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Samstag, 23. Mai 2015

Zum Wochenausklang

Ungarischer Mulatsàg (sprich: "Mulotschaag"; ausgelassene Unterhaltung)
mit einem wirklich gehörigen Schuß Zigeunertemperament gefällig?
Bitte schön.


Budapest Bár in concert
Nagyon zene - Budapest Bár
(sprich: "Nodjon (z)sänä - Budopäschd Baar")







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Wie es mit dem Islam weiterging (3)


Teil 3) Alles falsch - aber nichts gelogen




Darin gründet übrigens die dem Menschen des Vorderen Orient (nebenbei: auch dem Griechen der Antike) nachgesagte "Verlogenheit", die alles andere als eine solche ist: Der Orientale interessiert sich einfach nicht für Details, ihm geht es alleine um das Große Ganze, um das "Dahinter", um die Lebens- als Erlebensqualität.*

Wer einmal, nur einmal mit Türken (wie der VdZ vor einiger Zeit wieder einmal) Geschäfte macht, wird das feststellen. Mündliche Vereinbarungen sind nichts als Höflichkeiten, sie ändern sich jede Viertelstunde, je nach Stimmung und Situation und Kommunikationsverlauf. Das ist keine Bosheit, keine Verlogenheit, keine Betrugsabsicht, ja der Partner sagt etwas offensichtlich Falsches, und dennoch lügt er nicht dabei - es ist Mentalität. Wenn Gott nicht Fleisch geworden ist, ist das Stofflich-Irdische völlig relativ. Das ist für einen Europäer fast nicht zu verstehen, und dabei höchst interessant und liebenswert. 

Nur eines muß auch klar sein: Auf dieser Mentalität läßt sich eine europäisch-westliche Markwirtschaft niemals (!) aufbauen, weshalb eine Türkei zur EU zu wünschen ein Akt besonderer Lieblosigkeit, wenn nicht Produkt typisch zeitgemäßer Technikverlorenheit ist. Denn es hieße, einem Volk sein Herz herauszureißen, es in Folge völlig umzukrempeln, um denselben Kriterien ungebremsten Geltungsvorrang einzuräumen, die Europa, noch mehr die USA (und von dort: auf Europa initial einwirkend, wie die Wirtschaftsgeschichte des 19. Jhds. zeigt) so kalt und tot gemacht haben. Selbst zwischen Deutschland und Österreich bestehen ja bereits genau dieselben Unterschiede, nur graduell anders, die (immer noch unterschätzt!) zwar vielleicht mathematisch hier und dort bessere Rechnungen ergeben, aber langfristig alles Leben austreiben, dessenwegen man ja arbeitet und handelt.  

Der Arianismus - und selbst der Protestantismus ist ein solcher (weshalb er dem Rationalismus so hohe Bedeutung beimißt; eine Reaktion auf die sich auflösende weil vor Gott bedeutungslose Welt) - des Islam wird niemals dasselbe verbindliche Verhältnis zum Fleischlichen, Konkreten als Inkarnation des Absoluten haben, wie der Katholik.

Zickurat von Samarra
Legenden, "Geschichterl", wie der Österreicher sagt (und es übrigens auch als damit sympathisierend meint), die im Fall des Islam in beachtlich hohem Maß auf schlichten Übersetzungs- und Übertragungsfehlern der Heiligen Schriften (dem zum "Quran" gewordenen aramäischen Lektionar) beruhen. So wird aus "himmlicher Hilfe" (bi-idr) durch Unverständnis des Aramäischen und später hinzugefügte, das Unverstandene interpretieren sollende Punkte ein Ort namens Badr, den es aber nie gab. Luxenberg und 100 Jahre vor ihm Ignaz Goldziher** haben enorm viele solcher Überlagerungen festgestellt, die ein Verständnis unmöglich machen, geht man nicht linguistisch ans Werk.

Die wahrscheinlich erste Moschee (masjid), die sich von einer christlichen Kirche unterschied, taucht Mitte des 9. Jhd. auf, auch wenn sie im 13. Jhd. bis auf die Außenmauern zerstört wurde. In Samarra. Sie weist neben dem rechteckigen Mauergeviert (das einmal Säulengänge vorgestellt hatte) außen einen dem altbabylonischen "Zikkurat" nachempfundenen Turm auf, der die Stiegen für den Muezzin noch außen trägt. Sie wanderten später nach innen. Ihr Name - Moschee - geht auf das aramäische Wort für einen "Platz der Gottesverehrung" zurück: masjid. In ihr ist die Gebetsrichtung Jerusalem - die Ausrichtung der christlichen Kirchen (Naherwartung des endzeitlichen Richters; genau diese eschatologische Ausrichtung ist bis in die Gotik hinein in christlichen Kirchen als OSTUNG erhalten: Christus, das Licht, ist mit der aufgehenden Sonne bzw. als sie erschienen, und erscheint jede Messe dort - das Ende liegt im Westen, im Untergang) bereits nach Mekka gewandert.


(wird fortgesetzt)




*Diese Haltung ist auch in Ungarn weit verbreitet. Trinken Sie ein Gläschen, seien sie übertrieben freundlich, loben sie alles überschwenglich, umarmen sie jeden und alles - und sie werden in den richtigen Fällen angewandt billiger kaufen, als sie je dachten.

**Der österreichisch-jüdische, genuin deutschsprachige, aber häufig ungarisch schreibende Budapester Linguist und Orientalist Ignaz Goldziher gilt bis heute als einer der maßgeblichen Kundigen des Orient (wie des Islam), und hat schon vor über 100 Jahren auf die höchst wackeligen Beine des Koran und der Hadithen hingewiesen. Was ihn aber nicht nur nicht gestört hat: er fühlte sich selbst als Orientale, ja als Muslim (auch wenn er vieles so gar nicht mochte), und hat die linguistisch überaus interessante Geschichte der Interpretationen zu erforschen begonnen. Er hat somit bereits damals begonnen (und dieser Schritt steht heute noch aus, so vielversprechend die - außerislamische - Islamforschung mittlerweile wieder angesetzt hat) den Islam aus der menschlichen Mentalitätsgeschichte heraus zu verstehen, und seinen spirituellen Kern neu herauszuarbeiten. Samt dem Erkennen der Bedeutung der Poesie bei den Arabern. Die für den Rationalisten ja ohne objektiven Belang ist, für Goldziher (und nicht nur ihn) aber die Essenz bedeutet hat.





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Freitag, 22. Mai 2015

Wie es mit dem Islam weiterging (2)

Teil 2) Mentalität und Wahrheit


Aus Topoi, auch in der Bibel in großer dichte erkennbaren allgemeinen, "archetypischen" Handlungen. Beziehungen und Vollzügen, in immer schlechter (schon rein sprachlich) verstandenen (ursprünglich syrisch-aramäischen) Schriften, wurden überhaupt nach und nach Einzelpersonen. Auch solche Vorgänge sind religionshistorisch regelrecht allgemein nachweisbar. Aus dem harun, dem Gerechten der Schrift, wurde Harun al-Rashid, der gerechte Verkünder Aarons (als biblische Figur Sprecher des Moses), der wie so manche andere historisch nicht nachweisbar, ja sogar recht unwahrscheinlich ist. 

Eine Schlüsselfigur wurde schließlich der ostpersische Herrscher al-Manum. Er zog nach Bagdad, riß die dortige Regierung an sich, und zog weiter nach Westen, den er nicht kannte. Er kam bis an den Nil, und natürlich nach Jerusalem. Und da, im Felsendom, fand er den Beweis: Dort stand es eindeutig: Mohammed, der Sohn Allahs! Was unter dem syrisch-aramäischen al-Malik noch "Gepriesen sei der Knecht Gottes" hieß, wurde nun als "Mohammed, der Sohn des Abd Allah" bestätigt - der Beweis für die historische Figur des Mohammed war gegeben.

Manum war ein intellektuell wacher Geist, eigentlich ein Aufklärer. Er war an rationellen Klärungen interessiert. So ließ er sogar die beiden nebeneinander existierenden Behauptungen gegeneinander antreten: Die Erde als flacher Teppich, oder als Kugel. Es siegte die Kugel, mit einer Berechnung des Erdumfangs auf 100 km genau. Auch begann man unter ihm, die kursierenden "Koran"-Texte (wir erinnern uns: "queyran"=aramäisch: das Verkündigungsbuch aramäisch-christlicher Hymnen) zusammenzufassen. Und in der Zeit begann man auch, die arabische Schriftsprache erstmals zu vereinheitlichen und weiter auszuformen. Die aramäischen Texte wurden arabisch gelesen, und in einem erstmaligen "Hocharabisch" sowie einer ausgebauteren Schrift "arabisiert". Aber es setzte sich die westliche Lesart durch, die sich gegen diese Aufgeklärtheit wandte.

Und mehr als nachvollziehbar ist somit, daß sich dieser Abspaltung der katholischen Kirche nach und nach Elemente des "Naturglaubens" der arabischen Bevölkerungen beigesellten. Darauf führen sich zahlreiche Stellen des Koran zurück, auch solche, die gegen heidnische Gebräuche vorgehen wollten. Geblieben ist aber die Mondverehrung. Für ein Wüstenvolk nur zu verständlich, denn die Sonne hat dort alles andere als amikalen Charakter. Übrigens stammt das angeblich im Koran zu findende Wort für Heiden - "musrikun" - aus einer späteren Fehlinterpretation, denn es leitet sich von "sarik" ab, und das bedeutet "die Beigeseller". Also nicht "Nicht-Christen" oder "-Gläubige", sondern Häretiker, als solche, die Gott weitere Personen "beigesellten".

Der persische "Ali" unterlag, wurde ein (personifizierte) Märtyrer, und der personifizierte "Muhammad" setzte sich durch, samt einem Geburtsort "Mekka", einem angeblich "bedeutenden Handelszentrum", und dem Sterbeort "Medina". Ein Handelszentrum Mekka aus jener Zeit ist historisch aber unbekannt, zu der Zeit stand dort bestenfalls eine christliche Kirche. Aus einem "bakka", einem Allgemeinbegriff für "umgrenzter Raum" aber, wurde Mekka, eine fiktive mythische Stadt, in der bald alle Mythen zusammenliefen, so wie die fiktiven Handelsstraßen, die sich dort angeblich gekreuzt haben. Die gesamte Geschichte - eine wirkliche "Geschichte" - des Islam "wanderte" nach Arabien. Historische Ereignisse wurden zu (als solchen freilich nicht mehr nachweisbaren, nur aus dem Glauben heraus als "real" erkennbaren) islamischen Ereignissen umgedeutet.

Verrückt?  Nein. Wer hieraus dem Islam einen Strick drehen will, irrt, zumindest prinzipiell (wenn auch nicht "fachwissenschaftlich")

Der Mensch weiß ja im Innersten, ja es ist die Struktur seiner Vernunft, daß die Welt in Wirklichkeit nur aus Topoi besteht: aus archetypischen Beziehungsgestalten. Sie sind die wirkliche Wirklichkeit der Welt, und Details der Vereinzelung verbergen dies oft. Das ist keine Ironie, sondern das ist pure Wahrheit, die auch dem Rationalismus zugrunde liegt, nur weiß der das nicht. Das Maß der Wahrheit solcher Topoi als erkannte Wirklichkeit in einer Situation liegt nicht in der fehlenden Konkretisierbarkeit, es liegt in der Sittlichkeit des Erkennenden.

Deshalb muß sich auch dieser Versuch einer Rekonstruktion des Islam scharf gegen rationalistische Kritik am Islam abgrenzen. Denn der VdZ ist immer noch dem Islam näher, als dem Rationalismus. Den Islam aus Rationalismus kritisieren greift zu allererst die Anthropologie auch des Christentums an. Nur ein Katholik kann deshalb den Islam kritisieren weil konkretes Vereinzelte einordnen.

Mythen, Legenden, nachträglich "ge"funden, wie es eben dem Menschen entspricht. Daran ist an sich nichts Verwerfliches. Denn in diesem Punkt hat der offizielle Islam sogar recht, wenn man behauptet, daß man ZUERST den Inhalt verstanden haben muß, um dann überhaupt sagen zu können, was in einem Text steht. Ja, der Text, das Konkrete, sinkt zur völligen Bedeutungslosigkeit herab.

Das ändert freilich nichts daran, daß selbst die Kaaba auf eine christliche Kirche zurückgeht, und noch bis ins 9. Jahrhundert als christliche Kirche fungierte. So wie sich bis in den indischen Ozean Zeugnisse sehr frühen christlichen Glaubens dieser Erdregion finden (vom Apostel Thomas, der der Legende nach in Indien starb?). Und als der Heilige Franz Xaver im 16. Jahrhundert nach Indien unterwegs war, berichtete er in seinen Briefen von bei Landungen in Arabien überraschend angetroffenen Christen, die schon viele Jahrhunderte lang weder Priester noch Sakramente, aber christlichen Glauben hatten, wenn auch nur noch in Resten.

Weitere Forschungen an vorislamischen Zeugnissen werden mittlerweile aber in Arabien durch gezielte Zerstörungen unterbunden. Schriften, Koranversionen, die von einem Propheten Mohammed sprechen, tauchen erst im 9. Jahrhundert, und da schlagartig und in großer Zahl, auf. Die angebliche Überlieferungslücke, die für diese Jahrhunderte zwischen seinem angeblichen Leben und Wirken, und den ersten Aufzeichnungen existieren, gibt es nicht. Es gab Schrift VOR Mohammed, es gab Poesie die überliefert ist (samt Autoren), und es gab sie nicht nur erst ab dem 9. Jahrhundert. Es gab aber nachweislich Zensur und sogar Bücherverbrennungen. Aus den bereit angeführten christlich-arianischen Schriften wurde nach und nach (in sehr zahlreichen Versionen) ein neues Buch - der Koran. Aus einer ursprünglich christlichen Häresie - eine Religion, zumindest eine Sichtweise, die diesen Anspruch mehr und mehr erhob. Die sprichwörtliche "Toleranz" des Islam gab es gar nie, weil sie gar nicht notwendig war: die Unterschiede zwischen den verschiedenen Spielarten des Christentums waren da, aber niemandem fiel eine "andere" Religion auf. Die entstand vor allem auf der nach und nach "entgöttlichten" Rolle Jesus des Christus, bis er nur noch Prophet war.

Den Anfang des Islam "als Islam", als eigene Religion, markiert eine mehr oder weniger bewußt erfundene Gründungslegende, als Legende von einem Propheten namens Mohammed. Die im 9. Jahrhundert auftaucht. Ab da wurde immer gezielter und eifriger "rückinterpretiert", der Koran auf einen Propheten, einen von Gott gesandten und beauftragten Religionsgründer, umgeschrieben. Und weil die existierende Schrift des Arabischen zu rudimentär war, erfand man gleich eine eigene Schrift, das Koranarabisch. Mit dem ersten Buch in dieser Schrift und Sprache, dem nunmehr zu einem solchen Buch zusammengefaßten und redigierten Koran. Die Geschichte wurde zum Erweckungserlebnis, zur Legitimation umgedeutet.

Der Leser meint, das gäbe es nicht? Das käme nicht vor? Der VdZ kann da nur müde lächeln. Es kommt nämlich laufend vor. Er selber kennt Personen, die sich als gesendet betrachten, als "religiöse Erneuerer" (als der oberste Legitimationstitel, unter dem man der Welt seinen Willen aufzwingen kann), und dabei Bezug auf "Ereignisse" nehmen, deren Bedeutung als Erweckungsereignisse freilich nur sie kennen, weil sie objektiv nicht vorhanden waren. Und plötzlich wird - mit dem "neuen Sinn" - ihre ganze Geschichte umgedeutet. 

Dieses "Sendungsbewußtsein", das zu einer objektiv in zu Geschichten umgestalteten "Ereignissen" besteht, die in dieser Sinngestalt (und das ist Gestalt) rein erfunden sind, ist sogar so häufig, daß man es als psychische Lage betrachten kann, die an gewissen Grenzen und Persönlichkeitssituationen sogar bei jedem auftaucht. Beim Gesunden temporär, sodaß er wieder in die Spur der Vernunft zurückfindet, beim psychisch Instabilen, beim Narziß etwa in Form des Fanatismus. Hilaire Belloc dürfte also sehr richtig gesehen haben, daß die Anfänge des Islam "als" Islam in den Reihen der Schwachen zu suchen sind. Bei den Beduinen. Die plötzlich zur elitären Schichte wurden. Die spezifische Prägung des Koran - von der christlichen Schrift zum islamischen Koran - macht sein beduinisches Beiwerk aus.


 Morgen Teil 3) Alles falsch - aber nichts gelogen


*220515*

Der Zuschauer will nur das eine (2)

Teil 2) Man spielt sich die Theater leer





Sie werfen biligen Zucker unter die Menschen, und glauben die dadurch erzielte Dankbarkeit hätte einen absoluten Wert. Das ist in der Kirche - Stichtowrt "Niedrigschwelligkeit" - um nichts anders, ja nahm von dort seinen Ausgang.  Und das gehörte den Herren mal um die Ohren gedroschen, denn alles beginnt in der Religion. Das sagen sie aber nur noch in heiligen Seminaren oder hochgelahrten Dissertationen, ohne noch zu glauben, daß das auch Wirklichkeitsrelevanz hätte. Wen zieht man damit an? Dasselbe Niveau, das dann auch noch nach unten bricht. Jeder Geist aber, jeder Mensch somit mit Willen zur Vernunft, scheut doch längst das Theater, und das Theater der katholischen Gottesdienste, die billiges Entertainment wurden. Wer heute noch Vernunft (aber schwachen Glauben, also fast jeder) hat, geht weder ins Theater, noch in die Gottesdienste. Da gehörte allen, am Theater nicht weniger als in der Kirche, vom Papst angefangen (und er scheint ja nur darauf zu warten!), gehörig in den Arsch getreten.

Kunst, Inszenierung muß nicht etwas zeigen, das der Zuschauer noch nie gesehen hatte, sonst wäre sie minderwertig. Und sie muß auch niemanden dort "abgholen, wo er steht". Das kann nur das Stück machen, das ist ja seine Qualität (oder nicht). Wer die Spielpläne so einrichtet, hat schon verloren, weil er sich ums Publikum spielt, oder ein falsches aufbaut, anzieht. Das gar keine Kunst sucht. Sondern virtuellen Dauerplausch, um sich in seiner Scheinwirklichkeit des Manichäischen, Soporanaturalistischen zu halten. Dem deshalb jede Minute langweilig ist, wenn es nicht pausenlos auf einer ganz anderen Ebene als der Kunst, im Entertainment nämlich, aus den Sitzen gerissen und persönlich verblüfft wird.* Man füllt die Lücken mit "Interessantheit", wo der Inhalt angebracht wäre, der nicht im Moent liegt, sondern in der nur aus und mit der Erinnerung möglichen Spannung, weil dort die Handlungsbögen abstrahiert werden - als Wirklichkeit. Als statische, eine Wirklichkeit.

Einem Stück läßt sich nichts hinzufügen, es sei denn, es ist sowieso schlecht, stellt eine dieser Grundwirklichkeiten nicht ausreichend dar. Warum aber führt man es dann auf? Nur Gelangweilte fordern etwas "Neues". Sie erinnern sich? Das sind die, die zu Geist - ein schöpferisches, sich übersteigendes Selbstsein, auch des Zuschauers - gar nicht mehr in der Lage sind.

Deshalb kann man gute Stücke, gute Filme, gute Bücher (!) oder was auch immer, immer wieder ansehen, lesen, genießen, egal aus welcher Epoche, und eigentlich auch egal in welchem Kostüm. (Und - man kann eine konkreten Situation im Gedächtnis bewahren, und damit das Wirkliche rememorierend aktualisieren, immer wieder, dem Außen entwachsen.) Gute Kunst verbraucht sich nicht, und nur gute Kunst ist Kunst. Und der Zuschauer möchte das auch: er will Kult, Kult des - Einen, in Zahl Wenigen, aber alles durchdringenden - Wirklichen, in dem er ja selber lebt. Der größte Kult ist im Äußeren scheinbar immer gleich.

Sieht man es nicht, weil man im Zufälligen (und das psychisch Faktische, also auch das oberflächliche, "stark vom Effekt gefangene" Erleben" ist in diesem Sinn fast immer zufällig) verhangen ist, kann man nicht diese Wirklichkeit erneuern, neu in den Willen stellen weil besitzen, und geht unbefriedigt aus einer Vorstellung.

Und stimmt, während man den Mantel anzieht und die Handschuhe glattstreift, in den Chor der Gewohnheitsplauderanten ein, und münzt die eigene Unzufriedenheit mit ihnen um: "Ach, nichts Neues".

Heute erzieht man regelrecht das Publikum um. Das allmählich in der nominalen "Kunst" gar keine Kunst mehr sucht. Den Kult dann woanders hin verlegt. Kunst wird dann zur Attütüde einer virtuellen Lebenshaltung. Die Kunst aber sucht man schließlich woanders.




*Stücke von Elfriede Jelinek zeigen das exemplarisch: Sie sind nur erträglich, wenn die Regie sich in gewaltigen Kosten- und Einfallsanstrengungen pausenlos selbst in überraschenden Effekten überbietet. Eine Jelinek-Inszenierung läßt sich deshalb nicht nur nicht wiederholen, sondern sie läuft sich mit der Zahl der Inszenierungsversuche tot. Hat man die "Einfälle" gesehen, sind sie das nächste mal automatisch langweilig weil "schon bekannt", haben sich verbraucht. Die Nobelpreisträgerin zeigt nur situatives, faktisches Stückwerk, nie eine Wirklichkeit, die sie gar nicht sieht, weil sie zu sehr in sich verfangen ist, von sich nicht loskommt, und damit im Zufälligen steckenbleibt, das sie nie ins Eine - das außer einem liegt - zusammenführen kann. Ihr Problem ist nicht, daß sie sich "mit sich" befaßt, das tut jeder Schriftsteller, sondern daß sie von sich gefangen ist, das Treibende nicht "isolieren", von sich wegstellen kann. Jelinek-Stücke zeigen deshalb überhaupt nichts, sie hat nichts zu sagen, ihre "Aussagen" sind dazugehängt wie Zuckerstreusel am Sandkuchen. Sie befeuern nur das intellektualistische Dauergequatsche einer Virtualelite. Bei Handke ist es doch anders, wenn auch von sehr sehr fragiler, fast zufälliger Qualität, weil ihm der Geist fehlt, den er immerhin aber ahnt. Jelinek ahnt ihn nicht einmal. Sie ist nützlicher Idiot.




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Donnerstag, 21. Mai 2015

Der Zuschauer will nur das eine (1)

In der Kritik einer Inszenierung eines Stücks von Peter Handke in Hamburg las der VdZ jüngst, daß es nicht gelungen sei, "dem Stück etwas Neues hinzuzufügen". Natürlich war das negativ gemeint.

Darin zeigt sich das ganze Elend der derzeitigen Kunst, insbesonders der Bühne. Denn egal in welchem Kunstwerk, so geht es immer um die Darstellung fundamentaler Wirklichkeit, in der der Mensch steckt. Diese Wirklichkeit beschränkt sich aber auf ganz ganz wenige Grundsituationen. Das heißt, daß es MILLIONEN von Kunstwerken gibt, deren Inhalt sich aber auf eine Handvoll (manche meine 7 oder 8) Situationen beschränkt. Ja, je großartiger, berühmter, historisch unvergänglicher Kunstwerke sind, desto mehr wird genau das erkennbar: Sie haben in großer Vollkommenheit verstanden, eine dieser ganz ganz wenigen Situationen und Wirklichkeiten darzustellen.

Weil aber die Kunst heute auf eine Situation trifft, in der Dummheit in einem nie gekannten Ausmaß herrscht, versucht man die Kunstschaffenden anzutreiben, "Neues" zu erfinden. Was regelmäßig in einen Wettlauf ausartet, Methoden zu finden, Neues VORZUTÄUSCHEN. Durch Verblüffung, durch Überraschung, durch Irreführung, vor allem durch zügellose Vermischung der Ebenen, etwa durch Durchbrechen der persönlichen Schranken, durch oft sehr subtile Mißbräuche der Ebenen der Realität. Die in dem simplen Vergleich ausreichen beschrieben ist, jemanden, der eine Nadel auf der Bühne sieht, mit dem Stich einer wirklichen Nadel, die zuvor (als Teil der "Inszenierung") in seinen Sitz eingebaut wurde, zu verletzen. Das Publikum, ohnehin völlig verwirrt und orientierungslos mittlerweile, kann ohnehin nichts mehr zuordnen. Und fühlt sich "von der Aufführung bewegt", weil ihm von der Decke ein Ziegelstein auf den Kopf geworfen wurde.

Man geht nicht ins Theater, um "Neues" zu sehen. Man geht ins Theater, um das immer Gleiche, diese erwähnten "sieben Situationen", zu erleben. Man schaut nicht einen Film, weil man "Neues" sehen will. Man wählt einen Film nach der Grundsitutation, die man erleben möchte. So, wie man den Gottesdienst besucht, wo man auch immer nur eine - aber die grundlegendste - Situation sehen und erfahren, erleben will. 

Wenn es also Handke in seinem Stück gelungen ist, als Schriftsteller und Dichter, man sieht es also schon im Text, EINE Situation darzustellen, dann ist es völlig Hundspruntz, wo und wie es aufgeführt wird. Wenn es der Inszenierung gelingt, diese Wirklichkeit der Erfahrung, dem Erleben darzustellen. Dann geht man als Zuschauer bereichert aus dem Theater. Man hat eine bestimmte Wirklichkeit in sich gestärkt, die nun zur Bereitschaft wird, zur Fähigkeit, sie wirklich (weil die Kunst nur etwas aufwecken kann, das in einem IST, auf daß man es in Besitz kriege) in die Welt zu stellen, auf daß andere - das ist nämlich Kommunikation - unter dieses Dach schlüpfen. 

Zeitgemäße Inszenierung kann also nur heißen, unter der Wirrnis der Gegenwart diese eine Wirklichkeit, die (in dem Fall) das Stück zum Inhalt hat, zum erkennbaren Inhalt (weil die Details, das Einzelne relativ sind, eigentlich damit: schnurzpiepegal, im Absoluten betrachtet) herauszuarbeiten. An dem der Zuschauer damit, von der Zeitwirrnis befreit - das ist die katharrtische Wirkung des Theaters, der Kunst - teilhaben kann, und in der Fähigkeit zum Leben gestärkt wird. Eine Kritik, die verlangt, daß dieses Ewige, dieses immer Gleiche, in Zeitwirrnis aufgelöst wird (und nur dort gibt es "Neues", "Hinzugefügtes"), ist ... pervers.

Nur im Rahmen dieser einen bereits im Stück dargestellten Wirklichkeit gibt es dann "Ideen", "Einfälle", "Originelles", was auch immer. Als etwas, in dem man die Vorhandenheit dieser einen Grundwirklichkeit, um die es geht, und die man will und suchte, die den Grund des Theaterbesuchs ist, nicht vermutet hätte. Als Zerreißen eines Schleiers, den das zufällige Faktische der Gegenwart, das zufällig Situative über die Grundwirklichkeiten gelegt, hat, aus denen man lebt, und leben will, weil man sonst gar nicht lebt. Daß selbst hinter diesem Kostüm, das man ja kannte, aber nicht durchdrungen hatte, also über dem Vielfältigen des Einzelnen, dieser, jener historischen (also damit auch: zeitgemäßen) Situation, das Eine - wesentlich nämlich Unsichtbare, weil das wirkliche immer unsichtbar ist - nicht sah, diese eine Wirklichkeit steckt.

Genau das Gegenteil aber verlangt man, besonders seitens der Oberschlauen, die "Bildung" mit "Kennen vieler Zufälligkeiten" verwechseln: von der Regie, dem Bühnenbild, den Schauspielern. Unsichtbarmachung des Wirklichen, indem man es im Zufälligen verschüttet. Und alle reißen sich den Arsch auf, um möglichst irgendetwas "Neues", Unvorhergesehenes "hinzuzufügen". Dann gibt es plötzlich einzelne Schauspieler, die "alle überragten", ein Ensemble das "durch seinen Einfallsreichtum überzeugte", ein Bühnenbild das "alles in den Schatten stellte", einen Regieeinfall, der "die Vorstellung machte". Und alle suchen krampfhaft den Effekt, und die besonders "Intellektuellen" deuten irgendeinen Zufallsdreck dann aufs Stück um, und die Kritiker sagen: Wow, man sieht es nicht, aber es ist super, es ist neu, weil es verblüfft. Und verlegen die Vorstellung in Wahrheit in ihre autistischen Vorstellungszirkel. So werden aus Künstlern, Kunstschaffenden, Bluffer, geschickte Zauberkünstler, und vor allem: Blender.


Morgen Teil 2) Man spielt sich die Theater leer



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Wie es mit dem Islam weiterging (1)

Vielleicht ist uns Heutigen zu wenig nachvollziehbar, in welch eschatologischer Stimmung sich die alte Welt in den Jahrhunderten des Niedergangs und Endes des römischen Reiches befand, in der Zeit des 2. bis 8. Jhds. (Wobei: unterscheidet sich darin wirklich das Heute von der Zeit der Spätantike? Leben wir nicht heute schon fast gewohnheitsmäßig in einer Zeit der gefühlten oder zum Zeitgefühl hochstilisierten ultimativen Bedrohungen? Atomkrieg, Klimakatastrophe, Rohstoffende, Artensterben, ...) 

Augustinus ist nur einer der zahlreichen Zeitzeugen (wie: Symptome), die dies bestätigen. Auch er hielt den Einbruch der Barbaren zumindest als Topos für eine endzeitliche Strafe Gottes. Für die Menschen jener Zeit war der Untergang des Römischen Reiches nicht nur unvorstellbar (so wie wir uns heute einen Untergang Europas nicht vorstellen können), sondern ein Nachher war undenkbar und Chaos. Man erwartete also zum einen den Antichrist, zum anderen die Wiederkunft Christi als Weltenrichter.  Gerade die orientalisch-byzantinischen Kirchenbauten jener Zeit zeigen es eindrücklich: Christus der Pantokrator erscheint am Horizont, wie es die Apokalypse des Johannes beschreibt.

Dieses Gefühl verlor sich erst langsam, aber es kann prinzipiell gar nie "aussterben", weil es zur Welt selbst gehört. Wer Welt sagt, muß Anfang sagen, und vor allem auch: Ende. Denn in Christus ist das Alpha und Omega erschienen. 

Erst allmählich schwand die Dominanz dieses Endzeitgefühls, und schwang sich vorsichtig zu neuem Optimismus auf. Das zeigt sich auch im Sohn des hier bereits eingeführten Abd el-Malik, den auch in der islamischen Tradition bekannten Al-Walid. Er besaß nicht mehr dieses religiöse Eiferertum des Vaters, baute in Damaskus den Tempelbezirk des Hl. Johannes aus, und verlegte seine Residenz nach persischer Tradition in diese Stadt. 

Als neues Zentrum der arabischen Christenheit hatte sich aber längst Jerusalem herausgebildet, mit seinem Tempelberg, der von seinem Vater errichteten Sakralstätte, und dorthin zog es die Pilgerströme aus der Region. Abd al-Malik sah Palästina eben als Gelobtes Land, und dort mußte man den Richter der Welt erwarten. Die Vorbereitung bestand darin, sich des islam, der (wörtlich) Übereinstimmung mit der Schrift zu befleißigen. Warum? Weil sich das arabische Christentum als wahre Nachfolger des Alten und Neuen Testaments (samt einiger Apokryphen), als wahres Volk Gottes sah, das der Schrift treu geblieben - islam - war. Sodaß sich das arabische Christentum speziell nach dem Konzil von Nizäa (das die Gottessohnschaft Jesu und damit die Dreifaltigkeit konstatierte*) von der Westkirche getrennt hatte. Ihr Hauptmerkmal war also: Es gibt nur EINEN Gott.

Die islamische Tradition machte daraus unter vielfachen Übertragunsfehlern und Problemen bei der Umrechnung vom Mond- zum Sonnenkalender eine durchgehende Kette von Kalifen. Die ist historisch aber nicht nachweisbar. Erst ab der Mitte des 8. Jhds. ist mit den Abbasiden-Kalifen wieder historisch sichereres Terrain zu betreten. Und hier zeigt sich bereits eine allmähliche Verlagerung des religiösen Zentrums nach Medina. Vermutlich ist eine der dortigen Inschriften, die noch von mohammed als Gerundium im Sinne des Titels "der Gesalbte/der Gesandte" (Christus) im christlichen Sinn spricht. 

Ab da beginnt eine neue Dynamik. Die bereits prinzipiell im arianischen Christentum angelegte Trennung von Gott und Jesus Christus wurde folgerichtig immer expliziter - Gott "verließ" die Erde, gewissermaßen. Jesus "ibn Maryia" (notwendigerweise "verschwand" ihr Mann, Joseph) wurde mehr und mehr nur noch zum von Gott durch Zeichen (Jungfrauengeburt) erkennbaren Propheten. Das vom Griechentum und seiner (nicht immer einfach zu verstehenden) Philosophie durchtränkte Christentum des Westens wurde immer weiter (weil immer unverständlicher) abgelehnt, von einfacheren Konzepten verdrängt. 

In dieser Tradition wurde im an sich christlichen Arabien auch der griechische Bilderkult, die pompöse Liturgie, abgelehnt. Wie in der Reformation im Europa des späten Mittelalters begann sich eine Vereinfachung und Subjektivierung, eine Direktheit der Gottesbeziehung durchzusetzen. Mit dazugehörigem Schrifttum. (Luthers Bibelübersetzung war ja auch nicht einfach eine "1:1-Übersetzung", sie war vielmehr eine Transformation in die Volkssprache, also eine erhebliche Vereinfachung.) Aus dem Christentum wurde eine immer mehr "abrahamitische" Religion. Denn noch ein Schuh drückte die patriarchalisch fühlenden und lebenden Araber: Die Rolle der Frau Maria. Also wurde sie mehr und mehr (man kann sich das sehr gut als unbewußte Neigung vorstellen; denn es sind diese Neigungen, diese Bewegungsgestalten in uns, die das Denken und seine Logik in Form von Gewißheiten prägen) Also mußte die Herkunft des Propheten - des Gesandten, des Gesalbten: "mohamed", "christus" - selbst eine unüberbietbare, Maria bei weitem übertreffende Autorität haben.

Und die erhielt es, durch einen "logischen" Stammbaum, der über Abraham bis zu Adam zurückging, den man "mohamed" einrichtete. Aus dem Sohn Gottes, dem "abd allah", wurde nun der tatsachliche Sohn eines tatsächlichen Mannes namens Allah - der abd allah. Dazu kam, daß im 7. Jhd. die Naherwartung des "mohamad al mahdi", des "Gesandten, dem Erlöser", abnahm - er kam einfach nicht! Und zwar: er kam nicht im dafür eingerichteten Punkt, dem Tempelberg. Das muhamad-Jesus-Konzept, bringt es Norbert G. Pressbaum auf den Punkt, wurde immer kraftloser, unglaubwürdiger, und verschwand allmählich.

Zeitgleich schwächte sich ohnehin die reale Macht der Kalifen, denn ein Gebiet war aus rein technischen Gründen eigentlich nur in seinen Brennpunkten, den Städten, auf Dauer beherrschbar. Das war im Europa des Mittelalter nicht viel anders. Einzelne, lokale Konzepte spielten zunehmend ihre (lokale) Rolle, auch in den Glaubensvorstellungen. Schon gar in einem Land, das von Palästina bis nach Persien reichte, und von zahllosen Völkerschaften bewohnt, von zahlreichen Sprachen und Dialekten zerklüftet war. Nur eine Hochsprache gab es, das syrisch-aramäisch, das sogar in Persien für offizielle Dokumente verwendet wurde. Dazu aber kamen Einflüsse zahlreicher anderer Religionen, nicht zuletzt des Judentums und des Buddhismus. Sie alle trugen zum vielfältigen Glaubensbild Arabiens in jener Zeit bei.

In Persien, wo sich immer mehr der Aspekt des Vollstreckers Gottes, des "ali", durchsetzte. In den weiter westlich gelegenen Gebieten läßt sich hingegen eine Lesart der Schriften erkennen, die aus dem "mohamed" eine Person machte. (Beide inhaltlichen Aspekte - in den Schriften: Ehrentitel - sind ja durchaus Aspekte, die der Sohn Gottes, Jesus Christus, hat.) Die erste Spaltung vollzog sich, die auch bis heute besteht: durch diese persischen Shiiten.


Morgen Teil 2) Mentalität und Wahrheit




*Nicht "erfand", wie so mancher esoterische Schwachkopf nach Lektüre passender Druckprodukte zu "wissen" meint. Der dabei aber nur zu denkschwach ist, um die gewiß nur mit viel Mühe verstehbare, aber denn doch philosophisch klar erkennbare Wahrheit einem oberflächlichen kirchenpolitischen Machtkampf zuschreiben möchte. (Jeder urteilt eben über Sachverhalte, wie er selber ist.) Das philosophische, eigentlich metaphysische Problem ist der arianisch-arabischen Ostkirche ("islam") ja dann auch geblieben. 




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Mittwoch, 20. Mai 2015

Es gibt sie nicht (3)

Teil 3) Und das kommt dann dabei raus




Wir werden schon frieren, mit eingefrorenen Nasen in den Erdkellern hocken, werden uns die Gescheitheitssimulanten und mediengeschwängerten Supermoralisten immer noch beweisen, daß wir es mit einer Klimaerwärmung zu tun haben, weshalb wir keine Ofen anheizen dürfen, um die Erwärmung nicht noch weiter anzutreiben. Sie wohnen ohnehin in ihren klimaanlagengesteuerten Häusern in Florida und Kalifornien und New York, denn bei aller Liebe, der Einzelne kann ja sowieso nichts tun, es geht ums System! Und mein Gott, in den USA ist es ja enorm heiß! Wenn nicht gerade eine klimaerwärmte, nie gesehene Kältewelle hereinbricht. Aber die ist ja nur im Osten.

Das Thema Klimaerwärmung hat politisches Potential, natürlich. Und religiöses. Und wie! Es wird diese Eliten wegfegen. Und wenn das nur ein Wunsch ist, so ist er lediglich inniger als eine bloße Prognose. Deshalb versuchen sie jene so intensiv, ihrem Machtverlust durch Moralokkupation vorzubeugen. Durch Betonfundamente für Abstrakta, die verdinglicht werden, damit man daran herumdrehen kann. Armut, Klimaerwärmung, Welthunger, Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Bildung, Unterdrückung, Arbeitslosigkeit, Liebe, Friede, Feiheit, Barmherzigkeit, Unmoral, Solidarität, Ausbeutung ... die Liste jener Dinge wird immer länger, die nur ein Problem haben: es gibt sie nicht als Ding.* Sie sind also nicht direkt beeinflußbar. Damit bleibt seltsamerweise wieder nur eines: Das Tun dessen, was dem nächsten Ding gegenüber geschuldet wird. Weshalb die Klimageräteliebhaber in den Büros der Weltrettungsgesellschaften, die sogern in Boeings steigen, um den Nachbarn in 5000 km Entferung zu überzeugen, sogar noch RECHT haben, eigentlich VORZEIGEN, was WIRKLICH ist.

Jerry Rubin (1938-94)
Und darum kommt dann sowas raus. Immerhin nämlich großartige Unterhaltung, wie sie der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am "Global Citizen - Earthday 2015" in New York bot. Und mehr als Entertainment ist das gesamte Klimageschäft sowieso nicht. Daß der "Earthday" 1969 als Tag des Kampfes gegen den Kapitalismus gegründet wurde, ist dem geneigten Leser natürlich bekannt.

Sodaß noch deutlicher wird, daß die gesamte Klimaerwärmungsgeschichte auf die 68er-Revolution zurückgeht. Nur ist sie unendlich professioneller aufgezogen, und nicht von den 68ern, die waren dazu noch nicht in der Lage. In der 68er war noch zu viel Ehrlichkeit (und Dummheit), darum sind ihr so viele zum Opfer gefallen. Es sind aber dieselben Leute. Die sich im Marsch durch die Institutionen der Einrichtungen dessen bedienen, das zu zerschlagen sie sich auf die Fahnen geheftet haben. Als inhaltliche Füllung dieser Bewegung jedenfalls. Denn die wahren Macher und Marschierer "durch die Institutionen" waren andere. Wer dauerbekifft gut drauf ist wie Jerry Rubin ("Do it! Kill 'em all!"), und nicht auf sich achtet, kann nicht marschieren. Darum sind ja die meisten der sogenannten 68er kleinbürgerliche Mitläufer gewesen, die gegen das Establishment rebelliert haben weil es modern war, und vor allem, weil ihnen der "verschissene kleinbürgerliche Vater" keine neue Pioneer-Anlage gekauft hat, mit der sie in ihren von der Mama geputzten Zimmern das saubere, gepflegte Einfamlienhaus in der Peripherie der Stadt noch mehr zugedröhnt hätten. Man kann sich ja nicht das ganze Leben versauen.**

Das hat Al Gore genauso gemacht. Den der VdZ für einen der maßgeblichen Drahtzieher der internationalen Klimabewegung sieht. Gore war Student in Harvard von 1965-69, damals Zimmerkollege von Tommy Lee Jones, der dort Shakespeare gespielt hat, während Jerry Rubin das Studium abbrach und sich vor dem Kapitol die Hosen runterzog, war eben clever - er nutzte diese Bewegung geschickt. Denn er war kein Rebell. Er stammt ja aus wohlhabenden Politikerkreisen, und da war man gewiß sehr bedacht darauf, wie man Karriere baut oder verhindert. Nur ein wenig Rebellenimage wurde später dazugeflickt, als es plötzlich nützlich wurde. Denn heute sind ja alle, zumindest irgendwie, gegen Vietnam gewesen. Damit kann man dann die Stromlinienförmigkeit der Vita ein wenig umfärben, 68er-Image nutzt also sogar, siehe Joschka Fischer. Realos wie Gore dienten stattdessen pflichtbewußt in Vietnam. Er hat alleine 2009 geschätzte 300 Millionen Dollar für PR (!) ausgegeben, schreibt Wikipedia. Gore hat die 68er professionell an ihrem schwächsten Punkt erwischt.

Aber hier der versprochene Scherzkeks vom Tag.







In Wirklichkeit kann man die Vernunft, die Wahrheit niemals beerdigen. Sie steht nicht nur wieder auf, sie umschließt alles und alle. Immer. Es ist nur nicht gleich erkennbar. Denn sie ist das Herz der Welt. Und sie ist Person. Ist der Herr, im wahrsten Sinn, der alles actu in der Hand hat, auch das Gegenläufige. Deshalb ist der Impuls schon verständlich, in dem die Eliten panisch versuchen, alles niederzuwalzen, was sich ihren Ansichten entgegenstellt. Die Wahrheit blickt auch sie an. Und das macht unruhig.

Uns aber kann es ruhig machen.




*Auch "Gesellschaft" gibt es natürlich nicht, nicht als Ding. Auch dieses Wort ist ein Abstraktum, das möge man nicht vergessen. Sondern es gibt nur konkrete Gemeinschaftsformen mit bestimmten postulativen Momenten (die mamchmal sogar sehr schwer erkennbar sind), in allen Größen und Varianten, vom Taubenzüchterverein in Ringelrotz am Wüstlingssee bis zu Europa, die als "Gesellschaft" bezeichnet werden können.

**Der VdZ hatte in den späten 1970ern durchaus Sympathie für diese Bewegung, deren einer Grundimpuls - fundamentale Moderne-Kritik - er bis heute teilt. Nur erkannte er, daß die Zusammenhänge und Ursachen ganz anders zu sehen sind, als er seinerzeit, als scheinbarer "Linker", der es bis zum Kommunistischen Studentenverband in Graz brachte (dem damals ... ein ehemaliger Minstrant mit tief eingeprägter priesterlichem Gestus vorstand, und er war mit dieser Vergangenheit keineswegs alleine), mit Sartre als großem Vorbild, der freilich bald Camus weichen mußte, gedacht hatte. Auch Stalin war ja ursprünglich Priesterstudent. Lenin warnte wiederholt vor ihm. 




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Vorsicht, ein Verbrechen!

Unbekannte Scherzkekse haben in Hamburg eine Tür eines S-Bahn-Waggons mit Ytong-Steinen zugemauert. Der Waggon fuhr eine ganze Linienstrecke hin und retour, ehe er aus dem Verkehr gezogen und wieder instandgesetzt wurde. Die Polizei hat noch keine Hinweise auf die Täter. Denn es müssen mehrere gewesen sein, die gezählte 17 schwere Steine samt Kleber und Mörtel angeschleppt und rasch verarbeitet haben. Das sei kein Bubenstreich mehr, meinte ein Hamburger Polizeisprecher, der Schaden gehe in die Zehntausende, und dem Täter drohten fünf Jahre Haft ob der schweren Sachbeschädigung. Um Gottes willen! Darf man wenigstens darüber lachen, ohne der Bildung und Mitwirkung an einer verbrecherischen Vereinigung geziehen zu werden?


Photo - Kronen Zeitung



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Dienstag, 19. Mai 2015

Es gibt sie nicht (2)

Teil 2) Griff in die Faktenkiste







Schweiz - Das einzige, was sich geändert hat, war die Umgebung der Meßstationen und deren Umstelung von konventioneller auf automatische Messung.  In den konventionellen Wetterhütten hätte sich nämlich ... ein Temperaturabfall gezeigt. Meteorologen des Alfred Wegener-Instituts stellen seit Jahren ein Abfallen der Wintertemperaturen fest. Sie führen das aber auf die in der Arktis frigewordenen kalten Luftmasse zurück - also auf die Klimaerwärmung. Es gibt deutliche Indizien, daß die neuen Meßmethoden um 0,93 Grad höhere Messungen auswerfen. Wen interssiert's? Man senkt einfach aus "theoretischen Überlegungen" die so bedrückend handfesten Meßreihen vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte ab, erhöht die der gegenwart, und schon hat man seine Klimaerwärmung bewiesen. Der nächste, der mit den somit ausgewiesenen Meßreihen arbeitet, weiß davon schon nichts mehr, und will es gar nicht wissen.

Alleine aus der Umstellung der Meßmethoden ließe sich schon die gesamte (heute ausgewiesene, "gemessene") Klimaerwärmung in Deutschland begründen!

Apropos Deutschland. Winter in Deutschland - Graphik Deutscher Wetterdienst Offenbach. Weitere Beispiele gäbe es nach Belieben. Auch diese Schaubilder aus Zahlen bestätigen nur die Generalaussage: Seit fast 30 Jahren nehmen die Temperaturen im Winter AB. Die Winter werden kühler. (Das entspricht übrigens genau den persönlchen Beobachtungen des VdZ, der feststellt, daß die Pflanzen immer später im April zu treiben anfangen. Dann dafür umso schneller. Wie das Leben eben ist.)







Nächstes Deuschland. Weimar - Trotz unzweifelbarem Wärmeinseleffekt (hausgemachte Erwärmung im städtischen Bereich durch schlicht zivilisatorische Maßnahmen) keinerlei Veränderung in der Apfelblüte. Und einer solchen traut der VdZ um Dimensionen mehr als den Wortspenden unnötiger Wichtigmacher mit fünf abgesessenen Universitätstiteln.




Aprilmittel über ganz Deutschland: Wird es dafür im April wärmer? Leider scheint der Trend der letzten Jahre - als quasi Ausgleich für kältere Winter - nicht weiterzugehen. Eine Fortsetzung des Temperaturrückgangs dürfte sich selbst für den April bereits abzeichnen.




Fazit? Man darf es schon mal satt haben, das NORMALE zu rechtfertigen, gar zu verteidigen, weil einige nach den Töpfen greifen wollen, die zu füllen nicht mit zum Zweck mißbrauchter Wissenschafts-, dafür alles mit bestimmten Charakterkonstellationen zu tun hat.






Morgen Teil 3) Und das kommt dann dabei raus



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Unbequeme Tatsachen

Die Ausführungen des niederländisch-türkischen Historikers Prof. Ugor Ungor sind schon deshalb interessant, weil sie die Systematik des Genozids am armenischen Volk  zeigt, die als Folie für Völkermord überhaupt gelten kann.* Höchst systematisch wird dabei anhand eines sich immer mehr spezialisierenden Volksmerkmals - "rassisch" - von der Führungselite ausgehend, auf alle Männer, dann auf die Angehörigen, indem man alle verwandtschaftlichen Bande durch Separation unterbricht, und schließlich auch auf die Gruppen übergegangen, die im Dunstkreis dieser Gruppe leben, oder (in der Türkei: zum Islam konvertierte Armenier; in Deutschland später: getaufte Juden) einmal dazugehörten. Dann wird die kulturelle Grundlagen vernichtet, Klöster und Gotteshäuser eingeebnet, Kunstgegenstände geplündert, Bücher und Schriften und die Sprache vernichtet und verboten.

Ausgangspunkt und nicht unwesentlicher Zielpunkt aber ist die lt. Ugor Ungor (der sich in mehreren Büchern mit dem Werden der modernen Türkei und den Zusammenhängen mit dem Genozid an den Armeniern befaßt) nachweislich zentral geplante Enteignung dieser Bevölkerungsgruppe, die im Fall der Armenier bislang aber noch wenig untersucht ist. (Anders, als fürs spätere Hitler-Deutschland.) Immerhin war der Anteil der Armenier an der gebildeten, wohlhabenden Mittelschicht überdurchschnittlich hoch.** Interessant dabei ist auch, daß (und es war in Deutschland ja nicht anders; Hitler hebelte ja das deutsche Rechtssystem über die Notstands-Ermächtigungsgesetze aus) diese Erlässe türkischen Gesetzen, ja sogar der Verfassung widersprachen. Aber sie waren belegbar von Istanbul aus geplant und koordiniert.

Der Genozid an den Armeniern begann also mit der Enteignung, deren Widerstand man mit wohlklingenden Versprechen möglichst hinauszuzögern versuchte. Auch das kennt man aus unserer eigenen Geschichte.

Die Motive kann man in drei Ebenen teilen: Die türkische Führungsschichte hatte ideologische Gründe. Dem Mittelstand ging es schlicht um Eigentums- und Konkurrenzvorteile. Die Motive der unteren Schichten, des "gemeinen Volkes" einzuschätzen, sei aber dem Leser überlassen.

Nicht zuletzt wurden offiziell-inoffiziell Flüchtlinge aus dem Balkan bedacht (von wo nach dem verlorenen Krieg 1912 als Ergebnis der "Entislamisierung" der Balkangebiete hunderttausende Muslime in die Türkei geflüchtet waren.)

Geheime Erlässe aus Istanbil bereiteten diese Übernahme armenischer Unternehmen und armenischen Vermögens durch türkische Bürger gezielt vor. Das konfiszierte Vermögen wurde anschließend zu niedrigsten Preisen an die Zielgrupen veräußert. Darüber gibt es sogar Verzeichnisbücher, in denen die Provinzen den Fortschritt dieser Vermögenstransaktionen meldeten. Das war der eher geordnete Teil des Vermögenstransfers. 

Dem ein weit größerer Anteil unterer Schichten von Türken folgte, der sich armenisches Vermögen schlicht durch Plünderung aneignete. Dorf für Dorf, Ort für Ort wurde systematisch durchgekämmt, und zwar auch durch offizielle Polizei. Eine von Ungors Thesen ist deshalb, daß besonders die Osttürkei einen Schub an aggressivem Nationalismus erlebte, der zu besonders brutalen Ausschreitungen führte. Aus den Zusammenhängen mit den Enteignungen kann man also davon ausgehen, so der VdZ, daß eine Aufarbeitung von Schuld durch Sperren des Schuldbewußtseins behindert wird, weil sie die gegenwärtige Lage in Frage stellen.

Natürlich war der "unkontrollierbare Volkszorn", den man entschuldigend anführte, nicht offiziell organisiert, so wie später in Hitler-Deutschland. Aber es gab inofizielle, organisierte Banden, die sich aus der lokalen Bevölkerung rekrutierten, und mordeten und plünderten, und deren Anführer dadurch reich wurden. Der Anteil an Toten bei der Armenieraustreibung ist in der Ost- und Südosttürkei besonders hoch.

Ungors Fazit: Ein beträchtlicher Teil der späteren und heutigen türkischen Eliten verdankte seinen Aufstieg dem Genozid, der zu einem der größten Vermögenstransfers der jüngeren Geschichte wurde. Vorzeigeindustrien der heutigen Türkei - etwa Baumwolle und Textilien, oder Haselnüsse, Tomaten, überhaupt landwirtschaftliche Produkte - gehen zu einem nicht unerheblichen Teil auf konfisziertes armenisches Vermögen zurück.








*Daß Hitler die Umgestaltung durch die Türkei, die Nationalisierung des Atatürk eingehend studierte und als Vorbild für die Umgestaltung Deutschlands heranzog, ist ja bekannt.

**Als der VdZ vor Jahren ein Gespräch mit einem österreichischen Architekten führte, erzählte ihm dieser von einer Studienreise in die Türkei, wo die "türkische Architektur" in ihrer Großartigkeit studiert wurde. Bei näherem Betrachten der genannten oder am Bild gezeigten Objekte stellt sich zu dessen Überraschung aber heraus, daß der überwiegende Anteil dieser Gebäude - wenn nicht sogar ausschließlich - entweder armenischen, oder christlichen, orthodox-griechischen Ursprungs, oder von westeuropäischen (auch österreichischen) Architekten geplant war.  Daß die Hagia Sofia, die zum Vorbild sämtlicher Moscheen der Welt wurde, bis 1452 ein christlicher, eigentlich katholischer Bau war, muß da gar nicht extra erwähnt werden. Wir haben uns an dieser Stelle ja bereits mit den katholischen Wurzeln des Islam (Koran) befaßt, weshalb diese Affinität ohnehin nicht verwundert.




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Montag, 18. Mai 2015

Es gibt sie nicht (1)

(Eine ungebremste Polemik, selbstverständlich.) 



Wo sind Sie, die wärmeren Jahre, die Winter ohne Schnee, die Sommer in unerträglicher Tropenhitze, die wegschmelzenden Pole, der Hitzetod der Erde 2013, und was auch immer? Es gibt sie nicht! Nichts vom Behaupteten der Erwärmungspropheten gibt es. Nur in ihren manipulierten Statistiken, in ihren realitätsfremden Computermodellen. persönliche Beobachtungen gefällig? Seit einigen Jahren kommt das Frühjahr später. Die Natur zeigt also etwas seltsam anderes: Die Winter dürften kälter geworden sein. Und das bestätigen seriöse Messungen, wie von der Wiener Zentralanstalt für Meteorologie. In Wien ist es (im Durchschnitt) kälter geworden, seit vielen Jahren. Genauso in Deutschland. 

Geldverteilung impotenter Politiker und Gutfanatisten an ebenso impotente Versager, die ihr einziges Heil für ihr Versagerdasein in der perfiden Pentration der Menschen guten Willens mit ihren kranken Moralvorstellungen und schizoiden Blasphemien liegt. Gegenseitig stützen sie sich dann, um am Leben zu bleiben, zu verhindern, daß sie einmal die Mühe eines produktiven Lebens auf sich nehmen müßten. Die nicht einmal Verstand genug haben, ihr "Erwärmungsproblem" als ihr hcöhstpersönliches Problem zu erkennen, also Daten produzieren, und  manipulieren, die nichts sonst als ihre Wünsche ergeben.

Nicht mehr als einige wenige Belege sind diese Graphiken, in allem Wissen um die Fragilität solcher "Daten" überhaupt. Und dergestalte Beispiele gäbe es ohne Ende. Aber wen interessieren überhaupt noch persönliche Einschätzungen, konkrete Daten, Wahrhaftigkeit. Es geht doch um die Rettung der Welt! Steuerngefickte Hundsfotte, Charakterdreck, allesamt. Sie ersetzen Wirklichkeit durch Zirkelschlüsse in sich vertrocknender Theorien, womit sie den Zeitgeist treffen. Umso aggressiver werden ihre Veränderungsforderungen, die sie absichern sollen. Nicht mehr.

Laßt die Menschen endlich in Ruhe. Laßt sie wieder an ihren Hausverstand glauben. Vor dem Ihr Euch so fürchtet, darum geht es nämlich. Denn er würde Euch wegfegen wie ein explodierender Druckkochtopf. Und wer wird Euch wegfegen.

Die Erderwärmung ist menschengemacht? Jawohl, sie ist menschengemacht. Von Euch, den Klimapropheten. Eine Auswahl der Realität gefällig? Mit Verlaub - das ist das, was da draußen in der Welt wirklich passiert.

Wien - Seit fast zwanzig Jahren fallen die durchschnittlichen Wintertemperaturen. Nur das Jahresmittel steigt leicht. Die Erklärung scheint einfach, wenn  man es darauf anlegt: Die Nordströmungen haben sich intensiviert, im Gegenzug die Sonnentage - simpel! - vermehrt.

Kalte Luft kann weniger Wasserdampf binden. Damit kommt es zu verringerter Wolkenbildung. Und damit wird die Sonneinstrahlung vermehrt. Einfach Sache. Woher aber kommt die kalte Luft? Jaaaa, sagen die Erwärmer,  die kommt vom Nordpol, weil es dort wärmer wird. Verstehe. Die kalte Luft verdrückt sich vor der warmen Luft, führt zu Abkühlung in Wien, weshalb es dort wärmer wird. Na, dann kann man nur hoffen, daß es bald wärmer wird, damit es dann durch mehr Wolken wieder kälter wird? So ungefähr. Denn natürlich ist alles vieeeel viel komplizierter.

Es ist also kein seltsam geheimnisvolles Gleichgewichtssystem einer uns im Ganzen gar nicht faßbaren Erde, die als Abstraktum in einem logischen Fehlschluß schnell mal verdinglicht wird. Weil man sie vom Weltraum aus ja auch als "ein Ganzes" sieht, noch dazu so klein. Damit kein riesiges hierarchisches Zueinander jeweils in sich arbeitender Wirkkomplexe, die in ihrem Prinzip Geheimnis sind, entzieht. Weil ihr Zueinander der Faktoren sich dem menschlich-linearen Denken entzieht, das aus der Zeitbedingung heraus  nur "nacheinander" denken kann, nicht ineinander, der mensch also eigentlich in Gestalten denkt (die aber prinzipiell nicht erkennbar sind, ein erkenntnistheoretischer Grundsatz, nur "schaubar", ein Geheimnis bleiben; ins linear-wissenschaftliche Denken auflösbar ist nur ein Vereinzeltes, und zwar posthoc), das lineare Denken überhaupt nur ein recht unbeholfenes Hilfsmittel ist. Wo noch dazu das je Übergeordnete das Untergeordnete integrativ ausgleicht, also, linear gedacht, ein kybernetisch überkritisches (chaotisches) Eigensystem ist.

Welt wäre also nur in Poesie erkennbar, weil sie Poesie IST. Weshalb es auch kein Zufall ist, daß die Klimapropheten sich längst nur noch auf moralische Imperative konzentrieren, auf quasireligiöse "Ethik-Cluster" sozusagen. Denn wenn es schon nicht "beweisbar" ist, so ist es doch schlecht, und die "Erde zu retten" ist doch immer gut? Wieder - Verdinglichung eines Abstraktums, mit der unausbleiblichen Folge, daß die Zufriedenheit in der Erreichung dieses Zieles nie eintreten wird, die Forderungen nach Rettungsmaßnahmen also prinzipiell unendlich sind.)

Widerlegen, zumindest das Gesagte, kann die Klimaforschung übrigens auch nicht. Denn sie weiß überhaupt nicht, das gibt sie ja zu, wie das globale Klimasystem (eine Abstraktion, die es real natürlich auch nicht gibt) "funktioniert". Computerkapazitäten, die auch nur ein Nacheinander ermöglichen, ergeben halt noch kein Wissen. Wobei, halt: Sie, genau sie ergeben nämlich tatsächlich Wissen, das ist ja der Clou. Nur sagt, und darauf kommt es an, solcherart Wissen überhaupt nichts darüber aus, ob das auch Wahrheit ist. Denn in ihr erst haben wir es mit den obgenannten Verhältnissen von Ganzheit und Gestalt zu tun.

Endgültig verwirrt? Wunderbar, so soll es sein. Sie taugen damit bereits zum Klimaerwärmungspropheten, weil ihr nächster Schritt sein könnte, dieses Ungreifbare durch "Wissen" wieder dingfest zu machen. Etwa durch mathematische Graphiken. Die haben wir von der Fraktion der VdZ-Narreteien natürlich auch.



Morgen Teil 2) Griff in die Faktenkiste






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Wenn alle arm sind

Auch Zuwanderung wird den demographischen Gau nicht lösen, schreibt die Welt und knüpft an das an, was Demographieforscher Herwig Birg schon lange gesagt hat. Denn dadurch überaltern die Herkunftsländer, und der Zustrom von Zuwanderern versiegt. Aber sie helfen, wie in Österreich, durch kurzfristige Erhöhung der Menge der Beitragszahler das Problem der Finanzierbarkeit der Rentensysteme zu verbergen und seine Lösung hinauszuschieben. 

Bereits 2060 werden in Deutschland aber auf 100 Erwerbstätige 60 Rentenempfänger kommen. Der Zuschußstrom wird sich also umkehren müssen - Alt wird Jung zu finanzieren haben, etwa durch Vermögensauflösung. Bis alle nichts mehr haben. Denn die Produktivitätssteigerung, die nötig wäre, um das finanziell aufzufangen, ist unrealistisch. Oder, schreibt die Welt, wird auch der, der Musik studieren möchte, zukünftig zum Techniker umgeschult werden müssen? Vielmehr wird es zu einem Ende der Langzeitpension kommen müssen, durch drastisches Hinaufsetzen des Renteneintrittsalters.

Was die Welt nicht schreibt ist damit, daß durch Zuwanderung das Problem sogar noch verschärft wird. Durch den brain-drain, die allmähliche Senkung des durchschnittlichen Bildungsniveaus (manche Bevölkerungsforscher meinen auch: Senkung des durchschnittlichen Intelligenzquotienten) durch Zuwanderer, bei gleichzeitigem negativem "Brain-"Saldo durch Abwanderung hoch ausgebildeter Menschen, wird die Produktivität sogar gebremst. 

Auf nächste Einwanderergenerationen zu hoffen, die bereits hierzulande ausgebildet wurden, ist müßig, weil der erhoffte Effekt nicht eintritt. Auch Migranten der zweiten Generation haben im Schnitt deutlich unterdurchschnittliche Ausbildungsniveaus. Und dann - bekommen sie auch so wenige Kinder, wie der bisherige Deutsche. Nur kommt dann keine Zuwanderung mehr nach. Was man jetzt aus politischen Opportunitätsgründen verweigert, eine teilweise Koppelung der Rente an die Kinderzahl, wird damit über die Hintertür kommen: Der Transfer von Kinderlosen zu Familien mit Kindern.

Es ist mehr als eine Metapher, wenn man sagt, daß der Reichtum eines Volkes in seinen Kindern liegt. Es ist blanke Realität.




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Sonntag, 17. Mai 2015

Warum Hilfe die Unzufriedenheit der Flüchtlinge erhöht

Die Großartigkeit des Mittelalters, schreibt Rosmini einmal, bestand in der ungeheuren Ansammlung von Dingwissen. Man tut dieser Zeit schwer unrecht, wenn man verlangt, daß sich auch das abstrakte Wissen gehabt haben sollte. Denn das kann nur dem Dingwissen folgen, als Abstrahierung der Erfahrungen aus dem bloßen Ding selbst. Aus welchem heraus nämlich die richtige Verwendung gar nicht bestimmbar ist.* 

Somit dient Dingwissen, das aus der zunehmenden Vielfalt der begegnenden Dinge entsteht, somit dient auch pure Anhäufung oder Vermehrung von Dingen, nicht (oder nur zufällig) der Erreichung von Zufriedenheit, wenn sie nicht durch Abstraktion richtig eingeordnet und im besten Sinn maßvoll werden. Die Wunschenergien bleiben sonst ungesättigt, ja werden noch stärker frustriert, bauen sich also weiter auf, und werden damit ziel- und vor allem morallos, ja böse.

Damit ist auch einer politischen und zum Ziel verabsolutierten Umverteilung eine Absage erteilt. Diese wird NICHT beitragen, Zufriedenheit und bessere Lebensführung bei den begünstigen Menschengruppen hervorzurufen, weil die Verwendung des Zugeteilen nicht dem wirklichen Ziel, das nur die abstrakte Vernunft definieren kann, dient. Dingwollen darf das abstrakte Wissen und Wollen nicht überschreiten, bzw. muß von diesem "in-formiert", eingeordnet, gelenkt werden.

Elend (und nur das ist ja ein Übel für eine Gesellschaft, weil es deren Entwicklung erschwert oder gar unmöglich macht) läßt sich also in keinem Fall durch Zuteilung von Gütern beheben. Denn Güter dienen nur dann der Erhöhung der Zufriedenheit und damit der Erreichung von Lebenszielen, wenn diese Lebensziele angemessen und geordnet angestrebt werden können. Sonst wird nur weitere Unzufriedenheit geschürt, wobei die Betroffenen nunmehr außenliegende Gründe für das Nichterreichen der Zufriedenheit, die sie erhofft hatten, suchen. Eine Gesellschaft wird also destabilisiert.

Eine politische Maßnahme der Dingvermehrung - zur Bekämpfung von Armut etwa - kann nur dann Sinn haben, wenn sie der Erreichung individueller Ziele deshalb dienen kann, weil das vernünftige Wollen der Individuen mehr Dinghaftigkeit braucht, damit sich der Mensch entfalten, im Rahmen der Gesamtgesellschaft entwickeln kann. 

(Anm/.) Rosminis Aussagen lassen sich also direkt in die Gegenwart übertragen. Denn was heute Bildung heißt, ist zu einem immer überwiegenderen Teil lediglich Vermehrung von Dingwissen. Damit werden sogar noch weiter ungemäße Willensziele gefördert, die niemanden befriedigen, und damit eine Destabilisierung der gesellschaftlichen Gefügeharmonie gefördert. Desgleichen muß das "Internet für alle" in genau diese Kategorie eingeordnet werden: Es erhöht Dingwissen, dem aber die Abstraktionsfähigkeit der Menschen gar nicht entspricht. Die kein simpler Rationalismus ist, wie ein Computerprogramm also funktioniert, das selbst ja nur Dingwissen verarbeiten kann, sondern von der Sittlichkeit gelenkt und genährt wird. (./Anm.)

Die Entwicklung Europas wie jeder Kultur sieht der italienische Philosoph also in einer je aufeinanderfolgenden Phase begründet, in der Dingwissen von abstraktem Wissen abgelöst wird, zu weiteren Dingen führt, und damit wieder in Dingwissen überwechselt, etc.

Das große Übel des Technizismus erwuchs Europa daraus, daß das abstrakte Wissen selbst überbewertet, verabsolutiert und selbst zu einem Ding wurde. Wenn das passiert, steuert eine Gesellschaft unweigerlich in eine immer weiter wachsende Unzufriedenheit und Instabilität, also Entwicklungshemmung oder gar Rückentwicklung. Das tritt dann ein, wenn also zum Beispiel als ethisch (weil der Freiheit der Menschen förderlich) erwünscht eingeschätzte Zustände zum Ding, zum Ziel an sich werden. Indem man etwa Strukturen selbst errichten, verbessern will, und damit vergißt, daß diese die Folge einer jeweiligen Höherentwicklung der solche Strukturen real bildenden Individuen sind. 

Solche abstrakten Werte entziehen sich aber prinzipiell der Erreichbarkeit, weil sich "Ewiges" niemals verdinglichen läßt. Trotz also verstärkter (direkter) politischer Maßnahmen, wird die Unzufriedenheit der Menschen, die ihre "ewigen", aber verdinglichten Lebensziele sogar noch weniger erreichen, weil sie hinter ihren nunmehr hochgeschraubten Zielen zwangsläufig zurückbleiben, erhöht. Damit fallen auch die Bereiche der Zielverwirklichung der Menschen Stufe um Stufe in jene Ebenen zurück, in denen sie unmoralisch und zufällig, willkürlich handeln, um nämlich ihre Wunschenergien (vereinfacht) abzuführen.**

Worin aber soll der Sinn der Zuwanderung, insbesonders aber der Aufnahme von Flüchtlingen (noch vor aller übrigen Diskussion nämlich) liegen, als darin, auch diese Menschen zu einer sinnvollen Zielwelt - als weitergehendere Erfüllungsmöglichkeit ihres Lebenspotentials - zu führen? Genau deshalb stehen sie ja an der Küste Libyens und steigen unter halsbrecherischen Bedingungen in Schrottkisten und Gummischläuche.

Sie werden aber in der derzeitigen (und widerlich gefühlsduseligen) Form der Problembehandlung nicht zu mehr Lebenszufriedenheit geleitet werden, sondern im Gegenteil landen. Und die Gründe dafür liegen nicht in der "Herzenshärte" der Europäer. Denn die Bevölkerung Europas hat noch immer mehr Hausverstand und Sachorientierung, als man meint, und das sind die Grundlagen von Liebe. Die Gründe liegen aber in der Ahnungslosigkeit über ontologische Vorgänge, im Nichtwissen darüber, was sie überhaupt tun, die unsere Eliten in Kirche und Politik befallen hat. In der diese meinen, sie täten A, während sie B tun. In der sie die Bürger auffordern, A zu tun, während damit B getan wird.



*Aus einer Fachwissenschaft heraus kann sich damit niemals der Sinn und die im Sinne einer Erhöhung individueller Freiheit und Lebenserfüllung - als eigentlicher menschlicher Lebenssinn - ergebende Richtigkeit einer Anwendung ergeben. Diese muß auf die philosphische Abstraktion zurückgreifen. Diese sagt dann, wie etwas verwendbar ist, und fügt das Ding in einen Zusammenhang der Vernunft und damit der Erhöhung der individuellen Freiheit.

**Daraus folgt eine weitere ganz reale Konsequenz, die eine sehr aktuelle Diskussion berührt: Flüchtlinge, Zuwanderer, noch dazu in hoher Anzahl, in eine Gesellschaft einzulassen, die dem Entwicklungsstand der Einwanderungsgesellschaft hinterherhinken, und sie zugleich zu "Gleichen" dieser Gesellschaft zu erklären, schürt ein Potential der Unzufriedenheit und ungesättigten Wunschenergie, die eine Gesellschaft unweigerlich sprengt. Selbst, ja gerade dann, wenn man diese Zuwanderer mit Gütern überschüttet, die einen dinglich gesehen "gleichen Dingstand" bewirken. Denn nun gleichen sie ihre Ziele - als Dinge, verdinglicht - der Allgemeinheit an. Weil sie aber gar nicht in der Lage sind, aus verschiedensten Gründen, die abstrakten Bedingungen der Güterverwendung zu befriedigenden Zielen zu erfüllen, wird ihre Unzufriedenheit maßlos, und richtet sich auf die Umgebung. 

(Eine hohe Zuwanderung aus gesellschaftlich weniger hohen Gesellschaften dient also ganz sicher, direkt und ausschließlich der Linken (die als deren radikale Form, soziologisch im Grunde oben mit erklärt, gerade "durch" ihre überdurchschnittliche "Bildung", meist mit den Grünen in eins fällt) - oder den stark Rechten. Aber nicht, weil sichZuwandere mehr Zuwendungen versprechen, sondern aufgrund der Koinzidenz in der willkürlichen Unzufriedenheit, die bei den Grünen als Handlungsrichtung ja auf eine Zerstörung der Dingwelt hinausläuft.

Weshalb im Sinne einer gesellschaftlichen Harmonie die hier bereits angedeuteten Überlegungen des VdZ  der Errichtung von Parallelgesellschaften weiter gestützt werden. Proaktiv, gewissermaßen, muß ein neues Mehr-Kastensystem eingeführt, der Stier bei den Hörnern gepackt werden, sonst kann der gesellschaftliche Friede, eine allseits und damit insgesamt harmonische Entwicklung nicht erreicht werden. Rosminis Grundsatzanalysen bestätigen, daß jedes derzeitige Integrationsgerede kontraproduktives (!) Geschwafel ist, und das Gegenteil bewirkt. Aber aus ganz anderen, viel tieferliegenderen Gründen, als bislang in der Debatte eine Rolle spielen.)


Zur weiteren Illustration: Der VdZ erinnert sich - hat er die Geschichte schon erzählt? vermutlich - an die Zeit um 1989/90. Damals kamen in Massen vor allem rumänische Zuwanderer ins Land. Diese wurden augenblicklich und durch zahlreiche Maßnahmen quasi zu "Gleichen" mit den Österreichern aufgewertet. Schlagartig stiegen aber deren Eigentumsdelikte, von denen auch der VdZ (bzw. sein damaliges Unternehmen) in erheblichem Maß getroffen wurde. Im Gespräch mit Arbeitern, denen eine Chance zu geben er versucht hatte, deren Arbeitsleistung aber so niedrig war, daß sie einen Lohn kaum rechtfertigte, weil ihre (im betriebswirtschaftlichen terminus technicus:) Transferzeiten sogar mehr kosteten als erwirtschafteten, kam der Grund zutage: Sie sahen sich in denselben Anspruchsrechten wie die Österreicher. Doch fehlte es ihnen an den (abstrakten) Instrumenten, diese zu erfüllen. Also sahen sie sich - wörtlich - sogar alle Rechte, sich die Dingmenge der Österreicher auf anderem Weg zu beschaffen. Die sie (weil frustriert) als ihnen vorenthalten betrachteten. Das gilt sinngemäß aber nicht weniger für bestimmte Schichten inländischer Arbeiter, nicht zufällig in erster Linie nur als Hilfsarbeiter einsetzbar. Die sich aber als sozial bzw. im Stand "gleich" mit allen anderen Mitarbeitern (und dem Unternehmer selbst) eingestuft erlebten. Ihre Grundstimmung war praktisch immer hohe Frustration. Die Diebstahlsquote (nicht zuletzt durch Stundenbetrug in der Lohnabrechnung) war entsprechend.




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Wer dachte daran?

Bild: The Onion
Es ist nur eine der zahllosen Satiren auf "The Onion", die da veröffentlicht wurde. Aber sie hat es in sich.

In ihr klagt eine Frau, daß sie es satt hat, jeden Morgen ins Büro zu gehen, und sobald sie das Haus verläßt, eine Identität ("Persona") überstreifen zu müssen, so wie es alle tun.

Eine Identität, die ihr so gar nicht behagt. Und die vor allem so anders ist als die, die sie einfach hätte, würde sie schlicht und ergreifend zu Hause bleiben. Tag für Tag könne sie es kaum erwarten, heimzukommen, und diese Identität ablegen zu können.





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Samstag, 16. Mai 2015

Die Sache mit dem Islam geht weiter (3)

Ohne feste historische Verankerung der Ursprünge, ist aber der Koran eine reine Projektionsfläche von Phantasien und Wunschvorstellungen. Mit einem offenbarungspositivistischen Verständnis und wortwörtlichen Interpretationen kann immer wieder eine fragwürdige Theologiepolitik betrieben werden.

Die westliche Islamforschung ist zur Zeit ausschließlich arabisch-philologisch orientiert. Sie verzichtet auf die Anwendung von Methoden, die in den Historischen Wissenschaften zum Standard gehören, und berücksichtigt nicht die orientalischen Sprachen, die im Koran ihre Spuren hinterlassen haben, ebenso wenig die zahlreichen religionsgeschichtlichen Bezüge. Offensichtlich aber spricht der Koran Hörer an, die in diesen lebendigen Traditionen standen. und reagiert auf aktiv vertretene Positionen. Ihn ohne Rekurs auf diese Vorgaben auslegen und verstehen zu können, ist unmöglich. Wenn diese Mühsal des Nachforschens nicht geleistet wird, wird der Koran zur bloßen Projektionsfläche eigener Vorstellungen – seien sie muslimischer oder westlich-„wissenschaftlicher“ Art. Er selbst versinkt dann im Dunkel – das Gegenteil seiner postulierten kanonischen Geltung. 



 Wird fortgesetzt





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Klares Forschungsergebnis

Ein in seiner sachlichen, klaren Argumentation außerordentlich hörenswerter Vortrag des international renommierten Atmosphärenforschers Prof. Murry Salby. Der folgende Aussagen trifft und belegt: Der anthropogene Ausstoß von CO2 durch fossile Verbrennung ist bei einer Gesamtbetrachtung der Atmosphärengehalte von CO2 nahezu vernachlässigbar und so gut wie nicht meßbar. Darüber hinaus aber berücksichtigen sämtliche Klimamodelle nicht die wirkliche Absoption von CO2 durch die Erde selbst. Denn steigt der CO2-Ausstoß (der zu mindestens 95 % mit dem Menschen gar nichts zu tun hat), steigt auch die Absoptionsrate. 

Vorbemerkung: Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß Prof. Salby in seinen Aussagen schwer angefeindet wird. Man wirft ihm alles möglich vor, unter anderem, daß er atmosphärische Prozesse ansetze, ohne die Quellen für diese Annahmen zu nennen. Man wirft ihm auch vor Begriffe, Einheiten mehr oder weniger wahllos durcheinanderzuwerfen. Dem VdZ aber erscheint der Vortrag aus einem bestimmten Grund hörenswert: denn er wirkt in sich völlig plausibel, und deckt sich mit zahlreichen anderen - zumindest prinzipiellen - Modellen über physikalische und atmosphärische Abläufe, die der VdZ kennt, die aber mit rationalistischem Ansatz gar nicht ins Blickfeld geraten, sondern zuvor philosophische Klärung benötigen. Die der Mehrzahl der "Klimaforscher" einfach fehlt, die deshalb (und das ist widersinnig weil ein Zirkelschluß) eine Erklärung "aus der Sache selbst heraus" verlangen. Salbys Thesen decken sich hingeben auch mit naturphilosophischen Ansätzen, das macht ihre Aussagen für den VdZ so plausibel. Daneben kann der VdZ nicht feststellen, was an den Hauptaussagen des Vortrags unlogisch sein soll. (Aber er ist ja auch nur Dilettant.) Übrigens sind Salbys Meriten als Atmosphärenforscher selbst unumstritten. Hier aber wirft man ihm vor, daß das Thema CO2 seine Fachkompetenz übersteige. Was allerdings, so der VdZ, noch keine Aussage darüber ist, ob er nicht dennoch zu richtigen Analysen kommen kann. Und auch die mathematischen Schlüsse, auf denen seine Thesen maßgeblich beruhen, nicht berührt.

Gehen die Klimamodelle des IPCC von 200 Jahren Verweilzeit von CO2 in der Atmosphäre aus, so ist lt. Salby nachweislich und durch Beobachtungen belegt die Absorptionszeit im Bereich weniger Jahre bis zwei Jahrzehnte. Gegen sämtliche Hochrechnungen und Analysen der Gegenwart spricht auch, daß sämtliche Vergleichsmaßstäbe - der Vergangenheit - lediglich auf Schätzungen beruhen. Um das Problem "entstehen" zu lassen, und auch noch dramatisch zu beleuchten, wurden schlicht die jeweils günstigsten Annahmen berücksichtigt, denn die Bandbreite der Unsicherheit in den Annahmen ist groß. Zudem hat sich der IPCC auf einen "Idealwert" von CO2 (280 ppm) festgelegt, ohne daß die Gründe dafür nachvollziehbar sind. Es gibt keinerlei Evidenz, daß er in der Vergangenheit jemals konstant gewesen ist. 280 ppm sind der vermutliche Wert des 19. Jhds., zur Zeit VOR der industriellen Revolution.

Schon oberflächliche Betrachtung zeigt außerdem, daß obwohl der Ausstoß durch fossile Verbrennung sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat, die meßbaren CO2-Gehalte in der Atmosphäre sich linear und konstant entwickelt haben - "die CO2-Linie hat nicht einmal genickt". Es ist zumindest zum bei weitem überwiegenden Teil auf natürliche Prozesse auf der Erde zurückzuführen. 

Und Murry weist auf einen simplen Zusammenhang hin: Die Kurven des fossilen Ausstoßes decken sich vollkommen mit der Zunahme der Weltbevölkerung. Wie sollte es auch anders sein, weil jeder Mensch eben bestimmte Bedürfnisse hat, die fossile Verbrennung "produzieren". (Murry meint also - wie wollen es Sarkasmus nennen - daß wenn man das angeblich durch fossile Verbrennung menschenverursachte CO2 in der Atmosphäre reduzieren möchte, sollte man also Verhütungsmittel ausgeben.) Tatsache ist aber, daß sich die CO2-Kurven von menschlichen Ausstoßmengen völlig unberührt zeigen.

Das zeigt sich darin, daß die Kurve des menschenverursachten CO2-Ausstoßes deutlich (den man im besten statistischen Fall mit maximal 28 % des Gesamtausstoßes der Erde beziffern kann) hinter dem seit 50 Jahrzehnten gemessenen CO2-Gehalt zurückbleibt.

Es gibt aber an sich schon keinerlei Notwendigkeit, den anthropogenen CO2-Ausstoß für den (gemessenen) CO2-Gehalt verantwortlich zu machen. Es ist mindestens genauso wahrscheinlich, daß es nicht nur mehrheitlich, sondern fast ausschließlich rein natürliche Komponenten sind. Zumindest bewegen sich diese Annahmen noch immer im Bereich der Ungewißheitdsbereiche aller Entwicklungskurven und Meßdaten. Man kann nämlich den rein thermischen Ausstoß (als Folge von Erwärmung) von der Entwicklungsdynamik des CO2-Gehalts überhaupt nicht unterscheiden. Für die menschliche (fossile) Komponente bleibt kein Platz mehr, sie anzunehmen ist zumindest nicht notwendig, um die Entwicklung zu erklären.

Auf jeden Fall sind atmosphärische Kreislaufprozesse nachweisbar, in denen die Absorption des CO2 in dem Maß ansteigt, als sein Gehalt in der Luft ansteigt. Die Bilanz bleibt also Null, zumindst über ein paar Jahre betrachtet, in der die Linien einander nachhinken, um sich dann aber wieder zu treffen. (Es gibt also den "bath-tub-effect" gar nicht; CO2 sammelt sich nicht summarisch.) CO2 wird beim Aufstieg in die oberste Atmosphärenschicht nämlich durch kosmische Einstrahlung nachweislich umgewandelt, und erhält ein höheres Atomgewicht. In diesem Zustand wird es über Absinkprozesse wieder in die unteren, oberflächennahen und -nächsten Kreisläufte der Erde eingespeist. Diese haben natürlich ein "Zeitgap", Absoptionsprozesse folgen mit Verspätung Ausstoßprozessen.

Murry stellt schließlich zwei entscheidende Fragen: 

- Wie würde sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre entwickelt haben, wenn es keinerlei CO2-Ausstoß aus fossiler Verbrennung durch den Menschen gegeben hätte?

Murry erzählt einleitend eine interessante historische Episode: Als 1962 Kennedy einen Atomkrieg riskierte, weil er den nahenden russischen Schiffen die Versenkung androhte, weil sie Atomsprengköpfe nach Kuba bringen sollten, waren in Wirklichkeit bereits 162 Atomsprengköpfe in Kuba stanioniert! Chruschtschow hatte schlicht - geblufft, Kennedy war dem Bluff zum Opfer gefallen. Denn als McNamara dreißig Jahre später mit Fidel Castro unter vier Augen sprach, gab dieser zu, daß er ER den atomaren Angriff von Chruschtschow verlangt hatte, daß aber die Russen deren Einsatz verweigerten, ja die Sprengköpfe überhaupt zurückzogen! Die Welt war um Haaresbreite einem wirklichen Atomkrieg entgangen, aber unter ganz anderen Voraussetzungen: Die Einschätzung der Gefahrenlage durch Kennedy wich von der Realität völlig ab. Castro war verrückt, Kennedy war durch seine eigenen Beamten irregeführt - es war Chruschtschow, der die (so ganz andere) Lage bereinigte. Bis heute aber glaubt die Weltöffentlichkeit zu wissen, daß die Weltbedrohungslage ganz anders gewesen sei. Dabei hatte sich die gesamte US-Administration einschließlich des Präsidenten geirrt.

Aber Murry erzählt es aus einem Grund: Denn ein Atomangriff auf den Osten der USA hätte den modellfall ergeben, daß die menschliche Komponente des CO2-Ausstoßes (durch Zerstörung) gegen Null gegangen wäre. Das anthropogene CO2 in der Atmosphäre hätte sich also innerhalb eines Jahrzehnts abgebaut. Geblieben wären nur noch die natürlichen Ausstoßkomponenten. Die untere Grenze übrigens des Unsicherheitsbereichs der Meß- und Rechendaten. Murry zeigt, daß sich damit das CO2 nicht auf 380 ppm erhöht hätte. Es hätte sich nur auf ... 360 ppm erhöht, um in zehn Jahren gleichfalls 380 ppm zu erreichen. Was auch immer also die Regierungen beschließen - es wird den CO2-Gehalt in der Atmosphäre NICHT reduzieren, bestenfalls ein wenig verzögern. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt seit eineinhalb Jahrhunderten völlig unabhängig von menschlichen Aktivitäten ja gleichfalls - er macht ja 70 % des Ausstoßes aus.

Das führt zur zweiten Frage:

- Wenn angenommen das durch fossile Verbrennung ausgestoßene CO2 bis auf 50 % aller irdischen CO2-Emissionen erreicht, und es gelänge, diesen Ausstoß auf 25 % zu reduzieren (den ganz wird er sich nicht vermeiden lassen) - was würde passieren? 

Bei gleichbleibender derzeitiger Entwicklung (und theoretischer Annahme dieser erwähnten 28 %) würde dieser Punkt (50 % des CO2-Ausstoßes der Erde) ja etwa erst im Jahre 2082 erreicht sein. Das heißt im Umkehrschluß: Wenn es uns gelänge, fossile Verbrennung völlig zu eliminieren, was quasi eine Ausrottung des Menschen notwendig machen würde, würden wir nie mehr als 50 % des Zuwachses von CO2 verändern können. Der CO2-Gehalt würde sich weiter erhöhen, nur etwas später.

Murry vergleicht nunmehr die Linie des Zuwachses an CO2 mit der des Zuwachses anthropogenen CO2. Und er kommt zum Schluß: Bei gleichbleibender Entwicklung werden wie NIE den Punkt erreichen, wo wir 50 % des Zuwachses der Erhöhung des CO2-Gehalts erreichen. Ehe wir diesen in weiter Zukunft liegenden Punkt erreichen, sind die fossilen Brennstoffe der Erde (Kohle, Gas, Öl) ohnehin verbraucht, der anthropogene fossile Ausstoß fällt gegen Null, und trotzdem würde mehr als die Hälfte des Zuwachses an CO2 erhalten bleiben. 

Dazu kommt aber, daß jetzt schon das CO2 nur rund 6 % zur Opazität der Atmosphäre (Treibhauseffekt) beisteuert. Erhöht sich das CO2, hat das aber kaum Einfluß auf die absolute Opazität der Erde - sie steigt nur ganz gering, auch wenn das CO2 weiter steigt. Davon wiederum ist nur kaum ein Drittel menschenverursacht.

Und was ist mit der menschengemachten Konvektionswärme? Dazu erklärt Murry - was auch der VdZ hier schon mehrfach darzustellen versucht hat - die Selbstregulationsmechanismen der Erde: Wenn die Temperaturen der Oberflächen sich erhöhen, werden binnen kürzester Zeit (Stunden) die Luftschichten umgewälzt - und die Atmosphäre (die ja ans Weltall angrenzt) stabilisiert sich neuerlich, die Temperaturen werden immer und in kürzester Zeit "neutralisiert", und zwar in je nach Temperatur exponentiell steigendem Angleichungstempo. Diese Ausgleichsprozesse (aus Strahlungs- und Konvektionsprozessen) berücksichtigt, bedeutet das, daß auch ein CO2-Gehalt wie derzeit von 400 ppm (ausgehend von 280 ppm) eine Temperaturerwärmung von nicht einmal 0,1 Grad bedeuten würde. Führt man diese Rechnung bis ins 22. Jhd. fort, und erhöht den anthropogenen Ausstoß auf 40 %, würde sich die Atmosphäre um nicht einmal 0,3 (!) Grad erwärmen.

Warum aber hat sich die Erde im letzten Jahrhundert um doch 0,8 Grad in der globalen Mitteltemperatur erhöht? Murry zeigt, daß das in zwei Sprüngen passiert ist: einmal in den 1930er/40er-Jahren, und dann am Ende des 20. Jhds. Dabei fällt auf, daß es im Temperaturverlauf zu KEINERLEI beobachtbaren Veränderungen der Temperatursystematik gekommen ist, trotz veränderter CO2-Gehalte, die nämlich konstant gestiegen sind. Nun fällt auf, daß den wärmeren 30er/40er-Jahren eine nahezu idente - aber KÜHLENDE - Periode vorausging. Übertragen auf die Zusammenhänge Opazität-CO2-Temperatur ist statistisch menschlicher Einfluß nicht einmal mehr feststellbar. Was immer auch die Erwärmung bewirkt hat - fossile Verbrennung war es NICHT. 

Und das ist es auch genau, was beobachtbar war - es fehlen jegliche nachweisbaren Zusammenhänge von CO2 in der Atmosphäre, dem Temperaturverlauf, und dem menschlichen Ausstoß durch fossile Verbrennung. Dazu kommt, daß kein signifikanter Zusammenhang zwischen CO2 und Temperaturentwicklung der Erde aufgrund ihrer Opazität (Treibhausqualität aus der Absorption, Eigenstrahlung und Reflexion) feststellbar ist.

Murry schließt mit der Erzählung, wie er überhaupt dazu gekommen ist, sich mit CO2 auseinanderzusetzen. Es war der Umstand, daß er festgestellt hat, daß die Klimaforscher von atmosphärischen Vorgängen ausgehen, die völlig anders sind als die, die tatsächlich vorgehen. Die Klimamodelle gehen also von Atmophärenverhalten aus, das der Realität gar nicht entspricht. Als er ein Buch darüber publizieren wollte, stellte er fest, daß er plötzlich überall auf Schwierigkeiten stieß, man das Buch nicht verlegen wollte, und man ihm überall nahelegte, seine Forschungsergebnisse doch "zu überdenken". DAS führte ihn zu dem Punkt, sich einmal eingehender mit CO2 als Atmosphärenbestandteil auseinanderzusetzen. Mit vorgestelltem Ergebnis.










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Freitag, 15. Mai 2015

Endlich hat er etwas Wahres gesagt

Nein nein, wir wollen hier nicht nur kritisieren. Wir wollen durchaus das Gute würdigen. Selbst an diesem argentinischen Mate-Trinker, der derzeit den Stuhl Petri warmhält, bis sich wieder ein Geeigneter findet, was leider schon an ein Wunder grenzt. Aber wer glaubt, glaubt ZUERST an Wunder. Dann an Dogmen. 

Denn wenn der Herr Bergoglio, vulgo Papst Franziskus der Erste, nun sagt, daß er, der Papst, unordentlich und undiszpliniert sei, daß der Papst sowieso nur in seltensten Fällen "unfehlbar" sei, so erzählt er nut Frommtöpflingen etwas Neues. Die für jeden Zentimeter "Denken" eine Freigabe brauchen, sonst könnte sie die Wirklichkeit kalt erwischen, auf daß es ums Arscherl ziehe.

Und er bestätigt WORT FÜR WORT, was an dieser Stelle schon 2013, vor allem in der Grundanalyse wenige Wochen nach dem Beginn seines Pontifikats, bereits zu lesen war.  

Wenn dieser Papst einen Sinn hat, stand hier, wenn er das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche und damit ihre letzthinnige Unfehlbarkeit ("et porta inferno non ) bestätigt, dann als dialektische Lektion, in der Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte, ja Jahrhunderte korrigiert werden. 

Weil er alle jene ratlos dastehen lassen wird, die sich an einen Dauertropf "Papst" schon so lane, und noch vor diesem Argentinier, gewöhnen zu können meinten, der jede eigene Vernunftregung unnötig macht und noch intensiver als zuvor durch Scheinwirklichkeit - mit allen deren "Freuungen" - ersetzt.

Und noch mehr werden jene düpiert werden, die - wie man manchmal liest; aber es sind natürlich die üblichen Verschwörungstheorien, also seien sie in den Weiten des Internetozeans versenkt, basta - als erhebliche Einflußgruppe am Grabe des "prophetischen" Kardinal Carlo Maria Martini (Gott hab ihn selig, trotzdem, für Gott ist ja auch das Unmögliche möglich) im Jahre 2012 eine "neue Kirche" zu schaffen schworen. (Manche - gewiß, Narren, wie sonst? heute haben wir ja Narren vom Papst bis in die finsterste Eckenpfarre; es gibt Schlimmeres! Man kann das Irre lieben lernen! - sprechen vom "Mailänder Konzil 2012") 

Ihr Wunsch wird erfüllt, meine Herren! So, wie jedes Gebet erhört wird, man täusche sich da nicht. Man erkennt es nämlich meist nur nicht, weil das Wort dem Geist vorausgeeilt ist. Aber jedes, wirlich jedes Wort ist schicksalhaft verbindlich.

Nicht nur durch beweist das die erfüllte Prophezeiung Martinis, Ratzinger, vulgo Benedict XVI., würde innerhalb eines Jahres "sterben" (er trat allerdings nur zurück; wir lassen das gelten). Sondern durch die verkündete Erneuerung. Nur - sie war etwas anderer Art. Dialektisch gewissermaßen, wie heir geschrieben. So, wie die Geisteswurzel dieser Herren im Kardinalspurpur beschaffen ist (oder war), hegelianisch. Damit wird aber auch mehr umbrechen, als Ihnen lieb war.  Der Hl. Geist nimmt Gebete, Worte wörtlich, weil er es sozusagen nicht anders gewöhnt ist.

Dialektisch, weil dieser bewußt gewählte, am Rande des Pathologischen spazierende Papst mangels Geist derartige Verwirrung stiftet, daß nichts anderes übrig bleibt, als sich so seine eigenen Gedanken zu machen. Dafür, ja, dafür sei Gott gedankt! Und deshalb ist diese Äußerung des Papstes seine bislang wahrste. Wenn er sich, der alles aufs Höchstpersönliche zurückgeschrumpft hat, nun feststellt, daß er persönlich dem Amt gar nicht gewachsen ist, was niemand bestreitet, und deshalb darauf hinweist, daß der Papst ja gar nicht immer und überall "unfehlbar" ist. Sondern nur in Ausnahmefällen. Richtig. Unsinn wird nicht besser, wenn man ihn als Papstsimulant anstellt.

Die Papstjubilanten hingegen, die jeden, der auch nur zu kritisieren wagte, weil er noch einen Restfunken von Verstand hatte, regelrecht exkommunizierten (manche sogar wörtlich), gehören schon aufgrund dieser aktuellen Papst-Aussage in Grund und Boden gestampft: Sämtlicher technizistischer Ämterokkupationen (und Gehälter) befreit, und mit einer in die Hand gedrückten Schaufel wenigstens noch zu ein wenig Sinnerfüllung ihres Lebens gerettet, samt Einordnung ins normale Seelsorgsleben in den verwüsteten Pfarren, mit durchschnittener Internetleitung und konfisziertem Twitter-Handy.

Umso mehr gilt gar nicht die Aufforderung: Jagt den Papst endlich weg, jagt den Herrn Bergoglio! Nein. Sondern: Jagt die Kardinäle und Bischöfe und Titelträger weg, die solche Inkompetenz zum Papst erklärten, stützten, sogar verherrlichten oder ... zur Verherrlichung vorschreiben wollten. Und zwar, definitiv: Jagt sie wie räudige Hunde vom Hof, den sie bis Oberkante Deckel zugeschissen haben.

Und dann, dann könnte der argentinische Dampfplauderer noch als Erweis der Heiterkeit des Heiligen Geistes durchaus durchgehen. Ja, dann wollen wir höchstpersönlich nach Rom fahren, und mit ihm eine Cervisia in einer der vielen großartigen Trattorias Roms saufen. Oder auch drei. Dann darf er sich, in Pension, die einem Rücktritt folgt, mit dem er sich noch einmal so richtig wichtig machen darf, versprochen, auch noch als 90jähriger in der Kantine des Vatikan den Bauch vollschlagen, Interviews geben, und private Telephonate führen, so lange und so viel er will. 

Dann sollen uns die notorischen Heiligsprecher, die es ja jetzt schon kaum noch erwarten können, ihren Lichtkranz anzubringen, damit auch sie (weil ihr Urteil,. in dem sie daran Anteil haben) heilig werden, auch nicht mehr stören. Dann können wir ihn endlich einfach sympathisch finden (wird schon gehen, wir versuchen es zumindest), und Bruce Marshall kann (aus dem Jenseits) endlich seinen neuen augenzwinkernden Roman einer empfänglichen Seele diktieren: So sind sie eben, die argentinischen Dorfpfarrer. Titel? "Der verteilte Narrenhut" vielleicht?



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