch politisch-soziale Motive die Gestalt einer Religion annahm. Und genau das, bis ins Detail, ist beim Klimawahn zu beobachten. Weshalb beide Debatten, die über den Islam wie über den "Klimawandel", an Aktualität kaum zu überbieten sind. Auch die Umweltbewegung ist eine politisch-soziale Bewegung einer bestimmten Gesellschaftsschichte. So war es auch bei der Entstehung des Islam.

Das heißt, daß die Historienerzählung des Islam, sowie über weiteste Strecken - genau dort, wo er "wahr" ist - auch sein dogmatisches Gepräge, abstrakte Bilder des Guten und Schönen und Wahren darstellt. Er liefert damit eine Folie für den "Kampf gegen den Klimawandel": Fakten werden gleichgültig, es geht vielmehr um den moralischen Wert, der sich in seinen abstrakten Zielen ausdrückt. 

Aber niemandem dürfte einfallen, eine poetische Geschichte, in die hinein die Entstehung des Islam, seine spätere Geschichte überhöht wurde, wie es nun beim "Kampf gegen den Klimawandel" passiert, als Sammlung historischer Fakten zu betrachten. Der gesamte christliche Glaube fiele, wenn die Historizität, die faktische Historizität von Jesus Christus fallen würde. Gestern, als reale Geschichte, heute als geschichtlich wirksame Wirklichkeit, deren Relevanz für die tägliche Realität uns erst durch diese Geschichtlichkeit erkennbar wird. 

Einfach auf Geschichtlichkeit aber zu verzichten, wie es die Poesie macht, wäre dem Christentum unmöglich. Es wäre ... Fiktion. Ist also der Islam poetische Fiktion? Wie die sich abzeichnende Klimawandelreligion? Davon ist auszugehen.

Es kann überhaupt kein Zweifel darüber bestehen, daß der Koran (sowie die Hadithen, auf die sich die muslimischen Lebensregeln und Rechtsauffassungen weitgehend beziehen), der auf einer christlichen (historisch-real basierten) Erzählung beruht, durch die spezifische arabische, beduinische Poesie grundlegend geprägt und gestaltet wurde. Das Problem begann, als sich ab dem 9., vor allem aber dann dem 11. Jhd. seine wörtliche Lesart durchsetzte, und genau daraus sich dann das bildete, was man fortan als "Islam" bezeichnete. In der sich dann aus der ursprünglichen Zusammenstellung der Anspruch einer Religion zurückwendet, unantastbar und in sich geschlossen (weil wahr, das heißt: göttlich) zu sein. Womit das Wesen der Vernunft nachgeahmt wird, Vernünftigkeit (weil Wirklichkeitsrelevanz, also: historische Relevanz, denn darauf basiert Vernunft, sie ist kein Nominalismus) also simuliert wird. 



Morgen Teil 4) Islam, Papst und Klimawandel - mißbrauchte, unverstandene Poesie






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Von Liebe versteht er schon gar nichts (2)

 Teil 2) Die Pathologie eines Menschen wird dogmatische Struktur




Von Liebe hat dieser Papst, der genau der Gnostiker ist, welcher zu sein er als Verirrung bezeichnet (leere, verwirren sollende Worte, wie fast alles, was da aus Rom noch zu hören ist), genau so wenig Ahnung, wie von sonst noch fast allem, womit er befaßt wäre. Hätte er das, könnte er distinkt sprechen. Das kann er aber nicht. Nichts von dem, was er tut, bringt er nämlich in ein stringentes Begriffsgerüst, also erschlägt er alles mit möglichst vielen Worten. Und opfert mit Links die Wahrheit, löst sie auf in diffusem "Hauptsache Gefühl". Und so tritt er in ein geistiges Fettnäpfchen nach dem anderen.

Da redet er über die Todesstrafe, als gäbe es keine definierte, weil wohl durchdachte Position der Katholischen Kirche, als hätte er gerade die Menschlichkeit erfunden. Da redet er über die Ehe, zu der ihm nichts einfällt als ein paar fromme Sprüche ("Der Liebe Gott will die Ehe!"), als hätte er noch nie im Leben von der ontologischen Struktur des Seienden vernommen, die Ehe als Wesen der seienden Welt zeigt (was die Naturwissenschaft auch belegt). Und deren Beispiele lließen sich jeden Tag finden. Wo er zwar viel, ja enorm viel auf den Tisch wirft, über Twitter und Medien, aber immer ist es Kleingeld, sind es rostige Eisen- oder Kupfermünzen mit Grünspan, den natürlich Diensbeflissene sofort abkratzen und erregt in die Welt schreien: ES IST ECHTES GELD!

Wir wollen das an einem (recht willkürlichen) Beispiel demonstrieren, was da laufend passiert: Das läuft ungefähr so ab, als würde man über die Abschaffung des Nationalfeiertages diskutieren. Und in allen Argumenten geht es um die Belebung oder Nicht-Belebung des Tourismus (durch Ausflugsfahrten). Und die Guten sagen: Wir wollen das Gute, wir wollen die Belebung, wir wollen ja, daß es allen gut geht! Und das Parlament beschließt: er bleibt, weil er gut für den Tourismus ist. Was aber ist da passiert? In Wahrheit nämlich wurde der Nationalfeiertag GERADE WEIL ER BLIEB abgeschafft. Nicht gleich, vorerst bleibt er ja. Aber bei der nächsten Debatte wird man etwas Seltsames feststellen: Das alte Argument zieht nicht mehr. Niemand findet es attraktiv genug. Also schafft man ihn ab.

Ein inhaltlich saublödes Beispiel, der VdZ weiß. Aber es zeigt eine Grundwahrheit. Wenn die Kirche über die anthropologische und geistige Wahrheit nicht mehr in der tiefsten Dimension weiß und davon spricht, wird ... alles abgewertet, wofür sie je stand und steht. Es wird durch diese Abgraduierung in den Ebenen (als nicht mehr "Erstes", "Letztes")

Ein Papst, der nicht in der Lage ist, aus dem Tiefsten und Letzten zu sprechen, wertet somit alles ab. Auch ... Gott. Ein Papst der tatsächlich glaubt, durch sein eloquentes Geplaudere Christus mehr darzustellen, weil er gar nicht in der Lage ist, und das ist die Wahrheit die täglich neu bewiesen wird, zu verstehen, worum es in allerletzter Konsequenz geht, der nicht einmal begereift, daß deshalb das institutionelle Gerüst, das Gerüst aus Form und Gestalt, aus KULTUR, hinter dem jeder Papst zu verschwinden suchen kann, ja das sogar MUSZ, weil er immer hinter dem Anspruch Christi, der Kirche, zurückbleibt, IMMER, erniedrigt und beleidigt die Kirche und damit Jesus Christus selbst. Das hat auch Herr Bergoglio nicht erfunden, auch wenn er laufend so tut. Die Demut früherer Päpste ist um Dimensionen tiefer als jene dieses Argentiniers.

Es ist die pure Wahrheit. Dieser Papst beleidigt permanent Gott, indem er die Wahrheit selbst zum Gespött und lächerlich macht, was er noch als Kavaliersdelikt, bestenfalls, abtut, und auf einen höchst diffusen Begriff von Barmherzigkeit verweist, als würde er daran glauben ... naja, für die Massen reicht es eben. Das ist aber alles keine Frage der Rezeption, der Reaktion der Massen, das ist ein objektives, ontologisches Geschehen.

Was er durch Notgriffe zu allen möglichen Begriffen - vor den Menschen! die sind sein Forum, sein Gericht! - zu vertuschen sucht, die er dann in die Menge wirft, um Tiefe zu SIMULIEREN, weil er nicht einmal weiß, daß man Tiefe ERKENNT, so wie man an einer Handschrift nicht einfach nur die nominellen Worte erkennt, sondern so unendlich mehr. Nur ... die Masse eben nicht; darum "liebt" er sie ja so, daß er sie permanent als Geiseln benutzt, umso leichter, als die das ja geradezu fordern, weil damit auch ihr nichts passiert.

Er ist halt so, jubeln dafür die Claqueure, die mit wässrigem Mund auf die Verteilung von Pfründchen und Ämterchen und Silbermünzen warten, es nur nicht sagen, sich dafür für besonders clever halten und alles tun, längst alles tun, auch lügen, um den Schein - Kirche als Ideologie! - aufrechtzuhalten?

(Oh, welche Rolle spielt heute in der Kirche die Verschlagenheit. Sie ist wie eine Gallionsfigur geworden. Und zwar seit Jahrzehnten. In seiner Kindheit, und in der Familienerzählung, war alles mögliche an Schwäche in der Kirche. Gut. Aber seit den frühen 1970er Jahren hat der VdZ vor allem Verschlagenheit in der Kirche festgestellt, Lüge, Verlogenheit, Falschheit, die sich nun so geschickt wie noch nie tarnte.)

Ähnlich hat man auch schon bei Johannes Paul II. argumentiert, diesmal kommt dasselbe also nur noch stärker zur Blüte. Denn auch dort hat sich - mit seiner Krankheit sowieso - das Persönliche immer mehr in den Vordergrund gedrängt. Benedict XVI. hat mustergültig, ja diesmal wirklich heiligmäßig vorgezeigt, wie dann zu handeln ist, wenn man die Maske des Amtes nicht mehr tragen kann, weil sie einem persönlich zu schwer wird. Dieser Papst greift die Maske ja nicht einmal an, hat sie aber freilich  neben sich am Sitz liegen, so als klitzekleines Droherchen, damit alle doch noch wissen, wie er persönlich zu sehen ist, ohne daß man es ihm nachweisen kann. Früher hat man solchen Päpsten die Nasen und Ohren abgeschnitten. Es war nicht das einzige, was man der Kirche heute vorwirft, abe in den Augen des VdZ alles andere als einen Vorwurf wert ist. Wenn der Papst also pauschal die Todesstrafe verdammt, öffentlich, dann sehr sicher, um sich eines Tages persönlich zu schützen. Er weiß, was ihm im Urteil, dem sich jeder (nicht nur irgendwann einmal nämlich) gegenübersieht, blüht. Denn die Geschichte IST Gericht. Täglich.

Selbsttranszendenz, die Grundlage wie Wirkung der Liebe, ist immer und wesentlich eine Frage der Transzendenz auf ein Amt zu, in direkter wie übertragener Weise. Weil jedes Leben eine Rolle, und damit ein Amt ist, auf das hin transzendierend sich ein Mensch erst zur Freiheit (und zum Ich!) entwickelt.

Niemand "ist" so. Sein ist ein Akt. Es hat deshalb immer sittliche Qualität, Qualität der Wahrheit - oder der Nicht-Wahrheit und Lüge. Lüge, Verschlagenheit - das sind die Signata dieses Pontifikats. Deshalb wird er noch heilig gesprochen werden, da sitzt er noch in der Pizzeria und bestellt eine zweite Pizza für den Mann mit ölverschmierten Händen und in Arbeitsmontur vom Nebentisch. Aber ich will mir noch schnell die Hände ... Nein, lächelt da voller Liebe der Papst, brauchen wir nicht, essen sie, es wird kalt! Die Legendenvita war ja schon geschrieben, da war er noch nicht einmal im Amt.

Natürlich spürt er das, der Herr, der den Stuhl Petri warmhält, weil der nie erkaltet, das ist versprochen und geglaubt. Weil jeder es spürt, darum weiß, wenn er über dem Nichts schwebt, sich nur mit Luftballons in der Luft hält. Also redet er davon. Redet und redet, auch durch Selbstbezichtigungen, durch Selbstironie, die amerikanischeste Form der Flucht vor der Wahrheit.

Dann hat er "alles gesagt", und jedem, der stutzt, der unzufrieden ist, der zumindest fühlt daß da etwas nicht stimmt (und oft besonders schlimm dran ist, weil ihm das theoretische Rüstzeug fehlt, das Gefühlte auch in Begriffe zu bringen, wozu ihm heute auch niemand mehr helfen will, weil alle mittun, in der großen Vernebelungsaktion), der etwas kritisiert, kann er dann sagen: Aber ich habe es doch eh so gemeint, hier, hier habe ich es ja auch gesagt. Oder sage es gleich mal. 

Und spekuliert, wie es eben dieser Charakter tut, mit der Ungreifbarkeit, in der man steckt, wird ein Argument ad hominem vorgebracht. Denn natürlich kennt im letzten nur Gott ein Herz. Da muß man schon ziemlich fest stehen, um das noch vorzubringen zu wagen. Aber so wie sich der Protestantisms erst verstehen läßt, wenn man ihn in persönlichen Motiven, in seelischen Fehlentwicklungen (und nicht in theoretischen Differenzen; die kamen erst nachher) verwurzelt sieht, so ist es auch bei diesem Papst.

Denn nominell hütet er sich ja, etwas wirklich Falsches zu sagen. Das unterläuft ihm nur manchmal; dann korrigiert er (oder sein Pressebüro) am nächsten Tag, oder kann davon ausgehen, daß der Großteil der heutigen Katholiken es ohnehin nicht mehr erkennt.

Mal gilt dann der angebliche Sinn, dann die Wörtlichkeit, je nach Bedarf und je nach Rezipienten. So kann sich jeder alles heraussuchen. Und das, woran er sich ab und zu erinnert, was er zu sagen, zu tun hätte, "Wichtiges" vor allem, löst er schön eins nach dem anderen in Abstrakta auf. Da kann man mit katholischen Zentralbegriffen fast nie etwas falsch machen. Und ein bisserl Moralwürze auch noch dazu, und schon stimmt das Süppchen auch der "Konservativen", der "ewig Glaubenstreuen" wieder.

Man nennt das Nominalismus, schlicht und ergreifend. Und verdient nicht als "netter kleiner Fehler gewisser Plauderlaune" weggewischt zu werden. Und es scheint ihn nicht einmal zu interessieren, daß er ahnungslos wie ein Betrunkener durch die Kirchengeschichte torkelt. 

Das ist nicht Liebe, werter Herr Bergoglio, von der sie da sprechen. Aber woher sollen Sie das auch wissen, alles was sie bisher gemacht haben hat es ja ohnehin bereits verraten, es ist also nichts Neues. Wir sind aber nicht mehr bereit, uns mit Grinsefratzen oder schleimigem Getue, das unter anderen Vorzeichen ziemlich irritierende Zuordnungen erhielte, und dem lapidaren "naja, stimmt schon natürlich irgendwie" zufrieden zu geben. Denn es nervt gewaltig, sich auch noch gegen den Papst zur Wehr setzen zu müssen, so wie man es seit Jahrzehnten gegen die Liturgie machen muß. Das ist auch keine Spiritualität, die nimmt ihnen niemand ab, der noch einen Rest Vernunft bewahrt hat. Die vernunftlose Spiritualität, von der sie daherschwadronieren, gibt es nicht. Ah, ein Einzelfall? Heute sind alle Einzelfälle, das solle nur ein Hinweis sein.

Entsprechend blamieren sich derzeit nicht nur jene Unzähligen, die etwa auf nominelle Wortinhalte hinweisen, um die Qualität von Aussagen zu bestimmen, und dabei ignorieren, daß diese Ausagen für jeden und alles verwendbar sind, sondern vor allem auch jene, die in dieses Gewäsch auch noch "spirituelle Tiefe" hineininterpretieren wollen. Die sie offenbar nicht einmal vom Hörensagen kennen.

Wie oft schon hier gesagt: Dieser Papst ist ein wirklicher, ja ein furchterregender Lackmustext der Katholizität. Für die Kirche, die Gläubigen. Gott sei uns allen gnädig. Er verkürze diese Prüfung, weil ihr zu viele zum Opfer fallen.


Morgen Teil 3) Rücktritt JETZT - Der völlige Vertrauensverlust





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