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Sonntag, 26. September 2010

Samstag, 25. September 2010

Raum ist Beziehungsbestimmung (2)

Fortsetzung von Teil 1:

Aber Einsteins Konzeption ist mangelhaft, wie die Quantenphysik belegt. Es fehlen Komponenten, wie die Metaphysik weiß. Feuling nennt einige, und findet sich auch hier in völliger Übereinstimmung mit der aktuellen Quantenphysik, die weiß daß die Einstein'sche Konzeption (genau in diesen Fragen!) zu kurz greift, nicht mehr ausreicht, ja widersprüchlich wäre: Gestaltqualität, sowie "Impuls" (Bewegungsanstoß).

***

Einstein wußte das, wie aus den Gesprächen mit Gödel hervorgeht. Er wußte auch, daß zumindest die Mehrzahl er physikalischen "Gesetze" nur Beschreibungen einer statistischen Häufung sind, also keine Ursachen beschreiben, sondern Wirkungen. (Und hier wird ja Hawkings, gerade jüngst, zum reinen esoterischen Gnostiker! eben: zum habituellen "Dichter".)  

***

Ein Habitus, der von Frauen sehr gut (als körperlich unterlegenes Geschlecht) bekannt ist: Der Mensch, der mangels physischer Möglichkeiten (Behinderung, Krankheit) keine Möglichkeit zur gestalthaften Gottanähnlichung (Vergottung) hat, neigt dazu, sich zu Vergotten, indem er sich selbst zum geistigen Zentrum des Universums stellt. Und das tut er, indem er eine Erklärung setzt, die von ihm - wie es die Vernunft wäre - nicht mehr trennbar ist. So sucht er unbewußt jene Macht zu erhalten, die er andersartig nicht erlangt: Wahrheit, die es nur personal gibt, wird abhängig von der Selbstoffenbarung. So, wie es Gott (in Jesus) gemacht hat.

Das Wesen des Menschen ist: Inkarnation, um ewig da zu sein. Also setzt er Lebendes, von ihm Erzählendes, in die Welt. Körperlich, und damit geschöpflich, in den Kindern, im Werk, in der Welt, die durch ihn verändert ist. Der Glaubenslose, noch dazu körperlich Unbewegliche, Machtlose, dem die Transzendenz, das Kontinuum außerhalb seines Hier und Jetzt, hat hier - begreiflich - nur Kurzschlüsse: seine Existenz gerinnt im Hier und Jetzt, auf ihn selbst.

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Und also verdammte er die ihm Hörigen zum selben Weltgefühl: ausgeliefert einer sinnlosen, sich selber kraft unausweichlicher Gesetze, den Einzelnen ohnmächtig lassend, abspulenden Maschinerie der Weltseiung ...



*250910*

Unser Leben, ein leerer Raum (2)

Fortsetzung von Teil 1) - Hat uns die technische Entwicklung wirklich "mehr" Dinge (leichter) ermöglicht? Oder werden uns nicht einfach andere Dinge unterjubelt?

Ist das, was aus den Fabrikationsstraßen kommt, wirklich noch ein Anzug? Ist es ein Kleidungsstück, das auch nur annähernd mit einem "Maßanzug", dem Urbild eines Anzugs, an dem sich jedes Fließbandstück messen muß und mißt, vergleichbar ist? Oder ist es gar keine wirkliche Ware mehr, sondern bloßer Schein, der gewisse Grundbedürfnisse befriedigt, die ein Kartoffelsack im Grunde (es ist nur leicht übertrieben) genauso befriedigen könnte? Haben wir nicht für diesen "Wohlstand", der den Namen vielleicht gar nicht verdient, einen extrem hohen Preis bezahlt. Wir haben die Dinge verloren?! Und ist es nicht das, was uns an allen Ecken und Enden auf den Kopf fällt?

Ist es nicht so, daß wir versucht haben, besser zu leben, und dabei verdrängt haben, was leben überhaupt ist? Haben wir nicht ein gigantisches "Bäumchen wechsle dich"-Spiel aufgezogen, getragen von der Vereinbarung zu einer riesigen Illusion, zu der alle schweigen - wo alle mehr und mehr nur noch so tun, als hätten sie jene Produkte, DERETWEGEN sie diese Entwirklichung der Welt, die um ihre Eigenschaften betrogen wird!, akzeptieren und vorantreiben - ohne sie damit überhaupt noch jemals zu "haben"?

Ist dann also, das alles bedacht und fortgesetzt, das Internet, die Cyberworld, die reine Illusionswelt, getragen von pausenlosem "Welt-Geschwätz" in Facebook etc. als "Universalidentität", als "Allgott", als "Pan-Theos", die sogar uns Menschen, unsere Identität nur noch in Wortwolken existent sein läßt, am Ende dieser Kette nicht das Allerlogischeste? Ist nicht dieses ständige "Stand-by"-Haltung, in der sich alles schon findet, das Indiz schlechtin? WANN BEGINNT mein LEBEN ENDLICH?!

Aber nicht nur das. Wir haben dafür auch akzeptiert, daß wir die Basis unseres Lebens - die reine Luft, das saubere Wasser, die Artenvielfalt der Welt, die Schönheit der Welt, die Schönheit der Künste, des Umgangs miteinander, alles einfach - dafür hergeben! FÜR SINNLOSES ZEUG, FÜR BLOSZEN SCHEIN HERGEBEN! Für wertlose Zweite-, Dritte-, Vierte-Wahl-Produkte.

(Hier schließt sich noch manch anderer Gedankenkreis, der in letzten Blog-Einträgen hier angeschnitten wurde, so zum Beispiel der über den "Mittelstand", der für sich gesehen unvollständig gewirkt haben mag: Hier wird rasch klar, warum die sprichwörtlich gewordene "Million" keineswegs "Mittelstand" bedeutet. Sie ist ein Scheinrang in einer Scheinwelt - nicht mehr.)

Demnach, und der VdZ neigt zu dieser Ansicht, hat sich rein gar nichts verbessert, und wer immer uns erklärt, daß die jährlichen Produktivitätssteigerungen es sind, auf denen unser ganzes Rentensystem, unser Sozialstaat als Meister des Vernebelns der wirklichen Vorgänge, einfach alle diese tollen Annehmlichkeiten beruhen, auch die wachsenden Schulden zu einem reinen Rechenspiel machen, und völlig unbedenklich sind, den sollten wir teeren, federn, und vor die Stadt setzen!

Es hat sich nichts verändert im Sinne von verbessert - die Dinge haben sich nur verschoben. Alles ist damit nur komplizierter geworden, komplexer, vor allem aber undurchschaubarer, scheinbar, ganz vorn, an den Kassenschaltern, nicht nämlich unten, in den Eingeweiden, in den wirklichen Vorgängen, die sich nach oben nur so und so ziseliert darstellen, als wären sie Dinge für sich.

Doch nichts, vielleicht wirklich gar nichts, ist besser geworden. Sondern alles, was etwas wert ist und war, wurde unerreichbarer oder schlechter. Oder glauben Sie allen Ernstes, daß selbst ein nebensächliches Produkt, wie eben ein Anzug vom Fließband, DASSELBE Ding ist wie ein Maßanzug? Dann probieren Sie einmal einen Maßanzug, von einem guten Schneider (der dasselbe verdient, wie vor zweihundert Jahren ...). Und Sie werden denselben Wohlstand erfahren, wie er vor zweihundert Jahren geherrscht hat. Vielleicht aber werden Sie gar wieder eine Ahnung davon bekommen, was es überhaupt heißt: LEBEN!

Nicht funktionieren, eingespannt in einer Maschinerie, deren Sinn allen abhanden gekommen ist, weil ihr Ziel unerreichbar ist. Und das wird uns in dem Maß klar, als die Ressourcen schwinden. Als es keinen Reserveraum mehr gibt - den wir nun schon im Weltall suchen. Rom hat bestens funktioniert. Solange es expandieren konnte. Als die Ressourcen aber begrenzt blieben, gab es nur noch eine kurze Periode unter Augustus. Dann wurde es so lange kompliziert, bis es krachte. Unser Wohlstandssystem war ausgerichtet auf einen fernen Punkt, wo die - immer wieder! - Lateralschäden (die Umwelt, die menschlichen Inhalte, die Schönheit) eines Tages wieder gutgemacht werden könnten, weil nun alles erreicht wäre. Glück. Gemeinwohl. Wohlstand.

Besitzen wir das alles aber wirklich? Haben wir nicht wie Kindergärtner dieser lächerlichen Betulichkeitspädagogik jedes scheinbar Erreichte für sich gestellt, und an die Wand gepinnt, wo es nun angstvoll behütet wird? Was haben wir denn wirklich erreicht?




*250910*

Overdose Dollalkohol

Der (46minütige) Film eines schwedischen Regisseurs über die Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten beiden Jahre erzählt nichts Neues, insofern ist er entbehrlich, wenn auch didaktisch gut gemacht, vor allem auch für den Laien. Auch, wo er vor den, als "Krisenbekämpfung" ausgegebenen, nächsten, noch zahlreicheren, noch gewaltigeren Blasen (als von Werten nicht gedeckte Geldmengen) warnt, denn damit ist die nächste Krise vorprogrammiert, und sie wird unvergleichlich gewaltiger werden, als die letzte war.

Aber er macht die Geschehnisse (gar nicht so überdramatisiert) mit dem Epizentrum USA deutlich, und er macht sehr anschaulich, was in den letzten Jahren passiert ist: in der Entstehungsgeschichte seit 1999, in den Auslösern 2007.

Was er freilich nicht darstellen kann ist, was weiter passieren WIRD. Daß eine nächste, noch gewaltiger Krise kommen wird ist so sicher wie das Amen im Gebet, daran wird kein Weg vorbeiführen, was immer die Politik auch erzählt. Die derzeitige "Überdosis" an Geld in den Märkten, weltweit, kann nicht auf normalem Weg assimiliert werden. Das Konzept der Produktivitätssteigerung, die den Zinsdruck auffangen soll, hat noch nie funktiniert, und ist insofern lediglich Ausweis der Realitätsferne der vorgeblichen Eliten.




*250910*

Voranschreitende Sprachlosigkeit

Forscher der Northumbria University, Newcastle, England, haben (vorgestellt im Juli 2010 anläßlich der British Cognitive Linguistic Association Conference) bei einem Projekt über Sprachbeherrschung bei den Briten Erkenntnisse gewonnen, die noch schwerwiegende Auswirkungen haben könnten. Nicht zuletzt wurde die Sprachtheorie von Noam Chomsky widerlegt, die aber didaktischen Lernansätzen für viele Schulsysteme weltweit zugrunde liegt.

Chomsky meint, daß jedes Kind eine Art "Hardware" im Gehirn besitzt, die es - egal in welcher Sprache! - grammatikalische Grundkonstruktionen besitzen und anwenden läßt. Es gäbe so etwas wie eine "universale Sprachgrammatik". Chomsky schloß das unter anderem daraus, daß gewisse Sprech- und Verstehensmuster weltweit gleich seien. Das muß aber andere Ursachen haben, denn die breit angelegte Studie fand heraus, daß dies keineswegs überall zutrifft.

Vielmehr kam als schockierendes Ergebnis heraus, daß ein hoher Prozentsatz der Briten - ob jung, ob alt - bestimmte grammatische Grundkonstruktionen nicht versteht! Und zwar setzt dies bereits bei einfachsten Passivkonstruktionen an, wie: "Der Soldat wurde vom Matrosen geschlagen." Desgleichen bestehen Probleme im Verständnis von Abstrakta, wie "jeder".
The project assumed that every adult native speaker of English would be able to understand the meaning of the sentence: "The soldier was hit by the sailor."
Dr. Dabrowska and research student James Street then tested a range of adults, some of whom were postgraduate students, and others who had left school at the age of 16. All participants were asked to identify the meaning of a number of simple active and passive sentences, as well as sentences which contained the universal qualify "every."
Diese Ergebnisse waren praktisch über alle gesellschaftlichen Schichten gleich. Bisher war man davon ausgegangen, daß unter den Menschen ein gewisser Stock an sprachlichem Grundverständnis vorhanden sei. Dem ist offensichtlich nicht so. Und zwar unabhängig von der Intelligenz, aber stark abhängig von der Dauer schulischer Ausbildung und ... Herkunft.
As the test progressed, the two groups performed very differently. A high proportion of those who had left school at sixteen began to make mistakes. Some speakers were not able to perform any better than chance, scoring no better than if they had been guessing.
Unterwies man die Testpersonen, lernten sie meist rasch, mit solchen "komplexeren" Sprachkonstrukten umzugehen. Dr. Ewa Dabrowska, die Leiterin der Untersuchung, kam zu dem Schluß, daß diese Personen als Kinder nie darauf aufmerksam gemacht worden waren, auf ihre Sprache mehr zu achten. Aufmerksamkeitsdefizite scheinen ihr nämlich die wahrscheinlichste weil erhellendste Erklärung.

Diese Ergebnisse, so Dabrowska, legen aber weitreichende Überlegungen nahe: Wenn nämlich ein immer größer werdender Prozentsatz der Bevölkerung (in England) ein derart eingeschränktes Sprachverständnis hat, wird es nicht ausbleiben, die öffentliche Sprache, in Dokumenten, Medien etc., entsprechend anzupassen.

In jedem Fall aber muß man Chomsky widersprechen, denn es ist eindeutig NICHT so, daß jeder Mensch, egal in welcher Sprache, egal in welchem Dialekt, jedenfalls in seiner Muttersprache, eine weltweit gleiche grammatikalische Kernkompetenz automatisch, also angeboren hat. Vielmehr ist Sprache - und vor allem Denken, Verständnis! - weit mehr und weit tiefer als "zu entwickelnd" einzustufen, als bisher angenommen wurde.

Gefunden auf foundontheweb



*250910*

Was viele sich wünschen

Und dann kam alles anders: die Ordnungen stürzten. Der Zeremoniar verrät die tieferen  Vorgänge längst, durch den Frosch im Hals. Plötzlich wird sich jeder der Macht bewußt, die er in dieser Situation hat. Dabei fehlt es nur an einem: an jemandem, der die Ordnung, als Kopf, hält. So sieht eine Gesellschaft aus, die keinen mehr hat, sondern ihre Hierarchien aus der Bewertung von Leistungen bezieht.




 *250910*

Solche Tage gibt es öfter

Ein Hörerwunsch. Wieder die Lambchops - I believe in You
Gerne.




from youtube.


I don't believe in superstars
Organic food or foreign cars
I don't believe the price of gold
The certainty of growing old

That right is right and left is wrong
And north and south can't get along
And east is east and west is west
And being first is always best

But I believe in love
I believe in babies
I believe in mom and dad
And I believe in you

I don't believe that heaven waits
For those that only congregate
I like to think of God as love
He's down below, He's up above

He's watching people everywhere
He knows who does and doesn't care
And I'm an ordinary man
Who sometimes wonders who I am

But I believe in love
I believe in music
I believe in magic
And I believe in you

Well, I know with all my certainty
What's going on with you and me
Is a good thing and it's true
And I believe in you

Well, I don't believe virginity
Is as common as it used to be
In working days and sleeping nights
That black is black and white is white

That Superman and Robin Hood
Are still alive in Hollywood
And gasoline's in short supply
The rising cost of getting by

I believe in love
I believe in old folks
I believe in children
And I believe in you 

Ich glaube nicht an Superstars
Bio-Lebensmittel oder ausländische Autos
Ich glaube nicht an den Goldpreis
Die Gewissheit, alt zu werden

Rechts ist rechts und links ist falsch
Und Nord und Süd vertragen sich nicht
Und Ost ist Ost und West ist West
Und der Erste zu sein ist immer das Beste

Aber ich glaube an die Liebe
Ich glaube an Babys
Ich glaube an Mama und Papa
Und ich glaube an Dich.

Ich glaube nicht, dass der Himmel wartet
Für diejenigen, die sich nur versammeln
Ich stelle mir Gott gerne als Liebe vor
Er ist unten, er ist oben

Er beobachtet die Menschen überall
Er weiß, wer es tut und kümmert sich nicht darum
Und ich bin ein gewöhnlicher Mann
Der sich manchmal fragt, wer ich bin

Aber ich glaube an die Liebe
Ich glaube an die Musik
Ich glaube an Magie
Und ich glaube an Dich.

Nun, ich weiß mit aller Gewissheit
Was ist los mit Ihnen und mir?
Ist eine gute Sache und es ist wahr
Und ich glaube an Dich.

Nun, ich glaube nicht an Jungfräulichkeit
Ist so häufig wie früher
In Arbeitstagen und Schlafnächten
Schwarz ist schwarz und weiß ist weiß

Dieser Superman und Robin Hood
Leben noch in Hollywood
Und Benzin ist knapp
Die steigenden Kosten des Überlebens

Ich glaube an die Liebe
Ich glaube an alte Leute
Ich glaube an Kinder
Und ich glaube an Dich.



*250910*

Freitag, 24. September 2010

Idee der Freiheit

Nehme ich dem Menschen die Idee* der Freiheit, so nehme ich ihm die Idee seiner höchsten Selbstwirklichung seiner Natur wie Berufung, nehme ich ihm seinen Selbststand. Er wird sich in unfreie Mechanismen fügen, sich und die Welt nur noch als Automatismus sehen (können), und nur dumpf eine Unwirklichung spüren, bis er völlig in Dumpfheit verfallen ist - sich im entscheidenden Anfange nicht verwirklicht hat. Seine Selbstbewegung kommt nie in Kraft und Fülle, und was er erkennend besitzt, erlischt, wird erstickt.

Ihm bleiben bestenfalls noch "bewegende Momente", als Anstoß und eigentlich Bewegendes von außen, wie die Massendynamik, die Droge, der Zwang von Umständen, oder - das heute aktuellste Mittel vielleicht - der Zwang der "Systemlogik", in die zu fliehen so verführerisch ist.



*Auch wenn sich natürlich das Wesen der Freiheit nicht in einer "Idee" erschöpft.



*240910*

Bis zum Kollaps

Der feministische Wahn tut etwas auf eine ganz eigene Art völlig Richtiges: Er baut die Furcht vor dem Mann auf, der den Vertretern solcher Psychosen, je weiter sich diese entfalten, je länger sich solche Schein-Identitäten quasi behaupten, zur immer schrecklicheren Bedrohung werden muß.

Weil er immer mehr transzendiert zu einer immer konkreteren, aus dem Metaphysischen (als im Geiste erfaßte Wirklichkeit "hinter" dem zu Erkennenden, Gestalthaften) geronnenen beziehungsweise auf solche Transzendenz reduzierte Wirklichkeit wird.

Somit kann er gar nicht anders, als immer hysterischere Formen der Abwehr natürlicher Geschlechterverhältnisse anzunehmen, die einer Autoimmunkrankheit, einer Allergie, (allegorisch) gleich sind. Die Aussage des Lesbentums einer früheren "Frauenministerin", der ersten in Österreich, illustriert diese Aussage hervorragend, und ist nicht zufällig.

Der Autoimmune aber kollabiert eines Tages, unweigerlich. Der Feminismus strebt also direkt seinem anaphylaktischen Schock, dem GAU der Autoimmunität, zu.

Der Feminismus schafft sich also jene Furcht beziehungsweise Angst sehr real und tatsächlich, die zu bekämpfen er immer weitergehende Schritte "fordert". Sie in einer Art "Theater" nach außen verlagert, um sie - im Dargestellten und Nacherlebten - zu besiegen. Den Feministen ist nur nicht klar, daß sie sich nicht im Theater selbst befinden.

Warum? Weil ... der Mann sie mit Schonung behandelt und sie in der Sandkiste spielen läßt. Denn noch? Noch nützt ihm der Feminismus, in seiner patriarchalistischen Faulheit. Er muß nicht einmal mehr Mann sein.

Da schaut er doch gerne lachend dem Gegacker der Hühner zu?

***

Er stelle sich die Frage, schreibt Ronald A. Knox einmal in einem Buch über die Schwärmerbewegungen (und eine solche ist der Feminismus sehr eindeutig), ob nicht alle Sünden nur in einer einzigen wurzelten - der der Trägheit, der geistigen Trägheit, der Acedia.

Das Gute, schreibt Feuling in seiner Metaphysik, ist das, das im Erkennenden einen bestimmten Bezug herstellt, aus dem heraus er ein zu Vervollkommendes, ein erstrebtes Bild von sich anstrebt. Dazu muß er die Freiheit zur Umformung, zur Bewegung besitzen. Die Trägheit richtet sich genau auf diese Bereitschaft zur Metamorphose.

Der Feminismus schafft also jene Männer, die in Trägheit gar nicht mehr Männer sind, weil sein wollen, weil meinen sein zu sollen, als höheres, ja höchstes Gut, in Wahrnehmung, Darstellung, Ausfüllung der Ordnung der Dinge.

Weiche, solcherart träge Männer also fürchten sich schon selbst vor dem Mann sein. Und hoffen, daß die Frauen recht haben. Und sind dankbar für die Definition eines Guten, das dem als Gut wahrgenommenen widerspricht, damit den eigenen Gewissensaufruf scheinbar entkräftet. Greifen deshalb auch gerne zu - in der Ordnung der Dinge tiefer stehendem - Guten, reißen es aus seiner Gesamtordnung, und sei es, daß sie die Windeln wechseln, oder in Karenz gehen.

***

Weil ein erkanntes Gut aber "zwingt", zu sich zieht, braucht die Acedia - Tätigkeit! Die meisten Menschen sind also (man beobachte das!) zuhöchst damit beschäftigt, gegen das wirklich zu erfüllende Gute zu kämpfen, es als Gut zu entkräften. Der Mensch der Acedia neigt deshalb zum Sarkasmus, zum Spott, zum zersetzenden Zweifel, und vor allem zur Verleumdung.




*240910*

Raum ist Beziehungsbestimmung (1)

Raum ist der definierte Abstand der Dinge zueinander, der erst in der Auffassung der Universalität des Geschöpflichen, dessen was ETWAS ist, und das es körperlich, gestalthaft ist, "den" Raum ergibt.

Was ETWAS ist, ist räumlich, und es ist durch seinen Abstand, durch seine Lage im Raum dargestellt. Darin drückt sich seine Beziehung aus. Veränderung im Raum bedeutet Relationsveränderung, und damit Veränderung des Seins, in einem riesigen Insgesamt Veränderung von allem.

Daß Bewegung im Raum mehr ist als bloße (wirkungslose) Relationsveränderung zeigt sich schon daraus, daß jede Bewegung relativ zu Gewicht und Maß Bewegungskraft verbraucht.

Und aus dieser Bewegung der Dinge heraus, in der sie sich ändern, und in der sich alles ändert, wird uns Zeit erfaßbar, wenn die Bewegung aus dem Abstraktum "herausfällt". Weil unser Erkennen "zergliedert", grenzt es die erfaßten Ausschnitte ab, im ordnenden beziehungsweise eine Ordnung zuerkennenden Urteil (nur so kann der Mensch geistig sein, erkennen!) "behäbig" ist, nicht fließend wie die Zustände der Dinge selbst. (Weshalb die unendliche Liebe - keine Zeit mehr kennt, unzeitlich ist. Zeit ist also eine Bedingung des Erkenntnisbruchs, der die "Erbsünde" war.)

Zeit ist also die Zahl des früher oder später je nach Lage im Raum, bezogen auf ein die Bewegung gliederndes Maß. So erklärt es übrigens Thomas von Aquin: Zeit ist die "Zahl der Bewegung nach dem Früher oder Später". Die, wie Feuling es weiter spezifiziert, "Bemessenheit der konkreten räumlichen Bewegung relativ zu den Distanzmaßen der Bewegungsbahn."

Weil Raum ohne Zeit, und Zeit ohne Raum also unmöglich ist, spricht die Physik von "Raumzeit", schreibt Feuling weiter, "in der alles Bewegte samt der Bewegung selbstkorrelativ, räumlich und zeitlich bestimmt sein muß, das heißt zugleich." 

***

Und dann kommt noch das individuelle Erleben dazu, als dritter Faktor der "Zeit" - die "Geistzeit" mithin (Bergson).

***

Die Einsteinsche Relativitätstheorie hat also der Metaphysik kein einziges neues Erkenntnismoment hinzugefügt - sie hat metaphysischem Denken (spätestens seit Aristoteles!) nur entsprochen, ja, sie hat das uralte abendländische metaphysische Denken bewiesen.




*240910*

Unser Leben, ein leerer Raum (1)

Der Goldpreis steigt und steigt und steigt, und wann immer Zeitungsberichte, wie in den letzten Wochen manchmal, das Gegenteil behaupten, warnen, so kann man fast sicher davon ausgehen, daß dies PR der Notenbank oder von Banken ist, die Angst haben, ihre Finanzprodukte nicht an den Mann zu bringen, oder die Gold ... horten wollen. Historisch die häufigste Methode, wie ein Staat seine "Währung reformiert". Das heißt, die alte Währung abstößt, weil sie als Tauschmittel endgültig zu wertlos und zu fragwürdig geworden ist. Auch das kommt in Zyklen und regelmäßig vor.

Goldpreisentwicklung 
im letzten Jahr

Und der VdZ überliest sie nicht, die Berichte über die Goldkäufe immer neuer Konstrukte, wie der "Bank für Internationalen Zahlungsaustausch", die damit spekulieren, daß jede Zwischenstufe, jede neue Risikomischung, ein wenig mehr Spielraum wieder ergibt, wie die wirklichen Vorgänge - und bei Gott, wie einfach sind die nämlich! - abzufangen, zu puffern, um das ganze Gebäude nicht, NOCH nicht, einstürzen zu lassen.

Bemerkenswert ist freilich die Beobachtung, daß die Wertschätzung von Gold über all die Jahrtausende gar, seit Anbeginn der Geschichtsschreibung, immer gleichblieb. Das kann nicht anders begründet werden als in einer tief mythisch verankerten Sicht der Welt, in der die Dinge ihrem Ursprung entsprechen. Also war Gold das Metall der Sonne, der Gestirne, des Lichts - der Erkenntnis, der Wahrheit ... Gottes. Gold wurde deshalb religiös gar verehrt, und daraus bezieht es seinen Wert bis heute, weil es als "geronnenes Licht", als Symbol und gar Inkarnation Gottes gesehen wurde. Entsprechende Kulte, mit nur wenigen Abweichungen, lassen sich in allen Kulturen der Welt und der Weltgeschichte nachweisen.

Ein untrügliches Zeichen für das Ende einer Kultur - oder zumindest einer Epoche, einer Phase - ist deshalb das Abstoßen der auf bloßem Vertrauen INEINANDER, in die Kultur also, aufbauenden Werte und Wertsymbole, des Geldes in diesem Fall. Und die Flucht in diesen letzten Auffangboden, die Flucht in den Goldkauf.

Bemerkenswert, daß das Äquivalent von Gold und Ware, also von menschlicher Leistung, praktisch immer, zumindest annähernd, gleich blieb. Kostete vor zweihundert Jahren ein Maßanzug etwa eine Unze Gold, so entspricht der heutige Goldpreis genau demselben Warenwert: einem Maßanzug. Und es erhellt bereits das nächste zu Sagende, wenn man "Anzug" das bestimmende "Maß" vorstellt.

Denn da gab es die Segnungen der Industrialisierung, der Arbeitsteilung, noch mehr aber der Mechanisierung. Vorzugsweise durch Wirtschaftsstudien gescheit gemachte Fachleute jubeln von Jahr zu Jahr, in welchem Ausmaß die moderne Wirtschaftsgeschichte eine Versorgung der Menschen gesichert und verbessert hat, in welchem Ausmaß die Technik das Leben der Menschen verbessert und erleichtert hat.

Hat sie das aber wirklich? Ist das, was aus den Fabrikationsstraßen kommt, wirklich noch ein Anzug?

Fortsetzung - Teil 2  
Hat uns die technische Entwicklung wirklich 
"mehr" Dinge (leichter) ermöglicht? 
Oder werden nicht einfach die Dinge ausgewechselt? 
Bezieht sich die vielgerühmte Produktivitätssteigerung 
wirklich auf dieselben Dinge?



*240910*

Horror

Und wie er funktioniert: er düpiert Erwartungen, die er zuvor aufbaut. Die Erwartung, aus der Erfahrung genährt, daß die Welt gut und erkannt ist, wird nasgeführt, indem das Dämonische und Irrationale einbricht. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß, wie beobachtbar ist, Rationalisten - die ja die größten Irrationalisten sind - häufig eine Vorliebe für Horror haben. Er ersetzt das religiöse Erleben, wird regelrecht zu einem solchen.

 



*240910*

Donnerstag, 23. September 2010

Tod durch Langeweile

Der (nach der nunmehr definitiv beschlossener Einstellung des Blattes:) ehemalige Wirtschaftskolumnist Prof. Dr. Wolfgang Ockenfels im Interview (Junge Freiheit) auf die Frage, warum der Rheinische Merkur, im Besitz der Deutschen Bischofskonferenz, nun eingestellt wird:

Die Zeitung ist an ihrer eigenen Langeweile und Belanglosigkeit zugrunde gegangen. Vor lauter Angst und Rücksichtnahme hat sie fast nur noch verwaschene Positionen gelten lassen. Aber dies teilt sie mit der heute noch vorherrschenden Mentalität des deutschen Verbands-Katholizismus. 



*230910*

Ganz nur im Höchsten

Welch' seltene Kunst, eine Kunst der Liebe, einen Menschen so zu beurteilen, ihm so zu begegnen, daß er selbst tatsächlich als Ganzes getroffen ist. Denn diese Kunst erlaubt kein Abspalten eines Menschen in diese oder jene Perioden, wo er hier gut, dort schlecht agiert, reagiert, lebt. Sie begreift den Menschen aus einer einzigen Mitte heraus, die zugleich seine Spitze ist.

Und diese Spitze ist die seiner wahren Berufung, wie sie jeder Mensch hat. Nur aus ihr heraus ist jemand begreifbar, weil nur in dieser einen und einzigen "Situation" ein Mensch ganz er selbst ist. Und zwar in seiner höchsten Möglichkeitserfüllung.

Deshalb darf ein Mensch nur aus dieser einen Aktualität heraus definiert werden.

Der Künstler erfährt es in besonderer Überraschtheit, denn er hat kein Archetyp, keine Vorlage für das, was er zu tun hat. Das heißt immer auch: für jene Situation, in der er ganz seine Möglichkeiten wirklichen kann. Das geht beim Schriftsteller bis zum Verfassen von bestimmten Texten, Genres etc., wo er etwas erfährt, wo etwas in ihm wirklich wird: Sein Höchstes, dem sein Bewußtsein hinterher läuft, das er nur staunend beobachtet.

Das findet zum Beispiel beim Schauspieler seine höchste Erfüllung dort, wo er so von sich frei ist, von einer festen Identität, daß er jede Rolle in seiner Vorstellungswelt so zu entfalten (und das heißt: ihr zu folgen) vermag, bis sie ganzer Lebenshorizont, höchste Erfüllung findet, seine Schauspielerphysis ganz bekleiden mag (und insofern wird er zur Kasperlefigur).

Im Alltag läßt es sich allerdings gleichfalls verorten, und nicht wenige erleben dieselbe Überraschung, wenn sie eines Tages mit einer Tätigkeit konfrontiert werden, die sie nicht nur beherrschen, ohne je damit konfrontiert zu werden, sondern die auch noch in ihnen etwas an Unmittelbarkeit freimacht, eben an Freiheit schafft, die sie noch nicht kannten.

So ist es zu verstehen, wenn, wie unlängst K. M. Gauß im Interview meinte, und wie Doderer schreibt, ein Schriftsteller von sich sagt, daß er nur im Schreiben ganz er selbst ist und sein kann. Dort erst und dort nur wird seine höchste Möglichkeit erfüllt und wirklich.

Und von dort her muß man ihn - und muß man jeden - dann sehen, und lieben: von seiner höchsten Wirklichung her. Dort ist er ganz. Überall anders leidet er Mangel, überall anders ist er nur eingeschränkt er selbst, und überall anders besteht deshalb immer die Gefahr, daß er um sich schlägt, weil er Halt sucht.

Der Liebende hält deshalb den anderen in seiner höchsten Möglichkeit verortet, sieht ihn immer in Bezug darauf, und ordnet was immer ihm am anderen begegnet in seiner jeweiligen hierarchischen Position ein. Er verwirft ihn nicht, weil er im Teile jenen Erwartungen nicht entspricht - und das ist der Kernpunkt - die von jenen als Erwartungsbild und -haltung geprägt werden, denen dieser eine Punkt ganze Erfüllung bedeutet, eben den Vorbildern weil Archetypenentsprechungen.

Er liebt den anderen dann nicht als "ja, hier schon - ABER ..." Er liebt den anderen, WEIL er NUR dort, und nur dort ganz sein kann. Das braucht eine bestimmte Situation, weil es Leben nur in bestimmten Situationen gibt, nie außerhalb einer Bestimmtheit und einem mit Bedeutung zu erfüllenden Beziehungsgeflecht. Und jede (in diesem Sinn) mindere Position ist nur eine abgeschmälerte Wirklichung des Geliebten, in der sein Glanz noch nicht die Fülle finden kann.

***

Das ist dann jener Punkt, an dem Etwas überhaupt erst IST: Sein Ganzes, das wie beim Photographieren zerfällt, "körnig" wird, wenn man die Aufnahme zu nahe sieht, so daß der Gesamthorizont verloren geht. Diese Liebe hat ihre Verankerung außerhalb der Zeit, außerhalb eines früher oder später - sie hat sie im Geiste.

***

Der Neid aberkennt dem anderen genau dieses Höchste. Der Haß sucht dieses Höchste zu zerstören, den Träger, oder indem er den anderen aus seinem (angemessenen) Sinnhorizont herauslöst. Die Gier sucht das Höchste eines anderen für sich selbst, unangemessen und damit ungerecht.

***
Das Höchste des Menschen - und in dieser Hinsicht ist der Künstler nur ein (nur natürliches! immanentes!) An-sich des allen auf eine Weise Möglichen - liegt in der Verbindung von Transzendenz und Immanenz. In dieser Illuminatio, in dieser Verbindung bricht etwas ein, das (unmachbar) in seiner Verwirklichung die Gestalt des Prophetischen hat. Der Künstler IST damit Prophet, Wahr-Sager, vollkommenstes Abbild Jesu (der Wirklichung des Geschöpflichen in allen Dimensionen, der Schöpfer selbst).

***

Man kann überlegen, ob nicht die entscheidenden Traumata des Menschen (Doderer nennt es: das, was einem dann ein Leben lang herunterrinnt, weil es einem in der Kindheit über den Kopf gestülpt wurde) genau das Zertreten dieses Höchsten - denn hierin erst konfrontiert es sich, wie die Umwelt damit: mit einem selbst, weil im Höchsten eben - betrifft.

In einem Gedanken, den man vertrauensvoll äußert, und den der andere (noch autoritativ höhergestellt, Vater, Mutter, Pfarrer, Lehrer ...) - neidvoll ob des Nichtverstehens, ob des sich abzeichnenden notwendigen Neuordnens der Beziehung zueinander - niedertritt.

Ich habe manchmal den Eindruck, daß jeder Mensch solche Verwüstungen erlebt hat, und daß diese Wiedererrichtung das Kernproblem der Lebenswirklichung des Menschen ist.

So, wie ich als Vater bei manchen meiner Kinder solche Momente (durch mich, durch andere Autoritätspersonen) erlebte, von denen ich mir einbilde, daß sie es waren, die die Entwicklung des Kindes maßgeblich prägten - fördern, wie behindernd. Aus Gedankenlosigkeit, aus Müdigkeit und damit mangelnder Gefaßtheit, aus Neid oder Haß gar. Oft winzigste Momente - wie dieser unendlich kleine Augenblick, wo ein Sohn, damals, er war fünf Jahre alt, ein Bewegungstalent sondergleichen, zum ersten Mal mit Schlittschuhen aufs Eis tritt, und sofort perfekt, vollkommen fährt! Er will, daß ich ihm die Hand reiche. Ein falsches, ungeduldiges Wort von mir, aus ganz anders motivierter, gereizter Grundstimmung ... er wankt, und ... kann nicht mehr fahren, muß es nun mühsam, unter Ordnung zahlloser innerer Gedanken- und Bewußtseinsprozesse, "lernen".


 *230910*

Die sich selbst nicht beim Wort nahmen

"Wer übrigens von all den Idealisten (für die also die Welt nur in ihren Gedanken, nicht als Realität bestand; Anm.) hat denn je im Umgang mit Dingen und Menschen ernstlich an seinen Idealismus geglaubt? Wer unter den Idealisten redet und handelt und kämpft oder arbeitet mit einzelnen Menschen und mit Gemeinschaften jeglicher Stufe als mit bloßen Schöpfungen seiner oder doch irgendeiner Vernunft, die all diese Menschen samt ihren Gedanken, Reden und Taten als bloß Gedachtes hervorbringt?"


Daniel Feuling, in "Hauptfragen der Metaphysik"



*230910*

Evident





*230910*

Neue Kommunikationsformen

Natürlich werden neue Medien und Kommunikationsformen, ja alles, was sich Tag um Tag ein- und ausgliedert aus unserem Leben, zu Aussagen und Mitteilungen. Mit denen dann aber die ewig alten, archetypischen, konstitutiven Wirklichkeiten dargestellt und wirksam werden. Wie der Kampf der Väter um ihre Töchter ...

Oh, Du bist also der, den meine Tochter unter der Freinummer 5 eingespeichert hat?

 



*230910*

Mittwoch, 22. September 2010

Nur aufgekochte Suppen?

New Media, Old News

Blogs have become an important source for news junkies looking for breaking news and instant analysis, but blogs still look to old media for news stories. In fact, more than 99% of the news stories linked to in blogs come from traditional media sources such as newspapers and broadcast networks. The larger news organizations dominate these links. The BBC (23% of all blog links), CNN (21%), the New York Times (20%) and the Washington Post (16%) combined accounted for fully 80% of all news stories linked to on blogs. Web-only sites, on the other hand, made up less than 1% of the links in the blogosphere. The BBC and CNN were used almost solely to link to straight-news reporting, while the New York Times and Washington Post were home to the most linked to opinion columns (the two newspapers accounted for 73% of all columns linked to by blogs). Read more




*220910*

Keine richtigen Köpfe

Natürlich schuf sich Walther Rathenau, noch dazu als Jude, in der Zeit vor dem Ersten Weltkriege mehr als genug Feinde. Nicht nur, weil er als Millionär in seinen Büchern Ansichten vertrat, die als äußerst progressiv und "links-liberal", zersetzend in ihrer Wirkung eingestuft wurden. Sondern auch, weil er immer wieder darauf hinwies, daß aufgrund der in den dreißig Jahren nach Bismarck so hermetisch gewordenen Führungsschichte Deutschlands die wirklich guten Köpfe nicht mehr nach oben kämen. Das wirkliche Talent, beklagte er immer wieder, bleibt ungenützt. Und das verschafft Deutschland einen zunehmend größer werdenden Nachteil den übrigen europäischen Staaten gegenüber.

Wie zur Bestätigung klingen da Notizen des britischen Kriegsministers Lord Haldane nach einem Besuch in Berlin 1912, die Harry Graf Kessler in seiner wirklich lesenswerten Rathenau-Biographie zitiert. Und die nur bestätigten, was Deutschlands Außenpolitik längst bekundete: Deutschland war weit weniger zu fürchten, als England bisher angenommen hatte. Er, Lord Haldane, habe festgestellt, daß in Berlin das Chaos herrsche. Der Kaiser habe ihm dies gesagt, der Flottenkommandant Tirpitz etwas anderes, und der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes wieder etwas anderes. Und jeder habe über die anderen geklagt.

Außerdem aber habe er festgestellt, und gerade das habe ihn so beeindruckt, daß der Geist, der Preußen und Deutschland so groß gemacht habe, die hohe philosophische und ethische Kultur, die hinter allen großen deutschen Erfolgen stand, gerade in der Spitze nichts mehr gelte. Der Kaiser habe ihn, Lord Haldane, der von Beruf Philosoph sei und die Verwahrlosung der Gräber von Fichte und Hegel beklagt habe, geantwortet: "In meinem Reiche ist für Leute wie Fichte und Hegel kein Platz."



*220910*

Jeder Haushalt braucht einen

Harvey - unersetzlich!

 


*220910*

Freudlos geworden

"Die Dinge selbst, vernachlässigt und verachtet, bieten (dem Zweckmenschen) keine Freude mehr, denn sie sind Mittel geworden. Mittel ist alles, Ding, Mensch, Natur, Gott; hinter ihnen steht gespenstisch und irrend das Ding an sich des Strebens: der Zweck. 

Der nie erreichte, nie erreichbare, nie erkannte: ein trüber Vorstellungskomplex von Sicherheit, Leben, Besitz, Ehre und Macht, von dem je so viel erlischt, als erreicht ist, ein Nebelbild, das beim Tode so ferne steht wie beim ersten Anstieg. 

Ihm drohend gegenüber erhält sich, reale und tausendfach überschätzt, das furchtbare Bild der Not. Von diesen Phantasmen gezogen und getrieben, irrt der Mensch vom irrealen weg zum irrealen hin: das nennt er leben, wirken und schaffen, das vererbt er als Fluch und Segen denen, die er liegt"

Walther Rathenau, "Von kommenden Dingen"



*220910*

Der Grundimpuls

Manch einer übersieht gerne, welche Rolle in der Demokratie der Antrieb spielt, es durch die Abstimmungsvorgänge nach oben zu schaffen, es zu schaffen, zu herrschen, Macht auszuüben. Ja ihr ganzes Geheimnis ist ja nichts als die Machtverteilung, in der man sich vor einem Zukurzgekommensein zu schützen meint.

Den Gedanken entnehme ich einer Notiz von Max Weber, der beileibe nichts von Demokratie in dem Sinne hielt, als er meinte, durch sie würden die votierenden Massen edler Taten und vernünftiger Entscheidungen ertüchtigt werden. Weber hoffte, daß durch sie eine Blutauffrischung der blutleer gewordenen Eliten geschehen könnte. Er hoffte, daß sich wirkliche Staatsmänner auf diese Weise einen Weg nach oben erkämpften konnten, den ihnen die erstarrten Patriziersysteme versperrten. Männer wie Bismarck und Gladstone und Cromwell, wie später Franklin D. Roosevelt, John F. Kennedy und Charles de Gaulle - allesamt strotzend vor Machtlust, allesamt sturmerprobt und in Wahlkämpfen gehärtet.

Endlich wieder Ausweg aus der Langeweile, die angesichts der Bürokraten, die überall herrschten, die Völker befallen hatte. Weber war Liberalist, und er wußte, daß Demokratie in Unterdrückung der miesesten Sorte mündete, wenn sie nicht von gehörigem Liberalismus durchmischt war. Deshalb baute er auch (in der Weimarer Verfassung) vor, und schuf als Gegengewicht einen starken Präsidenten, verquickte es mit dem Plebiszit - die alte Königsidee im Grunde.

Man sagt heute gerne, daß diese starke Präsidentenposition das Desaster von 1933ff ausgelöst hätte. Hindenburgs Position wäre zu stark gewesen, und damit hätte eine Fehlkonstruktion Hitler ermöglicht. Man sagt aber nicht, schreibt Gerhard Nebel, daß es vielleicht einfach zu schwache, charismalose Politiker gab. Und Webers Idee völlig richtig war.

Charisma, wie es Hitler zweifellos hatte, und wie es Hindenburg hatte, dem es Deutschland zu verdanken hatte, daß Hitler so lange von der Macht ferngehalten wurde - bis Hindenburg einfach zu senil geworden und überlebt war. Charisma? Immerhin, so Nebel, handelt es sich auch hier um einen Einbruch der Transzendenz, sei es himmlischer, sei es teuflischer Mächte, und es ist eine Kategorie, wie sie zu allen Zeiten im Königtum ihre Entsprechung hatte, sohin in jedem Volk, in jedem Menschen selbst eine Antwort hat, ob man das will oder nicht. Auf jeden Fall ist es verkehrt und lächerlich, es zu einer psychologischen Qualität zu verkrüppeln.

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So könnte einer heute wie aus der Geschichte den Eindruck gewinnen, die Demokratie sei zu einer Veranstaltung charismenloser, von Ideologien gesteuerter Langeweiler degeneriert, die sich vorsorglich zu einer Abwehrgemeinschaft zusammenschlössen, um dem Charismatiker, dem Exzellenten, keine Chance zu lassen, sie zu übertreffen. Worauf sie wieder jener unteren Ordnung anheimfielen, der sie ja eigentlich angehören.



*220910*

Dienstag, 21. September 2010

Ein Grafschafter Seliger

Sel. John Henry Cardinal Newman
Am Sonntag, 19. September, wurde nicht nur John Henry Kardinal Newman (1801-1890) vom Papst höchstselbst seliggesprochen, jener Konvertit, der als Anglikaner nach langem Ringen um die Wahrheit zur Katholischen Kirche übertrat, und aus diesem geistigen Ringen heraus eine gewaltige und inhaltlich beeindruckende Fülle an Schriften hinterlassen hat. In denen sich viele Schlüssel zum Verständnis der geistigen Lage unserer Gegenwart finden. Denn Newman hat viele jener geistigen Probleme überwunden, die heute ein schier unentflechtbares, für viele verwirrendes Blütensammelsurium an weltanschaulichen Ansätzen liefern. Newman mußte sich selbst also Wege suchen, seine Zweifel und Fragen - als Bischof der Anglikanischen Kirche - rational zu durchdringen, damit seine Haltungen in einem Urteil, einer Entscheidung rational verantwortbar wurden. Dieser rationale Weg, indem Newman den Katholizismus durchdrungen hat, macht seine Schriften so besonders wertvoll und modern. Newman macht damit den Katholizismus verstehbar, auch und vor allem in seiner letztlich nicht mehr begreifbaren Verbindung von Glaube und Vernunft, von Gnade und Tugend. Bereits "heimlich", nun wohl bald aber offiziell, wird Newman, dem ein sehr britischer Sinn für Humor attestiert wurde, deshalb "Kirchenlehrer" betitelt.

O. p. n.

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Newman, zu dessen Begräbnis 1890 (dies zur Illustration seiner Beliebtheit und Stellung in England) fünfzehntausend Menschen kamen, war etwa um 1830 Mentor der "Oxford movement", einer Bewegung innerhalb der anglikanischen Kirche, die im Rahmen einer europaweit zu begreifenden romantischen Bewegung Erneuerung suchte. Und dazu die Wurzeln ausgrub - im Volkstum, das sehr klar als in seinen religiösen Wurzeln zusammengehalten, nur so zu einigen, begriffen wurde. Daraus erwuchsen ihm immer größere Probleme mit der Anglikanischen Kirche selbst, die er zunehmend aus ihren katholischen Ursprüngen heraus zu begreifen, aber genau deshalb zu kritisieren begann.

Es heißt, daß die vom unter den Nazis mit Publikationsverbot belegten Theodor Haecker 1940 übersetzten Schriften Newmans maßgebliche Inspirationsquelle für Hans und Sophie Scholl waren - die Proponenten der "Weißen Rose", die 1943 hingerichtet wurden.

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An eben diesem 19. September 2010 wurde in Münster aber auch der kleine schlesische Kaplan Gerhard Hirschfelder, vom dazu vom Papst ermächtigten Joachim Kardinal Meisner, ebenfalls ein Schlesier (so wie unter anderem die deutschen Bischöfe Lehmann und Mixa), seliggesprochen (1907-1942).

Sel. Kaplan Gerhard Hirschfelder
Und zu ihm hat der VdZ ja direkte Beziehung, weil Hirschfelder war nicht nur Grafschafter, Glatzer, sondern sein Martyrertod, den er 1942 im Konzentrationslager Dachau erlitt, bezog sich (natürlich: unter anderem) auf ein Bekenntnis, das auch des Verfassers (der sich damit einmal mehr als von der Mutterseite Glatz-stämmig bekanntgibt) Großvater Heinrich Fischer - möglicherweise hat also Hirschfelder den Boden für so manche Tat der Größe mit aufbereitet, es wäre nicht überraschend - erlitt.

Man dürfe den Kindern nicht den Glauben aus der Seele reißen, meinte Hirschfelder, als man die Kreuze aus den Schulen entfernte. Und er wurde unter dem Vorwand der Zersetzung und Verhetzung verhaftet. Schon lange hat man einen Anlaß gesucht, ihn aus dem Verkehr zu ziehen, denn der Glatzer Kaplan, Dekanatsjugendseelsorger in der Grafschaft, war höchst beliebt und unbeugbar. Ein Hindernis für die Ideologie, Macht über die Jugend zu bekommen. Er soll wunderschön gesungen, dazu mit seiner Gitarre gespielt, durch seine frohe Haltung die Herzen der Jugend erobert haben.

O. p. n.

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Heinrich Fischer, geboren 1900, wurde denunziert, weil er denselben Ausspruch getätigt hatte. Als Vater von acht Kindern war er zwar militärdienstfrei gestellt, aber als Strafe wurde er nun doch noch eingezogen, in den Kampf an vorderster Linie gegen die längst aussichtslos überlegen heranrückenden Russen geschickt, im Herbst 1944. Nur einen Monat später, im Oktober 1944, war er tot. Kopfschuß, hieß es.

O. p. e.


*210910*